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Di, 2016-09-27 04:30
Mainz (dpa)

Flut von Klagen - Syrer wollen vollen Flüchtlingsstatus Von Peter Zschunke, dpa

Verwaltungsgerichte korrigieren Asylentscheider: Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien sollten nicht nur subsidiären Schutz erhalten - sagen die Gerichte. Es kommt Bewegung in die Fälle.

Mainz (dpa) - Während der Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hatte Latif ein gutes Gefühl. Der Beamte sprach mit dem 21 Jahre alten Asylbewerber eingehend über die schwierige Situation in Damaskus, zehn Monate nach seiner Ankunft in Deutschland. Umso mehr war der in der Pfalz lebende Syrer von seinem Bescheid enttäuscht: Er erhielt nur subsidiären Schutz, verbunden mit einer Aufenthaltsberechtigung von einem Jahr - statt drei Jahren bei vollem Flüchtlingsstatus.

So geht es in diesem Jahr vielen syrischen Flüchtlingen, nachdem das BAMF zu mündlichen Anhörungen zurückgekehrt ist. In den ersten 8 Monaten erhielten bundesweit noch 70,6 Prozent die volle Anerkennung, in Rheinland-Pfalz waren es nur 57,1 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil der Entscheidungen mit subsidiärem Status allein in Rheinland-Pfalz von 0,3 Prozent im vergangenen Jahr auf 41,0 Prozent gestiegen. Ähnlich ist die Entwicklung auch bei Entscheidungen zu Geflüchteten aus Äthiopien, Somalia und Eritrea.

Nach dem ersten Kummer sagte Latif sich: «Besser ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach» - dieses Sprichwort hat er sich beim Deutsch-Lernen mit Hilfe eines YouTube-Kurses angeeignet. Dann aber wandte er sich an einen Anwalt, legte Klage beim Verwaltungsgericht Trier ein und bekam Recht.

Das Gericht, so heißt es in dem Urteil, gehe davon aus, dass dem Kläger im Fall einer Rückkehr «mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit politische Verfolgung droht». Er müsse mit seiner Festnahme rechnen, auch die Gefahr von Folter drohe. Deshalb werde das BAMF verpflichtet, dem Kläger die volle Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen.

Dieser Linie folgend hat das Verwaltungsgericht Trier bereits viele Urteile gesprochen. Bis Mitte September sind bei dem Gericht 4680 Asylklagen eingegangen - mehr als drei mal so viel wie im gleichen Zeitraum 2015 (1118). In 43 Prozent dieser Asylhauptsacheverfahren handelte es sich um Klagen von Syrern, die ihren Status von «subsidiär» auf die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft verbessern wollten. Das Verwaltungsgericht Trier arbeitet zügig: Vom Eingang bis zur Entscheidung benötigt es im Schnitt nur 2 Monate - bundesweit sind es 8,6 Monate.

«Wer illegal ausgereist ist und einen Asylantrag in Ausland gestellt hat, ist potenziell, aber mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit der Gefahr ausgesetzt, bei einer Rückkehr auch unter Folter befragt zu werden», sagt der Präsident des Verwaltungsgerichts Trier, Georg Schmidt. «Das ist unsere Linie, die von einer Vielzahl von anderen Verwaltungsgerichten in erster Instanz geteilt wird.» Zu den Urteilen der Trierer Verwaltungsrichter hat das BAMF Berufung eingelegt - am Oberverwaltungsgericht Koblenz steht nun die Entscheidung an, ob die Trierer Urteile bestätigt oder aufgehoben werden. Wann diese Entscheidung getroffen werde, sei derzeit nicht absehbar, sagte ein Sprecher.

Von November 2014 bis Ende 2015 entschied das BAMF bei syrischen Flüchtlingen nach Darlegung der Fluchtgründe in einem Fragebogen. Seit diesem Jahr nun wird wieder mit einer persönlichen Anhörung geprüft. Dabei habe die Behörde bei syrischen Antragstellern beobachtet, dass «vermehrt ein Bürgerkriegsschicksal, aber kein individuelles Verfolgungsschicksal vorliegt», erklärte eine Sprecherin. Dies führe dann nach dem geltenden Recht nicht zu Asyl oder Flüchtlingsschutz, sondern zum subsidiären Schutz.

«Ich beobachte diese Entwicklung mit großer Sorge, da die Zuerkennung des subsidiären Schutzes im Vergleich mit dem Flüchtlingsstatus mit zum Teil gravierenden Nachteilen verbunden ist», sagt die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne). So sei etwa der Familiennachzug für die ersten zwei Jahre ausgesetzt. Auch, wenn die Aufenthaltsberechtigung unter Umständen um zwei Jahre verlängert werden könne, verschlechtere der subsidiäre Schutz die Chance, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen: «Wer investiert schon in eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter, wenn nicht klar ist, ob sie oder er länger als ein Jahr bleiben darf?»

Di, 2016-09-27 04:04
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Trump über den Umgang von Politikern mit Afroamerikanern

«Die afroamerikanische Gemeinschaft wurde von Politikern vergessen. Sie reden im Wahlkampf gut daher, und nach der Wahl sagen sie: See you later!»

(Donald Trump bei der TV-Debatte über den Umgang von Politikern mit Afroamerikanern)

Di, 2016-09-27 05:00
/Hannover (dpa)

Luftfahrt sucht nach neuen Wegen für umweltschonenderes Fliegen Von Ralf E. Krüger, dpa

Die Weltluftfahrt kämpft gegen ihr Klimakiller-Image. Beim Ringen um eine weitere Reduzierung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes testet sie trotz effizienterer Flieger die Grenzen des ökologisch Tragbaren aus. Die Luftfahrtorganisation ICAO denkt daher über neue Wege nach.

Montréal/Hannover (dpa) - Umweltschonenderes Fliegen steht bei der Versammlung der UN-Luftfahrtorganisation (ICAO) in Montréal vom 27. September bis 7. Oktober im Fokus. Vertreter von 191 Staaten wollen in Kanada über Schritte zur Reduzierung von Flugzeug-Abgasen beraten. Ziel ist ein Mechanismus, nach dem Airlines künftig Lizenzen für den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) vorweisen müssten. Dies soll von 2020 an Anreiz zur Verringerung der schädlichen Gase im Weltluftverkehr sein.

Wie könnte so ein Mechanismus funktionieren?

Emissionshandelssysteme sollen Airlines zur Reduzierung der Treibhausgase motivieren. Produzieren sie mehr davon als sie Rechte besitzen, müssten sie fehlende Emissionsrechte auf dem Markt kaufen und in internationale Klimaprojekte investieren. Würde das Abkommen weltweit verbindlich, könnten Airlines die in einem zertifizierten Klimaschutzprojekt eingesparten CO2-Emissionen kaufen und so eigene CO2-Emissionen ausgleichen, die sie selber nicht reduzieren konnten.

Warum ist ein solches Abkommen überhaupt nötig?

