Aktuell

Do, 2017-01-19 15:29
Prag (dpa)

Tschechisches Parlament gibt grünes Licht für Rauchverbot

Prag (dpa) - Das Aus für eine der letzten Raucheroasen Europas ist beschlossene Sache: Das tschechische Parlament hat nach jahrelangen Debatten ein völliges Rauchverbot in Kneipen und Gaststätten verabschiedet. In der zweiten Kammer stimmten am Donnerstag 45 Senatoren für das Gesetzesvorhaben; zwölf waren dagegen. Damit das Verbot zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai in Kraft tritt, muss Präsident Milos Zeman die Novelle noch unterschreiben. Er hat in der Vergangenheit angekündigt, auf ein Veto zu verzichten: «Als Raucher, ja sogar als Kettenraucher, würde ich mich in einem Interessenkonflikt befinden.»

Ministerpräsident Bohuslav Sobotka begrüßte die Entscheidung. «Tschechien zählt endlich zu den anständigen Ländern, die das Rauchen einschränken und die Gesundheit ihrer Bürger schützen», sagte der Sozialdemokrat. Bisher mussten Gastronomiebetriebe nur mit einem Hinweisschild am Eingang mitteilen, ob es sich um ein Raucherlokal handelt. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern ist das Rauchen seit 2006 verboten.

In Tschechien greift rund jeder vierte Erwachsene regelmäßig zum Glimmstängel. Im Zusammenhang mit dem Tabakkonsum sterben in dem EU-Mitgliedstaat nach Schätzungen jährlich rund 18 000 Menschen.

Do, 2017-01-19 15:48
Dresden (dpa)

Sachsen lässt Problemwolf schießen

Dresden (dpa) - Sachsen gibt erstmals einen Wolf zum Abschuss frei. Der knapp zweijährige Rüde hatte sich im Landkreis Görlitz zuletzt auffällig verhalten, wie das Umweltministerium am Donnerstag in Dresden mitteilte. Das Tier sei in den vergangenen Monaten immer wieder in Siedlungsgebieten aufgetaucht und habe nach Futter gesucht, hieß es. Durch genetische Untersuchungen von gefundenen Haaren konnte die Identität des Wolfes ermittelt werden. Er stammt aus dem polnischen Ruszow-Rudel, dessen Territorium an Sachsen angrenzt. Das Landratsamt Görlitz erteilte für die offiziell als «Entnahme» bezeichnete Aktion eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung. Mit dem Abschuss wird nun ein Jäger beauftragt.

Do, 2017-01-19 15:51
Kampala (dpa)

Rund 100 frühere Rebellen aus dem Kongo in Uganda festgenommen

Kampala (dpa) - In Uganda haben Sicherheitskräfte rund 100 Mitglieder einer früheren kongolesischen Rebellenmiliz festgenommen. Sie waren aus einem Lager geflohen und auf dem Weg in den Kongo, wie die Regierung in Kampala am Donnerstag mitteilte. Die Rebellen der M23 hatten ihren Kampf im Kongo Ende 2013 aufgegeben. Zuletzt wurden sie aber verdächtigt, neue Angriffe im Osten des Kongos geplant zu haben.

Erst vergangene Woche war eine kleinere Gruppe der Ex-Rebellen aus Uganda illegal in den Kongo eingereist. Die M23-Rebellen hatten sich ab 2012 im rohstoffreichen Ost-Kongo blutige Auseinandersetzungen mit Regierungstruppen geliefert. In der Region sind nach wie vor zahlreiche Milizen aktiv. Ihnen geht es häufig vor allem um die Kontrolle von Rohstoffen wie Gold, Coltan oder Diamanten.

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Do, 2017-01-19 15:54
Davos (dpa)

UN-Generalsekretär will Wirtschaftswelt in Konfliktlösung einbeziehen

Davos (dpa) - Zur Lösung globaler Konflikte will der neue UN-Generalsekretär António Guterres die Weltwirtschaft stärker einbeziehen. Es gehe darum, neue Partnerschaften voranzutreiben, «vor allem mit den Unternehmen», auch um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen oder das Pariser Klimaabkommen besser durchzusetzen. «Dies ist der beste Weg, um Konflikte und Krisen zu verhindern», sagte Guterres am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Der Portugiese lobte, dass die «grüne Wirtschaft» bereits sehr nachhaltig wirke. «Es ist nun jedem klar, dass es ein gutes Geschäft ist, in «Green Economy» zu investieren.» Nötig sei aber auch weiterhin ein sehr starker Dialog zwischen Regierungen, internationalen Organisationen und der Privatwirtschaft, sagte Guterres. «Ohne die Privatwirtschaft werden nicht genug Jobs entstehen.» Und gerade die hohe Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern sei ein Quell für die Rekrutierung neuer Terroristen.

«Für die UN und die internationale Gemeinschaft muss Prävention Priorität haben», sagte Guterres. «Wir müssen die Konfliktparteien überzeugen, dass es bei Kriegen heutzutage keine Gewinner gibt.»

Do, 2017-01-19 15:59
Angeles (dpa)

Leute kompakt

People's Choice Awards: Ellen DeGeneres hält neuen Rekord (Foto - aktuell - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur)

Los Angeles (dpa) - Ellen DeGeneres (58) hat ihre Trophäensammlung vergrößert. Bei der Vergabe der People's Choice Awards in Los Angeles gewann die Komikerin und Moderatorin in der Nacht zum Donnerstag gleich drei Preise: als beste Talkshow-Moderatorin, für die Vertonung des Zeichentrickhits «Findet Dorie» und in der Sparte «Komödiantische Zusammenarbeit» für ein witziges Video mit Britney Spears. Mit nunmehr 20 Publikumspreisen ist DeGeneres die Rekordhalterin bei den People's Choice Awards, die ausschließlich von Fans gewählt werden. 

Matthias Brandt trägt sein Werder-Trikot nicht im Stadion (Foto - Archiv)

Berlin (dpa) - Matthias Brandt (55) trägt sein Werder-Bremen-Trikot mit der Aufschrift «Von Meuffels» nicht im Stadion. «Es wird auch mal angezogen», sagte der Schauspieler und Darsteller des Münchner «Polizeiruf 110»-Kommissars Hanns von Meuffels der «Süddeutschen Zeitung». «Aber es im Stadion zu tragen, wäre mir peinlich, insofern erfüllt es nicht den Sinn, der dahintersteckte, als es mir geschenkt wurde.» Das Maximale an Kostümierung sei eine kleine Raute seines Lieblingsvereins am Kragen.

Berliner Regisseurin zieht in Villa Aurora in Los Angeles (Die Meldung lief auch im Ressort Kultur)

Berlin (dpa) - Die Berliner Regisseurin Ute Wieland zieht 2017 mit einem Medienboard-Stipendium in die Villa Aurora in Los Angeles. Derzeit arbeite Wieland («FC Venus») an dem Film «Tigermilch» nach dem Buch der ehemaligen Aurora-Stipendiatin Stefanie de Velasco, teilte die Filmförderung am Donnerstag in Potsdam mit. Zu den früheren Stipendiaten gehören Edward Berger («Deutschland 83») und Jan-Ole Gerster («Oh Boy»). Die geförderten Filmemacher wohnen im ehemaligen Haus der Exilanten Lion und Marta Feuchtwanger, das heute eine Künstlerresidenz ist.

Jörg Kachelmann talkt in Dresdner Boulevardtheater (Foto - Archiv)

Dresden (dpa) - Der Wetter-Unternehmer Jörg Kachelmann talkt wieder - und erstmals live auf der Bühne. Die «Talkshow für alle Wetterlagen» hat am 14. Mai im Boulevardtheater Dresden Premiere, wie Regisseur Ared Hubert am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet. Der Wetterexperte tritt gemeinsam mit der Sängerin und Schauspielerin Angelika Mann auf. Vorbild für «Kachel&Mann» ist laut Hubert die 2002 bis 2008 im MDR ausgestrahlte «Spätausgabe». Beim neuen Format des 58-Jährigen sei die Bandbreite der Themen offen, wie Hubert erklärte. 

Natascha Ochsenknecht als Model-Mama: Man muss auch mal Nein sagen (Foto - aktuell)

Berlin (dpa) - Natascha Ochsenknecht (52) schaut genau hin, welche Jobs ihre Model-Tochter Cheyenne Savannah annimmt. «Wir sprechen in der Familie über jeden Job. Das ist ganz wichtig», sagte Ochsenknecht, die früher selbst als Model arbeitete, auf der Berliner Modewoche. Ihre Tochter, die gerade 17 geworden ist, lief auf der Fashion Week für zwei Labels über den Laufsteg. «Wichtig ist, dass die Kinder selbstbewusst sind und nicht alles machen. Man muss auch mal Nein sagen können.» Cheyenne Savannah ist das jüngste der drei gemeinsamen Kinder von TV-Promi Natascha und ihrem Ex-Mann Uwe Ochsenknecht (61). Ihre älteren Brüder Jimi Blue (25) und Wilson Gonzalez (26) sind ebenfalls im Showgeschäft aktiv.

