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kinderarbeit12. Juni 2012
Schuften statt Schule215 Millionen Kinder weltweit müssen arbeiten, oftmals unter schlimmsten Bedingungen. Zum heutigen Welttag gegen Kinderarbeit fordert die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) eine Durchsetzung längst beschlossener Ziele.In der Ziegelfabrik von Deh Saby in Afghanistan ist ein elfjähriges Mädchen schon eine erfahrene Arbeitskraft: die meisten Kinder sind an ihrem ersten Arbeitstag sieben oder acht Jahre alt. Zehn bis fünfzehn Stunden arbeiten sie pro Tag im Staub, sechs Tage in der Woche. So oder noch schlimmer geht es 215 Millionen Kindern auf der Welt. Im Jahr 2010 hat die internationale Gemeinschaft ein Strategiepapier beschlossen, mit dem die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2016 eliminiert werden sollen. Am heutigen Welttag gegen Kinderarbeit soll eine Zwischenbilanz gezogen und noch zu leistende Schritte aufgezeigt werden. Nach einer Schätzung der ILO muss mehr als die Hälfte der 215 Millionen Kinderarbeiter in den „schlimmsten Formen“ schuften. Als solche definiert die ILO alle Formen von Sklaverei oder sklavereiähnlichen Zuständen wie Verkauf von Kindern und Schuldknechtschaft, erzwungene Arbeit, erzwungene Rekrutierung als Kindersoldaten, den Einsatz von Kindern im Drogenhandel und anderen illegalen Aktivitäten sowie Kinderprostitution und –pornographie. Die größte absolute Zahl von Kinderarbeitern, nämlich rund 114 Millionen, findet sich in Asien und dem pazifischen Raum. Das entspricht jedem achten Kind in dieser Region. Noch schlimmer sind die relativen Zahlen in Afrika südlich der Sahara: eins von vier Kindern, insgesamt 65 Millionen, werden hier ausgebeutet. Dagegen werde viel zu wenig unternommen: In einer Studie zum Welttag gegen Kinderarbeit beschreibt die ILO unter anderem, dass global nur 1,5 Prozent aller bekannten Fälle juristisch verfolgt und verurteilt werden. Nach einer seit 1973 bestehenden Konvention soll das Mindestalter für Arbeitnehmer 15 Jahre betragen, um zumindest eine grundlegende Schulbildung zu ermöglichen. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Statt in der Schule zu lernen, müssen Kinder für ihren Lebensunterhalt schuften. Doch durch mangelnde Bildung sowie den vorzeitigen Eintritt in die Arbeitswelt haben sie keine Chance, sich beruflich zu qualifizieren und sich selbst und ihre Familien aus dem Kreislauf der Armut zu befreien, schreibt die ILO. Sie fordert deshalb alle Staaten weltweit auf, die Konventionen bezüglich Kinderarbeit zu ratifizieren und die Ausrottung von Kinderarbeit effektiv durchzusetzen. ESTHER WIDMANN Ein Einsatzort von Kindersklaven sind Kakaoplantagen in Westafrika – lesen Sie hier unsere Reportage aus Heft 3.09, das Sie hier bestellen können. Garantiert ohne Kinderarbeit und mit einer passenden Botschaft versehen sind unsere weichen Babybodies aus Biobaumwolle. |
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