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Stockholm (dpa) - Vor allem aufgrund der hohen Einwanderung hat Schweden am Freitag die Marke von zehn Millionen Einwohnern überschritten. Es lasse sich aber nicht feststellen, wer der zehnmillionste Einwohner des skandinavischen Landes sei, teilte das Statistikamt in Stockholm mit.

Schwedens König Carl Gustaf gratulierte trotzdem. «Egal, ob du heute zur Welt gekommen, nach Hause zurückgekehrt bist oder die Chance bekommen hast, ein neues Leben in unserem Land zu beginnen: Du bist jetzt ein Teil von Schwedens Zukunft und seiner Geschichte. Ich möchte dich aufs Wärmste willkommen heißen», hieß es in einem Brief, den das Königshaus auf seiner Webseite veröffentlichte.

Nach Angaben der Statistikbehörde brauchte Schweden 35 Jahre, um von acht auf neun Millionen Einwohner zu wachsen. Der Anstieg von neun auf zehn Millionen dauerte nur 13 Jahre, drei Viertel des Zuwachses machen dabei Einwanderer aus, wie es weiter heißt. Die Elf-Millionen-Marke knackt Schweden nach Schätzungen voraussichtlich schon 2024.

82 Prozent aller Einwohner sind den Angaben zufolge Schweden, während die übrigen 18 Prozent im Ausland geboren sind. Die größte Ausländergruppe machen die Finnen aus. Damit im Ausland geborene Einwohner mitgezählt werden könnten, müssten sie ein Aufenthaltsrecht für mindestens ein Jahr haben, erklärte die Statistikbehörde.

Brüssel (dpa) - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will eng mit US-Präsident Donald Trump zusammenarbeiten. «Es gilt Klimawandel wie Migration gemeinsam anzupacken, Terrorismus mit vereinten Kräften zu bekämpfen sowie die Globalisierung und ihre sozialen Folgen gemeinsam zu meistern», sagte der Luxemburger dem «Spiegel».

Nach Einschätzung des Kommissionschefs wird die Europäische Union allerdings etwas Geduld brauchen. Juncker erwartet, «dass es einige Monate dauern wird, bis der neue amerikanische Präsident die Fülle europäischer Feinheiten entdeckt haben wird».

Der frühere EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) rief dazu auf, aktiv die Kooperation zu suchen. «Die Wahlen in den USA sind vorbei und es ist Zeit, sich an die Arbeit zu machen», sagte der SPD-Politiker der Oldenburger «Nordwest-Zeitung» (Freitag). Es gehe darum, auf der Grundlage der gemeinsamen Werte, mehr Sicherheit, Stabilität und Wohlstand zu schaffen.

Berlin (dpa) - Die «Initiative Tierwohl» von Fleischwirtschaft und Handel hat Unterstützung bei den Vorbereitungen für ein geplantes staatliches Siegel angeboten. Die Initiative sei gerne bereit, ihr Fachwissen in die Ausarbeitung einzubringen, sagte Geschäftsführer Alexander Hinrichs der Deutschen Presse-Agentur anlässlich der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin. Dafür würden zunächst konkretere Angaben zu Zielen, Zeitplan und möglichen gemeinsamen Schnittstellen erwartet.

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hatte sein geplantes Tierwohl-Label am Donnerstag auf der Messe vorgestellt. Damit soll zunächst Fleisch von Schweinen gekennzeichnet werden können, deren Haltungsbedingungen über gesetzlichem Standard liegen. In die Läden könnte das neue Siegel «im nächsten, übernächsten Jahr» kommen.

Unabhängig davon will die Branche ihr Tierwohl-Engagement ausweiten. Bei der 2015 gestarteten Initiative erhalten freiwillig teilnehmende Landwirte für Zusatzleistungen Geld aus einem Fonds, in den Handelsketten einzahlen. Ab 2018 sollen es 6,25 Cent statt der bisherigen 4 Cent pro verkauftem Kilo Schweine- und Geflügelfleisch sein. Dadurch sollen bis 2020 jährlich 130 Millionen Euro für Auszahlungen an Bauern zur Verfügung stehen.

