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Einkaufen / 04.Sep 2015

App gegen das Wegwerfen

Eine App soll Verbraucher in Supermärkte lotsen, die Lebensmittel mit bald ablaufendem Mindesthaltbarkeitsdatum günstiger anbieten.

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Gebänderter Diademseeigel, Augenfleck-Seewalze oder Seestachelbeere – den wenigsten Menschen dürften die Namen dieser unter Wasser lebenden Wirbellosen etwas sagen. Die US-Fotografin Susan Middleton hat atemberaubende Porträts dieser erstaunlichen Tiere geschaffen.

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Sa, 2015-09-05 05:00
Terlago (dpa)

Abgekühlte Liebe: In Italien wächst der Widerstand gegen den Bären Von Annette Reuther, dpa

Einst wanderte Braunbär «Bruno» von hier nach Bayern aus. Damals war die Beziehung zwischen Bär und Bewohnern im norditalienischen Trentino noch weit besser als heute. Ist der Traum von der friedlichen Koexistenz von Wildtier und Mensch ausgeträumt?

Terlago (dpa) - Das Haus könnte kaum idyllischer zwischen Bergen und Seen liegen. Ein Gemüsegarten, Obstbäume, Kinderschaukel und ein Hasenstall im Garten. Intakte Natur. Für Spaziergänge in der Gegend hat Moira Panazzolo dennoch nicht allzu viel übrig. «Wenn es dunkel wird, fühle ich mich schon nach zwei Schritten vor das Haus oder beim Müll rausbringen in Gefahr», sagt sie. Sie lebt mit ihren zwei kleinen Kindern und ihrem Partner Giovanni in der kleinen norditalienischen Gemeinde Terlago in der Nähe von Trient und fürchtet sich vor Bären. «Ich erschrecke beim kleinsten Geräusch. So will ich mich nicht fühlen.»

In der Gegend läuft seit 16 Jahren das Projekt «Life Ursus», mit dem der Braunbär wieder angesiedelt wurde. Seit die ersten Bären aus Slowenien in die Region des Naturparks Adamello-Brenta gebracht wurden, hat sich die Population auf derzeit etwa 50 Tiere erhöht. Aus der Alpenregion wanderte einst auch «Problembär Bruno» aus, der nach einem riesigen Medienrummel schlussendlich im Sommer 2006 in Bayern erlegt wurde.

«Bruneske» Eigenschaften zeigten zuletzt auch andere Bären der Gegend. Im Juni hatte eine Braunbärin in der Nähe einen Jogger angefallen und schwer verletzt. Seitdem läuft die Suche nach «KJ2». Vergangenes Jahr hatte zudem die Bärenmutter «Daniza» einen Pilzsammler verletzt. Als sie gefangen werden sollte, erwachte sie nicht mehr aus der Betäubung. Nicht erst seit diesen Vorfällen ist das Verhältnis zwischen Bewohner und Bär - gelinde gesagt - angespannt. «Auch wenn ich weiß, dass es statistisch wahrscheinlicher ist, dass man von einem Auto angefahren wird als von einem Bären gefressen: Die Angst bleibt», sagt Dorfbewohnerin Panazzolo.

Bei der Provinzverwaltung hat man das Problem erkannt. «Die Unterstützung für die Wiederansiedlung war am Anfang viel größer, nun überwiegt das Contra. Viele Leute haben Angst vor dem Bär. Das ist ein Problem», sagt Claudio Groff, der bei der Autonomen Provinz Trient für Bären zuständig ist. Die Kommunikation mit den Bewohnern müsse verbessert werden. Zudem verlangsame die Bürokratie zwischen dem Umweltministerium in Rom - das die Oberhand über Bärenentscheidungen hat - und der Provinz die Reaktion auf «Problembären». Auch sind die Schutzmaßnahmen oft nicht effektiv. Tests an elektrischen Zäunen hatten zum Beispiel ergeben, dass viele nicht richtig funktionierten.

Der Landtag im Trentino beschloss unlängst, der Bärenbestand müsse reduziert werden. Die rechtsextreme Partei Lega Nord, die in Norditalien fest verwurzelt ist, verlangt ein Referendum, das zeigen soll, wer für und wer gegen den Bären ist.

