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Greenpeace Magazin Ausgabe 1.17

Dorf ohne Gift

Wegweiser: Peter Gasser (56)
Sie sind geruchlos, unsichtbar und potenziell gefährlich: Insektizide, Herbizide und Fungizide. In Mals in Südtirol wird ihretwegen heftig gestritten. Der Ort ist wie viele in der Region von etlichen Apfelplantagen umgeben, die dort eingesetzten Pflanzengifte trägt der Wind auf Nachbarwiesen und in Wohngebiete. „In meine Praxis kamen Bauern, die Angst hatten, dass ihre Tiere kontaminiertes Heu fressen und die Pestizide so in den Nahrungskreislauf gelangen“, sagt der Veterinär Peter Gasser. Die Beschäftigung mit diesen Fragen machte Gasser zum Umweltaktivisten. „Wir wehren uns gegen diese Pestizidwalze“, sagt er. Die Mehrheit der Malser forderte vor zweieinhalb Jahren in einem Bürgerentscheid, den Einsatz dieser Substanzen zu verbieten. Im Frühjahr machte der Gemeinderat ernst: Obstbauern haben zwei Jahre Zeit, ihre Anbauart umzustellen. Darf ein kleines Dorf EU-weit zugelassene Produkte einfach verbieten? Einige Bauern glauben das nicht und haben beim Verwaltungsgericht in Bozen Beschwerde eingereicht, die Entscheidung steht aus. „Es ist ein mühsamer Kampf“, sagt Gasser. „Aber wir machen weiter.“
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