Aktuell

filmtipp / 05.Feb 2016

Faszinierende Aufnahmen aus der Arktis

Bilder, die den Zuschauer frieren lassen und ihn dennoch in ihren Bann ziehen: Der Kurzfilm „In Between" erzählt auf poetische Weise von Moschusochsen in der norwegischen Arktis – und ihrer Bedrohung durch den Klimawandel. 

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Sa, 2016-02-06 21:21
Damaskus (dpa)

Assads Mutter gestorben

Damaskus (dpa) - Die Mutter von Syriens Machthaber Baschar al-Assad ist tot. Anisa Machluf starb nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana am Samstag im Alter von 86 Jahren in Damaskus. Die Todesursache blieb zunächst unbekannt.

Machluf war die Frau des früheren Staatsoberhauptes Hafes al-Assad, den sie 1957 geheiratet hatte. Zusammen hatten sie fünf Kinder - unter anderem Baschar al-Assad, der die Führung Syriens nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2000 übernahm.

Seit fast fünf Jahren tobt in dem Land ein blutiger Bürgerkrieg, dem UN-Angaben zufolge bereits mehr als 250 000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Sa, 2016-02-06 20:06
Mogadischu (dpa)

Attentäter sprengt sich selbst aus Flugzeug

Mogadischu (dpa) - Bei dem Bombenanschlag in einem somalischen Passagierflugzeug vor einigen Tagen hat sich der Attentäter selbst aus der Maschine gesprengt. Er sei durch ein von ihm verursachtes Loch im Rumpf herausgeschleudert worden, teilten die somalischen Sicherheitsbehörden am Samstag mit. Die Explosion in dem Airbus A321 der Daallo Airlines hatte sich am Dienstag rund 15 Minuten nach dem Abflug von Mogadischu in Richtung Dschibuti ereignet. Der Pilot konnte in Mogadischu notlanden. Nur zwei der 74 Passagiere wurden verletzt.

Der Attentäter, dessen Körperteile und 30 Kilometer nordöstlich von Mogadischu gefunden wurden, sei identifiziert, hieß es. Der 55-Jährige soll an Bord einen Sprengsatz gezündet und auch in seinem Laptop Sprengstoff versteckt haben. Durch die Sicherheitskontrollen in Mogadischu sei er vermutlich nur gekommen, weil ihm Flughafenpersonal half. Mehrere Beschäftigte seien festgenommen worden.

Unklar war, ob der Attentäter Verbindungen zur Terrormiliz Al-Shabaab hatte. Die in Somalia aktiven Islamisten haben bislang Militärmaschinen, aber noch kein Passagierflugzeug angegriffen.

Sa, 2016-02-06 19:51
(dpa)

Kolumbiens Präsident: Mehr als 3100 Zika-Fälle bei Schwangeren

Bogotá (dpa) - In Kolumbien hat es nach Angaben von Präsident Juan Manuel Santos erneut einen starken Anstieg der Zika-Infektionen bei Schwangeren gegeben. Die Zahl sei inzwischen auf 3177 gestiegen, sagte Santos laut einem Bericht des Rundfunksenders Radio Caracol in Bogotá am Samstag (Ortszeit). Insgesamt hätten die Behörden bislang 25 645 Zika-Fälle registriert. Ob es sich dabei um bestätigte Zika-Infektionen oder um Verdachtsfälle handelte, war zunächst nicht bekannt. Santos leitete am Samstag eine Sondersitzung der Gesundheitsbehörde zu der Epidemie.

Ende Januar hatte das kolumbianische Gesundheitsministerium bereits einen Anstieg von 890 auf 2116 Fälle innerhalb von einigen Tagen gemeldet, wobei damals 176 davon von Labors bestätigt gewesen waren.

Kolumbien ist nach Brasilien das von dem Zika-Ausbruch am härtersten betroffene Land. Das Zika-Virus breitet sich seit Wochen explosionsartig in Lateinamerika aus. Der von Moskitos übertragene Zika-Erreger steht im Verdacht, bei einer Infizierung von Schwangeren starke Schädelfehlbildungen bei deren Babys auszulösen (Mikrozephalie). Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt. Geistige Behinderungen sind meist die Folge. Einen Beweis dafür, dass das Virus für Mikrozephalie, gibt es aber noch nicht.

Sa, 2016-02-06 18:17
Dresden (dpa)

«Dilettanten-Stadel» statt «Pegida-Grand-Prix» Von Jörg Schurig und Martin Fischer, dpa

Es sollte eine europaweite Demonstration der Stärke werden, der Pegida-Aktionstag «Festung Europa». Doch erneut zeigt sich, dass die fremdenfeindliche Bewegung vor allem ein Dresdner Phänomen ist. Und auch dort ziemlich viel schief.

Dresden (dpa) - Die von islamfeindlichen Parteien und Bewegungen erwünschte «Festung Europa» hat bei ihrer Premiere erhebliche Baumängel offenbart. Während der erste europaweite Aktionstag von Pegida und Co. am Samstag vielerorts nur wenige hundert Leute anlocken konnte, ging auch in der Pegida-Hochburg Dresden einiges schief. Pegida-Chef Lutz Bachmann musste krankheitsbedingt das Bett hüten und wurde durch Versammlungsleiter Siegfried Däbritz ersetzt, der eigentlich als Redner für Bratislava eingeteilt war.

Däbritz bereitete das Publikum schon zu Beginn auf kleinere Umbaupausen vor - denn schließlich wollte man live zu den Demonstrationen in Prag, Warschau und Bratislava schalten. Daraus wurde freilich nichts. Kurzzeitig stand der Draht zwar in die tschechische Hauptstadt, doch immer wieder stockte das Bild und ließ den dortigen Redner wie eine Marionette erscheinen.

Mit Warschau und Bratislava wurden später keine Versuche mehr unternommen, die erwünschte Verbindung der europäischen Szene herzustellen. Pegida treffe keine Schuld, versuchte Däbritz die Pannen immer wieder zu überspielen.

Selbst ein vorbereitetes Video konnte erst mit minutenlanger Verspätung gezeigt werden. Das Pegida-Volk versuchte die aufkommende Langweile mit Sprechchören wie «Merkel muss weg» zu überbrücken, doch so richtige Stimmung kam nicht auf. Wohl auch deshalb verließen nicht wenige «Pegidianer» vorzeitig das Gelände.

Für Dresden waren im Vorfeld mehrere Gastredner aus anderen Ländern angekündigt worden. Im wesentlichen beschränkte sich das auf Gesinnungsgenossen aus dem Nachbarland Tschechien. Ein Vertreter der Identitären Bewegung aus Österreich entschuldigte sich theatralisch bei den Dresdnern, weil seine Regierung Österreich zu einer «Nation von Schleppern und Schleusern» gemacht habe - das Publikum jubelte.

