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Mo, 2016-05-30 08:01
Braunsbach (dpa)

Wenn zwei Bäche zum Strom werden - Flut peitscht durch Braunsbach Von Bettina Grachtrup und Franziska Kraufmann , dpa

Idyllisch gelegen zwischen Kocher und Jagst - so wirbt die Gemeinde Braunsbach für sich. Die Nähe zum Wasser ist nun ihr Verhängnis: Nach heftigen Regenfällen werden zwei Bäche zum reißenden Strom, der dramatische Schäden verursacht.

Braunsbach (dpa) - Michael Knaus arbeitet seit 1984 für den Katastrophenschutz. Aber solche Bilder wie in der Nacht zum Montag in dem kleinen Ort Braunsbach schocken auch den Ersten Landesbeamten des Landkreises Schwäbisch Hall. «Ich habe so etwas noch nicht gesehen», sagt er am frühen Morgen während einer eilig einberufenen Pressekonferenz in der Feuerwache im benachbarten Schwäbisch Hall.

Braunsbach ist kaum mehr wiederzuerkennen. Zwei Bäche haben sich in einen reißenden Strom verwandelt. Bilder und Filme im Internet zeigen, wie Wassermassen durch den 900-Einwohner-Ort peitschen und alles in ihrem Weg mit sich reißen. Baumstämme werden durch die Straßen gespült und bohren sich in Hauseingänge. Autos werden an Hauswände gedrückt, Fensterscheiben eingedrückt. Der zerstörte Überrest eines Wagens steht da - er ist mit Schlamm, Geröll und Unrat aus Pflanzenresten bedeckt, die Motorhaube ist weggerissen.

Noch Stunden später stehen die Feuerwehrleute bis zu den Knien im Wasser. In der Nacht zum Montag versuchen rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz, sich einen Überblick von der Lage zu verschaffen. Mindestens ein Haus in Braunsbach-Steinkirchen ist völlig zerstört, dort wurden auch zwei Brücken weggerissen. Viele Häuser sind einsturzgefährdet und deshalb unbewohnbar. Sie sollen evakuiert werden, doch teilweise weigern sich die Menschen, ihre Wohnungen zu verlassen, wie Katastrophenschützer Knaus sagt. Strom, Wasserversorgung und Abwassersystem funktionieren in dem Ort nicht mehr.

Am frühen Morgen steht Luis Molina vor seinem Haus in der Ortsmitte. Das Wasser ist weg, aber die Schäden sind da. Die Glasscheibe in der Haustür ist zertrümmert - an den Mauern sieht man die Wasserspuren. «Da ist meine Wohnung», sagt er und zeigt nach oben in den ersten Stock. Er sei am Sonntag im Internet gewesen, habe sich noch über den vielen Regen gewundert, als er ein Krachen gehört habe. «Dann stand hier schon ein halber Meter Wasser» sagt der junge Mann und zeigt auf die Straße. Es sei bis auf einen Meter gestiegen.

Seine betagte Mieterin, ihn selbst und seinen Cousin habe man über eine hochgefahrene Baggerschaufel, in die sie klettern mussten, aus dem Haus geholt. Die Garage im Erdgeschoss ist nun voller Dreck, doch im ersten und zweiten Stockwerk des Gebäudes sei alles heil.

Ein paar Meter weiter begutachtet eine 44 Jahre alte Braunsbacherin die Schäden im Ort. Sie selbst wohnt weiter oben im Tal. «Ich bin um halb elf ins Bett gegangen und habe nichts mitgekriegt», erzählt sie vom Sonntagabend. Dass der Orlacher Bach manchmal laut tose, sei schließlich normal. Am Montagmorgen schaltet sie das Radio ein und hört dort von Braunsbach. Mit ihrem Sohn geht sie in den Ort - und traut ihren Augen nicht. «Chaos, einfach Chaos», sagt sie und blickt auf das, was früher der Marktplatz war.

Hier verläuft der Orlacher Bach eigentlich unter der Straße. Nun haben die Wassermassen sie weggesprengt. Andere Dorfbewohner schlagen entsetzt die Hände vor ihre Gesichter, als sie die Ortsmitte mit den aufgerissenen Straßen, den Bergen aus Geröll und Schlamm und den kaputten Häusern sehen.

Trotz des beträchtlichen Sachschadens ist in Braunsbach zunächst nichts von Verletzten oder gar Toten bekannt. Menschen seien zwar in Gebäuden erst vom Wasser eingeschlossen gewesen, erklärt Knaus. Sie konnten aber schließlich in Sicherheit gebracht werden.

Andernorts in Baden-Württemberg geht das Unwetter für die Menschen nicht so glimpflich aus. In Schwäbisch Gmünd kommt nach Behördenangaben ein Feuerwehrmann bei einem Bergungsversuch ums Leben. Auch die Person, die er retten wollte, ist tot. In Weißbach im Hohenlohekreis stirbt ein Mensch in einer überfluteten Tiefgarage.

Woher kommt urplötzlich all das Wasser? Das fragt man sich auch in Braunsbach. Der Schlossbach und der Orlacher Bach, die in den Fluss Kocher münden, sind eigentlich relativ klein und unscheinbar. Doch sei in den vergangenen Stunden so viel Regen pro Quadratmeter gefallen wie sonst in mehreren Monaten, sagt Knaus.

Mo, 2016-05-30 07:53
Gmünd (dpa)

Tote und Verletzte nach Überschwemmungen in Süddeutschland

Bäche werden zu reißenden Strömen, Autos wie Spielzeug mitgerissen - heftige Unwetter haben in Süddeutschland eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Es gibt Tote und Verletzte. Die Lage ist dramatisch.

Schwäbisch Gmünd (dpa) - Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen in Süddeutschland sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. In Schwäbisch Gmünd starb ein Feuerwehrmann beim Versuch, einen Menschen zu retten, der letztlich nur noch tot geborgen werden konnte. In Weißbach im Hohenlohekreis kam ein 60 Jahre alter Mann in einer überschwemmten Tiefgarage ums Leben. Auch in Bayern - vor allem in Mittelfranken - richteten Unwetter massive Schäden an.

Allein in Baden-Württemberg wurden von Sonntagnachmittag bis Montagmorgen rund 7000 Helfer zu mehr als 2200 Einsätzen gerufen. Die Mitarbeiter von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz, Lebensrettungs-Gesellschaft und Polizei seien im Dauereinsatz, teilte ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium in Stuttgart am Montagmorgen mit. Die Zahl der Verletzten liege nach bisherigen Erkenntnissen im einstelligen Bereich.

In Braunsbach im Norden Baden-Württembergs trat ein Fluss über die Ufer. Die reißenden Fluten strömten durch die 900-Einwohner-Gemeinde, wodurch ein Haus zerstört und mehrere erheblich beschädigt wurden. Rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz suchten einsturzgefährdete Häuser ab, um sie zu evakuieren.

Auf Videoclips und Fotos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie Autos vom Schlammwasser mitgerissen, übereinander getürmt und in Schaufenster von Geschäften geschleudert wurden. Bei einigen Häusern stand das Wasser augenscheinlich bis in Höhe der untersten Fenster.

Der erste Landesbeamte des Landkreises Schwäbisch Hall, Michael Knaus, sagte am frühen Morgen, in den vergangenen Stunden sei so viel Regen pro Quadratmeter gefallen wie sonst in mehreren Monaten. Die heftigen Regenfälle verursachten an einigen Stellen das schlimmste Hochwasser seit rund zwei Jahrzehnten. Die Hochwasserzentrale in Karlsruhe warnte vor bedrohlichen Wasserständen an den östlichen Zuflüssen zu Neckar und Donau sowie im Rhein und an der Tauber. An der Messstation Kirchberg an der Jagst fielen im Laufe der Nacht innerhalb von sechs Stunden 87 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

Besonders vom Hochwasser betroffen sind nach Behördenangaben die südöstlichen Zuflüsse zur Donau und die östlichen Zuflüsse zum Neckar (Fils, Rems, Kocher, Jagst). Teils stieg der Wasserstand um bis zu drei Meter an. Mit Blick auf die Wettervorhersagen erwartet die Hochwasserzentrale, dass die Wasserstände weiter steigen.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach den Angehörigen der Hochwasseropfer sein Mitgefühl aus: «Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten. Ich spreche ihnen meine aufrichtige Anteilnahme aus.»