«Wir wissen sowieso, dass die Mehrheit gegen den Bären ist, ein Referendum wäre vollkommen überflüssig», sagt Bärenexperte Groff. Vielmehr müssten «die wenigen Problembären» konsequent aussortiert werden. «Diese Tiere nähern sich zu sehr dem Menschen und richten zu viele Schäden an.» Eine Möglichkeit sei, sie einzufangen, eine andere, sie zu erlegen - was Tierschützer auf die Barrikaden bringt.

Die Region sorgt sich auch um den Tourismus. «Natürlich gibt es auch unter Touristen Bedenken», sagt Groff. Aber diesen Sommer habe es einen Rekord bei den Touristenzahlen gegeben. Der Bär halte die Menschen also nicht von einer Reise ins Trentino ab. Umweltschützer beklagen, dass sich der Mensch dem natürlichen Lebensraum des Bären zu sehr nähert. In der Region gehe es eher darum, neue Skipisten oder Wanderwege zu erschließen, statt die Natur zu schützen.

Für die Tierfreunde sind die - äußerst seltenen - Bärenangriffe vor allem auf das Fehlverhalten der Menschen zurückzuführen. «Die Unfälle sind traurig, aber sie sind auch der Tatsache geschuldet, dass die Trentiner Bevölkerung und erst recht Touristen aus Deutschland noch lernen müssen, sich auf Bären einzustellen», erklärt Rüdiger Schmiedel von der Stiftung für Bären. Bleibt die Frage, ob mal wieder ein «Problembär» auswandert. «Bruno hat es nach Deutschland geschafft. Je stärker die Population im Trentino anwächst, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es ein weiterer Bär schafft.»

Sa, 2015-09-05 04:55
Berlin (dpa)

Nachbarn: Störenfriede, Straftäter, Schutzengel

Berlin (dpa) - Nachbarn können einem das Leben zur Hölle machen oder den Himmel auf Erden bereiten. Beispiele für Freud und Leid von nebenan:

Nachbarn als Störenfriede und Gewalttäter:

GEWALT: Bei einem Grillfest in Marienheide bei Köln gehen im April 2013 zwei streitende Nachbarn erst mit Schaschlik-Spießen aufeinander los, dann holt einer der Männer ein Messer und ersticht seinen Gegner. Das Landgericht Köln verurteilt den 64-Jährigen zu achteinhalb Jahren Haft.

RASSISMUS: Eine Frau beleidigt einen ausländischen Nachbarn mit einer fremdenfeindlichen Schimpftirade. Die Augsburger Justiz entscheidet in zwei Instanzen, dass ihre fristlose Kündigung rechtens ist. Dem Vermieter ist eine Fortsetzung des Mietvertrages nicht zuzumuten, entscheiden die Richter im Juli 2014.

GESTANK: Üble Gerüche treiben mehrere Nachbarn in die Flucht, dann zieht die Vermieterin die juristische Notbremse. Ein 83-Jähriger als Übeltäter muss ausziehen, entscheidet im Oktober 2014 das Amtsgericht Bonn. Der Mann hatte sich regelmäßig mit «unerträglich riechender Pferdesalbe» eingerieben und bei Nachbarn für Kopfschmerzen gesorgt.

GEQUALME: Das Amtsgericht Frankfurt/Main verbietet im November 2013 einem Mann das Rauchen auf dem Balkon unter dem Schlafzimmerfenster seines Nachbarn. Dieser hatte erfolgreich geklagt, der Rauch beeinträchtige seine für guten Schlaf notwendige Frischluft.

Nachbarn als Schutzengel:

RETTER AUS WASSER: Eine Frau rettet 2014 in Potsdam einen zweijährigen Jungen, der in einen Gartenteich gefallen war. Gemeinsam mit einem weiteren Nachbarn leistet sie so lange Erste Hilfe, bis ein Notarzt den Jungen reanimiert und in ein Krankenhaus bringt.

RETTER AUS FEUER: Ein Nachbar rettet im Juni 2014 einen zehnjährigen Jungen aus dem Dachgeschoss eines brennenden Hauses in Landau an der Isar (Bayern). Der 23-Jährige hatte die Hilfeschreie des Kindes gehört, das allein im Haus war, und trotz der Gefahr für sich selbst das Kind über eine Leiter aus dem Haus geholt.