Der CO2-Ausstoß in der weltweiten Luftfahrt nimmt stetig zu, obwohl die Flugzeuge immer effizienter werden. Der Grund: Das Transportaufkommen im internationalen Luftverkehr wächst kontinuierlich - und zwar jährlich um etwa fünf Prozent. Der Anteil am gesamten CO2-Ausstoß liegt zurzeit bei etwa zwei Prozent; bis 2050 dürfte er sich nach den Prognosen aber vervierfachen. China und die USA zählen zu den Staaten mit dem größten CO2-Ausstoß.

Wie stehen die deutschen Airlines beim CO2-Ausstoß da?

2015 erzielten sie nach Branchenangaben mit 3,63 Litern Kerosin pro Person und 100 Kilometer eine neue Bestmarke. Seit 2009 haben sie ihren Treibstoffverbrauch pro Passagier im Schnitt um 1,68 Prozent verringert, so der Klimaschutzreport des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Trotz hoher Wachstumsraten sank auch der Anteil des Luftverkehrs an den globalen CO2-Emissionen danach von 2,81 Prozent im Jahr 2000 kontinuierlich auf 2,48 Prozent 2013.

Gibt es Alternativen zum bisher verwendeten Kerosin?

Tüftler in aller Welt forschen am Flugzeugtreibstoff der Zukunft. Von 2020 an soll der Weltluftverkehr nach Angaben der Biokraftstoff-Initiative der Deutschen Luftfahrt (Aireg) CO2-neutral wachsen. Dazu beitragen soll der Einsatz regenerativer Treibstoffe, die 2025 in Deutschland zu zehn Prozent beigemischt werden sollen. Andere experimentieren mit neuartigen Antrieben. Der Siemens-Konzern etwa plant die Entwicklung von Regionalfliegern mit Verbrennungs- und Elektroantrieb. Bis 2030 könnten die erste Maschinen mit bis zu 100 Passagieren und rund 1000 Kilometern Reichweite in der Luft sein.

Gibt es Obergrenzen beim CO2-Ausstoß für Flugzeuge?

Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) hat dazu Vorschläge erarbeitet. Eine abschließende Entscheidung ist jedoch noch offen. Umweltschützern gehen diese Vorschläge zudem nicht weit genug. Ein Grund: Flugzeuge, die schon in Betrieb sind, sollen von der Regelung ausgenommen sein. Heutige Modelle von Airbus oder Boeing mit sparsamen Triebwerken liegen nach Branchenangaben bereits innerhalb der geplanten Emissionsgrenzwerte.

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Di, 2016-09-27 04:36
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Clinton über das Naturell Trumps

«Das ist nicht das richtige Naturell, um Commander-in-Chief (Oberkommandierender) zu sein. Ein Mann, der von einem Tweet provoziert wird, sollte nicht in der Nähe der nuklearen Codes sein.»

(Hillary Clinton bei der TV-Debatte über das Naturell ihres Konkurrenten Donald Trump)

Di, 2016-09-27 04:20
Hempstead (dpa)

Trump wiederholt, er sei schon immer gegen Irakkrieg gewesen

Hempstead (dpa) - Donald Trump hat in der TV-Debatte seine falsche Behauptung wiederholt, er sei schon immer gegen den Krieg der USA im Irak gewesen. «Falsch, falsch», sagte er, als Clinton ihm das vorhielt.

Trump hat den Einmarsch in den Irak nachweislich zunächst gutgeheißen. Erst später hat er seine Meinung geändert.

Di, 2016-09-27 04:47
Hempstead (dpa)

Debatte zu Ende - Unsteter Trump prallt auf Profi Clinton

Hempstead (dpa) - Erste TV-Debatte vor der Präsidentenwahl am 8. November: Donald Trump und Hillary Clinton haben sich in der Nacht zum Dienstag eine heftige Auseinandersetzung geliefert. Clinton machte eine gute Figur. Trump wirkte mit zunehmenden Verlauf immer unsteter, aufgeregter und unterbrach sie sehr oft.

Trump sagte abschließend, wenn er die Wahl verliere, werde er Clinton auf jeden Fall unterstützen.

À la Saison

Verehrte Vogelbeere

(Sorbus aucuparia)

Kann denn wirklich giftig sein, was die Vögel lieben? Na, also. Ganz im Gegenteil! Unsere Vorfahren hatten gute Gründe, die knallroten Früchtchen zu besingen. Und doch haben sie neben der leuchtenden auch eine dunkle Vergangenheit.

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Verehrte Vogelbeere

Die Sachsen sind empört, wenn Restdeutschland über ihren Dialekt lacht. Zu Recht. Wozu gibt es denn das Vogtland? Politisch mag es zum Freistaat gehören, mundartlich ist es Autonomiegebiet. „Kann schinn’rn Baam gippt’s, wie dann Vuglbärbaam. As wärd a su lächt nett ann schinn’rn Baam gahm...“, trällert man dort etwa. Trotz Sprachbarriere war diese Ode an den Vogelbeerbaum, alias Eberesche, vor hundert Jahren überregional ein Gassenhauer. Vornehmer formulierten die Lyriker, meinten aber dasselbe: Ein Wäldchen zu besitzen, „von flammenden Bäumen, an denen die Koralle wächst“, wünschte sich Else Lasker-Schüler. Und Gottfried Benn sinnierte von „Ebereschen – noch nicht ganz rot, von jenem Farbton, wo sie sich entwickeln, zu Nachglut, Vogelbeere, Herbst und Tod“. Mehr als 150 Kosenamen hat die Vogelbeere – von Aberesche bis Zappiepenboom.

Aberesche klingt wohl nicht ganz zufällig nach Aberglaube. Bauern „quickten“ (peitschten) zur Walpurgisnacht ihre Kälber mit Ruten der Eberesche. Das sollte ungebetene Geister bannen. Vor Blitzeinschlag oder Drachenanflug schützten ihre Zweige das Haus. Und von Kinder segen über Freude bis Schönheit gab es im Volksglauben fast nichts Gutes, wofür die Vogelbeere nicht stand. Das Kernobstgewächs mit den winzigen, scharlachroten Apfelfrüchten ist ein mythologischer Tiefwurzler. Bereits in der Bronzezeit legte man Toten seine Äste ins Grab. Keltische Druiden schnitzten Zauberstäbe aus seinem Holz. Und die Nordgermanen weihten die Eberesche Thor. Sie soll dem Donnergott ihre Zweige gereicht haben, als ein Fluss ihn fortriss.

Aus der Luft gegriffen ist die heidnische Verehrung der Vogelbeere ganz und gar nicht. Rettete sie doch oft genug nicht nur Göttern, sondern auch Menschen das Leben. In Notzeiten dämpften ihre Früchte – in den Wäldern gepflückt – den Hunger der Elenden, weshalb Karl der Große und fast tausend Jahre später auch Maria Theresia ihre Anpflanzung per Dekret anwiesen. Auch für ihre Heilkraft war die Vogelbeere berühmt. Ihres Vitamin-C-Gehalts wegen war sie ein probates Mittel etwa gegen Skorbut und trug noch im Zweiten Weltkrieg den Beinamen Zitrone des Nordens.

