Aktuell

Nachrichten-
archiv

Nachrichten-
archiv

Fr, 2016-05-27 14:32
Leipzig (dpa)

Weiter Empörung über AfD-Kritik an Flüchtlingshilfe der Kirchen

Die AfD war zum Katholikentag nicht eingeladen worden - doch mit ihrer heftigen Kritik an der Flüchtlingshilfe der Kirchen beherrscht die Partei nun doch einige Diskussionsrunden in Leipzig.

Leipzig (dpa) - Die heftige Kritik der AfD am Flüchtlingsengagement der Kirchen sorgt weiter für Empörung. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kritisierte die Äußerungen am Freitag auf dem Katholikentag in Leipzig als «Beleidigung für die Caritas und die Hunderttausenden von ehrenamtlichen Helfern». Andere Politiker äußerten sich ähnlich.

Der bayerische AfD-Landesvorsitzende Petr Bystron hatte der katholischen und evangelischen Kirche und ihren Wohlfahrtsverbänden Geschäftemacherei mit Flüchtlingen vorgeworfen. Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen pflichtete dem bei. Zu den Diskussionsrunden des Katholikentags waren AfD-Politiker nicht eingeladen worden.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) warf der AfD vor, all jene zu beleidigen, die sich in der Kirche für Flüchtlinge engagierten. Dies zeige, «wes Geistes Kind diese Leute sind», sagte er der «Rheinischen Post» (Samstag). Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) kritisierte die AfD scharf: «Anstatt selbst etwas zu tun, beleidigt sie lieber diejenigen, die sich solidarisch verhalten.»

Die sechs katholischen Hilfswerke bekannten sich in einer gemeinsamen Erklärung zur Flüchtlingshilfe. Die Kirche verstehe sich «als Anwältin der Schutzbedürftigen», stellten Misereor, Adveniat, Renovabis, missio, Caritas und «Die Sternsinger» klar. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, warnte vor einer «aufgehetzten Gesellschaft», in der die Politik in Schwarz-Weiß-Denken verfalle und vermeintlich einfache Lösungen verspreche.

Das Thema Flüchtlinge zieht sich bisher wie ein roter Faden durch den Katholikentag. De Maizière betonte, die Bundesregierung müsse eine Asylpolitik betreiben, bei der ein Großteil der Bevölkerung mitkomme: «Das heißt nicht, dass alle einer Meinung sind. Politische Führung heißt auch, gegen den Zeitgeist etwas zu machen. Aber Sie brauchen ein Mindestmaß von gesellschaftlichem Zusammenhalt. Und der war gefährdet und ist noch gefährdet.»

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte mit Blick auf die Situation in Ostdeutschland, es sei auffällig, dass in Regionen, in denen die meisten Menschen «an vieles, aber sicher nicht an einen dreifaltigen Gott glauben, am lautesten eine angebliche Islamisierung Deutschlands beklagt» werde.

Fr, 2016-05-27 14:05
Hannover (dpa)

RAF-Terroristen sollen noch mehr Überfälle begangen haben

Hannover (dpa) - Die mutmaßlichen Ex-RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette haben in Niedersachsen womöglich mehr Raubüberfälle verübt als bisher bekannt. Das berichteten «Zeit online» und «Der Spiegel» am Freitag.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnte das Trio mindestens sechs Taten begangen haben. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Verden sagte: «Wir prüfen, ob zwischen mehreren Raubüberfällen ein Zusammenhang besteht.»

«Der Spiegel» berichtete, das Trio habe insgesamt rund 380 000 Euro erbeutet. Allein bei einem Überfall in Northeim im Oktober 2015 seien den Tätern knapp 70 000 Euro in die Hände gefallen. Laut «Zeit online» soll ein bisher nicht bekannter Tatort Stade sein. Dort sollen Staub und Garweg Ende 2012 einen Supermarkt überfallen und dabei mehrere Tausend Euro erbeutet haben.

Bisher wurden den Terroristen nur zwei gescheiterte Überfälle auf Geldtransporter 2015 in Stuhr bei Bremen und im Dezember in Wolfsburg zugeordnet. Außerdem bestand der Verdacht, dass sie für einen ebenfalls gescheiterten Überfall in Hildesheim verantwortlich waren.

Laut «Zeit online» bewegte sich das Trio mit dem öffentlichen Nahverkehr, um an verschiedenen Orten Fluchtfahrzeuge zu kaufen. Um auf die Spur der Verdächtigen zu kommen, befragten Fahnder des Landeskriminalamtes Tausende Autohändler.

Fr, 2016-05-27 14:40
Bagdad (dpa)

IS tötet im Westen des Irak immer mehr kampfunwillige Männer

Bagdad (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) tötet nach UN-Angaben in der westirakischen Stadt Falludscha immer mehr Zivilisten, die nicht für sie kämpfen wollen. Es gebe Berichte über einen «dramatischen Anstieg» von Opfern unter Männern und männlichen Jugendlichen, meldete die Hilfsorganisation UNHCR am Freitag. Viele Einwohner seien zudem bei Kämpfen um die Stadt unter den Trümmern ihrer Häuser begraben worden. Genaue Zahlen nannte der UNHCR nicht.

Die Armee und Milizen hatten Anfang der Woche mit Unterstützung von US-Luftangriffen eine Offensive begonnen, um die sunnitischen Extremisten aus der Stadt zu vertreiben. Falludscha ist nach der nordirakischen Stadt Mossul die wichtigste IS-Hochburg im Irak. Die Extremisten kontrollieren die Stadt seit Januar 2014.

Nach Angaben von Hilfsorganisationen sind rund 50 000 Zivilisten in Falludscha eingeschlossen. Die Helfer hatten am Donnerstag vor einer humanitären Katastrophe in der Stadt gewarnt.

1 2 3
Fr, 2016-05-27 14:53
Berlin (dpa)

Neue Blutsverwandte: Eine Stammzellspende rettet Neils Leben Von Ulrike von Leszczynski, dpa

Wie fühlt es sich an, seinen Lebensretter zu treffen? Zum 25. Jubiläum der Deutschen Knochenmarkspenderdatei gab es berührende Begegnungen in Berlin. Mit dabei war der elfjährige Neil.