RETTER VOR BETRÜGER: Zwei angebliche Handwerker verschaffen sich im Mai 2014 in Köln Zugang zur Wohnung einer 80-Jährigen, um dort nach Wertsachen zu suchen. Einem wachsamen Nachbarn entgeht der «Besuch» nicht. Er klingelt bei der Seniorin, verlangt den Ausweis von den Männern und treibt sie damit in die Flucht.

RETTER VOR GEWALTTÄTER: Drei Nachbarn kommen im August 2015 einer Frau in Kempten im Allgäu zu Hilfe, die von ihrem Ex-Lebensgefährten mit einer Eisenstange attackiert und verletzt wird. Sie überwältigen den Angreifer, setzen einen Notruf ab und kümmern sich um das Opfer. Laut Polizei haben sie ihrer Nachbarin das Leben gerettet.

Sa, 2015-09-05 05:00
Rom (dpa)

Der Braunbär - Europas größtes Landraubtier

Rom (dpa) - Der Braunbär (Ursus arctos) ist die einzige Bärenart in Europa. Einst waren seine Unterarten auf dem ganzen Kontinent weit verbreitet. Bevölkerungswachstum, großräumige Entwaldung und Jagd ließen die Braunbären aber in vielen Ländern verschwinden.

Heute leben in Skandinavien, Süd- und Osteuropa (ohne Russland) nach Angaben der Umweltstiftung WWF insgesamt rund 14 000 Tiere. Im europäischen und asiatischen Teil Russlands wird ihre Zahl auf zusammen mehr als 100 000 Tiere geschätzt. Seit etwa 25 Jahren gibt es in Italien, Österreich, Slowenien, Frankreich und Spanien einzelne Wiederansiedlungsprogramme. 2006 wurde mit «Bruno» nach 171 Jahren erstmals wieder ein Braunbär in Deutschland gesichtet - und bald darauf als gefährlicher «Problembär» getötet.

Die größten männlichen Braunbären in Europa werden bei 1,50 Meter Schulterhöhe bis zu 2,50 Meter lang und bringen 135 bis 150 Kilo auf die Waage. Sie durchstreifen als Einzelgänger große Reviere. Die Ernährung der Allesfresser besteht im Sommer neben Fleisch zu drei Vierteln aus Beeren, Obst und Baumfrüchten wie Eicheln und Kastanien.

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Sa, 2015-09-05 05:01
Koblenz (dpa)

10 Jahre Rheinsteig: Wandern in Weinbergen und Wäldern Von Jens Albes, dpa

Vater Rhein ist weltbekannt. Sein berühmtester Wanderweg feiert nun zehnten Geburtstag: Der Rheinsteig schlängelt sich zwischen Wiesbaden und Bonn über die Höhenzüge. Lust auf eine digitale Schnitzeljagd?

Koblenz (dpa) - Romantische Flussschleifen, Schlösser und Burgen, Höhenblicke auf Züge und Schiffe wie in einer Spielzeuglandschaft: Der Rheinsteig gilt vielen als einer der schönsten Fernwanderwege Deutschlands. 320 Kilometer lang geht es rechtsrheinisch zwischen Wiesbaden und Bonn durch viele Seitentäler bergauf und bergab. Am 8. September feiert der zertifizierte Premiumwanderweg seinen zehnten Geburtstag. Auf der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein hoch über dem Rhein werden dann die grünen Vizeregierungschefs von Rheinland-Pfalz und Hessen, Eveline Lemke und Tarek Al-Wazir, erwartet.

Eine exakte Statistik fehlt, aber der Leiter des Rheinsteig-Büros der Romantischen Rhein Tourismus GmbH in Koblenz, Frank Gallas, schätzt die Zahl der Wanderer auf mindestens 250 000 pro Jahr - und somit auf 2,5 Millionen seit der Eröffnung des «Premiumwegs». Dem lokalen Gastgewerbe habe die Eröffnung des Rheinsteigs 2005 in den drei Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen eine Umsatzsteigerung von vermutlich 10 bis 30 Prozent gebracht.

Vor allem das Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal zwischen Rüdesheim und Koblenz mit der wohl höchsten Burgendichte der Welt hat eine internationale Sogwirkung. Michael Jarmuschewski, Vorstandsmitglied des Deutschen Wanderinstituts in Marburg, sagt: «Ich höre da auch öfter englische und spanische Töne.»