Was ihrem Ruf seither widerfahren ist, lässt sich nur vermuten. Ist das Wirtschaftswunder mit seiner Füülle leibhaftiger Zitrusfrüchte in den Obstauslagen schuld? Die Angst um Kleinkinder auf kulinarischer Spielplatzsafari? Festgehalten sei, dass die Vogelbeere im Gegensatz zur Tollkirsche harmlos ist, sofern man sie nicht eimerweise roh verspeist. Und dies dürfte kaum gelingen, weil ihre leicht giftige Parasorbinsäure bitter schmeckt. Der erste Frost und die Hitze des Herds verwandeln sie in süßliche Sorbinsäure und geben ihr ein Aroma, das an Preiselbeeren erinnert. Herbstkonfitüren mit milden Früchten verleiht sie Charakter. Im Chutney mit Zwiebeln und Chili ergänzt sie reifen Weichkäse. Und als Digestif mundet ein sorgsam destillierter Vogelbeergeist mit dem beglückenden Aroma von Marzipan.

Zugegeben, die Eberesche hat eine tödliche Seite. Viele Vogelarten teilen die Leidenschaft der Schnapsbrenner für die leuchtende Frucht. Ihr lateinischer Namenszusatz aucuparia setzt sich aus Vogel (avis) und fangen (capere) zusammen – Souvenir einer Zeit, als Amsel und Drossel fliegende Delikatessen waren und die Vogelbeere als Köder fungierte. Heute schätzt man sie für andere Qualitäten: Im Erzgebirge, unweit des Vogtlands, trotzt sie dem Dreck der böhmischen Industrie wie kein zweiter Baum. Und sie versüßt die Völkerverständigung in Gestalt des Jarcebinka. Der tschechische Ebereschenlikör ölt die Stimmbänder: Singeklub statt Sing vogelragout. Prost und na zdraví auf den Vuglbärbaam!

À la Saison

Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

(Malus domestica)

Ohne ihn säßen wir noch im Paradies. Doch wir sollten Eva nicht gram sein. Den Apfel durften wir beim Auszug ja mitnehmen. Und der schmeckt einfach paradiesisch.

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Woher nimmt der Apfel seine Zauberkraft?

Beginnen wir ausnahmsweise bei Adam, Eva und dem Baum der Erkenntnis. Dass dieser ein Apfelbaum gewesen sein soll, steht in der Bibel nirgends. Doch die Selbstverständlichkeit, mit der aus dem Wort „Frucht“ im Lauf der Jahrtausende „Apfel“ wurde, zeigt, dass dieser die Frucht schlechthin ist. Es gibt kein wichtigeres Kulturobst. Vom goldenen Zankapfel in Homers Ilias bis zum Reichsapfel als Emblem kaiserlicher Macht, von Martin Luthers Versprechen, im Angesicht des Weltuntergangs ein Apfelbäumchen zu pflanzen bis zu Schneewittchens Biss in ein vergiftetes Exemplar, von Wilhelm Tells Armbrustakrobatik bis zu Isaac Newtons von Fallobst inspiriertem Schwerkraft-gesetz, von René Magrittes Granny Smiths bis zu den Apple Records der Beatles und schließlich zum globalen Siegeszug als Firmenlogo einer kalifornischen Computermarke – ist die abendländische Geschichte ein gewaltiger Apfelstrudel. Unmöglich, sie ganz zu erzählen.

Dabei ist die Paradiesfrucht noch weit älter als das Alte Testament. Lange ging man davon aus, dass die ersten Äpfel um 3000 vor Christus im Baltikum wuchsen. Mithilfe von DNA-Analysen fanden Oxford-Forscher vor zehn Jahren jedoch heraus, dass Malus domestica seinen Ursprung wohl in Zentralasien hat. Sie fanden seinen Vorfahren, den Asiatischen Wildapfel, an den Hängen des Tienschan im Norden Chinas. Vielleicht schmecken Äpfel aus kühlerem Klima deshalb so gut.

Schon die Germanen machten daraus Mus und Met. Wie die Frucht nach Europa gekommen war, ist unklar. Der Ruf eines wundervollen Heilmittels eilte ihr voraus. Das englische Sprichwort An apple a day keeps the doctor away ist so berühmt, dass es sogar jenseits der anglophonen Welt oft unübersetzt zur Anwendung kommt. In vielen Fällen notgedrungen – wie Max Goldt einst mit dem Versuch deutlich machte, die Sentenz ins Deutsche zu übertragen. Das Resultat „Ein Apfel am Tag und der Arzt fährt nach Prag“ entschuldigte er mit der Bemerkung, es sei erstaunlich, wie wenige Wörter sich auf Tag reimten. Immerhin erlaube das dem Mediziner eine sicher wohlverdiente Städtereise. Experten sagen übrigens, dass ein Apfel am Tag zwar keine Garantie ist, den Arzt dauerhaft an die Moldau zu verabschieden. Doch die Chancen stehen nicht schlecht –
so viel Gutes enthält die Frucht, vor allem Pektin, Vitamin C und Flavonoide.

Der wichtigste Grund für die Aura des Apfels, der schon Eva verfiel, ist natürlich sein Geschmack. Er hat eine aromatische Bandbreite von Zitronen- über Erdbeer- bis hin zu Walnussnoten. Abseits der fünf, sechs globalen Handelsmarken sorgen alte würzige Varietäten für Küchenglück. Interessanter als in Klassikern mit Kuchenteig, Zimt und Nelken verhält der Apfel sich zu den erdigen Komponenten von Wildbret, Blutwurst oder Roter Bete. Apfelsoße kontrastiert auf der Zunge perfekt zum Fett gegrillter Makrele. Und was wären Kohlsalat oder Rotkohl ohne die süße Säure? Zu Hartkäse mit roher Zwiebel passt das Kernobst ebenso wie zu Nüssen und dunklen Beeren. Unschlagbar ist es in Kombination mit Beifuß als Füllung der Weihnachtsgans.

Aber noch ist Sommer, die Ernte beginnt gerade erst. Bis der letzte Cox gepflückt ist, vergehen noch Monate. Die Frucht schlechtin ist – streng botanisch gesehen – übrigens eine Scheinfrucht! Niemand entlarvt das Blendwerk eleganter als die 2004 in Leipzig gegründete Satire-Organisation Front Deutscher Äpfel. Die FDÄ parodiert rechtsextreme Parteien und spielte mit der Wahl ihres Namens auf den damaligen NPD-Vorsitzenden Holger Apfel an. Die Künstler und Aktivisten agitieren gegen eine Überfremdung des deutschen Obstbestands und fordern: „Südfrüchte raus!“ Jemand sollte ihnen sagen, dass auch der Apfel ein Ausländer ist. 