Berlin (dpa) - Als Angelika Grossmann mit 22 Jahren den Brief bekommt, ruft sie zuerst ihre Mutter an. Sie ist aufgewühlt. Der Brief kommt von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Es ist soweit. Ein Mensch mit Blutkrebs braucht sie als Stammzellspenderin: ein Kind mit perfekter genetischer Übereinstimmung. Mehr erfährt sie noch nicht.

Es ist die Zeit, als der damals achtjährige Neil aus Düsseldorf seine Eltern fragt: «Wenn ich wieder ins Krankenhaus muss - krieg ich dann ne Playstation?» Es ist die Zeit, als Vater Christoph Mause im Internet nach Blutkrebs-Erkrankungen surft und zwei Antworten findet. A: Ihr Kind hat geringe Chancen. B: Ihr Kind stirbt definitiv.

Es ist die Zeit, in der Mutter Doris Mause von ihrem Brustkrebs erfährt und schließlich für die Chemotherapie neben Neil im Krankenhaus liegt. Es sind Wochen, zu denen Neils drei Jahre älterer Bruder Glenn heute sagt: «Ich war viel allein.» Und doch ist es eine Lebensphase, für die Christoph Mause im Rückblick dankbar ist. «Dieser Schlag in den Nacken hat uns kapieren lassen, was wirklich wichtig ist im Leben», sagt er. «Die Familie kommt jetzt immer zuerst.» Und alle sind gesund.

Christoph Mause ist Unternehmer, seine Frau Beamtin in der Schulaufsicht. Vor fünf Jahren waren die beiden Söhne aus dem Gröbsten raus und die Eltern waren dabei, mit der Karriere richtig durchzustarten. Dann tappt Neil mit sieben Jahren nachts blutüberströmt in ihr Schlafzimmer. «Er sah aus wie im Horrorfilm», erinnert sich sein Vater. Das Blut lief ihm aus der Nase, der Flur war rot, das Bett im Kinderzimmer auch. Im Krankenhaus sagte eine Ärztin: «Lassen sie ihn hier. Das ist wahrscheinlich Leukämie.»

Über ein Jahr vergeht, bis klar ist, dass Neil eine andere Form von Blutkrebs hat, das Myelodysplastische Syndrom. Sein Knochenmark ist chronisch krank, Blutbildung und Gerinnung sind gestört. Therapien schlagen nicht gut an. Neil ist ständig für Transfusionen in der Klinik. Er braucht einen Stammzellspender.

Als es schließlich ganz schnell gehen muss, steht Angelika Grossmann bei ihrem Jurastudium mitten im Examen. Als Schülerin hat sie sich als Stammzellspenderin registrieren lassen. Nun muss sie sich sofort entscheiden. Sie redet mit den Professoren, nimmt Spritzen, Kopfschmerzen und die aufwendige Stammzellentnahme aus ihrer Blutbahn in Kauf. Ihre Familie und ihr Freund ermutigen sie. Alle wissen, dass es um einen kleinen Jungen geht - und es für ihn nicht gut aussieht.

Angelika Grossmann ist jetzt 26, hat ihr Examen geschafft und arbeitet als Rechtsreferendarin in Düsseldorf. Sie will Notarin werden. Neil ist jetzt 11 und hat trotz zwei Jahren ohne regulären Schulunterricht gerade den Sprung aufs Gymnasium geschafft. Er wollte Astronaut bei der ersten Marsmission werden. Das geht wegen der Stammzell-Transplantation wohl nicht mehr. Neil trägt es mit Fassung. Er hat erst einmal auf Kajakfahren und schwimmen umgesattelt.

Am Freitag, zum 25. Jubiläum der DKMS, hat Neil seine Lebensretterin zum ersten Mal getroffen - zur Feier in Berlin. Angelika Grossmann braucht ein Taschentuch, um die Rührung zu verbergen. Neil hat sie schüchtern umarmt. Beide wissen, dass sie ein Puzzlestück in einer großen Geschichte sind, und dass sehr viel Glück dabei war.

Denn die DKMS verdankt ihre Existenz einer traurigen Geschichte. Mitgegründet hat die Organisation Peter Harf, der Ende der 80er Jahre verzweifelt einen Stammzellspender für seine Frau suchte. Die beiden Töchter waren zu dieser Zeit Teenager. Mechthild Harf hatte ihren Brustkrebs besiegt. Doch dann lautete die Diagnose Leukämie. Damals gab es nur 3000 registrierte Spender. Eine späte Stammzelltransplantation schlug nicht an. Mechthild Harf gab ihrem Mann, Ärzten und Helfern auf ihrem Sterbebett mit auf den Weg: «Macht weiter!»

Das haben sie getan. Was im Hinterzimmer einer Arztpraxis begann, ist heute eine gemeinnützige Organisation mit mehr als 600 Mitarbeitern. Sie vermitteln ein gutes Drittel aller weltweiten abgewickelten Stammzellspenden. Mehr als sechs Millionen potenzielle Spender sind registriert. 56 000 Menschen haben durch sie in den vergangenen 25 Jahren eine Überlebenschance bekommen. Jeden Tag spenden mehr als 18 Menschen Stammzellen oder Knochenmark für Patienten im In- und Ausland und 3175 neue Spender lassen sich bei der DKMS registrieren.

Doch genug können es nie sein. Denn nur ein Drittel der Patienten findet innerhalb der Familie einen geeigneten Spender. Einen geeigneten fremden Spender zu finden ist hingegen schwer. Unter 20 000 Menschen ist höchstens einer dabei. Manchmal findet sich auch unter Millionen niemand. Nach DKMS-Angaben erhält heute in Deutschland alle 15 Minuten ein Mensch die Diagnose Blutkrebs - weltweit alle 35 Sekunden.

Den Fokus auf das Thema Blutkrebs lenkte zuletzt der Tod des FDP-Politikers Guido Westerwelle. Obwohl sich für ihn ein Stammzellspender fand, starb Westerwelle am 18. März. Sein Beispiel zeigt, wie trügerisch die Hoffnung auf Leben selbst nach einer Stammzellspende sein kann. Rein statistisch gesehen überlebt rund die Hälfte der erwachsenen Patienten nicht. Bei Kindern stehen die Chancen besser. Die Überlebensraten liegen bei bis zu 80 Prozent.