Bundesweit sei Wandern wieder beliebter geworden. «Es gibt mehr Premiumwanderwege. Und persönliche schöne Wandererlebnisse können sich heute über das Internet rasend schnell unter Tausenden verbreiten», erklärt der Diplom-Geograf. «Auch bei unter 30-Jährigen gilt es nicht mehr als uncool zu sagen: «Ich gehe wandern».»

Einer, der gerne zum Rheinsteig aufbricht, ist etwa der Bankmitarbeiter Oliver Dillmann aus Eltville in Hessen. «Der Weg ist landschaftlich einfach schön. Und man kann immer ins Tal absteigen und mit dem Zug zurückfahren. Damit habe ich die doppelte Reichweite.» Der 46-Jährige ergänzt mit Blick auf die vielen Gaststätten: «Und die nächste Riesling-Schorle ist auch nie weit.» Viele Hotels bieten zudem Gepäcktransporte von einer zur anderen Etappe an.

Ein als Flusslauf stilisiertes «R» und der Schriftzug «Rheinsteig» dienen als Wegmarkierung an den Pfaden über Weinberge und Wiesen und durch Wälder und Felsen. Mehr als 1000 große Schilder gibt es. Von den kleineren Zeichen hätten Souvenirjäger schon Hunderte stibizt, sagt Gallas. Daher seien mittlerweile sehr viele Markierungen mit Forstfarben auf Bäume gesprüht worden.

Wanderbücher teilen die 320 Kilometer in 17 bis 24 Tagesetappen ein. «Viele erwandern sich eine Etappe nach der anderen über Jahre hinweg», erklärt Gallas. Die Stempelhefte zur Dokumentation der absolvierten Abschnitte würden allmählich von einer digitalen Schnitzeljagd mit einer Handy-App abgelöst. Dabei erfasst das Smartphone beim Wandern automatisch Pins, also virtuell definierte Punkte am Weg. Dafür können Wanderer Belohnungen einheimsen - je nach Zahl der Pins vom Schlüsselband bis zur Schifffahrt.

Nicht alles ist positiv am Rheinsteig. Manche Gasthäuser sind sichtlich noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Auch am Felsplateau der weltberühmten Loreley wirkt es ein bisschen altbacken - es soll dort allerdings nun mit einer Millionensumme moderner werden.

Störend kann zudem der Verkehrslärm sein: Europas wohl meistbefahrene Güterzugstrecke führt rechtsrheinisch durch das Flusstal, hinzu kommen die zweite Bahnstrecke am anderen Ufer und die beiden Bundesstraßen.

Meist verläuft der Rheinsteig jedoch auf den Höhen - und dann ist der Krach weniger zu hören. Gallas hat noch einen Tipp: «Schön ist es auch, nach einer Etappe mit dem Schiff zurückzufahren. Mit einem Glas Wein auf Deck lässt sich die erwanderte Landschaft viel besser sehen als mit dem Zug vorbeizurauschen. Das ist ein schöner Abschluss.»

Sa, 2015-09-05 03:42
Berlin/Wien (dpa)

Erster Flüchtlingsbus an österreichischer Grenze angekommen

Die Flüchtlinge in Ungarn können aufatmen. Der Weg nach Österreich und Deutschland ist frei. Die Entscheidung wurde auf höchster Ebene getroffen.

Budapest/Berlin/Wien (dpa) - Die in Ungarn gestrandeten Flüchtlinge können ausreisen. Ein erster Bus mit Flüchtllingen kam am frühen Morgen an der österreichischen Grenze an, wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtete. Ein MTI-Reporter habe gesehen, wie Flüchtlinge aus dem Bus ausgestiegen seien und zu Fuß über die Grenze nach Österreich gegangen seien. Dort hätten Österreicher sie mit Applaus, Willkommensplakaten und Essen erwartet.

Der Bus kam aus Zsambek, 33 Kilometer westlich von Budapest, wo besonders misstrauische Flüchtlinge zu Fuß Richtung Westen unterwegs waren. Sie hatten von mehreren zur Verfügung stehenden Bussen nur einen einzigen losfahren lassen - unter der Bedingung, dass auch Journalisten oder Aktivisten mitfahren. Sie hatten Angst, dass die Regierung sie wieder in ein ungarisches Flüchtlingslager bringen wolle anstatt an die Westgrenze. Nachdem sie erfahren hatten, dass der erste Test-Bus an der österreichischen Grenze angekommen war, folgten sie in weiteren zehn Bussen.

