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Di, 2016-05-31 19:00
München (dpa) 

BKA-Beamte sollen über NSU-Mitbeklagten aussagen

München (dpa) - Zwei Ermittler des Bundeskriminalamtes sollen an diesem Mittwoch im NSU-Prozess über den wegen Beihilfe zum Mord angeklagten Carsten S. aussagen. Die beiden Polizisten nahmen an Vernehmungen teil, denen sich S. kurz nach seiner Festnahme im Jahr 2012 unterziehen musste. S. hatte zugegeben, eine Pistole mit Schalldämpfer in einem Szeneladen in Jena besorgt zu haben. Diese Waffe habe er Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gebracht, die zu dieser Zeit gemeinsam mit Beate Zschäpe in Chemnitz im Untergrund lebten. Bei der Pistole soll es sich um die «Ceska» handeln, mit der in den folgenden Jahren neun türkisch- und griechischstämmige Gewerbetreibende aus rassistischen Motiven ermordet worden sein sollen.

Zschäpe ist als einzige Überlebende des NSU wegen Mittäterschaft angeklagt. Sie war 1998 mit Mundlos und Böhnhardt in den Untergrund abgetaucht. Im November 2011 sollen sich die beiden Männer nach einem gescheiterten Banküberfall das Leben genommen haben.

Di, 2016-05-31 18:38
Düsseldorf (dpa)

NRW-Innenminister: Anschlag auf Sikh-Tempel war nicht zu verhindern

Düsseldorf (dpa) - Der islamistische Anschlag auf den Sikh-Tempel in Essen ist aus Sicht der nordrhein-westfälischen Landesregierung für die Behörden nicht zu verhindern gewesen. In einem Bericht an den Landtag nahm NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) die Polizei gegen entsprechende Vorwürfe in Schutz. Die Verdächtigen seien den Sicherheitsbehörden zwar vor der Tat bekannt, die Anschlagsplanung sei aber nicht erkennbar gewesen.

Zwar habe die Mutter eines Verdächtigen der Polizei drei Wochen vor dem Anschlag Notizen ihres Sohnes übergeben. Aber: «Aus den Aufzeichnungen ergaben sich für das Polizeipräsidium Duisburg zu diesem Zeitpunkt keine konkreten Hinweise auf eine Anschlagsplanung.» Die Polizei habe dennoch eine Durchsuchung beantragt, dies sei von der Staatsanwaltschaft aber abgelehnt worden. Medien hatten dagegen berichtet, aus den Notizen seien Anschlagshinweise hervorgegangen.

Die Polizei in Gelsenkirchen hatte eingeräumt, einem Hinweis auf einen der Täter nicht entschlossen genug nachgegangen zu sein. Er soll auf dem Schulhof angeblich ein Video von der Detonation eines vermeintlichen «Polenböllers» gezeigt haben. Rückblickend habe man nicht konsequent genug reagiert, hieß es.

Bei dem Anschlag auf das Sikh-Gebetshaus Mitte April waren drei Menschen verletzt worden. Vier Verdächtige zwischen 16 und 20 Jahren sitzen in Untersuchungshaft.

Di, 2016-05-31 19:00
Berlin (dpa)

Neues Anti-Terror-Paket im Kabinett

Berlin (dpa) - Nur sieben Wochen nach der Koalitionseinigung auf ein neues Anti-Terror-Paket will das Bundeskabinett an diesem Mittwoch (9.30 Uhr) den Gesetzentwurf dazu beschließen. Unter anderem soll es in Deutschland künftig nur noch dann möglich sein, eine Prepaid-Karte für ein Handy zu kaufen, wenn man ein Ausweisdokument vorlegt. Telekommunikationsanbieter sollen verpflichtet werden, von Kunden solche Papiere zur Identifizierung zu verlangen. Polizei und Geheimdienste sehen es als Sicherheitsrisiko an, dass Terrorverdächtige und Kriminelle solche Handy-Karten bislang auch anonym nutzen können.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz soll in Zukunft mehr Informationen mit wichtigen ausländischen Partnerdiensten austauschen und gemeinsame Dateien führen dürfen. Auch an anderer Stelle will die Regierung Befugnisse erweitern: Die Bundespolizei soll künftig verdeckte Ermittler einsetzen dürfen, um Schleuserkriminalität zu bekämpfen.

Die Spitzen von Union und SPD hatten sich erst Mitte April auf die Pläne verständigt.

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Di, 2016-05-31 19:00
Berlin (dpa)

Koalitionsausschuss berät über Erbschaftsteuerreform

Berlin (dpa) - Kurz vor Ablauf der vom Bundesverfassungsgericht gesetzten Frist starten Union und SPD an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) einen neuen Anlauf, um sich über die Reform der Erbschaftsteuer zu einigen. Am Abend wollen die Spitzen der Koalition einen neuen Kompromiss über die künftige Bevorzugung von Firmenerben ausloten.

Bei dem Treffen des Koalitionsausschusses geht es voraussichtlich auch um Pläne für die gleiche Bezahlung von Männer und Frauen, die strittige Reform der Ökostrom-Förderung sowie das sogenannte Teilhabegesetz zur Integration Behinderter.

Das Bundesverfassungsgericht hatte der Politik bis zum 30. Juni dieses Jahres und damit eineinhalb Jahre Zeit gegeben, die bisherige Begünstigung von Firmenerben bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer neu zu regeln. Die Karlsruher Richter hatten einige Privilegien als überzogen kritisiert und gekippt.

CDU, CSU und SPD im Bundestag hatten sich bereits im Februar auf ein Modell verständigt. Bayern und die CSU in München pochen aber auf weitergehendere Begünstigungen. Dies lehnt die SPD ab und nennt den bisherigen Kompromiss sehr weitgehend. Unmut über das Vorgehen der CSU und Wirtschaftsverbände gibt es auch in der CDU.