Für Angelika Grossmann fühlt es sich nun an, als habe sie einen kleinen Bruder. Neil hat braune Augen wie sie, liest gern wie sie und spielt Keyboard. Sie spielt Klavier. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die beiden über viele Ecken herum verwandt sind, beide stammen aus Düsseldorfer Familien. Blutsverwandte sind sie nun in jedem Fall.

Fr, 2016-05-27 14:52
Berlin (dpa)

Bund unterbreitet Ländern neues Angebot für Ökostrom-Reform

Berlin (dpa) - Der Bund kommt den Ländern im Streit um das Ausbautempo für Ökostrom teilweise entgegen. Unter anderem soll die Förderung neuer Windparks an Land nur um fünf Prozent gekürzt werden statt um 7,5 Prozent. Das geht nach dpa-Informationen aus einer Beschlussvorlage des Bundes für das Treffen mit den Ministerpräsidenten zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) am kommenden Dienstag in Berlin hervor. 

Kern der geplanten Neuregelung ist die Umstellung der Förderung von garantierten festen Vergütungen auf Ausschreibungen, in denen die günstigsten Anbieter den Zuschlag für neue Ökostrom-Anlagen erhalten sollen. Klein-Anlagen mit einer Leistung von weniger als einem Megawatt sollen wie bisher gefördert werden.

Der Bund schlage zudem vor, jährlich 600 Megawatt Solarleistung auszuschreiben, hieß es. Die Ausschreibungsmenge für Biomasse sowie das Brutto-Ausschreibungsvolumen für Windparks an Land seien weiter strittig. In Regionen mit Engpässen beim Stromnetz solle der Zubau von Anlagen gedrosselt werden können. Bei Eigenstromerzeugung solle über 2017 hinaus Bestandsschutz gelten. Es bleibt fraglich, ob den Ländern diese Zugeständnisse reichen.

Aus Sicht des Grünen-Experten Oliver Krischer reicht der Vorschlag nicht, um den Klimaschutz-Verpflichtungen nachzukommen. Nach seinen Angaben führen die Pläne dazu, den Windenergieausbau um fast 80 Prozent zu reduzieren. Mitte des Jahrzehnts könnte es sogar zum Rückbau kommen, wenn besonders viele Anlagen aus der EEG-Förderung fallen. Zusätzlich plane der Bund eine Ausbaubremse für Norddeutschland, weil die Netze zunehmend überlastet seien.

Fr, 2016-05-27 14:37
Wiesbaden (dpa)

«Manager Magazin»: Chinesen haben Interesse an Krisenfirma SGL

Der Kohlenstoffspezialist SGL will sich von seinem Hauptgeschäft mit Grafitelektroden trennen. Denn der Preiskampf ist ruinös. Interesse an SGL soll ein chinesisches Unternehmen haben, das derzeit auf Einkaufstour ist.

Wiesbaden (dpa) - Der angeschlagene Kohlenstoffspezialist SGL steht einem Medienbericht zufolge im Visier des chinesischen Chemiekonzerns ChemChina. Der Vorstandschef des Staatskonzerns, Ren Jianxin, soll schon diverse Gespräche mit SGL-Chef Jürgen Köhler und Großaktionärin Susanne Klatten geführt haben, berichtete das «Manager Magazin» in seiner Freitagsausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise. Chinesische Konzerne zeigen in jüngster Zeit zunehmend Interesse an deutschen Unternehmen, vor allem an Maschinenbauern wie zuletzt Aixtron oder Kuka.

SGL sagte auf Nachfrage, die Gespräche mit Investoren bezögen sich rein auf das Grafitelektrodengeschäft. Das Unternehmen gebe aber keine Informationen darüber, mit wem genau man spreche. Klatten sagte dem Magazin zufolge, als «weltweit tätige Unternehmerin» rede sie «regelmäßig» mit internationalen Investoren. ChemChina war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Börse reagierte begeistert. Die Aktie des im SDax notierten Unternehmens legte bis Freitagnachmittag um mehr als zehn Prozent auf 11,88 Euro zu.

Die krisengeschüttelte Wiesbadener Firma will sich von ihrem Hauptgeschäft mit Graphitelektroden trennen, die zur Produktion von Elektrostahl eingesetzt werden. Der Preiskampf in dem Bereich ist hart, und SGL steckt tief in den roten Zahlen fest. Das Ergebnis nach Steuern sackte im vergangenen Jahr von minus 247 Millionen auf einen Konzernfehlbetrag von 295 Millionen Euro ab, unter anderem wegen Wertberichtigungen im Graphitelektrodengeschäft. Auch für dieses Jahr rechnen die Wiesbadener mit einem Konzernverlust.

Das Unternehmen, das Ende 2015 rund 5700 Mitarbeiter beschäftigte, versucht, mit Werkschließungen, dem Verkauf von verlustreichen Tochtergesellschaften, Kostensenkungen sowie einer strategischen Neuausrichtung wieder in die Gewinnzone zu kommen.

BMW und VW sind an dem Kohlenstoffspezialist beteiligt. Ihr Interesse gilt vor allem der Karbonfaser-Technologie. Für Auto- und Flugzeughersteller gelten die ultraleichten Fasern als spritsparender Werkstoff der Zukunft. Aufsichtsratschefin und BMW-Großaktionärin Susanne Klatten hält über ihre Beteiligungsgesellschaft SKion SGL-Anteile.

ChemChina ist derzeit auch in den Schlagzeilen, weil das Unternehmen den schweizerischen Pflanzenschutzhersteller Syngenta für 43 Milliarden US-Dollar (38,5 Mrd Euro) schlucken will.

Die Welt besser machen.
Wie? Steht im Greenpeace Magazin!

6 Ausgaben im Jahr
gedruckt oder als App
ab 29,50 Euro

Produkt der Woche Button

Pflanzkelle

24,50 €
19,60 €

Diese Pflanzkelle hilft Ihnen beim An- und Umpflanzen in Beeten oder Blumenkästen. Sie wird in einem traditionsreichen Familienbetrieb im Frankenwald handwerklich gefertigt.