Michael Gwisdek: «Prinzipiell rauche ich in allen Situationen» (Foto - Handout)

Berlin (dpa) - Der Schauspieler Michael Gwisdek (75) hat sich als leidenschaftlicher Raucher geoutet. «Prinzipiell rauche ich in allen Situationen», sagte Gwisdek der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist ja das, was mich am Leben erhält», meinte er. «Ich bin so glücklich, dass ich mir das Rauchen nicht abgewöhnt habe.» Das Rauchen bewahre ihn auch vor Krankheiten. «Denn Raucher haben ein anderes Immunsystem als normale Menschen. Es ist trotzdem schädlich, aber man bekommt bestimmte Krankheiten als Raucher nicht», sagte der Berliner. «Die hätte ich längst gekriegt und wäre dadurch gestorben.»

Hengelbrock sieht seine Frau als engste künstlerische Vertraute (Foto - Archiv)

Hamburg (dpa) - Thomas Hengelbrock (58), Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters, schwärmt von seiner Ehefrau, der Schauspielerin Johanna Wokalek (41). «Johanna ist nicht nur meine Frau, sie ist auch meine engste künstlerische Vertraute», sagte der Dirigent der Zeitschrift «Gala». «Es ist herrlich, nicht nur über Proben und Konzerte zu reden, sondern auch, wenn der ganze Rummel drum herum sich verselbstständigt, gemeinsam darüber zu lachen.» Wokalek («Die Päpstin») sagte nach dem Eröffnungskonzert der Elbphilharmonie: «Heute fühle ich mich wie ein Groupie. Ich habe sechs Jahre mit meinem Mann mitgefiebert. Jetzt erleben zu dürfen, dass das Programm, das er zusammengestellt hat, die Menschen so begeistert, (...) diesen Moment werde ich mein Leben lang nicht vergessen.»

Deutsche Miss-Universe-Kandidatin knipst sich noch selbst (Foto - aktuell)

Manila (dpa) - Wenn es bei der Miss-Universe-Wahl für sie gut läuft, muss sich die deutsche Kandidatin Johanna Acs künftig nicht mehr selbst fotografieren. Die 24-jährige Studentin aus Eschweiler wurde am Donnerstag dabei erwischt, wie sie in Manila ein Selfie aufnahm. Außerdem spazierte sie fröhlich winkend an einer Reihe Marine-Soldaten vorbei. Am 30. Januar findet in der philippinischen Hauptstadt das Finale des Schönheitswettbewerbs statt. In diesem Jahr kämpfen 86 Kandidatinnen um den Titel der Miss Universe.

Goldene Kamera: Steven Gätjen beerbt Thomas Gottschalk (Foto - Archiv)

Essen (dpa) - Steven Gätjen (44) wird neuer Moderator der Goldenen Kamera und löst damit Thomas Gottschalk (66) ab. Das teilte die Funke Mediengruppe, Ausrichter der Veranstaltung, am Donnerstag in Essen mit. Gottschalk hatte die Gala zuletzt in den vergangenen beiden Jahren präsentiert, insgesamt hatte der einstige «Wetten, dass..?»-Moderator 13 Mal für die Goldene Kamera auf der Bühne gestanden. Die Preisvergabe, die 52. in der Geschichte des Wettbewerbs, ist am 4. März in Hamburg. Zuvor präsentiert Gätjen am 18. Februar die Verleihung der Goldenen Kamera Digital Awards, die ab 21.55 Uhr auf ZDFneo und Goldenekamera.de zu sehen ist. Dabei bekommt er Verstärkung von der YouTuberin Joyce Ilg.

Natalie Portman ist nach «Jackie» begeistert von Regisseur Larraín (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur)

New York (dpa) - Oscar-Preisträgerin Natalie Portman ist begeistert von der Zusammenarbeit mit dem chilenischen Regisseur Pablo Larraín. «Er ist unglaublich. Es war eine der besten, wenn nicht die beste Erfahrung bei der Zusammenarbeit mit einem Regisseur», sagte die 35-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Larraín führte Regie bei «Jackie» zum Attentat auf US-Präsident John F. Kennedy, in dem Portman die First Lady und spätere Witwe Jacqueline Kennedy spielt. Der Film startet am 26. Januar in Deutschland. «Er öffnet die Tür für sehr viel Kreativität. Er hat sehr genaue Vorstellungen, ist aber auch sicher genug, um Ideen zu begrüßen und Dinge auszuprobieren», sagte Portman.

Fußball-Legende Horst Eckel wird «Ritter von der Hobelbank» (Foto - Archiv)

Frankenthal (dpa) - Horst Eckel (84), deutscher Fußballweltmeister von 1954, ist bald um einen Titel reicher - und zwar um einen närrischen. Der Frankenthaler Carneval Verein von 1820 e.V. schlägt das einstige Laufwunder am Samstag (21. Januar) zum «Ritter von der Hobelbank». Eckel ist einer der letzten lebenden Helden des «Wunders von Bern», wie der deutsche WM-Sieg damals genannt wurde, begründete der Vereinssprecher Hans Wagner die Entscheidung. Außerdem sei er Pfälzer, habe eine besondere Leistung gezeigt und einen gewissen Humor, «was alles mit reinspielt». Der Titel wird Eckel bei einem Gala-Ball verliehen, zu dem der 84-Jährige in Begleitung seiner Frau kommt.

Octavia Spencer und Ryan Reynolds gewinnen «Hasty Pudding»-Preis (Foto - Archiv)

Cambridge (dpa) - Octavia Spencer (46, «Hidden Figures») und Ryan Reynolds (40, «Deadpool») sind die diesjährigen Gewinner des «Hasty Pudding»-Preises. Spencer habe das Publikum mit ihrem «Witz und ihrer graziösen Darstellung der Unterrepräsentierten» begeistert, teilte die Theatergruppe der Universität Harvard am Mittwoch mit. Reynolds sei ein «talentierter und vielseitiger Schauspieler», der die Zuschauer mit nahtlosen Übergängen über Filmgenres hinweg in seinen Bann ziehe. Der Preis wird nach alter Tradition in ironischem Rahmen vergeben, ist aber begehrt. Zum Brauch zählt auch ein bunter Straßen-Umzug und der sogenannte Roast, bei dem die Preisträger bei einem Dinner veralbert werden, bevor sie dann den goldenen Puddingtopf erhalten.

Tenor Jonas Kaufmann begeistert bei seinem Comeback in Paris (Foto - Handout - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur)

Paris (dpa) - Startenor Jonas Kaufmann (47) hat nach mehrmonatiger Pause in Paris erfolgreich sein Comeback gefeiert. Mit stürmischem Applaus und Bravo-Rufen wurde der gebürtige Münchner am Mittwochabend in der Opéra Bastille für seine Leistung in der Titelrolle der Wagner-Oper «Lohengrin» gefeiert. Wegen hartnäckiger stimmlicher Probleme hatte Kaufmann in den vergangenen Monaten mehrere Auftritte in Deutschland und im Ausland absagen müssen. Noch vor einer Woche widerrief er seine Teilnahme an der Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg.

Ed Sheeran knackt Streaming-Rekord in Deutschland (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur)

Berlin (dpa) - Der britsche Sänger Ed Sheeran (25) hat schon wieder einen Rekord aufgestellt: Sein neuer Song «Shape Of You» wurde in der Startwoche 4,2 Millionen Mal in Deutschland gestreamt, so oft wie kein anderes Lied in den ersten sieben Tagen, wie GfK Entertainment am Donnerstag mitteilte. «Castle On The Hill» - die zweite Single aus Sheerans im März erscheinenden Album «Divide» - kam im selben Zeitraum auf 2,8 Millionen Abrufe. Bisheriger Rekordhalter war Major Lazer feat. Justin Bieber & MØ mit «Cold Water». Der ebenfalls von Sheeran mitgeschriebene Song erreichte in der Startwoche im Juli 2016 rund 3,1 Millionen Streams.

Barbra Streisand ruft zu Wachsamkeit gegenüber Trump auf (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur)

Los Angeles (dpa) - Barbra Streisand (74) ruft die Amerikaner auf, sich während der bevorstehenden Präsidentschaft von Donald Trump (70) für die Bürgerrechte einzusetzen. «Es ist unser Recht und unsere Verantwortung, unsere Freiheiten zu verteidigen und unseren Mitbürgern zu helfen», schrieb Streisand in einem Gastbeitrag über den gewählten Präsidenten für die «Huffington Post». «Wir hängen da alle gemeinsam drin.» Die Bürger rief Streisand auf, wachsam zu bleiben: «Schreibt euren Abgeordneten und Senatoren. Spendet an Organisationen, die für Gleichberechtigung, Bürgerrechte, Pressefreiheit, Klimaschutz, Waffenregulierung und die Gesundheitsversorgung kämpfen. Protestiert. Sagt eure Meinung. Helft anderen.»