Die technischen Probleme in Dresden können durchaus als Sinnbild für die europaweiten Vernetzungsversuche der Pegida herhalten. Schon von Anfang an hatte Bachmann den Schulterschluss mit der europäischen Rechten versucht. Außer dem niederländischen Rechtspopulisten und Islamhasser Geert Wilders ist aber noch nie ein Kopf mit internationaler Popularität in Dresden aufgetreten. Die Chefin des französischen Front National, Marine Le Pen, zeigte Bachmann bislang ebenso der kalte Schulter wie der schon mehrfach als Pegida-Redner angekündigte österreichische FPÖ-Chef Heinz-Christian «HC» Strache.

Die geringe Beteiligung in den anderen europäischen Städten am Aktionstag «Festung Europa» dürfte auch daran gelegen haben, dass die Flüchtlingskritik dort längst von größeren Parteien und Bewegungen als Thema besetzt oder - wie in Ungarn und Polen - längst Regierungspolitik ist. Bis auf Prag, wo am Samstag etwa 1500 Islam-Gegner aufmarschierten, kamen in den anderen Städten meist nur wenige Hundert zusammen - wenn überhaupt.

Auch in Dresden blieben die Zahlen mit bis zu 8000 Teilnehmern am Königsufer hinter den Erwartungen zurück. Damit bleibt Pegida ein Dresdner Phänomen und muss sich auf die «Festung Dresden» beschränken. Die gibt es tatsächlich schon seit Jahrhunderten: auf der dem Königsufer gegenüberliegenden Elbseite unterhalb der Brühlschen Terrasse.

Sa, 2016-02-06 17:11
Weimar (dpa)

Mehrere Verletzte bei Protesten gegen rechten Aufmarsch in Weimar

Weimar zeigt Flagge gegen Rechts: Einwohner der Klassiker-Stadt stellen sich einem von Rechten organisierten «Gedenkmarsch» entgegen. Ganz friedlich bleibt es allerdings nicht.

Weimar (dpa) - Bei einer Demonstration gegen einen Neonazi-Aufmarsch sind in Weimar mehrere Menschen verletzt worden, unter ihnen vier Polizisten. Laut Polizei versuchten mehr als 100 Demonstranten mehrfach, eine Absperrung zu stürmen, um die Wegstrecke der Rechten zu blockieren. Das sei ihnen in einem Fall gelungen. Die Beamten hätten Pfefferspray und einmal einen Schlagstock eingesetzt. Eine Sprecherin der Veranstalter berichtete, zehn Demonstranten seien von Reizgas getroffen worden. Mehrere hundert Polizisten waren im Einsatz, um Ausschreitungen zu unterbinden.

Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten auf rund 1000. Die Veranstalter sprachen von bis zu 1300 Teilnehmern der Protestaktion gegen den Neonazi-Aufmarsch. Die Proteste wurden von dem Bündnis «Weimar gegen Rechts» organisiert, dem verschiedene Institutionen, Vereine, Parteien und Privatpersonen aus Weimar angehören.

Bei der als «Gedenkmarsch» deklarierten Veranstaltung der rechten Szene versammelten sich laut Polizei knapp 130 Menschen. Auf Bildern war ein Teilnehmer zu sehen, der ein Transparent mit einem Zitat von Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke trug. Darauf stand «Damals wie heute, Erfurt bleibt deutsch».

In einem Fall drängte ein Polizeihund zwei Protestierende ab, die daraufhin wegliefen. Zuvor hatte die Polizei davon gesprochen, dass die Hunde zugebissen hätten. Am Ende der Demonstration gerieten etwa 60 Personen verschiedener Lager aneinander. Die Polizei habe beide Seiten mit Pfefferspray getrennt, berichtete eine Sprecherin der Einsatzkräfte. Es gab mehrere Strafanzeigen, unter anderem wegen Vermummung und Beleidigung.

Nach Angaben einer Sprecherin des Protestbündnisses hatten sich schon am Vormittag mehr als 200 Menschen an einem mahnenden Rundgang durch die Stadt beteiligt. Dabei wurde an die Bombardierung Weimars im Februar 1945 erinnert. Nach neuesten Recherchen von Historikern kamen damals mehr als 1100 Menschen ums Leben, darunter auch 356 Häftlinge des NS-Konzentrationslagers Buchenwald.

Thüringens Finanzministerin Heike Taubert (SPD) warnte am Rande der Proteste davor, dass Rechtsextreme das Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs für sich vereinnahmen könnten.

Sa, 2016-02-06 17:55
Wattenberg (dpa)

Skitour trotz Warnung: Fünf Tote nach Lawinenunglück in Tirol

In Tirol begräbt eine Lawine 17 Tourengeher unter sich. Fünf Tschechen können nur noch tot geborgen werden. Dabei hatte ihr Hüttenwirt die Alpinisten gewarnt.

Wattenberg (dpa) - Ein großer Lawinenabgang in den Tiroler Alpen hat am Samstag fünf Wintersportler aus Tschechien das Leben gekostet. Zwei weitere wurden verletzt, schweben laut Angaben der Polizei aber nicht in Lebensgefahr. Die restlichen der insgesamt 17 tschechischen Skitourengeher blieben bei dem Unglück bei Wattenberg unverletzt, wie die Ermittler bei einer Pressekonferenz im nahen Innsbruck sagten. Vor ihrem Aufstieg wurden die als erfahren geltenden Alpinisten noch vor der erheblichen Lawinengefahr gewarnt.

Die Tschechen waren Samstagmittag in zwei Gruppen im steilen Gelände auf dem Weg auf den mehr als 2800 Meter hohen Geier in den Tuxer Alpen, als es zum Lawinenabgang kam. Das Schneebrett war laut Polizei mehrere hundert Meter breit und ebenso lang. Das Unglück ereignete sich dem Sender ORF zufolge auf dem Truppenübungsgelände des österreichischen Bundesheeres, das auch von Skitourengehern genutzt werden darf. Die Bergwand nahe Wattenburg ist rund 25 Kilometer von Innsbruck entfernt, im Westen Österreichs.

Die gut ausgerüsteten Verschütteten stiegen seit vielen Jahren in der Lizumer Hütte in den Tuxer Alpen ab, wie der Besitzer Anton Nigg der Deutschen Presse-Agentur sagte. Nach seinen Angaben bestanden die beiden Gruppen aus 15 Männern und zwei Frauen. Er hatte die Tourengeher vor ihrem Aufstieg gewarnt: «Ich habe zu meinen Gästen gesagt, dass ich heute nicht gehen würde.» Nigg hängt seinen eigenen Aussagen zufolge jeden Tag einen Lawinenbericht aus und spricht zusätzlich mit jedem Alpinisten über die möglichen Gefahren.

Am Samstag herrschte in Tirol erhebliche Lawinengefahr, Stufe drei auf der fünfteiligen Skala. Den ganzen Tag über lösten sich im beliebten Skigebiet nahe der deutschen Grenze Schneebretter.