Frisch vom Baum gibt's Äpfel ab Septemberl

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Himmlische Himbeere

(Rubus idaeus)

Was haben glühende RAF-Terroristinnen und eiskalte Banker gemeinsam? Sie machen zu oft Ferien im Himbeerreich. Da wollen Sie auch hin? Ein Wegweiser.

 

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Himmlische Himbeere

Schokolade, Zigaretten, Marshmallows – für diese Schätze aus dem „Himbeerreich“ bedankt sich Gudrun Ensslin 1968 per Gefängnispost bei ihrem Verlobten und bestellt noch eine luxuriöse Feuchtigkeitscreme hinterher. Die üppige BRD-Warenwelt versüßt der Pfarrerstochter, die kurz darauf die RAF mitgründen wird, ihr Zellenleben. Das Dialektische daran ist Ensslins Haftgrund: Brandanschläge auf zwei Kaufhäuser. „Wer Himbeerreiche anzündet, kann nicht erwarten, deren Früchte zu ernten“, sinniert 2013 der Chauffeur Hans Helmut Hinz. Er meint aber keine konsumaffinen Linksterroristinnen, sondern bonusgetriebene Bankvorstände, deren Limousinen er durch die Finanzkrise kutschiert. Hinz ist eine Figur aus dem Theaterstück „Das Himbeerreich“. Dessen Autor Andres Veiel will uns ausdrücklich nicht sagen, dass Banker Terroristen sind. Aber eines wissen sie wohl so gut wie Bombenleger (und wir alle): Wo Himbeeren wachsen, wartet das Paradies.

Rubingleich funkeln die fragilen Früchte am stacheligen Strauch. Sie duften betörend, netzen die Fingerspitzen purpurn wie Theaterblut und zergehen sonnenwarm auf der Zunge – seit Jahrtausenden. Samenfunde in Steinzeitsiedlungen belegen, dass es sich um eine der ältesten Naschereien der Welt handelt. Die Himbeere ist echt „paläo“. Kultiviert wurde sie schon im alten Rom, wo sie als Heilpflanze auch gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche helfen sollte. Der Erfolg ist fraglich. Gesund ist die Himbeere aber durchaus. Sie enthält enorme Mengen Vitamin C, viel Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Das stärkt den Kreislauf, das Immunsystem und wirkt entgiftend sowie entzündungshemmend.

Die Römer nannten die Beere, die eigentlich eine Sammelsteinfrucht ist, Rubus idaeus – nach der Nymphe Ida. Einst soll die Tochter des kretischen Königs ein weinendes Kind in den Bergen gefunden haben, den jungen Göttervater Jupiter. Als sie ihm eine Himbeere pflückte, stach sie sich an den Dornen. Blut tropfte auf die ehedem weißen Früchte und färbte sie rot. Toll, diese antiken Sagen. Diese aber hat der französische Arzt Henri Leclerc 1925 für sein Buch „Les fruits de France“ dreist erfunden. Es ist auch eher öde, dass wohl der türkische Berg Ida Namenspate des Obstes war. Und „Himbeere“ kommt vom althochdeutschen Wort hintperi – Beere der Hirschkuh, vielleicht weil sie sich in lichten Wäldern so wohlfühlt.

In der Küche ist diese Frucht ein Naturtalent: Sie ist vollkommen, so wie sie ist. Ein paar gute Begleiter gibt es aber doch. Alles Cremige unterstreicht ihren Wohlgeschmack, Ziegenkäse steht im würzigen Kontrast dazu. Mit Pfirsich (Melba!), Mandel und Rosenwasser verträgt sie sich schwesterlich. Immerhin stammen sie alle aus der Großfamilie der Rosengewächse. Haselnüsse stehen ihr – traditionell in Linzertorte – ebenfalls gut. Auch dunkle Schokolade, Minze und – ja – Zucker, etwa in Marmelade, kann sie aushalten. Die Kerne mögen stören, sorgen aber auch für feine Holznoten. Nicht zuletzt harmoniert das berauschende Aroma reifer Himbeeren ausgezeichnet mit Alkohol, in Sekt etwa oder köstlichem Himbeergeist.

Es gibt auch schwarze, weiße, rosa und gelbe Sorten. Sobald Himbeeren zu sehr glänzen, ist aber Vorsicht geboten. Etwa in Hollywood. Seit 1981 verleihen Cineasten am Vorabend der Oscars den Antipreis „Goldene Himbeere“. Der Name der Plastiktrophäe spielt auf die Redewendung to blow a raspberry an: laut losprusten. Die so geehrten Schauspieler erscheinen selten persönlich. Im Jahr 2005 stellte sich Halle Berry aka Catwoman der Schmach und sprach die wahren Worte: „Wer kein guter Verlierer ist, kann kein guter Gewinner sein.“ So golden munden Niederlagen nur mit Himbeere. Liebe Banker, es ist nie zu spät, die eigene Leistung infrage zu stellen. Möge der Sommer himbeerreich sein.

Frisch vom Feld gibt's Himbeeren ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-09-27 05:00
Hamburg (dpa)

Hamburgs höchste Richter - Seegerichtshof entscheidet seit 20 Jahren Von Eckart Gienke, dpa

Der Internationale Seegerichtshof feiert Jubiläum. Zum Gratulieren kommt hoher Besuch. Das Gericht hat sich international Respekt erarbeitet - und könnte künftig noch an Bedeutung gewinnen.

Hamburg (dpa) - Seit 20 Jahren ist Hamburg der Standort des Internationalen Seegerichtshof. Die 21 Richter aus aller Welt sind bestellt, um die internationale Seerechtskonvention auszulegen, die von mehr als 160 Staaten unterzeichnet wurde. Sie beschäftigen sich mit festgesetzten Schiffen und Meeres-Bergbau, mit Staatsgrenzen auf See und Fischereirechten. Zum Jubiläumsfest im Hamburger Rathaus haben sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Bundespräsident Joachim Gauck angekündigt.

Nicht alle Fälle des Seegerichtshofs finden bei der deutschen Öffentlichkeit Interesse. Der deutsche Richter Rüdiger Wolfrum wünscht sich mehr Medienbeachtung für die Arbeit des Gerichts. Das gilt auch für den Fall, den Wolfrum als «bislang größten» des Gerichts einschätzt. Dabei ging es um eine strittige Seegrenze zwischen Bangladesch und Myanmar im Golf von Bengalen. Die beiden Länder haben das Urteil exakt umgesetzt.

Ebenso alle anderen Urteile - mit einer Ausnahme. Den meisten öffentlichen Wirbel gab es um das Greenpeace-Schiff «Arctic Sunrise», das unter der Flagge der Niederlande fuhr und von den Russen 2013 nach der versuchten Besetzung einer Ölplattform im Nordmeer festgesetzt wurde. Russland weigerte sich, die Zuständigkeit des Gerichtshofs zu akzeptieren, nahm nicht am Verfahren teil und akzeptierte das Urteil nicht. Erst später kam das Schiff wieder frei.