Bruce Springsteen spielte Geheimkonzert für Obama-Angestellte (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur)

Washington (dpa) - Bruce Springsteen (67) hat im Weißen Haus ein Abschiedskonzert für den scheidenden US-Präsidenten Barack Obama und seine Angestellten gespielt. «Es war eine demütige, stille Geste von Bruce, um sich bei Präsident Obama, dem Personal und dessen Familien zu bedanken», berichtet ein Anwesender im Springsteen-Fanmagazin «backstreets.com». Demnach spielte Springsteen am Donnerstag vergangener Woche «in familiärer Atmosphäre» vor etwa 250 Gästen im Ostflügel der Präsidentenresidenz ein Akustik-Set von 15 Songs. Der Präsident und die First Lady seien bei dem Geheim-Gig auch dabei gewesen. Springsteens Ehefrau Patti Scialfa (63) unterstützte den «Boss» gesanglich bei zwei Songs.

Paul McCartney reicht Klage wegen Beatles-Songrechten ein (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur)

Los Angeles (dpa) - Paul McCartney (74) hat in New York Klage gegen den Musikverlag Sony/ATV eingereicht, um seine Rechte an legendären Hits der Beatles wiederzuerlangen. Dies berichtete neben anderen Medien der «Hollywood Reporter» am Mittwoch. Der Sänger und Songschreiber, der viele Lieder der Beatles verfasste, will nach Medieninformationen das Copyright für Songs zurückbekommen, welche er zwischen 1962 und 1971 mit Bandkollege John Lennon schrieb. Die Rechte unter anderem für «Hey Jude», «Yesterday» und «Let It Be» hatte er damals an verschiedene Musikverlage verkauft.

Swetlana Alexijewitsch eröffnet Festival «Lesen ohne Atomstrom» (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur)

Hamburg/Lübeck (dpa) - Die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch (68) eröffnet in diesem Jahr das Literaturfestival «Lesen ohne Atomstrom» in Hamburg. Die weißrussische Schriftstellerin werde am 20. Februar zusammen mit Thomas Quasthoff und Marc Elsberg berührende Berichte von Zeugen der Atomkatastrophe von Tschernobyl präsentieren, teilten die Veranstalter am Donnerstag in Hamburg mit. Namhafte Autoren werden vom 20. bis 22. Februar und vom 10. bis 13. März aus ihren Werken lesen, darunter Katharina Hagena, Benjamin Lebert oder Günter Wallraff.

Eisgärtner lockt in der Schweiz in kalte Märchenwelt (Foto - aktuell)

Schwarzsee (dpa) - Ein Eisgärtner schafft in der Schweiz seit 30 Jahren jeden Winter eine wundersame Märchenwelt aus Eis. Karl Neuhaus (78), ein ehemaliger Schuhmacher, formt seine Wunderwelt, die irgendwann dahinschmilzt, jedes Jahr von Neuem in Schwarzensee rund 60 Kilometer mit dem Auto südwestlich von Bern. Besucher können an den teils mehrstöckigen Eispalästen und Grotten in einem kleinen Wäldchen vorbeiwandern, abends bei Beleuchtung. Zu sehen sind Drachen, Feen, Rehe, Eispalmen und auch ein Piratenschiff.

Do, 2017-01-19 14:43
Budapest (dpa)

Putin trifft am 2. Februar Orban in Budapest

Budapest (dpa) - Der russische Präsident Wladimir Putin reist am 2. Februar nach Budapest, um den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban zu treffen. Dies gab der ungarische Kanzleramtsminister Janos Lazar am Donnerstag vor der Presse in Budapest bekannt.

«Es handelt sich um ein routinemäßiges, jährliches Treffen, bei dem die Mitglieder der Regierungen der beiden Länder die aktuellen sozialpolitischen und wirtschaftlichen Fragen erörtern», sagte Lazar.

Der rechts-konservative Orban pflegt ein gutes Verhältnis zu Russland und seinem Präsidenten. Zuletzt war Putin 2015 in Budapest, im Vorjahr besuchte ihn Orban in Moskau. Im Mittelpunkt der diesjährigen Gespräche dürften nach ungarischen Medienberichten russische Nuklear-Investitionen in Ungarn stehen. 

Die russische Rosatom soll demnächst zwei neue Blöcke im ungarischen AKW Paks bauen. 80 Prozent der Investitionskosten von rund 12,5 Milliarden Euro sollen durch Kredite von russischen Staatsbanken aufgebracht werden, für die die ungarische Regierung bürgen wird. Die EU prüft noch, ob dies gegen die Subventionsregeln der Union verstößt.

Do, 2017-01-19 14:37
Berlin (dpa)

Familiennachzug von Syrern und Irakern nimmt stark zu

Asylbewerbern aus Kriegsgebieten ist viel daran gelegen, Angehörige nach Deutschland zu holen. Einen entsprechenden Antrag dürfen Flüchtlinge aber nur für ihre Ehepartner und für minderjährige Kinder stellen. Wer nicht volljährig ist, kann die Eltern zu sich holen.

Berlin (dpa) - Immer mehr Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak holen ihre Familien nach Deutschland. Im vergangenen Jahr seien für den Familiennachzug aus diesen beiden Staaten 73 000 Visa erteilt worden, berichten die «Welt» und die «Heilbronner Stimme» am Donnerstag. Dies sei eine Verdreifachung der Zahlen im Vergleich zum Vorjahr, in dem für diesen Personenkreis 24 000 Visa ausgegeben worden seien. Weltweit wurden 2016 den Berichten zufolge für den Familiennachzug nach Deutschland rund 105 000 Visa erteilt.

Durch das im März 2016 in Kraft getretene Asylpaket II wurde der Familiennachzug für einen bestimmten Personenkreis deutlich erschwert. Für Menschen, die nur einen sogenannten subsidiären Schutz in Deutschland genießen, wurde er für einen Zeitraum von zwei Jahren ausgesetzt. Das sind jene, die sich nicht auf das Grundrecht auf Asyl berufen können und auch keinen Schutzstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention haben, aber dennoch nicht heimgeschickt werden, weil ihnen dort zum Beispiel Folter oder Todesstrafe drohen.

Dass es vor allem Syrer und Iraker sind, die jetzt Angehörige nachholen, liegt einerseits daran, dass die Anträge von Menschen aus Staaten mit sehr hoher Bleibeperspektive vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge prioritär bearbeitet worden sind. Ist ein Asylbewerber als Flüchtling anerkannt, beginnt eine dreimonatige Frist, um einen Antrag auf ein Visum zum Familiennachzug zu stellen.

Die innenpolitische Sprecherin der Linke-Bundestagsfraktion, Ulla Jelpke, betonte, das Zusammenleben als Familie sei ein Menschenrecht, «das ebenso wenig wie das Asylrecht eine Obergrenze kennt».

Der stellvertretende Vorsitzende der AfD, Alexander Gauland, forderte, statt den Nachzug von Angehörigen zu ermöglichen, solle die Bundesregierung mehr tun, damit Migranten möglichst schnell in ihre Heimat zurückkehrten.

Do, 2017-01-19 14:15
Berlin (dpa)

Winterkorn bleibt dabei: Von Betrug bei VW nichts gewusst

Er hatte das Image, als VW-Chef alle Strippen in der Hand zu halten. Über den Betrug bei Abgaswerten will Martin Winterkorn aber nichts gewusst haben - mit ihm habe keiner gesprochen.

Berlin (dpa) - Der frühere VW-Chef Martin Winterkorn will bis zum Bekanntwerden des Diesel-Skandals nichts über illegale Abgas-Manipulationen bei dem Autobauer gewusst haben. «Es ist nicht zu verstehen, warum ich nicht frühzeitig und eindeutig über die Messprobleme aufgeklärt worden bin», sagte der ehemalige Topmanager am Donnerstag vor dem Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestags in Berlin. Dieser soll klären, ob die Bundesregierung für die späte Aufdeckung gefälschter Abgaswerte von Millionen Dieselwagen mitverantwortlich ist. 

Konkreten Fragen der Abgeordneten zu Informationsflüssen beantwortete Winterkorn nicht - er verwies dabei auf laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Nach offiziellen Angaben hat der VW-Vorstand erst Anfang September 2015 von den Manipulationen erfahren, die zuerst in den USA entdeckt worden waren. VW hat Software verbaut, die erkennt, wenn die Abgas-Werte auf dem Prüfstand gemessen werden. Dadurch waren die Abgase bei Tests viel sauberer als ohne diese Prüfstand-Erkennung. 

Berichten zufolge soll ein Manager-Treffen aber schon Ende Juli 2015 die Strategie gegenüber ermittelnden US-Behörden besprochen haben. Winterkorn soll bei dem sogenannten «Schadenstisch» anwesend gewesen sein. Doch ob er schon dort von den Problemen erfuhr und wie er damit möglicherweise umging, ist unklar.