Di, 2016-05-31 18:05
Hannover (dpa)

Gequält von IS-Terrormiliz: Folteropfer bittet Deutschland um Hilfe

Hannover (dpa) - Die aus dem Nordirak stammende Menschenrechtlerin Nadia Murad hat die Bundesregierung mit Nachdruck gebeten, weitere Vergewaltigungsopfer der IS-Terrormiliz aufzunehmen. In Hannover schloss die 21-Jährige am Dienstag einen Bericht über ihr eigenes Martyrium mit den Worten: «Es gibt noch Tausende Frauen mit einem ähnlichen Schicksal im Irak; ich würde mir wünschen, dass Deutschland, dass Niedersachsen ihnen die Chance geben würden, herzukommen.»

Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt in Deutschland auf Einladung der SPD-Landtagsfraktion wies die Jesidin zudem auf Übergriffe hin, denen die kleine religiöse Minderheit selbst in Flüchtlingsunterkünften ausgesetzt sei.

Murad war im Juli 2014 in IS-Gefangenschaft geraten, verschleppt und monatelang als Sex-Sklavin missbraucht worden. Die junge Frau engagiert sich seit ihrer Freilassung weltweit für ihre einstigen Leidensgenossinnen. Sie sprach unter anderem vor der UN-Vollversammlung und ist für den Friedensnobelpreis 2016 nominiert.

Di, 2016-05-31 18:20
Washington (dpa)

US-Außenministerium: Latente Terrorgefahr bei Fußball-EM

Washington (dpa) - Das Außenministerium in Washington hat US-Bürger zur Wachsamkeit bei Reisen nach Europa während der Fußball-Europameisterschaft aufgefordert. Die Stadien, Fanmeilen und Public-Viewing-Veranstaltungen könnten zu potenziellen Zielen für Terroristen werden, heißt es in der Mitteilung, die das Außenministerium am Dienstag herausgab.

«Die große Zahl von Touristen, die in den Sommermonaten Europa besuchen, bietet Terroristen, die Angriffe auf öffentliche Plätze planen, ein größeres Ziel, besonders bei Großereignissen», heißt es weiter. Betroffen sei auch der katholische Weltjugendtag in Krakau (Polen). US-Bürger müssten bei der Einreise nach Polen mit strengeren Kontrollen rechnen.

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Di, 2016-05-31 18:02
Berlin (dpa)

Merkel: Brauchen mehr Leitungen für Energiewende

Die geplante Ökostromreform ist eines der letzten Großprojekte der Energiewende, die die Koalition vor der Wahl noch umsetzen will. Die Zeit drängt, eine Einigung ist aber weiter fraglich.

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnt den Bau neuer Stromleitungen an, damit die Energiewende vorankommt. Vor einem Spitzentreffen mit den Ministerpräsidenten zur umstrittenen Reform der Ökostromförderung sagte Merkel in Berlin: «Energiewende findet nur statt, wenn der Strom, der produziert wird, auch zum Schluss durch eine Leitung dahin transportieren werden kann, wo er gebraucht wird.»

Es fehlt derzeit an Leitungen, um vor allem Windstrom aus dem Norden in die Industriezentren im Süden Deutschlands zu transportieren. Eine Einigung zwischen Bund und Ländern am Dienstagabend im Kanzleramt galt als offen - heiß umkämpft ist, wie stark der Bau neuer Windräder gebremst werden soll. Allerdings braucht der Bund nicht die Zustimmung der Länder im Bundesrat. Sie müssen jedoch die Energiewende umsetzen.

Merkel verwies auch auf das Kostenargument: Die Erneuerbaren seien «aus der Nische herausgekommen» und müssten nun in ein marktwirtschaftliches Umfeld geführt werden, erklärte sie. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte, es gehe beim besten Willen nicht mehr, «und wenn die Windlobby sich noch so auf die Hinterfüße stellt», dass Windparks bezuschusst würden, deren Strom niemand brauche: «Kein einziges Stromatom fließt in das Netz, sondern der Strom verschwindet irgendwo und wird bezahlt.»

Die Regierung steht unter Zeitdruck. Merkel hatte eine Lösung bis zur Sommerpause Mitte Juli angekündigt - wenn nicht bald das Reformpaket steht, wackelt auch der mit der EU-Kommission verabredete Startzeitpunkt 1. Januar 2017.

Die EEG-Reform für mehr Wettbewerb ist ein wichtiger Pfeiler der Energiewende. Mit dem Umbau soll die Förderung für Ökostrom-Anlagen aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse umgestellt werden. Dann fallen die auf 20 Jahre festgelegten Garantiepreise für die Stromabnahme für neue Anlagen weg. Stattdessen werden Projekte ausgeschrieben: Wer wenig Subventionen verlangt, erhält den Zuschlag.

Aktuell müssen Verbraucher und Wirtschaft pro Jahr bis zu 24 Milliarden Euro per Umlagen für den Ausbau der Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse bezahlen. Die EEG-Umlage beim Strompreis ist im laufenden Jahr auf Rekordniveau gestiegen. Derzeit liegt der Ökostromanteil bei 33 Prozent. Bis 2025 soll dieser auf 40 bis 45 Prozent erhöht werden.

Nicht nur zwischen Bund und Ländern knirscht es, sondern auch zwischen den Koalitionspartnern Union und SPD. Am Montagabend traf sich Wirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel mit Fachpolitikern der Union. Umstritten blieb dabei vor allem, wie stark die Förderung neuer Windparks an Land künftig gekürzt werden soll.

