greenpeace magazin 4.11

Erfolge ohne DDT

Das Insektizid Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) gilt als hochgiftig. Obwohl es Alternativen gibt, darf es in zehn Ländern versprüht werden – zur Malariabekämpfung. Vor allem in Indien und Afrika wird das Mittel bis heute im Kampf gegen Anopheles-Mücken eingesetzt. Sie übertragen die Krankheit Malaria, an der laut Weltgesundheitsorganisation jährlich rund eine Million Menschen sterben. In den meisten Industrienationen ist DDT seit den 70er-Jahren verboten. Seit 2004 steht das Gift – mit mittlerweile 21 weiteren langlebigen Schadstoffen – auf einer internationalen Verbotsliste der Stockholmer Konvention. Bei der jüngsten Konferenz wollte die Schweiz ein striktes Verbot von DDT durchsetzen, doch fand sich dafür keine Mehrheit. DDT ist fast 30-mal billiger als vergleichbare Insektizide. Das aber bezahlen die Menschen mit heftigen Nebenwirkungen: Das Spray kann Krebs, Diabetes, Fehlgeburten, Fruchtbarkeits- und neurologische Entwicklungsstörungen auslösen. Über die Nahrungskette kann sich die schädliche Substanz im Menschen anreichern. Hinzu kommt, dass viele Mücken gegen DDT Resistenzen gebildet haben.


Dabei geht es auch ohne das Insektizid: Beispielsweise konnte die Infektionsrate in Vietnam halbiert werden – durch Moskitonetze, bessere Sanitäranlagen und Gesundheitsfürsorge. Außerdem gibt es bereits weniger schädliche Pilze oder Bakterien, die die Mücken im Larvenstadium vernichten.


Weitere Infos: www.pan-germany.org



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