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Fr, 2016-04-29 21:10
Rom (dpa)

Trevi-Brunnen in blutrotem Licht: Erinnerung an verfolgte Christen

Rom (dpa) - Der Trevi-Brunnen in Rom ist am Freitagabend in blutrotes Licht getaucht worden - als Mahnung und Erinnerung an verfolgte Christen in aller Welt. Mit der Aktion wollte das päpstliche Hilfswerk «Kirche in Not» auf das «Blut der Märtyrer» aufmerksam machen, «die noch heute wegen ihres Glaubens getötet werden». Christen seien die am schlimmsten verfolgte religiöse Gruppe und die Situation verschlimmere sich in vielen Ländern weiter, in denen die Religionsfreiheit immer weiter eingeschränkt werde, hatte das Hilfswerk im Vorfeld der Aktion mitgeteilt.

Nach seinen Schätzungen werden derzeit rund 200 Millionen Christen in aller Welt verfolgt. Besonders hart treffe es Gläubige in Afrika, wo islamistische Gruppen wie Boko Haram oder Al-Shabaab an Boden gewinnen würden, aber auch in Teilen Asiens und im Irak, hieß es. Bei der Aktion war auch der chaldäisch-katholische Bischof der syrischen Stadt Aleppo, Antoine Audo, anwesend. Die Zahl der in Syrien lebenden Christen sei seit Ausbruch des blutigen Konfliktes in dem Land im Jahr 2011 von 1,5 Millionen auf 500 000 zurückgegangen, hatte der Geistliche zuvor betont.

Fr, 2016-04-29 19:36
Washington (dpa)

US-Militär: Angriff auf Krankenhaus in Kundus kein Kriegsverbrechen

42 Menschen starben, als die USA im Oktober ein Krankenhaus im afghanischen Kundus bombardierten. Nun zieht das Militär Konsequenzen. Strafrechtliche Folgen müssen die Beteiligten aber nicht fürchten

Washington (dpa) - Das US-Militär stuft den Angriff auf ein Krankenhaus im nordafghanischen Kundus nicht als Kriegsverbrechen ein. Das ist das Ergebnis einer internen Untersuchung, die General Joseph Votel am Freitag in Washington vorstellte. Es habe sich nicht um einen absichtlichen Angriff gehandelt, sagte er. Er bestätigte, dass Disziplinarmaßnahmen gegen 16 Armeeangehörige verhängt wurden. Strafrechtliche Konsequenzen müssen sie nicht fürchten.

Bei der Bombardierung des Hospitals der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) waren am 3. Oktober vergangenen Jahres 42 Menschen getötet worden, 24 Patienten und 18 Mitarbeiter. Die Hilfsorganisation warf den USA wenig später vor, das Gebäude absichtlich bombardiert zu haben. In einer ersten Reaktion zeigte sich MSF-Präsidentin Meinie Nicolai nicht zufrieden mit den Ergebnissen der Untersuchung.

Votel sprach von technischen und menschlichen Fehlern. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass das Krankenhaus auf einer Liste von Gebäuden stand, die nicht hätten angegriffen werden dürfen. Die Besatzung habe aber keinen Zugriff auf diese Liste gehabt, weil ihr Funksystem nicht funktioniert habe. Ihr Einsatz sei zudem sehr kurzfristig erfolgt.

Sie hätten das Krankenhaus deshalb für ein Gebäude gehalten, das von den Taliban kontrolliert werde, sagte Votel. «Sie hatten keine Ahnung, dass das, was sie angreifen, eine medizinische Einrichtung ist.» Wer die Beteiligten sind, wollte der General nicht sagen. Er erklärte lediglich, dass sich darunter auch ein höherer Offizier befinde. Manche von ihnen seien vom Dienst suspendiert worden, andere hätten eine schriftliche Verwarnung erhalten.

Votel kündigte Entschädigungszahlungen für Betroffene an. Zudem stelle das Verteidigungsministerium 5,7 Millionen US-Dollar für den Wiederaufbau der medizinischen Einrichtung bereit. Nach dem Angriff hatte Ärzte ohne Grenzen den Einsatz in Kundus aus Sicherheitsgründen beendet.

MSF-Präsidentin Nicolai erklärte am Freitag: «Es ist unbegreiflich, warum der Angriff unter den von den USA beschriebenen Umständen nicht abgebrochen wurde.» Die Organisation hatte wiederholt eine unabhängige Untersuchung gefordert.

Fr, 2016-04-29 19:37
Minsk (dpa)

Ukraine-Kontaktgruppe vereinbart neue Waffenruhe über Maifeiertage

Die Gewalt in der Ostukraine ist in den vergangenen Wochen weiter eskaliert - trotz einer in Minsk vereinbarten Waffenruhe. Nun sollen die Waffen wieder schweigen. Zumindest bis zum 9. Mai.

Minsk (dpa) - Im Ukraine-Konflikt haben die Konfliktparteien eine verstärkte Waffenruhe über die Maifeiertage vereinbart. Sämtliche Kämpfe sollten von Samstag um 0.00 Uhr Ortszeit an (Freitag 23.00 Uhr MESZ) aufhören, sagte Martin Sajdik von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Freitag.

Die Waffenruhe solle mindestens bis zum Tag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland am 9. Mai eingehalten werden, sagte er nach einem Treffen der sogenannten Kontaktgruppe im weißrussischen Minsk.

In dem Gremium beraten die OSZE, Russland, die Ukraine sowie die prorussischen Separatisten über Friedensschritte für das Kriegsgebiet Donbass. Die Umsetzung des Minsker Friedensplans steckt seit Monaten in einer Sackgasse.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier forderte alle Seiten auf, die neuen Vereinbarungen strikt einzuhalten. «Beide Seiten dürfen die sich jetzt bietende Chance nicht verspielen, zu verhindern, dass die Eskalation der Gewalt ungebremst weitergeht, die Lage dann wieder außer Kontrolle gerät und noch mehr Menschen sterben müssen», erklärte Steinmeier am Freitagabend in Berlin. Deutschland hat derzeit den Vorsitz der OSZE inne.

