Tickerarchiv

Washington (dpa) - Die USA wollen ihren wirtschaftlichen und diplomatischen Druck auf die politische Führung in Nordkorea erhöhen. Präsident Donald Trump wolle Druck aufbauen, um Pjöngjang zum Abbau seiner Atomraketen und ballistischen Flugkörper zu zwingen, teilten Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister James Mattis am Mittwoch (Ortszeit) in einem Statement mit.

Trump, seine Minister sowie Streitkräfte-Chef Joe Dunford und Geheimdienstdirektor Dan Coats hatten zuvor Mitglieder des US-Senats über die Situation in Kenntnis gesetzt. Die US-Regierungsmitglieder riefen «verantwortungsbewusste Mitglieder der internationalen Gemeinschaft» dazu auf, den diplomatischen Weg mitzugehen und die kommunistische Führung zur Deeskalation und zur Rückkehr zum Dialog zu bewegen. Damit war vor allem China gemeint. Die USA gehend davon aus, dass Peking großen Einfluss auf Pjöngjang hat.

Tillerson wird am Freitag nach New York reisen, um dort ein Ministertreffen der Länder des UN-Sicherheitsrates zu leiten. Die USA erhoffen sich von dem Gremium eine Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea nach dessen jüngsten Raketentests und den verschärften Spannungen in der Region.

Die USA seien offen für weitere Verhandlungen, um dem Ziel näher zu kommen, die koreanische Halbinsel zu atomwaffenfrei zu machen. «Wir sind jedoch auch weiterhin bereit, uns selbst und unsere Verbündeten zu verteidigen.»

Valletta (dpa) - Die EU will der libyschen Regierung Boote zur Sicherung der Küste zur Verfügung stellen. Das erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Mittwoch im maltesischen Valletta.

Die EU bildet auch libysche Küstenschützer aus, 93 von ihnen haben ihr Training bislang abgeschlossen. Die meisten afrikanischen Migranten gelangen derzeit über Libyen nach Europa, deshalb will die Europäische Union die Küstenwache des Bürgerkriegslandes stärken.

Dass Libyen auch mit Ausrüstung unterstützt werden soll, ist nicht neu. Bislang war aber noch nicht klar, was geliefert werden soll. Die Regierung des Landes hatte in den vergangenen Wochen eine umfangreiche Wunschliste nach Brüssel geschickt und unter anderem Boote, Nachtsichtgeräte und schusssichere Westen erbeten.

Die EU-Staaten müssen aber wohl noch im Detail entscheiden, inwieweit die libyschen Wünsche erfüllt werden sollen, hieß es zuletzt in Brüssel. Es gehe um nicht-militärische Ausrüstung, stellte Mogherini klar. Die libysche Seite hatte auf teils auch bewaffnete Boote gehofft, wie das WDR/ARD-Europastudio berichtet hatte.

Massive Steuersenkungen für US-Bürger sowie Unternehmen waren eines von Trumps zentralen Wahlversprechen. Nun gibt es erste Eckpunkte - und große Worte.

Washington (dpa) - Mit der größten Steuerreform seit Jahrzehnten will US-Präsident Donald Trump die Wirtschaft ankurbeln und neue Jobs schaffen. Vor allem Unternehmen sowie Arbeitnehmer mit niedrigen und mittleren Einkommen sollen entlastet, das Steuersystem vereinfacht werden. Der Spitzensteuersatz bei der Einkommensteuer soll von derzeit 39,6 auf 35 Prozent sinken. Bei der Besteuerung von Einnahmen, die US-Unternehmen im Ausland erzielen, soll es einen Kurswechsel geben.

Das sind Eckpunkte der geplanten Reform, die US-Finanzminister Steven Mnuchin und Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn am Mittwoch in Washington vorstellten. Konkrete Angaben zur Gegenfinanzierung machten sie nicht. Ein erhöhtes Wachstum und die Schließung von Steuerschlupflöchern sollen die Lücken schließen. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim bezeichnete dies als Illusion.

Cohn sprach von der größten Steuerreform seit mehr als 30 Jahren, Mnuchin von der «einer der größte Steuersenkung» in der Geschichte der USA. Die Reform solle noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Erwartet werden aber harte Verhandlungen im Kongress. Die geplanten Steuererleichterungen würden den ohnehin strapazierten US-Haushalt belasten und die Staatsschulden in die Höhe treiben. Dies wird von Republikanern klassischerweise nicht gutgeheißen.

Im Einzelnen sollen die Unternehmenssteuern massiv gesenkt werden, von 35 auf 15 Prozent. Mnuchin sagte, damit solle die Wettbewerbsfähigkeit der US-Firmen erhöht werden. Bisher hätten die USA einen der höchsten Unternehmenssteuersätze.

