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Berlin (dpa) - Bei der geplanten Reform des europäischen Emissionshandels will Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die heimische Industrie möglichst wenig belasten. Die Bundesregierung wolle, «dass unsere europäische Industrie auch bei uns bleibt», sagte die SPD-Politikerin der «Rheinischen Post» (Dienstag). Sie warnte, die Unternehmen dürften im globalen Wettbewerb nicht benachteiligt werden gegenüber Konkurrenten aus Ländern, in denen keine Gebühren für Verschmutzungsrechte gezahlt werden müssten.

Die EU-Umweltminister nehmen an diesem Dienstag (9.00 Uhr) eine Reform des Emissionshandels in den Blick. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Minister sich auf eine gemeinsame Position mit Blick auf den Handel mit Rechten zum CO2-Ausstoß verständigen. Danach könnten die abschließenden Verhandlungen mit dem Europaparlament beginnen.

Der Handel mit den Verschmutzungsrechten hatte 2005 begonnen. Für jede Tonne ausgestoßenen Kohlendioxids brauchen Energieversorger und Industrie ein Zertifikat. Dies sollte als Anreiz zum Investieren in saubere Technik dienen. Allerdings funktioniert das System derzeit nicht. Da zu viele Verschmutzungsrechte auf dem Markt sind, ist der Preis im Keller. «Die immer noch viel zu großen Zertifikats-Überschüsse müssen reduziert werden, damit es echte Anreize für Investitionen in den Klimaschutz gibt», forderte Hendricks.

Athen (dpa) - Vor der griechischen Halbinsel Peloponnes hat die Besatzung eines vorbeifahrenden Tankers 41 Migranten, darunter auch sechs Kinder, gerettet. Die Segeljacht der Migranten war in Seenot geraten. Die Menschen hatten daraufhin am Montagnachmittag die internationale Notnummer 112 angerufen und die Behörden um Hilfe gebeten, berichtete das griechische Staatsradio am Montagabend.

Das Boot treibe herrenlos dahin, hieß es. Die Menschen wurden auf dem Tanker aufgenommen. Der Tanker wurde am Dienstag in Piräus erwartet, hieß es im Bericht des Staatsradios weiter.

Beamte der Küstenwache vermuteten, dass die Migranten von der türkischen Küste in Richtung Italien aufgebrochen waren. Nach der weitgehenden Schließung der Balkanroute versuchen Migranten auf der gefährlicheren Route über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen. Die Küstenwache hatte Anfang Februar 70 Migranten südlich der Peloponnes gerettet.

Nach Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes hat der Flüchtlingszustrom im Vergleich zum Vorjahr deutlich nachgelassen. Die EU kann auf Grundlage des Pakts alle Migranten, die aus der Türkei auf die Inseln der Ostägäis übersetzen, zurück ins Nachbarland schicken, wenn sie kein Asyl bekommen.

Dresden (dpa) - Die Schweriner AfD-Politikerin Petra Federau hat bei einer Pegida-Kundgebung in Dresden die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel (CDU) scharf angegriffen. In ihrer Rede am Montagabend nannte sie die Kanzlerin eine «Gesetzesbrecherin», die sehr wohl als «Volksverräterin» bezeichnet werden könne. Federau ist in ihrem eigenen Landesverband umstritten. Die 47-Jährige war im vergangenen Jahr kurz vor der Landtagswahl vom dritten Listenplatz geflogen, weil sie ihre Tätigkeit bei einem Escort-Service verschwiegen hatte, der deutsche Frauen auch in arabische Länder vermittelt haben soll.

Washington (dpa) - Das neue Dekret zu einem Einreisestopp in die USA soll nach Angaben von Sean Spicer, Sprecher von US-Präsident Donald Trump, ungefähr Mitte dieser Woche kommen. Das sagte Spicer am Montag.

Trump hatte Ende Januar unter Verweis auf eine terroristische Gefahr ein 90-tägiges Einreiseverbot für Menschen aus sieben überwiegend muslimischen Ländern sowie einen 120-tägigen Aufnahmestopp für Flüchtlinge verfügt. Deswegen wurde er aber von Gerichten in die Schranken gewiesen.

Trump hatte danach eine neue Order angekündigt, die vergangene Woche kommen sollte und dann verschoben worden war. Berichten zufolge gilt das neue Dekret für die selben sieben Länder wie die gerichtlich angehaltene Anordnung.