Zugleich sollen die Grundanforderungen für Landwirte angehoben werden, die mitmachen wollen. So sollen zehn Prozent mehr Platz zu einem Pflichtkriterium für Schweinehalter werden. Zur besseren Erkennbarkeit für die Kunden soll unbehandeltes Geflügelfleisch, das aus einem teilnehmenden Betrieb stammt, künftig auch direkt auf der Packung gekennzeichnet werden.

Essen ist auch ein bisschen trotzig: Erst lässt sich die einstige Montanmetropole zur «Grünen Hauptstadt Europas» wählen. Jetzt feiert sie den Start im Januar mit einem Bürgerfest im größten Park der Stadt. Wer sich warm anzieht, dürfte Spaß haben.

Essen (dpa) - Als «Grüne Hauptstadt Europas 2017» will Essen eines Tages auch eine Stadt ganz ohne Plastiktüten werden. Einen Anfang können die Bürger zum Auftakt des Hauptstadtjahres an diesem Samstag machen: Wer mag, bringt zum großen Kultur- und Familienfest im Stadtpark «Gruga» eine gebrauchte Plastiktüte mit.

Sieben Jahre nach dem Jahr als Kulturhauptstadt 2010 ist die Stadt Essen erneut europäische Kapitale: Diesmal in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit - ernannt von der Europäischen Kommission. Mit dem zweitägigen Bürgerfest startet die «Grüne Hauptstadt Europas 2017» an diesem Samstag offiziell. Bei der Open-Air-Eröffnung will EU-Umweltkommissar Karmenu Vella ebenso dabei sein wie Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

«Essen hat diesen Titel mehr als verdient», ließ die Ministerin zur Eröffnung mitteilen. Der Titel sei auch eine Auszeichnung für gelungenen Strukturwandel. «Es hat sich inzwischen herumgesprochen, wie grün die Stadt Essen ist. Das gilt übrigens für weite Teile des Ruhrgebiets.»

Kritik kommt derweil von der Naturschutzorganisation BUND: «In Sachen Landschaftsschutz und Verkehr ist bereits jetzt erkennbar, dass Essen diesen Titel nicht verdient und ihm nicht entsprechen wird», teilte BUND-Landeschef Holger Sticht am Freitag mit. Der Titel «Grüne Hauptstadt» mache nur Sinn, wenn es zu den von der Stadt eingereichten Zielen und Projekten auch die nötigen politischen Beschlüsse gebe. Nur so könne eine nachhaltige Entwicklung gesichert werden. «Dies fehlt aber leider bislang völlig.»

Die Organisatoren des Eröffnungsfestes wollen die Bürger am Samstag ab 17.30 Uhr und Sonntag ab 16.00 Uhr mit einem umfangreichen Programm für die Kulturhauptstadt begeistern. Unter den 35 Stationen sind Illuminationen, Tanz- und Theatervorführungen, Ausstellungen sowie ein Lichterlabyrinth. Bei einer Performance mit dem Titel «Sturm & Wasser» geht es etwa in einer mystischen Seenlandschaft um einen erbitterten Kampf um das Lebenselixier Wasser. An einer anderen Station bringen Musiker Fahrräder zum Klingen: Ihre Instrumente sind Sättel, Speichen, Luftpumpen und Klingeln.

In drei Containern ist eine Kunstinstallation zu sehen, die den Wandel der Stadt Essen von «grün» (um das Jahr 1620) zu «grau» (um 1920) zu «grün» (2017) beschreibt. In einer Waldhütte lädt eine «Gruga-Fee» zu einer Märchenstunde ein.

Auch sonst setzt die Stadt beim Programm der «Grünen Hauptstadt» auf Bürgerbeteiligung und Nachhaltigkeit. Mehr als 300 Aktionen sind geplant. Ein Highlight: Mit Beginn der Badesaison soll ab Mai das Baden im Trinkwasserfluss Ruhr an einer Stelle wieder erlaubt werden - nach 46 Jahren Verbot.

