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Mi, 2016-07-27 14:04
Leipzig (dpa)

Leipziger Tapirbulle soll in Frankreich für Nachwuchs sorgen

Leipzig (dpa) - Der Schabrackentapirbulle Kedua aus dem Leipziger Zoo soll in Frankreich für Tapirnachwuchs sorgen. Das im September 2014 in Leipzig geborene Tier sei am Mittwochmorgen wohlbehalten im Zoo von Lisieux in der Normandie angekommen, teilte der Leipziger Zoo mit. Er werde dort auf die Tapirdamen Indira und Tumpat treffen. Die Abgabe an den französischen Zoo erfolgte den Angaben zufolge auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms. Schabrackentapire gelten laut der Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet.

Kedua war unmittelbar vor der Geburt seines Bruders Ketiga, der im Juni zur Welt kam, mit einem Kistentraining auf die Reise vorbereitet worden. Unterdessen entwickelt sich Ketiga den Angaben nach prächtig und genießt das tägliche Bad mit seiner Mutter Laila. Vater Copasih beobachtet die Szenerie aus dem Nachbargehege. Schabrackentapire kommen nur während der Paarungszeit zusammen.

Mi, 2016-07-27 14:41
Warschau (dpa)

Der Streit um das polnische Verfassungsgericht

Warschau (dpa) - Für die Kritiker geht es um mehr als «nur» das polnische Verfassungsgericht - eine Säule des Rechtsstaats, so warnen sie, sei durch die Justizreform im vergangenen Dezember ins Wanken geraten. Die nationalkonservative Regierung versuchte, mit einer Nachbesserung des umstrittenen Gesetzes den Streit mit der EU-Kommission und das Verfahren zum Schutz der Rechtsstaatlichkeit in Polen zu entschärfen. Präsident Andrzej Duda muss das Gesetz noch unterzeichnen, das im Parlament unmittelbar vor dem Warschauer Nato-Gipfel Anfang Juli zur Abstimmung kam.

Anders als im vergangenen Dezember beschlossenen ursprünglichen Gesetzestext ist für gültige Gerichtsentscheidungen nicht mehr eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Richter nötig. Doch nach wie vor müssen Klagen chronologisch und nicht nach ihrer von den Richtern eingeschätzten Bedeutung behandelt werden. Das umstrittene Mediengesetz und die von Menschenrechtsgruppen kritisierten Polizei- und Antiterrorgesetze kämen danach wohl erst in Jahren zur Sprache. Mehr als 40 Änderungsvorschläge der Opposition wurden abgelehnt.

Für Opposition und Kritiker der Regierung ist die Neufassung des Gesetzes daher rein kosmetisch. Sie fürchten, dass das Verfassungsgericht in seiner Arbeit gelähmt ist. Auch US-Präsident Barack Obama kritisierte die Beschneidung des Tribunals während seines Besuchs in Warschau.

Das Verfassungsgericht selbst hatte die Justizreform im März für verfassungswidrig erklärt. Die Regierung erkennt das Urteil jedoch nicht an und hat es bisher - ebenso wie andere Urteile des Gerichts - nicht veröffentlicht.

Mi, 2016-07-27 14:59
Berlin (dpa)

Bahn-Bilanz mit Licht und Schatten - Fahrgastrekord im Fernverkehr

Bei der Bahn läuft es wieder etwas besser: Im Fernverkehr kann sie auch dank ihrer Sonderangebote Fahrgäste hinzugewinnen. In anderen Sparten hat sie noch einige Aufgaben zu bewältigen - und auch bei der Sicherheit will sie aufrüsten.

Berlin (dpa) - Mit ICE und Intercity der Deutschen Bahn sind im ersten Halbjahr so viele Fahrgäste gefahren wie noch nie. Die Zwischenbilanz des Konzerns nach den ersten sechs Monaten fällt aber insgesamt gemischt aus. Die Bahn steigerte ihren Gewinn deutlich, der Umsatz stagnierte hingegegen. Die Quote pünktlicher Züge im Fernverkehr solle noch 2016 auf über 80 Prozent steigen, kündigte Vorstandschef Rüdiger Grube am Mittwoch in Berlin an. Im ersten Halbjahr lag sie wegen vieler Baustellen nur bei 78,4 Prozent.

Mehr Personal soll nach den jüngsten Gewalttaten in Bayern die Sicherheit in Zügen und auf Bahnhöfen erhöhen. Die Zahl der Sicherheitsleute wird in den nächsten Jahren um etwa 500 auf 4200 aufgestockt. Einer der Angriffe, eine Attacke mit einer Axt, hatte sich in einem Zug bei Würzburg ereignet. Derzeit sind etwa 3700 Bahn-Sicherheitsleute und 5000 Beamte der Bundespolizei im Einsatz.

Dem bundeseigenen Unternehmen machte im ersten Halbjahr der Wettbewerb sowohl im Personen- wie im Güterverkehr zu schaffen, wie Bahnchef Grube sagte. Gut lief das Geschäft mit dem Schienennetz und bei der Tochter DB Arriva, die im europäischen Ausland Busse und Bahnen betreibt. Die kriselnde Güterbahn DB Cargo büßte im ersten Halbjahr Umsatz ein, konnte aber ihren Verlust verringern.

Der Konzern steigerte den Umsatz in den ersten sechs Monaten insgesamt um 0,2 Prozent auf 20,03 Milliarden Euro. Unterm Strich lag der Gewinn bei 603 Millionen Euro nach 391 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Im Fernverkehr mit ICE und Intercity stieg die Zahl der Fahrten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 um 10,6 Prozent auf 66,7 Millionen. Grube sprach von «ersten wirtschaftlichen Erfolgen» des vor einem Jahr begonnenen Konzernumbaus. Zur Rekord-Fahrtenzahl trug nach Bahnangaben bei, dass seit dem Winter die Neubaustrecke Erfurt-Halle/Leipzig in Betrieb ist. Zudem wurden mehr Fahrkarten mit Sonderangeboten verkauft: 2,3 Millionen «Sparpreis»-Tickets waren es im ersten Halbjahr, knapp sechs Prozent aller Fahrscheine, wie Grube sagte. Anders als im Vorjahr gab es keinen Streik.

Der Umsatz im Fernverkehr wuchs um 90 Millionen Euro oder 4,7 Prozent auf rund 2 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit, ohne Sonderfaktoren) sank jedoch um 3 Millionen Euro oder 5,3 Prozent auf 54 Millionen Euro. Finanzvorstand Richard Lutz begründete dies mit steigenden Kosten bei Bahnstrom, Personal und Trassengebühren. Im Regionalverkehr verlor die Bahn weiter Marktanteile: Dort sank ihre Verkehrsleistung um 3,3 Prozent. Der Umsatz blieb stabil, das Betriebsergebnis ging um 4,0 Prozent zurück.

Die Auslandstochter DB Arriva, die mit Bussen oder Bahnen in 14 europäischen Ländern unterwegs ist, steigerte ihre Fahrgastzahlen um 4,9 Prozent. Deren Börsengang ist weiterhin geplant, nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der EU könnte das aber schwieriger werden. Für eine Aussage dazu sei es «noch zu früh», betonte Grube. «Klar ist aber: Wir werden nichts Unvernünftiges tun. Wir werden keine Werte vernichten.» Ende des Jahres will der Vorstand dem Aufsichtsrat ein Konzept für einer Minderheitsbeteiligung an den Töchtern DB Arriva und DB Schenker vorlegen.

Mi, 2016-07-27 15:01
Gent (dpa)

Belgische Forscher lassen Bier aus Urin brauen

Igitt: Bier aus Urin? Im belgischen Gent sind sie da dran. Ein Professor lässt Festivalbesucher im Namen der Wissenschaft pinkeln. Der Mann hat Erfahrung mit ungewöhnlichem Bier.