Berlin (dpa) - In der Debatte um eigene Finanzquellen für die Europäische Union hat EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger angeregt, Brüssel an der Mineralölsteuer zu beteiligen. Es gehe um einen kleinen Teil der Mineralölsteuereinnahmen, «einen oder zwei Cent pro Liter», sagte er dem «Handelsblatt» (Dienstag). Denkbar wäre auch, einen Teil der Einnahmen aus der Versteigerung von CO2-Emissionszertifikaten nach Brüssel zu überweisen.

Nach einem Austritt Großbritanniens müssten «die anderen Nettozahler etwas mehr» in den EU-Haushalt einzahlen, sagte Oettinger. Der dann fehlende britische Nettobeitrag von rund neun Milliarden Euro jährlich lasse sich nicht vollständig durch Einsparungen erwirtschaften.

Für die Bewältigung der Flüchtlingskrise, den Kampf gegen den Terror und für die gemeinsame Verteidigungspolitik benötige die EU zudem mehr Geld als bisher. «Für diese neuen Aufgaben benötigen wir finanzielle Mittel. Wir rechnen mindestens mit einem einstelligen Milliardenbetrag pro Jahr», sagte der deutsche Kommissar.

Das EU-Budget wird derzeit zum größten Teil durch Beiträge aus den Haushalten der Mitgliedstaaten finanziert. Wie viel Geld ein Land zahlen muss, hängt vor allem von seiner Wirtschaftskraft ab. Eine Expertengruppe unter Leitung des früheren italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti hatte jüngst die Einführung einer EU-Körperschaftsteuer, einer Stromsteuer oder einer CO2-Abgabe als Beispiele für eigene Einnahmequellen der EU angeführt.

Donald Trump hat versprochen, den Islamischen Staat zu zerstören. Nun legt sein Verteidigungsminister eine Strategie vor. Der Inhalt ist geheim - noch.

Washington (dpa) - US-Verteidigungsminister James Mattis hat dem Weißen Haus einen Plan zur Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgelegt. Das bestätigte Pentagon-Sprecher Jeff Davis am Montag in Washington. Mattis unterrichtete noch am selben Tag das so genannte Principals Committee des Nationalen Sicherheitsrates - eine Art Komitee der Behördenleiter - über seine Vorschläge.

Präsident Donald Trump hatte Mattis im Januar damit beauftragt, innerhalb von 30 Tagen eine neue Strategie für den Kampf gegen den IS vorzulegen. Der Republikaner hatte im Wahlkampf versprochen, er werde die Terrormiliz «komplett zerstören». Seinen Vorgänger Barack Obama hatte er immer wieder für desssen Vorgehen kritisiert. An der grundlegenden Strategie scheint das US-Militär aber nicht viel ändern zu wollen.

Davis wollte keine näheren Angaben zum Inhalt machen; der Plan sei vertraulich. Er betonte, dass es sich um einen vorläufigen Rahmen handele, der die Grundlage für eine breitere Strategie legen solle. Es gehe nicht nur um militärische Mittel. Der Fokus liege auch nicht ausschließlich auf dem Irak und Syrien, sondern es gehe um den weltweiten Kampf gegen den IS. Einige Teile des Papiers bräuchten Zustimmung, erklärte er.

US-Medien hatten in den vergangenen Tagen darüber spekuliert, dass Mattis die Entsendung weiterer Soldaten nach Syrien empfehlen könnte.

Die USA führen den Kampf gegen die Terrormiliz an der Spitze einer Koalition westlicher und arabischer Staaten an. Seit September 2014 fliegt das Bündnis Luftangriffe auf den IS in Syrien und dem Irak. In beiden Ländern sind zudem amerikanische Spezialkräfte im Einsatz.

Irakische Regierungskräfte hatten im Oktober mit der Offensive auf die vom IS gehaltene Großstadt Mossul begonnen. Ende Januar konnten sie den Ostteil komplett einnehmen. Unterstützt werden sie von Luftangriffen der Koalition und von US-Militärberatern am Boden.

Mossul ist die letzte große Hochburg des IS im Irak. Sollte die Terrormiliz die Großstadt verlieren, wäre sie militärisch in dem Land weitgehend besiegt. Allerdings beherrscht der IS noch immer große Gebiete im Nachbarland Syrien.