Jetzt bestellen
Fr, 2016-05-27 14:44
Tallinn (dpa)

Steinmeier: Stufenweise Lockerung von Ukraine-Sanktionen möglich

Tallinn (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier hält bei Fortschritten im Ukraine-Friedensprozess eine stufenweise Lockerung der Sanktionen gegen Russland für möglich. Bei einem Besuch in Estland äußerte er am Freitag die Hoffnung, dass es Fortschritte geben wird. «Und dann werden wir sehen, ob wir stufenweise auch Sanktionen abbauen können oder bei den gegenwärtigen Maßnahmen bleiben.» Bislang sei er mit der Umsetzung der Friedensvereinbarungen von Minsk unzufrieden.

Die Strafmaßnahmen gegen Russland sind bislang bis Ende Juli befristet. Wenn sich die 28 EU-Länder über eine Verlängerung nicht einig werden, laufen sie automatisch aus. Steinmeier sagte, Deutschland bemühe sich weiterhin darum, den «Weg zu einem Kompromiss» zu bahnen. Es gebe jedoch nach wie vor «große Schwierigkeiten». Der SPD-Politiker fügte hinzu: «Ich kann im Moment noch nicht sagen, wo wir stehen. Es geht jedenfalls viel zu langsam voran.»

Fr, 2016-05-27 14:20
Athen/Genf (dpa)

Griechenland unter Druck: Flüchtlinge sollen besser versorgt werden

Flüchtlingslager mitten im Nirgendwo, schlechte hygienische Bedingungen, keine Aussicht auf ein schnelles Asylverfahren: Athen kann es wohl keinem recht machen.

Athen/Genf (dpa) - Trotz der problemlosen Räumung des wilden Lagers von Idomeni und der ordentlichen Unterbringung von tausenden von Migranten in festen Unterkünften erntet Athen erneut Kritik. Denn nunmehr nehmen Hilfsorganisationen die Lebensbedingungen der Migranten in den neuen staatlichen Unterkünften ins Visier. Dort seien die Umstände erbärmlich, heißt es von den UN, die eine rasche Verbesserung der Situation fordern.

«Die griechischen Behörden müssen mit der von der Europäischen Union bereitgestellten finanziellen Unterstützung rasch Alternativen finden», sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming am Freitag. So seien Flüchtlinge aus Idomeni in heruntergekommene Lagerhäuser oder Fabrikgelände gebracht worden, wo Zelte dicht an dicht aufgestellt worden seien. «Die Luftzirkulation ist erbärmlich und die Bereitstellung von Nahrung, Wasser, Toiletten, Duschen sowie elektrischem Strom ist unzureichend», bemängelt das UNHCR. Unter derartigen Bedingungen würden Flüchtlinge leiden und Spannungen zwischen ihnen würden zunehmen.

In Griechenland liegt die Zahl der Flüchtlinge und Migranten nach aktuellen Angaben des Stabs für die Flüchtlingskrise bei rund 53 500. Während in der vergangenen Woche nur vereinzelt weitere Flüchtlinge von der türkischen Küste aus übergesetzt hatten, griff die griechische Küstenwache am Freitag 65 Menschen nahe Kreta auf - also sehr viel weiter südlich der bisher gängigen Routen zu den Inseln der Ost-Ägäis, die die Menschen bisher nutzten.

Das Kleinschiff der Menschen war in Seenot geraten; unter den Flüchtlingen an Bord befanden sich auch 17 Kinder. Alle seien wohlauf, berichtete das griechische Staatsfernsehen.

Sorge bereitet den Behörden jedoch das weitere Vorgehen der Türkei. «Wenn sie (die türkische Küstenwache) den Schleusern erneut freie Hand lässt, sind wir verloren», sagte ein griechischer Beamter am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Fr, 2016-05-27 14:37
Istanbul (dpa)

Türkei verärgert über US-Soldaten mit Kurdenmiliz-Abzeichen

Istanbul (dpa) - Fotos von US-Soldaten mit dem Abzeichen der syrischen Kurdenmiliz YPG auf der Uniform verärgern die Türkei. «Es ist inakzeptabel, das US-Soldaten das Emblem einer Terrororganisation tragen», sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag in Antalya.

Die Bilder sollen US-Spezialkräfte mit dem YPG-Zeichen zeigen und rund 50 Kilometer vor Al-Rakka aufgenommen worden sein. Die YPG ist wichtigster Partner der US-geführten Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Am Dienstag hatten Kurden und Verbündete eine Offensive nördlich der IS-Hochburg Al-Rakka begonnen.

Für die Türkei ist die Kurdenmiliz YPG eine Terrororganisation wie die türkische PKK (Kurdische Arbeiterpartei). Die US-Truppen könnten ebenso gut das Logo von Al-Kaida tragen «oder das Emblem von Boko Haram nutzen, wenn sie nach Afrika gehen», sagte Cavusoglu. Ungeachtet dessen blieben die Türkei und die USA Verbündete.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

weiterlesen

Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Außerdem Interessant

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

weiterlesen

Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

Außerdem Interessant

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

weiterlesen

Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Außerdem Interessant

Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

1 2 3
Fr, 2016-05-27 14:59
Bagdad (dpa)

IS tötet im Westen des Iraks immer mehr kampfunwillige Männer

Falludscha im Westirak ist eine der wichtigsten Hochburgen des IS in dem Krisenland. Armee und Milizen rücken in einer Offensive auf die Stadt vor. Für Zivilisten bedeutet das eine große Gefahr.

Bagdad (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) tötet nach UN-Angaben in der westirakischen Stadt Falludscha immer mehr Zivilisten, die nicht für sie kämpfen wollen. Es gebe Berichte über einen «dramatischen Anstieg» von Opfern unter Männern und männlichen Jugendlichen, meldete die Hilfsorganisation UNHCR am Freitag. Viele Einwohner seien zudem bei Kämpfen um die Stadt unter den Trümmern ihrer Häuser begraben worden. Genaue Zahlen nannte der UNHCR nicht.

Die Armee und Milizen hatten Anfang der Woche mit Unterstützung von US-Luftangriffen eine Offensive begonnen, um die sunnitischen Extremisten aus der Stadt rund 70 Kilometer westlich von Bagdad zu vertreiben. Falludscha ist nach der nordirakischen Stadt Mossul die wichtigste IS-Hochburg im Krisenland Irak. Die Extremisten kontrollieren die Stadt seit Januar 2014.