Gent (dpa) - Belgische Forscher wollen aus Urin Bier brauen lassen. Sie baten Besucher eines Festivals, in ein spezielles Pissoir zu pinkeln, wie Wasserexperte Arne Verliefde von der Universität Gent am Mittwoch der dpa erklärte. Die Wissenschaftler testeten dabei ein Verfahren, um Düngerstoffe und Trinkwasser aus Urin zu filtern. Hauptziel des Projektes ist es, billigen Dünger für Entwicklungsländer herzustellen.

Unter dem Motto «Pinkeln für die Wissenschaft» hatten die Wissenschaftler rund 1000 Liter Urin gesammelt. Daraus waren mit einer speziellen Anlage Stickstoff, Kalium und Phosphor gefiltert und rund 950 Liter Trinkwasser gewonnen worden. Nach der Prüfung durch staatliche Labore soll das Wasser zum Brauen eines Spezialbieres genutzt werden.

Das Pinkel-Bier soll Vorurteile überwinden, sagte Verliefde. «Ich weiß, dass viele das eklig finden.» Dabei sind doch gerade die Belgier für ihre Bier-Tradition bekannt - und jetzt ein Bier aus Urin? «Hier machen wir Witze, dass die Niederländer das schon seit Jahrhunderten tun», sagte Verliefde.

Trinkwasser aus Urin sei aber geschmacksneutral und schadstofffrei. Gemeinsam mit der Genter Stadtbrauerei «De Wilde Brouwers» (Die wilden Brauer) haben die Forscher bereits aus geklärtem Abwasser Bier gebraut. «Das ist ein leckeres Bierchen», sagt der Wasserexperte.

Das Filterverfahren der Belgier soll in Entwicklungsländern eingesetzt werden. «Bauern dort haben oft keinen Zugang zu billigem Dünger», erklärte Verliefde. Aus 1000 Liter Urin könne man genug Dünger gewinnen, um 135 Kilogramm Mais zu produzieren. Um schnell eine große Menge Urin zu sammeln, sollten die Anlagen auf Festivals, bei Fußballspielen oder an Flughäfen aufgestellt werden.

An sich ist es technisch schon länger möglich, aus Urin Trinkwasser zu gewinnen, um beispielsweise Astronauten auf einer Raumstation zu versorgen.

Mi, 2016-07-27 14:05
Warschau/Stettin (dpa)

Seeadler an polnischer Ostsee aus Schlamm gerettet

Warschau/Stettin (dpa) - Tierschützer haben in einer langwierigen Aktion an der polnischen Ostsee einen Seeadler aus dem Schlamm gerettet. Der Greifvogel war in der Nähe der Stadt Swinoujscie (Swinemünde) steckengeblieben und aus eigener Kraft nicht mehr freigekommen, wie der Rundfunksender Radio Szczecin am Mittwoch berichtete. Die Helfer brauchten demnach mehrere Anläufe, um durch den dichten Matsch zu dem Vogel vorzudringen. Schließlich zog einer der Retter das Tier fest umklammert an Land. Dabei sei er mit einem Seil gesichert worden. Bei der Befreiungsaktion sei der Mann von dem verschreckten Seeadler leicht an Hand und Fuß verletzt worden.

Das verklebte Gefieder des Seeadlers wurde anschließend mit Wasser sauber gewaschen. Der Vogel werde in einem nahegelegenen Nationalpark freigelassen.

Der Seeadler gilt als größter Greifvogel Mitteleuropas. Er erreicht eine Flügelspannweite von 2,00 bis 2,45 Metern und kann bis zu 92 Zentimeter lang werden. Die Vögel fressen vor allem in der Brutzeit am liebsten Fisch, außerdem Wasservögel und kleine Säugetiere. Ihr Hauptverbreitungsgebiet in Mitteleuropa ist Nordostdeutschland und Polen.

Mi, 2016-07-27 14:42
Berlin (dpa)

Comedian Michael Mittermeier kritisiert Kollegen Mario Barth

Berlin (dpa) - Comedian Michael Mittermeier (50) hat seinem Komiker-Kollegen Mario Barth (43) nach einem umstrittenen Facebook-Post geraten, «die Fresse zu halten». Die harten Worte von Mittermeier sind die Reaktion auf einen öffentlichen Post von Barth am Tag des Amoklaufs von München, in dem sich der Komiker besorgt über die Ereignisse in Deutschland und Frankreich zeigte: «Erst Würzburg, jetzt München, vorher Nizza. Was kommt denn als nächstes??»

Der Berliner Comedian schrieb außerdem, es sei «immer schwieriger» zu äußern, wie man etwas empfinde, da man dann ein «Hetzer», ein «Angstverbreiter», ein «Natzi», ein «Publizist» oder ein «Idiot» sei. Barth wurde daraufhin im Netz nicht nur für seine fehlerhafte Rechtschreibung kritisiert, sondern vor allem für die inhaltliche Botschaft seines Posts.

Mittermeier bezeichnete Barths Äußerungen als «Best-Of-Besorgte-Bürger-Floskeln» und warf ihm «billige Stimmungsmache» vor. Auch für Innenminister Thomas de Maizière, den Barth ebenfalls kritisiert hatte, ergriff Mittermeier Partei. Barth reagierte auf die Kritik von seinem Comedy-Kollegen auf Facebook gelassen: «Ich finde Michael Mittermeier trotzdem gut.»

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Mi, 2016-07-27 14:08
Stockholm (dpa)

EU-Agentur: Europa muss mehr gegen Hepatitis tun

Stockholm (dpa) - Die EU-Gesundheitsagentur ECDC hat größere Anstrengungen im Kampf gegen von Viren ausgelöste Hepatitis angemahnt. Verbesserte Tests und Behandlungen seien nötig, hieß es beim Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) vor dem Welt-Hepatitis-Tag am Donnerstag. Zehn Millionen Menschen leben nach Schätzungen der Behörde in Europa mit chronischer Hepatitis B und C, die Leberschäden verursachen.

«Unsere Daten zeigen fortdauernde Übertragung von Hepatitis in Europa. Wenn wir diese Kette unterbrechen und weitere Infektionen verhindern wollen, müssen wir lokale Vorsorge- und Kontrollverfahren stärken», teilte die ECDC am Mittwoch in Stockholm mit. Es gebe mittlerweile sehr effektive Medikamente für Menschen mit Hepatitis B oder C. Allerdings müsse auch mehr getan werden, Patienten zu identifizieren, die unwissentlich infiziert seien. Bis 2030 wollen die ECDC und ihre Partner die weltweite Zahl von chronischer Hepatitis um 90 Prozent und die Sterberate um 65 Prozent reduzieren.

Mi, 2016-07-27 14:18
Göttingen (dpa)

«Wir werden keine Gesellschaft der Angst» Interview: Matthias Brunnert, dpa

Eine so schlimme Serie der Gewalt wie jetzt schien in Deutschland kaum vorstellbar. Kurzfristig dürften einige Menschen verängstigt reagieren. Auf längere Sicht bleibt Angstforscher Borwin Bandelow Optimist.

Göttingen (dpa) - Auch wenn Anschläge und andere Gewalttaten sich häufen: Der Angstforscher Borwin Bandelow erwartet, dass die meisten Menschen langfristig Ruhe bewahren. Die Attentate würden nicht zu einer «Gesellschaft der Angst» führen, sagte der Göttinger Arzt, Psychiater und Psychotherapeut der Deutschen Presse-Agentur.

Frage: Verändert eine Folge von Gewalttaten die Ängste innerhalb einer Gesellschaft?

Antwort: Ich glaube nicht, dass es zu dauerhaften Veränderungen kommen wird. Auch nach früheren Attentaten, bei denen auch Deutsche ums Leben gekommen sind, etwa in der Türkei oder in Tunesien, hat es sich gezeigt, dass die Bevölkerung sich nach einer gewissen Frist wieder beruhigt.

Frage: Wie lange dauert das?

Antwort: In der Regel etwa vier Wochen. Im Moment haben die Menschen wegen der dicht aufeinander folgenden Ereignisse allerdings gar keine Gelegenheit, sich wieder zu beruhigen.