Dort unterstützt die US-Koalition die Kurdenmiliz YPG und arabische Einheiten, die sich zu den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) zusammengeschlossen haben.

Der US-Kommandeur der Anti-IS-Mission, Generalleutnant Stephen Townsend, hatte in der vergangenen Woche gesagt, dass die SDF-Kräfte für die Rückeroberung der Stadt Al-Rakka zusätzliche Kampfkraft brauchen würden.

Sollten die USA die syrischen Kurden mit Waffen unterstützen, könnte das die Türkei verärgern. Ankara wirft der YPG vor, ein Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu sein. Die Türkei unterstützt Rebellen derzeit bei einer Offensive gegen den IS in Syrien.

Bratislava (dpa) - Papst Franziskus will den slowakischen Salesianerpriester Titus Zeman seligsprechen. Der Salesianerorden in Bratislava teilte am Montagabend mit, das päpstliche Dekret anerkenne den am 8. Januar 1969 an den Folgen von Haft und Folter gestorbenen Zeman als Märtyrer seines Glaubens.

Der am 4. Januar 1915 in Bratislava geborene Priester hatte 1950 und 1951 die Flucht von mehreren Ordensmitgliedern und anderen Priesterkandidaten zum Theologiestudium nach Italien organisiert. Dafür wurde er zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt und saß 13 Jahre in kommunistischen Gefängnissen und Straflagern wie der berüchtigten Uranmine Jachymov ab. 1964 wurde er vorzeitig freigelassen, doch erst nach seinem Tod wurde 1991 seine Verurteilung in einem Rehabilitierungsprozess aufgehoben.

Der im 19. Jahrhundert in Italien entstandene katholische Männerorden der «Salesianer Don Boscos» widmet sich besonders der Jugendarbeit. In der Slowakei machte den Orden vor allem der im Januar 2016 gestorbene Armenpriester Anton Srholec bekannt, der 1951 zu den mit Zeman verhafteten Nachwuchspriestern gehörte.

Gundremmingen (dpa) - Wegen eines Zwischenfalls an einem Ventil ist Block B des Atomkraftwerks Gundremmingen in Bayern am Montag abgeschaltet worden. Nach Angaben der Betreiber waren zum Abschluss der Revision Prüfungen unter anderem an Sicherheits- und Entlastungsventilen durchgeführt worden. Im nuklearen Bereich habe eines der elf Ventile, die sich innerhalb des geschlossenen Sicherheitsbehälters befinden, zur Prüfung korrekt geöffnet, aber nicht wieder verschlossen werden können. Der ausgetretene radioaktive Dampf sei in dem geschlossenen Sicherheitsbehälter verblieben, betonte ein Sprecher. Block B sei ordnungsgemäß per Hand abgeschaltet worden. Derzeit werde der Vorfall untersucht. Nach vorläufiger Einschätzung sei das Vorkommnis als meldepflichtiges Ereignis in die Kategorie «Normal» einzustufen. Personal, die Anlage und ihre Umgebung seien nicht gefährdet gewesen.

Berlin (dpa) - Nach einem Rekord-Spendenjahr 2015 blickt der Deutsche Spendenrat am Dienstag auf die Zahlen von 2016 (11.00 Uhr). Die Organisation will unter anderem Antworten geben auf die Fragen, wieviel Geld Privatleute in Deutschland im vergangenen Jahr gespendet haben und an wen. Nach bereits veröffentlichten Zahlen aus dem November deutet sich ein Rückgang im Vergleich zu 2015 an. Die Deutschen spendeten von Januar bis September 2016 insgesamt 3,1 Milliarden Euro - rund zehn Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2015. Damals gab es laut Spendenrat viele Ereignisse mit großer Medienpräsenz, die die Spendenbereitschaft angekurbelt hätten. Darunter waren das Erdbeben in Nepal und die Ankunft zahlreicher Flüchtlinge.

Brüssel (dpa) - Die EU-Umweltminister nehmen am Dienstag (09.00 Uhr) eine Reform des europäischen Emissionshandels in den Blick. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Minister sich auf eine gemeinsame Position mit Blick auf den Handel mit Rechten zum CO2-Ausstoß verständigen. Anschließend daran könnten die abschließenden Verhandlungen mit dem Europaparlament beginnen.