Der ITLOS (International Tribunal for the Law of the Sea) gehört zur UN-Familie, ist aber keine UN-Organisation. Den Etat von knapp 19 Millionen Euro bezahlen die Staaten, die diese Konvention ratifiziert haben. Die USA und die Türkei gehören zum Beispiel nicht dazu.

Das Gericht residiert hoch über der Elbe, mit Blick auf Containerschiffe und Hafenkräne. Das lichte, helle Gebäude wurde eigens für den Seegerichtshof errichtet und bietet den Richtern aus aller Welt ein passendes Ambiente. Das war nicht immer so. Als der Gerichtshof vor 20 Jahren, am 1. Oktober 1996, mit seiner Arbeit begann, war vieles noch ein Provisorium. Die Büros lagen in einem relativ schäbigen Bürohaus, und die Richter trugen zur Amtseinführung geliehene Roben.

Wolfrum ist einer von vier Richtern, die damals schon dabei waren. «Wir sind so etwas wie das Gedächtnis des Gerichts», sagt der 74-jährige emeritierte Professor aus Heidelberg, der dem Gerichtshof auch drei Jahre als Präsident diente. Er ist bis heute der einzige Deutsche, der dem ITLOS angehörte. Die übrigen Richter kommen aus China oder der Karibik, aus Mexiko oder dem Libanon, aus Island oder Korea.

«Die Richterschaft ist vielfältig besetzt, nicht nur im Hinblick auf den nationalen Hintergrund, sondern auch auf die Berufe», sagt Wolfrum. Nicht alle Richter sind Professoren, sondern auch Beamte, Diplomaten, Politiker und Anwälte gehören dazu. Präsident ist gegenwärtig der Russe Vladimir Golitsyn.

In 20 Jahren hat der ITLOS 25 Urteile gesprochen. Ist das viel oder wenig? «Ein bis drei Fälle sind bei internationalen Gerichten die Regel», sagt in einem Interview der Belgier Philippe Gautier, seit 2001 Kanzler des Seegerichtshofs und damit so etwas wie der höchste Verwaltungsbeamte in Hamburg. «Wir entscheiden ja nicht über einen Autodiebstahl, sondern es geht um komplizierte Fragen des internationalen Seerechts.» Die Kontrahenten sind Staaten, die umfangreiche Schriftsätze austauschen, und oft geht es um wesentliche juristische Fragen des Völkerrechts.

Von zwei Grundsätzen habe sich das Gericht in seinen Urteilen besonders leiten lassen: Von der Verpflichtung der Staaten zur Kooperation und vom Vorsorgeprinzip im Umweltschutz, sagt Wolfrum. Auch der Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel könne neue Fragen zur Grenzziehung im Meer aufwerfen. Wolfrum erwartet zudem neue Herausforderungen für das Seerecht und das Gericht, wenn der Tiefsee-Bergbau erst einmal in Gang kommt.

Di, 2016-09-27 04:58
Hempstead (dpa)

Trump und die Erwachsene im Raum Von Maren Hennemuth, dpa

Lange hat Amerika auf diesen Moment hingefiebert. Der erste Schlagabtausch zwischen Hillary Clinton und Donald Trump gerät zum Festspiel für die Demokratin. Ein Wendepunkt im Wahlkampf?

Hempstead (dpa) - Sie ist zurück, mit voller Wucht. Die Staatsfrau, da steht sie, als hätte sie nie gefehlt. Hillary Clinton schießt scharf, sie teilt aus, sie trumpft mit Fakten und Zahlen und ruht bei alldem so sehr in sich, als wäre es nie anders gewesen. Als hätte es all die Patzer, all die Fehler, all das Straucheln der vergangenen Wochen nie gegeben.

Ihr Konkurrent macht bei alldem kein gutes Bild. Donald Trump findet einen guten Einstieg, dann wirkt er nervös, hält sich oft am Wasserglas fest, unterbricht Clinton immer wieder, wirkt belehrend, ohne dass er etwas zu sagen hätte.

Die Demokratin lächelt, wenn er spricht. Der Republikaner verzieht das Gesicht, wenn sie an der Reihe ist. Er stöhnt auf, wenn sie ihn angreift. Sie bleibt ruhig. Ganz am Ende hält er ihr vor, sie habe nicht die Durchhaltekraft, um Präsidentin zu sein.

Nach all den Wochen dieses erbittert geführten Wahlkampfes könnte die Debatte ein Wendepunkt sein. Tagelang hat Amerika auf diesen Moment hingefiebert, auf diesen ersten Schlagabtausch beider Kandidaten, die das Land so polarisieren, wie vielleicht noch nie zuvor in der Geschichte. Der Unternehmer, der noch nie ein politisches Amt inne hatte. Die ehemalige Außenministerin, über die jeder eine Meinung hat, und die vielen verhasst ist.

Clinton erscheint im roten Hosenanzug, der Farbe der Republikaner. Trump hat einen schwarzen Anzug gewählt, seine Krawatte ist blau. Sie reichen sich die Hände, das ist 2016 keine Selbstverständlichkeit.

Der Ton ist ganz zu Beginn für wenige Augenblicke erstaunlich zahm. Trump sagt sogar, er stimme mit Clinton überein, was Kinderbetreuung und andere Themen angehe, nur eben nicht bei den Zahlen.

Aber Clinton mag dieses Spiel nicht mitspielen, sie geht ihm nicht auf dem Leim. Sie will die Regeln bestimmen, das macht sie ziemlich schnell deutlich, als sie Trumps wirtschaftliche Misserfolge aufzählt, die vielen Insolvenzen, die Steuererklärung, die er noch immer nicht veröffentlicht hat. Sie nennt ihn den «König der Schulden», spekuliert darüber, dass er gar nicht so reich sei, wie er es vorgebe zu sein.

Sie provoziert ihn, es sind viele kleine Nadelstiche und sie treffen Trump sichtbar unter die Haut.

Als er ihr im Gegenzug ihre wechselnden Meinungen zu internationalen Handelsabkommen vorhält, sagt sie schlicht: «Donald, ich weiß, du lebst in deiner eigenen Realität.» Es ist immer der Vorname, mit dem sie ihn anspricht.

Trump flüchtet sich in seine üblichen Übertreibungen, schwärmt von dem Hotel, das er gerade in Washington in Laufweite zum Weißen Haus errichtet hat. Mit seinen politischen Konzepten bleibt er weiter vage, seine Ideen zum Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) gehen nicht über die üblichen Bekenntnisse zur nötigen Härte hinaus.

Die Mauer zu Mexiko, ein roter Faden seines ganzen Wahlkampfs, erwähnt er mit keinem Wort.

Perfekt hatte Trumps Team das Spiel mit den Erwartungen im Vorfeld auf die Spitze getrieben. Schicht um Schicht zeichneten sie das Bild eines Außenseiters, der keine Zeit mit intensiver Debattenvorbereitung verschwendet, US-Medien übernahmen das als Generallinie. Die Erwartungen an Trump waren dermaßen niedrig, dass es ihm schon als Erfolg ausgelegt wurde, würde er nur auf seine üblichen Ausfälle verzichten.