Martin Waldhart von der Bergrettung sprach bei der Pressekonferenz davon, dass sich die Sportler in einer «absoluten Risikozone» befunden hätten.

Die Rettungskräfte wurden von einem unbeteiligten Skitourengeher alarmiert, der den Lawinenabgang aus der Ferne beobachtet hatte. Ob die Lawinen von den Tschechen selbst ausgelöst wurde oder nicht, ist Gegenstand der Ermittlungen. Zahlreiche Einsatzkräfte und Lawinenhunde kamen zur Bergung. Außerdem waren vier Hubschrauber im Einsatz. Einige Wintersportler konnte sich noch vor dem Eintreffen der Helfer selbst befreien.

Auch in den Hochlagen der deutschen Alpen mussten Wintersportler am Samstag mit erheblicher Lawinengefahr rechnen. Oberhalb von 2000 Metern könne schon ein einzelner Skifahrer oder Snowboarder Schneebrettlawinen auslösen, warnte der Lawinenwarndienst Bayern in München. Zudem könnten sich wegen der tagsüber milden Temperaturen vor allem bei starker Sonneneinstrahlung Lawinen auch selbst auslösen.

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Sa, 2016-02-06 17:45
Dresden (dpa)

Pegida demonstriert für «Festung Europa» - im Ausland wenig Zulauf

Mit einem «internationalen Aktionstag» will sich die islamfeindliche Pegida als europaweite Bewegung zeigen. Aber außer Abschottung hat sie nicht viel zu bieten. Sogar die Rettung Wiens vor den Türken vor mehr als 300 Jahren wird bemüht.

Dresden (dpa) - Deutlich weniger Anhänger von Pegida und anderen islamfeindlichen Bündnissen als erwartet haben in Dresden und weiteren europäischen Städten gegen die Aufnahme von Flüchtlingen demonstriert. An der zentralen Veranstaltung in der sächsischen Landeshauptstadt nahmen am Samstag nach Angaben der Forschungsgruppe «Durchgezählt» rund 8000 Menschen teil. Immer wieder gab es «Merkel muss weg»- und «Widerstand»-Rufe. Der Hauptredner und Mitbegründer der Bewegung, Lutz Bachmann, fiel wegen Krankheit aus. Zudem war eine Gegendemonstration wesentlich lautstärker. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, Zwischenfälle wurden zunächst nicht bekannt.

Aus Polen, Frankreich, Großbritannien, Lettland oder Dänemark wurden jeweils nur wenige hundert Teilnehmer am gemeinsamen Aktionstag unter dem Motto «Festung Europa» gemeldet. In Prag gab es bei einer mit Pegida abgestimmten islamfeindlichen Kundgebung Zusammenstöße mit Gegendemonstranten. Es flogen Flaschen und Feuerwerkskörper. Rund 1500 Islamgegner versammelten sich mit Spruchbändern wie «Nein zur Einwanderung - Stopp der Merkelisierung» vor der Prager Burg.

In Calais und Kopenhagen, wo jeweils etwa 100 Demonstranten gezählt wurden, gab es einige Festnahmen. In Montpellier in Südfrankreich gingen etwa 200 Demonstranten gegen Migranten auf die Straße, in Warschau etwa 350. Bei einer Demonstration von 400 Islamfeinden im australischen Canberra wurde skandiert: «Wir lieben Schweinefleisch» und «Wer zum Teufel ist Allah?». Die Demonstranten trugen Banner mit Aufschriften wie «Rapefugees not welcome» und «Der Islam ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit».

In Dresden kamen Liveschaltungen zu Kundgebungen nach Bratislava und Prag wegen technischer Probleme nicht zustande. Stattdessen gab es Einspielfilme rechter Bündnisse aus der Slowakei, Ungarn, den Niederlanden und Estland. «Schämen sie sich, Kanzlerin Merkel», hieß es darin unter anderem. Durch die Einladung «massenhaft nicht integrierbarer oder unwilliger» Flüchtlinge stelle sie eine «Gefahr für die Freiheit und die Sicherheit Europas» dar. Martin Sellner von der rechten Identitären Bewegung in Österreich sagte auf der Pegida-Bühne, er hoffe, dass Angela Merkel auf ihrem Weg in den wohlverdienten Ruhestand «faule Tomaten» hinterhergeworfen würden.

In Warschau rief Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling auf einer Kundgebung polnischer Nationalisten zum europäischen Schulterschluss gegen islamische Einwanderung auf. Sie erinnerte an den Kampf von «Polen und Litauern, Sachsen und Österreichern» bei der Verteidigung Wiens gegen die Türken im 17. Jahrhundert. Damals habe das Heer des polnischen Königs das christliche Abendland gerettet. Nun gelte: «Lasst uns gemeinsam die Schlacht gegen die Islamisierung führen.»

Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping warf Pegida vor, rassistischer Gewalt den Boden zu bereiten. Pegida stehe für die Aufkündigung von Empathie und Mitmenschlichkeit, sagte sie bei einer Demonstration unter dem Motto «Grenzenlose Solidarität» mit Hunderten Teilnehmern in Dresden. «Außerdem hat Pegida ein Klima befeuert, in dem die Hemmschwelle für rassistische Gewalt stark nach unten gegangen ist.»

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) forderte ein striktes Durchgreifen gegen Pegida. «Da ist jetzt zunehmend die Staatsanwaltschaft gefragt», sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schon seit dem Vormittag hatte es in Dresden zahlreiche Gegendemonstrationen gegeben. Aufgerufen hatten Glaubensgemeinschaften, Bündnisse, Parteien und Gewerkschaften.

Sa, 2016-02-06 16:50
Kabul/Islamabad (dpa)

Friedensgespräche mit Taliban bis Ende Februar geplant

Die neue Friedensallianz für Afghanistan hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis Ende Februar sollen die Taliban mit der afghanischen Regierung verhandeln. Wie das gehen soll? Dazu gab es keine Einzelheiten.

Kabul/Islamabad (dpa) - Erste direkte Friedensgespräche zwischen afghanischer Regierung und den Taliban sollen bis Ende Februar stattfinden. Das ging aus einer gemeinsamen Erklärung der neuen Friedensallianz für Afghanistan nach deren drittem Treffen am Samstag hervor. Um ein konkretes Datum für die Gespräche werde es bei der nächsten Planungsrunde der Vertreter Afghanistans, Pakistans, Chinas und der USA am 23. Februar in Kabul gehen, twitterte der Sprecher des Präsidentenpalasts, Safar Haschemi. Wie die traditionell gesprächsunwilligen Taliban innerhalb einer so kurzen Zeitspanne an den Tisch gebracht werden sollen, blieb zunächst unklar. Mehr Einzelheiten zu dem Plan wurden nicht öffentlich gemacht.