Gabriel schlägt nun eine Einmalkürzung von fünf Prozent zum 1. April 2017 und weitere, zeitlich gestaffelte Einschnitte vor. Die Union ist ebenfalls für eine 5-Prozent-Kürzung, will aber weitere 10 Prozent einsparen, wenn die Branche mehr als 2500 Megawatt neue Windkraft an Land baut. Die SPD will grundsätzlich einen Zubau von 3000 Megawatt pro Jahr erlauben.

Erhebliche Differenzen gibt es bei Biogas-Anlagen, die vor allem im CSU-regierten Bayern verbreitet sind. Die Union will neue Anlagen mit einer jährlichen Leistung von 300 Megawatt zulassen, die SPD will das auf 100 Megawatt begrenzen, hieß es aus Verhandlungskreisen.

Die Grünen forderten die Länder auf, hart zu bleiben. «Die Ministerpräsidenten müssen die Energiewende und den Klimaschutz vor der Bundesregierung schützen», sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur.

Di, 2016-05-31 19:00
München (dpa)

Hund beschädigt Zahnbrücke - Verletzter verlangt Entschädigung

München (dpa) - Über den folgenschweren Kopfstoß eines Schäferhundes verhandelt am Mittwoch (10.30) in zweiter Instanz das Oberlandesgericht München. Der Vierbeiner war aus dem Auto seiner Besitzerin auf einen Bekannten zugesprungen und mit seinem Kopf gegen den des Mannes geprallt, als dieser sich gerade die Schnürsenkel zuband. Dabei wurde die Zahnbrücke des Klägers nach innen gedrückt, der Befestigungszahn brach ab. Der Verletzte verlangte die Wiederherstellungskosten von etwa 5500 Euro und 1500 Euro Schmerzensgeld. In erster Instanz entsprach das Landgericht Traunstein weitgehend dieser Forderung.

Di, 2016-05-31 18:26
Berlin (dpa) 

Vor Armenien-Resolution versöhnliche Signale aus Berlin an Türkei

Es ist eine heikle Angelegenheit in den Beziehungen zur Türkei: Gegen die erklärte Position Ankaras will der Bundestag von «Völkermord» an den Armeniern sprechen. Möglicher Empörung wird nun schon vorgebaut.

Berlin (dpa) - Kurz vor der Bundestagsresolution zu Massakern an den Armeniern senden führende Politiker der großen Koalition versöhnliche Signale an die Türkei. «Es geht nicht darum, ein Streitfeld mit der türkischen Regierung aufzumachen», sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann am Dienstag. Unionsfraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) sagte, niemand solle auf eine Anklagebank gesetzt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) telefonierte am Dienstag mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan über das Thema, wie ein Regierungssprecher ohne nähere Angaben in Berlin mitteilte. Erdogan ließ erkennen, dass eine Beeinträchtigung der Beziehungen droht.

Der Bundestag will an diesem Donnerstag eine Resolution von Union, SPD und Grünen beschließen, in der die Massentötung und Deportationen von Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord eingestuft werden. Nach Schätzungen kamen zwischen 800 000 und 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit ums Leben. Die Türkei bedauert das, lehnt eine Einstufung als Völkermord aber strikt ab.

Erdogan sagte am Dienstag in Izmir, er habe mit Merkel telefoniert. Sollte die Resolution wie geplant verabschiedet werden, «würde das zukünftige diplomatische, wirtschaftliche, geschäftliche, politische und militärische Beziehungen zwischen den beiden Ländern - und wir sind beide außerdem Nato-Länder - natürlich schädigen.» Derzeit seien die bilateralen Beziehungen «auf sehr, sehr hohem Niveau».

Grosse-Brömer sagte, die Türkei sei ein verlässlicher Nato-Partner, und das solle so bleiben. Dennoch müsse es möglich sein, Ereignisse von vor über 100 Jahren aufzuarbeiten - auch als Grundlage einer Versöhnung zwischen der Türkei und den Armeniern. «Es geht darum, an eine historische Verantwortung zu erinnern, an der auch Deutschland ja einen gewissen Anteil hat.»

In der Unionsfraktion wurde die Resolution bei einer Nein-Stimme und fünf Enthaltungen mit großer Mehrheit unterstützt. Oppermann betonte, die Resolution dürfe nicht für eine Konfrontation mit Erdogan missbraucht werden: «Ich möchte die Eiferer in der Debatte warnen, es nicht zu weit zu treiben.»

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Di, 2016-05-31 19:00
Stuttgart (dpa)

Kretschmann und Strobl machen sich ein Bild vom Unwetter-Gebiet

Stuttgart (dpa) - Nach dem verheerenden Unwetter in Teilen Baden-Württembergs reisen Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) in die betroffenen Regionen. Sie wollen sich am Mittwoch in Schwäbisch Gmünd (15.15 Uhr) und Braunsbach (17.00 Uhr) ein Bild von der Zerstörung und den Aufräumarbeiten machen. Zunächst sprechen die Regierungsvertreter in Schwäbisch Gmünd mit Oberbürgermeister Richard Arnold (CDU) und Einsatzkräften, dann treten sie im Feuerwehrhaus vor die Presse (15.45 Uhr). Um 17.00 Uhr besuchen sie Braunsbach, wie die Landesregierung mitteilte.

Das Tief «Elvira» hatte am Sonntagabend schwere Verwüstungen in Teilen Baden-Württembergs hinterlassen. Vier Menschen kamen ums Leben, darunter zwei in Schwäbisch Gmünd.