An diesem Sonntag begehen die Christen der orthodoxen Kirchen das Osterfest. Eigens dafür soll der seit Tagen geschlossene Fußgängerübergang zwischen dem Gebiet der Aufständischen und dem der Regierung im Ort Stanyzja Luhanska wieder geöffnet werden. Sajdik hoffte, dass die Waffenruhe auch über die Maifeiertage hinaus halten wird. Frühere Vereinbarungen waren immer wieder gescheitert.

Seit dem Beginn der Kämpfe im April 2014 wurden im Donbass nach UN-Angaben mehr als 9000 Menschen getötet.

Fr, 2016-04-29 19:48
Damaskus (dpa)

Syriens Armee erklärt neue Waffenruhe - Steinmeier beschuldigt Regime

Die Gewalt in Syrien eskaliert wieder. Nach dem Angriff auf ein Krankenhaus sterben in Aleppo erneut Menschen. Eine vom Regime ausgerufene Waffenruhe soll für die nordsyrische Stadt nicht gelten.

Damaskus (dpa) - Nach einer Eskalation der Gewalt in den vergangenen Tagen hat Syriens Armee eine neue Waffenruhe für Teile des Bürgerkriegslandes erklärt. Sie soll jedoch nur vorübergehend gelten und schließt die zuletzt heftig umkämpfte nordsyrische Stadt Aleppo nicht mit ein. Auch am Freitag starben bei Gewalt in der Metropole auf beiden Seiten zahlreiche Menschen. Getroffen wurde unter anderem eine Gesundheitsstation in einem Rebellengebiet. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) machte in erster Linie Syriens Führung für den Bruch der seit Februar geltenden Waffenruhe verantwortlich.

Die von den USA und Russland ausgehandelte Feuerpause war in den vergangenen Tagen immer brüchiger geworden. Allein in Aleppo wurden binnen einer Woche mehr als 200 Menschen getötet, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte. Bei den verheerenden Luftangriffen auf eine Klinik und Nachbargebäude im Rebellengebiet Aleppos starben am Mittwochabend nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) vom Freitag mehr als 50 Menschen.

Steinmeier erklärte, die Bundesregierung gehe davon aus, dass auch dieser Angriff «mit einiger Wahrscheinlichkeit» von Truppen des Regimes geflogen worden seien. Er rief Machthaber Baschar al-Assad mit Nachdruck zur Einhaltung der seit Februar geltenden Waffenruhe auf. Zugleich appellierte Berlin an Russland, seinen Einfluss auf Assad geltend zu machen.

Die von Syriens Militärführung erklärte neue Waffenruhe umfasse die Hauptstadt Damaskus, die Region östlich davon sowie die Küstenprovinz Latakia, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Sie solle am Samstag um 01.00 Uhr Ortszeit (00.00 Uhr MESZ) beginnen. In Damaskus und Umland werde sie 24 Stunden dauern, in Latakia 72 Stunden.

In Moskau erklärte Generalleutnant Sergej Kuralenko russischen Agenturen zufolge, Moskau und Washington hätten sich mit Billigung Syriens darauf geeinigt, dass die Kämpfe eingestellt werden sollten.

Aus dem US-Außenministerium in Washington hieß es, Aleppo sei bisher nicht Teil der Waffenruhe-Vereinbarung, aber man arbeite hart daran. Man müsse derzeit im Syrien-Konflikt nehmen, was man bekommen könne.

Bei neuen Luftangriffen auf eine Gesundheitsstation und andere Ziele in Aleppos Rebellengebieten kamen am Freitag mindestens elf Menschen ums Leben, wie die Menschenrechtsbeobachter meldeten. Sie machten die syrische Luftwaffe für die Angriffe verantwortlich. Demnach feuerten Rebellen zugleich auf eine Moschee sowie andere vom Regime gehaltene Orte der Stadt und töteten mindestens 13 Menschen.

Assad-treue Kräfte kontrollieren den Westen der einst zweitgrößten Stadt Syriens, Regimegegner den Osten. Die Armee versucht seit längerem, den letzten Nachschubweg der Rebellen zu kappen. Wegen der zunehmende Gewalt im Bürgerkrieg hatte die Opposition die Friedensgespräche in Genf Ende vergangener Woche verlassen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte die bewaffneten Angriffe auf Zivilsten als «unentschuldbar». Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, erklärte, die Angriffe auf Märkte und Krankenhäuser seien Ausdruck einer «monströsen Missachtung für das Leben von Zivilisten von Seiten aller Konfliktparteien».

Matthieu Amiraux, Sprecher von Ärzte ohne Grenzen, sagte, das Töten von Ärzten sei gleichbedeutend mit dem Töten von weiteren Zivilisten. «Wenn die Ärzte umgebracht werden, ist niemand mehr da, der Kranke und Verletzte versorgt», erklärte er.

Fr, 2016-04-29 18:06
York (dpa)

UN-Sicherheitsrat dringt auf Wiederaufnahme der Westsahara-Mission

New York (dpa) - Der UN-Sicherheitsrat dringt im Konflikt um den Blauhelmeinsatz in der Westsahara auf eine rasche Wiederaufnahme des Einsatzes. Es gebe ein «dringendes Bedürfnis», dass die UN-Truppe zu «voller Funktionsfähigkeit zurückkehre», hieß es in einer Resolution, die der Rat am Freitag in New York verabschiedete.

Zehn Länder stimmten dafür, zwei dagegen, drei - darunter die Veto-Macht Russland - enthielten sich. Zugleich verlängerte das Gremium das Mandat der Minurso betitelten Mission offiziell bis Ende April 2017.

Zuvor hatte ein Streit zwischen Marokko und den Vereinten Nationen die Zukunft des Einsatzes in Frage gestellt. Der Konflikt war ausgebrochen, weil UN-Chef Ban Ki Moon die Kontrolle Marokkos über die Westsahara als «Besatzung» bezeichnet hatte. Marokko hatte daraufhin seine Mitarbeiter aus der Mission abgezogen und mit dem Abzug aller seiner Blauhelm-Soldaten aus UN-Friedenseinsätzen gedroht.

Der Streit um die Westsahara schwelt seit Jahrzehnten. Nachdem Spanien die ehemalige Kolonie im Nordwesten Afrikas 1975 aufgegeben hatte, teilten Marokko und Mauretanien sie zunächst unter sich auf. Als Mauretanien seine Ansprüche 1979 aufgab, besetzte Marokko auch den übrigen Teil des Gebietes.

