greenpeace magazin 4.11

Brasilien weicht den Schutz auf

Es ist eine Niederlage für den Amazonas: 410 der 474 Parlamentsabgeordneten haben einer umstrittenen Novelle des Waldgesetzes zugestimmt, die den Schutz des Regenwaldes stark aufweichen würde. Damit setzte sich die Agrarlobby mit ihrer Forderung durch, das strenge Gesetz an die Realität anzupassen. Die Bauern hätten 
sich sowieso nicht daran gehalten und Wald für Weideland und Sojaanbau abgeholzt, hieß es zur Begründung.


Illegale Rodungen sollen nachträglich legalisiert werden. Kleine Landwirte würden von der Pflicht befreit, bis Mitte 2008 abgeholzte Flächen wiederaufzuforsten. Waren Rodungen in sensiblen Fluss- und Berggebieten bisher verboten, soll darüber künftig regional entschieden werden. Bra­si­liens Präsidentin Dilma Rousseff empfindet den Vorstoß als „Schande“. Sie droht, das Gesetz nicht zu unterzeichnen. Der Senat muss noch zustimmen.


Doch bereits im Zuge der Diskussion um die Novelle hat die Waldzerstörung im März und April um fast das Sechsfache zugenommen und ist auf knapp 600 Quadratkilometer gestiegen. Die Farmer wittern ihre Chance auf Straferlass und roden auf Vorrat. Brasilien will seinen CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent senken und setzt dabei auf eine Reduktion der Amazonas-Entwaldung. Zuletzt konnte das Land dabei große Erfolge vorweisen (siehe auch Greenpeace Magazin 3.11).



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