Der Ex-VW-Chef betonte, die Geschehnisse täten ihm leid: «Das was passiert ist, macht die Menschen wütend - mich auch.» Er selbst habe durch seinen Rücktritt Ende September 2015 Verantwortung übernommen. Winterkorn nannte dies den «schwersten Schritt meines Lebens». Nun sei «lückenlose Aufklärung das Gebot der Stunde».

Der Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss war Winterkorns erste öffentliche Aussage zum Diesel-Skandal seit seinem Rücktritt. Er habe Bundesregierung und Behörden rasch informiert, sagte er. Drei Tage, nachdem die US-Umweltbehörden verletzte Grenzwerte gemeldet hätten, habe er sich bereits mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) getroffen. Am folgenden Tag sei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) telefonisch informiert worden.

Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses zeigten sich nach der knapp zweistündigen Befragung insgesamt nicht überzeugt. «Ich glaube, in weiten Teilen ist er hinter dem zurückgeblieben, was er wirklich weiß», sagte der Vorsitzende Herbert Behrens (Linke). Wenn Winterkorn so wenig gewusst habe, wie er angebe, dann sei er als Vorstandschef «seinen Aufgaben nicht nachgekommen». Neue Erkenntnisse in der Sache habe der Ausschuss nicht gewonnen.

«Die dramatischen Ereignisse rund um den Einsatz verbotener Software von Dieselmotoren haben unser Unternehmen in eine schwere Krise gestürzt», sagte Winterkorn vor den Parlamentariern. «Das endgültige Ausmaß des Schadens ist bis heute nicht vollständig absehbar.» Der Skandal führte zu milliardenteuren Rückstellungen, brachte VW im Jahr 2015 einen Rekordverlust, ließ neben Winterkorn zahlreiche weitere Manager zurücktreten und verschärfte den ohnehin hohen Spardruck bei Europas größtem Autohersteller.

Do, 2017-01-19 14:48
Oberviechtach/Berlin (dpa)

Panzertruppe der Bundeswehr bricht nach Litauen auf

Die einen nennen es Säbelrasseln, die anderen Rückversicherung von Bündnispartnern. Die Nato rüstet im östlichen Bündnisgebiet massiv auf - und die Bundeswehr ist ganz vorne mit dabei.

Oberviechtach/Berlin (dpa) - Die Bundeswehr verlegt eine Panzertruppe nach Litauen, um Russland militärisch abzuschrecken. Im Auftrag der Nato sollen bis Ende Februar bis zu 600 Soldaten, 26 Panzer und 170 weitere militärische Fahrzeuge nur 100 Kilometer von der russischen Exklave Kaliningrad entfernt stationiert werden. Die Kerntruppe sollte noch am Donnerstag im bayerischen Oberviechtach verabschiedet werden.

Die Linke warf der Nato aggressives Verhalten und eine «Eskalation mit Russland» vor. Vertreter von Union, SPD und Grünen verteidigten die Stationierung von Nato-Truppen im östlichen Bündnisgebiet dagegen in einer Bundestagsdebatte.

Die Nato hatte bei ihrem Gipfel im vergangenen Sommer die Entsendung von je etwa 1000 Soldaten nach Polen, Lettland, Estland und Litauen beschlossen. Damit reagierte sie auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der östlichen Bündnispartner, die sich seit Beginn des Ukraine-Konflikts massiv von Russland bedroht fühlen.

Deutschland wird den Truppenverband in der ehemaligen Sowjetrepublik Litauen anführen, zu dem auch Soldaten aus Belgien, den Niederlanden und Norwegen gehören werden. Die Panzer sollen mit der Bahn durch Polen nach Litauen gebracht werden.

Im Bundestag wurde der Nato-Einsatz nicht nur von Koalitionspolitikern, sondern auch von den Grünen unterstützt. «Es geht darum, den Zusammenhalt dieses gemeinsamen Europas innerhalb der Nato zu sichern», sagte Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin. «An dieser Stelle über Aufrüstung zu reden heißt doch wirklich, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen.»

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Wolfgang Hellmich (SPD), hält die Unterstützung für die östlichen Bündnispartner für «dringend notwendig». Der CDU-Verteidigungsexperte Henning Otte warf Russland «Einschüchterungspolitik» vor.

Hochrangige Militärs in der Nato rechnen damit, dass Moskau auf die Truppenverlegung reagieren wird. Möglich ist aus ihrer Sicht, dass die Streitkräfte «Iskander»-Mittelstreckenraketen in Kalingrad einsatzbereit melden werden. Die Geschosse können jedes Ziel und Polen treffen und selbst Berlin erreichen. Die Militärs gehen aber davon aus, dass sie längst einsatzbereit sind.

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Experten für steile Anstiege


Rekordverdächtig: In Österreich und in der Schweiz boomt "bio"

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Experten für steile Anstiege

Eine radikale Agrarwende mit 20 Prozent Bioanbaufläche hat Renate Künast als erste grüne Bundeslandwirtschaftsministerin in Berlin vor 15 Jahren versprochen. Daraus wurde bekanntlich nichts. Österreich hingegen hat diese Messlatte jetzt gerissen: 20,3 Prozent seiner landwirtschaftlichen Fläche werden biologisch bewirtschaftet. Damit ist die Alpenrepublik amtierender Europameister im Bioanbau. Schon lange werden Ökobauern im Nachbarland besser gefördert als die konventionelle Landwirtschaft. Zudem liegen viele Flächen in schwer zu bewirtschaftenden Höhenlagen, die sich für den Ökoanbau anbieten. Auf ein anderes Siegertreppchen schafft es die Schweiz. Beim Kauf von Biolebensmitteln bleiben die Eidgenossen Weltspitze. Wie aus dem jährlichen Bericht „The World of Organic Agriculture“ hervorgeht, der im Februar 2017 zur Biofach-Messe in Nürnberg erscheinen wird, berappen die Schweizer durchschnittlich 262 Euro pro Kopf und Jahr. Zum Vergleich: Die Österreicher gaben im Jahr der Erhebung 127 und die Deutschen 97 Euro aus.
fibl.org (Suchworte: organic agriculture 2016)

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Schweiz: Die Letzten ihrer Art
Um die gefährdete Alpenflora zu retten, haben sich in der Schweiz zwanzig Botanische Gärten zusammengefunden. Sie vermehren Samen von bedrohten Wildpflanzen, um diese in ihren natürlichen Habitaten wieder anzusiedeln. Mit dem Projekt „Die Letzten ihrer Art“ helfen die Botanischen Gärten, die alpine Biodiversität zu erhalten.
botanica-suisse.org

Alpen: Ein Spiel für gutes Klima
Die Alpen sind besonders vom Klimawandel betroffen – doch was können ihre Bewohner für den Klimaschutz tun? Das sollen Familien und  Wohngemeinschaften in sieben Alpenländern spielerisch herausfinden. Die Alpenorganisation Cipra hat dafür das Spiel 100max entwickelt, bei dem die Teilnehmer zwei Wochen im Jahr ihren Fußabdruck mit Punkten bewerten sollen. Wer nicht auf Anhieb das 100-Punkte-Ziel für einen „guten Tag“ schafft, darf sich auf viele Anregungen freuen, wie sich das familiäre CO2-Konto reduzieren lässt. Mitspielen kann jeder – mit einem Klick auf 100max.org

Schweiz: Nah am Berg
Wenn der Postbus nicht ganz bis zum Startpunkt von Bergtouren fährt, könnten gutwillige Wanderer die geplante ökologische Anreise mit dem Zug wieder abblasen. Um das zu verhindern, hat die Umweltorganisation Mountain Wilderness das Alpen-Taxi ins Leben gerufen. In der Schweiz überbrücken mehr als 300 lokale Taxis, Rufbusse oder auch Seilbahnen das letzte Stück zum Berg – da kann das eigene Auto getrost in der Garage bleiben.
alpentaxi.ch

Geht doch!

Abgasfrei unterwegs

Konsequenter Klimaschutz: Diesel und Benziner sollen von der Straße verschwinden

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Abgasfrei unterwegs

Ausgerechnet ein Land, das seinen Reichtum Öl und Gas zu verdanken hat, will den Benzinhahn zuerst zudrehen. Ab 2025 sollen in Norwegen keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Fünf Jahre später müssen laut dem Gesetzentwurf auch neue Schiffe und Fähren abgasfrei fahren. Mit dem Bann der fossilen Antriebe verfolgt die norwegische Regierung eine konsequente Klimapolitik. Denn der Transportsektor ist für rund ein Drittel des CO2-Ausstoßes in dem skandinavischen Land verantwortlich. Bereits heute ist Norwegen Vorreiter in Sachen Elektromobilität. 15 Prozent aller neu zugelassenen PKWs fahren mit Strom, der nahezu vollständig aus Wasser- und Windkraft gewonnen wird. In Deutschland liegt der Elektroauto-Anteil noch immer im Promillebereich. Während Umweltschützer das Ende für Verbrennungsmotoren begrüßen, reagiert die Autolobby erbost. Norwegen befinde sich auf dem Weg in eine „ökologische Planwirtschaft“, empörte sich Matthias Wissmann, der Präsident des deutschen Verbandes der Automobilindustrie. Im kommenden Jahr soll der viel diskutierte Nationale Transportplan in Norwegen verabschiedet werden. Ähnliche Pläne verfolgen auch Indien, Österreich und die Niederlande.