Die ungarische Regierung hatte 100 Buse bereitgestellt. Die meisten waren für die Menschen am Budapester Ostbahnhof im Einsatz.

Die Regierungen Österreichs und Deutschlands hatten sich darauf verständigt, die Migranten einreisen zu lassen. Im österreichischen Burgenland bereiteten sich Polizei und Rotes Kreuz auf das Eintreffen der Menschen vor. «Wir haben aber keine gesicherten Informationen, wie viele Busse das sind, wie viele Flüchtlinge das sind. Das geht von 800 bis zu 3000», erklärte der stellvertretende Landespolizeidirektor Werner Fasching der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Wie es danach weitergehen werde, war zunächst unklar.

Erst wollte niemand so recht glauben, dass die Busse wirklich zur Grenze fahren würden. «Vielleicht ist das nur wieder so ein Trick, um uns in ein Lager zu verfrachten», sagte ein junger Syrer. Doch als sich der Konvoi in Bewegung setzte, sprangen schließlich auch er und seine zwei Weggefährten in einen der Busse der Budapester Verkehrsbetriebe.

Einige ungarische Nachtschwärmer winkten den Abreisenden hinterher. Nicht wenige waren offensichtlich froh, die Fremden ziehen zu sehen. Doch es gab auch herzliche Abschiedsszenen zwischen Flüchtlingen und freiwilligen Helfern.

In Zsambek hatten Hunderte Flüchtlinge Rast gemacht, die zuvor zu Fuß aus Budapest Richtung Westgrenze aufgebrochen waren. Am Donnerstag hatten Ungarns Behörden Flüchtlinge in einen vermeintlich zur Grenze fahrenden Zug gelockt, der dann von der Polizei in der Nähe eines Flüchtlingslagers gestoppt wurde, wohin die Migranten gegen deren Willen gebracht werden sollten.  

Die Entscheidung, die Menschen nach Österreich und Deutschland einreisen zu lassen, sei in mehreren Gesprächen am Freitagabend abgesprochen worden, sagte der stellvertretende Sprecher der Bundesregierung, Georg Streiter, der Deutschen Presse-Agentur. Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann hatte nach APA-Angaben erklärt, die Entscheidung sei mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) abgestimmt.

Faymann hatte demnach zuvor mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban gesprochen. Die Entscheidung sei «aufgrund der heutigen Notlage an der ungarischen Grenze» gefallen, hieß es aus dem Kanzleramt in Wien.

Die Busse habe Ungarns Regierung zur Verfügung gestellt, um alle dort gestrandeten Flüchtlinge an die Westgrenze zu bringen, hatte Kanzleramtsminister Janos Lazar am Freitagabend in Budapest nach einer Sitzung des Krisenstabs der ungarischen Regierung erklärt.

Fr, 2015-09-04 22:48
York (dpa)

Unsicherheit nach Arbeitsmarktbericht belastet US-Börsen

New York (dpa) - Mit dem US-Arbeitsmarktbericht haben sich die Anleger am Freitag nicht anfreunden können. Statt der erhofften klaren Signale für die künftige Geldpolitik in den USA boten die Daten ein gemischtes Bild, das der US-Notenbank weder eindeutige Argumente für noch gegen eine Zinswende gibt.

Die an der Börse so verhasste Unsicherheit ließ den Dow Jones Industrial zwischenzeitlich um über 2 Prozent abtauchen. Dank einer leichten Erholung im späten Handel verlor der US-Leitindex vor dem feiertagsbedingt langen Wochenende letztlich noch 1,66 Prozent auf 16 102,38 Punkte. Auf Wochensicht büßte er damit 3,25 Prozent ein.

Auch S&P-500-Index und Nasdaq 100 zeigten sich schwach: Der marktbreite S&P verlor 1,53 Prozent auf 1921,22 Punkte und für den technologielastige Auswahlindex ging es um 1,18 Prozent abwärts auf 4184,72 Punkte.

Der amerikanische Arbeitsmarkt hat sich im August zwar weiter erholt, allerdings auch etwas schwächer als in den Monaten zuvor. Außerhalb der Landwirtschaft kamen 173 000 Arbeitsplätze hinzu. Das waren weniger als Experten erwartet hatten. Die Arbeitslosenquote ging derweil weiter zurück.