Hilfsorganisationen hatten bereits am Donnerstag vor einer humanitären Katastrophe in Falludscha gewarnt. Rund 50 000 Zivilisten seien eingeschlossen und befänden sich in einer «extremen Notlage», sagte die lokale Sprecherin des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC), Becky Bakr Abdullah. Es gebe Berichte über großen Hunger.

Die Kämpfe gingen auch am Freitag weiter. «Wir sind äußerst besorgt, dass die Menschen unter Feuer geraten könnten», sagte Bakr Abdullah. Ein Flüchtling berichtete nach Angaben des NRC, er und seine Familie hätten zuletzt vor vier Monaten Reis gegessen und sich ansonsten von getrockneten Datteln ernährt. Andere Familien hätten gar nichts zu essen. Viele Einwohner tränken Wasser aus dem Euphrat, erklärte der NRC. Seit September seien keine Hilfstransporte mehr in die Stadt gekommen. Nach UNHCR-Angaben starben bereits zwei Menschen an Hunger.

Demnach konnten in den vergangenen Tagen mehr als 800 Menschen aus Falludscha entkommen. Sie hätten erschütternde Geschichten erzählt, erklärte Leila Jane Nassif vom UNHCR. Eine Flucht sei nur unter größtem Risiko möglich. Die Menschen müssten nachts über Stunden zu Fuß laufen, ehe sie in Sicherheit seien.

Regierungstreue Kräfte stießen nach Angaben von Ministerpräsident Haidar al-Abadi weiter auf Falludscha vor. Die Region um den Ort Al-Karma nördlich der Stadt sei befreit worden, teilte Al-Abadi mit.

Die Militärkampagne ist umstritten, weil an der Offensive auch schiitische Milizen beteiligt sind - Falludscha und die dazugehörige Provinz Al-Anbar sind jedoch eine sunnitische Hochburg. Die Spannungen zwischen den beiden großen muslimischen Konfessionen sind im Irak seit langem groß, weil sich die Minderheit der Sunniten von der Mehrheit der Schiiten diskriminiert fühlt. Davon profitiert die sunnitische IS-Terrormiliz, die sich den Unmut zunutze macht.

Fr, 2016-05-27 14:07
Damaskus (dpa)

Terrormiliz IS drängt Rebellen in Nordsyrien zurück

Damaskus (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist im Norden Syriens in ein strategisch wichtiges Rebellengebiet nahe der türkischen Grenze vorgedrungen. IS-Kämpfer hätten unter anderem den Ort Kildschibrin eingenommen und lieferten sich am Stadtrand von Marea mit anderen Regimegegnern heftige Kämpfe, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mit. Der IS könne nun den nahe der türkischen Grenze gelegenen Ort Al-Asas angreifen.

Der Grenzübergang bei Al-Asas ist einer von zweien unter Kontrolle der Rebellen im Norden des Bürgerkriegslandes. Die Region ist seit Februar vom Rest der von Regimegegnern beherrschten Gebiete in Nordsyrien abgeschnitten.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen evakuierte nach eigenen Angaben ein nahe der türkischen Grenze gelegenes Krankenhaus in Al-Salama. «Wir mussten die meisten unserer Patienten und Mitarbeiter aus dem Krankenhaus entlassen, da die Front so nahe gekommen ist», teilte Projektleiter Pablo Marco mit.

Die dem IS nahestehende Nachrichtagentur Amak bestätigte, die Dschihadisten hätten mehrere Orte nahe Marea eingenommen. Am Dienstag hatte eine von Kurden geführte Allianz eine Offensive gegen den IS im Norden der IS-Hochburg Al-Rakka gestartet.

Fr, 2016-05-27 14:46
Istanbul (dpa)

Türkei verärgert über US-Soldaten mit Kurdenmiliz-Abzeichen

Istanbul (dpa) - Fotos von US-Soldaten mit dem Abzeichen der syrischen Kurdenmiliz YPG auf der Uniform verärgern die Türkei. «Es ist inakzeptabel, dass US-Soldaten das Emblem einer Terrororganisation tragen», sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag in Antalya.

Die Bilder sollen US-Spezialkräfte mit dem YPG-Zeichen zeigen und rund 50 Kilometer vor Al-Rakka aufgenommen worden sein. Die YPG ist wichtigster Partner der US-geführten Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Am Dienstag hatten Kurden und Verbündete eine Offensive nördlich der IS-Hochburg Al-Rakka begonnen.

Für die Türkei ist die Kurdenmiliz YPG eine Terrororganisation wie die türkische PKK (Kurdische Arbeiterpartei). Die US-Truppen könnten ebenso gut das Logo von Al-Kaida tragen «oder das Emblem von Boko Haram nutzen, wenn sie nach Afrika gehen», sagte Cavusoglu. Ungeachtet dessen blieben die Türkei und die USA Verbündete.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

weiterlesen

„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

weiterlesen

 

„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

weiterlesen

Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

1 2 3
Fr, 2016-05-27 15:00
Moskau (dpa)

Russische Minenräumer kehren aus Syrien zurück

Moskau (dpa) - Russische Pioniere haben ihre Minenräumarbeiten in der syrischen Unesco-Welterbestätte Palmyra abgeschlossen und sind in die Heimat zurückgekehrt. Die Spezialkräfte seien auf einem Stützpunkt östlich von Moskau eingetroffen, teilte das Verteidigungsministerium am Freitag mit. Russland hatte Ende März Soldaten in die historische Oasenstadt geschickt, nachdem die syrische Armee diese von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobert hatte. Nach russischen Angaben haben die Soldaten mehr als 800 Hektar Land sowie 8500 Gebäude von rund 18 000 explosiven Gegenständen befreit. Früher hatte Russland von etwa 100 Pionieren in Syrien gesprochen.

Fr, 2016-05-27 14:54
Riga/Tallinn (dpa)

Stalins Pfeife - Steinmeier auf Beruhigungstour im Baltikum Von Christoph Sator, dpa

Vor dem Nato-Gipfel geht Steinmeier auf Drei-Länder-Tour durchs Baltikum. Die Sorgen vor Russland sind groß. Was die bevorstehende Entscheidung über die Zukunft der EU-Sanktionen gegen Moskau nicht leichter macht.