Den ersten Titel der Grünen Hauptstadt Europas vergab die EU-Kommission 2010 an Stockholm. 2011 folgte Hamburg. Eine Jury bewertet die Kommunen in zwölf Bereichen wie etwa Anpassung an den Klimawandel, Verkehr, Luftqualität, Lärmschutz, Abwasserbehandlung und Energieeffizienz. 2016 trug Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens, den Titel.

Und was geschieht mit den Plastiktüten? Gesammelt wird das ganze Jahr. Studenten der Folkwang Hochschule wollen dann am Jahresende eine Skulptur daraus fertigen, die sich mit den Vor- und Nachteilen von Plastik-Nutzung beschäftigt.

Ivanka Trump will an Freundschaft zu Chelsea Clinton festhalten (Foto - Archiv)

Washington (dpa) - Donald Trumps Tochter Ivanka Trump (35) will trotz des erbitterten Wahlkampfs mit Hillary Clintons Tochter Chelsea Clinton (36) befreundet bleiben. Man habe allerdings noch nicht miteinander über die «besonderen Herausforderungen» der nächsten Zeit gesprochen, sagte die Tochter des neuen US-Präsidenten in einem Interview des US-Fernsehsenders ABC. Dennoch bleibe Clinton eine sehr gute Freundin: «Sie war lange vor der Kampagne eine Freundin, natürlich wird sie auch danach eine sein.» Medienberichten zufolge gingen die beiden selbst während des Höhepunkts des Wahlkampfs immer herzlich miteinander um, etwa am Rande von Fernsehauftritten der Kandidaten.

Kristen Stewart schreibt jetzt über künstliche Intelligenz (Foto - Archiv)

Los Angeles (dpa) - Vampire waren vorgestern: «Twilight»-Star Kristen Stewart (26) hat einen wissenschaftlichen Artikel über künstliche Intelligenz veröffentlicht. Gemeinsam mit einem Programmierer und einem Produzenten beschreibt Stewart darin, wie das Team für den Kurzfilm «Come Swim» mit einem lernfähigen Computermodell arbeitete, um den Stil eines impressionistischen Gemäldes auf Teile des Films zu übertragen. Das Papier wurde am Donnerstag in einem Online-Archiv der Cornell University in den USA veröffentlicht. Laut dem US-Onlineportal TechCrunch ist das Vorgehen nicht völlig neu, das Papier sei aber eine Fallstudie auf hohem Niveau. «Come Swim» ist das erste Filmprojekt, bei dem der ehemalige Teenie-Star neben der Regie auch das Drehbuch übernommen hat. Der Film läuft auf dem Sundance Festival in den USA. Im Kino ist Stewart derzeit im Film «Personal Shopper» zu sehen.

Robert Redford eröffnet Sundance Festival in Utah (die Meldung lief auch im Ressort Kultur)

Park City (dpa) - Hollywoodstar und Festivalgründer Robert Redford (80) hat am Donnerstagabend im US-Wintersportort Park City (Utah) das Sundance Filmfestival eröffnet. Es ist das größte Festival für unabhängige, außerhalb Hollywoods produzierte Filme. Bis zum 29. Januar werden über 120 Spielfilme sowie Dokus und Kurzfilme aus Dutzenden Ländern gezeigt. Unter den Eröffnungsfilmen ist die Dokumentation «An Inconvenient Sequel», die Fortsetzung des Oscar-gekrönten Films «Eine unbequeme Wahrheit», in dem der frühere US-Vizepräsident und Klimaaktivist Al Gore vor zehn Jahren die globale Erwärmung beleuchtete. Das Festival sei nicht direkt politisch, sagte Redford am Donnerstag, einen Tag vor der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Es sei aber sehr wichtig, Filmschaffende darin zu unterstützen, ihre Geschichten zu erzählen, auch mit politischen Inhalten.