Außerdem soll es den Vorschlägen zufolge bei der Besteuerung von Einnahmen, welche US-Unternehmen im Ausland erzielen, einen Kurswechsel geben. Das bisherige US-Steuersystem verpflichtet Unternehmen, in den USA Steuern auch auf Gewinne zu entrichten, die im Ausland erwirtschaftet wurden. Das hat in einem komplexen System dafür gesorgt, dass US-Firmen Gewinne im Ausland horten.

Künftig soll es nach den Reformplänen möglich sein, bereits im Ausland entrichtete Steuern gegen die - dann niedrigere - US-Steuerpflicht aufzurechnen. Mnuchin erhofft sich dadurch, Billionensummen zurückzuholen, die US-Firmen im Ausland parken.

Für Privatpersonen soll die Zahl der Steuerstufen von derzeit sieben auf drei sinken, und zwar auf 10, 25 und 35 Prozent. Bisher liegt der Spitzensteuersatz bei 39,6 Prozent. Der Grundfreibetrag soll verdoppelt werden - auf die ersten 24 000 Dollar Jahreseinkommen soll etwa ein Ehepaar gar keine Steuern mehr zahlen. Es soll weniger Abschreibungsmöglichkeiten geben, nur noch für Spenden und Hypothekenzinsen. Der Kinderfreibetrag soll bleiben.

Eine umstrittene Grenzausgleichssteuer zur Gegenfinanzierung der Steuerentlastungen ist in den Vorschlägen bisher nicht enthalten sein. Mit einer solchen Steuer würden US-Exporteure entlastet und Importe belastet. Diese könnte insbesondere Deutschland hart treffen. «Eine gute Nachricht für Europa und den Welthandel», kommentierte Heinemann.

Die Umsetzung der Steuerreform aber dürfte Monate in Anspruch nehmen. Denn auch wenn beide Kammern des Kongresses und das Weiße Haus von Republikanern geführt werden, sind die Interessen in wichtigen Feldern unterschiedlich. Vor allem die Frage der Gegenfinanzierung ist völlig offen.

Heinemann erklärte, die meisten EU-Staaten könnten mit dem Wettbewerbsdruck im Falle eines stark verringerten US-Steuersatzes gut leben. Bislang seien die USA im internationalen Vergleich «ein Hochsteuerland» für Unternehmen gewesen.

Donald Trump ist am Samstag 100 Tage im Amt. Bei Prestigeprojekten wie dem Bau der Mauer zu Mexiko kommt er nicht voran. Die Regierung legte nun aber Pläne für eine große Steuerreform vor.

Washington/San Francisco (dpa) - Der Bau einer Mauer zu Mexiko, ein neuer Kurs in der Einwanderungspolitik und eine große Steuerreform - das waren zentrale Wahlkampfversprechen von Donald Trump. Beim Mauerbau und seiner Einwanderungspolitik aber musste der US-Präsident weitere Rückschläge hinnehmen. Die US-Regierung legte am Mittwoch aber Eckpunkte für massive Steuersenkungen vor.

Demnach sollen vor allem Unternehmen sowie Arbeitnehmer mit niedrigen und mittleren Einkommen entlastet, das Steuersystem vereinfacht werden. Mit der größten Steuerreform seit Jahrzehnten soll die Wirtschaft angekurbelt und neue Jobs geschaffen werden. Im Einzelnen sollen die Unternehmenssteuern massiv gesenkt werden, von 35 auf 15 Prozent. Für Privatpersonen soll die Zahl der Steuerstufen von derzeit sieben auf drei sinken, und zwar auf 10, 25 und 35 Prozent.

Konkrete Angaben zur Gegenfinanzierung machten US-Finanzminister Steven Mnuchin und Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn aber nicht. Ein erhöhtes Wachstum und die Schließung von Steuerschlupflöchern sollen die Lücken schließen.

Derzeit nicht zu finanzieren ist offensichtlich der Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko - ein Prestigeprojekt Trumps. Ein Entwurf für ein Haushaltsgesetz, das die beiden Kammern des US-Kongresses bis Freitag passieren muss, enthält keine Mittel dafür, wie die «Washington Post» berichtete.

Trump will, dass die Grenze zu Mexiko mit einer Mauer gesichert wird. Der Bau aber kostet Milliarden. Das Nachbarland hatte eine Kostenbeteiligung ausgeschlossen. Bereits am Montag hatte Trump einer Gruppe konservativer Medien erklärt, er sei bereit, die Finanzierungsfrage bis in den Herbst hinein aufzuschieben. Es hatte sich angedeutet, dass er auch in der eigenen Partei keine Mehrheit bekommen würde, um die Finanzierung des Mauerbaus noch in das Haushaltsgesetz aufzunehmen, das rasch beschlossen werden muss.

