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ernährung

25. Mai 2012

Hipp, Hipp, Hurra?

Schon zu Beginn der diesjährigen Foodwatch-Abstimmung über die „dreisteste Werbelüge“ lässt sich ablesen: Wie bereits in den letzten Jahren werden sich Zehntausende an der Wahl zum „Goldenen Windbeutel“ beteiligen. Hipp, einer der Nominierten für den Preis, hat bereits reagiert.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch stellt jedes Jahr im Rahmen der Wahl zur „dreistesten Werbelüge des Jahres“ Produkte zur Abstimmung, die besonders irreführend beworben werden. In diesem Jahr sind auch Zuckergranulat-Tees von Hipp dabei, die als „Durstlöscher“ für Kleinkinder ab 12 Monaten geeignet sein sollen. Zu der Empfehlung, Kindern ungesüßte und kalorienfreie Getränke zu geben, steht das Produkt in krassem Widerspruch: 200 Milliliter zubereiteter Tee der Geschmacksrichtungen Früchte, Waldfrüchte und Apfel Melisse enthalten das Äquivalent von zweieinhalb Stücken Würfelzucker.

Foodwatch hatte deshalb zu einer E-Mail-Aktion aufgerufen. Die Resonanz war gewaltig: Innerhalb eines Tages gingen mehr als 10.000 Beschwerden bei dem Babynahrungshersteller ein, der Foodwatch-Server war zeitweise überlastet. Hipp reagierte darauf mit der Ankündigung, die Bezeichnung „Durstlöscher“ nicht mehr zu verwenden. Erst nach weiterem Druck von Foodwatch erklärte die Firma jetzt, die Tees würden bis Ende 2012 aus dem Sortiment genommen und durch Produkte „ohne Zuckerzusatz“ ersetzt. Ob die Rezeptur dann gleichfalls ungeeignete Süßstoffe als Zuckerersatz enthalten wird, ist noch nicht bekannt. Foodwatch kritisiert außerdem, dass die Tees noch ein weiteres halbes Jahr auf dem Markt bleiben sollen.

Die E-Mail-Aktion wurde eingestellt; an der Wahl zum Goldenen Windbeutel können Verbraucher sich nach wie vor beteiligen.

ESTHER WIDMANN

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