Fräulein Menke muss das RTL-Dschungelcamp verlassen

Berlin (dpa) - Fräulein Menke ist raus: Die 56-jährige Sängerin der Neuen Deutschen Welle («Tretboot in Seenot») muss als erste das RTL-Dschungelcamp «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!» verlassen. Die Hamburgerin bekam am Donnerstagabend die wenigsten Stimmen der RTL-Zuschauer. «Ich find' das nicht schlimm, einer ist immer der erste», kommentierte Fräulein Menke ihr Ausscheiden. Elf Teilnehmer sind jetzt noch im Urwaldlager in Ost-Australien. Sie spielen noch bis zum 28. Januar um den Titel des «Dschungelkönigs». In die sogenannte Dschungelprüfung musste am Donnerstag die 27-jährige Sängerin Sarah Joelle Jahnel. Im Urwald-Schlachthof sammelte sie aus ekligen Abfällen und wildem Getier beachtliche sieben Sterne.

Becker: Keine Entscheidung über neuen Trainer-Job in Sicht (die Meldung lief auch im Ressort Sport)

Melbourne (dpa) - Boris Becker will sich nach dem Ende seiner Trainertätigkeit für den ehemaligen Tennis-Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic vorerst weiter auf seine derzeitige Aufgabe als Fernsehkommentator konzentrieren. In einem Interview der «Bild» (Freitag) sagte der dreimalige Wimbledonsieger, beim TV-Sender Eurosport sei er im Moment froh und glücklich. «Die Resonanz ist sehr positiv.» Becker ist bei den Australian Open in Melbourne für Eurosport tätig. Becker sagte, der eine oder andere habe ihn angesprochen, wie es denn wäre, wieder als Trainer zu arbeiten. «Diese Gespräche nehme ich gerne an. Es freut mich, dass Interesse besteht, aber da ist keine Entscheidung in Sicht», erklärte der 49-Jährige. «Es geht im Moment erst mal im Fernsehen weiter.» Das Buch Trainer sei aber noch nicht zu.

Herzog Max in Bayern: «Ludwig II. würde sich im Grab umdrehen» (Foto - Archiv)

München (dpa) - Herzog Max in Bayern ist trotz der Touristenströme im Schloss Neuschwanstein der Meinung, dass die Geschichte der Wittelsbacher nicht über Gebühr vermarktet wird. «Der so menschenscheue König Ludwig II. würde sich wahrscheinlich im Grab umdrehen», räumte der fast 80-Jährige zwar im «Münchner Merkur» (Freitag) ein. «Aber er hat da ein Schloss hingestellt, das schlicht atemberaubend ist.» Er verstehe deswegen die Faszination der Besucher. «Diese Entwicklung lässt sich nicht rückgängig machen.» Herzog Max ist nach seinem älteren Bruder Franz das stellvertretende Familienoberhaupt im Hause Wittelsbach.

Doris Dörrie wird Literaturfest-Kuratorin (die Meldung lief auch im Ressort Kultur)

München (dpa) - Die Regisseurin und Schriftstellerin Doris Dörrie (61, «Männer») wird Kuratorin beim diesjährigen Literaturfest München. Sie wird für das Autorenforum zuständig sein, wie das Literaturfest am Freitag mitteilte. «Alles Echt. Alles Fiktion» heißt das Motto ihres Programms. Es rückt den Angaben zufolge «Wahrheit und Fiktion in Literatur, Film und Medien in den Blickpunkt». «Wir bewegen uns in einem Paradox: Das Dokumentarische boomt. Und gleichzeitig wird alles Fiktion. Kaum ist etwas tatsächlich geschehen, taucht es schon als fiktive Verarbeitung auf. Hauptsache, es ist eine gute Story», sagte Dörrie. Sie tritt als Kuratorin beim achten Literaturfest in die Fußstapfen von Schriftstellern wie Ilija Trojanow, Matthias Politycki und Thea Dorn.