Die Vierländergruppe rief außerdem alle Talibangruppierungen dazu auf, an den Friedensgesprächen teilzunehmen. Sie betonte, dass das Resultat des Versöhnungsprozesses eine politische Lösung sein müsse, die zu einem Ende der Gewalt und dauerhaftem Frieden führe.

Von den Taliban gab es zunächst keine Stellungnahmen. Sie hatten bisher direkte Verhandlungen mit der afghanischen Regierung abgelehnt. Während einer inoffiziellen Friedenskonferenz in Doha vor zwei Wochen hatten sie außerdem Bedingungen gestellt, die vor potenziellen Gesprächen erfüllt sein müssten. Darunter war die Abschaffung der UN-Sanktionen gegen die Taliban sowie die Freilassung von Gefangenen.

An dem Treffen in Islamabad hatten der pakistanische Außensekretär Aizaz Ahmad Chaudhry, der afghanische stellvertretende Außenminister Hekmat Karsai, der chinesische Afghanistanbeauftragte Deng Xijun und der amerikanische Afghanistanbeauftragte Richard Olson teilgenommen.

Olson sagte dem «Spiegel», die USA hätten eine Vermittlerrolle. Die Entscheidung liege am Ende bei den Taliban. «Wollen sie aus ihrem Versteck zurück zu einer politischen Rolle in Afghanistan? Das allerdings wird nur gehen, wenn sie ihren Kampf gegen die Regierung aufgeben.» Die Taliban müssten sich «von Al-Kaida lösen, der Gewalt abschwören und die Verfassung anerkennen», sagte Olson.

Olson nannte die Lage in Afghanistan schwierig. Die USA würden daher in der Nato dafür werben, neben der Ausbildung afghanischer Truppen «die Finanzhilfen für die Sicherheitskräfte von rund vier Milliarden Dollar pro Jahr bis 2020 zu verlängern».

Der deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse hält ein Ende des Nato-Einsatzes in Afghanistan 2017 für möglich. Das letzte Wort habe aber die Politik. «Sollte die afghanische Luftwaffe, die wir gerade mit Hubschraubern und Flugzeugen aufbauen, im nächsten Jahr ausreichend einsatzfähig sein, so würde dies die Schlagkraft der Afghanen spürbar erhöhen», sagte er der Zeitung «Die Welt» (Samstag).

An dem Ausbildungseinsatz «Resolute Support» sind 12 000 Soldaten beteiligt, darunter 830 Bundeswehrsoldaten. Ein für 2016 geplanter weitreichender Truppenabzug wurde wegen des Vordringens der Taliban verschoben. Künftig sollen Nato-Ausbilder sogar wieder verstärkt direkt in Krisenregionen eingesetzt werden.

Sa, 2016-02-06 16:44
Dresden (dpa)

Pegida will «Festung Europa» - Weniger Teilnehmer als erwartet

Mit einem «internationalen Aktionstag» will sich die islamfeindliche Pegida als europaweite Bewegung zeigen. Aber außer Abschottung hat sie nicht viel zu bieten. Sogar die Rettung Wiens vor den Türken vor mehr als 300 Jahren wird bemüht.

Dresden (dpa) - Deutlich weniger Anhänger von Pegida und anderen islamfeindlichen Bündnissen als erwartet haben in Dresden und weiteren europäischen Städten gegen die Aufnahme von Flüchtlingen demonstriert. An der zentralen Veranstaltung in der sächsischen Hauptstadt nahmen am Samstag nach Angaben der Forschungsgruppe «Durchgezählt» rund 8000 Menschen teil. Immer wieder gab es «Merkel muss weg»-Rufe. Der Hauptredner und Mitbegründer der Bewegung, Lutz Bachmann, fiel wegen Krankheit aus. Zudem war eine Gegendemonstration wesentlich lautstärker. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, Zwischenfälle wurden zunächst nicht bekannt.

In Prag gab es bei einer mit Pegida abgestimmten islamfeindlichen Kundgebung Zusammenstöße mit Gegendemonstranten. Es flogen Flaschen und Feuerwerkskörper. Rund 1500 Islamgegner versammelten sich mit Spruchbändern wie «Nein zur Einwanderung - Stopp der Merkelisierung» vor der Prager Burg.

Im australischen Canberra gingen etwa 400 Islamfeinde auf die Straße und skandierten: «Wir lieben Schweinefleisch» und «Wer zum Teufel ist Allah?». Die Demonstranten trugen Banner mit Aufschriften wie «Rapefugees not welcome» und «Der Islam ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit». Anlässlich eines gemeinsamen Aktionstages unter dem Motto «Festung Europa» versammelten sich auch im französischen Calais trotz eines Demonstrationsverbots etwa 100 Demonstranten. Einige von ihnen wurden festgenommen.

In Dresden kamen Liveschaltungen zu Kundgebungen nach Bratislava und Prag wegen technischer Probleme nicht zustande. Stattdessen gab es Einspielfilme rechter Bündnisse aus der Slowakei, Ungarn, den Niederlanden und Estland. «Schämen sie sich, Kanzlerin Merkel», hieß es darin unter anderem. Durch die Einladung «massenhaft nicht integrierbarer oder unwilliger» Flüchtlinge stelle sie eine «Gefahr für die Freiheit und die Sicherheit Europas» dar. Martin Sellner von der rechten Identitären Bewegung in Österreich sagte auf der Pegida-Bühne, er hoffe, dass Merkel auf ihrem Weg in den wohlverdienten Ruhestand «faule Tomaten» hinterhergeworfen würden.

In Warschau rief Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling auf einer Kundgebung polnischer Nationalisten zum europäischen Schulterschluss gegen eine islamische Einwanderung auf. Vor einigen Hundert Teilnehmern, darunter Skinheads und militante Fußballfans, erinnerte sie an den Kampf von «Polen und Litauern, Sachsen und Österreichern» bei der Verteidigung Wiens gegen die Türken im 17. Jahrhundert. Damals habe das Heer des polnischen Königs das christliche Abendland gerettet. Nun gelte: «Lasst uns gemeinsam die Schlacht gegen die Islamisierung führen.»

Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping warf Pegida vor, rassistischer Gewalt den Boden zu bereiten. Pegida stehe für die Aufkündigung von Empathie und Mitmenschlichkeit, sagte sie bei einer Demonstration unter dem Motto «Grenzenlose Solidarität» mit Hunderten Teilnehmern in Dresden. «Außerdem hat Pegida ein Klima befeuert, in dem die Hemmschwelle für rassistische Gewalt stark nach unten gegangen ist.»