Der US-Kongress muss das Finanzierungsgesetz noch in dieser Woche verabschieden, um die Regierungsgeschäfte des Bundes aufrechterhalten zu können. Andernfalls droht ein sogenannter Shutdown, also ein Stillstand der Regierungsgeschäfte aus Geldmangel. Das Weiße Haus hatte in Sachen Mauerbau einen Deal mit den oppositionellen Demokraten versucht. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch.

Trump will an den Mauer-Plänen aber grundsätzlich festhalten. Im Weißen Haus sagte er am Dienstagnachmittag (Ortszeit), der Bau werde in seiner ersten Amtszeit erfolgen: «Wir haben eine Menge Zeit.» Das Heimatschutzministerium kalkuliert mit Kosten für den Mauerbau von rund 21 Milliarden US-Dollar (knapp 20 Mrd Euro).

Einen Rückschlag für Trump gab es auch bei seinem Feldzug gegen illegale Einwanderung. Ein Gericht in San Francisco (Kalifornien) erklärte am Dienstag einen Teil seines Dekrets zur Einwanderungspolitik für verfassungswidrig und gab den Klägern, der Stadt San Francisco und des benachbarten Bezirkes Santa Clara Recht. Eine weitere Klage der Stadt Richmond (Kalifornien) ist anhängig.

Trump hatte versucht, mit seinem Dekret sogenannten Sanctuary Citys - Städte, die Menschen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus aufnehmen und mit dem Nötigsten versorgen - die Zuschüsse des Bundes zu streichen. Auf diese Weise sollte ihnen die Praxis, illegalen Einwanderern Schutz zu bieten, unmöglich gemacht werden.

Das Weiße Haus kritisierte die Entscheidung des Richters in einer Mitteilung am Mittwoch scharf. Die Rechtsstaatlichkeit habe einen «weiteren Schlag» erlitten. Die Entscheidung sei ein «Geschenk» für kriminelle Banden.

Auch Trump selbst attackierte das Gericht. Es habe erst das Einreiseverbot und nun das Dekret zu den sogenannten Sanctuary Citys gestoppt. Trump kündigte an: «Wir sehen uns beim Supreme Court.» Der Supreme Court ist das oberste US-Gericht.

Das Gericht stellte fest, dass die Verteilung von Bundeszuschüssen nach der US-Verfassung nicht Aufgabe des Präsidenten, sondern des Kongresses ist. Insofern sei die Passage in dem Dekret unwirksam. In den USA gibt es weit über 100 Städte, Landkreise und sogar ganze Staaten, die sich zur Aufnahme von Einwanderern unabhängig von deren Status bekannt haben, dazu gehören große Städte wie Washington, Los Angeles, San Francisco, Chicago, Boston und New York.

Mitte März war Trump zum zweiten Mal vor Gericht vorläufig mit seinem Versuch gescheitert, Menschen aus sechs vorwiegend islamischen Ländern die Einreise in die USA vorerst zu verbieten.

Massive Steuersenkungen für US-Bürger sowie Unternehmen waren eines von Trumps zentralen Wahlversprechen. Nun gibt es erste Eckpunkte - und große Worte.

Washington (dpa) - Mit der größten Steuerreform seit Jahrzehnten will US-Präsident Donald Trump die Wirtschaft ankurbeln und neue Jobs schaffen. Vor allem Unternehmen sowie Arbeitnehmer mit niedrigen und mittleren Einkommen sollen entlastet, das Steuersystem vereinfacht werden. Bei der Besteuerung von Einnahmen, die US-Unternehmen im Ausland erzielen, soll es einen Kurswechsel geben.

Das sind Eckpunkte der geplanten Reform, die US-Finanzminister Steven Mnuchin und Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn am Mittwoch in Washington vorstellten. Konkrete Angaben zur Gegenfinanzierung machten sie nicht. Ein erhöhtes Wachstum und die Schließung von Steuerschlupflöchern sollen die Lücken schließen. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim bezeichnete dies als Illusion.

Cohn sprach von der größten Steuerreform seit mehr als 30 Jahren, Mnuchin von der «einer der größte Steuersenkung» in der Geschichte der USA. Die Reform solle noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Erwartet werden aber harte Verhandlungen im Kongress. Die geplanten Steuererleichterungen würden den ohnehin strapazierten US-Haushalt belasten und die Staatsschulden in die Höhe treiben. Dies wird von Republikanern klassischerweise nicht gutgeheißen.

Im Einzelnen sollen die Unternehmenssteuern massiv gesenkt werden, von 35 auf 15 Prozent. Mnuchin sagte, damit solle die Wettbewerbsfähigkeit der US-Firmen erhöht werden. Bisher hätten die USA einen der höchsten Unternehmenssteuersätze.

