thunfisch

18. November 2011

Whistleblower-Video zeigt rabiate Fangmethoden

Ein Informant aus der Fischereibranche hat Greenpeace Videoaufnahmen zugespielt, die rücksichtslose Fangmethoden auf einem Thunfischtrawler zeigen. Und damit den wahren Preis für eine Dose Thunfisch, die im Supermarkt weniger als einen Euro kostet.

„Rifffische, Mantarochen, Delphine, Schwertfische, Wale. Alles wurde an Bord gehievt...“ Die Stimme des Mannes, der die erschütternden Zustände auf dem koreanischen Thunfischtrawler beschreibt, wurde im Video verfremdet. Er muss anonym bleiben. Auch sein Gesicht wird im Video, das er Greenpeace zugespielt hat, nicht gezeigt.

Im vergangenen Jahr war er Hubschrauberpilot auf einem koreanischen Ringwadentrawler im Pazifik. Seine Aufgabe war, Thunfischschwärme aufzuspüren. Die Fischfänger arbeiteten mit Ringwadennetzen und sogenannten Fischsammlern (Fish Aggregation Devices, FAD). Fischsammler täuschen Schutz vor und ziehen so Fische und Meereslebewesen aller Art an. Das Ringwadennetz wird drumherum gelegt und muss nur zugezogen werden.

„Jeden Morgen dachte man daran, was man wohl an diesem Tag fangen würde“, berichtet der Whistleblower. „Ohne FADs war der Beifang fast null. Mit FADs war es viel.“

Auch junge Thunfische gingen ins Netz  zu jung, um sich schon vermehrt zu haben. So werden die Bestände weiter dezimiert. Zu kleine Fische gelangten fast nur beim Fischen mit FADs ins Netz. Winzige Dinger. „Zigarren“ nannten sie sie. Und natürlich starben alle und wurden einfach zurück ins Meer gekippt.

Fast 60 Prozent aller gefangenen Thunfische kommen aus dem Pazifik. Die Bestände an Großaugen- und Gelbflossenthun sind dort bereits überfischt. Greenpeace fordert deshalb dringend ein Verbot der Ringwadenfischerei mit Fischsammlern. Zudem müssen die Fangquoten für Thunfisch im West- und Mittelpazifik um die Hälfte gekürzt werden. 

„Die Thunfischdose aus Ringwadenfischerei  auch noch zum Billigpreis  gehört nicht mehr in unsere Regale“, sagt Meeresbiologin Iris Menn von Greenpeace. Jeder kann seinen Beitrag zum Schutz der Thunfische leisten: „Lassen Sie die Dose beim nächsten Einkauf liegen.“

 

Mehr Infos finden Sie bei Greenpeace.

 

 

Im Greenpeace Magazin 6.10 haben wir über die unerbittliche Jagd auf den ebenfalls vom Aussterben bedrohten Blauflossenthun berichtet.

 

Es geht auch anders: Im Greenpeace Magazin 5.11 stellen wir die Slow-Fish-Bewegung vor, die nur auf schonende Fangmethoden setzt.

 


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