«Explornaut» Matthias Maurer: Neuer deutscher Astronaut (Foto - Handout)

Köln (dpa) - Der Saarländer Matthias Maurer (46) wird Esa-Astronaut - damit gibt es nun zwei Deutsche im aktiven Astronauten-Korps der Europäischen Raumfahrtagentur. Bei Twitter ist Maurer als «Explornaut» unterwegs, schon lange trainiert er Fähigkeiten, die bei einem Einsatz im Weltraum von Nutzen wären. Als Grund für die Wahl Maurers gab Europas Raumfahrtchef Jan Wörner an: «Weil er gut ist». Wann genau es für Maurer nun tatsächlich ins All geht, steht nach den Worten von Wörner noch nicht fest. Es gebe derzeit sechs Esa-Astronauten, die auf ihren zweiten Flug warteten - darunter Alexander Gerst, der 2018 als Kommandant auf der Internationalen Raumstation (ISS) arbeiten soll. Maurer ist nach Angaben der Esa Werkstoffwissenschaftler und kam 2010 zur Raumfahrtagentur.

Japans Kaiser Akihito reist nach Vietnam und Thailand

Tokio (dpa) - Der japanische Kaiser Akihito (83) reist am 28. Februar zusammen mit seiner Ehefrau, Kaiserin Michiko (82), für eine Woche zu offiziellen Besuchen nach Vietnam und Thailand. Das gab die Regierung in Tokio am Freitag bekannt. Es ist die erste Auslandsreise des betagten Monarchen, seit Akihito im vergangenen August in einer seltenen Video-Botschaft zu erkennen gab, dass er angesichts seiner nachlassenden Kräfte irgendwann abdanken wolle. Nach jüngsten japanischen Medienberichten könnte dies bereits an seinem 85. Geburtstag im Dezember 2018 geschehen. Akihitos ältester Sohn, Kronprinz Naruhito (56), würde seinem Vater auf den Chrysanthementhron folgen. Die derzeitige Rechtslage sieht eine Abdankung des Monarchen nicht vor. Die Regierung plant laut Medien, dem Parlament Ende April einen Entwurf für ein Sondergesetz vorzulegen, um Akihito die gewünschte Abdankung zu ermöglichen.

Fast vier Jahre ermittelte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Nun müssen sich die Verantwortlichen von Windreich möglicherweise vor Gericht verantworten. Darunter ist auch ein ehemaliger Politiker.

Stuttgart (dpa) - Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen acht Verantwortliche des Windpark-Projektentwicklers Windreich AG erhoben. Den Verantwortlichen - darunter Windreich-Gründer Willi Balz - wird neben Insolvenzverschleppung und Beihilfe dazu auch Betrug in Höhe von mehreren Millionen Euro vorgeworfen, wie die Behörde am Freitag in Stuttgart mitteilte. Darüber hinaus sollen sie sich laut Anklage wegen Kreditbetrugs, Bilanzfälschung, Verletzung der Berichtspflicht, Gläubigerbegünstigung und Insiderhandels vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Das muss nun über die Eröffnung des Verfahrens entscheiden.

Balz bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass er unter den Angeklagten ist. Er hält die Vorwürfe für haltlos und sieht eine Verschwörung früherer Gläubiger. Seine Firma sei nie zahlungsunfähig gewesen.

Tatsächlich hatte Windreich auf Druck eines Gläubigers im März 2013 wegen hoher Schulden Insolvenz angemeldet. Das Insolvenzverfahren wurde im Dezember des gleichen Jahres eröffnet.

Laut einem Bericht der «Heilbronner Stimme» ist auch der frühere baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring unter den Angeklagten. Döring selbst habe das der Zeitung bestätigt. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft war zunächst nicht erreichbar.

Die Windreich AG, die inzwischen in eine GmbH übergegangen ist, plante und entwickelte Windparks, um sie dann an Investoren zu verkaufen. Das Geschäft birgt hohe finanzielle Risiken.