Die Messlatte für Clinton war dagegen ungleich höher. Sie, die Erfahrene, müsse jedes Detail kennen, dürfe dabei aber nicht zu abgehoben wirken und müsse natürlich bei alldem etwas dafür tun, glaubwürdiger zu erscheinen.

Sie wischt das alles weg. «Ich glaube, Donald hat mich gerade dafür kritisiert, dass ich mich auf diese Debatte vorbereitet habe. Ja, ich habe mich vorbereitet. Und weißt du, worauf ich noch vorbereitet bin? Ich bin dafür vorbereitet, Präsidentin zu sein.»

Clintons Bild von Amerikas Gesellschaft ist voller Optimismus. Trump wählt die negative Zustandsbeschreibung, auf die er auch im Wahlkampf immer setzt: die Wirtschaft am Boden, Millionen von Arbeitsplätzen, die ins Ausland abwanderten.

Es ist dieser Gegensatz, der sich auch schon bei den Parteitagen abzeichnete: Clintons Ode an die Hoffnung und Trumps Abgesang an den amerikanischen Traum.

Die Frage ist, ob dieses Bild hängen bleiben wird. Noch während die Debatte läuft, beginnt auf den Nebenkriegsschauplätzen der Kampf um die Deutungshoheit.

Di, 2016-09-27 04:21
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Clinton über Pläne, den IS zu bekämpfen

«Wir müssen unsere Luftschläge gegen den Islamischen Staat verstärken. (...) Ich denke, wir müssen Bagdadi fassen.»

(Hillary Clinton bei der TV-Debatte über ihre Pläne, die Terrormiliz IS zu bekämpfen und deren Anführer Abu Bakr al-Bagdadi zu fassen)

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Di, 2016-09-27 04:37
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Trump über sein «gewinnendes Temperament»

«Ich habe eine viel bessere Urteilsfähigkeit als sie. Ich habe auch ein viel besseres Naturell als sie. Mein größter Vorteil ist mein Temperament. Ich habe ein gewinnendes Naturell. Ich weiß zu gewinnen.»

(Donald Trump bei der TV-Debatte über sein Naturell)

Di, 2016-09-27 04:26
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Trump über seine angebliche Ablehnung des Irak-Kriegs

«Ich habe den Krieg im Irak nicht unterstützt. Das ist Unsinn der Mainstream-Medien. Ich war gegen den Krieg.»

(Donald Trump behauptet bei der TV-Debatte, schon immer gegen den Irak-Krieg gewesen zu sein.)

Di, 2016-09-27 04:34
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Trump über seine Ablehnung des nuklearen Erstschlags

«Ich würde sicherlich nicht den nuklearen Erstschlag machen.»

(Donald Trump bei der TV-Debatte über seine Rolle im Falle eines Atomkriegs)

Geht doch!

Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?

Saures für Süßes – ein Pioniergesetz verbietet Naschereien, die Kinder mit Spielzeug locken

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Können Regierungen Unsinn einfach verbieten?

Mit einem strengen Gesetz will Chile seine Kinder und Jugendlichen vor ungesunder Nahrung schützen: Seit Anfang Juli dürfen Süßigkeiten mit einer Spielzeug-Beigabe im ganzen Land nicht mehr verkauft werden. Überraschungseier von Ferrero und Kindermenüs von McDonald’s sind jetzt also illegal. Die Neuregelung legt außerdem fest, welche Lebensmittel als gesundheitsschädlich gelten. Alle, die pro 100 Gramm mehr als 400 Milligramm Salz, vier Gramm gesättigter Fettsäuren, 275 Kalorien oder zehn Gramm Zucker enthalten, müssen gut sichtbar mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein. An Schulen dürfen sie nicht verkauft oder beworben werden. Der Grund für das Gesetz: In Chile ist inzwischen jedes dritte Kind unter sechs Jahren übergewichtig. Hersteller und auch einige Kritiker der Süßigkeitenindustrie bezweifeln aber, dass ein Verbot die richtige Maßnahme ist, um eine gesündere Ernährung zu erreichen. Entscheidend sei die konsumierte Menge, eine bessere Aufklärung der Kinder und vor allem gute Vorbilder – zum Beispiel gesünderes Schulessen.

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San Francisco: Styropor gebannt
Konsequent verfolgt San Francisco seine „Zero Waste“- Strategie: Die kalifornische Stadt verbietet ab Juli 2017 Kaffeebecher, Einweggeschirr und Lebensmittelverpackungen aus Styropor. Mit dem Bann dieser  Wegwerfprodukte will sie ihrem Ziel,  bis 2020 müllfrei zu sein, einen großen Schritt näherkommen. Inzwischen machen rund 100 US-Städte gegen Waren aus Schaumkunststoff mobil.

Russland: Gentechnik unerwünscht
Gentechnisch modifizierte Organismen dürfen in Russland künftig weder angebaut noch importiert werden. Einzige Ausnahme: Zu Forschungszwecken sind gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere erlaubt. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 6500 Euro. Das beschloss die Staatsduma in dritter und abschließender Lesung.

Marokko: Plastiktüten ade
Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von jährlich 900 Plastiktüten zählt das nordafrikanische Land zu den Negativ-Spitzenreitern. Doch seit Juli sind dort Kunststofftüten verboten – mit Ausnahme von Gefrier- und Müllbeuteln. Hierzulande soll eine Anfang Juli eingeführte Gebühr den Verbrauch drosseln.

 

Geht doch!

Konfliktfrei surfen

Konzerne müssen Rohstoffe aus Krisengebieten offenlegen – Europa ringt um eine verpflichtende Regelung

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Konfliktfrei surfen

Ausgerechnet die USA machen vor, wie man große Firmen an die kurze Leine nimmt – zumindest in punkto Konfliktrohstoffe. Der „Dodd-Frank Act“ verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob Handys, Laptops oder Autos Mineralien enthalten deren Verkauf Kriege oder bewaffnete Kämpfe in der DR Kongo und deren Nachbarländern finanziert. Dass das seit 2010 geltende Transparenzgesetz für Gold, Tantal, Wolfram und Zinn Wirkung zeigt, belegt nun ein Report des „Enough Project“: Inzwischen gebe es im Kongo mehr als 160 Minen, die als „konfliktfrei“ gelten, ermittelte die US-Organisation. Auch EU-Bürger wollen keine „blutigen“ Produkte. Deshalb verhandeln EU-Kommission, -Parlament und -Rat derzeit über eine Sorgfaltsregelung. Wie verbindlich diese sein wird, ist bislang offen. „Die EU-Regeln dürfen nicht hinter die US-Standards zurückfallen, das wäre ein Armutszeugnis“, sagt Christian Wimberger von der Christlichen Initiative Romero. Selbst eine verpflichtende Regelung für Konfliktmineralien könne nur ein erster Schritt sein. Als nächstes müsse der verbindliche Schutz von Menschenrechten und Umwelt auf alle industriellen Bergbauprojekte wie die Förderung von Coltan, Kupfer und Kohle ausgeweitet werden.
ci-romero.de (Rohstoffkampagne)
stop-mad-mining.org

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Mailand: Cash fürs Radeln
Seit Jahren leiden die Mailänder unter Staus und schlechter Luft. Nun ergreift die Verwaltung der norditalienischen Metropole eine ungewöhnliche Maßnahme: Sie will jedem Pendler, der künftig mit dem Rad zur Arbeit fährt, eine Pauschale von 25 Cent pro gefahrenem Kilometer zahlen. Für das Anreizprogramm stehen insgesamt 35 Millionen Euro bereit. Die Fahrten sollen per App dokumentiert werden.