Außerdem soll es den Vorschlägen zufolge bei der Besteuerung von Einnahmen, welche US-Unternehmen im Ausland erzielen, einen Kurswechsel geben. Das bisherige US-Steuersystem verpflichtet Unternehmen, in den USA Steuern auch auf Gewinne zu entrichten, die im Ausland erwirtschaftet wurden. Das hat in einem komplexen System dafür gesorgt, dass US-Firmen Gewinne im Ausland horten.

Künftig soll es nach den Reformplänen möglich sein, bereits im Ausland entrichtete Steuern gegen die - dann niedrigere - US-Steuerpflicht aufzurechnen. Mnuchin erhofft sich dadurch, Billionensummen zurückzuholen, die US-Firmen im Ausland parken.

Für Privatpersonen soll die Zahl der Steuerstufen von derzeit sieben auf drei sinken, und zwar auf 10, 25 und 35 Prozent. Der Grundfreibetrag soll verdoppelt werden - auf die ersten 24 000 Dollar Jahreseinkommen soll etwa ein Ehepaar gar keine Steuern mehr zahlen. Es soll weniger Abschreibungsmöglichkeiten geben, nur noch für Spenden und Hypothekenzinsen. Der Kinderfreibetrag soll bleiben.

Eine umstrittene Grenzausgleichssteuer zur Gegenfinanzierung der Steuerentlastungen ist in den Vorschlägen bisher nicht enthalten sein. Mit einer solchen Steuer würden US-Exporteure entlastet und Importe belastet. Diese könnte insbesondere Deutschland hart treffen. «Eine gute Nachricht für Europa und den Welthandel», kommentierte Heinemann.

Die Umsetzung der Steuerreform aber dürfte Monate in Anspruch nehmen. Denn auch wenn beide Kammern des Kongresses und das Weiße Haus von Republikanern geführt werden, sind die Interessen in wichtigen Feldern unterschiedlich. Vor allem die Frage der Gegenfinanzierung ist völlig offen.

Heinemann erklärte, die meisten EU-Staaten könnten mit dem Wettbewerbsdruck im Falle eines stark verringerten US-Steuersatzes gut leben. Bislang seien die USA im internationalen Vergleich «ein Hochsteuerland» für Unternehmen gewesen.

Washington (dpa) - Mit einer massiven Senkung der Steuersätze will US-Präsident Donald Trump die Wirtschaft ankurbeln und neue Jobs schaffen. Die US-Regierung legte am Mittwoch Eckpunkte für eine Steuereform vor. Vor allem Unternehmen sowie Arbeitnehmer mit niedrigen und mittleren Einkommen sollen entlastet werden, wie US-Finanzminister Steven Mnuchin und Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn am Mittwoch in Washington sagten. Das Steuersystem soll außerdem vereinfacht werden. Cohn sprach von der größten Steuerreform seit mehr als 30 Jahren.

Als Gegenfinanzierung zu den Steuersenkungen, die den US-Haushalt belasten, nannten Mnuchin und Cohn zum einen ein höheres Wirtschaftswachstum sowie die geplante Schließung von Schlupflöchern.

Essen (dpa) - Der Energieriese RWE will nach einem Jahr mit tiefroten Zahlen und der Aufteilung des Konzerns die Dividende für 2016 streichen. Dafür bittet Konzernchef Rolf Martin Schmitz bei der ersten Hauptversammlung in der neuen Firmenstruktur am Donnerstag (10.00 Uhr) um die Zustimmung der Aktionäre. RWE hatte sein Netz-, Vertriebs- und Ökostromgeschäft abgespalten und im Herbst 2016 unter dem neuen Namen Innogy an die Börse gebracht. Am Rande des Aktionärstreffens sind Proteste von Umweltschützern gegen den CO2-Ausstoß der Kohlekraftwerke angekündigt. RWE gilt als größter Emittent des Treibhausgases in Europa.

Hamburg (dpa) - Die Verkehrsminister von Bund und Ländern treffen sich am Donnerstag (12.30 Uhr) zu ihrer Frühjahrstagung in Hamburg. Im Zentrum des zweitägigen Treffens dürfte die Umweltverträglichkeit von Diesel-Autos stehen. Nach Veröffentlichung der jüngsten Daten des Umweltbundesamts, wonach auch neue Euro-6-Diesel auf der Straße im Schnitt sechs Mal so viel gesundheitsschädliche Stickoxide ausstoßen wie erlaubt, beschäftigen sich gleich mehrere Tagesordnungspunkte mit dem Thema. Für die Küstenländer ist zudem der Tagesordnungspunkt «Zukunft der Traditionsschifffahrt» von Bedeutung. Sie befürchten deren Ende bei Inkrafttreten der geplanten Schiffssicherheitsverordnung.