Fr, 2016-04-29 18:23
Dummerstorf (dpa)

Rehjagd auf Autobahn in Mecklenburg-Vorpommern kurzfristig abgesagt

Dummerstorf (dpa) - Eine geplante Rehjagd auf der Autobahn 20 in Mecklenburg-Vorpommern ist kurzfristig abgesagt worden. Eigentlich sollte die Autobahn am Samstagvormittag auf einer Strecke von etwa 15 Kilometern komplett gesperrt werden, weil dort südöstlich von Rostock etwa ein halbes Dutzend Rehe gejagt werden sollten. Die Tiere laufen seit Monaten immer wieder über die Straße und gefährden den Verkehr.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte am Freitagabend, dass Experten des Umweltministeriums der Meinung seien, dass es noch nachhaltigere Methoden gebe, die Tiere zu verscheuchen. Deswegen sei die Jagd abgeblasen worden. In der kommenden Woche soll nun darüber beraten werden, was noch getan werden kann.

Im vergangenen Jahr hatte es immer wieder Versuche gegeben, die Rehe aus der Gefahrenzone an der Autobahn 20 herauszutreiben. Doch die Tiere kamen immer wieder zurück.

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Fr, 2016-04-29 18:42
Wiesbaden/München (dpa)

Hessen und Bayern für elektronische Fußfesseln gegen Islamisten

Wiesbaden/München (dpa) - Im Kampf gegen Islamisten machen sich Hessen und Bayern für den Einsatz elektronischer Fußfesseln stark. «Extremistische Straftäter, die mindestens ein Jahr in Haft waren und nach ihrer Haft noch als gefährlich eingeschätzt werden, sollten mittels elektronischer Fußfessel überwacht werden dürfen», sagte Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Samstag).

Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) hält dies dem Bericht zufolge ebenfalls für eine «effektive strafrechtliche Terrorbekämpfung» für nötig. Bausback wolle das Thema auf die Tagesordnung der Justizministerkonferenz Anfang Juni setzen, schreibt das Blatt.

Auch Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) zeigte sich demnach aufgeschlossen gegenüber einem weiteren Einsatz der Fußfessel: «Sie kann durchaus ein wirksames Instrument sein, um Menschen von bestimmten Orten fernzuhalten.» Derzeit werden dem Bericht zufolge mehr als 70 entlassene Straftäter elektronisch überwacht. Nach aktueller Rechtslage müssen sie dafür aber mindestens drei Jahre in Haft gewesen sein.

Angeordnet wird die Fußfessel vom Gericht, das die Bereiche festlegt, in denen sich ein überwachter Ex-Häftling aufhalten muss. Alarm wird ausgelöst, wenn ein Betroffener sich nicht an die Auflagen hält oder den Sender manipuliert - und auch bei technischen Pannen.

Fr, 2016-04-29 18:38
Don (dpa)

Ukrainische Soldatin Sawtschenko füllt Auslieferungsdokumente aus

Rostow am Don (dpa) - Die in Russland inhaftierte ukrainische Soldatin Nadeschda Sawtschenko hat den Auslieferungsbedingungen für das Verbüßen ihrer Strafe in der Heimat zugestimmt. «In den ausgefüllten Dokumenten hat Nadeschda ihre Schuld nicht anerkannt», sagte ihr Anwalt Mark Fejgin am Freitag der Agentur Interfax zufolge.

Sawtschenko war Ende März trotz internationalem Protest zu 22 Jahren Haft wegen Mordes an zwei Russen verurteilt worden. Die Ukraine prangert das Verfahren als Schauprozess an. Seit längerem wird über einen Austausch gegen zwei in Kiew inhaftierte Russen spekuliert.

Fejgin zufolge gehören zu den Formularen eine Biografie, das Einverständnis für die Überstellung in ihr Heimatland und mehrere Fragebögen. Zudem soll die 34-Jährige der Zahlung von umgerechnet knapp 400 Euro zugestimmt haben - als Strafe für das angeblich illegale Überschreiten der ukrainisch-russischen Grenze. Die ausgebildete Kampfpilotin spricht von Entführung.

Fr, 2016-04-29 18:29
Köln (dpa)

Bayer-Chef Dekkers nimmt Abschied von Aktionären Von Peter Lessmann, dpa

Viel besser hätte Dekkers seinen Job an der Bayer-Spitze gar nicht machen können. Jetzt fährt der Konzern die Früchte des Umbaus ein und die Aktionäre applaudieren. Doch der Vorstandschef sagt ade.

Köln (dpa) - Mit blauer Krawatte und dunklem Anzug tritt der Mann ans Mikrofon: Seinen holländischen Akzent hat Marijn Dekkers auch in den vergangenen sechs Jahren nicht abgelegt - doch den Konzern, dessen Führung er im Oktober 2010 übernommen hatte, hat der Manager umgekrempelt wie sonst kein anderer vor ihm. Bayer ist heute ein anderes Unternehmen - nicht mehr ein chemisch-pharmazeutischer Mischkonzern, sondern ein Unternehmen, dass sich auf die Sparten Gesundheit und Agrarwirtschaft konzentriert.

«Für Bayer sind Innovationen die Zukunft, sie sind mein Herzensthema», bekennt Dekkers - und er sagte es schon damals, als er als erster externer Manager Vorstandsvorsitzender von Bayer wurde. Der 58-Jährige wird am 1. Mai seinen Posten an Werner Baumann (53) abgeben, der gleichzeitig mit ihm vor mehr als sechs Jahren in das oberste Führungsgremium berufen wurde. Sein Amt als Präsident des Chemieverbandes VCI wird Dekkers noch bis zur planmäßigen Neuwahl im September behalten.

Dekkers, der über viele Jahre in den USA gearbeitet hatte und auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, wechselt zum britisch-niederländischen Konsumgüterriesen Unilever. Man sieht es ihm an, dass er sich auf die Zukunft freut, aber der Abschied geht ihm nahe - vor allem, als Aufsichtsratschef Werner Wenning sich bei ihm bedankt: «Lieber Marijn», sagt Wenning, «Sie haben Bayer hervorragend weiter entwickelt und Weichen gestellt.» Am Ende umarmen sich die beiden Manager. Dekkers ist sichtlich gerührt.