Der Handel mit den Verschmutzungsrechten war 2005 an den Start gegangen. Für jede Tonne ausgestoßenes Kohlendioxid brauchen Energieversorger und Industrie ein Zertifikat. Dies sollte als Anreiz zum Investieren in saubere Technik dienen. Allerdings funktioniert das System derzeit nicht. Da zu viele Verschmutzungsrechte auf dem Markt sind, ist der Preis im Keller.

Genf (dpa) - Die Schließung der Balkanroute und verschärfte europäische Grenzkontrollen haben Flüchtende nach UN-Angaben in neue Gefahren gestürzt. Viele Menschen, die sich in ihrer Not an Schlepper wandten, hätten sich damit in teils gefährliche Situationen gebracht, berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Montag in Genf. Es gebe alarmierende Berichte von Flüchtlingen, die nach eigenen Angaben verschleppt und gegen ihren Willen festgehalten, missbraucht, gefoltert und erpresst wurden.

Schlepper im Norden Mazedoniens und teils auch aus der serbischen Hauptstadt Belgrad, in Pristina (Kosovo) und in Sofia (Bulgarien) setzten «routinemäßig» Menschen fest und erpressten sie, gaben Betroffene an. Personen, die die Dienste der Schleuser nicht in Anspruch nahmen, berichteten von Entführungen. Einige Kriminelle sollen den Berichten zufolge auch sexuelle Gewalt und Folter eingesetzt und Menschen über Tage hinweg festgehalten haben, um höhere Zahlungen als vereinbart zu erpressen.

Insgesamt seien Zehntausende Menschen an den Grenzen in Bulgarien, Kroatien, Griechenland, Ungarn, Serbien, Spanien und Mazedonien zurückgedrängt worden, teils gewalttätig, um andere abzuschrecken. «Dieser Bericht zeigt, dass viele Flüchtlinge und Migranten ohne sichere Fluchtrouten große Risiken auf sich nehmen, um nach Europa zu kommen», meinte der Direktor des UNHCR-Europa-Büros, Vincent Cochetel.

Gundremmingen (dpa) - Wegen eines Zwischenfalls an einem Ventil ist Block B des Atomkraftwerks Gundremmingen in Bayern am Montag abgeschaltet worden. Nach Angaben der Betreiber waren zum Abschluss der Revision Prüfungen unter anderem an Sicherheits- und Entlastungsventilen durchgeführt worden. Eines der elf Ventile, die sich innerhalb des geschlossenen Sicherheitsbehälters befinden, habe dabei zur Prüfung korrekt geöffnet, aber nicht wieder verschlossen werden können. Block B sei daraufhin ordnungsgemäß per Hand abgeschaltet worden. Derzeit werde der Vorfall untersucht. Nach vorläufiger Einschätzung sei das Vorkommnis als meldepflichtiges Ereignis in die Kategorie «Normal» einzustufen. Personal, die Anlage und ihre Umgebung seien nicht gefährdet gewesen.

Der Tod lauert da, wo Kranke vermeintlich gut aufgehoben sind: im Krankenhaus oder Pflegeheim. Immer öfter schlagen Antibiotika bei Patienten nicht mehr an. Es müssen dringend neue Stoffe her.

Genf (dpa) - Wenn Antibiotika nicht mehr anschlagen sind Ärzte machtlos und Patienten ihrem Schicksal ausgeliefert. Schuld sind Bakterien, die gegen alle verfügbaren Medikamente resistent geworden sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist alarmiert. Jetzt hat sie erstmals eine Liste mit den zwölf für die Menschheit gefährlichsten Bakterienfamilien veröffentlicht. Sie rief Regierungen am Montag in Genf auf, Anreize für Forscher in Universitäten und Pharmafirmen zu schaffen, um neue Antibiotika zu entwickeln.

Betroffen seien Millionen Patienten in aller Welt, sagte Evelina Tacconelli, Mitglied der Europäischen Gesellschaft für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ESCMID). 60 Prozent der Patienten mit schweren Infektionen, die sich nicht mit Antibiotika behandeln lassen, sterben nach ihren Angaben. An Schätzungen über die weltweite Zahl von tödlichen Infektionen durch Antibiotika-resistente Bakterien wolle die WHO sich aber nicht beteiligen. Britische Forscher nannten 2014 eine Zahl von weltweit 700 000 im Jahr.