Frage: Gibt es Menschen, die besonders ängstlich auf Anschläge reagieren?

Antwort: Bei Menschen, die unter einer generellen Angststörung leiden, kann sich die Angst verstärken. Die meisten Patienten, die bei uns in der Klinik behandelt werden, zeigen allerdings keine verstärkten Ängste nach solchen Attentaten. Sie haben eher Angst davor, sich bei einer Prüfung zu blamieren, mit dem Fahrstuhl zu fahren oder auf Partys zu gehen. Diese Ängste werden nach terroristischen Akten nicht stärker. Und es kommen derzeit jedenfalls nicht mehr Menschen in unsere Angst-Ambulanz als sonst.

Frage: Es gibt also keine generelle Zunahme der Angst?

Antwort: Man muss unterscheiden: Nach Attentaten nehmen weniger die Ängste zu als die Sorgen, die die Menschen sich machen. Wenn jemand mit einem langen Messer vor mir steht und mich erstechen will, habe ich Herzrasen, Schwindel und Schweißausbrüche. Also tatsächlich Angst-Symptome. Die habe ich nicht, wenn ich aus den Medien erfahre, dass es irgendwo einen Anschlag mit Toten und Verletzten gegeben hat, auch wenn der Tatort in Deutschland liegt. Dann hat man vielleicht ein mulmiges Gefühl im Magen. Das ist aber nicht dasselbe wie Angst.

Frage: Führen diese Sorgen zu einem geänderten Verhalten?

Antwort: Vielerorts wird in diesen Tagen überlegt, ob größere Veranstaltungen abgesagt werden. Die Menschen reagieren aber sehr unterschiedlich. Die einen sagen, jetzt gehe ich erst recht hin, um zu zeigen, dass ich mich nicht einschüchtern lasse und keine Angst habe. Andere sagen sich, ich gehe für ein paar Wochen nicht raus, weil ich keinen Spaß an Festen und Feiern habe. Im Gehirn gibt es zwei Zentren. Das eine sagt: Die statistische Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Terroranschlags zu werden, ist verschwindend gering. Das andere sagt: Ich habe trotzdem Angst, wenn im Bus oder der Straßenbahn ein Mann mit dunklem Bart sitzt. Dieses Angstsystem lässt sich nicht durch statistische Wahrscheinlichkeiten beeinflussen. Deswegen gibt es Menschen, die sich völlig irrational aus dem öffentlichen Leben zurückziehen.

Frage: Anschlagserien führen also doch zu Veränderungen?

Antwort: Manche Menschen werden wohl vorsichtiger. Im Prinzip weiß man aber auch nach den Erfahrungen aus Ländern wie dem Irak, in denen es fast täglich Anschläge gibt, dass die Menschen weiterhin auf den Markt gehen und einkaufen. Selbst wenn die Zahl der Anschläge hierzulande weiter zunehmen sollte, wird sich unsere Gesellschaft nicht zu ihrem Nachteil verändern. Wir werden jedenfalls keine Gesellschaft der Angst.

ZUR PERSON: Professor Borwin Bandelow ist Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Göttingen (Niedersachsen). Wissenschaftlicher Schwerpunkt des 64-Jährigen ist die Angstforschung. Bandelow hat dazu Bücher und Aufsätze veröffentlicht. Einem breiteren Publikum wurde er bekannt durch «Das Angstbuch».

Mi, 2016-07-27 14:21
Berlin (dpa)

Wenn die Angst keine Pause mehr bekommt Von Petra Kaminsky, dpa

Gewalt in Serie, Anschläge auch in der Provinz: Terror und Amok treffen uns zwar nicht unerwartet. Aber die Seele der Nation scheint angefasst. Ein Streifzug zwischen Fakten und Gefühlen.

Berlin (dpa) - Eigentlich möchten die meisten Menschen gerne auf der sicheren Seite leben. Doch gerade schwindet das Gefühl dafür, wo diese sichere Seite liegt. Paris, Orlando, Nizza, Würzburg, München, Ansbach - die Namen der Städte stehen für Anschläge, die wie eine schlimme Serie wirken. Nicht wie eine zufällige Häufung. Ausbrüche einer unheimlichen Gewalt, die näher an unseren Alltag rückt.

Seien es Amokläufer wie in München, islamistische Fanatiker oder psychisch kranke Täter: Unsicherheit schürt Angst, sagen Experten. Oder zumindest Sorge. «Seit Ansbach weiß man, dass in der Provinz auch jederzeit was passieren kann», beschreibt eine Frau, die nach zehn Jahren aus der Millionenstadt Köln ins Allgäu zurückzieht, ihre Stimmung.

Ähnliche Sätze fallen gerade überall. Nah an den bayerischen Tatorten, aber auch Hunderte Kilometer entfernt. Im ICE in Norddeutschland wird eine Reisende nervös, weil ihr Gegenüber zu lange auf die Toilette entschwindet. Sein Rucksack steht neben dem Sitz. Horrorbilder rasen durch den Kopf: In Ansbach wollte ein 27-jähriger Syrer mit einer Bombe im Rucksack auf ein Konzertgelände.

Fahrgäste einer Regionalbahn von Ochsenfurt nach Würzburg, in der ein 17-jähriger Flüchtling mit einer Axt auf Menschen losging, meinen: Gewalttäter könnten überall zuschlagen, machen könne der Einzelne eh nichts dagegen.

Polizisten patrouillieren in der Hochphase der Unsicherheit verstärkt an großen Bahnhöfen. Nun schützen sie auch den Start der Bayreuther Opernfestspiele: mit Spürhunden und Absperrgittern. Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg kündigt an, dass Wachleute bei Pop-Events schärfer filzen werden. Besucher sollten Rucksäcke und Helme zu Hause lassen. Vom Heavy-Metal-Spektakel Wacken Open Air im Norden bis zum Bierzelt-Vergnügen beim Oktoberfest in München - das Feiern erhält einen unheimlichen Rahmen.

Und wie geht es weiter mit der Angst? Und mit dem Mehr an Schutzmaßnahmen, die nach dem Urteil vieler Experten nie 100 Prozent Sicherheit bringen? Der Angstforscher Borwin Bandelow beurteilt die Seelenlage der Nation trotz allem durchaus optimistisch: «Selbst wenn die Zahl der Anschläge hierzulande weiter zunehmen sollte, wird sich unsere Gesellschaft nicht zu ihrem Nachteil verändern. Wir werden jedenfalls keine Gesellschaft der Angst», sagt er.

Bei überbordender Angst und Unsicherheit halten viele Fachleute ein Gegenmittel für besonders hilfreich: Wissen. Nicht nur über Ursachen von Amoktaten Einzelner und politischen Terror des Islamischen Staates (IS). Sondern das Wissen über Ängste und wirkliche Lebensrisiken. Und etwas Gelassenheit.

1.) DER SCHRECKEN TRIFFT UNS NICHT UNVORBEREITET

Völlig unerwartet trifft die Gewaltwelle die wenigsten. Schon nach den Anschlägen in Frankreich und Belgien 2015/16 gab es Spuren der islamistischen Mörder zu uns. In Istanbul zündete im Januar ein IS-Angreifer eine Bombe in einer deutschen Reisegruppe. Zwölf von ihnen starben. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagt seit Monaten im Fernsehen Sätze wie: «Die Gefährdungslage war und ist hoch.» Im November 2015, nach den IS-Attentaten in Paris mit 130 Toten, formulierte der CDU-Politiker: «Deutschland steht unverändert im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus.» Und in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben schon im vergangenen Dezember zwei Drittel der Befragten zu Protokoll: Sie rechneten für 2016 mit einer IS-Attacke in ihrem Land.

Zugleich notierten Trendforscher, dass viele Leute sich ins Private zurückzögen. Freunde und Familie stünden hoch im Kurs. Sie interpretierten das als Reaktion auf steigende Verunsicherung durch Terrorismus und die Ankunft von rund einer Million Flüchtlingen und Migranten. Das Ziel: Abschirmen gegen Übermächtiges, das von außen die Geborgenheit bedroht. «Die «German Angst» kommt wieder», fasste Horst W. Opaschowski seine Erkenntnisse zusammen.

