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Greenpeace Magazin Ausgabe 1.17

Willkommen beim Wandern

Wegweiser: Ilse Danninger (59)
Gestrandet, mitten in den österreichischen Alpen. So geht es rund 75 Flüchtlingen in Rottenmann in der Steiermark. Seit etwa einem Jahr leben sie hier, vielen fällt das Ankommen schwer. Das weiß auch Ilse Danninger. Trotzdem war sie zunächst unsicher, wie sie mit „den Neuen“ in Kontakt treten sollte. Der Anstoß dafür kam vom Österreichischen Alpenverein. Der initiierte das landesweite Projekt „Miteinander wandern“, um auf die Neu-Österreicher zuzugehen. Im Juli 2016 wagten die Rottenmanner Alpinisten das Experiment: Rund 45 Wanderer, darunter 22 Flüchtlinge, stiegen gemeinsam zur Rottenmanner Hütte auf. „Die Kraft des Gehens in der Natur ist etwas ganz Besonderes“, sagt Alpenvereinsmitglied Danninger. „Mit der Zeit fällt dir alles ein, du redest dich frei.“ Die Flüchtlinge lernten die Naturverbundenheit der Rottenmanner kennen; die wiederum erfuhren mehr über die Geschichte der Migranten. „Das Wandern hat uns wirklich zusammengebracht“, sagt Danninger. Obwohl einige Einheimische bis heute skeptisch sind – seit dem Ausflug grüßt man sich im Ort. Im nächsten Sommer gehen die Rottenmanner wieder „Miteinander wandern“.
alpenverein.at/rottenmann