Zuvor hatte er eine kurze Bilanz seiner Arbeit gezogen. Das Unternehmen sei erfolgreich umgebaut und die Kunststoffsparte Covestro an die Börse gebracht worden. «Ich bin überzeugt, dass Bayer eine gute Zukunft vor sich hat», resümiert Dekkers. Das Unternehmen verfüge über attraktive Geschäfte, die weiter entwickelt werden sollten. Auch halte das Unternehmen Ausschau nach Zukäufen.

Treiber der Geschäfte bleibt die Pharmasparte, in der fünf neue Medikamente derzeit mit hohen zweistelligen Zuwachsraten reüssieren. Sie ist zugleich zu einem Markenzeichen für den Erfolg von Dekkers an der Bayer-Spitze geworden. Dazu gehört auch die Ausweitung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die 2015 bei insgesamt 4,3 Milliarden Euro lagen. Für die Zukunft sieht sich Bayer gewappnet: In der Forschungspipeline befänden sich erfolgversprechende Produkte.

«Heute ist der letzte Tag der Dekkers Show», sagt Marc Tüngler, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und bedankt sich beim Konzernchef. Aber ohne Kritik kommt auch Dekkers nicht weg: «Wir wollen mehr Dividende», fordert Tüngler. «Das liegt im Naturell eines Aktionärs.»

Und der künftige Konzernchef Baumann verspricht: «Wir werden an der Steigerung der Dividende arbeiten.» Einen Strategiewechsel soll es aber nicht geben. Bayer setze auf Kontinuität der Entwicklung, aber auch der Veränderung, unterstreicht der Manager.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Fr, 2016-04-29 17:22
Mannheim (dpa)

Bremsklotz Ölpreis - BASF mit verhaltener Prognose

Der Chemiekonzern BASF hadert weiter mit dem Ölpreis. Er sei das größte Risiko, sagt Vorstandschef Bock - obgleich mit dem Öl auch ein wichtiger Rohstoff für viele BASF-Produkte billiger geworden ist.

Mannheim (dpa) - Der abgestürzte Ölpreis bleibt der Klotz am Bein der BASF. «Das größte Risiko ist und bleibt der Ölpreis», sagte Vorstandschef Kurt Bock am Freitag bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal 2016 vor der Hauptversammlung in Mannheim. Nach seiner Prognose für das Gesamtjahr wird der Umsatz (2015: 70,5 Milliarden Euro) wegen des Öl- und Gaspreisverfalls und der Abgabe des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts an den russischen Energieriesen Gazprom um mehr als fünf Prozent zurückgehen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sondereinflüssen soll bis zu zehn Prozent unter dem Vorjahreswert (6,74 Milliarden Euro) liegen. Angesichts der derzeitigen Lage sei das «ein anspruchsvolles Ziel», sagte Bock. Die Hauptversammlung stimmte für den Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, die Dividende für 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 0,10 Euro auf 2,90 Euro je Aktie anzuheben.

Der Vorstandschef zeigte sich zuversichtlich, dass der Ölpreis «in den nächsten Jahren» wieder zulegt. Derzeit liege er mit gut 40 US-Dollar für ein Barrel der Sorte Brent im Rahmen der Annahmen. Bei 40 Dollar sei das Geschäft wenig erfreulich - noch vor zwei Jahren habe man einen Preis von 100 US-Dollar für normal gehalten. «Die meisten Experten gehen davon aus, dass wir die 100 US-Dollar-Marke kurzfristig nicht wiedersehen werden.»

Die Ludwigshafener sind von den anhaltend niedrigen Öl- und Gaspreisen doppelt betroffen. Niedrige Preise belasten neben der Öl- und Gastochter Wintershall auch das Geschäft mit Chemikalien. Vor allem die Margen bei Petrochemikalien stehen in dem Geschäftsfeld deutlich unter Druck.

Die Grundstoffe für die Herstellung etwa von Kunststoffen, Arzneimitteln, Farbstoffen und Waschmitteln können zwar billiger hergestellt werden, da Erdöl und Erdgas wichtige Rohstoffe und derzeit billig zu haben sind. Aber die niedrigeren Einkaufspreise müssen Chemieunternehmen bei starkem Wettbewerb in der Regel an die Kunden weitergeben.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die BASF damit, dass die Weltwirtschaft mit 2,3 Prozent etwa so stark wächst wie im Vorjahr (2,4 Prozent). Die weltweite Chemieproduktion soll um 3,4 Prozent zulegen, etwas weniger als 2015 (3,6 Prozent). «Das Geschäftsumfeld wird also herausfordernd bleiben, und wir rechnen nicht mit einer raschen Erholung unserer Märkte», sagte Bock. Er betonte, BASF werde die Investitionen 2016 im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Fünftel auf gut vier Milliarden Euro reduzieren. Zudem gehe es darum, neue Kapazitäten auszulasten.

«Für uns hat das Jahr verhalten begonnen», sagte Bock. Zwar verschaffte ein wegen des Ölpreisverfalls reduzierter Steueraufwand dem Konzern einen Gewinnzuwachs von 18 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro. Das Ebit vor Sondereinflüssen ging jedoch um 8 Prozent auf 1,90 Milliarden Euro zurück. Neben dem fehlenden Gashandel- und Gasspeichergeschäft, das BASF im Zuge eines Tauschs an den russischen Energieriesen Gazprom abgetreten hatte, wirkte sich auch hier der gesunkene Ölpreis aus. Der Konzernumsatz schrumpfte um 29 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro.

Fr, 2016-04-29 17:40
Washington (dpa)

US-Militär: Angriff auf Krankenhaus in Kundus kein Kriegsverbrechen

Washington (dpa) - Das US-Militär hat bestätigt, dass für den fatalen Luftangriff auf ein Krankenhaus im afghanischen Kundus Disziplinarmaßnahmen gegen 16 Armeeangehörige verhängt wurden. Es habe sich nicht um einen absichtlichen Angriff gehandelt; deshalb sei der Vorfall nicht als Kriegsverbrechen einzustufen, sagte General Joseph Votel am Freitag in Washington. Er sprach von technischen und menschlichen Fehlern.

