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Greenpeace Magazin Ausgabe 3.17

Tierwohl gibt es nicht im Sonderangebot

Text: Andreas Weber Foto: JUlia Sellmann

Fast alle Deutschen sind der Meinung, dass Schweinen, Hühnern und Kühen ein gutes Leben zusteht. Und längst hat auch die Politik die Brisanz des Themas erkannt: In den Agrarländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben sich grüne Minister vorgenommen, die schlimmsten Missstände in den Ställen abzustellen. Wir ziehen eine Zwischenbilanz und zeigen, was bereits erreicht worden ist. Bei unseren Besuchen auf konventionellen Vorzeigehöfen wird klar: Der Wunsch nach mehr Tierschutz kann sich nur erfüllen, wenn die Gesellschaft bereit ist, sich den Mehraufwand für die Landwirte etwas kosten zu lassen

Es gibt einen Moment im Gespräch, da zeigt sich in den Zügen von Ingo Mardink eine Regung, deutlicher vielleicht, als ihm lieb ist. Es ist der Moment, als sich der Landwirt aus dem niedersächsischen Wilsum daran erinnert, warum er im Jahr 2010 neben seiner Milchviehwirtschaft noch die Freilandhaltung von Legehennen begonnen hat und nicht etwa die Mast von Hähnchen oder Schweinen.

Für einen Augenblick schimmert Mardinks Gefühl in seinen Augen, der Antrieb, der sein Handeln leitet, obwohl er sich kühl kalkulierend gibt, in der typisch unsentimentalen Art eines norddeutschen Landwirts. „Ich würde niemals Tiere halten, nur um sie schlachten zu lassen“, erklärt er seine Entscheidung für die Freilandhühner. „Nie.“

Seine Tiere sollen leben – und zwar anständig. Dann, so weiß er, „bringen sie auch Leistung“. Er hält sie schließlich, um mit ihnen zu produzieren – und nicht, um sie in die Wurst zu schicken. Ein klein wenig behandelt der Mittvierziger sein Vieh wie Mitarbeiter. Geschenkt wird den Tieren nichts. Aber schlecht behandelt werden sollen sie eben auch nicht. (...)

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