London: Strom von der Themse
Im Mai hat die britische Hauptstadt den größten schwimmenden Solarpark der Welt in Betrieb genommen. Für 7,3 Millionen Euro wurden in der Themse 23.000 Paneele mit einer Kapazität von 6,3 Megawatt verankert. Der produzierte Strom soll die Wasseraufbereitungsanlagen in und um London versorgen. Der Vorteil der schwimmenden Sonnenkraftwerke: Sie sind leichter und billiger herzustellen als Anlagen an Land, werden durch das fließende Wasser konstant gekühlt und nehmen keinen Platz weg.

Frankreich: Palmöl – teurer durch Steuer
Um den Konsum zu drosseln und so die verheerenden Umweltschäden des Plantagenanbaus zu mindern, will die französische Regierung Palmöl besteuern: Ab 2017 sollen 30 Euro pro Tonne fällig werden, bis 2020 wird sich die Abgabe verdreifachen. In Deutschland ist bislang keine Palmölsteuer geplant. Der „Save Wildlife Conservation Fund“ drängt die Politik hierzulande schon länger zu diesem Schritt. Anders als in Frankreich dürfte sogenanntes „nachhaltiges Palmöl“ allerdings nicht ausgenommen werden, sagt eine Sprecherin der Stiftung, da es dafür noch immer keine verlässlichen Zertifizierungen gebe.
zeropalmoel.de

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Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Saubere Profite

Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

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Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Di, 2016-09-27 04:51
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Trump über die Präsidentschaftstauglichkeit von Clinton

«Ich denke nicht, dass sie die Ausdauer dafür hat. (...) Sie mag erfahren sein, aber sie hat schlechte Erfahrung.»

(Donald Trump konstatiert seiner Konkurrentin Hillary Clinton bei der TV-Debatte fehlende Tauglichkeit für die Präsidentschaft)

Di, 2016-09-27 04:46
Hempstead (dpa)

Clinton und Trump liefern sich hart geführtes TV-Duell

Die Nation hatte darauf gewartet: Hillary Clinton und Donald Trump treffen bei ihrem ersten TV-Duell aufeinander. Das Bild ist gewohnt: Trump gibt sich angriffslustig, Clinton abgeklärt.

Hempstead (dpa) - Hillary Clinton und Donald Trump haben sich im Rennen um das Weiße Haus ein höchst engagiertes und teils hart geführtes TV-Duell geliefert. Trump wirkte teils aggressiv und oft atemlos, Clinton gab sich meist gelassen und versuchte, mit Argumenten zu überzeugen. Beide gerieten unter anderem bei Themen wie internationaler Handel und bei der Integration der afroamerikanischen Minderheit aneinander.

Trump lobte sich in einem Teil der Debatte selbst. «Ich habe die deutlich bessere Urteilsfähigkeit als sie», sagte er. «Sie sieht nicht wie eine Präsidentin aus, sie hat nicht die Ausdauer dazu.» Die «Washington Post» bezeichnete Trump in Teilen der Debatte als «ziellos».

«Die ungleiche Behandlung von Schwarzen und Weißen ist nach Ansicht von Clinton nach wie vor eines der größten Probleme der USA. «Wir müssen das Vertrauen zwischen den Kommunen und der Polizei wiederherstellen», sagte sie in der TV-Debatte. Jeder müsse sich an das Gesetz halten. «Wir müssen die Waffen aus den Händen derer wegnehmen, die sie nicht tragen sollten», betonte sie. Donald Trump sagte, Amerika brauche mehr «law and order», Recht und Ordnung. Clinton wolle diese Wörter nicht einmal benutzen.

Die frühere Außenministerin setzte sich für eine härtere Gangart im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ein. «Wir müssen die Luftangriffe auf den IS intensivieren», sagte sie. «Wir müssen auch Bagdadi jagen», sagte sie über den Anführer der Terrormiliz, Abu Bakr al-Bagdadi. Trump warf der Administration von US-Präsident Barack Obama schwere Fehler vor und wiederholte seine Darstellung, die USA hätten die Ölquellen des Iraks besetzen müssen, um sie vor dem IS zu schützen.

Trump widersprach der Darstellung Clintons, er werde als Sicherheitsrisiko angesehen und für nicht tauglich gehalten, die Rolle des Oberkommandierenden der US-Armee zu übernehmen. «Mehr als 200 Admirale und Generäle unterstützen mich», sagte Trump. «Ich werde sicher nicht den nuklearen Erstschlag führen.» Er behauptete erneut, er sei stets gegen den Einmarsch der USA in den Irak gewesen. Diese Behauptung ist mehrmals widerlegt worden.

Der New Yorker Milliardär forderte Clinton hinsichtlich ihrer E-Mail-Affäre heraus. Er werde seine Steuerunterlagen veröffentlichen, sobald Clinton diejenigen 33 000 E-Mails publik mache, die sie als Außenministerin über einen privaten Server gesendet hat und die noch nicht von der US-Bundespolizei FBI aufgefunden werden konnten.

Traditionell veröffentlichen Präsidentschaftskandidaten in den USA ihre Steuererklärungen, um dem Wahlvolk einen Einblick in ihre Verdienst- und Vermögenssituation zu geben. Clinton hat dies ebenfalls getan. Trump weigert sich bisher beharrlich. «Irgendetwas versteckt er», sagte Clinton.

Hinsichtlich ihrer E-Mails, die sie als Außenministerin unerlaubterweise von einem privaten Server versandt und empfangen hatte, erklärte Clinton: «Ich habe einen Fehler gemacht.»

Beim Zankapfel «Internationaler Handel» warf Trump Clinton mehrmals vor, ihre Ansicht zur Transpazifischen Handelspartnerschaft unter zwölf Pazifikanrainern mehrmals geändert zu haben. «Du hast gehört, was ich dazu gesagt habe und dann warst Du dagegen», sagte Trump. Clinton widersprach dem. Trump trat zudem für eine Erleichterung des Regelwerks für die Gründung neuer Unternehmen ein. Die Schaffung von Arbeitsplätzen müsse erleichtert werden.

Di, 2016-09-27 04:27
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Trump über Kriminalität

«Wir müssen Recht und Ordnung zurückbringen. (...) Illegale Migranten haben Waffen, und sie erschießen Leute.»