2.) UNGEWÖHNLICH SCHNELLE FOLGE STEIGERT FURCHT 

Zum Umgang mit Risiken gehört es durchaus, nicht ständig dran zu denken: «Bei vielen tritt ein Verdrängungseffekt ein. Man versucht, sein eigenes Leben weiterzuleben», erläutert Michael Krämer, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen. «Aber wenn ein bedrohliches Ereignis auf das andere folgt, so wie wir das jetzt erlebt haben, wird es natürlich schwierig mit dem Verdrängen. Dann werden Terror und Gewalt immer wieder neu ins Bewusstsein gehoben.» Mit anderen Worten: Das Verdrängen hat Grenzen.

Ähnlich sieht es der Kriminalpsychologe Rudolf Egg: «Nizza und Würzburg, aber auch Orlando und der Putschversuch in der Türkei: Es ist eine Kette von schlimmen Ereignissen, die sich in das Bewusstsein der Menschen eingeprägt haben.» Selbst Dinge, die nichts miteinander zu tun hätten, würden sich im Kopf mischen.

3.) ANGST HAT IRRATIONALE ANTEILE

Ohnehin sind Furcht und Dünnhäutigkeit nicht immer rational begründet - also von Zahlen und Fakten untermauert. Im Gegenteil. Risikoforscher Ortwin Renn wird nicht müde zu erklären, warum sich viele vor dem Falschen fürchten. Etwa vor einem Flugzeugabsturz - der selten und unwahrscheinlich ist. Aber weniger vor einer Autofahrt, obwohl im Straßenverkehr in Deutschland 2015 mehr als 3450 Menschen starben. Weltweit kommen sogar mehr als eine Million Menschen jährlich im Verkehr ums Leben.

Ungesunde Essgewohnheiten, zu viel Fett und Zucker, rutschen trotz hohen Gesundheitsrisikos und Krebsgefahren als kleine Sünden durch. Gewitter und Blitz dagegen lassen viele Leute zittern. Dabei rechnet Renn pro Jahr mit etwa sieben Toten durch Blitze hierzulande.

Und die Terrorangst? «Statistiken kann man nur über Zeiträume berechnen und nicht auf der Basis von Einzelfällen hochrechnen», stellt Renn, wissenschaftlicher Direktor am Institut for Advanced Sustainability Studies in Potsdam, klar. «Wenn man die letzten 20 Jahre als Vergleichsmaßstab nimmt, hat man in ganz Europa 48 Terror-Tote pro Jahr, in Deutschland war es bislang nicht einmal einer. Da schlagen sich vor allem die zehn Morde des rechtsextremen NSU nieder. Auch wenn man den Anschlag von München nun dort einordnen würde, liegen wir immer noch weit unter den Zahlen anderer Länder.»

Professor Günther Schlee vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle an der Saale verweist ebenfalls auf Wahrscheinlichkeiten: «Denn rein statistisch gesehen, so beunruhigend die aktuelle Situation auch ist, ist es sehr viel wahrscheinlicher durch einen Unfall auf der Straße ums Leben zu kommen als durch eine Gewehrkugel oder Bombe.»

4.) WIE DAS GEHIRN GEFAHR VERARBEITET

Diese Widersprüche lassen sich auch mit dem Aufbau unseres Gehirns erklären. Dort verarbeitet derselbe Mensch bedrohliche Ereignisse an unterschiedlichen Stellen auf unterschiedliche Art. Einmal rational und einmal emotional. Und zum Teil ist es auch eine Typfrage, welche Seite dominiert.

Angstforscher Professor Bandelow erläutert: «Im Gehirn gibt es zwei Zentren. Das eine sagt: Die statistische Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Terroranschlags zu werden, ist verschwindend gering. Das andere sagt: Ich habe trotzdem Angst, wenn im Bus oder der Straßenbahn ein Mann mit dunklem Bart sitzt.» Und dieses «Angstsystem» lasse sich nicht von Zahlen und Wahrscheinlichkeiten beeinflussen. «Deswegen gibt es Menschen, die sich völlig irrational aus dem öffentlichen Leben zurückziehen.»

Wir überschätzen in der Regel Risiken von Ereignissen, die für uns persönlich kaum zu kontrollieren sind - wie eben Amok und Terror. Wir spielen dagegen Risiken herunter, wo wir uns als Herr oder Frau der Lage wähnen. Das gilt, wenn wir ein Fahrrad gegen die Richtung in die Einbahnstraße steuern ebenso wie für Hausarbeit. Und das, obwohl die Statistiker hierzulande im Jahr rund 9000 Tote bei Unfällen im Haushalt zählen.

5.) ZUR ANGST GEHÖREN AUF UND AB

Grundsätzlich stellen Experten heraus: Neue, noch unbekannte Gefahren erschrecken uns besonders. Unsichtbares, Vages, Fremdes - wie Strahlung, große Finanzkrisen und Ebola-Viren - verängstigen manche rasch. Experten klagen über wahre Panikwellen, die von aufgeregten Berichten in klassischen Medien und sozialen Netzwerken befeuert werden.

Risiken, die weit entfernt oder zu komplex wirken, schieben Menschen so lange wie möglich beiseite - wie Gefahren durch Armut und Hunger in der Welt. Einzelereignisse wiederum, bei denen viele gleichzeitig sterben, können sich schlagartig einbrennen.

Wenn ein Ereignis längere Zeit zurückliegt, nimmt die Angst meist wieder ab. Der Göttinger Forscher Bandelow rechnet mit vier Wochen. Aktuell gönnt die Realität dem Gehirn wenig Pausen. «Im Moment haben die Menschen wegen der dicht aufeinander folgenden Ereignisse allerdings gar keine Gelegenheit, sich wieder zu beruhigen», resümiert er.

6.) AUCH FLÜCHTLINGE HABEN ANGST

Besonders schwer zu fassen scheint ein Punkt: Viele Männer, Frauen und Kinder aus Syrien, Afghanistan und dem Irak fliehen vor Krieg und Terror. Zugleich sind es auch einige Menschen aus diesen Herkunftsstaaten, die in Europa zu Gewalttätern werden.

Die Zahlen, mit denen Risikoforscher wie Ortwin Renn argumentieren, helfen wohl nur bedingt gegen das Unverständnis. 99,9 Prozent suchten Frieden, sagt er. Aber die wenigen politisch Fanatisierten, die gebe es eben auch. Und die Traumatisierten, die mit schlummernden Aggressionen ankommen. «Das ist ein Potenzial an Gewaltbereitschaft, das wahrscheinlich höher ist, als wenn man eine gleich große Gruppe Deutscher zum Vergleich heranziehen würde», sagt er.

Am Tatort in Ansbach demonstrierten Asylbewerber kurz nach dem Anschlag, der 15 Menschen verletzte, für Akzeptanz. Auf ihren Schildern standen Dinge wie «Wir liefen vom Mord weg, weil wir friedlich leben wollen». Die Deutschlehrerin Franziska Schmidt berichtet, dass die Flüchtlinge Angst hätten: «Sie kommen zu spät zum Deutschkurs oder gar nicht, weil sie Angst haben, auf der Straße angegriffen zu werden.» Im Kurs habe man darüber gesprochen, wie man der Angst auf beiden Seiten begegnen könne.

7.) WAS GEGEN ZU VIEL ANGST HILFT

Sich offen und ehrlich Austauschen über die Sorgen und Befürchtungen, das raten auch Angst-Experten. Den Einzelnen ebenso wie der Gesellschaft. «Ein guter Rat ist sicher, sich nicht in die Angst hineinzustürzen und sich zurückzuziehen. Sondern stattdessen mit anderen darüber zu reden. Es aussprechen, den Kontakt zu anderen suchen - ein solcher Austausch hilft in den meisten Fällen», sagt der Psychologe Michael Krämer. Sich einschüchtern zu lassen, sei der falsche Weg. Lieber auf die Straße gehen, demonstrieren und zeigen, dass der Alltag nicht zum Erliegen kommt. «Auch das hilft, weil aus der Angst heraus dann eine Handlung abgeleitet wird, die im Gemeinschaftserlebnis Stärke zeigt.»