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Österreich: Sonnenstrom vom Balkon
Seit Juli dürfen Mieter in Österreich an ihrem Balkon oder auf ihrer Terrasse Mini-Solarmodule bis maximal 600 Watt installieren und den Strom direkt nutzen. In der Schweiz und den Niederlanden gibt es ähnliche Regelungen. In Deutschland bewegen sich die mehreren Tausend angeschlossenen „Guerilla“-Fotovoltaikanlagen noch immer in einem juristischen Graubereich. Obwohl bislang keine Zwischenfälle bekannt sind, streiten Verbände und Hersteller über mögliche Sicherheitsrisiken. Greenpeace Energy bietet die mobilen Solarpaneele bereits an. „Ärgerliche Hürden, die ihren Sinn verloren haben und der Energiewende schaden, gehören abgeschafft“, sagt Nils Müller vom Ökostromanbieter.

Berlin: Saubere Geldanlagen
Der Berliner Senat hat beschlossen, seine Geldanlagen künftig klimaneutral und nachhaltig zu investieren. Dafür wird ein sogenannter Ökoindex entwickelt, der keine Firmen beinhalten darf, die Geschäfte mit Waffen, Atomenergie oder fossilen Brennstoffen machen. Soziale und andere Nachhaltigkeitskriterien sollen später noch folgen. Die Fossil-Free-Bewegung feiert den Pionierschritt der Berliner  Finanzbehörde und hofft, dass andere Bundesländer nachziehen werden.

Italien: Weniger Essen im Müll
Nach Frankreich macht nun auch Italien Ernst mit dem Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung: Von fünf Millionen Tonnen weggeworfenem Essen soll jedes Jahr eine Million Tonnen gerettet werden. Supermärkte, die – auch abgelaufene – Waren spenden, müssen weniger Abfallgebühren zahlen. Außerdem sollen Italiener ermutigt werden, ihre Pizza- und anderen Reste im Restaurant in bislang verpönten „Doggy Bags“ mitzunehmen. In Italien sind rund sechs Millionen Menschen auf Lebensmittelspenden angewiesen.

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Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?

Saures für Süßes – ein Pioniergesetz verbietet Naschereien, die Kinder mit Spielzeug locken

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Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?

Mit einem strengen Gesetz will Chile seine Kinder und Jugendlichen vor ungesunder Nahrung schützen: Seit Anfang Juli dürfen Süßigkeiten mit einer Spielzeug-Beigabe im ganzen Land nicht mehr verkauft werden. Überraschungseier von Ferrero und Kindermenüs von McDonald’s sind jetzt also illegal. Die Neuregelung legt außerdem fest, welche Lebensmittel als gesundheitsschädlich gelten. Alle, die pro 100 Gramm mehr als 400 Milligramm Salz, vier Gramm gesättigter Fettsäuren, 275 Kalorien oder zehn Gramm Zucker enthalten, müssen gut sichtbar mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein. An Schulen dürfen sie nicht verkauft oder beworben werden. Der Grund für das Gesetz: In Chile ist inzwischen jedes dritte Kind unter sechs Jahren übergewichtig. Hersteller und auch einige Kritiker der Süßigkeitenindustrie bezweifeln aber, dass ein Verbot die richtige Maßnahme ist, um eine gesündere Ernährung zu erreichen. Entscheidend sei die konsumierte Menge, eine bessere Aufklärung der Kinder und vor allem gute Vorbilder – zum Beispiel gesünderes Schulessen.

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Do, 2017-01-19 15:00
Berlin (dpa)

«Wer ist dafür verantwortlich?» - Die Aussagen Winterkorns

Berlin (dpa) - Der frühere VW-Konzernchef Martin Winterkorn hat am Donnerstag im Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestages ausgesagt. Eine Dokumentation seiner wichtigsten Äußerungen:

«Lassen Sie mich (...) meine tiefe Bestürzung darüber zum Ausdruck bringen, dass wir Millionen unserer Kunden enttäuscht haben. Das belastet mich, der ich mein ganzes Berufsleben dem Streben nach allerhöchster Produktqualität gewidmet habe, ganz besonders. Ich bitte dafür erneut in aller Form um Entschuldigung.»

«Als Vorstandsvorsitzender habe ich die politische Verantwortung übernommen und bin zurückgetreten. Glauben Sie mir, dieser Schritt war der schwerste meines Lebens.»

«Dass ein Einsatz verbotener Software ausgerechnet in unseren Motoren passiert, muss in Ihren Ohren wie Hohn klingen. Das geht mir genauso.»

«Es ist nicht zu verstehen, warum ich nicht frühzeitig und eindeutig über die Messprobleme aufgeklärt worden bin. Natürlich frage ich mich, ob ich einzelne Signale überhört oder falsch gedeutet habe.»

An den Ausschussvorsitzenden Herbert Behrens (Linke) gerichtet: «Sie stellen nun zurecht viele Fragen. Wie konnte so etwas passieren? Und, die Kardinalfrage: Wer ist dafür verantwortlich?»

Auf Behrens' Frage, wann Winterkorn erstmals vom Einsatz einer Täuschungssoftware («defeatdevice») erfahren habe: «Sicher nicht vor September 2015. (...) Ich bin ja kein Software-Ingenieur.»

«Ich muss akzeptieren, dass mein Name verbunden ist mit der sogenannten Diesel-Affäre. Vieles, was ich mit Kollegen und Mitarbeitern geleistet habe und auf das ich durchaus stolz bin, verblasst daneben. Damit umzugehen, muss ich und muss auch meine Familie noch lernen.»

Do, 2017-01-19 14:53
Berlin (dpa)

Minister: Neues Tierwohl-Siegel nicht zum Nulltarif zu haben

Agrarminister Schmidt nutzt die Bühne der Grünen Woche, um sein Tierwohl-Label vorzustellen. Es soll den Tieren, aber auch den Fleischkonsumenten helfen. Doch noch fehlen einige Voraussetzungen.

Berlin (dpa) - Ein neues staatliches Siegel soll Supermarktkunden zum Kauf von Fleisch aus besserer Tierhaltung animieren - die Einführung dauert aber noch. Es gehe nicht um ein «Nischen-Luxus-Label», sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) am Donnerstag vor Beginn der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin. Er gehe davon aus, dass die neue Kennzeichnung «im nächsten, übernächsten Jahr» in den Ladentheken sein könne. Sein Ziel sei, bis Ostern Klarheit über die Grundstrukturen zu schaffen. Bauern und die Verbraucherzentralen unterstützen die Pläne, Kritikern reichen sie bei weitem nicht aus.

Mit dem Label soll Fleisch von Tieren gekennzeichnet werden können, deren Haltungsbedingungen über dem gesetzlichen Standard liegen - etwa beim Platz im Stall, Stroh am Boden oder Spielmöglichkeiten. Starten soll das Siegel mit Schweinen und voraussichtlich mit zwei Stufen. Dabei sollten Bauern für höheren Aufwand auch mehr Geld bekommen. «Tierwohl zum Nulltarif kann und wird es nicht geben», sagte Schmidt. Um das Label bekannt zu machen, will das Ministerium 70 Millionen Euro bereitstellen. Schmidt stellte auch eine Förderung beim Wandel zu Ställen mit besseren Haltungsbedingungen in Aussicht.

Grünen-Agrarexperte Friedrich Ostendorff kritisierte das Label als Schönfärberei. «Alle Tiere sollen bessere Lebensbedingungen haben - nicht nur einige wenige.» SPD-Fraktionsvize Ute Voigt sagte: «Die Existenz eines freiwilligen Tierschutzlabels darf kein Alibi für die zu niedrigen gesetzlichen Tierschutzstandards in unserem Land sein.»

Mehr Tierschutz ist eines der großen Themen auf der Grünen Woche, die am Donnerstagabend in Berlin eröffnet werden sollte. Von Freitag an werden mehr als 400 000 Besucher erwartet. Diesjähriges Partnerland ist Ungarn. Umwelt- und Tierschützer, Klein- und Biobauern verlangten in einem «Kritischen Agrarbericht» eine schnelle Abkehr von der Massentierhaltung. Diese gefährde mit ihrem Düngereinsatz das Trinkwasser und treibe Bodenpreise nach oben.

Der Tierschutzbund will die Diskussion um den Fleischkonsum nicht einschlafen lassen. «Fleisch ist zu billig», sagte Präsident Thomas Schröder. Auch Veganer und Vegetarier zahlten als Steuerzahler für Schäden, die eine intensive Tierhaltung etwa mit der Nitrat-Belastung des Grundwassers anrichte. Jeder Landwirt sollte nur so viele Tiere halten, wie er mit selbst erzeugtem Futter ernähren könne, sagte der Präsident der Umweltschutzorganisation BUND, Hubert Weiger.