Vilnius/Riga/Tallinn (dpa) - Mit dem Auto braucht man eine knappe Stunde, um von Litauens Hauptstadt Vilnius nach Dieveniskes zu kommen. Wörtlich übersetzt: «Gottes Ort». Aber so göttlich ist es dort nicht. Das Städtchen liegt in einem kleinen Zipfel Land, der viele Kilometer weit in das Territorium des großen Nachbarn Weißrussland hineinragt. Heute ist das eine der östlichen Außengrenzen der EU, mit Stacheldraht geschützt.

Der Legende nach entstand der merkwürdige Zipfel, weil 1939, als Hitler-Deutschland und die Sowjetunion Osteuropa unter sich aufteilten, die Pfeife des Sowjet-Diktators Josef Stalin an dieser Stelle auf der Karte lag. Niemand traute sich, sie wegzunehmen. So zog man die Grenze einfach um die Pfeife - und um Dieveniskes - herum.

Heute gibt es wegen der Grenzen in der Region neue Sorgen. Litauen und die beiden anderen Baltenrepubliken Lettland und Estland argwöhnen, dass Russland einen Angriff starten könnte. Die Angst ist nicht mehr so groß wie auf dem Höhepunkt des Ukrainekonflikts, aber weg ist sie nicht. Auf seiner alljährlichen Drei-Länder-Tour durchs Baltikum bekam das Außenminister Frank-Walter Steinmeier deutlich zu hören.

Auf dem nächsten Nato-Gipfel im Juli in Warschau wird das Bündnis deshalb aufrüsten. Ins Baltikum und nach Polen sollen insgesamt vier Bataillone verlegt werden, bis zu 4000 Soldaten. Eine Kompanie der Bundeswehr (150 bis 200 Soldaten) soll die Nato-Truppe in Litauen anführen, der größten Baltenstaat. Noch ist nichts beschlossen. Aber Steinmeier ließ keinen Zweifel daran, dass das so kommen wird.

Damit steht die Nato dann erstmals seit dem Ende des Kalten Kriegs mit größeren Kampfverbänden an der Grenze zu Russland, auf dem Boden früherer Mitglieder des Warschauer Pakts. Für Deutschland ist das eine Gratwanderung. Einerseits will man seine Bündnispflichten erfüllen, andererseits mit Moskau unbedingt im Dialog bleiben. Dafür äußerten die Balten bei Steinmeiers Tour auch durchweg Verständnis.

Was die Sache noch komplizierter macht, sind die Sanktionen, die die EU wegen des russischen Vorgehens im Osten der Ukraine gegen Moskau verhängt hat. Die Strafmaßnahmen gelten aktuell nur noch bis Ende Juli. Falls sich die 28 EU-Staaten nicht allesamt auf eine Verlängerung einigen, laufen sie automatisch aus. Die Entscheidung muss innerhalb der nächsten vier Wochen fallen - also noch vor dem Nato-Gipfel.

Im Moment allerdings ist die EU in dieser Frage alles andere als einig. Länder wie Italien oder Ungarn würden die Sanktionen lieber heute als morgen aufheben, die Baltenrepubliken und Polen sind strikt gegen jede Lockerung. Litauens Außenminister Linas Linkevicius sagte: «Es gibt zur Zeit keinen Grund, die Sanktionen aufzuheben.» Sie seien gegen Russland das «einzige Druckmittel».

Deutschland ist mit seiner Position irgendwo dazwischen - wobei es auch innerhalb der Bundesregierung Unterschiede gibt. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, zugleich Vizekanzler und SPD-Chef, plädierte diese Woche für eine Abschwächung. Kanzlerin Angela Merkel, CDU-Vorsitzende, machte daraufhin sofort «deutliche Fortschritte» bei der Umsetzung der Minsker Friedensvereinbarungen für die Ukraine zur Bedingung.

Steinmeier hat nun zur Aufgabe, bei den Vermittlungsversuchen zwischen Moskau und Kiew endlich voranzukommen und zugleich die Europäer zusammenzuhalten. Einfach ist das nicht. Auf seiner Tour durchs Baltikum mahnte er immer wieder: «Sanktionen sind ein Mittel zum Zweck, aber nicht der Zweck an sich.» Im neuen «Spiegel» fügte er hinzu: «Wenn es zu Fortschritten bei der Umsetzung der Minsker Vereinbarungen kommt, können wir auch über Sanktionserleichterungen sprechen.»

Die Hoffnung ruht nun darauf, dass es bei den Folgegesprächen von Minsk endlich einmal wieder konkrete Vereinbarungen gibt, idealerweise über ein Wahlgesetz für die umstrittenen Gebiete - und zwar innerhalb der nächsten vier Wochen. Dann ließe sich innerhalb der EU auch die Lockerung von ersten Sanktionen besser begründen. Aber so richtig groß ist die Hoffnung auch nach der Baltikum-Reise nicht.

Fr, 2016-05-27 14:20
Moskau (dpa)

Nach G7: Russland will Sanktionen gegen Westen bis 2017 verlängern

Moskau (dpa) - Russland erwidert die geplante Verlängerung der EU- und US-Sanktionen im Ukraine-Konflikt mit einer Fortsetzung seiner eigenen Strafmaßnahmen gegen den Westen. Regierungschef Dmitri Medwedew ordnete am Freitag in Moskau an, das Einfuhrverbot für westliche Lebensmittel bis Ende 2017 zu verlängern. Der Schritt muss zunächst noch beschlossen werden, was als Formsache gilt.

Die Gruppe aus sieben großen Industrienationen (G7) hatte beim Gipfel in Japan angekündigt, die Sanktionen gegen Russland fortzuführen, bis der Friedensplan für die umkämpfte Ostukraine umgesetzt ist. Der Friedensprozess zwischen der Ukraine und prorussischen Separatisten steckt seit Monaten fest. Moskau sieht sich nicht als Konfliktpartei. Daher bezeichnete Vizeaußenminister Sergej Rjabkow die Äußerungen der G7 als absurd. Wegen der Annexion der Krim 2014 war Russland aus der G8-Gruppe ausgeschlossen worden, die so wieder zur G7 wurde.