In Bayern waren die Schäden besonders groß in den Orten Flachslanden und Obernzenn bei Ansbach. Dort verwandelten sich in der Nacht zum Montag binnen kurzer Zeit schmale Bäche in reißende Flüsse und überfluteten viele Straßen und Keller, wie der Einsatzleiter Thomas Müller berichtete. Erdrutsche blockierten Straßen. Verletzte habe es zum Glück nicht gegeben, sagte der Bürgermeister von Flachslanden, Hans Henninger.

Die größten Schäden registrierte die Feuerwehr im Flachslander Ortsteil Sondernohe. «Das ist ein Ort der Verwüstung», berichtete ein Feuerwehrmann. Das von den Hängen herabschießende Wasser sei als breiter Strom durch den Ort gerauscht. Die Wassermassen hätten Autos mitgerissen, Verkehrsschilder seien wie Streichhölzer umgeknickt. «In dem Ort hat das Wasser in der Nacht zum Teil bis zu einem Meter hoch gestanden», sagte der Feuerwehrmann. Im benachbarten Obernzenn, wo die Regenmassen die Zenn über die Ufer treten ließen, wurde neben vielen Häusern auch eine Turnhalle überschwemmt.

In Baden-Württemberg verzeichneten die Behörden Hunderte Notrufe. Allein das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Ulm meldete, dass es zwischen 16.15 Uhr und 21.00 Uhr 490 Notrufe gegeben habe. Viele Straßen und Ortsdurchfahrten seien gesperrt, sagte Polizeiführer Hagen Guderlei. Hunderte Bürger seien auf den Polizeinotruf 110 ausgewichen, weil unter dem Notruf 112 kein Durchkommen gewesen sei.

Dutzende Keller seien vollgelaufen und müssten ausgepumpt werden, sagte Guderlei. Das Wasser stehe an einigen Stellen 1,70 Meter hoch. Besonders stark von Hochwasser betroffen sei der Kreis Biberach. Dort kam es laut Polizei auch zu einem Erdrutsch, der Bäume und Schlamm auf ein Firmengelände schwemmte.

«Der Sachschaden wird immens», sagte Guderlei. Die Autobahn 7 im Kreis Heidenheim zwischen Giengen und Oberkochen sei wegen großer Hagelkörner, die bis zum Knöchel reichten, vier Stunden lang gesperrt gewesen. Die Autobahnmeisterei musste Schneepflüge einsetzen. In dem Landkreis war laut Polizei auch die Ortsdurchfahrt Steinheim am Albuch komplett unter Wasser.

Auch in Ulm waren mehrere Straßen nicht mehr befahrbar. Die Stadt Künzelsau im Hohenlohekreis teilte mit, dass die Innenstadt am Montag gesperrt bleibe für den Verkehr - wegen der Aufräumarbeiten. In Schulen fällt der Unterricht am Montag aus. Auch die Kindergärten bleiben geschlossen. Bürgermeister Stefan Neumann sprach von einer «Naturkatastrophe».

Die Bahn hat in Baden-Württemberg mehrere überschwemmte Strecken gesperrt. Besonders betroffen seien die Gleise rund um Heilbronn und Schwäbisch Gmünd, sagte eine Sprecherin. Regionalbahnen mussten demnach in Biberach an der Riß wenden, in der Gegenrichtung ging es ab Aulendorf bei Ravensburg nicht mehr weiter. Auch auf Abschnitten der Strecken zwischen Ulm und Friedrichshafen am Bodensee sowie weiter in Richtung Stuttgart rollten vom späten Sonntagabend an keine Züge mehr. Auch die Bahnstrecke zwischen Würzburg und Ansbach wurde vorübergehend gesperrt. Der Fernverkehr wurde vorerst über Fürth umgeleitet und der Nahverkehr mit Bussen ersetzt.

Mo, 2016-05-30 07:30
Würzburg (dpa)

Nach Unwetter Bahnstrecke zwischen Würzburg und Ansbach gesperrt

Würzburg (dpa) - Nach den schweren Unwettern in der Nacht zum Montag ist die Bahnstrecke zwischen Würzburg und Ansbach vorübergehend gesperrt. Die Gleise seien vom Regen unterspült worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Montag. Wann die Schäden beseitigt sein würden, war am Morgen noch nicht absehbar. Der Fernverkehr werde vorerst über Fürth umgeleitet und der Nahverkehr mit Bussen ersetzt.

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Mo, 2016-05-30 07:35
Singapur (dpa)

Ölpreise sinken leicht

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind zum Wochenstart leicht gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete am Montagmorgen 49,03 US-Dollar. Das waren 29 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 20 Cent auf 49,13 Dollar.

Am Markt wurden die leichten Preisabschläge mit der entspannteren Lage in Kanada begründet. Dort lassen einige Ölfirmen ihre Ölförderung wieder anlaufen, nachdem die kühlere und feuchtere Witterung geholfen hat, die starken Waldbrände einzudämmen.

Von dem an diesem Donnerstag stattfindenden Treffen des Ölkartells Opec erwarten Fachleute nicht besonders viel. Im April waren einige Opec-Länder daran gescheitert, zusammen mit Russland eine Deckelung ihrer Förderung zu verabreden, um den damaligen Preisverfall zu begrenzen.

Mo, 2016-05-30 07:11
Brüssel/München (dpa)

CSU-Vize Weber will Hilfen für Milchbauern durchsetzen

Brüssel/München (dpa) - Angesichts des für viele Milchbauern existenzbedrohenden Preisverfalls will die konservative EVP-Fraktion im Europaparlament Hilfen für die Landwirte durchsetzen. «Der Markt funktioniert derzeit nicht, es stehen Existenzen auf dem Spiel», sagte EVP-Fraktionschef Manfred Weber am Montag der Deutschen Presse-Agentur. «Wir müssen Geld in die Hand nehmen, um unseren Bauern in dieser schwierigen Zeit zu helfen», forderte der CSU-Vize. Die Macht der Handelskonzerne und auf der anderen Seite die Ohnmacht der Bauern müsse umgekehrt werden.

Am Montag will sich Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) in Berlin mit Vertretern aus Landwirtschaft und Einzelhandel zu einem «Milchgipfel» treffen. In Europa wird mehr Milch produziert, als verbraucht oder exportiert werden könnte. Daher sinken die Preise stark. In Brüssel und Berlin wird darüber beraten, ob und wie die Milchproduktion in Krisenzeiten eingeschränkt werden könnte.

Der agrarpolitische Sprecher der Konservativen im Europaparlament, Albert Deß (CSU), sagte: «Die Situation am europäischen Milchmarkt ist besorgniserregend. Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen.» Die Bauern bräuchten kurzfristige Hilfe und langfristige Perspektiven. «Die EU-Kommission muss prüfen, ob in Krisenzeiten europaweite, unbürokratische und obligatorische Maßnahmen zur Reduzierung der Milchproduktion möglich und sinnvoll sind.»

Mo, 2016-05-30 06:10
Karlsruhe (dpa)

Örtlich schlimmstes Hochwasser seit zwei Jahrzehnten im Südwesten

Karlsruhe (dpa) - Die heftigen Regenfälle in Baden-Württemberg haben an einigen Stellen das schlimmste Hochwasser seit rund zwei Jahrzehnten verursacht. Die Hochwasserzentrale in Karlsruhe warnte am Montag vor bedrohlichen Wasserständen an den östlichen Zuflüssen zu Neckar und Donau sowie im Rhein und an der Tauber. Am Neckar habe sich bereits Hochwasser gebildet, hieß es. Wegen teils extremer Gewitter seien die Wasserstände vor allem in kleineren Gewässern sehr schnell und stark angestiegen. So fielen an der Messstation Kirchberg an der Jagst im Laufe der Nacht zum Montag innerhalb von sechs Stunden 87 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

Besonders vom Hochwasser betroffen sind nach Behördenangaben die südöstlichen Zuflüsse zur Donau und die östlichen Zuflüsse zum Neckar (Fils, Rems, Kocher, Jagst). Teils stieg der Wasserstand um bis zu drei Meter an. Mit Blick auf die Wettervorhersagen erwartet die Hochwasserzentrale, dass die Wasserstände weiter steigen.