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) forderte ein striktes Durchgreifen gegen Pegida. «Da ist jetzt zunehmend die Staatsanwaltschaft gefragt», sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schon seit dem Vormittag hatte es in Dresden zahlreiche Gegendemonstrationen gegeben. Aufgerufen hatten Glaubensgemeinschaften, Bündnisse, Parteien und Gewerkschaften.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Großbritannien: Schlafende Konten

Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

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Sa, 2016-02-06 17:01
Abuja (dpa)

101 Tote durch Lassa-Fieber in Nigeria seit August

Abuja (dpa) - Ein Ausbruch des Lassa-Fiebers hat in Nigeria seit dem vergangenen August 101 Menschen das Leben gekostet. Das teilten die Gesundheitsbehörden des Landes am Samstag mit. Derzeit werden dem Nigeria Centre for Disease Control (NCDC) zufolge außerdem 175 Fälle beobachtet, die entweder schon bestätigt oder noch Verdachtsfälle seien. 19 der 36 Bundesstaaten des westafrikanischen Landes seien mittlerweile von der Epidemie betroffen, hieß es.

Ausbrüche des Lassa-Fiebers, das innere Blutungen verursacht, treten in dem mit fast 180 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Land Afrikas regelmäßig auf. Entdeckt wurde das Virus 1969 nach einem Ausbruch im Norden Nigerias. Es wurde nach der Stadt Lassa im nordöstlichen Bundesstaat Borno benannt. Den schlimmsten bekannten Ausbruch des Fiebers erlebte Nigeria 2012: Damals starben 112 der 1723 infizierten Patienten. Die Krankheit verläuft anfangs grippeähnlich, führt aber schnell zu inneren Blutungen.

Sa, 2016-02-06 16:03
Genf (dpa)

WHO: Zika-Virus hat sich schon in 33 Ländern verbreitet

Das Zika-Virus breitet sich weiter aus - trotz angelaufener Mückenbekämpfung. Einst galt der Erreger als harmlos. Nun nicht mehr.

Genf (dpa) - Das Zika-Virus hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in 33 Ländern verbreitet. Dazu zählen lateinamerikanische Länder aber auch die Kapverden und einige pazifische Inselstaaten. Vor allem in Brasilien und Kolumbien hätten sich Menschen mit dem Erreger angesteckt, berichtet die UN-Behörde in ihrem jüngsten Report vom Freitagabend.

Gezählt wurden Länder, die den Zika-Ausbruch zwischen Januar 2014 und 5. Februar 2016 gemeldet haben. Es gebe zudem indirekte Hinweise auf eine Virenübertragung in sechs weiteren Staaten. Seit 2015 habe sich das Zika-Virus kontinuierlich in Lateinamerika verbreitet. Eine weitere Ausdehnung schätzt die WHO als wahrscheinlich ein. Unterdessen werden die Überträgermücken in Mexiko, Guatemala, Venezuela und vielen weiteren Ländern mit Chemikalien bekämpft.

Fünf der betroffenen Länder meldeten nach WHO-Angaben zugleich eine Zunahme der seltenen Lähmungskrankheit Guillain-Barré: Brasilien, Kolumbien, El Salvador, Suriname und Venezuela. Die Regierung von Kolumbien hatte am Freitag sogar von drei Todesfällen durch die Krankheit berichtet. Alle drei Menschen waren mit Zika infiziert. Schon ein Zika-Ausbruch 2013/2014 in Französisch-Polynesien ging einher mit einem Anstieg des Guillain-Barré-Syndroms. Auf der Karibikinsel Martinique fand sich das Virus in zwei Guillain-Barré-Kranken.

Fraglich ist noch, welche genaue Rolle eine Zika-Infektion von Schwangeren bei der Schädelfehlbildung ihrer Babys spielt. Nach WHO-Angaben besteht vor allem angesichts der Daten aus Brasilien ein starker Verdacht für einen Zusammenhang, obwohl er noch nicht wissenschaftlich bewiesen sei. Eine rückblickende Analyse deutet laut WHO auch beim Zika-Ausbruch in Französisch-Polynesien auf vermehrte Fälle von Mikrozephalie während dieser Zeit hin. Zudem habe eine Frau auf Hawaii ein Baby mit Mikrozephalie bekommen, bei dem Zika-Viren nachgewiesen wurden. Sei sei zuvor in Brasilien gewesen.

Nach Ansicht eines Teams um Juliana Sousa Soares de Araújo und Sandra da Silva Mattos aus Recife im Nordosten Brasiliens sind für genaue Aussagen jedoch wesentlich bessere Daten nötig. Die Forscher werteten in einer Studie eine Datenreihe aus dem nordöstlichen Bundesstaat Paraíba seit 2012 aus. Lege man die derzeit üblichen Kriterien für Mikrozephalie an, dann habe es schon seit 2012 ungewöhnlich viele Fälle gegeben. Die saisonalen Schwankungen der Fallzahl könnte in etwa mit der Aktivität der Zika-übertragenden Mücken übereinstimmen. Aber diese Schwankungen gab es demnach schon lange bevor Zika in Brasilien registriert wurde.

Die Mediziner verweisen darauf, dass auch andere Viren, Impfstoffe oder Medikamente zu Schädelfehlbildungen führen können. Zudem könne Unterernährung eine zusätzliche Rolle spielen. Tatsächlich sei die Mikrozephalie vor allem in ärmeren Familien aufgetreten. Ungeklärt ist auch noch, welche Rolle die intensive Suche nach Babys mit Mikrozephalie beim Anstieg der Fallzahlen spielt.

Sa, 2016-02-06 15:24
Wattenberg (dpa)

Schwere Lawinen-Unglücke in den Alpen

Wattenberg (dpa) - Schneelawinen sind in den Alpen zu jeder Jahreszeit eine tödliche Gefahr. Immer wieder sterben Menschen in den Schneemassen - wie jetzt im österreichischen Bundesland Tirol. Schwere Unglücke in den Alpen:

15. September 2015: Im Écrins-Massiv südöstlich von Grenoble in den französischen Alpen werden mehrere Bergsteiger von einer Lawine mitgerissen. Vier Deutsche und drei Tschechen kommen dabei ums Leben.

1. Februar 2015: Bei Lawinenabgängen sterben in der Schweiz und in Österreich sieben Menschen. Nahe Seewis im schweizerischen Kanton Graubünden kommen vier Skiwanderer um. Bei zwei weiteren Lawinen in der Schweiz in Mürren und in Adelboden sterben zwei Männer. Im Westen Österreichs wird ein Skifahrer im Gebiet von Damüls im Bundesland Vorarlberg unter einer Lawine begraben.

25. Januar 2015: Schneemassen töten in den französischen Hochalpen sechs Franzosen des nationalen Alpinclubs. Die Lawine erfasst die vier Männer und zwei Frauen im französischen Queyras-Massiv bei Ceillac.

19. Januar 2015: Eine Lawine erfasst in Österreich eine Gruppe von Skifahrern aus Deutschland. Bei dem Unfall in St. Anton am Arlberg sterben zwei von ihnen, ein dritter wird schwer verletzt.