Die WHO entwickelte die Liste mit Forschern der Universität Tübingen. Das Thema soll bei einem G20-Treffen von Gesundheitsexperten nächste Woche in Berlin zur Sprache kommen. «Wir brauchen heute und in Zukunft wirksame Antibiotika, um übertragbare Krankheiten gut behandeln zu können», sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). «Mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie gehen wir im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen voran.» Krankheiten und resistente Erreger würden keine Grenzen kennen und müssten global bekämpft werden.

«Die Antibiotika-Resistenz wächst, und wir haben bald keine Behandlungsmöglichkeiten mehr», sagte WHO-Expertin Marie-Paule Kieny. «Wenn wir es allein den Marktkräften überlassen, werden die neuen Antibiotika nicht rechtzeitig entwickelt.» Die Liste enthalte bewusst nicht die Tuberkulose-Erreger, weil die Entwicklung neuer Medikamente dafür bereits im Gange sei. Nach WHO-Angaben entwickeln allein 480 000 Menschen im Jahr eine Resistenz gegen Anti-Tuberkulose-Mittel.

Besonders gefährlich seien Keime, die gegen mehrere Antibiotika resistent sind, so die WHO. Diese Bakterien veränderten sich ständig und werden so auch gegen neue Medikamente immun. Diese Immunität könnten sie auch an andere Bakterien weitergeben. Zu den Gattungen der gefährlichsten Keime gehören laut WHO etwa Acinetobacter, Pseudomonas und Enterobacter. Zu letzteren gehören Kolibakterien, die Durchfälle auslösen können.

«Wir wollen jetzt keine Panik über neue Supererreger verbreiten», sagte Kieny. «Es geht darum, die Forschungsanstrengungen zu fokussieren.» Anreize könnten etwa Prämien für Pharmafirmen sein, wenn ihr Medikament auf den Markt kommt.

Neben Transplantations- und Chemotherapiepatienten sowie Kranken, die Katheter haben oder beatmet werden müssen, seien Bewohner von Pflegeheimen besonders betroffen, sagte ESCMID-Mitglied Tacconelli. Problem dort sei unter anderem «der unkontrollierte Einsatz von Antibiotika». Nicht immer sei ein Arzt vor Ort, und Bewohner bekämen teils Antibiotika, wenn es nicht nötig sei. Das führt dazu, dass umso mehr Erreger resistent werden. Ältere Menschen hätten oft ein geschwächtes Immunsystem und seien infektionsanfällig.

Kiel (dpa) - Schleswig-Holsteins Vize-Regierungschef Robert Habeck (Grüne) will im Bundesrat nicht für den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Einstufung von Algerien, Marokko und Tunesien als sichere Herkunftsländer stimmen. «Die Maghreb-Staaten sind nicht sicher», sagte der Kieler Umweltminister am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Sie trotzdem als sicher zu erklären, löse kein Problem, sondern kaschiere nur andere. Das sei unlauter. «Ich fände es richtig, wenn auch die SPD es ablehnt.» Die Grünen regieren in Kiel mit SPD und SSW (Südschleswigscher Wählerverband).

Bayern habe das Gesetz für den 10. März auf die Tagesordnung des Bundesrates gesetzt - kurz vor den Wahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, schrieb Habeck in seinem Internet-Blog. «Die Ansage ist klar: Wer gegen die «sicheren Herkunftsländer» ist, macht Deutschland unsicher.» Das sei absurd.

Die Bundesregierung will die drei Länder im Asylrecht als sicher einstufen, um Abschiebungen zu beschleunigen. Baden-Württembergs Grünen-Regierungschef Winfried Kretschmann unterstützt dies. Die Einstufung der drei Staaten als sicher scheiterte bisher im Bundesrat am Widerstand der Grünen. Der Bundestag hatte die Regelung im Mai 2016 beschlossen.

Es wird seine erste Rede vor dem Kongress, und Trump hat Großes vor. Satte zehn Prozent mehr sollen für die Verteidigung ausgegeben werden, alle andern bluten. Proteste sind sicher, lange Verhandlungen auch.

Washington (dpa) - Es soll ein optimistisches Bild voller Tatkraft und Sicherheit werden: Begleitet von historisch schlechten Umfragewerten will US-Präsident Donald Trump mit seiner ersten Rede vor dem Kongress die Ecksteine seiner Politik umreißen. Ein Schwerpunkt werde das Thema der nationalen Sicherheit sein, sagte Trump am Montag im Weißen Haus bei einem Treffen mit Gouverneuren.

