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greenpeace magazin 4.09
Grünfärberei
Grünfärberei [engl: „Greenwashing“]
Bewusste Irreführung der Öffentlichkeit, die Gewinnmaximierung bei gleichzeitiger Umweltzerstörung erlaubt. Das simple Verfahren eignet sich für Firmen wie Politiker gleichermaßen. Durch geschickte Öffentlichkeitsarbeit wird dabei von den tatsächlichen Folgen des Unternehmenshandelns oder bestimmter politischer Entscheidungen abgelenkt.
Ein mustergültiges Beispiel war die Eröffnung einer McDonald’s-Filiale Ende April in dem Örtchen Achim nahe Bremen. Mit Unterstützung der US-Agentur Burson-Marsteller, versierten Grünfärbern, wurde das „energieeffiziente Restaurant“ mit den TV-Moderatoren Wigald Boning und Barbara Eligmann als Zugpferden auf der Bühne groß präsentiert. Die „EE-Tec“-Filiale brüstet sich mit einer Fotovoltaikanlage zur Stromerzeugung, Solarkollektoren zur Warmwassergewinnung, einem Windrad, welches das gelbe „M“ ziert, einer Geothermie-Wärmepumpe sowie diversen Energiespar-Technologien. „Was sich im Praxistest bewährt“, so die Pressemitteilung der Fast-Food-Kette, „kann in weiteren McDonald’s-Restaurants eingesetzt werden.“
Dabei haben alle Technologien bereits harte Praxistests auf Millionen Haus-dächern, in zahllosen Küchen, Kammern und Kellern hinter sich und könnten längst auch die Energieeffizienz der anderen 39 Filialen steigern, die McDonald’s allein in diesem Jahr in Deutschland eröffnen will. Mit einem „neu entwickelten Induktionsgrill“ wird in Achim das Fleisch gegart. Kein Wort davon, dass das Grillgut alles andere als energieeffizient erzeugt wird. Laut Welternährungsorganisation trägt die Viehwirtschaft 18 Prozent zum Treibhauseffekt bei. Rindfleisch ist wegen des Methans, das Wiederkäuer ausrülpsen, besonders klimaschädlich. Zudem steht die Achimer McDonald’s-Filiale in einem Gewerbegebiet nahe der Autobahn, natürlich mit „Drive-in“-Spur. Wäre es McDonald’s ernst mit seinem „weltweiten Vorbildcharakter“, müsste die Firma ihre Gäste ermuntern, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen.
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