Die Ermittlungen hätten ergeben, dass das Krankenhaus auf einer Liste von Gebäuden stand, die nicht hätten angegriffen werden dürfen. Die Besatzung habe aber keinen Zugriff auf diese Liste gehabt, weil ihr Funksystem nicht funktioniert habe. Sie hätten das Krankenhaus der Organisation «Ärzte ohne Grenzen» deshalb für ein Gebäude gehalten, das von der Taliban beherrscht werde, sagte Votel.

Bei dem Angriff auf das Hospital waren am 3. Oktober vergangenen Jahres 42 Menschen getötet worden, darunter 24 Patienten und 18 Mitarbeiter. Nach dem Angriff hatte das US-Militär mehrere Untersuchungen eingesetzt.

Fr, 2016-04-29 17:23
Düsseldorf (dpa)

Kölner OB Reker seit Messerattacke von Alpträumen verfolgt

Sie hatte befürchtet, gelähmt zu sein. Als Zeugin berichtet die Kölner Oberbürgermeisterin Reker detailliert von der Messerattacke. Seitdem plagen sie Alpträume von der eigenen Hinrichtung.

Düsseldorf (dpa) - Ein halbes Jahr nach dem Attentat leidet die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker noch unter Folgen der Messerattacke. Als Zeugin berichtete die 59-Jährige am Freitag im Prozess gegen den Attentäter vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht von wiederkehrenden Alpträumen und Beschwerden im Halsbereich, die eine weitere Operation erforderten. Dem 44-jährigen geständigen Angeklagten droht wegen versuchten Mordes lebenslange Haft.

«Ich hatte große Sorge, dass ich gelähmt sein könnte», berichtete Reker. Ihren Ärzten zufolge habe sie sehr viel Glück gehabt, dass das Messer die Halsschlagader und den Spinalkanal verfehlt habe. Die Klinge habe einen Wirbelkörper gespalten und ihre Luftröhre durchtrennt. Sie habe das Gefühl gehabt, ihr sei die Kehle durchgeschnitten worden. Seitdem träume sie von einer Hinrichtung: «Ich träume zum Glück immer nur bis zu der Stelle, bis mir die Kapuze über den Kopf gezogen wird.»

Der Täter habe sofort und gezielt mit dem Messer zugestoßen. Die Ärzte hätten ihr gesagt, die Klinge müsse sehr scharf gewesen sein. Der Angeklagte hatte behauptet, sie sei «total stumpf» gewesen. Bis heute habe der Täter kein Wort der Reue oder des Bedauerns an sie gerichtet. Das Angebot des Verteidigers, sein Mandant würde sofort einige entschuldigende Worte an sie richten, lehnte Reker ab. Dafür sei noch nicht der richtige Zeitpunkt. 

Eine Wahlkampfhelferin der FDP, die Rekers Kandidatur unterstützt hatte, berichtete, sie habe sich nach dem lebensgefährlichen Stich um Reker gekümmert und ihr Mut zugesprochen. «Es wird alles gut», habe sie immer wieder gesagt. Erst später habe sie den Schnitt an ihrer eigenen Wange bemerkt. Eine weitere FDP-Helferin hatte einen Stich in die Rippengegend erlitten. Auch sie habe die Verletzung zunächst gar nicht bemerkt, sagte sie. Eine Arterie und ein Muskel seien durchtrennt worden, ihre Lunge habe zum Glück nichts abbekommen.

Der 44-jährige Angeklagte aus Köln, der früher der rechtsextremen Szene angehörte, hat die Tat bereits gestanden, aber eine Tötungsabsicht bestritten. Er verfolgte die Aussagen äußerlich ungerührt. Er hatte der parteilosen Politikerin an einem Wahlkampfstand in Köln-Braunsfeld ein Messer in den Hals gerammt und sie einen Tag vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin lebensgefährlich verletzt. Er habe gegen Rekers Flüchtlingspolitik ein Zeichen setzen wollen, hatte er ausgesagt.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Fr, 2016-04-29 17:30
Wiesbaden (dpa)

Inflationsrate in Deutschland im April negativ

Die Inflationsrate pendelt um die Nullmarke. Das Statistische Bundesamt hat seine leicht positive Angabe vom Donnerstag korrigiert. Erstmals seit Januar 2015 sind die Verbraucherpreise leicht gesunken.

Wiesbaden (dpa) - Trotz der geöffneten Geldschleusen der EZB sind die Verbraucherpreise in Deutschland im April erstmals seit Januar 2015 wieder gesunken. Die Inflationsrate lag nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes um 0,1 Prozent niedriger als im April 2015, berichtete die Behörde am Freitag und korrigierte damit ihre Angaben vom Vortag. Ursprünglich hatten die Statistiker von einem kleinen Preiszuwachs um 0,1 Prozent berichtet, verschickten am Freitagnachmittag aber eine Berichtigung ihrer Berechnungen.

Nach der Korrektur ergibt sich ebenfalls neu, dass die Preise im Vergleich zum März um 0,4 Prozent gesunken sind (nicht -0,2 Prozent). Damit wurde der jüngste Anstieg der Teuerungsrate noch deutlicher gestoppt als bislang angenommen.

Im Ostermonat März hatten teurere Nahrungsmittel und höhere Preise für Pauschalreisen die Inflation auf niedrigem Niveau noch leicht anziehen lassen, die jährliche Teuerungsrate kletterte auf 0,3 Prozent. Im Februar hatte der Ölpreisverfall die Inflation in Deutschland auf Null gedrückt. Die endgültigen Daten für April will das Bundesamt am 13. Mai veröffentlichen.

Energie ist nach wie vor erheblich günstiger als ein Jahr zuvor, das Preisniveau lag nach den vorläufigen Zahlen im April um 8,5 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Allerdings schwächte sich dieser Effekt im Vergleich zum März (minus 8,9 Prozent) etwas ab.

Verbraucher profitieren von den gesunkenen Energiepreisen, weil sie günstiger tanken und heizen können. Den Währungshütern der Europäischen Zentralbank (EZB) jedoch bereitet die seit Monaten extrem niedrige Inflation im Euroraum Sorge. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur. Unternehmen und Verbraucher könnten Anschaffungen aufschieben, weil sie erwarten, dass es bald noch billiger wird.