Die Verbände des kritischen Agrarbündnisses warnten vor den Folgen steigender Preise für Ackerland. Mittlerweile müsse man ein Mehrfaches des Boden-Ertragswerts bezahlen. Bauern mit Vorkaufsrecht könnten sich das nicht mehr leisten. Stattdessen kämen ausländische Konzerne zum Zuge, kritisierte der Vorstandssprecher des Bio-Anbauverbands Demeter, Alexander Gerber. Die Agrarpolitik habe diese Entwicklung durch falsche Anreize begünstigt, zum Beispiel «durch eine unverhältnismäßig hohe Förderung von Biogas».

Do, 2017-01-19 14:07
Berlin (dpa)

«Ich bin ja kein Software-Ingenieur» - Winterkorn im Abgas-Verhör Von Jan Petermann und Teresa Dapp, dpa

Vom Star-Manager im Rampenlicht zum Privatmann mit Top-Rente: Der VW-Skandal hat Martin Winterkorns Leben radikal verändert. 16 Monate nach seinem Rücktritt gibt er sich betroffen - und vor allem unwissend.

Berlin (dpa) - Als Martin Winterkorn in Berlin seinen Gang in den Untersuchungsausschuss antritt, weiß er: Heute geht es um viel. Für ihn persönlich, aber auch für den VW-Konzern, der fast eineinhalb Jahre nach dem Beginn der weltweiten Abgas-Affäre trotz aller hochfliegenden Zukunftspläne noch immer mit den Folgen ringt.

Äußerlich relativ unbewegt, doch mit ernster Miene kommt der frühere VW-Chef in den Anhörungssaal des Bundestags. Begleitet von zwei Anwälten und einem Personenschützer lässt er das Blitzlichtgewitter der Fotografen geduldig über sich ergehen. Der Andrang draußen war so groß, dass ein Sicherheitsmann schon mit Räumung drohte. Aber «Wiko», wie man ihn konzernintern nannte, kann durch die Hintertür schlüpfen.

Kein Wort beim Betreten des Raumes. Dann allerdings eine überraschend lange Erklärung, als sich der Trubel etwas gelegt hat. Winterkorn startet mit teils brüchiger Stimme, gibt sich demütig. «Sie stellen nun zurecht viele Fragen», sagt er an den Ausschussvorsitzenden Herbert Behrens (Linke) gerichtet. «Wie konnte so etwas passieren? Und, die Kardinalfrage: Wer ist dafür verantwortlich?»

Genau das interessiert nicht nur die Parlamentarier, die außerdem möglichen Verstrickungen und Mauscheleien zwischen Autoindustrie und Politik beim Reizthema Abgasmessungen und Manipulations-Software nachspüren wollen. Beinahe zwei Stunden stellt sich Winterkorn ihren Fragen - deutlich länger, als von vielen Beobachtern erwartet, die zuvor mit einer kompletten Aussageverweigerung gerechnet hatten.

Dennoch: Der Termin ist dem 69-Jährigen sichtlich unangenehm. Der einst bestbezahlte Manager aller Dax-Konzerne, gerade erst Pensionär mit üppiger Rente von 3100 Euro pro Tag geworden, muss sich heiklen Fragen stellen. Dabei behauptet er als langjähriger «Mr. Qualität» und oberster Technik-Freak steif und fest, nichts gewusst zu haben: «Ich bin ja kein Software-Ingenieur».

Winterkorn versucht, die Dinge aus seiner Sicht zu schildern. Zumindest bei den Punkten, wo es nicht um Strafrechtliches wie den Vorwurf der Marktmanipulation geht, den Staatsanwälte in Braunschweig untersuchen. Wenn er auf Wissen oder Nichtwissen über illegale Abgas-Praktiken bereits vor dem Sommer 2015 angesprochen wird, macht er mit Verweis auf «den Vorgang in Braunschweig» dicht.

Ansonsten ist er um langsames Formulieren bemüht - jedes Wort kann hier auf die Goldwaage gelegt werden. Immerhin so viel: «Dass ein Einsatz verbotener Software ausgerechnet in unseren Motoren passiert, muss in Ihren Ohren wie Hohn klingen. Das geht mir genauso.»

Der einstige Erfolgsmensch, der Ende September 2015 nach dem Bekanntwerden des ganzen Ausmaßes von «Dieselgate» zurücktrat, ist nicht mehr derselbe. Früher gern im Rampenlicht, Zigarre schmauchend zum Ausklang stressiger Messeabende, gewöhnt daran, dass viele inner- wie außerhalb von Deutschlands größtem Unternehmen zu ihm aufblicken. Und heute? Nachdem er sein Vorstandsamt niedergelegt hatte, zog sich Winterkorn fast ganz zurück. Auftritte wie bei Veranstaltungen des FC Bayern München, wo er im Aufsichtsrat sitzt, sind selten. Bis zu dieser - erzwungenermaßen - großen politischen Bühne in Berlin.

Hatte das späte Bekanntwerden des Skandals auch damit zu tun, dass Ingenieure vor ihm zitterten? Winterkorn verneint: «Anders als Sie in der Zeitung lesen mögen, gab es kein Schreckensregime. Niemals hatte ich den Eindruck, dass man sich scheute, sich an mich zu richten oder mir unangenehme Dinge zu sagen.» Nicht wenige im Konzern glauben heute, der Chef hätte damals gar nicht sofort offen Manipulationen eingestehen sollen - das Einräumen eines schlichten Fehlers hätte vielleicht gereicht.

Die Opposition vermutet, dass auch die Politik eine Rolle gespielt hat. Ausschussmitglied Oliver Krischer von den Grünen will wissen, ob Winterkorn zu Mitgliedern der Regierung schon vor den angeblich erst am 3. September 2015 an den Konzernvorstand geflossenen Informationen Kontakt gesucht habe. «Ich persönlich habe mit der Bundesregierung über das Thema Stickoxid nicht gesprochen», betont der Ex-VW-Chef.

Geht es um seine persönliche Integrität, wird er dagegen dünnhäutig. Angesichts seiner Verdienste um VW könne er Anschuldigungen, er sei frühzeitig eingeweiht gewesen oder habe den Betrug vertuscht, nicht verstehen: «Deshalb schmerzt mich die unsachliche und zum Teil polemische Kritik an meiner Person besonders.»

Bei den Mitgliedern der «Kampagne «Boykottiert VW»» jedenfalls hält sich das Mitleid in Grenzen. Nach der Anhörung teilen sie Flugblätter aus, fordern wie Verbraucherschützer Schadenersatz für geprellte VW-Kunden. Winterkorns ernüchtertes Fazit: Er müsse eben akzeptieren, «dass mein Name verbunden ist mit der sogenannten Diesel-Affäre». Sagt es - und fährt in einem schwarzen Audi A8 davon.

À la Saison

Magische Marone

(Castanea sativa)

Im Mittelalter galt die Esskastanie als Grundnahrungsmittel von den Alpen bis in den Balkan. Heute erzählt die „magische Marone“ uns Geschichten aus tausendundeiner Nacht.

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Magische Marone

Der Baum vorm Klosterportal fror. War er doch „ein vereinzelter Sohn des Südens, von einem Rompilger vor Zeiten mitgebracht, eine Edelkastanie“. Im Württembergischen aber blühte er spät und ließ erst „im Oktober, wenn Obst und Wein schon geerntet waren, die stacheligen Früchte fallen“. Der „Gast aus einer anderen Zone“ ward „geliebt von den Welschen“ und „von den Einheimischen als Fremdling begafft“. So beginnt – eines schönen Tages im Mittelalter – Hermann Hesses Erzählung „Narziss und Goldmund“.

Klosterschüler Goldmund findet in dem stummen Pförtner einen Seelenverwandten. Auch er fremdelt mit der Atmosphäre im Kloster, obgleich sein Vater wünscht, dass er Mönch werde – oder Höheres. Goldmund heißt auf Griechisch Chrysostomos. Der spätantike Bischof mit diesem Beinamen gilt als einer der größten Prediger des Christentums. Er stammte aus Antiochia im Süden der heutigen Türkei. In dieser Gegend liegt die ursprüngliche Heimat der Kastanie, deren Name vom persischen „Kasutah“, trockene Frucht, herrührt. Goldmunds „schöner, merkwürdiger“ Freund, der Baum, ist kein Sohn des Südens, sondern des Orients.

Ob die Edelkastanie Mitteleuropa im Gepäck der Römer oder viel früher erreichte, ist umstritten. Kein Zweifel besteht an ihrer überragenden Bedeutung im Mittelalter. Für die Menschen der Bergwelt – von den Pyrenäen über die Alpen bis zum Balkan – waren castañas, châtaignes, castagne, Cheschtene, Kästen oder kesteni das Grundnahrungsmittel schlechthin. Die Kartoffel wuchs noch unentdeckt in den Anden.