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Mo, 2016-05-30 06:24
Stuttgart (dpa)

Helfer im Südwesten nach Unwetter zu mehr als 2200 Einsätzen gerufen

Stuttgart (dpa) - Nach dem schweren Unwetter in Baden-Württemberg sind rund 7000 Helfer zu mehr als 2200 Einsätzen gerufen worden. Die Mitarbeiter von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz, Lebensrettungs-Gesellschaft und Polizei seien im Dauereinsatz, teilte ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium in Stuttgart am Montagmorgen mit. Der erste Landesbeamte des Landkreises Schwäbisch Hall, Michael Knaus, sagte am frühen Morgen, in den vergangenen Stunden sei so viel Regen pro Quadratmeter gefallen wie sonst in mehreren Monaten.

Ein Feuerwehrmann kam in Schwäbisch Gmünd bei dem Versuch ums Leben, einen anderen Menschen zu retten. Auch die Person, die gerettet werden sollte, starb; die Identität des Opfers ist noch unklar. In Weißbach im Hohenlohekreis starb ein 60 Jahre alter Mann in einer überschwemmten Tiefgarage. Die Zahl der Verletzten in Baden-Württemberg liege nach bisherigen Erkenntnissen im einstelligen Bereich, sagte der Sprecher des Lagezentrums.

Mo, 2016-05-30 06:06
Moskau (dpa)

Ljudmila Alexejewa: Russlands Grande Dame der Menschenrechtsbewegung Von Wolfgang Jung, dpa

Ljudmila Alexejewa kämpft seit Jahrzehnten ungebrochen für mehr politische Freiheit in ihrer russischen Heimat. Ihr Empfang bei Bundespräsident Joachim Gauck ist auch ein Zeichen Richtung Kreml.

Moskau (dpa) - Im Kampf um demokratische Werte in Russland gilt Ljudmila Alexejewa längst als Ikone der Bürgerrechtsbewegung im größten Land der Erde. Immer wieder schaltet sich die 88-jährige Leiterin der Moskauer Helsinki-Gruppe wortstark in aktuelle Diskussionen ein - sei es über den Konflikt in der Ukraine oder über die Beschränkung von Nichtregierungsorganisationen (NGOs).

Für ihren selbstlosen Einsatz erhielt sie 2009 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland als «herausragende moralische Autorität» sowie den Sacharow-Preis des EU-Parlaments. Aufgeben will die Dame mit den schlohweißen Haaren noch lange nicht. In Moskau gilt ihr Empfang bei Bundespräsident Joachim Gauck auch als deutliches Zeichen Richtung Russland - inmitten der schwersten Ost-West-Krise seit dem Kalten Krieg.

Geboren wurde Ljudmila Alexejewa am 20. Juli 1927 in Jewpatorija auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim, die sich Russland 2014 gegen internationalen Protest und den Widerstand der Ukraine nach einem Referendum einverleibt hatte. Während zahlreiche Russen die Annexion als «Wiedervereinigung» begrüßen, verurteilt die Menschenrechtlerin den Schritt. Sie sei erschüttert, dass der Bruch des Völkerrechts vielen Landsleuten egal sei, sagte sie einmal im Interview. «Ich habe 2007 gesagt, in zehn Jahren werde Russland eine Demokratie sein. Es wird länger dauern.»

Als Initialzündung für ihr politisches Handeln nennt die Grande Dame der russischen Menschenrechtsbewegung die Entstalinisierung in der Sowjetunion der 1950er Jahre. Die schonungslosen Schilderungen der Gräuel in den Arbeitslagern (Gulag) unter dem Diktator Josef Stalin (1878-1953) hätten sie und viele andere schockiert, sagt Alexejewa. Die damalige Geschichtslehrerin traf immer öfter mit Dissidenten zusammen und geriet in Moskau ins Visier des berüchtigten Geheimdienstes KGB.

Es folgten Hausdurchsuchungen, Berufsverbot und schließlich 1977 die Ausbürgerung, weil sie angeblich als Agentin ihrem Land schade. Nach Jahren im US-Exil kehrte sie 1993 nach Moskau zurück. Ihren Sitz im Menschenrechtsrat des Präsidenten Wladimir Putin gab die aufrechte Dame 2012 aus Protest gegen demokratische Rückschritte ab. Die Zusammenarbeit hat sie mittlerweile wieder aufgenommen. «Man kann als Mitglied mehr für die Bürgerrechte tun», begründet sie den Schritt.

Dem Westen wirft Alexejewa vor, sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 nicht genug um Russland gekümmert zu haben. «Es hätte Gelegenheiten gegeben, uns klarer zu zeigen: Wir erkennen euch als europäisches Volk an», sagte sie einmal.

In Russland nimmt die Repression der liberalen Opposition durch die Staatsmacht wieder zu. Grund ist wohl auch die Parlamentswahl Mitte September. Ljudmila Alexejewa gibt sich aber kämpferisch: «Die sowjetische Machtführung hat uns Angst und Schrecken eingejagt, aber wo ist sie jetzt? Wir arbeiten weiter!» Sie sei Rentnerin und arbeite ehrenamtlich. Auch mit 88.

Mo, 2016-05-30 05:30
Johannesburg (dpa)

Schwarzenegger noch nicht bereit für Trump

Johannesburg (dpa) - Arnold Schwarzenegger, «Terminator»-Star und ehemaliger Gouverneur von Kalifornien, will sich noch nicht hinter seinen republikanischen Parteikollegen Donald Trump stellen. Als er in einem Interview gefragt wurde, ob er Trump unterstütze, sagte der 68-Jährige: «Ich werde vor der Wahl eine Ankündigung machen, aber ich werde es auf meine Art tun, die immer ungewöhnlich ist.» Er wolle sich die Kandidaten genau anschauen und sich dann entscheiden. «Ich werde jemandem meine Unterstützung erklären, aber ich werde es nicht hier machen, weil das dann die Schlagzeile wäre.»

Nur Trump spricht für Trump

Washington (dpa) - Die Mitarbeiter aus dem Wahlkampfteam von Donald Trump haben nichts zu sagen - zumindest wenn es nach ihm selbst geht. «Glaubt den voreingenommenen und falschen Medien nicht, wenn sie Leute aus meinem Team zitieren. Die einzigen Zitate, die zählen, sind meine Zitate!», schrieb Trump bei Twitter. Die «Washington Post» hatte zuvor unter Berufung auf Mitarbeiter von einer rigiden Hierarchie und Spannungen in Trumps Mannschaft berichtet.

Libertarians wählen Gary Johnson zum Kandidaten

Orlando (dpa) - Wie erwartet haben die Libertarians den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt. Der 63-Jährige erhielt bei dem Parteitag am Sonntag im zweiten Wahlgang 55,8 Prozent der Stimmen. Johnson war als Republikaner von 1995 bis 2003 Gouverneur von New Mexico. Die Libertarians stehen für einen schlanken Staat, aber auch für soziale Gerechtigkeit und außenpolitische Zurückhaltung. Der Wahlkampf, der überwiegend von Trump dominiert wird, treibt ihnen derzeit ungeahnte Sympathien und Aufmerksamkeit zu.