Der Präsident will das US-Verteidigungsbudget um zehn Prozent oder 54 Milliarden US-Dollar anheben. Das sieht nach Angaben des Weißen Hauses vom Montag sein Budgetentwurf vor, der im März an den Kongress übermittelt werden soll. Im Gegenzug sollten 54 Milliarden US-Dollar bei den meisten anderen Ministerien und Regierungsagenturen eingespart werden. «Fast alle werden Einsparungen erleben, mit Ausnahme des Sicherheitsbereichs», hieß es.

Nach diesem Haushaltsentwurf werde vom Rest der Welt erwartet, die eigene Rolle in einer Reihe derjenigen Programme auszuweiten, in denen sich die USA in der Vergangenheit so generös gezeigt hätten, hieß es weiter.

Trump sagte, Details zu seinem Budget wolle er in seiner Rede vor dem Kongress darlegen. In gefährlichen Zeiten wie diesen sei sein Haushalt einer der nationalen und öffentlichen Sicherheit. Er fügte hinzu: «Wir müssen wieder Kriege gewinnen.»

Die vorläufigen Budgetplanungen des US-Präsidenten sind der erste Schritt in Verhandlungen zwischen dem Weißen Haus und den einzelnen Bundesbehörden. Weil der Budgetprozess lang und kompliziert ist, wird dieser Auftakt sonst kaum beachtet. Das ist dieses Jahr anders. Der Kongress bringt Änderungen ein und muss das Budget absegnen.

Nach Informationen der «New York Times» sieht der Budgetentwurf massive Einsparungen unter anderem bei der Umweltbehörde EPA vor. Trump hatte das im Wahlkampf angekündigt. Auch Gelder für soziale Hilfsprogramme sollen gekürzt werden, ausgenommen seien aber Social Security - die staatliche Rentenversicherung - und das Krankenversicherungsprogramm Medicare für Senioren.

In seiner Rede will Trump nach Berichten mehrerer Medien unter Berufung auf das Weiße Haus seinen Anhängern versichern, dass er seine politische Agenda komplett und rasch umsetzen wird. Neben der nationalen Sicherheit sollen die Themen Steuern und Arbeitsplätze, Handel, Einwanderung und Gesundheit Schwerpunkte sein.

Unterdessen ist Trumps Sprecher Sean Spicer nach einem Bericht von «Politico» weiter bemüht, die seit Wochen grassierenden Info-Lecks aus dem Weißen Haus aufzuspüren. Er habe deswegen bei einem Treffen die Mobiltelefone aller Mitarbeiter überprüfen lassen. Diese Aktion wurde wiederum sofort an «Politico» durchgestochen.

Peking (dpa) - Durch die tropischen Wälder im Südwesten Chinas schwingt sich seit neuestem Skywalker. Genauer gesagt Skywalker Hoolock Gibbons (Hoolock tianxing), eine neue Art von Weißbrauengibbons (engl:: Hoolocks). Die Affen waren schon länger bekannt. Tierforscher haben sie nun als eigene Spezies identifiziert, wie sie im «American Journal of Primatology» schreiben.

Die Affen-Art, die auch in Teilen Myanmars vorkommt, hat seinen neuen Namen aus zwei Gründen. Zum einen bedeuten die chinesischen Schriftzeichen seines wissenschaftlichen Namens «Himmelsbewegung». Zum anderen sind die Wissenschaftler Fans der Filmreihe Star Wars, zu deren Helden Luke Skywalker gehört.

Herkömmliche Hoolock Gibbons sind in Bangladesch, Indien, China und Myanmar beheimatet. Sie verbringen die meiste Zeit in den Baumkronen, oder schwingen durch die Wälder. Die neue Art, die die Wissenschaftler in der chinesischen Provinz Yunnan untersuchte, unterscheidet sich von normalen Hoolocks leicht im Aussehen. Auch einige ihre Laute klingen demnach anders.

Die Forscher schätzen, dass es etwa 200 der Skywalker Gibbons in China gibt. Damit sei der «Star Wars»-Affe vom Aussterben bedroht. «Die geringe Anzahl überlebender Tiere und die Bedrohung durch Lebensraumverlust und Jagd bedeuten, dass sie als gefährdete Art eingestuft werden sollten», sagte Mitentdecker Sam Turvey von Londons Zoologischer Gesellschaft laut BBC.