12. März 2014: Ein deutscher Tourengeher stirbt in Österreich unter Schneemassen. Der Mann war mit sieben weiteren Alpinisten unterhalb des Grießkopf-Gipfels bei Pettneu am Arlberg unterwegs gewesen. Als letzter Skifahrer der Gruppe löst er die für ihn tödliche Lawine selbst aus. Seine Begleiter bleiben unverletzt.

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

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Sa, 2016-02-06 15:28
Kabul/Islamabad (dpa)

Friedensgespräche mit Taliban bis Ende Februar geplant

Die neue Friedensallianz für Afghanistan hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis Ende Februar sollen die Taliban mit der afghanischen Regierung verhandeln. Wie das gehen soll? Dazu gab es keine Einzelheiten.

Kabul/Islamabad (dpa) - Erste direkte Friedensgespräche zwischen afghanischer Regierung und den Taliban sollen bis Ende Februar stattfinden. Das ging aus einer gemeinsamen Erklärung der neuen Friedensallianz für Afghanistan nach deren drittem Treffen am Samstag hervor. Um ein konkretes Datum für die Gespräche werde es bei der nächsten Planungsrunde der Vertreter Afghanistans, Pakistans, Chinas und der USA am 23. Februar in Kabul gehen, twitterte der Sprecher des Präsidentenpalasts, Safar Haschemi. Wie die traditionell gesprächsunwilligen Taliban innerhalb einer so kurzen Zeitspanne an den Tisch gebracht werden sollen, blieb zunächst unklar. Mehr Einzelheiten zu dem Plan wurden nicht öffentlich gemacht.

Die Vierländergruppe rief außerdem alle Talibangruppierungen dazu auf, an den Friedensgesprächen teilzunehmen. Sie betonte, dass das Resultat des Versöhnungsprozesses eine politische Lösung sein müsse, die zu einem Ende der Gewalt und dauerhaftem Frieden führe.

Von den Taliban gab es zunächst keine Stellungnahmen. Sie hatten bisher direkte Verhandlungen mit der afghanischen Regierung abgelehnt. Während einer inoffiziellen Friedenskonferenz in Doha vor zwei Wochen hatten sie außerdem Bedingungen gestellt, die vor potenziellen Gesprächen erfüllt sein müssten. Darunter war die Abschaffung der UN-Sanktionen gegen die Taliban sowie die Freilassung von Gefangenen.

An dem Treffen in Islamabad hatten der pakistanische Außensekretär Aizaz Ahmad Chaudhry, der afghanische stellvertretende Außenminister Hekmat Karsai, der chinesische Afghanistanbeauftragte Deng Xijun und der amerikanische Afghanistanbeauftragte Richard Olson teilgenommen.

Olson sagte dem «Spiegel», die USA hätten eine Vermittlerrolle. Die Entscheidung liege am Ende bei den Taliban. «Wollen sie aus ihrem Versteck zurück zu einer politischen Rolle in Afghanistan? Das allerdings wird nur gehen, wenn sie ihren Kampf gegen die Regierung aufgeben.» Die Taliban müssten sich «von Al-Kaida lösen, der Gewalt abschwören und die Verfassung anerkennen», sagte Olson.

Olson nannte die Lage in Afghanistan schwierig. Die USA würden daher in der Nato dafür werben, neben der Ausbildung afghanischer Truppen «die Finanzhilfen für die Sicherheitskräfte von rund vier Milliarden Dollar pro Jahr bis 2020 zu verlängern».

Der deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse hält ein Ende des Nato-Einsatzes in Afghanistan 2017 für möglich. Das letzte Wort habe aber die Politik. «Sollte die afghanische Luftwaffe, die wir gerade mit Hubschraubern und Flugzeugen aufbauen, im nächsten Jahr ausreichend einsatzfähig sein, so würde dies die Schlagkraft der Afghanen spürbar erhöhen», sagte er der Zeitung «Die Welt» (Samstag).

An dem Ausbildungseinsatz «Resolute Support» sind 12 000 Soldaten beteiligt, darunter 830 Bundeswehrsoldaten. Ein für 2016 geplanter weitreichender Truppenabzug wurde wegen des Vordringens der Taliban verschoben. Künftig sollen Nato-Ausbilder sogar wieder verstärkt direkt in Krisenregionen eingesetzt werden.

Sa, 2016-02-06 15:36
Wattenberg (dpa)

Mindestens fünf Tote bei Lawinenunglück in Tirol

Ein Ausflug in die Tiroler Berge endet für eine tschechische Skitouren-Gruppe in der Katastrophe: 17 Menschen werden unter den Schneemassen begraben. Mindestens fünf Alpinisten können nur noch tot geborgen werden.

Wattenberg (dpa) - Ein großer Lawinenabgang in den Tiroler Alpen hat am Samstag mindestens fünf Wintersportler aus Tschechien das Leben gekostet. Insgesamt waren 17 tschechische Skitourengeher in zwei Gruppen am Aufstieg nahe Wattenberg bei Innsbruck unterwegs, als sich um 12.25 Uhr die Schneemassen lösten, wie die Polizei mitteilte. Alle Alpinisten wurden verschüttet. Wie viele Menschen noch unter der Lawine begraben waren, blieb zunächst unklar. Die Zahl der Todesopfer könnte daher noch weiter steigen.

Für 16.45 Uhr hat die Tiroler Polizei eine Pressekonferenz zum aktuellen Stand der Bergungsaktion angekündigt.

Ein unbeteiligter Skitourengeher hat nach Angaben der Ermittler am Mittag den Lawinenabgang aus der Ferne beobachtet und die Rettungskräfte alarmiert. Zahlreiche Einsatzkräften und Lawinenhunde waren für die Bergung vor Ort. Außerdem waren vier Hubschrauber im Einsatz. Zunächst ging die Polizei noch davon aus, dass zwölf Personen unterwegs waren.

Am Samstag herrschte in Tirol erhebliche Lawinengefahr, Stufe drei auf der fünfteiligen Skala. Den ganzen Tag über lösten sich im beliebten Skigebiet nahe der deutschen Grenze Schneebretter. Die meisten Verschütteten konnten sich selbst befreien. In Weerberg wurde ein Wintersportler von einer Lawine verschüttet und musste verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden.

Auch in den Hochlagen der deutschen Alpen mussten Wintersportler am Samstag mit erheblicher Lawinengefahr rechnen. Oberhalb von 2000 Metern könne schon ein einzelner Skifahrer oder Snowboarder Schneebrettlawinen auslösen, warnte der Lawinenwarndienst Bayern in München. Zudem könnten sich wegen der tagsüber milden Temperaturen vor allem bei starker Sonneneinstrahlung Lawinen auch selbst auslösen. Unterhalb von 2000 Metern ist die Lage etwas entspannter, dort herrscht nach Angaben der Experten mäßige Lawinengefahr.