Di, 2016-05-31 19:00
Lumpur (dpa)

Weltwirtschaftsforum mit Schwerpunkt Ostasien startet in Malaysia

Kuala Lumpur (dpa) - Rund 500 Unternehmer, Akademiker und Vertreter der Zivilgesellschaft aus aller Welt diskutieren in Malaysia ab Mittwoch über Wachstumschancen und Herausforderungen in Ostasien. Das Weltwirtschaftsforum nach dem Muster der alljährlichen Davoser Tagung widmet sich besonders den Chancen und Folgen der Digitalisierung und Entwicklung unter dem Stichwort Industrie 4.0 - etwa der Frage, ob es genügend Arbeitsplätze für die heranwachsende Jugend gibt. Weitere Schwerpunkte sind die Nahrungsmittelsicherheit angesichts wachsender Bevölkerungen sowie Umweltschutz. Die Tagung geht Donnerstag zu Ende.

Di, 2016-05-31 17:05
Berlin (dpa) 

Jedes siebte Kind von Hartz IV abhängig - Nahles: «bedrückend»

Hunderttausende Kinder brauchen Hartz IV - in Bremen und Berlin sogar fast jedes dritte. Zuletzt sind die Zahlen wieder etwas gestiegen. Die Zahlen bringen auch die Bundesregierung unter Druck.

Berlin (dpa) - Rund jedes siebte Kind in Deutschland ist abhängig von Hartz IV. Im vergangenen Jahr waren im Schnitt 1,54 Millionen unter 15-Jährige betroffen. Das waren gut 30 000 mehr als im Vorjahr. Das geht aus Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor. Sozialverbände und Opposition forderten die Bundesregierung am Dienstag in Berlin zum Kampf gegen Kinderarmut und Langzeitarbeitslosigkeit auf.

In einzelnen Regionen ist die Lage besonders schwierig: So ist in den Stadtstaaten Bremen und Berlin mit 31,5 Prozent fast jedes dritte Kind unter 15 Jahren auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen (Ende 2015). In Sachsen-Anhalt sind es 21,8 Prozent, in Hamburg 20,4 Prozent. Prozentual am wenigsten Betroffene gibt es in Bayern mit 6,5 Prozent.

Insgesamt sind in Ostdeutschland 20,3 Prozent der unter 15-Jährigen Hartz-IV-abhängig, in Westdeutschland 13,0 Prozent. Den stärksten Anstieg gegenüber dem Vorjahr gab es mit 2,1 Prozentpunkten in Bremen, den deutlichsten Rückgang mit minus 0,7 Punkten in Brandenburg und Sachsen.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann hatte die Statistik anlässlich des internationalen Kindertages am 1. Juni erfragt. Die Statistik der BA führt die «nicht erwerbsfähigen Leistungsberechtigten» unter 15 Jahren auf. Ihr Anteil an den Kindern bis 14 Jahren in Deutschland insgesamt lag 2015 bei 14,4 und im Jahr zuvor bei 14,1 Prozent.

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) nannte Kinderarmut «ein bedrückendes Phänomen». Schlüssel für den Kampf dagegen sei es, «einen oder am besten beide Elternteile in Arbeit zu bekommen». So könne der Teufelskreis von Erwerbslosigkeit und Armut durchbrochen werden. Höhere Sozialleistungen führten hingegen nicht zu einer strukturellen Lösung des Problems. Verbesserte Kinderbetreuung sei aber ein nützlicher Hebel, sagte sie mit Blick auf die dann vor allem für Frauen bessere Vereinbarkeit von Kind und Job.

Ein Zusammenschluss von rund 30 Sozialverbänden und Gewerkschaften rund um die Diakonie forderten von der Politik Konzepte gegen die Armut von Kindern. Die Grundsicherung für Kinder, so die Kernforderung, müsse um rund 50 Euro erhöht werden. «Armut gefährdet ihre Zukunftschancen», sagte der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers. «Der Kampf gegen Kinderarmut muss eine zentrale Aufgabe für die Politik sein», sagte Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland.

Die Linken-Politikerin Zimmermann forderte: «Die sozialen Leistungen müssen Armut verhindern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.» Die Bundesregierung müsse zudem das Problem angehen, dass es in vielen Regionen zu wenige Arbeitsplätze und zu viele Niedriglöhne gebe. Die Grünen-Politikerin Brigitte Pothmer verlangte ein energischeres Vorgehen gegen Langzeitarbeitslosigkeit.

Aus Sicht der Arbeitgeber ist Langzeitarbeitslosigkeit ein Problem, «das immer noch zu viele Familien betrifft», wie ein Sprecher ihres Verbands BDA sagte. Gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund setze sich die BDA für ein Programm auch gegen Kinderarmut ein. Sowohl die Teilnahme der Jobcenter als auch die der Hartz IV-Empfänger wäre freiwillig. «Qualifizierte Fallmanager würden gemeinsam mit den Hilfesuchenden eine individuelle Eingliederungsstrategie entwickeln und vereinbaren», erläuterte er.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-05-31 17:26
Kopenhagen (dpa)

Milliardenprojekt Fehmarnbelttunnel: Bauverträge unterzeichnet

Der Fehmarnbelttunnel rückt näher. Vier milliardenschwere Bauverträge sind unterzeichnet. Doch damit sind längst nicht alle Hürden überwunden.

Kopenhagen (dpa) - In die Pläne für den Bau des Fehmarnbelttunnels zwischen Dänemark und Deutschland kommt Bewegung. Die dänische Regierung und die internationalen Baukonsortien unterschrieben am Montagabend vier Hauptbauverträge im Wert von vier Milliarden Euro, wie die Planungsgesellschaft Femern A/S am Dienstag mitteilte.

Die Unterzeichnung war ursprünglich für den 13. Mai geplant gewesen. Sie war aber kurzfristig abgesagt worden, weil beteiligte Firmen Beschwerde gegen das Ausschreibungsverfahren eingereicht hatten. Dazu zählt Hochtief, wie das Unternehmen am Dienstag auf dpa-Anfrage bestätigte. «Die Beschwerden werden derzeit von den dänischen Behörden geprüft», erklärte Femern A/S.