Trump will nicht mit Sanders debattieren

Washington (dpa) - Viele hatten sich schon darauf gefreut, aber es kommt nicht dazu: Trump will nicht mit Bernie Sanders debattieren. Er halte eine Fernsehdiskussion mit der Nummer 2 im Vorwahlrennen der Demokraten für unangemessen, teilte Trump mit. Noch vor wenigen Tagen hatte er gesagt, dass er der von Sanders lancierten Idee offen gegenüberstehe. Zugleich stellte er die Bedingung, dass die Fernsehsender Wohltätigkeitseinrichtungen zehn bis 15 Millionen Dollar ihrer Einkünfte spenden. Sanders hinkt bei den demokratischen Vorwahlen klar hinter Ex-Außenministerin Hillary Clinton her.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Mo, 2016-05-30 06:00
Wiesbaden (dpa)

Mini-Inflation: Kein rasches Ende in Sicht Von Friederike Marx, dpa

Die niedrigen Ölpreise bremsen seit Monaten die Inflation. Verbraucher müssen weniger fürs Tanken und Heizen zahlen. Doch die Entwicklung hat auch Schattenseiten.

Wiesbaden (dpa) - Die Inflation ist seit Monaten im Keller. Verbraucher profitieren unter anderem von gesunkenen Energiepreisen. Der Europäischen Zentralbank (EZB) bereitet die Mini-Teuerung hingegen Sorgen. Die Währungshüter fluten daher die Märkte mit Geld und haben den Leitzins auf Null gesenkt - auch das bekommen Verbraucher zu spüren.

Warum ist die Inflation so niedrig?

Das liegt vor allem an den niedrigen Ölpreisen. Zwar wurde der Schmierstoff der Weltwirtschaft zuletzt wieder etwas teurer. Allerdings liegen die Rohölpreise mit um 50 Dollar je Barrel (159 Liter) immer noch weit entfernt von einstigen Höchstständen von mehr als 100 Dollar.

Welche Folgen hat das für die Entwicklung der Verbraucherpreise?

Energie - also Kraftstoffe und Heizöl, aber auch Gas und Strom - fließen mit fast elf Prozent in die Berechnung der Teuerungsrate ein. Niedrige Energiepreise dämpfen daher den Preisauftrieb insgesamt. Wie stark der Einfluss sein kann, zeigen zum Beispiel die April-Daten. Die Inflationsrate insgesamt lag um 0,1 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Ohne Energie wäre sie nach Angaben des Statistischen Bundesamt aber um 0,9 Prozent gestiegen.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Sie müssen weniger an der Tankstelle und fürs Heizen zahlen. Hinzu kommt: Bisher liegen die Tarifabschlüsse in Deutschland deutlich über der Inflationsrate. Weil die Preise 2016 kaum steigen dürften, könnte bei vielen unterm Strich mehr übrig bleiben. Die EZB rechnet im Gesamtjahr mit einem mageren Preisauftrieb von 0,1 Prozent im Euroraum. Die Bundesbank erwartet für Deutschland eine Teuerungsrate von einem viertel Prozent. Bereits im vergangenen Jahr schlugen die Lohnerhöhungen wegen der geringen Teuerung (0,3 Prozent) nahezu vollständig auf die Reallöhne durch.

Warum bereitet die Mini-Inflation der EZB Sorgen?

Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur. Unternehmen und Verbraucher könnten Anschaffungen aufschieben, weil sie erwarten, dass es bald noch billiger wird. Die EZB strebt daher mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent im Euroraum an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Um die Inflation anzukurbeln, senkten die Währungshüter im März den Leitzins auf Null, weiteten ihr milliardenschweres Kaufprogramm aus und brummten Banken und Sparkassen höhere Strafzinsen auf, wenn sie Geld bei der EZB parken. Das soll die Kreditvergabe beflügeln und so den Preisauftrieb anschieben.

Wirken die Maßnahmen?

Bis jetzt verharrt die Inflation in Deutschland und im Euroraum im Keller. Auch im Mai dürfte der Preisauftrieb gering ausfallen. EZB-Präsident Mario Draghi betont allerdings, die Währungshüter hätten mit ihrer Geldpolitik eine desaströse Deflation verhindert.

Sind weitere geldpolitische Schritte bei der Ratssitzung an diesem Donnerstag wahrscheinlich?

Aus Sicht von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet sind weitere Zinssenkungen im Euroraum derzeit nicht angebracht. Es brauche noch Zeit, um die Wirkung zuletzt beschlossener Maßnahmen bewerten zu können. Nach Einschätzung von Ökonomen dürfte die EZB eher gegen Ende des Jahres noch einmal nachlegen, falls die Inflation weiter nicht in Schwung kommen sollte.

Welche Folgen hat die EZB-Politik für Sparer?

Gerade in Deutschland so beliebte Anlagen wie Tages- und Festgeld werfen kaum noch etwas ab. EZB-Präsident Draghi weist aber daraufhin, dass die niedrige Inflation die negativen Effekte der niedrigen Zinsen ausgleiche. «Was wirklich zählt, ist, was Sie an realen Erträgen für ihre Ersparnisse bekommen.» Derzeit liege die Verzinsung minus Inflation höher als im Durchschnitt der 1990er Jahre. «Zu der Zeit hatten Sie höhere Zinsen auf dem Sparbuch, aber zugleich meist Inflation, die weit darüber lag und alles auffraß», sagte Draghi jüngst der «Bild»-Zeitung. Bei langfristigen Sparanlagen machen sich die Folgen der Zinspolitik der EZB allerdings durch den Zinses-Zins-Effekt bemerkbar.

Mo, 2016-05-30 05:16
Gmünd/Braunsbach (dpa)

Drei Tote durch zerstörerische Überschwemmungen in Süddeutschland

Schwere Gewitter, extremer Regen und Sturm haben in Baden-Württemberg und Bayern immense Schäden angerichtet. Die Behörden sprechen von einer «Naturkatastrophe». Es gibt Tote und wohl auch zahlreiche Verletzte. Die Lage ist dramatisch.

Schwäbisch Gmünd/Braunsbach (dpa) - Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen in Süddeutschland sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd starb laut Stadtverwaltung ein Feuerwehrmann beim Versuch, einen Menschen zu retten, der letztlich nur noch tot geborgen werden konnte. Zuvor hatte die Polizei den Tod eines 60-Jährigen in einer überfluteten Tiefgarage in Weißbach im Hohenlohekreis gemeldet. Das Lagezentrum in Stuttgart bildete einen Krisenstab und bestätigte ferner mehrere Verletzte. Auch in Bayern - in der Region Ansbach und Teilen des Landkreises Neustadt/Aisch - richteten Unwetter in der Nacht zum Montag massive Schäden an.

Besonders betroffen von den Wassermassen war am Sonntagabend der kleine Ort Braunsbach im Norden Baden-Württembergs. Dort war nach heftigen Regenfällen ein Fluss über die Ufer getreten. Die reißenden Fluten strömten durch die 900-Einwohner-Gemeinde, wodurch ein Haus zerstört und mehrere erheblich beschädigt wurden. Rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz suchten einsturzgefährdete Häuser ab, um sie zu evakuieren. Tote oder ernsthaft Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht.

Auf Videoclips und Fotos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie Autos vom Schlammwasser mitgerissen, übereinander getürmten und in Schaufenster von Geschäften geschleudert wurden. Bei einigen Häusern stand das Wasser augenscheinlich bis in Höhe der untersten Fenster. Der Ort im Kreis Schwäbisch-Hall, der rund zehn Kilometer von der gleichnamigen Kreisstadt entfernt liegt, wurde weiträumig abgesperrt und war für Journalisten am Montagmorgen nicht zugänglich.

«Auch andere Orte und umliegende Landkreise sind von dem Unwetter betroffen», sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Stuttgart. Als Schwerpunkte wurden die östlichen Teile Baden-Württembergs genannt - neben dem Hohenlohekreis unter anderem die Kreise Biberach, Heidenheim, Heilbronn, der Ostalbkreis, der Alb-Donau-Kreis, der Neckar-Odenwald-Kreis sowie die Stadt Ulm. Entspannung war zunächst nicht in Sicht. Ein Großaufgebot an Rettungskräften wurde mobilisiert. «Hier ist alles im Einsatz, was laufen kann», sagte ein Polizeisprecher in Heilbronn. «Es sieht düster aus, wirklich schlimm.»