Im vergangenen Jahr war es dem Insolvenzverwalter gelungen, Anteile an einem Offshore-Projekt an Finanzinvestoren zu verkaufen. Dennoch müssen die Gläubiger nach seiner Einschätzung mit hohen Ausfällen rechnen. Die relevanten Forderungen bezifferte er 2016 auf rund 270 Millionen Euro. Zu verteilen gab es damals allerdings nur noch etwa 86 Millionen Euro. Nach einem Urteil könnte der Insolvenzverwalter prüfen, ob sich weitere zivilrechtliche Ansprüche ergeben.

Besonders hart dürfte es die Anleihenzeichner treffen. In den Jahren 2010 und 2011 hatte Windreich mehrere Anleihen aufgelegt, die Anleger zeichneten Papiere im Wert von knapp 130 Millionen Euro. Doch nach dem Insolvenzrecht werden sie wie Darlehensgeber nachrangig behandelt, also zuletzt ausbezahlt.

Paderborn/Wolfsburg (dpa) - Der ehemalige VW-Konzernchef Martin Winterkorn muss nicht als Zeuge in einem Schadenersatzprozess zum Abgas-Skandal aussagen. Das Landgericht Paderborn räumte dem Ex-Manager am Freitag ein umfassendes Zeugnisverweigerungsrecht ein, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Sofern diese Entscheidung nicht angefochten werde, müsse der ursprünglich in den Zeugenstand gerufene Winterkorn doch nicht in dem Verfahren erscheinen.

Das Recht, die Aussage zu verweigern, ergebe sich aus den laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen Winterkorn. Gegen den 69-Jährigen liegt ein Anfangsverdacht vor, die Finanzwelt zu spät über den Abgas-Skandal informiert zu haben. Außerdem sei noch nicht über mehrere offene Schadenersatzforderungen gegen Winterkorn persönlich entschieden. Wenn er sich durch wahrheitsgemäße Aussage selbst belasten könnte, darf ein Zeuge schweigen.

Das Gericht hatte Winterkorn im vergangenen Jahr als Zeugen geladen, weil es sich in der Schadenersatzklage eines VW-Kunden Erkenntnisse zur Affäre um manipulierte Schadstoff-Messungen erhoffte. Winterkorns Anwalt meldete Bedenken an, der Termin im Dezember wurde aufgehoben.

Am Donnerstag hatte Winterkorn vor dem Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestages betont, bis zum Bekanntwerden des Diesel-Skandals nichts über illegale Abgas-Manipulationen bei VW gewusst zu haben.

Essen (dpa) - Mit einem zweitägigen Kultur- und Bürgerfest im Stadtpark «Gruga» startet Essen an diesem Wochenende in das Jahr als «Grüne Hauptstadt Europas». Die Organisatoren des Eröffnungsfestes wollen die Bürger am Samstag ab 17.30 Uhr und Sonntag ab 16.00 Uhr mit einem umfangreichen Programm für die Kulturhauptstadt begeistern. Unter den 35 Stationen sind Illuminationen, Tanz- und Theatervorführungen, Ausstellungen sowie ein Lichterlabyrinth.

Ernannt zur «Grünen Hauptstadt Europas» wurde Essen von der Europäischen Kommission. Eine Jury bewertet die Kommunen dazu in zwölf Bereichen wie etwa Anpassung an den Klimawandel, Verkehr, Luftqualität, Lärmschutz, Abwasserbehandlung und Energieeffizienz.

Berlin (dpa) - Vor einer Anfang nächster Woche erwarteten weiteren Sammelabschiebung von Deutschland nach Afghanistan hat die Organisation Pro Asyl einen Stopp der Vorbereitungen gefordert. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nehme die negative Einschätzung der Sicherheitslage durch das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR nicht zur Kenntnis, kritisierte Pro Asyl am Freitag.