Sa, 2016-02-06 15:18
Wattenberg (dpa)

Fünf Todesopfer nach Lawinenunglück in Tirol geborgen

Wattenberg (dpa) - Nach dem schweren Lawinenunglück in Tirol sind am Samstag nach Angaben der Polizei fünf Menschen tot geborgen worden. Zwei Skitourengruppen aus Tschechien mit insgesamt 17 Teilnehmern wurden um 12.25 Uhr in Wattenberg nahe Innsbruck beim Aufstieg von den Schneemassen verschüttet, wie die Landespolizei Tirol weiter mitteilte. Ob es noch weitere Todesopfer gab, war zunächst unklar. Die Bergretter waren mit zahlreichen Kräften und mehreren Hubschraubern im Einsatz. Für den späten Nachmittag wurde eine Pressekonferenz angekündigt.

Sa, 2016-02-06 15:17
Aleppo/Amsterdam (dpa)

Türkei will Flüchtlingen helfen - Zehntausende harren in Kälte aus

Sie fliehen vor Kugeln und Bomben - und stranden an einem Zaun. Zehntausende Syrer harren an der Grenze zur Türkei aus. Die verspricht Hilfe. Tut aber bislang wenig.

Aleppo/Amsterdam (dpa) - Die Türkei hat den Zehntausenden an ihrer Grenze ausharrenden syrischen Flüchtlingen Hilfe versprochen. Die Menschen aus den Kampfgebieten bei Aleppo würden nicht alleingelassen, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Samstag nach Gesprächen mit EU-Kollegen in Amsterdam. «Wir bleiben bei der Politik der offenen Grenze für Menschen, die vor der Gewalt des Regimes und den russischen Luftangriffen fliehen.»

Allerdings blieb die Grenze nahe der Stadt Asas übereinstimmenden Berichten zufolge zunächst dicht. In dem Gebiet halten sich nach UN-Angaben vom Freitag bis zu 30 000 Vertriebene auf. Der Gouverneur der türkischen Grenzregion Kilis sprach Berichten zufolge von 35 000 - die humanitäre Situation schien trotz Temperaturen im einstelligen Bereich aber noch unter Kontrolle.

Cavusoglu zufolge wollen insgesamt bis zu 55 000 Menschen aus der Region in die Türkei fliehen. Das Land habe bereits 5000 aufgenommen. Über welchen Grenzübergang diese die Grenze passiert haben sollen, sagte er nicht.

Die Bewohner der Region um Aleppo hatten ihre Heimat wegen heftiger Gefechte beim Vormarsch von Regimetruppen verlassen. Diese hatten zuletzt mit Hilfe massiver russischer Luftangriffe die wichtigste Nachschubroute der Rebellen aus der Türkei gekappt und auch den von Rebellen gelegten Belagerungsring um zwei Dörfer der Regimeanhänger nach drei Jahren durchbrochen. Mit der Offensive der Regierungseinheiten läuft der von Rebellen gehaltene Teil Aleppos Gefahr, eingekesselt zu werden.

Der Westen macht vor allem Syrien und Russland für die prekäre Lage in Nordsyrien verantwortlich. Nach Kritik der Bundesregierung und der Nato machte auch US-Außenminister John Kerry beiden Regierungen schwere Vorwürfe. Mit ihren Bombardements töteten sie Zivilisten «in großer Zahl». Dies müsse aufhören. Die EU-Kommission zeigte sich besorgt. Russland hatte die Vorwürfe als haltlos zurückgewiesen.

Syriens Außenminister warnte derweil mit drastischen Worten vor dem Einsatz von Bodentruppen in dem Bürgerkriegsland. «Wir versichern, dass jeder Aggressor in einem hölzernen Sarg in sein Land wiederkehren wird», sagte Walid al-Muallim am Samstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana. Hintergrund ist die geäußerte Bereitschaft Saudi-Arabiens, im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat Bodentruppen zu entsenden.

Sa, 2016-02-06 15:59
Dresden (dpa)

Weniger Pegida-Anhänger in Dresden als erwartet

Dresden (dpa) - Bis zu 8000 Anhänger der fremden- und islamfeindlichen Pegida-Bewegung haben am Samstag in Dresden für eine «Festung Europa» demonstriert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde bei der Kundgebung im Rahmen eines europaweiten Aktionstages von vielen Rednern wegen ihrer Asylpolitik als Bedrohung für Freiheit und Sicherheit kritisiert. Die Kundgebung wurde von starken Polizeikräften gesichert. Bei zahlreichen Gegenveranstaltungen gingen etwa 2500 Menschen gegen Fremdenhass auf die Straße. Zwischenfälle gab es zunächst nicht.

Die Kundgebung am Königsufer fand ohne den erkrankten Pegida-Gründer Lutz Bachmann statt. Laut der Forschungsgruppe «Durchgezählt» nahmen zwischen 6000 und 8000 Menschen daran teil - weniger als vom Veranstalter und Polizei erwartet.

Immer wieder waren «Merkel muss weg»- und «Widerstand»-Rufe zu hören. Während Liveschaltungen nach Bratislava und Prag wegen technischer Probleme zunächst nicht zustande kamen, wurden Einspielfilme befreundeter rechter Bündnisse und aus der Slowakei, Ungarn, den Niederlanden und Estland gezeigt.

«Schämen sie sich, Kanzlerin Merkel», hieß es darin unter anderem. Durch die Einladung «massenhaft nicht integrierbarer oder unwilliger» Flüchtlinge stelle sie eine «Gefahr für die Freiheit und die Sicherheit Europas» dar.

Er hoffe, dass Merkel auf ihrem Weg in den wohlverdienten Ruhestand «faule Tomaten» hinterhergeworfen werden, sagte Martin Sellner von der rechten Identitären Bewegung in Österreich auf der Pegida-Bünhe. Wenn die Bundesregierung die Grenzen nicht endlich schließe, müsse man erwägen, nach Berlin zu ziehen «und nicht mehr wegzugehen, bis die weg sind».

Sa, 2016-02-06 14:10
Wenden (dpa)

Jecken im Sauerland sagen wegen Sturmwarnung ihren Rosenmontagszug ab

Wenden (dpa) - Die ersten Jecken ziehen Konsequenzen aus der Sturmwarnung für Rosenmontag: Ein Karnevalsverein im Sauerland hat seinen traditionellen Rosenmontagszug abgesagt. Normalerweise säumen 5000 bis 7000 Menschen die Strecke im nordrhein-westfälischen Wenden. «Aber wir könnten es nicht verantworten, wenn durch den Sturm irgendwas passiert. Deshalb haben wir schweren Herzens die Reißleine gezogen», sagte der Vorsitzende des Karnevalsvereins Schönau-Altenwenden, Thomas Dröscher, am Samstag. Gefeiert werde aber trotzdem - dann eben in den Kneipen.