Unter Mitarbeit von: Petra Buch, Matthias Brunnert, Christoph Driessen, Klaus Peters, Teresa Tropf, Ulrike von Leszczynski.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

Außerdem Interessant

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Mi, 2016-07-27 14:42
Berlin (dpa)

«Man kann das Wohlstandsfett nicht einfach wegoperieren» Von Ruppert Mayr, dpa

Wenn die Beine die Last des Körpers nicht mehr tragen wollen - beim Treppen steigen, beim Gang vom Wohnzimmer in die Küche, beim einkaufen. Hilft dann vielleicht eine Magenverkleinerung?

Berlin (dpa) - Der Mexikaner Manuel Uribe war mit fast 600 Kilo einst der schwerste Mensch der Welt. Er war jahrelang ans Bett gefesselt, weil er im wahrsten Sinn des Wortes nicht mehr auf die Beine kam. Sicherlich ein Extremfall. Doch auch Menschen mit weit weniger als der Hälfte dieses Gewichts leiden unter vielfältigen gesundheitlichen und sozialen Konsequenzen. Ihre Zahl nimmt zu, vor allem in den Industrieländern. Darunter sind auch viele junge Menschen. Kann eine Magenverkleinerung neue Hoffnung geben? Die gesetzliche Krankenkasse Barmer GEK warnt davor.

Lassen sich schon viele Menschen den Magen verkleinern?

Bisher nicht, sagt der Report Krankenhaus 2016. Aber die Tendenz bereite Sorgen, sagt Barmer GEK-Chef Christoph Straub. Von 2006 bis 2014 habe sich die Zahl allein bei den eigenen Versicherten von 167 auf 1070 Fälle jährlich mehr als versechsfacht. Die gesetzliche Krankenversicherung insgesamt verzeichnete 9225 Fälle - und damit fünfmal so viele wie noch 2006.

Wo sind die Gefahren, wo die Vorteile?

Eine Magenverkleinerung sei alles andere als harmlos. Es sei vielmehr ein schwerer, nicht rückgängig zu machender Eingriff in einen an sich funktionierenden Körper, sagt Straub, der selbst Arzt ist. Kurzfristig steige auch das Sterberisiko.

Es gibt aber auch gute Nachrichten. Betroffene müssen seltener wegen Altersdiabetes, Schlafstörungen und Bluthochdruck im Krankenhaus behandelt werden. Zudem stieg die Anzahl der Geburten um 20 Fälle je 1000 Eingriffe im Vergleich zu schwer Fettleibigen, die konventionell behandelt wurden.

Was wird operiert?

Es gibt zwei wesentliche Methoden, den Magen zu verkleinern und damit ein früheres Sättigungsgefühl zu erreichen:

Schlauchmagen: Hier werden etwa 80 bis 90 Prozent des Magens entfernt, so dass nur ein schlauchartiger Rest erhalten bleibt. 2014 wurden 45 Prozent der Magenverkleinerungen auf diese Weise vorgenommen. Magenbypass: Bei diesem Eingriff wird ein Stück Magen abgetrennt und der Rest direkt mit einer Dünndarmschlinge verbunden. Dadurch können die Patienten weniger Nahrung aufnehmen. Zudem passiert der Speisebrei eine geringere Strecke im Dünndarm, wodurch weniger Nahrung verdaut werden kann. 46 Prozent der Verkleinerungen wurden so erreicht.

Wann wird operiert?

Das richtet sich im Prinzip nach dem sogenannten Body-Mass-Index (BMI). Dieser setzt Gewicht und Größe ins Verhältnis und zwar nach der Formel Gewicht (in kg) durch die Größe (in m) im Quadrat. Also bei einem Gewicht von 90 Kilo und einer Größe von 1,79 Meter ergäbe sich eine BMI von 28,9.

Eine Operation kommt ab einem BMI von 40 in Frage. Bei schwerwiegenden Begleiterkrankungen schon ab einem BMI von 35.

Wer sollte operieren?

Es gibt 350 Krankenhäuser in Deutschland, die eine solche OP anbieten, aber nur 44 sind zertifiziert, sind also ausreichend spezialisiert und haben genügend Erfahrung, um einen solchen Eingriff durchzuführen. Die Barmer GEK rät dringend dazu, nur solche Kliniken auszusuchen. Es gibt hier weniger Nebenwirkungen, weniger Komplikationen.

Übernimmt die Kasse die Kosten?

Ja, aber. Operation und Nachsorge seien grundsätzlich im Leistungskatalog der Kassen. Aber: Mit einer Magenverkleinerung allein sei es bei weitem nicht getan, warnt Straub. Die Menschen müssten erst lernen, mit dem «neuen Körper» umzugehen. Ein Schlauchmagen hilft wenig, wenn ein Betroffener danach wieder große Mengen Sprühsahne verspeist. Und ein Magenbypass könne einen lebensbedrohlichen Nährstoffmangel nach sich ziehen, weil die Enzyme im verkürzten Dünndarm kaum mehr Zeit hätten, die Nährstoffe zu spalten. Kliniken und niedergelassene Ärzte müssten deshalb gemeinsam vor Ort Nachsorgekonzepte entwickeln.

Grundsätzlich aber, sagt Straub, gelte nach wie vor: «Man kann auf dem Sofa nicht abnehmen.» Und: «Nur Bewegung verbrennt.»

Mi, 2016-07-27 14:35
Gent (dpa)

Wenn aus Urin ein Bier wird

Gent (dpa) - Belgische Forscher wollen aus Urin Bier brauen lassen. Sie baten Besucher eines Festivals, in ein spezielles Pissoir zu pinkeln, wie Wasserexperte Arne Verliefde von der Universität Gent am Mittwoch der dpa erklärte. Die Wissenschaftler testeten dabei ein Verfahren, um Düngerstoffe und Trinkwasser aus Urin zu filtern. Hauptziel des Projektes ist es, billigen Dünger für Entwicklungsländer herzustellen. Auf dem Festival sammelten Verliefde und seine Kollegen rund 1000 Liter Urin und gewannen 950 Liter Trinkwasser. Nach der Prüfung durch staatliche Labore soll das Wasser zum Brauen eines Spezialbieres genutzt werden.

Mi, 2016-07-27 14:54
Paris (dpa)

Französische Medien wollen keine Fotos von Terroristen mehr zeigen

Paris (dpa) - Nach den jüngsten Terroranschlägen in Frankreich verzichten französische Medien bewusst auf Bilder von den Attentätern. Man wolle damit eine «posthume Glorifikation» der Attentäter verhindern, schrieb der Chefredakteur der Tageszeitung «Le Monde», Jérôme Fenoglio, am Mittwoch in einem Leitartikel.

Der Nachrichtensender BFMTV schloss sich dem an: «Wir wollen kein Terroristen-Album erstellen», hieß es in einem Artikel auf der Internetseite. Insbesondere Fotos, auf denen die Täter lachten, seien unangebracht neben den Bildern der Opfer. Eine tiefgründige Berichterstattung über das Profil und den Werdegang der Täter verhindere dies nicht.

«Le Monde»-Chef Fenoglio forderte zudem zu einer weiteren Debatte über die Terror-Berichterstattung auf. Dies sei unerlässlich, um die «Strategie des Hasses» der Terroristen zu zerbrechen.

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Himmlische Himbeere

Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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Sagenhafter Spinat

„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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Geselliger Grünkohl

„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mi, 2016-07-27 14:36
Ansbach/Gmund (dpa)

Herrmann: Ansbach-Attentäter wurde von Unbekanntem beeinflusst

Nach dem Bombenanschlag von Ansbach konzentrieren sich die Ermittlungen auch darauf, ob der Attentäter im Auftrag des IS handelte. Das ist nach wie vor unklar. Allerdings stand der Täter mit irgendjemandem in Kontakt - bis unmittelbar vor der Explosion.

