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greenpeace magazin 1.06
Vorlesen weckt die Leselust bei Kindern. Und Lesen regt die Fantasie an. Lesen lockt und verführt. Lesen macht furchtlos und selbstsicher. Deshalb lohnt sich jede Stunde, die Sie Kindern laut vorlesen.
"Ich webe Moralisches in meine Geschichten" T. A. Barron schreibt ökologische Fantasy-Romane
Der Auszug von Seite 16 stammt aus dem ersten Teil der Trilogie "Der Zauber von Avalon" des US-Fantasy-Autors T.A.Barron, der mit einer Merlin-Saga bekannt wurde (2005, dtv junior extra, 12,50 Euro). Der Naturliebhaber Barron stellt Avalon als einen großen Baum dar, dessen sieben Wurzelreiche von magischen Geschöpfen bewohnt werden – doch das friedliche Miteinander ist bedroht. Einen jugendlichen Helden, einen magischen Schauplatz und als großes Ideal den Schutz der Natur: das alles können Kinder bei T.A.Barron erwarten. Der Autor, Vater von fünf Kindern, lebt in Boulder/Colorado. Er studierte Philosophie, Politik und Wirtschaft und war Manager einer Anlagefirma in New York. Seit 1990 schreibt Barron und engagiert sich für die Umwelt. 2001 gründete er den „Gloria Barron Prize for Young Heroes“. Er wird jährlich an zehn Kinder und Jugendliche vergeben, die sich für andere Menschen und die Natur eingesetzt haben. Jeder Preisträger erhält 2000 US-Dollar, die er in seine Ausbildung oder ein Projekt stecken darf: www.barronprize.org
Glauben Sie, dass Ihre jugendlichen Leser Ihre Fantasy-Bücher tatsächlich als Parabel für den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur verstehen? T.A.Barron: Ja! Ich bekomme jede Woche viele E-Mails von Kindern und Erwachsenen, die nach der Lektüre von Der Zauber von Avalon mit mir über Umweltschutz reden wollen. Sie erkennen klar, dass alle meine Bücher dazu auffordern, respektvoll mit der Erde umzugehen. Ich hoffe immer, die Kinder in dieser Hinsicht inspirieren zu können. So wie in meinen Büchern imaginäre Welten bedroht werden, ist auch die Erde bedroht – durch menschliche Gier und Arroganz. Und die Kinder lernen, dass es Hoffnung gibt, die Erde zu retten, so wie die mutigen jungen Menschen in meinen Büchern ihre Welten noch retten können. Und dies, obwohl die Umweltpolitik von Präsident Bush furchtbar ist und Luft, Wasser und Wälder gefährdet.
Kann Bücherlesen Kinder zum Umweltschutz bewegen? Sollte man sie nicht eher in die Natur schicken, um sinnliche Eindrücke zu sammeln? Kinder können durch beides sensibilisiert werden. Natürlich gibt es erstmal nichts Besseres als in der freien Natur zu sein. Ich klettere oft mit meinen Kindern in den Bergen. Wenn wir dann eine gewaltige Hügelkette sehen oder den nächtlichen Sternenhimmel, fühlen wir uns zunächst klein, aber gleichzeitig wachsen wir, weil wir mit all dieser natürlichen Pracht verbunden sind. Aber auch Bücher können solche Gefühle hervorrufen. Wie schon die Ureinwohner Amerikas webe ich Moralisches in meine Geschichten. Mein Ziel ist, faszinierend zu erzählen und die Leser gleichzeitig für den Schutz der Umwelt zu begeistern. Bücher können höchste Ideale vermitteln und bringen unsere besten Seiten zum Vorschein.
Wollen Sie Kindern vorlesen? www.deutschland-liest-vor.de Praktische Anregungen für eigene Vorlese-Projekte finden Sie im Buch von Cem Özedmir (Hrsg.): Abenteuer Vorlesen. Ein Wegweiser für Initiativen. Edition Körber Stiftung 2002. 201 Seiten. 12 Euro
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