In der bayrischen Region Ansbach seien nach einem Gewittersturm auf der Frankenhöhe Straßen überflutet und Autos mitgerissen worden. Auch viele Keller in der Region liefen voll, wie ein Sprecher der Integrierten Rettungsleitstelle Ansbach am Morgen mitteilte. Menschen wurden nach vorläufigen Erkenntnissen nicht verletzt.

Besonders schwer betroffen waren den Angaben zufolge mehrere Ortsteile von Flachslanden nördlich von Ansbach. Dort seien mehrere Autos von den Fluten der über die Ufer getretenen Fränkischen Rezat mitgerissen worden und einige Häuser einsturzgefährdet. Einsatzkräfte und Feuerwehr versuchten, die Gebäude zu sichern, wie die Leitstelle mitteilte.

Während der nächtlichen Unwetter in Süddeutschland fielen gewaltige Regenmengen. Im bayerischen Hohenthann bei Landshut etwa gingen innerhalb einer Stunde 67 Liter pro Quadratmeter nieder, in Landshut 57 Liter und in der Region um Weilheim stellenweise 53 Liter, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Das entspreche grob den Mengen, die normalerweise binnen zwei Wochen gemessen würden. Auf der Wetterseite des Meteorologen Jörg Kachelmann war von stellenweise 50 bis 100 Litern die Rede, die in Süddeutschland innerhalb von nur ein bis zwei Stunden gefallen seien. Aus dem baden-württembergischen Laupheim sei ein 100-jähriges Hochwasser gemeldet worden.

In Baden-Württemberg verzeichneten die Behörden Hunderte Notrufe. Allein das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Ulm meldete, dass es zwischen 16.15 Uhr und 21.00 Uhr 490 Notrufe gegeben habe. Viele Straßen und Ortsdurchfahrten seien gesperrt, sagte Polizeiführer Hagen Guderlei der Deutschen Presse-Agentur. Hunderte Bürger seien auf den Polizeinotruf 110 ausgewichen, weil unter dem Notruf 112 kein Durchkommen gewesen sei. Von verletzten oder vermissten Menschen war dort zunächst nichts bekannt.

Dutzende Keller seien vollgelaufen und müssten ausgepumpt werden, sagte Guderlei. Das Wasser stehe an einigen Stellen 1,70 Meter hoch. Besonders stark von Hochwasser betroffen sei der Kreis Biberach. Dort kam es laut Polizei auch zu einem Erdrutsch, der Bäume und Schlamm auf ein Firmengelände schwemmte.

«Der Sachschaden wird immens», sagte Guderlei. Die Autobahn 7 im Kreis Heidenheim zwischen Giengen und Oberkochen sei wegen großer Hagelkörner, die bis zum Knöchel reichten, vier Stunden lang gesperrt gewesen. Die Autobahnmeisterei musste Schneepflüge einsetzen. In dem Landkreis war laut Polizei auch die Ortsdurchfahrt Steinheim am Albuch komplett unter Wasser.

In Ulm selbst waren mehrere Straßen nicht mehr befahrbar. Auch die Stadt Künzelsau im Hohenlohekreis teilte mit, dass die Innenstadt am Montag gesperrt bleibe für den Verkehr - wegen der Aufräumarbeiten. Dort waren neben Feuerwehr auch das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz im Einsatz. In Schulen fällt der Unterricht am Montag aus. Auch die Kindergärten bleiben geschlossen. Bürgermeister Stefan Neumann sprach von einer «Naturkatastrophe».

Der Deutsche Wetterdienst verlängerte die Unwetterwarnung vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen und Sturmböen bis Montag, 7.00 Uhr. Besonders gefährdet seien demnach die Regierungsbezirke Karlsruhe, Stuttgart, Freiburg und Tübingen. Zu erwarten seien demnach um die 30 Liter pro Quadratmeter Regen pro Stunde sowie Sturmböen mit 70 Stundenkilometern. Es gebe zudem eine extreme Gefahr durch Blitzschlag und Überflutungen.

Mo, 2016-05-30 05:30
Eriwan (dpa)

Armeniens Kampf um Anerkennung: Genozid-Gedenken prägt Kaukasusnation Von Thomas Körbel, dpa

Der Bundestag nimmt die Verfolgung der Armenier im Ersten Weltkrieg unter die Lupe. Für viele in Armenien ist die Sache klar: Nicht von «Völkermord» zu sprechen, ist wie den Holocaust zu leugnen. Doch die Lage der von Feinden umgebenen Ex-Sowjetrepublik ist knifflig.

Eriwan (dpa) - Für die Südkaukasusnation Armenien könnte die Sitzung des Bundestags an diesem Donnerstag zu einem zentralen Erfolgsmoment ihrer langjährigen Außenpolitik werden. Seit Jahrzehnten arbeitet die Ex-Sowjetrepublik darauf hin, dass die Massaker an den Armeniern durch das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg international als Genozid anerkannt werden.

Der Bundestag will mit einer Resolution von Union, SPD und Grünen die Gräueltaten als «Völkermord» verurteilen. Für Eduard Scharmasanow, Vize-Parlamentschef in der Hauptstadt Eriwan, standen die Chancen nie besser als jetzt. «Meine Überzeugung basiert auf informellen und formellen Kontakten (in Berlin)», sagt Scharmasanow.

Schätzungen zufolge kamen bei der Vertreibung, die vor 101 Jahr auf dem Gebiet der heutigen Türkei begann, bis zu 1,5 Millionen Armenier um. Die osmanische Führung verdächtigte die christliche Minderheit, mit dem Kriegsgegner Russland zu kollaborieren. Historiker sprechen von systematischer Verfolgung. Die Türkei - Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reiches - geht von deutlich weniger Toten aus und lehnt den Ausdruck «Genozid» entschieden ab.

Auch die Bundesregierung hat den Begriff bisher gemieden. Doch seit Bundespräsident Joachim Gauck und Bundestagspräsident Norbert Lammert 2015 das V-Wort ausdrücklich benutzt haben, zeichnet sich ein Wandel in Berlin ab. Deutschland wäre in der Riege der Staaten wie Frankreich und Russland, die den Genozid beim Namen nennen, umso gewichtiger, als das Deutsche Kaiserreich als Verbündeter der Osmanen im Ersten Weltkrieg nachweislich von den Massakern wusste.

«Der Völkermord ist nicht nur ein Problem des armenischen Volkes. Das ist ein Schmerz, den wohlwollende Menschen auf der ganzen Welt teilen», sagt der armenische Präsident Sersch Sargsjan. Es enttäuscht viele seiner Landsleute, wenn strategische Erwägungen einer Ächtung als Genozid im Wege stehen. So bleibt die Supermacht USA bisher zurückhaltend - wohl aus Rücksicht auf den Nato-Partner Türkei. Und auch Berlin steht mit der erwarteten Resolution unter Druck, gilt Ankara doch als wichtiger Partner in der EU-Flüchtlingskrise.

Zu den «wohlwollenden Menschen» zählt Russlands Präsident Wladimir Putin. Beim 100. Jahrestag 2015 hielt er in Eriwan eine bewegende Rede. Ein Besuch der Genozid-Gedenkstätte, deren mächtige Basaltstelen auf einem Hügel mahnend in den Himmel ragen, ist für russische Politiker obligatorisch. Erst im April legte Regierungschef Dmitri Medwedew hier Blumen nieder.

Russland ist Armeniens engster Verbündeter. Russische Marken prägen das Straßenbild in Eriwan, wo im Jahr gut 300 Tage die Sonne scheint. Das Land mit drei Millionen Einwohnern hängt von Energielieferungen Russlands ab. Militärisch gilt Putins Reich als Schutzmacht. Armenien sieht sich von Feinden umzingelt: Im Westen teilt das Land mehr als 300 Kilometer Grenze mit der Türkei, die wegen des Genozid-Streits dicht ist. Im Osten lauert der Erzfeind Aserbaidschan.

Gerade wegen der Vergangenheit ist Armenien so sensibel im Jahrzehnte alten Konflikt mit Aserbaidschan um das von Baku abtrünnige Gebiet Berg-Karabach. Erst im April war wieder Blut geflossen in der vor allem von Armeniern bewohnten Unruheregion. Mit rund 120 Toten war es die schwerste Eskalation seit gut 20 Jahren. «Wir werden keinen neuen Genozid an Armeniern zulassen», sagt Sargsjan entschlossen.