Stuttgart (dpa) - Der Autobauer Daimler muss sich am Donnerstag (13.00 Uhr) vor dem Landgericht Stuttgart gegen den Vorwurf der irreführenden Werbung bei Dieselmotoren wehren. Nach Auffassung der klagenden Deutschen Umwelthilfe (DUH) hat der Hersteller Verbraucher mit Werbung über saubere Dieselmotoren der C-Klasse getäuscht. Dabei geht es unter anderem um die Aussage, dass die Stickoxid-Emissionen durch die Abgas-Nachbehandlung um bis zu 90 Prozent reduziert werden könnten. Daimler weist den Vorwurf der Verbrauchertäuschung vehement zurück (Az.: 34 O 21/16 KFH).

Bekäme die Umwelthilfe Recht, müsste Daimler diese Aussage zurücknehmen. Vor einigen Jahren setzte die Umwelthilfe eine einstweilige Verfügung gegen Werbung für die damals neue S-Klasse durch. Für das fragliche Mercedes-Modell hatte die DUH schon im Februar 2016 einen Entzug der Typgenehmigung des Modells beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gefordert. Das KBA hatte den Wagen bei seiner groß angelegten Nachprüfung im April 2016 allerdings überhaupt nicht beanstandet.

Paris (dpa) - Schlechte Nachricht im Präsidentschaftswahlkampf: Die Arbeitslosigkeit ist in Frankreich wieder angestiegen. 3,51 Millionen Menschen waren Ende März als arbeitssuchend gemeldet. Das war im Vergleich zum Vormonat ein Plus von 1,3 Prozent, berichtete das Arbeitsministerium am Mittwoch in Paris. Im Jahresvergleich gebe es im Minus von 0,9 Prozent.

Noch im Februar hatte es einen leichten Rückgang gegeben. Der scheidende Präsident François Hollande hatte den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit als sein wichtigstes Vorhaben bezeichnet, konnte aber keine grundlegende Trendwende erreichen.

Katarina Witt war einst das «schönste Gesicht des Sozialismus». Wie die DDR mit der Eiskunstläuferin, scheint auch Donald Trump mit seiner Tochter Sympathiepunkte gewinnen zu wollen. Ivanka Trump wird als «gutes Gewissen» der US-Regierung aufgebaut.

Washington (dpa) - Ihr Vater ist nicht besonders populär in den Vereinigten Staaten. In den liberalen Ostküsten-Großstädten wie New York oder Boston schon gar nicht. Ivanka Trump, älteste Tochter des US-Präsidenten Donald Trump, dagegen schon. Die gut aussehende Blondine ist für die USA eine Art Anti-Trump, ein Korrektiv für den aufbrausenden, knorrigen Präsidenten, eine Stimme, der er Gehör schenkt. Das hat der 35-Jährigen Mutter dreier Kinder inzwischen auch den Einzug ins Weiße Haus und eine gewichtige Rolle in der Außendarstellung der neuen US-Regierung beschert.

Ivanka Trump wuchs als Mitglied der New Yorker Bourgeoisie auf. Geld spielte nie eine Rolle. Als sie 1981 geboren wurde, ließ ihr vermögender Vater gerade den Trump-Tower in New Yorks edler Fifth Avenue bauen. Ihre Freunde tragen Familiennamen wie Bloomberg oder Clinton. Teile ihrer Kindheit verbrachte sie mit der gleichaltrigen Paris Hilton. Auch Wendi Murdoch, Ex-Frau des Medienmoguls Rupert Murdoch, gehört zum engeren Freundeskreis. «Sie wurde zu einer vertrauenswürdigen Ratgeberin in meinem Leben», sagt die 13 Jahre ältere Murdoch über Ivanka Trump.

Ivanka ist das zweitälteste Kind des US-Präsidenten - und liegt dem Vater zweifellos besonders am Herzen. Wenn sie nicht seine Tochter wäre, würde er mit ihr flirten, sagte er 2006 dem Sender ABC. Wie es heißt, hat die hochgewachsene Blondine auch ganz besonders großen Einfluss. Die Tochter verteidigt den Vater, der Vater die Tochter. «Sie sagt mir immer, was richtig ist», sagte Trump einmal auf offener Bühne. Ivanka Trump gilt ein wenig als gutes Gewissen des Präsidenten - zumindest soll das nach außen so erscheinen. Angeblich habe sie auf ihn eingewirkt, nicht aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszutreten.

Ivanka stammt aus der ersten Ehe Trumps mit dem Ex-Model Ivana, sie wurde am 30. Oktober 1981 in Manhattan geboren. Die Schlagzeilen über die turbulente Beziehung ihrer Eltern und dann die Scheidung, als sie gerade zehn war, haben sie frühzeitig ins Rampenlicht gerückt. Nach einem Ausflug auf den Laufsteg als Teenager wandte sich Ivanka einer Karriere als Geschäftsfrau zu. Ihren Bachelor-Abschluss hatte sie mit cum laude bestanden.

