greenpeace magazin 4.11

Öko Strom

AUF EINEN BLICK


Auf die Politik muss niemand warten: Der persönliche Atomausstieg geht einfach, schnell – und bringt auch die große Energiewende ein Stück voran

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Wer Ökostrom bezieht, produziert keinen Atommüll und erleichtert 
seinen ökologischen Fußabdruck in nur wenigen Minuten um rund eine Tonne CO2 pro Jahr. Mehr als drei Millionen Haushalte sind inzwischen auf sauberen Strom umgestiegen – allerdings gibt es Unterschiede.

Mogelpackungen erkennen

Für Ökostrom gibt es – anders als bei Biolebensmitteln – keine 
geschützte Produktbezeichnung. Anbieter können wechselwillige Kunden ungestraft mit „100 Prozent erneuerbar“ oder „Klimastrom“ locken. 
Beispielsweise wird seit Jahrzehnten in alten Wasserkraftwerken 
produzierter Strom von Konzernen plötzlich grün vermarktet. Solche Tarife, die meist das RECS-Zertifikat haben, bringen jedoch keinen 
Nutzen für die Umwelt, weil sie nicht zum Ausbau beitragen.

Auf seriöse Gütesiegel achten

Echter Ökostrom setzt voraus, dass der Anteil der erneuerbaren 
Energien ausgeweitet wird. Ein Teil der Erlöse muss in den Zubau von Kraftwerken fließen, denn nur so trägt der Anbieter zur Energiewende bei. Dieser Zusatznutzen für die Umwelt und die Unabhängigkeit von Atom- und Kohlekonzernen sind entscheidende Kriterien für sauberen Strom. Diese liegen den Labeln „ok-power“ und „Grüner Strom“ 
sowie den TÜV-Siegeln zugrunde.

Angebote vergleichen
Mittlerweile gibt es sehr viele Vergleichsportale im Internet. 
Beispiels­weise bietet das Umweltbundesamt die Möglichkeit, Strom
tarife und Leistungen zu vergleichen. Die Verbraucherzentrale 
Sachsen-Anhalt ermittelt zugleich, ob eigentumsrechtliche Verflechtungen mit Energiekonzernen bestehen, die Atom- oder Kohlekraftwerke 
betreiben oder mit Strom aus diesen Quellen handeln.
Ökostrom muss im Übrigen nicht zwangläufig teurer sein: Die Preise 
für Ökostrom sind im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 
38 Euro für einen Zwei-Personen-Haushalt gestiegen, herkömmlicher Strom kostete im Schnitt 68 Euro mehr. Wer vom konventionellen 
Regionalversorger zum preiswertesten Ökostrom­anbieter wechselt, kann nach Berechnungen der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt bei einem Jahresverbrauch von 3600 Kilowattstunden bis zu 150 Euro sparen.
www.naturvolt.de
www.stromwechseln-hilft.de
www.uba.klima-aktiv.de
www.vz-nrw.de/oekostrom
www.toptarif.de/oekostrom

Die kleinen Vier
Die Kampagne „Atomausstieg selber machen“, ein Zusammenschluss 
vieler Umweltverbände, empfiehlt Greenpeace Energy, Naturstrom, 
Lichtblick und die Elektrizitätswerke Schönau. Die kleinen Vier 
sind unabhängig, transparent und liefern bundesweit ausschließlich 
grünen Strom – inzwischen an mehr als eine Million Kunden.

Greenpeace Energy
Die Genossenschaft gehört 20.000 Mitgliedern und versorgt mehr 
als 100.000 Kunden. Die Tochter „Planet Enery“ baut selbst Ökostrom­anlagen. Greenpeace Energy wird vom TÜV Nord überprüft. Die 
nicht gewinnorientiert wirtschaftende Energiegenossenschaft erfüllt 
die besonders anspruchsvollen Greenpeace-Kriterien – und ist damit erste Wahl. Der Verbraucher kann jederzeit nachverfolgen, woher sein Strom kommt; Einkäufe an Strombörsen sind tabu. Jeder neue Kunde wird nach spätestens fünf Jahren mit Strom aus Neuanlagen versorgt. 
Ab Herbst 2011 bietet Greenpeace Energy auch eine Gasversorgung 
an – ein Teil des Gases wird aus überschüssiger Windkraft gewonnen.
www.greenpeace-energy.de

Elektrizitätswerke Schönau

Die EWS Schönau sind aus einer Bürgerinitiative hervorgegangen, 
die sich nach dem GAU in Tschernobyl gegründet hatte. Zunächst 
übernahmen die „Stromrebellen“ das Stromnetz ihres eigenen Schwarzwaldstädtchens. Inzwischen beliefert die Genossenschaft rund 
100.000 Kunden. Mit einem „Sonnencent“ werden gezielt Neuanlagen gefördert. Die EWS werden vom TÜV Nord zertifiziert.
www.ews-schoenau.de

Naturstrom AG

Das Düsseldorfer Unternehmen, das von Mitgliedern verschiedener Umweltverbände gegründet wurde, ist der billigste Anbieter unter 
den unabhängigen Vier. Der Ökostrom ist mit dem Label Grüner Strom zertifiziert. Beliefert werden 150.000 Kunden. 1,25 Cent pro verkaufter Kilowattstunde fließen in Neubauten. Die Firma gehört 850 Klein­aktionären und zu 27 Prozent der eco eco AG.
www.naturstrom.de

Lichtblick
Mit mehr als 500.000 Kunden ist dieses Hamburger Privatunter
nehmen der größte Ökostromlieferant. In etlichen Gerichtsprozessen gegen herkömmliche Energiekonzerne hat Lichtblick den Wett­bewerb auf dem Energiemarkt maßgeblich befördert. Seit 2007 ist 
die vom TÜV Nord geprüfte Firma auch als Gaslieferant tätig. Um 
wetter­abhängige Flauten auszugleichen, begann Lichtblick 2010 die 
ersten Gas­minikraftwerke mit hocheffizienter Kraftwärme­kopplung 
in Privat­haushalten zu installieren.
www.lichtblick.de

Die vielen Regionalen
Der Löwenanteil beim Boom der erneuerbaren Energien stammt 
von Regionalversorgen wie Stadtwerken, Bürgerwindparks oder 
von Privathaushalten. Laut einer aktuellen Greenpeace-Studie tragen 
sie zusammen mit 32 Prozent zur Stromgewinnung aus Erneuerbaren
 bei. Doch nicht alle kommunalen Stromversorger engagieren sich 
glaubwürdig und wirkungsvoll für die Energiewende, manche gehören auch anteilig zu einem Atomstromkonzern. Deshalb lohnt es sich, 
genau hinzuschauen. Ambitioniert betreiben die Energiewende zum 
Beispiel die Stadtwerke München, Hamburg Energie oder auch 
der Darmstädter Ökostromversorger Entega.
www.swm.de
www.hamburgenergie.de
www.entega.de

Jetzt wechseln

Den Vertrag mit dem neuen Ökostromanbieter kann man online 
ausfüllen oder per Post schicken. Der Ökostromlieferant veranlasst daraufhin alle notwendigen Schritte wie etwa die Kündigung des 
alten Vertrages. Bei einem Stromwechsel entsteht garantiert keine 
Versorgungslücke.

Weitere Infos zum Stromwechsel bieten:

www.atomausstieg-selber-machen.de
www.ecotopten.de (das Öko-Institut berücksichtigt auch Energie­­­­
ver­sorger, die mit der Atomwirtschaft verflochten sind)


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