Das Andenken an das Leid ist den Armeniern in die Gene übergegangen. Auch die geschätzt zehn Millionen Mitglieder der Diaspora teilen den Wunsch nach Gerechtigkeit. Längst werden etwa in den USA die Rufe von Armeniern laut nach Entschädigung und Gerichtsverfahren.

Doch die Regierung weiß, dass Revanchismus nicht weiter führt, dass Dialog nötig ist. Die türkische Gesellschaft habe sich verändert, meint Sargsjan zum Jahrestag am 24. April. «Heute weiß sie mehr über ihre Geschichte als früher, morgen wird sie mehr wissen als heute.»

Mit einem Kurswechsel der Türkei rechnet in Eriwan aber niemand. Daran dürfte auch die Resolution des Bundestages nichts ändern. Doch Fürsprache kommt gut an bei den Armeniern. Mit Spannung erwarten sie Ende Juni den nächsten «wohlwollenden Gast»: Papst Franziskus. Das katholische Kirchenoberhaupt hatte bereits im vergangenen Jahr offen den «ersten Völkermord im 20. Jahrhundert» gebrandmarkt.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mo, 2016-05-30 05:38
Stuttgart (dpa)

Innenminister Strobl spricht Angehörigen der Toten Mitgefühl aus

Stuttgart (dpa) - Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat den Angehörigen der Hochwasseropfer in Süddeutschland sein Mitgefühl ausgesprochen. «Leider sind auch Tote zu beklagen», sagte er einer Mitteilung seines Ministeriums zufolge am Montagmorgen. Die Behörden gehen von drei Toten aus. Besonders tragisch sei der Tod eines Feuerwehrmanns in Schwäbisch Gmünd, der beim Versuch ertrank, einen anderen Menschen zu retten, sagte Strobl. «Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten. Ich spreche ihnen meine aufrichtige Anteilnahme aus», sagte er.

Tausende Einsatzkräfte seien im Einsatz gegen das Hochwasser, das durch die schweren Regenfälle der vergangenen Tage entstanden sei. Ziel sei es, «Schlimmeres zu verhindern und die Schäden zu begrenzen», sagte Strobl. In der Nacht auf Montag seien rund 7000 Kräfte der Feuerwehren, des Technischen Hilfswerkes, der DLRG, der Sanitätsorganisationen, der Polizei und der Behörden im Einsatz gewesen.

Mo, 2016-05-30 05:25
Cairns (dpa)

Frau nach Krokodil-Attacke in Australien vermisst

Cairns (dpa) - Eine Frau ist bei einem nächtlichen Badeausflug an einem Strand in Australien von einem Krokodil angefallen worden. Ihre Freundin versuchte verzweifelt, die Frau aus den Fängen des Tieres zu retten, wie sie der Polizei berichtete. Das Krokodil habe die 46-Jährige aber aus hüfthohem Wasser mit sich fortgerissen. Rettungskräfte waren am Montag mit Schlauchbooten und Hubschraubern in der Region unterwegs, fanden aber keine Spur der Frau. Nach Informationen des Sender Channel 9 kam die Frau aus Großbritannien.

Der Zwischenfall passierte am Sonntag um 22.00 Uhr in Thornton Beach im Daintree-Nationalpark 130 Kilometer nördlich von Cairns. Der Abgeordnete Warren Entsch kritisierte den Leichtsinn der Frauen. Gerade nach Einbruch der Dunkelheit sie die Situation gefährlich. Überall stünden Warnschilder. «Dies ist eine Tragödie, aber sie war vermeidbar», zitierte ihn die «Brisbane Times».

Mo, 2016-05-30 05:52
Berlin (dpa)

Milchbauern und Milchkonsum in Deutschland

Berlin (dpa) - In Deutschland gibt es laut Bundesagrarministerium noch 73 300 Milchviehbetriebe. Sie halten 4,3 Millionen Kühe, die jährlich mehr als 32 Millionen Tonnen Milch geben. Bedeutendste Erzeugerländer sind Bayern und Niedersachsen. Im Bundesschnitt hat ein Milchbauer 57 Milchkühe. Dabei sind die Bestände in Bayern mit durchschnittlich 35 Kühen relativ klein und mit mehr als 220 Kühen in Mecklenburg-Vorpommern am größten. Pro Kopf konsumierten die Bundesbürger zuletzt über 90 Kilogramm Frischmilchprodukte jährlich - darunter mehr als 50 Kilo Trinkmilch und rund 17 Kilo Joghurt. Dazu kommen mehr als 24 Kilo Käse und sechs Kilo Butter.

Mo, 2016-05-30 05:51
Berlin (dpa)

Schwere Unwetter der vergangenen Jahre

Berlin (dpa) - Schwere Unwetter haben in Deutschland schon mehrfach Tod und Zerstörung hinterlassen. Besonders heftige Stürme und Orkane sind in Erinnerung geblieben:

Januar 2015: Die Orkantiefs «Elon» und «Felix» richten in ganz Europa Verwüstungen an und legen vielerorts den Bahnverkehr lahm. Bei Unfällen gibt es Tote und Verletzte - auch in Deutschland.

Juni 2014: Mit Hagel, Starkregen und heftigem Wind hinterlässt Tief «Ela» vor allem in Nordrhein-Westfalen eine Spur der Verwüstung. Bilanz: Schäden in zweistelliger Millionenhöhe und mehrere Tote.

Dezember 2013: Mindestens zehn Menschen werden europaweit von Orkan «Xaver» in den Tod gerissen. Hunderttausende sind ohne Strom. Hamburg erlebt die zweithöchste Sturmflut seit Beginn der Aufzeichnungen 1825.

Oktober 2013: Der Orkan «Christian» knickt in Norddeutschland und Nordeuropa massenhaft Bäume um und deckt Dächer ab. Allein in Deutschland sterben mindestens sieben Menschen.

Februar 2010: Orkantief «Xynthia» verwüstet Teile Westeuropas. In Deutschland wütet er am heftigsten in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Sieben Menschen sterben in der Bundesrepublik.

März 2008: «Emma» wütet über Europa, bundesweit sterben sieben Menschen. In Hamburg entgeht ein Lufthansa-Airbus nur knapp einer Katastrophe, als eine Tragfläche die Landebahn berührt.

Januar 2007: Orkan «Kyrill» tobt in Europa. 47 Menschen sterben, 11 von ihnen in Deutschland. Erstmals in der Geschichte der Bahn steht der Schienenverkehr fast völlig still.

Juni 2004: Ein Sommersturm über Teilen Deutschlands verursacht Millionenschäden. In Niedersachsen wird ein Autofahrer von einer Eiche erschlagen. Auf dem Chiemsee in Bayern ertrinkt ein Segler.

Juli 2002: Heftige Gewitter und ein Orkan ziehen über Berlin und Brandenburg. Acht Menschen sterben, zwei jugendliche Teilnehmer eines Zeltlagers auf der Insel Schwanenwerder im Wannsee werden von Bäumen erschlagen.

Dezember 1999: Zwei Tage nach Heiligabend fordert der Sturm «Lothar» in Deutschland und fünf weiteren Ländern 110 Menschenleben. Es entstehen Schäden in Milliardenhöhe.

Mo, 2016-05-30 05:31
Berlin (dpa)

Die Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich

Berlin (dpa) - Priester, Politiker, Kulturschaffende - vor mehr als hundert Jahren verhafteten die türkischen Behörden in Istanbul die gesamte Führungsschicht des armenischen Volkes. Es war der Auftakt zu ihrer systematischen Vertreibung und Vernichtung durch das Osmanische Reich. Nach unterschiedlichen Schätzungen kamen 1915/1916 bis zu 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Ankara geht von erheblich weniger Opfern aus und weigert sich, die Gräueltaten als «Völkermord» anzuerkennen, wie es die Armenier verlangen.