Nach zwei Jahren bei einem Immobilienunternehmen stieg sie in die Trump Organization ihres Vaters ein und zu einer Vizepräsidentin des Firmenimperiums auf. Daneben betrieb die glamouröse Ivanka eine eigene Modefirma und Schmucklinie, deren Management sie aber nach Aufnahme ihrer Beratertätigkeit abgeben musste.

Als ihr Vater 2015 seine Präsidentschaftskandidatur erklärte, wurde sie eine seiner wichtigsten Wahlkämpferinnen. Sie unterstützte ihn ohne Wenn und Aber, auch als ein altes Video auftauchte, in dem sich Donald Trump anzüglich über Frauen äußerte.

Spielte Ivanka nach dem Wahlsieg ihres Vaters schon im Übergangsteam hinter den Kulissen eine große Rolle, gelten sie und ihr Ehemann Jared Kushner - ebenfalls ein Topberater Trumps - heute als «Power-Paar» im Weißen Haus. Ivanka Trump saß neben Angela Merkel, als diese zu Besuch war. Für den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping sangen ihre Kinder in Florida ein Ständchen.

Viele Amerikaner sehen das kritisch. Der Aufstieg von Familienmitgliedern in höchste Regierungskreise gehört nach US-Lesart eher in Diktaturen. Amerikaner sehen Leistung, nicht die Geburt, als Kriterium für berufliche Weihen.

Trump und Kushner heirateten 2009 - nachdem die Eheschließung aus religiösen Gründen zuvor zum Problem für die Beziehung geworden war. Kushner ist orthodoxer Jude, Ivanka trat vor der Hochzeit auch auf Drängen ihrer Schwiegereltern zum jüdischen Glauben über - eine Entscheidung, die sie als eine der besten ihres Lebens bezeichnete.

Im Weißen Haus nimmt Ivanka eine Sonderrolle ein - mit ihrem Beratervertrag und dem Ehemann als Chefberater ist sie eine Art «First Lady Plus». Die eigentliche First Lady, Stiefmutter Melania, hat sie längst ausgestochen. Den beiden Frauen wird ein eher frostiges Verhältnis nachgesagt.

Washington (dpa) - Ivanka Trump ist das zweitälteste Kind des US-Präsidenten Donald Trump - und liegt dem Vater zweifellos besonders am Herzen. Wie es heißt, hat die heute 35-jährige hochgewachsene Blondine auch ganz besonders großen Einfluss auf ihn, und Trump hat sie prompt als Beraterin ins Weiße Haus geholt. Ihre Interessen gelten vor allem der Förderung von Frauen in der Arbeitswelt und Familienfragen.

Ivanka stammt aus der ersten Ehe Trumps mit dem Ex-Model Ivana, sie wurde am 30. Oktober 1981 in Manhattan geboren. Die Schlagzeilen über die turbulente Beziehung ihrer Eltern und dann die Scheidung, als sie gerade zehn war, haben sie frühzeitig ins Rampenlicht gerückt. Nach einem Ausflug auf den Laufsteg als Teenager wandte sich Ivanka einer Karriere als Geschäftsfrau zu.

Sie studierte unter anderem an der renommierten Wharton Business School und legte einen cum-laude-Abschluss hin. Nach zwei Jahren bei einem Immobilienunternehmen stieg sie in die Trump Organization ihres Vaters ein und zu einer Vizepräsidentin des Firmenimperiums auf. Daneben betrieb die glamouröse Ivanka eine eigene Modefirma und Schmucklinie, deren Management sie aber nach Aufnahme ihrer Beratertätigkeit abgab.

Als ihr Vater 2015 seine Präsidentschaftskandidatur erklärte, wurde sie eine seiner wichtigsten Wahlkämpferinnen. Sie unterstützte ihn ohne Wenn und Aber, auch als ein altes Video auftauchte, in dem sich Donald Trump anzüglich über Frauen äußerte.

Spielte Ivanka nach dem Wahlsieg ihres Vaters schon im Übergangsteam hinter den Kulissen eine große Rolle, gelten sie und ihr Ehemann Jared Kushner - ebenfalls ein Topberater Trumps - heute als «Power-Paar» im Weißen Haus. Sie heirateten 2009 und haben drei Kinder. Kushner ist orthodoxer Jude, Ivanka trat vor der Hochzeit zum jüdischen Glauben über.

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat eine Untersuchung mit dem Ziel angeordnet, einen Teil der Naturschutzgebiete der USA zu verkleinern und das Land damit wirtschaftlich nutzbar zu machen. Bei jenen sogenannten National Monuments, die sich über mehr als 40 000 Hektar erstrecken, soll geprüft werden, ob ein Teil des Landes vom Schutz ausgenommen werden kann.

Trump bezeichnete die Unterschutzstellung großer Gebiete als «Landnahme» des Bundes. Den Menschen vor Ort sei der Einfluss entzogen worden.