Ansbach/Gmund (dpa) - Der Attentäter von Ansbach bekam vor dem Bombenanschlag offensichtlich Anweisungen: Auf einem Handy des 27-Jährigen entdeckten die Ermittler Hinweise darauf, dass er von einer unbekannten Person in einem Chat direkt beeinflusst wurde. «Es hat offensichtlich einen unmittelbaren Kontakt mit jemandem gegeben, der maßgeblich auf dieses Attentatsgeschehen Einfluss genommen hat», sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Mittwoch am Rande einer Kabinettsklausur am Tegernsee. Der «intensive Chat» endet nach Angaben des CSU-Politikers «unmittelbar wohl vor dem Attentat».

Herrmann betonte, man wisse noch nicht, wo sich der Chat-Partner des Mannes aufgehalten habe, im Inland oder im Ausland. Und man wisse auch noch nicht, wie lange der Chat-Kontakt bereits bestanden habe - ob das Wochen oder Monate zurückreiche oder gar noch länger, «noch bevor der Täter überhaupt nach Deutschland gekommen ist».

Auf Nachfragen, ob es sich um einen Kontakt zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehandelt haben könnte oder ob der Attentäter möglicherweise sogar ganz gezielt nach Deutschland eingeschleust worden sei, konnte Herrmann nichts sagen. Dies sei Gegenstand der Ermittlungen. Aus dem Chat lasse sich lediglich entnehmen, «dass hier ein anderer Mensch ... schon ganz maßgeblichen Einfluss auf das Agieren dieses Täters genommen hat», erklärte der Minister.

Unklar ist nach den derzeitigen Ermittlungen auch, ob der Attentäter die Bombe tatsächlich in diesem Moment am Sonntagabend zur Explosion bringen wollte. «Es gibt aufgrund der ganzen Zeugenaussagen des Geschehens und übrigens auch des Chat-Verlaufs in der Tat Fragen, ob das in dem Moment jedenfalls von ihm beabsichtigt war, in dieser Minute die Bombe zu zünden», sagte Herrmann.

Herrmann bestätigte, dass bei dem 27-Jährigen eine Rolle von 50-Euro-Scheinen gefunden worden sei. «Ich war dabei, wie sie gefunden wurde», sagte er. «Woher das Geld kommt, können wir heute natürlich noch nicht sagen.» Er fügte aber hinzu: «Wenn man diese Geldbeträge in bar gesehen hat, dann ist es unwahrscheinlich, dass das allein aus dem, was ein Asylbewerber in Deutschland als Taschengeld bekommt, bezahlt werden kann», sagte Herrmann und verwies zusätzlich auf die Kosten für die Materialien zum Bombenbau. Um wie viel Geld es sich handelte, konnte Herrmann aber nicht sagen.

Der Täter von Ansbach war ein Flüchtling aus Syrien, der bei der von ihm ausgelösten Explosion getötet wurde. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen und prüft, ob er Mitglied in der Terrormiliz IS war. Nach Erkenntnissen der Behörden legt dies ein Bekennervideo auf dem Handy des Mannes nahe. Bei der Explosion am Rande eines Musikfestes wurden am Sonntagabend 15 Menschen verletzt.

Mi, 2016-07-27 14:51
Ansbach/München (dpa)

Amok, Attentat, Terror, Terrorismus - Was bedeuten die Begriffe?

Ansbach/München (dpa) - Wo liegen die Grenzen zwischen einem Amoklauf und einem Terroranschlag? Einiges lässt sich trennen, manchmal überlagern sich in der Realität auch Dinge. Einige Definitionen und Zusammenhänge:

AMOKLAUF: In Asien nannte man sie «amucos» - Krieger, die den Feind ohne Angst vor dem Tod angreifen und vernichten. Heute beschreibt der Begriff in der Regel blindwütige Aggressionen - mit und ohne Todesopfer. Die meisten Amokläufer sind männlich und eigentlich unauffällig, in vielen Fällen ledig oder geschieden. Neben psychisch kranken Tätern gibt es auch Amokläufer, die aus banalen Gründen plötzlich ausrasten. Angst, Demütigung oder Eifersucht haben sich oft lange aufgestaut, bevor es zur Katastrophe kommt. Teils werden Taten auch im Kopf durchgespielt. «Amok» kommt aus dem Malaiischen und bedeutet «wütend» oder «rasend».

TERRORISMUS ist politisch motivierte, systematisch geplante Gewalt, die sich gegen den gesellschaftlichen Status quo richtet und auf politische, religiöse oder ideologische Veränderung ausgerichtet ist. Dass Terroristen töten und zerstören, ist Mittel zum Zweck. Sie wollen vor allem Verunsicherung in die Gesellschaft tragen. Terrorakte richten sicht oft gegen die Zivilbevölkerung oder symbolträchtige Ziele.

TERROR geht auf das lateinische Wort «terrere» zurück, was «erschrecken» oder «einschüchtern» bedeutet. Terror und Terrorismus werden oft gleichbedeutend verwendet. Im Unterschied zum Terrorismus bezeichnet der Begriff «Terror» aber eher das Machtinstrumentarium eines Staates. Der «Terror von oben» steht für eine Schreckensherrschaft, die willkürlich und systematisch Gewalt ausübt, um Bürger und oppositionelle Gruppen einzuschüchtern. Auch in die Umgangssprache hat der Begriff Eingang gefunden - etwa für extreme Belästigung, zum Beispiel Telefonterror.

ATTENTATE sind politisch oder ideologisch motivierte Anschläge auf das Leben eines Menschen, meistens auf im öffentlichen Leben stehende Persönlichkeiten. Der Ausdruck «Attentäter» wiederum wird auch für Menschen verwendet, die einen Anschlag auf mehrere Menschen begehen. Terroristische Attentäter zielen etwa auf Angehörige eines ihnen verhassten Systems oder einer Religion ab. Mit Anschlägen auf öffentlichen Plätzen, in Verkehrsmitteln oder auf Feste versuchen sie, in der Bevölkerung Angst und Schrecken zu verbreiten. Der Begriff «Attentat» leitet sich vom lateinischen attentare (versuchen) im Sinne eines versuchten Verbrechens ab.

Mi, 2016-07-27 14:57
Berlin (dpa)

«Man kann das Wohlstandsfett nicht einfach wegoperieren» Von Ruppert Mayr, dpa

Wenn die Beine die Last des Körpers nicht mehr tragen wollen - beim Treppen steigen, beim Gang vom Wohnzimmer in die Küche, beim einkaufen. Hilft dann vielleicht eine Magenverkleinerung?

Berlin (dpa) - Der Mexikaner Manuel Uribe war mit fast 600 Kilo einst der schwerste Mensch der Welt. Er war jahrelang ans Bett gefesselt, weil er im wahrsten Sinn des Wortes nicht mehr auf die Beine kam. Sicherlich ein Extremfall. Doch auch Menschen mit weit weniger als der Hälfte dieses Gewichts leiden unter vielfältigen gesundheitlichen und sozialen Konsequenzen. Ihre Zahl nimmt zu, vor allem in den Industrieländern. Darunter sind auch viele junge Menschen. Kann eine Magenverkleinerung neue Hoffnung geben? Die gesetzliche Krankenkasse Barmer GEK warnt davor.

Lassen sich schon viele Menschen den Magen verkleinern?

Bisher nicht, sagt der Report Krankenhaus 2016. Aber die Tendenz bereite Sorgen, sagt Barmer GEK-Chef Christoph Straub. Von 2006 bis 2014 habe sich die Zahl allein bei den eigenen Versicherten von 167 auf 1070 Fälle jährlich mehr als versechsfacht. Die gesetzliche Krankenversicherung insgesamt verzeichnete 9225 Fälle - und damit fünfmal so viele wie noch 2006.

Wo sind die Gefahren, wo die Vorteile?

