greenpeace magazin 3.12

geht doch!

USA Fremde sind willkommen

Viele "Zufluchtsstädte"verpflichten sich, Flüchtlingen zu helfen

 

Los Angeles war 1979 welt­weit die erste offizielle „City of Sanctuary“. Rund 150 US-
Städte, darunter Washington, Chicago, Austin und New York, haben sich dem Netzwerk 
der Gastfreundschaft inzwischen angeschlossen. Diese Metro­polen und Kom­munen konterkarieren die Abschottungspolitik des Landes. Behörden und Polizei ver­zichten dort zum Beispiel darauf, den Aufenthaltsstatus der Menschen zu kontrollieren. Auch in England findet die Idee der Zufluchtsstätten für Asylbewerber inzwischen fast 20 Nachahmer. Zwei Grundbedingungen sind Voraussetzung: Die Idee muss von der Mehrheit der Bürger getragen werden. Außerdem muss die sich bewerbende Stadt darlegen, wie sie die Asylbewerber einbinden und unterstützen will. Inderjit Bhogal ist einer der Mitbegründer der briti­schen Cities of Sanctuary. Er stammt aus einer Sikh-Familie in Nairobi, 1964 kam er selbst als Flüchtling nach England. „Wir wollen einen kulturellen Wandel einleiten und falsche Vorstellungen über Flüchtlinge aus dem Weg räumen“, sagt der Theo­loge aus Sheffield, von wo aus die Bewegung in England 2007 ihren Ausgang nahm. Mehr als 100 Organisationen und Vereine unterstützen seither die Idee, Asyl­be­werber zu integrieren und zu unterstützen. Konkret bietet die multikulturelle Stadt im Norden Englands regelmäßige Club­­treffen und ein gemeinsames Garten­projekt an. Außerdem stehen in der ganzen Stadt Schilder mit der Aufschrift „Wir heißen Asylbewerber und Flüchtlinge willkommen“.


www.cityofsanctuary.org

www.ojjpac.org/sanctuary.asp

 

Illustration: Christoph Niemann

 

Dänemark Leitungswasser für Staatsgäste
Die Karaffe wird das kleine Fläschchen Mineralwasser ab­­­lösen: Während der EU-Rats­präsi­dentschaft wird Dänemark den Staatsgästen Leitungswasser ser­vie­­ren. Eine klimaschonende und preiswerte Idee, denn das Wasser aus dem Hahn wird frei Haus 
ge­­liefert. In Deutschland kostet ein Liter weniger als einen Cent. Und die Qualität ist laut Umweltbundesamt landesweit gut bis sehr gut.


Groningen Bei Nässe grün
 Wenn es in Groningen regnet oder schneit, bekommen Radler schneller grün. Die niederländische Stadt hat einige Ampel­anlagen mit Regensensoren aus­gerüstet. Noch läuft die Testphase, aber Jaap Valkema von der Stadtverwaltung Groningen geht davon aus, dass im Frühjahr weitere Ampeln umgerüstet werden, denn: Radler freuten sich über die Vorzugsbehandlung und von Auto­fahrern seien bislang noch keine Beschwerden eingegangen.


Langen In neuem Licht
In den Straßen der kleinen Stadt Langen nahe Bremerhaven sorgen seit kurzem energieeffi­zien­te Leucht­dioden (LED) für die nächtliche Beleuchtung. Durch die Inves­­tition von knapp 1,5 Millionen Euro muss die Gemeinde jedes Jahr 155.000 Euro weniger für Strom zahlen. Oft nutzen Kommunen noch Licht­tech­nik aus den 60er-Jahren, die doppelt so viel Energie benötigt wie moderne LED-Lampen, berichtet die Kreditanstalt für Wieder­­aufbau. Sie fördert die Mo­­der­nisie­rung der Straßenlaternen mit besonders zinsgünstigen Darlehen.

 

 



greenpeace magazin.
Große Elbstraße 145d . 22767 Hamburg . Tel: 040/808 12 80 80 . Fax: 040/808 12 80 99 . gpm@greenpeace-magazin.de . www.greenpeace-magazin.de