National Monuments können im Gegensatz zu Nationalparks vom Präsidenten unter Schutz gestellt werden, ohne die Einwilligung des Senats. Barack Obama hatte unter anderem große Meeresgebiete unter Schutz stellen lassen. Dies hatte Einfluss vor allem auf Fischfang und Ölförderung.

Wie soll das angekündigte Siegel für mehr Tierschutz im Stall konkret aussehen? Minister Schmidt hat die Kriterien dafür vorgelegt - und erntet heftige Proteste. Auch Landwirte sehen noch offene Fragen.

Berlin (dpa) - Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) stößt mit seinen Plänen für ein staatliches Tierwohl-Label auf harsche Kritik von Tierschützern. Der Tierschutzbund kündigte seine Unterstützung für das Siegel auf, das höhere Anforderungen an die Schweinehaltung garantieren soll. «So schafft man keinen nachhaltigen Tierschutz im Stall», sagte Präsident Thomas Schröder der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwoch). Auch andere Tierschützer protestierten. Der Bauernverband bekräftigte die grundsätzliche Unterstützung für das Label, nannte die nun vorgelegten Kriterien aber «sehr ambitioniert».

Bauernpräsident Joachim Rukwied bezweifelte, dass die vom Ministerium angenommenen Mehrkosten für Landwirte von etwa 20 Prozent in der Premiumstufe des Labels ausreichen. «Das glauben wir nicht, da brauchen wir einen höheren Mehrpreis», sagte Ruwkied am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Er betonte, die Bauern gingen bei den Plänen grundsätzlich mit. Gelingen müsse dabei aber eine Verzahnung mit der bestehenden Initiative von Landwirtschaft und Handel. Dabei zahlen Supermarktketten in einen Fonds ein, aus dem freiwillig teilnehmende Bauern für Tierwohl-Investitionen honoriert werden.

Schmidt hatte am Dienstag die Kriterien für das Label vorgestellt, die bereits in der Eingangsstufe über gesetzliche Standards und auch über die Initiative der Branche hinausgehen sollen. Unter anderem muss das Platzangebot für Schweine in der Eingangsstufe um bis zu 33 Prozent größer sein als vorgeschrieben, in der Premiumstufe um 70 bis 100 Prozent. Erste Betriebe könnten wohl 2018 zertifiziert werden. Einen Gesetzentwurf will Schmidt bis zur Bundestagswahl vorstellen.

Tierschutzbund-Präsident Schröder kritisierte die Ankündigungen als unseriös: «Solch ein Vorpreschen mit einem unfertigen Label belastet das Vertrauen in den Prozess und in ein Label im Grundsatz.» Offen seien etwa Fragen zu Kontrollen, Zertifizierung, Beratung und nötigen Fördergeldern für Landwirte. Die Organisation «Vier Pfoten» sprach mit Blick auf die Kriterien von «Verbrauchertäuschung und Betrug». Sie brächten keine wesentlichen Verbesserungen für die Tiere.

Die Union im Bundestag mahnte Planungssicherheit an. «Die Landwirtschaft hat einen Anspruch auf schnelle Klärung der offenen Fragen», erklärten Fraktionsvize Gitta Connemann und Agrarpolitiker Franz-Josef Holzenkamp (beide CDU). «Ein Label soll Branche und Gesellschaft nicht verunsichern, sondern zur Lösung des Konfliktes beitragen.»

Greifswald/Schwerin (dpa) - Nach nationalistischen Äußerungen hat der AfD-Politiker in Mecklenburg-Vorpommern, Ralph Weber, scharfe Kritik auf sich gezogen. Die Wortwahl des Landtagsabgeordneten erinnere unmissverständlich an den Sprachgebrauch der NPD, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Krüger am Mittwoch in Schwerin.

Auch die Universität Greifswald distanzierte sich öffentlich von «unsäglichen Äußerungen» Webers, der zur Ausübung seines Mandats als Jura-Professor dort zurzeit freigestellt ist. Auch aus Webers eigener Partei wurde Unmut laut. Mit seinen Aussagen spreche Weber nicht für die Partei, betonten die AfD-Landesvorsitzenden Leif-Erik-Holm und Bernhard Wildt in einer gemeinsamen Erklärung.

In einem nach dem AfD-Bundesparteitag in Köln verfassten Beitrag fordert Weber «eine klare und deutliche Absage an alle Versuche einer multikulturellen Umgestaltung unseres Vaterlandes und eine ebenso deutliche Absage an alle Versuche, unser Volk durch Überfremdung mittels Zuwanderung auszutauschen». Die Zahl der Abschiebungen und freiwilligen Rückreisen müsse die der Zuwanderungen deutlich übersteigen. Nur dann finde dieser «große Austausch» nicht statt. Zudem müsse «der uns von den Siegermächten aufgezwungene und von den «linksgrünen Weltverbesserern» und «Deutschland-Abschaffern» fortgesetzte «Schuldkult» aufhören», verlangte Weber.