Kremlsprecher Dmitri Peskow kritisierte, der G7-Gipfel bringe der Weltwirtschaft keine positiven Impulse. «Die G7 haben nicht eine neue Entscheidung getroffen», kritisierte auch der Dumaabgeordnete Franz Klinzewitsch. «Die G7 sind seit langem in einem abgekoppelten Waggon», der auf einem Bahnhof des vergangenen Jahrhunderts stehe, meinte der russische Außenpolitiker.

Fr, 2016-05-27 14:13
Brüssel (dpa)

Brüssel genehmigt deutsche Beihilfen für Kraftwerks-Stilllegungen

Brüssel (dpa) - Die Stilllegung von Braunkohlekraftwerken in Deutschland darf staatlich unterstützt werden. Die EU-Kommission gab grünes Licht für geplante Geldspritzen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Die Maßnahme fördere EU-Klimaziele, denn sie helfe Deutschland dabei, den CO2-Ausstoß zu verringern, ohne den Wettbewerb übermäßig zu verfälschen, teilte die Brüsseler Behörde am Freitag mit.

Betroffen sind acht Braunkohlekraftwerke, unter anderem von RWE in Nordrhein-Westfalen sowie von Vattenfall in Brandenburg. Der erste Meiler soll im Oktober 2016 den Betrieb einstellen, der letzte im Oktober 2019. Die Höhe der Unterstützung orientiert sich an entgangenen Gewinnen. Die eigentlichen Kosten für die Schließungen tragen die Betreiber selbst.

Fr, 2016-05-27 13:16
Berlin (dpa)

Bauernverband verlangt schnelle Krisenhilfen beim «Milchgipfel»

Tausende Milchbauern sind in Bedrängnis, weil die Erlöse seit Monaten abstürzen. Bei einem Krisengipfel will die Bundesregierung Linderung organisieren. Die Landwirte machen deutlich, was am dringendsten ist.

Berlin (dpa) - Der Deutsche Bauernverband fordert vom «Milchgipfel» bei Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) schnell spürbare Krisenhilfen. «Wir erwarten konkrete, sofort wirksame Unterstützung für die Betriebe», sagte Vizepräsident Udo Folgart am Donnerstag. Dringlich seien etwa Liquiditätshilfen. Schmidt kündigte für das Treffen an diesem Montag in Berlin erneut finanzielle Unterstützung an. «Wir werden eine Reihe von Betrieben über Bürgschaften, Kredite sowie steuerliche Erleichterungen stützen», sagte er dem Magazin «Focus». Im Blick stehen auch Lebensmittelhandel und Molkereien.

Der Generalsekretär des Bauernverbands, Bernhard Krüsken, sagte, der Handel müsse Verantwortung übernehmen. «Wir erwarten Unterstützung für die Milchbauern statt fortgesetzte Preisdrückerei im Einkauf.» Schmidt betonte: «Die Verbraucher sind bereit, mehr als die derzeit üblichen 40 Cent pro Liter Milch zu zahlen.» Anlässlich eines Treffens mit protestierenden Milchbauern in seinem Wahlkreis hatte er am Donnerstag gesagt: «Die Risiken des Milchmarktes müssen fairer verteilt werden.» Die Preise sind seit Monaten im Keller.

Bei dem «Milchgipfel» soll mit Vertretern von Bauern, Milchwirtschaft und Handel über Lösungen beraten werden. Im Gespräch ist ein Hilfspaket von «100 Millionen Euro plus X». Folgart machte deutlich, dass dieses X erheblich sein müsse. Krüsken sagte mit Blick auf die beschlossene milliardenschwere Förderung von E-Autos: «Was für Elektromobilität gut ist, muss für die Landwirtschaft auch recht sein.» Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft forderte zur Mengenreduzierung Bonuszahlungen für Betriebe, die ihre Erzeugung senken. Bund und Länder sollten dies finanziell unterstützen.

Gründe des Preisverfalls sind schwache Nachfrage in internationalen Märkten, ein Importstopp Russlands als Reaktion auf EU-Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts und Produktionssteigerungen unter anderem in manchen EU-Ländern. Dadurch gibt es derzeit ein Überangebot.

Der Bauernverband verlangte generell eine bessere Mengensteuerung, die aber nicht staatlich geregelt werden könne. Die Molkereien seien in einer zentralen Rolle, sagte Krüsken. «Nur an dieser Stelle kann auf wechselnde Nachfragesituationen marktgerecht reagiert werden.» Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte den Handel, der die Überschuss-Situation schamlos ausnutze. Falsch sei, dass die Bundesregierung auf aggressive Exportpolitik setze.

Die Schwarz-Gruppe, zu der unter anderem der Discounter Lidl gehört, brachte eine Sondersteuer ins Spiel. «Wenn der Staat etwas regeln will, dann soll der Staat es regeln. Durch eine Sondersteuer, die alle gleichermaßen trifft, sagte Unternehmenschef Klaus Gehrig der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Freitag).

Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner forderte von der EU eine Milliarde Euro Soforthilfe für in Not geratene Betriebe. Zudem solle es Steuererleichterungen geben, sagte der CSU-Politiker der «Passauer Neuen Presse» (Donnerstag). So sollten Landwirte Geld, das sie in guten Jahren verdient haben, steuerfrei zurücklegen dürfen, um sich in schlechteren Zeiten selbst zu helfen.

Fr, 2016-05-27 13:45
Hannover (dpa)

RAF-Terroristen begingen mehr Überfälle in Niedersachsen als gedacht

Hannover (dpa) - Die mit Haftbefehl gesuchten mutmaßlichen Ex-RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette haben in Niedersachsen womöglich mehr Raubüberfälle verübt als bisher bekannt. Das berichtete «Zeit online». Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat das Trio mindestens ein halbes Dutzend Überfälle begangen und dabei insgesamt einen sechsstelligen Eurobetrag erbeutet. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Verden sagte: «Wir prüfen, ob zwischen mehreren Raubüberfällen ein Zusammenhang besteht.»