Die EZB strebt daher mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Um dieses Ziel zu erreichen, senkte die Notenbank den Leitzins auf null Prozent und flutet die Märkte mit billigem Geld. Die Nebenwirkungen dieser Geldpolitik bekommen Sparer zu spüren: Gerade die in Deutschland so beliebten Anlagen wie Tages- und Festgeld werfen kaum noch Rendite ab.

Fr, 2016-04-29 17:46
Stuttgart (dpa)

Externe Anwälte beginnen Untersuchungen bei Daimler wegen Abgaswerten

Stuttgart (dpa) - Daimler hat wie angekündigt mit eigenen Untersuchungen zu in den USA gemessenen Abgaswerten begonnen. Seit einer Woche sicherten hauseigene Mitarbeiter gemeinsam mit Experten der Beratungsgesellschaft Deloitte Informationen zum Zertifizierungsprozess in Bezug auf Abgasemissionen in den USA, sagte eine Konzernsprecherin am Freitag. Zuerst hatte der «Spiegel» darüber berichtet. Das US-Justizministerium hatte den Hersteller der Marken Mercedes-Benz und Smart zu der Untersuchung aufgefordert.

«Es handelt sich dabei um eine interne Untersuchung mit externen Anwälten, die von uns beauftragt sind», sagte die Sprecherin. Die Spezialisten seien in Büros in Stuttgart und Sindelfingen gewesen und hätten unter anderem auf Laptops und anderen Laufwerken Daten sichergestellt, sagte die Sprecherin. Der Konzern habe auch eine Anwaltskanzlei für die Untersuchung hinzugezogen.

Geleitet werde die Untersuchung aber von der internen Revision des Autobauers, sagte die Sprecherin. Daimler hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, externe Anwälte ins Boot zu holen. Die Beratungsgesellschaft Deloitte hat auch bei den internen Ermittlungen nach dem Abgas-Skandal bei VW mitgearbeitet.

Daimler muss sich in den USA bereits wegen angeblicher Abgas-Manipulationen mit Rechtsstreitigkeiten auseinandersetzen. Fahrzeugbesitzer aus mehreren US-Bundesstaaten werfen dem Hersteller illegal überhöhte Emissionswerte vor. Auch die US-Umweltbehörde EPA hat bereits Aufklärung gefordert. Der Autobauer hatte mehrmals betont, dass der Konzern die Klagen für unbegründet hält und sich dagegen «mit sämtlichen juristischen Mitteln zur Wehr setzen» will. Manipulationsvorwürfe weist Daimler zurück.

Fr, 2016-04-29 17:21
Detmold (dpa)

Ehemaliger Auschwitz-Wachmann bricht Schweigen im Prozess Von Florentine Dame, dpa

Im Detmolder Auschwitz-Prozess gegen einen Ex-SS-Wachmann des Vernichtungslagers haben bislang viele Überlebende vom Grauen berichtet. Der Angeklagte blieb jedoch stumm. Bis jetzt: Nach einer umfangreichen Erklärung seiner Anwälte, ergriff er selbst das Wort.

Detmold (dpa) - Über das, was die Öffentlichkeit an diesem Freitag erfährt, hat Reinhold Hanning sein Leben lang geschwiegen. Weder seiner Frau, seinen Kindern noch Enkeln hat der 94-Jährige nach dem Krieg je berichtet, dass er SS-Wachmann war im Vernichtungslager in Auschwitz, was er dort tat und wie er heute darüber denkt.

Doch an diesem dreizehnten Tag im Prozess vor dem Landgericht Detmold entfaltet der Angeklagte Hanning mit zitternden Händen ein Blatt Papier. Fünf Sätze der Entschuldigung, die er persönlich vorträgt. Dass seine Stimme dabei viel höher klingt als erwartet, fast piepsig, wird der Anspannung geschuldet sein, die er fühlen muss.

Er spricht von Reue und Scham darüber, das Unrecht sehend geschehen lassen und ihm nichts entgegengesetzt zu haben. «Es tut mir aufrichtig leid», schließt er. In dem Prozess geht es um die Jahre 1943/44, da war Hanning Anfang 20.

Der Anklagevorwurf der Staatsanwaltschaft gegen den Mann aus dem nordrhein-westfälischen Lage wiegt schwer: In seiner Rolle als SS-Wachmann in Auschwitz soll er sich der Beihilfe zum Mord in mindestens 170 000 Fällen schuldig gemacht haben. Der spätere Unterscharführer war auch in dem Vernichtungslager eingesetzt gewesen, als dorthin zügeweise Juden aus Ungarn deportiert wurden, um sie in den Gaskammern zu ermorden. Er bewachte ein System, das darauf ausgelegt war, zu töten, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft - durch gewaltsame Auswahlprozeduren der Kranken und Schwachen, durch Hunger, willkürliche Brutalität, Massenerschießungen und durch tödliches Zellgift in den Gaskammern. 

Dass er selbst das Wort ergreifen und nicht nur seine Anwälte reden lassen würde, damit hatte kaum jemand gerechnet. Stumm, oft regungslos und den Blick zu Boden gerichtet, hatte der 94-jährige Greis im Rollstuhl bislang den Prozess verfolgt. Obwohl Überlebende Zeitzeugen ihn mehrfach zur Aussage bringen wollten, schwieg er beharrlich. Er solle die historische Wahrheit erzählen, hatte ihm zum Prozessauftakt der nahezu gleichaltrige KZ-Überlebende Leon Schwarzbaum aus dem Zeugenstand zugerufen.

Gemeinsam mit seinen Verteidigern erarbeitete Reinhold Hanning für den Prozess eine lang erwartete 23-seitige Erklärung, die sein Anwalt vortrug, ehe Hanning selbst sprach.

Die umfangreiche Erklärung zeichnet das Selbstporträt eines SS-Mannes, dem Auschwitz zugestoßen ist. Demnach war es die Stiefmutter, die ihn loswerden wollte und zur SS schickte, damit aus ihm etwas werde. Ein Granatsplitter in der Schläfe war es, der ihn von der Ostfront in den «Innendienst nach Auschwitz» brachte. Aus Furcht, dass man ansonsten «Schlimmeres zu befürchten hatte», tat er auch sonst, was man ihm sagte.

