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trinkwasser

23. Juli 2012

Namibia: Oase unter der Wüste

Die Wüste Namibias – nichts als Sand, so weit das Auge reicht? Von wegen: Deutsche Hydrogeologen sind im Cuvelai-Etosha-Becken auf ein riesiges Grundwasservorkommen gestoßen. Es könnte das Land die nächsten vier Jahrhunderte mit Trinkwasser versorgen.

Das fünf Milliarden Kubikmeter große Süßwasserreservoir an der Grenze zu Angola sei in einer Tiefe von mehr als 200 Metern entdeckt worden, sagte der Projektleiter der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Martin Quinger. „Allein die gespeicherte Menge entspricht nach sehr vorsichtigen Berechnungen dem Verbrauch der dicht besiedelten nördlichen Region von mehr als 400 Jahren“, erklärte er. Es seien jedoch weitere Untersuchungen notwendig, um die Neubildungsrate zu bestimmen.

Die Entdeckung wurde in Zusammenarbeit mit dem namibischen Ministerium für Landwirtschaft, Wasser und Forstwirtschaft gemacht. Ziel der Experten ist es, Zugang zu sauberem Trinkwasser für den Norden des Landes zu sichern, in dem rund 60 Prozent der zwei Millionen Einwohner leben.

Das nach Schätzungen mehr als 10.000 Jahre alte Grundwasservorkommen soll von bester Qualität sein und vermutlich aus höher gelegenen Teilen des benachbarten Angola stammen. Es liegt unter einer 100 Meter dicken Sperrschicht. Würde diese Schicht durchbrochen, stiege das unter Druck stehende Wasser bis etwa 20 Meter unter die Oberfläche, was die Förderkosten sehr niedrig halte. Laut Quinger ist diese Art von tief zirkulierenden Grundwassersystemen zudem resistent gegenüber Klimaereignissen, sodass selbst mehrere Trockenjahre in Folge keinen Einfluss auf die Versorgung aus dem unterirdischen Reservoir hätten.

Dem Nomadenvolk der Himba eröffnet der Fund neue Perspektiven. Derzeit leiden die Menschen und ihre Rinderherden wie so oft in Trockenzeiten unter einer schweren Dürre. Für die namibische Regierung bedeutet der Fund noch mehr: Neben der weit verbreiteten Viehwirtschaft könnte in der ehemaligen deutschen Kolonie in Zukunft auch in sehr viel größerem Maße Ackerbau zur Selbstversorgung betrieben werden.

dpa

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