Die Börsianer lässt der Bericht mit Blick auf die erwartete Zinswende weiter im Ungewissen: «Der Arbeitsmarktbericht ist ziemlich gemischt ausgefallen und kann dafür verwendet werden, sowohl für als auch gegen eine Zinserhöhung zu plädieren», heißt es in einer Studie des Analysehauses Capital Economics. «Nach den Daten sind wir nicht viel schlauer als zuvor», sagte auch Devisenexpertin Thu-Lan Nguyen von der Commerzbank.

Schwächster Dow-Wert waren die Papiere von DuPont mit einem Abschlag von 3,88 Prozent. Die Aktien des Chemiekonzerns fielen ohne Neuigkeiten in Richtung ihres Tiefststandes seit März 2013 zurück, den sie in der Vorwoche erreicht hatten. Noch vergleichsweise gut hielten sich Boeing mit minus 0,96 Prozent.

Caterpillar verloren am zweiten schwachen Tag in Folge 1,81 Prozent. Die Experten der Investmentbank Robert W. Baird strichen ihre Empfehlung für die Papiere des Baumaschinenherstellers. Die im Mai zugrunde gelegte These, dass sich die Rohstoffpreise erholen, verliere an Substanz, hieß es. Viele Kunden des Konzerns stammen aus der Rohstoffbranche.

Für die Papiere von Joy Global sind die Baird-Experten weiter optimistisch, halbierten jedoch ihr Kursziel. Die Aktien des Herstellers von schwerem Gerät für die Minenbranche waren tags zuvor nach einer Prognosesenkung um fast 15 Prozent eingebrochen und gaben nun weitere 1,43 Prozent ab.

Netflix fielen um 2,25 Prozent. Der Video-Streamingdienst plant auch nach dem Vorstoß des Rivalen Amazon keine Download-Funktion für seine Nutzer. «Ich glaube immer noch nicht, dass es ein attraktives Konzept ist», sagte Netflix-Produktchef Neil Hunt am Rande der Technik-Messe IFA in Berlin.

Nach kräftiger Tagesschwankung hat sich der Euro am Freitag letztlich bei 1,1150 US-Dollar stabilisiert. Nach dem widersprüchlichen US-Arbeitsmarktbericht war er zunächst bis auf ein Tageshoch von 1,1189 US-Dollar angesprungen, kurz darauf aber bis auf 1,1089 Dollar abgerutscht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,1138 (Donnerstag: 1,1229) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8978 (0,8906) Euro. Richtungweisende zehnjährige Anleihen stiegen 10/32 Punkte auf 98 27/32 Punkte und rentierten mit 2,12 Prozent.

Fr, 2015-09-04 21:52
York (dpa)

Nahost-Quartett tagt Ende September in erweiterter Runde

New York (dpa) - Das Nahost-Quartett wird das nächste Mal in erweiterter Runde nach einer Lösung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern suchen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kündigte am Freitag (Ortszeit) an, dass zum nächsten Treffen Ende des Monats auch die Außenminister Ägyptens, Jordaniens und Saudi-Arabiens eingeladen würden. Auch die Arabische Liga solle vertreten sein. Zum Nahost- Quartett gehören die Vereinten Nationen, die Europäische Union, die USA und Russland. Das Treffen auf Außenministerebene soll vermutlich am 30. September am Rande der UN-Vollversammlung stattfinden.

Fr, 2015-09-04 21:26
Rom (dpa)

Unwetter in Teilen Italiens - Schnee in Südtirol

Rom (dpa) - Heftige Unwetter haben am Freitag in Teilen Italiens Straßen unter Wasser gesetzt und Schäden angerichtet. Am Flughafen Fiumicino in Rom kam es zu Verspätungen, ein Flug aus London etwa musste nach Pisa umgeleitet werden, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Außerdem warf der Gewittersturm Bäume um. Eine Frau wurde in Rom in ihrem Auto von einem herabstürzenden Baum verletzt.

Heftig betroffen war auch Ancona an der Adriaküste. Dort wurden Geschäfte, Keller und Unterführungen überflutet. Der Sturm deckte Dächer ab und entwurzelte Bäume. Auf Sardinien wurde eine Zugverbindung von umgestürzten Bäumen unterbrochen. An einem Strand bei Arbus an der Westküste der Insel flogen Liegen, Tischchen und Sonnenschirme durch die Luft.