Schon im Jahre 301 hatte Armenien als erster Staat überhaupt das Christentum zur Staatsreligion erklärt. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges lebten im Osmanischen Reich nach Schätzungen zwischen 2 und 2,5 Millionen Armenier. Im Kampf gegen das christliche Russland zweifelte die osmanische Regierung an ihrer Loyalität. Die gesamte Minderheit geriet in den Verdacht, mit dem Feind gemeinsame Sache zu machen und den osmanischen Truppen in den Rücken zu fallen. Hinzu kamen armenische Forderungen nach Reformen.

Die Armenier gerieten in die Mühlen des Krieges: Briten und Russen förderten ihren Nationalismus, um den Kriegsgegner Osmanisches Reich zu schwächen, dessen enger Verbündeter das Deutsche Kaiserreich war. Es kam zu Aufständen und brutaler Verfolgung. In seinem gleichnamigen Buch wirft der Journalist Jürgen Gottschlich Deutschland «Beihilfe zum Völkermord» vor. Deutsche Militärs und Diplomaten hätten von den Massakern gewusst und sie sogar gutgeheißen, gehe aus Dokumenten hervor.

Mo, 2016-05-30 06:01
München (dpa)

Elefantenohr im Koffer: Den Wildtier-Schmuggel im Visier Von Sabine Dobel, dpa

Zehntausend Krokodilhäute, tiefgefrorene Singvögel, Rheumapflaster aus Affenhoden und Tigerknochen - all das haben Zollbeamte jüngst an deutschen Grenzen sichergestellt. Verboten zum Trotz.

München (dpa) - Was macht man eigentlich mit einem Elefantenohr? Keine Ahnung, sagen die Zollbeamten. Sie haben es kürzlich am Münchner Flughafen in einem Koffer gefunden und mussten prüfen, ob die Einfuhr nach Deutschland zulässig ist. Die meisten Elefanten genießen wie Tiger, Nashörner und Menschenaffen höchsten Schutz. Schmuggler und Wilderer hält das nicht ab.

Gerade erst hat Kenia ein Zeichen gesetzt und hundert Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein verbrannt. Es soll die größte Menge sein, die je zerstört wurde. Der illegale Handel mit Wildtieren und ihren Produkten ist ein Problem, dem sich auch der Weltumwelttag am 5. Juni widmet.

Auch Touristen schaffen oft illegale Urlaubs-Souvenirs nach Hause. «Leider ist sehr weit verbreitet, dass Touristen artgeschützte Gegenstände mitbringen, oft aus Unwissenheit», sagt Dietmar Zwengel, Sprecher des für den Zoll zuständigen Bundesfinanzministeriums.

Prominenter Fall: Popstar Justin Bieber, der vor drei Jahren im Privatjet mit dem Kapuziner-Äffchen «Mally» in München landete. Ausreichende Papiere hatte er nicht. Der Mädchenschwarm zahlte mehrere Tausend Euro: Bußgeld und Pflegegeld für das Tier.

Öfter als Affen werden lebende Vogelspinnen, Reptilien und Vögel mitgebracht, etwa Graupapageien, berichtet der Umweltverband Pro Wildlife. Allein die Auffangstation Limbe Wildlife Centre in Kamerun nahm seit 2007 mehr als 3500 Graupapageien auf. «Sie wurden von den Behörden beschlagnahmt und waren für den illegalen Heimtiermarkt bestimmt», sagte Adeline Fischer von Pro Wildlife.

Besonders Produkte, die aus geschützten Tieren oder Pflanzen hergestellt sind, kommen «nicht mehr nur im Koffer aus dem Urlaub, sondern per Post über Internetbestellung», sagt Zwengel. «Was sehr oft vorkommt und als Trend zu erkennen ist: Pflanzliche Kapseln und Diätmittel werden häufig geschmuggelt», sagt Zwengel. Im vergangenen Jahr beschlagnahmte der Zoll bundesweit 480 000 Diät-Kapseln aus der streng geschützten indischen Kostuswurzel.

Speziell ausgebildete Artenschutzspürhunde sind zwischen Kisten und Koffern unterwegs, um Schmuggelware bei der Einfuhr aufzuspüren. Auch mit ihrer Hilfe wurden entdeckt: zehntausend Krokodilhäute, 24 Tonnen europäischen Aals und 1,5 Tonnen lebende Steinkorallen. In München fanden die Beamten kürzlich einen halb mumifizierten Affenschädel und Rheumapflaster aus Affenhoden und Tigerknochen.

Manches macht die Röntgenkontrolle im Gepäck sichtbar. «Dann wird der Reisende zur Kontrolle gebeten», sagt Thomas Meister vom Zoll in München. So fanden die Beamten im Koffer eines aus Rumänien kommenden Italieners 200 tiefgefrorene Singvögel für den Kochtopf. «Das kalte Grausen.» Dass die Tiere in der EU seit gut 35 Jahren streng geschützt sind, wusste der Mann angeblich nicht.

Politische Instabilität leiste dem illegalen Handel Vorschub, sagt Dietrich Jelden, Abteilungsleiter Artenschutzvollzug am Bundesamt für Naturschutz. Paramilitärisch organisierte und im politischen Umfeld operierende Gruppierungen wie im Kongo oder mafiaähnlich hochgerüstete kriminelle Organisationen in Kambodscha oder Indonesien machten ihre Geschäfte. Schildkröten würden ebenso gehandelt wie Kobras und Riesenschlangen, die in China als Delikatesse gelten. Das Leder lande als Damenhandtasche in europäischen Edelboutiquen.

«Es geht deshalb vor allem darum, im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit stärker einzugreifen», sagt Jelden. Die SPD-Bundestagabgeordnete Ute Vogt, die sich auch für Tierschutz einsetzt, sieht hier einen Schlüssel zur Bekämpfung des Wildtierhandels. In den betreffenden Ländern müsse individuell nach Lösungen gesucht werden. Etwa gebe es im Elefantenschutz Projekte, bei denen gezielt zugelassen werde, dass für viel Geld wenige Elefanten gejagt werden dürfen. «Das hat zur Folge, dass die Bevölkerung den Rest der Elefanten schützt.»

Die Weltartenschutzkonferenz will im Herbst in Südafrika über weitere Verschärfungen entscheiden - etwa beim Elfenbein. Die EU will mehrere Initiativen einbringen, um einen strengeren Schutz etwa für Berberaffen, Graupapageien und diverse Echsen zu erreichen. Auch Rosenholz soll weltweit besser geschützt, der Handel mit Jagdtrophäen eingeschränkt und der Kampf gegen die Korruption verschärft werden.

Gerade die EU hat bereits strikte Vorschriften, die über die Washingtoner Artenschutzabkommen hinaus gehen, wie Jelden vom Bundesamt für Naturschutz sagt. Aber immer noch sei trotz langer Listen mit Schutzgraden der Handel vielfach legal möglich: «Mehr als 90 Prozent der gelistete Arten kann man unter bestimmten Voraussetzungen gewerblich einführen.»

Im Fall des Elefantenohres am Münchner Flughafen haben Fachleute inzwischen entschieden: Das Stück darf nach Deutschland gebracht werden. Wozu es dient, blieb unbekannt.

Mo, 2016-05-30 05:05
Berlin (dpa)

Gefährliche Gase: NOx, CO2, SO2, Feinstaub - und der Katalysator

Berlin (dpa) - In Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und Privathaushalten entstehen Tag für Tag Tausende Tonnen schädlicher Gase und Partikel. Um welche Stoffe geht es im Einzelnen - und wie lassen sie sich zumindest teilweise unschädlich machen?

STICKOXIDE (allgemein NOx) gelangen aus Verbrennungsprozessen zunächst meist in Form von Stickstoffmonoxid (NO) in die Atmosphäre. Dort reagieren sie mit dem Luftsauerstoff auch zum giftigeren Stickstoffdioxid (NO2). Die Verbindungen kommen in der Natur selbst nur in Kleinstmengen vor, sie stammen vor allem aus Autos und Kraftwerken. Die Stoffe können Schleimhäute angreifen, zu Atemproblemen oder Augenreizungen führen sowie Herz und Kreislauf beeinträchtigen. Pflanzen werden dreifach geschädigt: NOx sind giftig für Blätter und sie überdüngen und versauern die Böden. Außerdem tragen Stickoxide zur Bildung von Feinstaub und bodennahem Ozon bei.