Bei den jetzt unterzeichneten Verträgen geht es nach Angaben von Femern A/S um den gesamten Absenktunnel und die Tunnelelementefabrik, den Bau von Portalen und Rampen sowie den Aushub des Tunnelgrabens und Landgewinnungsarbeiten. Am Bau werden mehrere deutsche Unternehmen beteiligt sein.

Der Bau des 18 Kilometer langen Tunnels zwischen der dänischen Insel Lolland und Fehmarn soll frühestens 2019 starten. Noch fehlt dazu die Genehmigung aus Deutschland, die erst 2017 vorliegen soll. «Das Vorliegen des deutschen Planfeststellungsbeschlusses ist eine Bedingung, die für den Baustart erfüllt sein muss», machte Femern-Chef Claus F. Baunkjær am Dienstag klar.

In Deutschland begehren vor allem Umweltschützer gegen das Projekt auf. «Unserer Auffassung nach verstößt das Vorhaben der festen Fehmarnbeltquerung unter anderem gegen nationales und europäisches Umweltrecht», sagte Malte Siegert vom Naturschutzbund Deutschland. Weil eine gerichtliche Klärung noch ausstehe, sei die Unterzeichnung der Bauverträge «eher eine Absichtserklärung». Werde das Projekt gestoppt, «wären wahrscheinlich horrende Entschädigungen fällig.»

Die Kosten des Tunnels, die Dänemark trägt, werden auf 7 Milliarden Euro geschätzt, davon sind 6 Milliarden Euro für den Bau eingeplant. Deutschland muss für die Hinterlandanbindung auf der eigenen Seite zahlen.

Di, 2016-05-31 17:12
Zwickau (dpa)

Anschlag auf Asylunterkunft in Crimmitschau - Haftstrafen für Täter

Zwickau (dpa) - Nach einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Crimmitschau müssen drei Männer für mehrere Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Zwickau verurteilte am Dienstag den ältesten Täter zu fünf Jahren Haft wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung. Der 36-Jährige sei der Rädelsführer gewesen, hieß es. Ein 35-Jähriger soll viereinhalb Jahre ins Gefängnis, der jüngste Angeklagte (32) drei Jahre und neun Monate. An ihrer ausländerfeindlichen Gesinnung besteht nach Ansicht des Gerichts kein Zweifel. Die Männer hatten im November 2015 drei Molotow-Cocktails gegen ein als Flüchtlingsheim genutztes Wohnhauses geworfen, in dem 39 Asylbewerber schliefen.

Di, 2016-05-31 17:10
Berlin (dpa)

Linke erhebt Verfassungsklage gegen deutschen Anti-IS-Kampf

Berlin (dpa) - Die Linke im Bundestag hat Verfassungsklage gegen den deutschen Militäreinsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingelegt. Die Klage sei am Dienstag in Karlsruhe eingebracht worden, sagte ein Fraktionssprecher in Berlin.

«Wir betreten verfassungsrechtliches Neuland», sagte Fraktionschef Dietmar Bartsch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Neben der politischen Auseinandersetzung mit dem Engagement der Bundeswehr wollen wir die verfassungsrechtliche Zulässigkeit überprüfen lassen.»

Die Linken sehen den Einsatz vor allem als rechtswidrig an, weil ein ausreichendes Mandat fehle. Die Bundeswehr ist mit «Tornado»-Aufklärungsjets und einem Tankflugzeug an den Bombardements von IS-Stellungen in Syrien und dem Irak beteiligt.

Di, 2016-05-31 17:35
Berlin (dpa)

Gefahr für die Union: Zerstrittene Parteichefs, genervte Mitglieder Von Kristina Dunz, dpa

Angela Merkel kann Horst Seehofer nicht mehr leiden - und umgekehrt. Andere Schlüsse sind jedenfalls aus ihrem Dauerkonflikt um die Flüchtlingspolitik kaum zu ziehen. Fällt die Union nun auseinander?

Berlin (dpa) - Volker Kauder ist gut gelaunt an diesem sonnigen Dienstagnachmittag. Dabei hat er eigentlich keinen Grund dazu. Denn die Koalition streitet über die Gleichberechtigung von Frauen, die Erbschaftssteuerreform und das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Vor allem aber sieht es so aus, dass Kauders Union in Scherben liegt. Zerbrochen an der Flüchtlingspolitik und dem anscheinend unlösbaren Konflikt zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer.

Kauder sagt am Rande der Fraktionssitzung von CDU und CSU im Bundestag: «Wenn sich zwei streiten, sind immer beide schuld.» Das richtet sich auch an seine Parteichefin und Kanzlerin, wenngleich er uneingeschränkt an ihrer Seite steht. Er sagt aber noch etwas: «Wenn man den Satz ernst nimmt: Zuerst die Menschen, dann das Land und dann erst ich, wäre es höchste Zeit, den Streit zu beenden.»

Kauder würde Merkel wohl niemals und erst recht nicht öffentlich vorhalten, sie stelle ihr eigenes Interesse über die Belange des Landes. Die Mahnung dürfte an den bayerischen Ministerpräsidenten gerichtet sein, dem viele CDU-Politiker inzwischen vorhalten, ihn interessiere nur die absolute Mehrheit seiner CSU in Bayern und sonst gar nichts. Deshalb attackiere er die Kanzlerin immer wieder für ihre Flüchtlingspolitik, obwohl die Zahl der Neuankömmlinge zurückgehe.

Seehofer macht Merkel für die sinkenden Umfragewerte der Union im Bund und das Erstarken der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) verantwortlich. In der CDU wird wiederum Seehofer vorgeworfen, dass seine ewigen Angriffe gegen Merkel Wähler abschreckten. Im CDU-Präsidium verdrehen sie angeblich Montagmorgens die Augen, wenn Seehofer wieder Interviews gegeben hat.