(Donald Trump bei der TV-Debatte über Kriminalität)

Di, 2016-09-27 04:33
Hempstead (dpa)

Trump: Deutschland und andere sollten USA für Schutz bezahlen

Hempstead (dpa) - Donald Trump will, dass Deutschland und Japan und andere Länder für den Schutz durch die USA zur Kasse gebeten werden. «Sie müssen bezahlen», sagte der Präsidentschaftskandidat der Republikaner in der Nacht zum Dienstag in der ersten TV-Debatte mit seiner Konkurrentin Hillary Clinton. Das gelte auch für Saudi-Arabien.

«Die größte Bedrohung der Welt ist die nukleare, nicht wie Du und Dein Präsident es sieht, der Klimawandel», sagte Trump.

Di, 2016-09-27 04:09
Hempstead (dpa)

Trump weicht klarer Antwort aus: Ist Obama in den USA geboren?

Hempstead (dpa) - Donald Trump ist in der TV-Debatte mit Hillary Clinton einer klaren Antwort ausgewichen, ob US-Präsident Barack Obama in den USA geboren wurde. Trump behauptet seit Jahren, Obama sei kein US-Amerikaner und unterstellt damit, er sei illegitimes Staatsoberhaupt. Zuletzt hatte Trump diese Kampagne zu beenden versucht, in der Debatte gab er eine verwirrende Antwort. In Wirklichkeit habe er Obama damit einen Gefallen getan, sagte Trump.

Barack Obama wurde auf Hawaii geboren.

Di, 2016-09-27 04:09
Cartagena (dpa)

Regierung und Rebellen besiegeln historischen Frieden in Kolumbien

In Kolumbien legen Regierung und Farc-Rebellen den ältesten Konflikt Lateinamerikas bei. Die Welt bejubelt den Friedensschluss. Doch die Kolumbianer müssen noch zustimmen. Und die Gegner des Vertrags machen bereits mobil.

Cartagena (dpa) - Nach einem halben Jahrhundert Gewalt, Elend und Vertreibung zieht Kolumbien einen Schlussstrich unter den ältesten Konflikt Lateinamerikas. Präsident Juan Manuel Santos und der Kommandeur der linken Guerillaorganisation Farc, Rodrigo Londoño alias «Timochenko», setzten am Montag (Ortszeit) ihre Unterschrift unter einen Friedensvertrag.

«Es gibt einen Krieg weniger auf der Welt - den in Kolumbien», sagte Santos. «Nun soll der Frieden blühen.» Rebellen-Chef «Timochenko» sagte: «Der Krieg ist vorbei. Jetzt beginnen wir damit, den Frieden aufzubauen.»

Die einstigen Erzfeinde unterzeichneten das historische Abkommen mit einem aus einer Gewehrpatrone gefertigten Kugelschreiber. «Unsere Vergangenheit wurde mit Kugeln geschrieben, die Bildung wird unsere Zukunft schreiben», war darauf zu lesen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sowie zahlreiche Staats- und Regierungschefs waren zur Vertragsunterzeichnung nach Cartagena gekommen.

Mit dem Friedensschluss geht der älteste Konflikt in Lateinamerika zu Ende. In den Kämpfen zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs kamen seit Mitte der 1960er Jahre über 220 000 Menschen ums Leben, Millionen wurden vertrieben. Das Abkommen muss am kommenden Sonntag noch in einer Volksabstimmung gebilligt werden. Umfragen zufolge liegen die Befürworter des Vertrag vorn.

«Wir akzeptieren die Gewalt nicht länger als Mittel, um Ideen zu verteidigen», sagte Präsident Santos nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens. «Kein Krieg mehr.» Künftige Generationen sollten ihre Energie auf die Entwicklung des Landes richten. «Wir machen jetzt Politik ohne Waffen», sagte «Timochenko». «Wir werden unseren Teil erfüllen und hoffen, dass die Regierung ihren Teil erfüllt.»

UN-Generalsekretär Ban sagte, die Opfer des Konflikts seien die Vorkämpfer für den Friedensvertrag gewesen. «Heute ziehen die Kolumbianer einen Schlussstrich unter Jahrzehnte in Flammen und senden ein helles Licht der Hoffnung, das die Welt erhellt», sagte er.

Die Europäische Union strich die Farc von der Terrorliste. «Heute sendet Kolumbien eine Botschaft der Hoffnung an den Rest der Welt», sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Zudem kündigte sie die Gründung eines Treuhandfonds mit einem Umfang von 600 Millionen Euro an, an dem sich viele EU-Staaten beteiligen wollten.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: «Kolumbien schreibt heute Geschichte. Das ist ein Grund zur Freude - für die Menschen in Kolumbien und für die ganze Welt. Und es macht Mut für andere auch unlösbar erscheinende gewaltsame Konflikte.»

Der Friedensvertrag sieht eine Landreform, neue Ansätze im Kampf gegen den Drogenhandel und eine Entschädigung der Opfer vor. Innerhalb von sechs Monaten sollen die Rebellen nun unter Aufsicht der Vereinten Nationen ihre Waffen niederlegen. Künftig wollen die Farc politisch für ihre Ziele eintreten. In den kommenden zwei Wahlperioden bekommen sie zehn Abgeordnetenmandate garantiert.

In den fast vierjährigen Friedensverhandlungen in Kuba vereinbarten beide Seiten zudem ein eigenes Justizwesen zur Aufarbeitung der Verbrechen des Konflikts. Für politische Straftaten wird eine weitreichende Amnestie gewährt. Wer seine Beteiligung an schweren Verbrechen einräumt, muss mit einer Freiheitsstrafe von höchstens acht Jahren rechnen.

Vor der Vertragunterzeichnung machten am Montag auch die Gegner des Abkommens mobil. Sie kritisierten vor allem die garantierten Parlamentssitze und die geringen Strafen für die Farc-Rebellen. Der frühere Präsident Álvaro Uribe sagte auf einer Demonstration in Cartagena: «Wir sagen Nein zu den Terroristen, Nein zu diesem schlechten Vertrag.»

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Presto, presto statt Buon appetito – jetzt gibt’s Pasta als Prodotto finito!
So lernen schon die Bambini, wie man Bio-Nudeln zubereitet: Folie einstechen und ab in die Mikrowelle.

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Das Wissen zu den Anlagetricks von morgen.

Und die Skrupellosigkeit meines Beraters. 
Unsere Experten analysieren globale Trends im Geldwäschesektor. Panama war gestern, morgen finden wir anderswo ein trockenes Plätzchen für Ihr Schwarzgeld. Vertrauen Sie uns: Wir mischen aus Tradition in jedem Finanzskandal mit. Und ob Waffenfabriken, Atom- oder Kohlekraftwerke – wir stecken Ihr Geld in jede tödliche Industrie.
Mehr Infos: greenpeace-magazin.de/deutschebank

Unser Wissen für Ihr schmutziges Geld.
Gewissenlos aus Gewinnsucht

Kohleschlote? Atomwaffensilos? Keine Ahnung. Wir lassen Gras über die Sachen wachsen.

 

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb, selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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