Das Mehl aus den Früchten des „Brotbaums“, der übrigens nicht mit der ungenießbaren Rosskastanie verwandt ist, brachte arme Leute oft übers ganze Jahr. Schon 641 führte der Langobardenkönig Rothari ihn deshalb in einer Liste geschützter Bäume. Ortsnamen wie Châtenois (Keschtaholz) im Elsass erinnern an einstmals ausgedehnte Kastanienhaine.

Das italienische Wort marroni kam im zwölften Jahrhundert auf – für Kastanien von bester Qualität. Heute überwintert die Maronitradition vor allem auf Weihnachtsmärkten. Lebendig ist sie in Frankreich und auf der Alpensüdseite. Im Tessin etwa, Hermann Hesses Wahlheimat, holen die „Maronatt“ genannten Profiröster die Kastanien aus den Flammen.

Auch wenn manch einer mittlerweile lieber die Kartoffeln aus dem Feuer holt, lohnt sich das Original. Die üppige Nuss bespielt ein Menü von der Suppe bis zum Nachtisch ebenso mühelos wie die dezente Knolle. Ihre sonnige Süße und ihre Erdigkeit passen zu anderen Herbstaromen wie denen von Wild, Pilzen und Birnen. Sie ergänzt Rotkohl aufs Gehaltvollste und füllt die Weihnachtsgans. Sie verträgt starke Kräuter wie Rosmarin und koaliert mit dem Kürbis gegen kalte Tage. Zum Dessert lieben die Franzosen marrons glacés – kandierte Maronen. Die Schweizer pressen blassbraunes Püree zu vermicelles – „Nudeln“. Ein Nachtisch, der erst mit Schlagrahmkrönchen vollkommen ist. Ohne Zuckerzusatz ist die Kastanie überdies gesund. Für eine Nuss enthält sie erstaunlich wenig Fett, dafür aber eine große Portion Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Sie stärkt das Immunsystem und fördert als leicht verdauliche Energiebombe starke Nerven. Wohl mit Bedacht empfahl die Äbtissin Hildegard von Bingen jedem, „dem das Gehirn durch Trockenheit leer ist und der davon im Kopf schwach wird“, die „Fruchtkerne“ zu kochen und sie „nüchtern und nach dem Essen“ zu nehmen, damit das Hirn wachse und sich wieder fülle. Im Mittelalter mussten die Bauern ihren Zehnten an Klöster oft in Kastanien entrichten. Herr Baum, wirf Hirn vom Himmel.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

CHICORÉE-MARONENSUPPE VON ANNA SCHWARZMANN

ZUTATEN FÜR 6 PORTIONEN
600 g Maronen
1 Scheibe Speck
50 g Butter
4 klein gewürfelte Schalotten
1 Scheibe Knoblauch
50 g gewürfelter Knollensellerie
Zucker, Salz, weißer Pfeffer, Balsamico, Sherry medium
750 ml Gemüsebrühe
1 Rosmarin- und 1 Thymianzweig
2 EL Trüffeljus
200 ml Sahne
Orangensaft
Chicorée

ZUBEREITUNG
1. Maronen einritzen und im Ofen bei 220 °C Ober- und Unterhitze 10 Minuten rösten, bis sie platzen, dann schälen.
2. Speck, Butter, Schalotten, Knoblauch im Topf erhitzen und den Sellerie mit einer Prise Zucker darin andünsten.
3. Alle Maronen bis auf ein paar hinzugeben und mit Sherry ablöschen, dann reduzieren. Fond mit Gemüsebrühe aufgießen, Thymian und Rosmarin hinzufügen und 15–20 Minuten köcheln lassen, bis die Maronen gar sind.
4. Mit Pfeffer, Salz und Trüffeljus abschmecken. Anschließend pürieren und passieren. Halbfest geschlagene Sahne unterheben und mit einem Spritzer Balsamico würzen.
5. Den in Streifen geschnittenen Chicorée mit Butter und Zucker andünsten. Mit Orangensaft ablöschen, reduzieren und anschließend salzen.
6. Die Suppe mit einem Pürierstab aufschäumen und mit Chicoréestreifen und Maronen servieren.

À la Saison

Verehrte Vogelbeere

(Sorbus aucuparia)

Kann denn wirklich giftig sein, was die Vögel so lieben? Na, also. Und ganz im Gegenteil! Unsere Vorfahren hatten gute Gründe, die knallroten Früchtchen zu besingen. Und doch haben sie neben der leuchtenden auch eine dunkle Vergangenheit.

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Verehrte Vogelbeere

Die Sachsen sind empört, wenn Restdeutschland über ihren Dialekt lacht. Zu Recht. Wozu gibt es denn das Vogtland? Politisch mag es zum Freistaat gehören, mundartlich ist es Autonomiegebiet. „Kann schinn’rn Baam gippt’s, wie dann Vuglbärbaam. As wärd a su lächt nett ann schinn’rn Baam gahm...“, trällert man dort etwa. Trotz Sprachbarriere war diese Ode an den Vogelbeerbaum, alias Eberesche, vor hundert Jahren überregional ein Gassenhauer. Vornehmer formulierten die Lyriker, meinten aber dasselbe: Ein Wäldchen zu besitzen, „von flammenden Bäumen, an denen die Koralle wächst“, wünschte sich Else Lasker-Schüler. Und Gottfried Benn sinnierte von „Ebereschen – noch nicht ganz rot, von jenem Farbton, wo sie sich entwickeln, zu Nachglut, Vogelbeere, Herbst und Tod“. Mehr als 150 Kosenamen hat die Vogelbeere – von Aberesche bis Zappiepenboom.

Aberesche klingt wohl nicht ganz zufällig nach Aberglaube. Bauern „quickten“ (peitschten) zur Walpurgisnacht ihre Kälber mit Ruten der Eberesche. Das sollte ungebetene Geister bannen. Vor Blitzeinschlag oder Drachenanflug schützten ihre Zweige das Haus. Und von Kinder segen über Freude bis Schönheit gab es im Volksglauben fast nichts Gutes, wofür die Vogelbeere nicht stand. Das Kernobstgewächs mit den winzigen, scharlachroten Apfelfrüchten ist ein mythologischer Tiefwurzler. Bereits in der Bronzezeit legte man Toten seine Äste ins Grab. Keltische Druiden schnitzten Zauberstäbe aus seinem Holz. Und die Nordgermanen weihten die Eberesche Thor. Sie soll dem Donnergott ihre Zweige gereicht haben, als ein Fluss ihn fortriss.

Aus der Luft gegriffen ist die heidnische Verehrung der Vogelbeere ganz und gar nicht. Rettete sie doch oft genug nicht nur Göttern, sondern auch Menschen das Leben. In Notzeiten dämpften ihre Früchte – in den Wäldern gepflückt – den Hunger der Elenden, weshalb Karl der Große und fast tausend Jahre später auch Maria Theresia ihre Anpflanzung per Dekret anwiesen. Auch für ihre Heilkraft war die Vogelbeere berühmt. Ihres Vitamin-C-Gehalts wegen war sie ein probates Mittel etwa gegen Skorbut und trug noch im Zweiten Weltkrieg den Beinamen Zitrone des Nordens.

Was ihrem Ruf seither widerfahren ist, lässt sich nur vermuten. Ist das Wirtschaftswunder mit seiner Fülle leibhaftiger Zitrusfrüchte in den Obstauslagen schuld? Die Angst um Kleinkinder auf kulinarischer Spielplatzsafari? Festgehalten sei, dass die Vogelbeere im Gegensatz zur Tollkirsche harmlos ist, sofern man sie nicht eimerweise roh verspeist. Und dies dürfte kaum gelingen, weil ihre leicht giftige Parasorbinsäure bitter schmeckt. Der erste Frost und die Hitze des Herds verwandeln sie in süßliche Sorbinsäure und geben ihr ein Aroma, das an Preiselbeeren erinnert. Herbstkonfitüren mit milden Früchten verleiht sie Charakter. Im Chutney mit Zwiebeln und Chili ergänzt sie reifen Weichkäse. Und als Digestif mundet ein sorgsam destillierter Vogelbeergeist mit dem beglückenden Aroma von Marzipan.

Zugegeben, die Eberesche hat eine tödliche Seite. Viele Vogelarten teilen die Leidenschaft der Schnapsbrenner für die leuchtende Frucht. Ihr lateinischer Namenszusatz aucuparia setzt sich aus Vogel (avis) und fangen (capere) zusammen – Souvenir einer Zeit, als Amsel und Drossel fliegende Delikatessen waren und die Vogelbeere als Köder fungierte. Heute schätzt man sie für andere Qualitäten: Im Erzgebirge, unweit des Vogtlands, trotzt sie dem Dreck der böhmischen Industrie wie kein zweiter Baum. Und sie versüßt die Völkerverständigung in Gestalt des Jarcebinka. Der tschechische Ebereschenlikör ölt die Stimmbänder: Singeklub statt Singvogelragout. Prost und na zdraví auf den Vuglbärbaam!