Das UNHCR stelle fest, dass das gesamte Staatsgebiet Afghanistans von einem bewaffneten Konflikt im Sinne des europäischen Flüchtlingsrechtes betroffen sei. Aufgrund der sich ständig ändernden Sicherheitslage könne man gar nicht zwischen sicheren und unsicheren Regionen in dem Bürgerkriegsland unterscheiden. «Die Abgeschobenen werden sehenden Auges in eine Gefährdungslage gebracht», sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt.

Die nächste Sammelabschiebung von etwa 50 afghanischen Flüchtlingen aus Deutschland ist nach Informationen aus Kabuler Regierungskreisen für Dienstag geplant. Nach Angaben von Pro Asyl könnte der Start in Deutschland schon am Montag erfolgen. Im Dezember waren mit einem ersten Flug bereits 34 Afghanen aus Deutschland abgeschoben worden.

Berlin (dpa) - Innerhalb der Bundespolizei gibt es Kritik an der Verteilung der Beamten an den deutschen Außengrenzen. «Alles fokussiert sich auf einige Standorte in Bayern, damit man hier Stärke demonstriert», sagte Andreas Roßkopf von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bayern dem Nachrichtenmagazin «Spiegel». Etwa 700 Bundespolizisten aus ganz Deutschland seien an die deutsch-österreichische Grenze nach Südbayern abgeordnet worden. Mittlerweile kämen dort jedoch wenige Flüchtlinge an. Die Beamten fehlten vor allem im Westen Deutschlands.

Berlin (dpa) - Bunte Fischschwärme, düstere Tiefseebewohner, faszinierende Korallen: Das Deutsche Technikmuseum in Berlin führt Besucher in einer Foto-Ausstellung durch Unterwasserwelten. Die Schau «Ozeane - Expedition in unerforschte Tiefen» mit Aufnahmen des Kieler Naturfotografen Solvin Zankl wurde am Freitag eröffnet.

Zankl begleitete mehrere wissenschaftliche Expeditionen und fotografierte dabei in tropischen, subtropischen und polaren Meeren. Seine Fotos bieten auch Einblicke in die bislang recht wenig erforschte Tiefsee mit weithin unbekannten Lebensformen, die in mehr als 200 Metern Tiefe zu finden sind. Laut Technikmuseum gelang Zankl etwa das weltweit einzige Foto eines lebenden Tiefsee-Kalmars (Magnapinna atlantica). Das Wesen ist nur zehn Zentimeter groß.

Zankl studierte Meeresbiologie und ist hauptberuflich Fotograf. Seine Reportagen sind in Magazinen wie «Geo» und «National Geographic» erschienen. In Berlin sind seine Fotos bis zum 2. Juli zu sehen.

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel und ihre Regierung werden die Antrittsrede von Donald Trump als US-Präsident «mit Interesse studieren». Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Danach beginne eine enge Zusammenarbeit der Bundesregierung und der neuen Trump-Führung. Zum Zeitpunkt von Trumps Amtseinführung am Freitagabend sei Merkel bei der Eröffnung des neuen Kunstmuseums Barberini in Potsdam.

Der Sprecher des Außenministeriums, Martin Schäfer, sagte, das Auswärtige Amt würde gern sehr schnell Themen besprechen, die «uns unter den Nägeln brennen». «Wir setzen auf ein offenes Ohr der neuen Administration.» Es gebe auch positive Signale dazu aus Washington.

Seibert äußerte sich nicht näher zu einem Telefonat von Merkel und dem bisherigen US-Präsidenten Barack Obama am Vorabend. Das Gespräch, an dem auch Merkels Mann, Joachim Sauer, und Obamas Frau Michelle teilgenommen hätten, habe persönlichen Charakter gehabt. Es sei Ausdruck der engen achtjährigen Zusammenarbeit und der hohen Wertschätzung Merkels und Sauers für Obama gewesen.