KOHLENDIOXID (CO2) ist in nicht zu großen Mengen unschädlich für den Menschen, aber zugleich das bedeutendste Klimagas und zu 76 Prozent für die menschengemachte Erderwärmung verantwortlich. Der Straßenverkehr verursacht laut Umweltbundesamt rund 17 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen in Deutschland - hier spielt CO2 die größte Rolle. Es gibt immer sparsamere Motoren, zugleich aber immer größere Autos und mehr Lkw-Transporte. Außerdem mehren sich Hinweise darauf, dass Autobauer nicht nur bei NOx-, sondern auch bei CO2-Angaben jahrelang getrickst haben könnten. Bei der Treibstoff-Verbrennung in vielen Schiffsmotoren fällt auch giftiges SCHWEFELDIOXID (SO2) an.

Winzige FEINSTAUB-Partikel entstehen entweder direkt in Automotoren, Kraftwerken und Industrieanlagen oder indirekt durch Stickoxide und andere Gase. Die Teilchen gelangen in die Lunge und dringen in den Blutkreislauf ein. Sie können Entzündungen der Atemwege hervorrufen, außerdem Thrombosen und Herzstörungen. Der Feinstaub-Ausstoß ist in Deutschland seit Mitte der 1980er Jahre deutlich gesunken. Städte haben Umweltzonen eingerichtet, um ihre Feinstaubwerte zu senken.

KATALYSATOREN haben die Aufgabe, gefährliche Gase zu anderen Stoffen abzubauen. In Autos wandelt der Drei-Wege-Kat giftiges Kohlenmonoxid (CO) mit Hilfe von Sauerstoff zu CO2, längere Kohlenwasserstoffe zu CO2 und Wasser sowie NO und CO zu Stickstoff und CO2 um. Der sogenannte Oxidations-Kat bei Dieselwagen ermöglicht jedoch nur die ersten beiden Reaktionen, so dass Dieselabgase noch mehr Stickoxide enthalten als Benzinerabgase. Eingespritzter Harnstoff («AdBlue») kann das Problem entschärfen: Im Abgasstrom bildet sich so zunächst Ammoniak, der anschließend in Stickstoff und Wasser überführt wird.

Mo, 2016-05-30 05:31
Berlin (dpa)

Völkermord - seit 1948 Straftatbestand im Völkerrecht

Berlin (dpa) - Auch wenn die Verfolgung von Minderheiten in der Geschichte immer wieder vorkam, ist der juristische Begriff «Völkermord» verhältnismäßig neu. Als Folge des Holocausts verabschiedete die Vollversammlung der Vereinten Nationen im Dezember 1948 das «Übereinkommen über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes». Erst die im Januar 1951 in Kraft getretene Konvention machte den Genozid zum völkerrechtlichen Straftatbestand.

Gemäß Artikel 2 der UN-Konvention handelt es sich um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, «begangen in der Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören». Dabei geht es nicht nur um systematisches Töten, sondern auch um die vorsätzliche Verschlechterung von Lebensbedingungen sowie um Zwangsabtreibungen oder -adoptionen.

Auch wenn der Begriff «Völkermord» an das millionenfache Morden des Nazi-Regimes erinnert, spielt die Zahl der Opfer gemäß Konvention keine Rolle. Mit ihrer Ratifizierung haben sich die UN-Mitglieder verpflichtet, Verbrechen dieser Art zu verhüten und zu bestrafen.

Dennoch konnte die Völkergemeinschaft weitere Völkermorde in der jüngeren Geschichte nicht verhindern. Zu den schlimmsten Verbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg gehören der von radikalen Hutu-Milizen an Hunderttausenden Tutsis begangene Völkermord in Ruanda (April 1994) sowie in Europa das von Serben an bosnischen Muslimen verübte Massaker in Srebrenica (Juli 1995).

Mo, 2016-05-30 05:30
Braunsbach (dpa)

Wenn zwei Bäche zum Strom werden - Flut peitscht durch Braunsbach Von Bettina Grachtrup und Franziska Kraufmann , dpa

Idyllisch gelegen zwischen Kocher und Jagst - so wirbt die Gemeinde Braunsbach für sich. Die Nähe zum Wasser ist nun ihr Verhängnis: Nach heftigen Regenfällen werden zwei Bäche zum reißenden Strom, der dramatische Schäden verursacht.

Braunsbach (dpa) - Michael Knaus arbeitet seit 1984 für den Katastrophenschutz. Aber solche Bilder wie in der Nacht zum Montag in dem kleinen Ort Braunsbach schocken auch den Ersten Landesbeamten des Landkreises Schwäbisch Hall. «Ich habe so etwas noch nicht gesehen», sagt er am frühen Morgen während einer eilig einberufenen Pressekonferenz in der Feuerwache im benachbarten Schwäbisch Hall.

Braunsbach ist kaum mehr wiederzuerkennen. Zwei Bäche haben sich in einen reißenden Strom verwandelt. Bilder und Filme im Internet zeigen, wie Wassermassen durch den 900-Einwohner-Ort peitschen und alles in ihrem Weg mit sich reißen. Baumstämme werden durch die Straßen gespült, Autos an Hauswände gedrückt, Fensterscheiben eingedrückt. Der zerstörte Überrest eines Wagens steht da - er ist mit Schlamm, Geröll und Unrat aus Pflanzenresten bedeckt, die Motorhaube ist weggerissen.

Noch Stunden später stehen die Feuerwehrleute bis zu den Knien im Wasser. In der Nacht zum Montag versuchen rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz, sich einen Überblick von der Lage zu verschaffen. Mindestens ein Haus in Braunsbach-Steinkirchen ist völlig zerstört, dort wurden auch zwei Brücken weggerissen. Viele Häuser sind einsturzgefährdet und deshalb unbewohnbar. Sie sollen evakuiert werden, doch teilweise weigern sich die Menschen, ihre Wohnungen zu verlassen, wie der Katastrophenschützer Knaus sagt. Strom, Wasserversorgung und Abwassersystem funktionieren in dem Ort nicht mehr.

Trotz des beträchtlichen Sachschadens ist in Braunsbach zunächst nichts von Verletzten oder gar Toten bekannt. Menschen seien zwar in den Gebäuden an der Hauptverkehrsstraße zunächst vom Wasser eingeschlossen gewesen, erklärt Knaus. Sie konnten aber schließlich in Sicherheit gebracht werden. Es gibt im Bereich des Flusses Jagst noch Meldungen, «dass da Autos eingeschlossen sind, weil durch verschiedene Bäche Holz, Schlamm und Geröll über die Straßen verteilt wurden», sagt Knaus. Der Bereich sollte am frühen Montag abgesucht werden. Knaus geht aber davon aus, dass es auch dort keine Verletzten gibt. «Schlimmstenfalls mussten die Leute die Nacht im Auto zubringen.»

Andernorts geht das Unwetter für die Menschen nicht so glimpflich aus. In Schwäbisch Gmünd kommt nach Behördenangaben ein Feuerwehrmann bei einem Bergungsversuch ums Leben. Auch die Person, die er retten wollte, ist tot. In Weißbach im Hohenlohekreis stirbt ein Mensch in einer überfluteten Tiefgarage.

Woher kommt urplötzlich all das Wasser? Das fragt man sich auch in Braunsbach. Der Schlossbach und der Orlacher Bach, die in den Fluss Kocher münden, sind eigentlich relativ klein. Sie verlaufen zum Teil unter den Straßen. Doch sei in den vergangenen Stunden so viel Regen pro Quadratmeter gefallen wie sonst in mehreren Monaten, sagt Knaus. Normalerweise fließt das Wasser über Äcker und Wiesen einfach über die Bäche ab. Welche Schäden die Fluten nun verursacht haben, werden die Braunsbacher erst bei Tageslicht so richtig erfassen können.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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