HELLES VOGELBEER-CHUTNEY VON HENNE & OTTO

ZUTATEN FÜR ETWA ZWEI LITER
1 kg Stücke von säuerlichen Äpfeln, mit Schale
500 g Zwiebeln
500 g Staudensellerie mit Grün
250 g Vogelbeeren
½ l Apfelessig
1 Stück frischer Ingwer, ca. 3 cm lang
1 frische rote Chilischote
3 EL Senfsamen
ca. 500 g brauner Zucker
ca. 1 EL Salz

ZUBEREITUNG
1. Zwiebeln und Sellerie putzen und in Stücke schneiden. Selleriegrün extra fein hacken und beiseitestellen.
2. Apfel-, Zwiebel- und Selleriestuücke sowie 150 g Vogelbeeren in einem Kochtopf mit dem Essig übergießen.
3. Ingwer schälen und fein hacken, Chili sehr fein hacken, ggf. mit Handschuhen.
4. Ingwer, Chili und Senfsamen in den Topf geben. Mit Deckel ca. 20 Min. kochen, bis der Sellerie bissfest ist.
5. Zucker, Selleriegrün und 100 g Vogelbeeren zugeben. Ohne Deckel unter Rühren ½ bis 1 Stunde köcheln lassen, bis der Zucker aufgelöst und ein Großteil der Flüssigkeit
verdampft ist.
6. Mit Salz abschmecken.
7. Sofort in saubere Schraubgläser füllen und mind. 5 Min. kopfüber stehen lassen.

TIPP
Mindestens drei Wochen ziehen lassen, damit die Gewürze den vollen Geschmack entfalten. Zu fruchtig-pikantem Chutney empfehlen Katharina Henne und Lore Otto Baguette

À la Saison

Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

(Malus domestica)

Ohne ihn säßen wir noch im Paradies. Doch wir sollten Eva nicht gram sein. Den Apfel durften wir beim Auszug ja mitnehmen. Und der schmeckt einfach paradiesisch.

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Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

Beginnen wir ausnahmsweise bei Adam, Eva und dem Baum der Erkenntnis. Dass dieser ein Apfelbaum gewesen sein soll, steht in der Bibel nirgends. Doch die Selbstverständlichkeit, mit der aus dem Wort „Frucht“ im Lauf der Jahrtausende „Apfel“ wurde, zeigt, dass dieser die Frucht schlechthin ist. Es gibt kein wichtigeres Kulturobst. Vom goldenen Zankapfel in Homers Ilias bis zum Reichsapfel als Emblem kaiserlicher Macht, von Martin Luthers Versprechen, im Angesicht des Weltuntergangs ein Apfelbäumchen zu pflanzen bis zu Schneewittchens Biss in ein vergiftetes Exemplar, von Wilhelm Tells Armbrustakrobatik bis zu Isaac Newtons von Fallobst inspiriertem Schwerkraft-gesetz, von René Magrittes Granny Smiths bis zu den Apple Records der Beatles und schließlich zum globalen Siegeszug als Firmenlogo einer kalifornischen Computermarke – ist die abendländische Geschichte ein gewaltiger Apfelstrudel. Unmöglich, sie ganz zu erzählen.

Dabei ist die Paradiesfrucht noch weit älter als das Alte Testament. Lange ging man davon aus, dass die ersten Äpfel um 3000 vor Christus im Baltikum wuchsen. Mithilfe von DNA-Analysen fanden Oxford-Forscher vor zehn Jahren jedoch heraus, dass Malus domestica seinen Ursprung wohl in Zentralasien hat. Sie fanden seinen Vorfahren, den Asiatischen Wildapfel, an den Hängen des Tienschan im Norden Chinas. Vielleicht schmecken Äpfel aus kühlerem Klima deshalb so gut.

Schon die Germanen machten daraus Mus und Met. Wie die Frucht nach Europa gekommen war, ist unklar. Der Ruf eines wundervollen Heilmittels eilte ihr voraus. Das englische Sprichwort An apple a day keeps the doctor away ist so berühmt, dass es sogar jenseits der anglophonen Welt oft unübersetzt zur Anwendung kommt. In vielen Fällen notgedrungen – wie Max Goldt einst mit dem Versuch deutlich machte, die Sentenz ins Deutsche zu übertragen. Das Resultat „Ein Apfel am Tag und der Arzt fährt nach Prag“ entschuldigte er mit der Bemerkung, es sei erstaunlich, wie wenige Wörter sich auf Tag reimten. Immerhin erlaube das dem Mediziner eine sicher wohlverdiente Städtereise. Experten sagen übrigens, dass ein Apfel am Tag zwar keine Garantie ist, den Arzt dauerhaft an die Moldau zu verabschieden. Doch die Chancen stehen nicht schlecht –
so viel Gutes enthält die Frucht, vor allem Pektin, Vitamin C und Flavonoide.

Der wichtigste Grund für die Aura des Apfels, der schon Eva verfiel, ist natürlich sein Geschmack. Er hat eine aromatische Bandbreite von Zitronen- über Erdbeer- bis hin zu Walnussnoten. Abseits der fünf, sechs globalen Handelsmarken sorgen alte würzige Varietäten für Küchenglück. Interessanter als in Klassikern mit Kuchenteig, Zimt und Nelken verhält der Apfel sich zu den erdigen Komponenten von Wildbret, Blutwurst oder Roter Bete. Apfelsoße kontrastiert auf der Zunge perfekt zum Fett gegrillter Makrele. Und was wären Kohlsalat oder Rotkohl ohne die süße Säure? Zu Hartkäse mit roher Zwiebel passt das Kernobst ebenso wie zu Nüssen und dunklen Beeren. Unschlagbar ist es in Kombination mit Beifuß als Füllung der Weihnachtsgans.

Aber noch ist Sommer, die Ernte beginnt gerade erst. Bis der letzte Cox gepflückt ist, vergehen noch Monate. Die Frucht schlechtin ist – streng botanisch gesehen – übrigens eine Scheinfrucht! Niemand entlarvt das Blendwerk eleganter als die 2004 in Leipzig gegründete Satire-Organisation Front Deutscher Äpfel. Die FDÄ parodiert rechtsextreme Parteien und spielte mit der Wahl ihres Namens auf den damaligen NPD-Vorsitzenden Holger Apfel an. Die Künstler und Aktivisten agitieren gegen eine Überfremdung des deutschen Obstbestands und fordern: „Südfrüchte raus!“ Jemand sollte ihnen sagen, dass auch der Apfel ein Ausländer ist. 

Frisch vom Baum gibt's Äpfel ab Septemberl

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

APFEL-KARTOFFEL-PUFFER MIT SAUERRAHM UND ZIMT VON MELISSA CLARK

ZUTATEN FÜR 18 PUFFER
6 EL Sauerrahm oder griechischer Joghurt
¼ TL gemahlener Zimt
¼ TL Ahornsirup
2 Äpfel, geschält und entkernt
1 große mehlig kochende Kartoffel
1 mittelgroße geschälte Zwiebel
75 g Mehl
3 große Eier
2 TL grobkörniges Natursalz
1 ¼ TL Backpulver
½ TL schwarzer Pfeffer
Olivenöl zum Braten

ZUBEREITUNG
1. Sauerrahm oder Joghurt mit Zimt und Sirup in einem Schälchen verquirlen. Abdecken und kalt stellen.
2. Äpfel, Kartoffel und Zwiebel grob reiben. Die Masse in einem sauberen Geschirrtuch auswringen. Je weniger Flüssigkeit übrig bleibt, desto krosser werden die Puffer.
3. Die Masse in eine große Schüssel geben. Mehl, Eier, Salz, Backpulver und Pfeffer untermischen, bis das Mehl im Pufferteig gebunden ist.
4. Öl in einer Pfanne mit schwerem Boden erhitzen und 3-4 gehäufte EL der Apfel-Kartoffel-Masse hineinsetzen. Mit dem Pfannenwender flach drücken.
5. Wenden, wenn die Ränder der Puffer braun und kross gebraten sind. Dann die andere Seite tiefbraun rösten. Zum Abtropfen auf einen Teller mit Küchenpapier legen.
6. So lange wiederholen, bis der Teig alle ist. Und die Puffer mit je einem Klecks Zimt-Sauerrahm servieren.

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DES BISSL KLIMAWANDEL ISS UNS WUASCHT: MIA MACHEN WINTER!

- 1450 Schneekanonen
- 5 km2 beschneite Pisten
- Lifte für 300.000 Touristen/Stunde
- Flughafenshuttle

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Ich bin verwirrt. Klimawandel? Saure Meere? Sterbende Riffe? Nie gehört. Und was um Himmels Willen haben Flugzeuge damit zu tun? Die Antwort findet Dorie auf greenpeace-magazin.de/dorie

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Und die Skrupellosigkeit meines Beraters. 
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Kohleschlote? Atomwaffensilos? Keine Ahnung. Wir lassen Gras über die Sachen wachsen.

 

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb, selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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