Als die «Bild»-Zeitung am Dienstag berichtet, Seehofer vermute ein Komplott im Kanzleramt - dort werde die CSU als «Fehlkonstruktion» betrachtetet - schütteln CDU-Politiker den Kopf. Wenn Seehofer das wirklich glaube, könne es um sein Selbstbewusstsein nicht gut bestellt sein. Von Verschwörungstheorie ist die Rede.

In der CDU ist die Stimmung ziemlich am Boden. Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, sagt das so: «Die Spitzen sollten sich zusammensetzen und sich keine Fernduelle über die Medien liefern. Von diesem Verhalten sind viele Mitglieder genervt.» Nun wollten sich Merkel und Seehofer am Dienstagabend treffen. Nur kurz zwischen Fraktionssitzung und Ministerpräsidentenkonferenz. Etwa eine halbe Stunde. Kann man in 30 Minuten eine Krise lösen? Wohl kaum.

Das Treffen sei auch gar nicht als Krisengespräch angelegt, heißt es aus Unionskreisen. Merkel und Seehofer stimmten sich oft vor Ministerpräsidentenkonferenzen kurz ab.

Größere Erwartungen haben viele an die geplante Klausur der Parteispitzen von CDU und CSU Ende Juni. Dann reisen die Protagonisten für etwa 24 Stunden an. Wohin haben CDU und CSU noch nicht bekanntgegeben, nachdem sie sich heftig in die Haare geraten sind, wo der neutrale Boden denn sein soll, auf dem sie aufeinandertreffen wollen. Ziemiak spottet: «Sollen wir in den Medien neben dem Ort auch noch die Menüfolge des Essens diskutieren?»

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagt: «Mir ist das völlig egal. An jedem Ort können wir uns in guter Atmosphäre treffen.» Hasselfeldt meint es gut, sie ist eine wichtige Vermittlerin zwischen Seehofer und Merkel. In diesem Fall glaubt man ihr in der CDU aber nicht. Die unterschwelligen Drohungen, die CSU könne mit einem eigenen Wahlprogramm oder überhaupt allein zur Bundestagswahl 2017 antreten, lösten Ärger, Irritationen und Vertrauensverlust aus.

Kampfeslustig wird nun darauf verwiesen, dass im vorigen Wahlprogramm die Maut und das Betreuungsgeld standen - beides CSU-Themen und beides aus rechtlichen Gründen noch nicht verwirklicht. Es heißt in der Union, wo auch immer sie sich treffen werden, irgendwie würden sich Merkel und Seehofer schon auf irgendetwas einigen. Aber große Lust hätten beide nicht dazu.

Di, 2016-05-31 17:10
Berlin (dpa) 

Koalition: Armenien-Resolution setzt Türkei nicht auf Anklagebank

Berlin (dpa) - Die geplante Bundestagsresolution zu Massakern an den Armeniern soll aus Sicht der Koalition keine Konfrontation mit der Türkei auslösen. Es gehe nicht um eine Schädigung der Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei, sagte Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) am Dienstag in Berlin. «Ich hoffe, dass das auch so verstanden wird.» Niemand solle auf eine Anklagebank gesetzt werden, schon gar nicht die aktuelle türkische Regierung.

Bei einer Probeabstimmung in der Unionsfraktion am Nachmittag wurde die Resolution bei einer Nein-Stimme und 5 Enthaltungen mit großer Mehrheit unterstützt.

Auch SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann betonte, die Armenien-Resolution dürfe nicht für eine Konfrontation mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan missbraucht werden: «Ich möchte die Eiferer in der Debatte warnen, es nicht zu weit zu treiben.» Der Bundestag wolle die «historische Wahrheit» des Völkermordes an den Armenien feststellen. Das sei eine Grundlage für eine Versöhnung zwischen Türken und Armeniern. «Es geht nicht darum, ein Streitfeld mit der türkischen Regierung aufzumachen», sagte Oppermann.

Der Bundestag will an diesem Donnerstag eine gemeinsame Resolution von Union, SPD und Grünen beschließen, in der die Massentötung und Deportationen von Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord eingestuft werden. Nach Schätzungen kamen dabei zwischen 800 000 und 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit ums Leben. Die Türkei bedauert das, lehnt die Einstufung als Völkermord aber ab.

Di, 2016-05-31 17:29
Berlin (dpa)

Klausur bringt's: Umweltministerin duzt Verkehrs- und Agrarkollegen

Berlin (dpa) - Bei allen Querelen in der großen Koalition - ein paar Gräben hat die Klausur in Meseberg vergangene Woche geschlossen. Die sozialdemokratische Umweltministerin Barbara Hendricks jedenfalls ist jetzt per du mit zwei CSU-Kollegen, mit denen sie inhaltlich besonders über Kreuz liegt: Verkehrsminister Alexander Dobrindt und Agrarminister Christian Schmidt. Das sei seit letzter Woche so, sagte Hendricks am Dienstag in Berlin. Mit den beiden Bayern hat sie derzeit vor allem über Auto-Abgase und das Unkrautgift Glyphosat Auseinandersetzungen.

Di, 2016-05-31 17:35
Paris (dpa)

Pariser Bürgermeisterin kündigt offizielles Flüchtlingslager an

Paris (dpa) - Um dem Entstehen von Flüchtlings-Zeltlagern entgegenzuwirken, soll in Paris ein offizielles Camp samt «Empfangszentrum» für Migranten entstehen. Das kündigte Bürgermeisterin Anne Hidalgo bei einer Pressekonferenz am Dienstag an. Wo das Lager stehen soll und wie viele Menschen dort unterkommen können, stand nach ihren Angaben noch nicht fest. Es werde dort Beratungsangebote und Dolmetscher geben. Vorbild sei ein Flüchtlingslager in Nordfrankreich bei Dünkirchen, das die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen vor wenigen Monaten eröffnete.