Fast immer: Der Mann, den er mit seiner Aussage zeichnet, half auch gelegentlich Häftlingen, schmuggelte zum Beispiel einmal Post für einen Gefangenen aus der Nachbarstadt Bielefeld. Und um Versetzung habe er auch zweimal gebeten, weil er die Kameraden an der Front vermisste. Vergeblich. «Auschwitz war ein Alptraum. Ich wünschte, nie dort gewesen zu sein», endet der von den Anwälten verlesene Bericht. 

Lang war auf diese Aussage gewartet worden. Die Opfer und ihre Vertreter reagierten spontan jedoch eher enttäuscht. Dass er sich geäußert habe, sei anzuerkennen, er habe aber nur eine Zuschauerrolle beschrieben, sagte Christoph Heubner vom Internationalen Auschwitz Komitee: «Er hat gesehen, er hat gewusst, aber er hat nichts gemacht», beschreibt er den Kern der Aussage Hannings.

Auch Leon Schwarzbaum war mit größeren Hoffnungen an diesem Tag nach Detmold gereist: «Er hat so vieles schöngeredet», sagte er. Schwarzbaum entging der Todesmaschine Auschwitz, verlor aber 35 Familienmitglieder. «Gibt es dafür eine Entschuldigung?»

Ein Urteil jedenfalls könnte schon bald fallen. Das Gericht hat bislang drei weitere Prozesstage angesetzt.

Fr, 2016-04-29 17:27
Aleppo (dpa) 

Zahl der Toten bei Angriff auf Klinik in Aleppo steigt auf über 50

Aleppo (dpa) - Die Zahl der Toten bei den Luftangriffen auf ein Krankenhaus und Nachbargebäude in der nordsyrischen Stadt Aleppo ist auf mehr als 50 gestiegen. Unter den Opfern seien auch Patienten sowie sechs Mitarbeiter, teilte am Freitag die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mit, die die Klinik unterstützt.

Die Situation in Aleppo sei kritisch, da die Luftangriffe keinen Teil der Stadt unberührt ließen, warnte MSF. Angriffe auf Krankenhäuser und medizinisches Personal zeigten, «wie vernichtend der Krieg in Syrien geführt wird», sagte Landeskoordinatorin Muskilda Zancada

Die Opposition macht Syriens Militär für die Bombardierung des Krankenhauses in einem Rebellengebiet am Mittwoch verantwortlich. Auch die Bundesregierung geht davon aus, dass die Angriffe auf die Klinik «mit einiger Wahrscheinlichkeit» von Truppen des Regimes geflogen wurden. Syriens Armee weist die Vorwürfe zurück.

Fr, 2016-04-29 17:23
Wiesbaden (dpa)

Inflationsrate in Deutschland im April negativ

Wiesbaden (dpa) - Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im April erstmals seit Januar 2015 wieder gesunken. Die Inflationsrate lag nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes um 0,1 Prozent niedriger als im April 2015, berichtete die Behörde am Freitag und korrigierte damit ihre Angaben vom Vortag. Ursprünglich hatten die Statistiker von einem Preiszuwachs um 0,1 Prozent berichtet.

Nach der Korrektur ergibt sich ebenfalls neu, dass die Preise im Vergleich zum März um 0,4 Prozent gesunken sind (nicht -0,2 Prozent). Damit wurde der jüngste Anstieg der Teuerungsrate noch deutlicher gestoppt als bislang angenommen.

Im Ostermonat März hatten teurere Nahrungsmittel und höhere Preise für Pauschalreisen die Inflation auf niedrigem Niveau noch leicht anziehen lassen, die jährliche Teuerungsrate kletterte auf 0,3 Prozent. Im Februar hatte der Ölpreisverfall die Inflation in Deutschland auf Null gedrückt. Die endgültigen Daten für April will das Bundesamt am 13. Mai veröffentlichen.

Fr, 2016-04-29 17:38
Stuttgart (dpa)

Externe Anwälte beginnen Untersuchungen bei Daimler wegen Abgaswerten

Stuttgart (dpa) - Daimler hat wie angekündigt mit eigenen Untersuchungen zu in den USA gemessenen Abgaswerten begonnen. Unter anderem Anwälte vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte hätten an Firmenstandorten in Stuttgart und Sindelfingen ihre Arbeit aufgenommen, sagte eine Daimler-Sprecherin am Freitag in Stuttgart. Zuvor hatte der «Spiegel» über den Start berichtet. «Es handelt sich dabei um eine interne Untersuchung mit externen Anwälten, die von uns beauftragt sind», sagte die Sprecherin.

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass die US-Regierung den deutschen Autobauer zu Untersuchungen über das Zustandekommen von Abgaswerten aufgefordert hatte. Dieser Aufforderung kam Daimler nach, inzwischen hat der Konzern den Fachleuten die Türen geöffnet. Vorwürfe, es gebe bei Daimler wie bei VW Manipulationen, hat Daimler stets vehement von sich gewiesen. Daimler betonte erneut, mit den Behörden in den USA zusammenzuarbeiten. «Etwaigen Hinweisen auf Regelverstöße wird das Unternehmen konsequent nachgehen und die erforderlichen Maßnahmen selbstverständlich treffen», hatte Daimler vor einer Woche mitgeteilt.

Fr, 2016-04-29 17:37
Irving (dpa)

Ölpreisverfall setzt Exxon und Co. zu - wann endet die Leidenszeit? Von Hannes Breustedt, dpa

ExxonMobil, der größte nichtstaatliche Ölkonzern der Welt, verdient 63 Prozent weniger. Das schwächste Quartalsergebnis seit 1999 folgt auf eine Reihe weiterer schlechter Nachrichten. Der Marktführer steht stellvertretend für eine gebeutelte Branche. Doch es gibt Hoffnung.

Irving (dpa) - Der US-Ölriese ExxonMobil hat eine rabenschwarze Woche hinter sich: Zuerst kassierten die Bonitätsprüfer von Standard & Poor's (S&P) erstmals seit fast fünf Jahrzehnten das Spitzen-Rating «AAA» des Konzerns, dann gaben die Texaner die niedrigste Dividende seit 34 Jahren bekannt. Am Freitag dann meldete Exxon den geringsten Quartalsgewinn seit dem Jahr 1999.