Ganz ausfallen lassen wollen die Jecken ihren Zug nicht. «Wir verlängern einfach die Session.» Voraussichtlich werde der Rosenmontagszug im Mai nachgeholt. Der Westdeutsche Rundfunk hatte zuerst über die Absage berichtet.

Sa, 2016-02-06 14:21
Wattenberg (dpa)

Rettung von Lawinenopfern

Wattenberg (dpa) - Werden Menschen unter Lawinen verschüttet, ist die Suche nach Opfern ein Wettlauf gegen die Zeit. Methoden zur Rettung:

KAMERADENSUCHE: Ihr messen Experten die größte Bedeutung zu. Wird ein Tourengeher oder Skifahrer aus einer Gruppe verschüttet, müssen die anderen unverzüglich «mit Auge und Ohr» im Schnee des Lawinenkegels mit der Suche beginnen. Deshalb ist es unerlässlich, abseits gesicherter Pisten ein Verschütteten-Suchgerät (LVS) sowie eine stabile Lawinenschaufel und eine faltbare Teleskop-Sonde mitzunehmen.

SPÜRHUNDE: Sie spielen bei der Suche nach Verschütteten nach wie vor eine Rolle. Das Schweizer Lawinenforschungsinstitut errechnete, dass 80 Prozent der Verunglückten von den Hunden gefunden werden.

LAWINENPIEPSER: Zu den technischen Verfahren für die Suche nach Verschütteten gehören batteriebetriebene Piepser, die Funksignale senden und empfangen können. Die Reichweite der Sender beträgt 20 bis 80 Meter.

SMARTPHONE: Ein USB-Stick wird in das Smartphone gesteckt und sendet wie ein Lawinenpiepser Signale. Retter können dann über Satellitennavigation die Position des Verschütteten auf einer 3-D-Karte erfassen. Zudem kann eine Lawinensuch-App auf das Smartphone geladen werden. Die Technik des «LawinenFon» ist allerdings noch in der Entwicklung.

KLEIDUNGS-CHIPS: In die Kleidung der Skifahrer eingearbeitete Chips geben Signale an einen radarähnlichen Empfänger und machen die Ortung Verschütteter etwa vom Hubschrauber aus möglich. Viele Hersteller von Ski-Kleidung bieten das System schon standardmäßig an.

Sa, 2016-02-06 14:09
Seoul (dpa)

Seoul: Nordkoreas Weltraumrakete könnte bereits Sonntag abheben

Warnungen der Nachbarstaaten verhallen: Dem Test einer Atombombe will das isolierte Nordkorea den Start einer Weltraumrakete folgen lassen. Ein Start in den kommenden Tagen wird wahrscheinlicher

Seoul (dpa) - Einen Monat nach dem Test einer Atombombe treibt Nordkorea nach südkoreanischen Angaben die Vorbereitungen für den umstrittenen Start einer Weltraumrakete voran. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul am Samstag mitteilte, könnte der Start frühestens bereits am Sonntag erfolgen. Das neue Startfenster solle sich am 7. Februar öffnen und am 14. schließen. Gleiche Angaben machte der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge auch die Regierung in Tokio. Russland und China zeigten sich besorgt über die nordkoreanischen Raketenpläne. 

Nordkorea hatte am Dienstag die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) und zwei weitere UN-Organisationen informiert, einen «Erdbeobachtungssatelliten» ins All schießen zu wollen. Der Start sollte zwischen dem 8. und 25. Februar erfolgen. Die südkoreanische Agentur Yonhap berichtete nun unter Berufung auf Regierungskreise, dass Nordkorea die IMO über eine Verkürzung des Startfensters informiert habe.

Die USA, Südkorea und Japan hatten das kommunistische Regime in Pjöngjang vor dem neuen Raketenstart gewarnt. Sie vermuten dahinter einen unzulässigen Raketentest für das Atomwaffenprogramm des Landes. Pjöngjang hatte am 6. Januar einen neuen Atomversuch unternommen, der weltweit verurteilt wurde. Südkorea und Japan hatten gedroht, die Rakete abzuschießen, sollte sie ihr Territorium bedrohen.

Das russische Außenministerium teilte am Samstag mit, Pjöngjang missachte mit dem Atomtest sowie dem geplanten Raketenstart das Völkerrecht und UN-Resolutionen. Bei Beratungen zweier ranghoher Diplomaten hätten Russland und China eine politische Lösung des Konflikts gefordert.

Nordkorea trieb die Startvorbereitungen nach Angaben von US-Experten in den vergangenen Tagen voran. An der Raketenanlage in Sohae an der Westküste seien unter anderem Tankfahrzeuge gesichtet worden, um vermutlich die Tanks für Treibstoff und Oxidationsmittel zu füllen, berichtete das US-Korea-Institut an der Johns-Hopkins-Universität auf seiner Website «38 North». Das gehe aus der Auswertung jüngster Satellitenbilder von dem Startgelände hervor. 

Der bisher letzte Start einer Weltraumrakete in Nordkorea Ende 2012 hatte weltweit scharfe Kritik ausgelöst. Aus Sicht der USA sowie Südkoreas und Japans wollte Nordkorea unter dem Deckmantel eines Satellitenstarts die Technologie für eine atomar bestückte Interkontinentalrakete testen. Nach dem vierten Atomtest Nordkoreas am 6. Januar wird derzeit im Weltsicherheitsrat über neue Sanktionen gegen das Regime von Machthaber Kim Jong Un diskutiert. 

Sa, 2016-02-06 14:17
Kiew/Donezk (dpa) 

Spannungen in Kriegsgebiet Ostukraine nehmen zu

Kiew/Donezk (dpa) - Im Kriegsgebiet Donbass nehmen die Spannungen nach Berichten der ukrainischen Führung wie der prorussischen Separatisten zu. Bei Gefechten seien elf Soldaten verletzt worden, teilte die Militärführung in Kiew am Samstag mit.

Die Aufständischen im Gebiet Donezk warfen der Armee mehr als 300 Angriffe innerhalb eines Tages vor. Ein Separatistensprecher teilte über die Agentur Interfax mit, die Regierungstruppen würden im Frontgebiet Panzer und Soldaten zusammenziehen. Eine unabhängige Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor.

Für die kommende Woche war eigentlich eine neue Runde der Ukraine-Krisengespräche anvisiert. Dafür sollten die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine zusammenkommen. Das Zustandekommen gilt jedoch mittlerweile als unwahrscheinlich.

Am kommenden Freitag jährt sich das Abkommen von Minsk zum ersten Mal. Am 12. Februar 2015 hatten sich die Konfliktparteien unter Vermittlung der Bundeskanzlerin Angela Merkel und des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der weißrussischen Hauptstadt auf einen Friedensplan geeinigt. Dieser ist bislang jedoch kaum umgesetzt worden.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.


Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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