Nach Angaben des Weißen Hauses dankte Obama beiden für ihre Freundschaft und die Bemühungen, die Partnerschaft zwischen Deutschland und den USA zu vertiefen. Obama legte Wert auf die Feststellung, dass dieser Anruf sein letzter war, den er als US-Präsident beim Oberhaupt einer anderen Regierung gemacht habe. Nach acht Jahren der Freundschaft und Partnerschaft sei das angemessen.

Berlin (dpa) - Der ehemalige EU-Parlamentspräsident und mögliche SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz fordert eine enge Zusammenarbeit mit dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Die deutschen und europäischen Außenpolitiker würden nun zügig auf Washington zugehen und besprechen, «wie wir auf der Grundlage unserer gemeinsamen Werte mehr Sicherheit, Stabilität und Wohlstand schaffen können», sagte Schulz der Oldenburger «Nordwest-Zeitung» (Freitag).

Europa und die USA seien politisch, ökonomisch und kulturell eng miteinander verflochten und durch ein dichtes Netz von Verträgen verbunden. Die westliche Wertegemeinschaft sieht der Sozialdemokrat durch Trump nicht bedroht.

Schulz gilt in der SPD als klarer Favorit für den frei werdenden Außenministerposten. Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier (SPD) soll Mitte Februar zum neuen Bundespräsidenten gewählt werden. Steinmeier hatte Trump vor dessen Wahl als «Hassprediger» bezeichnet. Schulz betont: «Der friedliche und geordnete Wechsel einer Regierung nach demokratischen Wahlen ist für uns eine Selbstverständlichkeit und eine der wichtigsten zivilisatorischen Errungenschaften.»

Berlin (dpa) - Politiker brauchen einen robusten Magen: Käsehäppchen wohin das Auge reicht, dazwischen exotische Knollen, Brot mit Blüten und süße Macarons. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) haben beim Eröffnungsrundgang auf der Grünen Woche am Freitag trotzdem mutig zugegriffen. Gelegenheit zum Kosten gab es an fast jedem Stand - und die beiden ließen sich höflich nur wenig entgehen.

Einzig ungarischen Schnaps und südtiroler Wein ließen die Politiker dann doch lieber vorbeiziehen. Stattdessen gab es Apfelsaft und einen Schluck Bio-Fruchtbuttermilch.

Schmidt ließ sich auch zu sportlichen Experimenten nicht lange bitten. Da war Müller am Schweizer Stand schon etwas schwieriger zum Nationalsport Hornussen zu ermuntern. Am Ende schlugen beide gleich treffsicher zu: erst mit dicken Holzbrettern am Stil auf einen zugeworfenen Ball, dann wieder beim Käse.

Müller fühlte sich anderswo sichtlich wohler: Bei den Jagdhunden wurde gekrault zwischen den Ohren, gestreichelt, geherzt. Ein tiefschwarzes Tier mochte sich vom Berliner Regierungschef kaum mehr trennen.

Berlin (dpa) - Die Agrar- und Ernährungsmesse Grüne Woche in Berlin hat für die Besucher geöffnet. Der Branchentreff sei «nicht nur eine Leistungsschau, sondern eine Transparenzoffensive für Landwirtschaft und Ernährung», sagte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) am Freitag beim Eröffnungsrundgang. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, gute und gesunde Lebensmittel bewegten viele Menschen immer mehr. Den Verbrauchern müsse aber auch klar sein, dass Qualität einen Preis habe. «Da kann es keine immer weiter gehende Spirale nach unten geben.»

Bis zum 29. Januar präsentieren sich in den Hallen unter dem Berliner Funkturm 1650 Aussteller aus 66 Ländern. Erwartet werden mehr als 400 000 Besucher - nicht zuletzt, um internationale Leckerbissen und Getränke zu probieren. Diesjähriges Partnerland der Messe ist Ungarn.

Wichtige politische Themen sind höhere Standards bei der Haltung von Nutztieren, mehr Klarheit für die Kunden beim Lebensmittelkauf und Umweltschutz in der Landwirtschaft. Schmidt verwies zudem auf die Herausforderung, die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung zu sichern.