Derzeit wohnen rund 700 Migranten in einem Park im Norden von Paris - unter Bedingungen, die Hidalgo als inakzeptabel bezeichnete. Vor wenigen Wochen war ein wildes Flüchtlingslager mit mehr als 1600 Bewohnern unter einer Hochbahnlinie in der französischen Hauptstadt bereits zum dritten Mal geräumt worden. Seit vergangenem Juni haben die Behörden nach eigenen Angaben bei 19 Räumungen in Paris mehr als 8000 Menschen in Unterkünfte gebracht.

Di, 2016-05-31 17:21
Geretsried (dpa)

Listerien: Fleischfirma klagt wegen Produktionsverbots gegen Bayern Von Paul Winterer und Teresa Tropf, dpa

Hunderte Tonnen Wurstwaren müssen vernichtet werden, weil in Produkten der Firma Sieber gesundheitsgefährdende Bakterien gefunden wurden. Der Inhaber erhebt nun Vorwürfe gegen die Behörden.

Geretsried (dpa) - Die Fleischwarenfirma Sieber geht nach dem Fund gesundheitsgefährdender Bakterien in Wurstwaren gerichtlich gegen das behördlich angeordnete Produktionsverbot vor. Es sei Klage gegen den Freistaat Bayern eingereicht worden, sagte der Inhaber Dietmar Schach am Dienstag am Firmenstandort im oberbayerischen Geretsried. Zuvor waren in Proben gesundheitsgefährdende Listerien gefunden worden.

Der Rückruf sämtlicher Waren und die Werksschließung seien politisch motiviert. Es werde der Versuch unternommen, «an einem Betrieb ein Exempel zu statuieren», um von behördlichen Versäumnissen abzulenken, kritisierte der 51-Jährige. Er bezifferte den täglichen Schaden für sein Unternehmen auf 100 000 Euro. Insgesamt mehrere Hundert Tonnen Ware müssten vernichtet werden. Die Staatsanwaltschaft München II leitete unterdessen Vorermittlungen gegen die Firma ein. «Wir prüfen den Sachverhalt», sagte Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich.

Das Landratsamt in Bad Tölz hatte am Freitag angeordnet, dass sämtliche Sieber-Produkte in Deutschland und dem benachbarten Ausland aus den Ladentheken sowie in Flughäfen und Großkantinen zurückgerufen und vernichtet werden müssen. Das Unternehmen beliefert nach seinen Angaben die Ketten Lidl, Norma, Rewe und Penny, nicht jedoch Aldi. Außerdem verhängte die Behörde ein Betriebs- und Vertriebsverbot für die Großmetzgerei mit 120 Beschäftigten.

Eine Ansteckung mit Listerien kann bei Kleinkindern und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem zu starkem Durchfall und Fieber führen. Bei Gesunden verläuft die Listeriose genannte Krankheit meist harmlos.

Firmeninhaber Schach äußerte den Verdacht, dass sein Unternehmen durch die staatlich angeordneten Sanktionen dafür missbraucht werde, politisch vorzeigbare Erfolge im Kampf gegen Lebensmittelskandale zu erzielen. Er nannte auf Nachfrage die Versäumnisse bei Bayern-Ei.

Das bayerische Verbraucherschutzministerium wies die Vorwürfe zurück: «Die zuständigen Behörden handeln konsequent zum Schutz der Verbraucher», erklärte ein Sprecher. «Auch für Betriebe einschneidende Maßnahmen werden zum Schutz der Verbraucher ergriffen, wenn sie rechtlich zulässig und erforderlich sind.» Die Behörden hätten die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, betonte der Sprecher und ergänzte: «Der Rückruf wird amtlich überwacht. Außerdem wurden weitere Proben genommen, die noch ausgewertet werden. Die weitere Aufklärung der Lieferwege läuft.»

Seit Montag wurden nach Schachs Worten auf einer Unternehmens-Hotline an die 1000 Anrufe mit Fragen vor allem zu Gesundheitsgefahren und der Erstattung bereits gekaufter Produkte beantwortet. «Wir setzen alles daran, die Dinge im Interesse aller Kunden umzusetzen», sagte der Firmenchef. Er entschuldigte sich bei seinen Handelspartnern und den Verbrauchern für Unannehmlichkeiten der Rückrufaktion und mögliche Ängste, «die sie nach dem Verzehr unserer Waren hatten».

Er verwies darauf, dass rund 45 im Unternehmen genommene Proben frei von gesundheitsgefährdenden Listerien seien. «Es gibt bis jetzt keine gesicherten Erkenntnisse, wann und wo Keime in unser Unternehmen hineingetragen wurden», sagte Schach. Allerdings wurden vor Ostern in einem Schweinefleisch-Produkt von Sieber im Nürnberger Land Listerien nachgewiesen. Der Grenzwert wurde dabei um das Zehnfache überschritten.

Bei daraufhin veranlassten verstärkten Proben in Kaufhausregalen waren fünf Produkte mit Listerien belastet. Nach Schachs Worten wurden dabei die behördlich vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten. «Dass auf dieser Tatsachenbasis das gesamte Produktsortiment zurückgerufen werden muss, ist einmalig», kritisierte der Firmenchef. Zur Zukunft seines Unternehmens sagte er: «Ich weiß es nicht.» Er arbeite an einem Konzept zur Rettung der Firma.

Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen wurden seit 2012 in Deutschland Listeriosen mit einem bestimmten Muster beobachtet. Diesem Ausbruch könnten möglicherweise bis zu 80 Erkrankungsfälle mit dem Schwerpunkt Baden-Württemberg und 22 Fälle in Bayern zugeordnet werden. Acht der erkrankten Personen starben, bei vier von ihnen wird die Listeriose als hauptsächliche Todesursache angesehen. Ob die Todesfälle auf Sieber-Produkte zurückgehen, ist unklar.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermutet, dass das Sieber-Produkt «Original Bayerisches Wammerl» in Zusammenhang mit dem Listeriose-Ausbruch in Süddeutschland von 2012 an bis heute steht. So kam es erst zur Verzehrwarnung durch das bayerische Verbraucherschutzministerium und schließlich zum Rückruf der Ware.

Die vier Toten aus Bayern waren alle deutlich über 50 Jahre alt. Der jüngste war mit 59 Jahren ein Mann aus Schwaben, die älteste eine 88-Jährige aus Schwaben. Sie ist nach den LGL-Angaben auch die einzige, die tatsächlich an den Folgen Listeriose-Erkrankung starb. Die weiteren Opfer sind eine 83 Jahre alte Frau aus Niederbayern und ein 69 Jahre alter Mann aus Oberbayern. Sie und der 59-Jährige starben aufgrund anderer Ursachen. Im Fall der 83-Jährigen sei die Todesursache «nicht ermittelbar», so das LGL.

Di, 2016-05-31 18:01
Köln (dpa)

Ein Leben für Flüchtlinge - Cap-Anamur-Gründer Neudeck ist tot

«Leitfigur», «Vorbild», «Heiliger» - voller Bewunderung äußern sich Politiker und Weggefährten über den verstorbenen Rupert Neudeck. Der Gründer von Cap Anamur engagierte sich bis zuletzt für Flüchtlinge.

Köln (dpa) - Er setzte sich unermüdlich für Flüchtlinge ein und rettete Tausenden Menschen das Leben: Der Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, Rupert Neudeck, ist am Dienstag im Alter von 77 Jahren nahe Köln an den Folgen einer Herzoperation gestorben. Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel würdigten Neudeck als Vorbild für Mitmenschlichkeit.

Neudecks Lebensthema war das Schicksal von Flüchtlingen. 1979 gründete er Cap Anamur und 2003 das Friedenskorps Grünhelme. Mehr als 10 000 vietnamesische Boat People retteten die Aktivisten von Cap Anamur in den 80er Jahren aus dem Chinesischen Meer. Neudecks Engagement ließ bis zuletzt nicht nach: So forderte er in der aktuellen Flüchtlingsdebatte den Einsatz der deutschen Marine und eine langfristige Seenotrettung im Mittelmeer.

Politiker und Weggefährten würdigten die Verdienste des Flüchtlingshelfers. «Er hat gesehen und gehandelt - und das ein Leben lang», betonte Bundespräsident Joachim Gauck in seinem Kondolenzschreiben. Neudecks Arbeit sei ein Beispiel dafür, wie viel Gutes ein Einzelner anstoßen und bewirken könne. «Er wird uns immer ein Vorbild bleiben», schrieb Gauck.

Kanzlerin Merkel würdigte Neudeck als «weltweit geachteten Aktivisten für Menschenrechte und Humanität». Er sei ein wahres Vorbild an gelebter Mitmenschlichkeit gewesen. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel meinte: «Das soziale und friedenspolitische Engagement in Deutschland und der Welt hat mit Rupert Neudeck eine ihrer Leitfiguren verloren.» NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) nannte ihn «ein starkes Vorbild».

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte: «Zu schwierig, zu gefährlich, zu kompliziert - solche Einwände ließ er nicht gelten. Rupert Neudeck war aus Überzeugung unbequem und scheute keinen Konflikt für die gute Sache.» Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) twitterte: «Rupert Neudeck hat vielleicht das Größte geleistet, was ein Mensch überhaupt tun kann: Menschenleben retten.»

Für Peter Altmaier (CDU), den Flüchtlingsbeauftragten der Bundesregierung, war Neudeck «seiner Zeit voraus» und gleichzeitig Mahner für die Zukunft. Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter hoben hervor: «Rupert Neudeck hinterlässt der Welt die Verantwortung, seinen Einsatz für Geflüchtete fortzusetzen.»

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef schrieb: «Rupert Neudeck hat der Not und der Verzweiflung der Menschen in den Krisengebieten der Erde Aufmerksamkeit und Gehör verschafft. Er hat Hilfe mobilisiert und Menschlichkeit angemahnt - gerade in scheinbar aussichtslosen Situationen und Konflikten.»

Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff, ein enger Freund und Weggefährte, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Er war ein Heiliger unserer Tage. Bei Rupert Neudeck war Reden und Handeln eine Einheit. Es gibt für ihn keinen Ersatz.»

Neudeck stammte aus Danzig und war als Kind in den Westen geflüchtet, wo er später studierte. Mit seiner Frau Christel lebte er bescheiden in Troisdorf bei Bonn. «Wir werden zeitlebens nicht loskommen von der schönen Bürde, Eltern von Cap Anamur und den Grünhelmen zu sein», sagte er 2014 zu seinem 75. Geburtstag der dpa.

Die Grünhelme gründete der gläubige Christ auch als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001. Christen und Muslime arbeiten in der Organisation zusammen, errichten gemeinsam Schulen, auch in muslimischen Ländern wie Afghanistan. Für den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime und Mitbegründer der Grünhelme, Aiman Mazyek, war Neudeck jemand, der immer schon den Flug ins Krisengebiet gebucht hatte, «wo andere noch an schönen Worten feilten». Sorge bereitete Neudeck, dass es zuletzt zunehmend schwieriger wurde, Helfer zu finden, die auch ein gewisses Risiko eingingen:

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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