greenpeace magazin 4.12

geht doch!

Estland Umsonst mobil

Tallinner stimmen
 für kostenlosen öffentlichen Nahverkehr

 

Ab 2013 sollen Busse und
 Bahnen in Estlands Hauptstadt Tallinn gratis verkehren. Dafür haben mehr als 75 Prozent der Tallinner in einem Volksentscheid votiert. Mit diesem Beschluss könnte die estnische Hauptstadt zum europaweiten Vorbild werden. Die Stadt will so die 
häufigen Verkehrsstaus und die steigenden Unfallzahlen eindämmen. Wie die Stadt das Nulltarif-Angebot finanzieren will, das sowohl dem Klima als auch der Lebensqualität zugute kommt, ist allerdings noch unklar.

Dass die fahrscheinlose Mobilität gelingen kann, beweist die belgische Stadt 
Hasselt. Vor der Umstellung 1996 nutzten 360.000 Fahrgäste Busse und Bahnen, zehn Jahre später waren es 4,6 Millionen. Jetzt will auch die schwäbische Uni­versitätsstadt Tübingen nachziehen. Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) liebäugelt schon lange damit, den Individualverkehr zugunsten von Rad, Bus und Bahn zurückzudrängen. Weniger Parkplätze, längere Ampelphasen und eine City-Maut könnten diese Umstellung beschleunigen. In einem für 2014 geplanten Bürgerentscheid sollen die Tübinger über eine für Autofahrer zahlungspflichtige Zone  abstimmen – für eine Fahrt in die Innenstadt würde dann pro Fahrzeug ein Euro 
Gebühr fällig werden. Damit könnte die Stadt jährlich einen Nettoerlös von 20 Millionen Euro erwirtschaften, hofft Palmer. Genug, um den Gratisbus zu finanzieren.


www.freepublictransports.com

Illustration: Christoph Niemann

 

Österreich Ohne Atomstrom

Die Alpenrepublik bannt Atomstrom: Ab 2015 dürfen österreichische Kunden nicht mehr mit Strom aus AKWs versorgt werden. Um die atomstromfreie Lie­ferung zu gewährleisten, wird jede Kilowattstunde Strom mit Her­kunfts­­zer­ifikaten ausgewiesen. Mit diesem beispielgebenden Import­­­verbot stellt Österreich die Renta­bilität geplanter AKW-Neubauten vor allem in osteuropäischen Nachbarländern in Frage.


Aachen Ungefährliche Lampen 
Endlich gibt es optimierte Energiesparlampen: Im Vergleich 
zu bisherigen Kompaktleuchtstofflampen enthalten sie nur noch 
ein Tausendstel der Menge Quecksilber und halten bei einer täglich drei­­­stündigen Nutzung im Schnitt 27 Jahre. Sie sind dimmbar, verbreiten angenehmes Licht und 
erreichen sofort beim Anschalten die volle Leuchtleistung. Entwickelt hat die Lampen ein Wissenschaftskonsortium unter Federführung 
der FH Aachen und des Karlsruher Instituts für Technologie.


Hamburg Toiletten mit Mehrwert
Hamburg Wer sich am Hamburger Hauptbahnhof erleichtert, tut Gutes für die Umwelt: Die Sanitäranlagen verwandeln Ausscheidun­gen mit Hilfe von Filtern und Mikro­orga­­­nismen in Dünger und fruchtbare Schwarz­­erde. Außerdem filtert 
das bislang einzigartige Kreis­­lauf­sys­tem im Gegensatz zu konven­­­tionellen Kläranlagen Rückstände von medizinischen Wirkstoffen 
und Hormonen heraus. Der Humus wird auf Friedhöfen, in Parks und Kleingärten genutzt.



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