Laut «Zeit online» soll ein bisher nicht bekannter Tatort Stade sein. Dort sollen Staub und Garweg Ende 2012 einen Supermarkt überfallen und dabei mehrere tausend Euro erbeutet haben. Das Trio stehe zudem im Verdacht, im Oktober 2015 bei einem Überfall in Northeim eine größere Geldsumme erbeutet zu haben, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Bisher wurden den Terroristen nur zwei gescheiterte Überfälle auf Geldtransporter im Juni 2015 in Stuhr bei Bremen und im Dezember in Wolfsburg zugerechnet. Zudem besteht der Verdacht, dass sie für einen gescheiterten Überfall im Mai in Hildesheim verantwortlich sind. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich das Trio bisweilen auch in den Niederlanden aufhält. Im holländischen Fernsehen wurde am Dienstag ein Fahndungsaufruf ausgestrahlt.

Fr, 2016-05-27 13:31
Sydney (dpa)

Australische Regierung interveniert bei UN-Klimabericht

Das Thema des UN-Berichts klingt eher harmlos: «Weltnaturerbe und Tourismus bei wandelndem Klima». Doch Australien will darin nicht erwähnt werden - und geht dagegen vor.

Sydney (dpa) - Nach einer Intervention Australiens sind Passagen zum Great Barrier Reef aus einem UN-Klimabericht gestrichen worden. «Als Wissenschaftler bin ich verärgert, als Australier angewidert», schrieb Will Steffen, Chef des australischen unabhängigen Klimarats, am Freitag. Er hatte die entsprechenden Textstellen in dem unter anderem von der UN-Kulturorganisation Unesco veröffentlichten Bericht «Weltnaturerbe und Tourismus bei wandelndem Klima» auf Richtigkeit gegengelesen. «Ich war einer der Wissenschaftler, die sie zum Schweigen zu bringen versuchen.»

Das Umweltministerium in Canberra bestätigte in einer Email an die Deutsche Presse-Agentur: «Das Ministerium hat deutlich gemacht, dass es die Erwähnung der australischen Weltnaturerbestätten in einem solchen Bericht nicht schätzt.» Die Vorbehalte seien durch den australischen Botschafter an die Unesco übermittelt worden. Die Erfahrung zeige, dass negative Kommentare über den Status von Weltnaturerbestätten Einfluss auf den Tourismus haben. In dem UN-Bericht fehlen auch andere australische Touristenattraktionen.

Der britische «Guardian» veröffentlichte ein Kapitel, das nach Informationen der Zeitung für den Bericht vorgesehen war. «Klimawandel ist die wichtigste langfristige Bedrohung für die Unversehrtheit und Artenvielfalt am größten Korallenriff der Welt», beginnt der Artikel.

Das größte Korallenriff der Welt erlebt gerade eine verheerende Korallenbleiche. Das liegt unter anderem am Wetterphänomen El Niño, das die Wassertemperaturen in der Region stark steigen ließ. Meeresbiologen machen aber seit Jahren darauf aufmerksam, dass der Klimawandel das Riff zusätzlich zu allen anderen Bedrohungen durch Fischerei, Schifffahrt und Meeresverschmutzung schwächt. Das Great Barrier Riff ist eine der wichtigsten Touristenattraktionen Australiens und zieht im Jahr Millionen Touristen an.

Fr, 2016-05-27 13:21
Sydney (dpa)

Australische Regierung interveniert bei UN-Klimabericht

Sydney (dpa) - Nach einer Intervention Australiens sind Passagen zum Great Barrier Reef aus einem UN-Klimabericht gestrichen worden. «Als Wissenschaftler bin ich verärgert, als Australier angewidert», schrieb Will Steffen, Chef des australischen unabhängigen Klimarats, am Freitag. Er hatte die entsprechenden Textstellen in dem von der UN-Kulturorganisation Unesco veröffentlichten Bericht «Weltnaturerbe und Tourismus bei wandelndem Klima» auf Richtigkeit gegengelesen.

Das Umweltministerium in Canberra bestätigte in einer Email an die Deutsche Presse-Agentur: «Das Ministerium hat deutlich gemacht, dass es die Erwähnung der australischen Weltnaturerbestätten in einem solchen Bericht nicht schätzt», schrieb das Ministerium. «Es hat diese Vorbehalte durch den australischen Botschafter an die Unesco übermittelt.» Die Erfahrung zeige, dass negative Kommentare über den Status von Weltnaturerbestätten Einfluss auf den Tourismus haben.

Das größte Korallenriff der Welt erlebt gerade eine verheerende Korallenbleiche. Es ist eine der wichtigsten Touristenattraktionen Australiens und zieht im Jahr Millionen Touristen an.

Fr, 2016-05-27 13:21
Hannover (dpa)

RAF-Terroristen begingen mehr Überfälle in Niedersachsen als gedacht

Hannover (dpa) - Die mit Haftbefehl gesuchten mutmaßlichen Ex-RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette haben in Niedersachsen womöglich mehr Raubüberfälle verübt als bisher bekannt. Das berichtete «Zeit online». Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat das Trio mindestens ein halbes Dutzend Überfälle begangen und dabei insgesamt einen sechsstelligen Eurobetrag erbeutet. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Verden sagte: «Wir prüfen, ob zwischen mehreren Raubüberfällen ein Zusammenhang besteht.»

Laut «Zeit online» soll ein bisher nicht bekannter Tatort Stade sein. Dort sollen Staub und Garweg Ende 2012 einen Supermarkt überfallen und dabei mehrere tausend Euro erbeutet haben. Das Trio stehe zudem im Verdacht, im Oktober 2015 bei einem Überfall in Northeim eine größere Geldsumme erbeutet zu haben, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Bisher wurden den Terroristen nur zwei gescheiterte Überfälle auf Geldtransporter im Juni 2015 in Stuhr bei Bremen und im Dezember in Wolfsburg zugerechnet. Zudem besteht der Verdacht, dass sie für einen gescheiterten Überfall im Mai in Hildesheim verantwortlich sind. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich das Trio bisweilen auch in den Niederlanden aufhält. Im holländischen Fernsehen wurde am Dienstag ein Fahndungsaufruf ausgestrahlt.

Keine Anzeige

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Seiten