Eine Magenverkleinerung sei alles andere als harmlos. Es sei vielmehr ein schwerer, nicht rückgängig zu machender Eingriff in einen an sich funktionierenden Körper, sagt Straub, der selbst Arzt ist. Kurzfristig steige auch das Sterberisiko.

Es gibt aber auch gute Nachrichten. Betroffene müssen seltener wegen Altersdiabetes, Schlafstörungen und Bluthochdruck im Krankenhaus behandelt werden. Zudem stieg die Anzahl der Geburten um 20 Fälle je 1000 Eingriffe im Vergleich zu schwer Fettleibigen, die konventionell behandelt wurden.

Was wird operiert?

Es gibt zwei wesentliche Methoden, den Magen zu verkleinern und damit ein früheres Sättigungsgefühl zu erreichen:

Schlauchmagen: Hier werden etwa 80 bis 90 Prozent des Magens entfernt, so dass nur ein schlauchartiger Rest erhalten bleibt. 2014 wurden 45 Prozent der Magenverkleinerungen auf diese Weise vorgenommen. Magenbypass: Bei diesem Eingriff wird ein Stück Magen abgetrennt und der Rest direkt mit einer Dünndarmschlinge verbunden. Dadurch können die Patienten weniger Nahrung aufnehmen. Zudem passiert der Speisebrei eine geringere Strecke im Dünndarm, wodurch weniger Nahrung verdaut werden kann. 46 Prozent der Verkleinerungen wurden so erreicht.

Wann wird operiert?

Das richtet sich im Prinzip nach dem sogenannten Body-Mass-Index (BMI). Dieser setzt Gewicht und Größe ins Verhältnis und zwar nach der Formel Gewicht (in kg) durch die Größe (in m) im Quadrat. Also bei einem Gewicht von 90 Kilo und einer Größe von 1,79 Meter ergäbe sich eine BMI von 28,9.

Eine Operation kommt ab einem BMI von 40 in Frage. Bei schwerwiegenden Begleiterkrankungen schon ab einem BMI von 35.

Wer sollte operieren?

Es gibt 350 Krankenhäuser in Deutschland, die eine solche OP anbieten, aber nur 44 sind zertifiziert, sind also ausreichend spezialisiert und haben genügend Erfahrung, um einen solchen Eingriff durchzuführen. Die Barmer GEK rät dringend dazu, nur solche Kliniken auszusuchen. Es gibt hier weniger Nebenwirkungen, weniger Komplikationen.

Übernimmt die Kasse die Kosten?

Ja, aber. Operation und Nachsorge seien grundsätzlich im Leistungskatalog der Kassen. Aber: Mit einer Magenverkleinerung allein sei es bei weitem nicht getan, warnt Straub. Die Menschen müssten erst lernen, mit dem «neuen Körper» umzugehen. Ein Schlauchmagen hilft wenig, wenn ein Betroffener danach wieder große Mengen Sprühsahne verspeist. Und ein Magenbypass könne einen lebensbedrohlichen Nährstoffmangel nach sich ziehen, weil die Enzyme im verkürzten Dünndarm kaum mehr Zeit hätten, die Nährstoffe zu spalten. Kliniken und niedergelassene Ärzte müssten deshalb gemeinsam vor Ort Nachsorgekonzepte entwickeln.

Grundsätzlich aber, sagt Straub, gelte nach wie vor: «Man kann auf dem Sofa nicht abnehmen.» Und: «Nur Bewegung verbrennt.»

Mi, 2016-07-27 13:58
Berlin/München (dpa)

Gauck spricht bei Trauerakt in München

Berlin/München (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck spricht an diesem Sonntag beim Trauerakt für die Opfer des Amoklaufs in München. Im Anschluss an die Veranstaltung im Bayerischen Landtag will das Staatsoberhaupt auch mit Angehörigen der Opfer zusammenkommen, wie eine Sprecherin des Präsidialamts am Mittwoch auf Anfrage in Berlin sagte. Gauck und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werden zuvor schon bei einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in der Frauenkirche erwartet. Daran sollen auch Vertreter der muslimischen und jüdischen Gemeinde teilnehmen, wie das Erzbistum München und Freising mitteilte.

Ein 18-jähriger Amokläufer hatte am vergangenen Freitag in München neun Menschen getötet und sich selbst erschossen. Viele der Opfer waren minderjährig, sieben waren muslimischen Glaubens.

Mi, 2016-07-27 13:28
Berlin (dpa)

AfD-Vize will Asylrecht für Muslime aussetzen

Im Grundgesetz heißt es, politisch Verfolgte genießen Asyl. Für Muslime soll das nach dem Willen von AfD-Vize Gauland vorerst nicht mehr gelten. Mit dieser Forderung steht er in der Nähe des umstrittenen US-Präsidentschaftskandidaten Trump.

Berlin (dpa) - Nach den jüngsten mutmaßlich islamistischen Anschlägen will AfD-Vize Alexander Gauland das Asylrecht für Muslime einschränken. «Wir können es uns aus Sicherheitsgründen nicht mehr leisten, noch mehr Muslime unkontrolliert nach Deutschland einwandern zu lassen», erklärte der stellvertretende AfD-Vorsitzende am Mittwoch. Deshalb müsse «das Asylrecht für Muslime umgehend ausgesetzt werden, bis alle Asylbewerber, die sich in Deutschland aufhalten, registriert, kontrolliert und deren Anträge bearbeitet sind».

Die Bundesregierung erteilte der Forderung umgehend eine Absage. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, eine Anwendung des Asylrechts abhängig von der jeweiligen Religionszugehörigkeit sei allein schon «mit unserem Verständnis der Religionsfreiheit schlichtweg nicht vereinbar».

Im Grundgesetz-Artikel 16a heißt es: «Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.» Ausnahmen sind nur vorgesehen, wenn die Flüchtlinge aus einem anderen EU-Land oder aus einem sicheren Herkunftsstaat einreisen.

In den USA hatte der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump im Dezember ein komplettes Einreiseverbot für Muslime gefordert. Anlass war eine Terrorattacke im kalifornischen San Bernardino, wo zwei Muslime 14 Menschen erschossen hatten. Trump sagte damals: «Solange wir dieses Problem und die damit verbundenen Gefahren nicht verstehen, darf unser Land kein Opfer der Attacken von Leuten werden, die an den Dschihad glauben.»

Mi, 2016-07-27 13:32
Ansbach/Gmund (dpa)

Herrmann: Ansbach-Attentäter wurde von Unbekanntem direkt beeinflusst

Ansbach/Gmund (dpa) - Nach dem Bombenanschlag in Ansbach haben die Ermittler Hinweise darauf entdeckt, dass der Attentäter von einer unbekannten Person in einem Chat direkt beeinflusst wurde. «Es hat offensichtlich einen unmittelbaren Kontakt mit jemandem gegeben, der maßgeblich auf dieses Attentatsgeschehen Einfluss genommen hat», sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch am Rande einer Kabinettsklausur am Tegernsee.

Mi, 2016-07-27 13:05
Rouen (dpa)

Was wir über die Angreifer in der französischen Kirche wissen

Rouen (dpa) - Zweimal auf dem Weg nach Syrien gestoppt, Hausarrest und elektronische Fußfessel: Einer der beiden Kirchen-Angreifer war den französischen Behörden ganz klar als Terrorverdächtiger bekannt. Trotzdem konnte der 19-jährige Adel Kermiche zur Tat schreiten. Sein Mittäter ist noch nicht identifiziert. Nach dem Mord an dem Priester in Saint-Étienne-du-Rouvray bei Rouen hatten die beiden sich mit dem Ruf «Allahu akbar» (Arabisch für: Gott ist groß) auf die angerückte Polizei gestürzt, die sie erschoss.