Die deutschen Verbraucher müssen etwas mehr Geld für ein Pfund Kaffee ausgeben. Auf längere Sicht gibt es gute Gründe, warum der Preis für das Lieblingsgetränk in Deutschland weiter steigt.

Hamburg (dpa) - In der nächsten Woche müssen die Kunden des Kaffeerösters Tchibo 30 bis 50 Cent mehr für ein Pfund Kaffee bezahlen. Das hatte der Hamburger Konzern bereits kurz nach Weihnachten angekündigt. Ein Pfund der Tchibo-Sorte «Feine Milde» kostet dann 5,99 Euro statt 5,69 Euro. Die Konkurrenz hält sich mit Ankündigungen bislang zurück. Als führender deutscher Röster ist Tchibo jedoch eine Art Taktgeber der Branche; auch bei Aldi und Netto, bei Rewe und Edeka dürfte der Trend der Kaffeepreise eher aufwärts weisen.

Gründe für die aktuelle Preisrunde sind die Entwicklungen auf den Rohkaffeemärkten und die Devisenkurse. Gegenwärtig kostet ein Pfund Rohkaffee (453 Gramm) knapp 1,50 Dollar. Das ist zwar deutlich unter dem Höchstpreis des vergangenen Jahres, der mit 1,74 Dollar im November erreicht wurde. Zuvor hatte der Preis aber jahrelang niedriger gelegen. Verschärft wurde die Entwicklung durch den Verfall des Euro gegen den Dollar, weil Kaffee in Dollar bezahlt werden muss. «Werden Rohkaffee und der Dollar wieder billiger, gehen die Verkaufspreise wieder runter», verspricht Tchibo-Chef Thomas Linemayr den Kunden.

Kaffee ist mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 162 Litern jährlich das beliebteste Getränk in Deutschland, noch vor Mineralwasser und Bier. Kaffee wird immer öfter außer Haus konsumiert, in Coffee-Shops, Cafès und Bäckereien, und er ist geschmacklich immer mehr ausdifferenziert, von Espresso bis Latte Macchiato und Cappuccino. Hochpreisige Kaffeemaschinen sind zu Statussymbolen geworden, moderne und teure Kapsel-Systeme machen dem traditionellen Filterkaffee Konkurrenz, der gleichwohl nach wie vor den Großteil des Marktes ausmacht. Die Kaffeepreise sind für viele Anbieter und Konsumenten von Bedeutung - der Markt ist groß. Allein das staatliche Aufkommen aus der Kaffeesteuer beträgt mehr als eine Milliarde Euro.

Mittelfristig weisen die Indizien auf steigende Preise für Rohkaffee hin. Die Nachfrage steigt. Das liegt zum einen an der wachsenden Weltbevölkerung. Mittlerweile leben 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde; jedes Jahr kommt einmal Deutschland mit gut 80 Millionen Einwohnern dazu. Und viele von diese zusätzlichen Menschen wollen nicht nur Kaffee trinken, sondern können es sich auch leisten. Die Nachfrage nimmt vor allem in denjenigen Ländern zu, in denen der Kaffee auch wächst, in Südamerika, Afrika und Asien. Im Kaffeejahr 2015/16 (Oktober bis September) erhöhte sich der Kaffee-Konsum in den Erzeugerländern um eine Million Sack (60 Kilogramm) und damit stärker als in den klassischen Importländern.

Zum anderen werden die Anbauflächen knapp. «Der Klimawandel setzt ein und macht bestimmte Flächen weniger geeignet für den Kaffeeanbau», sagt Claudia Brück von der Organisation TransFair in Köln. Qualitativ guter Kaffee wächst in Höhenlagen in Äquatornähe, die nicht beliebig vermehrbar sind. In der Folge steigen die Bodenpreise. In den vergangenen 50 Jahren haben sich die Anbauflächen weltweit verdreifacht, weil vor allem asiatische Länder wie Vietnam in das Geschäft eingestiegen sind. Doch das Angebot wächst langsamer als die Nachfrage. In den vergangenen beiden Jahren wuchs die Lücke von 2,7 auf 3,3 Millionen Sack. Das treibt die Preise.

Von den höheren Rohkaffeepreisen profitieren 25 Millionen Kaffeebauern, die mehr Geld für ihr Produkt erlösen können. Fair gehandelter Kaffee, bei dem die Kleinbauern noch eine Extra-Prämie auf den Marktpreis erhalten, wird in Deutschland immer beliebter. Der Absatz stieg in den ersten neun Monaten des Vorjahres um fast ein Viertel auf 12 000 Tonnen. Viel ist das jedoch immer noch nicht. Der Marktanteil von «fairem Kaffee» bewegt sich gerade mal bei drei bis vier Prozent.