Die Misere hat einen simplen Grund: den Ölpreisverfall. In den letzten zwei Jahren hat sich der Preis für Rohöl mehr als halbiert. Die gesamte Branche ächzt darunter - der US-Marktführer leidet sogar noch auf vergleichsweise hohem Niveau. Die Hoffnung auf eine Trendwende nimmt zwar zu. Zuletzt ging es am Ölmarkt deutlich nach oben. Mittlerweile haben die Preise für US-Öl und für Nordsee-Öl jeweils die höchsten Stände seit etwa einem halben Jahr erreicht.

Doch auch wenn sich die Aussicht aufhellt - derzeit leckt die Branche ihre Wunden. «Herausfordernde Umstände» habe die Industrie zu bewältigen, kommentierte Exxon-Chef Rex Tillerson nüchtern das schlechteste Quartalsergebnis seines Unternehmens seit über 15 Jahren. Auf 1,8 Milliarden Dollar (1,6 Mrd Euro) - um 63 Prozent verglichen mit dem Vorjahreswert - brach der Überschuss des am Börsenwert gemessen weltgrößten Ölkonzerns ein.

Im Vergleich zur Konkurrenz geht es Exxon damit noch gut. Die Raffinerie-Sparte, zu der die Herstellung von Benzin, Diesel und anderen aus Rohöl und Gas gewonnenen Produkten gehört, sorgt für Schadensbegrenzung. Da Tillerson auch kräftig auf die Kostenbremse getreten hat, verdient das Unternehmen trotz aller Belastungen weiter Milliarden.

Davon kann der größte US-Konkurrent Chevron nur träumen. Im ersten Quartal fiel ein Verlust in Höhe von 725 Millionen Dollar (637 Mio Euro) an, wie der Konzern mitteilte. Internationalen Rivalen geht es ähnlich schlecht. Beim britischen Ölgigant BP stand im ersten Vierteljahr 2016 ein Minus von 583 Millionen Dollar in der Bilanz. Wettbewerber wie Shell, Statoil oder Total tun sich ebenfalls schwer.

Richtig ins Kontor schlagen die niedrigen Preise aber vor allem den kleineren Firmen der US-Frackingbranche. Die Pleiten nehmen zu: Erst vor gut zwei Wochen mussten die Öl- und Gasproduzenten Energy XXI und Goodrich Petroleum Insolvenz anmelten. Das Analysehaus Wolfe Research geht davon aus, dass etwa einem Drittel der US-Gas- und Ölfirmen das Aus droht. Viele Fracker halten sich mit immer teureren Krediten über Wasser, so dass das dicke Ende noch kommen könnte.

Allerdings ist der US-Fracking-Boom - das rasante Wachstum einer ökologisch umstrittenen Fördermethode, bei der Schiefergas und -öl mit Chemikalien gelöst werden - auch einer der Hauptgründe für den Preisrutsch der vergangenen Jahre. Durch die Förderung dieser Technik konnten die US-Produzenten ihre Stellung im Ölgeschäft massiv ausbauen. Weil Ölstaaten wie Saudi-Arabien sich im Kampf um Marktanteile weigern, ihre Fördermengen zu drosseln, ist es weltweit zu einem erheblichen Überangebot an Rohöl gekommen.

Fr, 2016-04-29 17:44
Passau (dpa)

DGB will Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen

Passau (dpa) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will bei den bundesweiten Kundgebungen zum Tag der Arbeit ein Signal gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit setzen. «Die Wahlerfolge der AfD können uns nicht kaltlassen», sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der «Passauer Neue Presse» (Samstag). Er spricht bei der zentralen Mai-Kundgebung am Sonntag in Stuttgart. Zeitgleich hält die Alternative für Deutschland (AfD) an diesem Wochenende ihren Bundesparteitag in der Landeshauptstadt ab. Dagegen gibt es Proteste. Die Polizei bereitet sich auf Ausschreitungen vor dem Tagungsort und in der Stuttgarter Innenstadt vor.

Unter den Gewerkschaftsmitgliedern gebe es genauso viele AfD-Wähler wie in der Bevölkerung, sagte der DGB-Chef. «Allen muss klar werden: Die AfD ist nicht die Partei der kleinen Leute, sondern die Partei der Besserverdiener.» Die AfD sei eine dumpf nationalistische, menschenverachtende und europafeindliche Partei. «Wir dagegen stehen für Weltoffenheit und soziale Demokratie und zeigen Haltung.»

Fr, 2016-04-29 17:10
Minsk (dpa)

Ukraine-Kontaktgruppe vereinbart neue Waffenruhe über Maifeiertage

Minsk (dpa) - Im Ukraine-Konflikt haben die Konfliktparteien eine verstärkte Waffenruhe über die Maifeiertage vereinbart. Sämtliche Kämpfe sollten an diesem Samstag um 0.00 Uhr Ortszeit (Freitag 23.00 Uhr MESZ) aufhören, sagte Martin Sajdik von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Freitag.

Die Waffenruhe solle mindestens bis zum Tag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland am 9. Mai eingehalten werden, sagte er nach einem Treffen der sogenannten Kontaktgruppe im weißrussischen Minsk.

In dem Gremium beraten die OSZE, Russland, die Ukraine sowie die prorussischen Separatisten über Friedensschritte für das Kriegsgebiet Donbass. Doch die Umsetzung des Minsker Friedensplans steckt seit Monaten in einer Sackgasse.

An diesem Sonntag begehen die Christen der orthodoxen Kirchen das Osterfest. Eigens dafür soll der seit Tagen geschlossene Fußgängerübergang zwischen dem Gebiet der Aufständischen und dem der Regierung im Ort Stanyzja Luhanska wieder geöffnet werden. Sajdik hoffte, dass die Waffenruhe auch über die Maifeiertage hinaus halten werde. Frühere Vereinbarungen waren immer wieder gescheitert. Seit dem Beginn der Kämpfe im April 2014 wurden im Donbass nach UN-Angaben mehr als 9000 Menschen getötet.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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