Kermiche wurde am 25. März 1997 in einer Gemeinde im Umland von Rouen geboren, nicht weit vom jetzigen Tatort. Er war nach Angaben von Staatsanwalt François Molins zwar nicht vorbestraft. Im vergangenen Jahr versuchte er aber zweimal, nach Syrien zu reisen. Ein Familienmitglied meldete sein Verschwinden, die deutschen Behörden nahmen ihn daraufhin am 23. März 2015 fest - wo genau, sagte Molins nicht. Kermiche war mit der Identität seines Bruders unterwegs.

In Frankreich wurde daraufhin ein Verfahren wegen Terrorverdachts eröffnet, der junge Mann musste sich einmal in der Woche bei der Polizei melden. Am 11. Mai 2015 war er wieder verschwunden, die Behörden stellten einen internationalen Haftbefehl aus. Zwei Tage später wurde er in der Türkei festgenommen, wohin er von Genf aus gereist war - diesmal mit dem Ausweis seines Cousins.

In Frankreich kam er daraufhin in Untersuchungshaft, wurde im März dieses Jahres aber auf richterliche Anweisung freigelassen und unter elektronische Überwachung gestellt. Er durfte das Haus seiner Familie nur zu bestimmten Zeiten verlassen, auch zur Zeit der späteren Attacke. Der Einspruch der Staatsanwaltschaft gegen das Ende der Untersuchungshaft blieb erfolglos.

Mi, 2016-07-27 13:55
Ansbach/Gmund (dpa)

Herrmann: Fraglich, ob Täter Bombe «in dieser Minute» zünden wollte

Ansbach/Gmund (dpa) - Nach dem Bombenanschlag in Ansbach prüfen die Ermittler, ob der Attentäter die Bombe tatsächlich in diesem Moment am Sonntagabend zur Explosion bringen wollte. «Es gibt aufgrund der ganzen Zeugenaussagen des Geschehens und übrigens auch des Chat-Verlaufs in der Tat Fragen, ob das in dem Moment jedenfalls von ihm beabsichtigt war, in dieser Minute die Bombe zu zünden», sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch am Rande einer Kabinettsklausur am Tegernsee. Das müsse nun weiter ermittelt werden.

Mi, 2016-07-27 13:10
Berlin (dpa)

Was Würzburg, München, Reutlingen und Ansbach gemeinsam haben... Von Roland Siegloff, dpa

...und was nicht: Noch arbeiten die Ermittler, noch ist vieles zu den Tätern und Hintergründen unbekannt. Doch allmählich schälen sich einige Gemeinsamkeiten heraus - und viele Unterschiede.

Berlin (dpa) - In einem Atemzug werden Würzburg, München, Reutlingen und Ansbach genannt, seit dort binnen einer Woche vier Gewalttaten die Öffentlichkeit schockierten. Täter und Taten scheinen einiges gemeinsam zu haben. Doch noch größer sind die Unterschiede.

Orte und Opfer: Eine Regionalbahn (Würzburg), ein Einkaufszentrum und ein Schnellrestaurant (München), eine belebte Straße (Reutlingen) sind öffentlich zugängliche Orte - und doch in ihrer Art sehr unterschiedlich. Der Selbstmordattentäter von Ansbach verletzte mit seiner Bombe 15 Menschen am Rande eines Musikfestivals, an dessen Eingang er abgewiesen wurde. Der Axt-Angreifer im Zug scheint seine schwer verletzten Opfer zufällig getroffen zu haben. Der Täter von München erschoss neun überwiegend jugendliche Menschen, von denen sieben Muslime waren. In Reutlingen starb eine Frau, die der Täter gut kannte; die, die er verletzte, traf er auf seiner Flucht.

Alter und Geschlecht: Alle vier Taten werden jungen Männern zugeschrieben. In Würzburg schlug nach Behördenangaben der Jüngste zu - ein 17-Jähriger. In München war es demnach ein 18-Jähriger, in Reutlingen ein 21-Jähriger. Der Mann mit der Bombe von Ansbach war schon 27 und verlor seine Frau und seinen sechs Monate alten Sohn, wie die «Bild»-Zeitung aus einem Gutachten zitierte, dessen Existenz das Bundesamt für Flüchtlinge bestätigte.

Herkunft und Status: Drei Männer kamen als Flüchtlinge nach Deutschland, zwei aus Syrien, der in Würzburg getötete Angreifer nach ersten Angaben aus Afghanistan. Der Mann in Reutlingen war anerkannter Flüchtling, der in Ansbach sollte nach Bulgarien zurückkehren. Für die mit neun Toten und 35 Verletzten folgenschwerste Tat wird ein Deutscher mit iranischen Wurzeln verantwortlich gemacht - er hob seine Nationalität in einem Video, das die Polizei für authentisch hält, besonders hervor: «Ich bin Deutscher, ich bin hier geboren worden.»

Plan oder spontan: Der Münchner Schüler hat sein Tat lange vorbereitet, informierte sich nach Erkenntnissen der Ermittler zuvor über den norwegischen Massenmörder Anders Breivik sowie den Amoklauf in Winnenden und besorgte sich eine Waffe im sogenannten Darknet. Die Täter von Würzburg und Ansbach hatten ihre Angriffe offensichtlich ebenfalls geplant, aber weniger intensiv. Der Angreifer in Reutlingen griff nach Einschätzung der Ermittler hingegen spontan im Streit zur tödlichen Waffe, einem Dönermesser.

Vorgeschichte und Verdacht: Die Angreifer von München und Ansbach wurden wegen psychischer Probleme behandelt. Der 18-Jährige war der Polizei als Mobbing- und Diebstahlsopfer bekannt und soll häufig Ego-Shooter-Spiele gespielt haben. Über den Festgenommenen in Reutlingen erklärte die Polizei es nach der Tat, sie gehe Hinweisen auf psychische Probleme nach. Er sei schon wegen Körperverletzungen aufgefallen. Von dem 17-Jährigen in Würzburg heißt es, er galt als nett, höflich und etwas unsicher, habe ein Praktikum bei einem Bäcker gemacht und sich wohl unbemerkt radikalisiert.

Terror oder Amok: Die Taten von Würzburg und Ansbach hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert. Der Würzburger Täter kündigte seine Attacke in einem Video an, das später das IS-Sprachrohr Amak später veröffentlichte. Zu Ansbach brachte Amak ein Bekennervideo heraus, dessen Authentizität zunächst unklar blieb. Für die Taten von München und Reutlingen schließt die Polizei einen terroristischen Hintergrund aus.

Waffen und Beschaffung: Die Reutlinger Tatwaffe fand sich am Arbeitsplatz des Angreifers, einem Imbiss. Die Würzburger Tat geschah mit einer frei verkäuflichen Axt und einem Messer. Der Attentäter von Ansbach sprengte sich mit einer wohl selbstgebauten Bombe in die Luft, die mit scharfkantigen Metallteilen in seinem Rucksack steckte. Der 18-jährige Münchner nutzte wie Breivik eine halbautomatische Glock-Pistole, die er sich illegal beschafft hatte.

Festnahme oder Tod: Der Angreifer von München erschoss sich am Ende selbst, der von Ansbach tötete sich mit der Zündung seiner Rucksackbombe. In Würzburg erschoss die Polizei den 17-Jährigen. Der 21-Jährige in Reutlingen lief vor ein Auto, fiel hin und wurde von der Polizei festgenommen - nur dieser Angreifer überlebte die Tat.

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Das Wissen zu den Anlagetricks von morgen.

Und die Skrupellosigkeit meines Beraters. 
Unsere Experten analysieren globale Trends im Geldwäschesektor. Panama war gestern, morgen finden wir anderswo ein trockenes Plätzchen für Ihr Schwarzgeld. Vertrauen Sie uns: Wir mischen aus Tradition in jedem Finanzskandal mit. Und ob Waffenfabriken, Atom- oder Kohlekraftwerke – wir stecken Ihr Geld in jede tödliche Industrie.
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Unser Wissen für Ihr schmutziges Geld.
Gewissenlos aus Gewinnsucht

Kohleschlote? Atomwaffensilos? Keine Ahnung. Wir lassen Gras über die Sachen wachsen.

 

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb, selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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