Das Unwetter in Italien kam urplötzlich, nach einem heißen Sommer mit Durchschnittstemperaturen von 2,3 Grad über dem langjährigen Mittel im August. Während die Hitze im Süden des Landes andauerte, fiel in Südtirol im äußersten Norden bereits Schnee. Die Schneefallgrenze sank auf 1800 Meter.

Fr, 2015-09-04 21:11
Heidelberg (dpa)

Zeitung: Polizeibekannter Neonazi bewachte Flüchtlinge

Heidelberg (dpa) - In einer Flüchtlingserstaufnahmestelle in Heidelberg hat einem Medienbericht ein polizeibekannter Rechtsradikaler gearbeitet. Der Mann aus Kassel sei bei einer Überprüfung durch den Staatsschutz aufgefallen, bestätigten die Polizei und das Regierungspräsidium Karlsruhe dem «Mannheimer Morgen» (Samstag). Das Regierungspräsidium habe die private Sicherheitsfirma aufgefordert, den Mann sofort aus der Einrichtung zu verweisen und ihm Hausverbot zu erteilen.

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Fr, 2015-09-04 21:14
Genf (dpa)

UN-Vermittler: Friedensvereinbarung für Libyen rückt näher

Genf (dpa) - Der UN-Vermittler für Libyen hält nach eigenen Angaben eine Vereinbarung über die Beendigung des dortigen Bürgerkrieges bis Ende September für möglich. Bei den Genfer Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien gebe es Fortschritte, sagte der UN-Beauftragte Bernardino León am Freitagabend vor Reportern.

Bei einzelnen Problemfragen hätten sich die Vertreter der Konfliktparteien auf Lösungsansätze verständigt. Damit soll eine Machtteilung in dem ölreichen Land ermöglicht werden. Eine bis zum 20. September angestrebte Friedensvereinbarung sei nach weiteren Gesprächen erreichbar, sagte León.

Die Europäische Union und insbesondere Deutschland hoffen auf eine baldige Lösung des Konflikts in Libyen. Der nordafrikanische Staat hat sich seit dem Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi 2011 zur Ausgangsbasis für die Flucht Hunderttausender Menschen mit Hilfe von Schlepperbanden über das Mittelmeer nach Europa entwickelt. In Libyen streiten rivalisierende Regierungen in Tobruk und Tripolis um die Macht. Auch Dschihadisten versuchen, die chaotischen Zustände für sich auszunutzen.

Fr, 2015-09-04 20:08
Berlin (dpa)

Neue Spekulationen über Steinmeier als Bundespräsident

Berlin (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat nach «Spiegel»-Informationen Interesse an der Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck erkennen lassen. Voraussetzung sei, dass der amtierende Präsident von sich aus auf eine zweite Amtszeit verzichte, berichtete das Magazin am Freitag. Aus Steinmeiers Umgebung gab es am Abend jedoch ein klares Dementi. «Der «Spiegel»-Bericht ist falsch», hieß es in Berlin.

Gaucks Amtszeit endet im Frühjahr 2017, ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl. Der 75-Jährige lässt bislang offen, ob er Bundespräsident bleiben will.

Nach «Spiegel»-Informationen hat Steinmeier in internen Gesprächen «durchblicken» lassen, dass er grundsätzlich bereitstünde. SPD-Chef Sigmar Gabriel würde demzufolge seine Kandidatur begrüßen. Die «Rheinische Post» (Samstag) zitierte ein namentlich nicht genanntes SPD-Präsidiumsmitglied mit den Worten: «Steinmeier wird es machen, wenn er von beiden großen Parteien gefragt wird.»

Aus der Umgebung des 59-Jährigen hieß es jedoch, es habe von Steinmeier keinerlei «Signale» gegeben, genauso wenig wie interne Gespräche zu dem Thema. Steinmeier würde sich freuen, wenn Gauck wieder antrete. «Der Außenminister ist unverändert der Meinung, dass der Bundespräsident seine Sache hervorragend macht.»

Fr, 2015-09-04 20:20
Dhabi (dpa)

45 emiratische Soldaten bei Einsatz im Bürgerkriegsland Jemen getötet

Sanaa/Abu Dhabi (dpa) - Beim Einsatz der von Saudi-Arabien geführten Koalition gegen Huthi-Rebellen sind im Jemen 45 Soldaten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ums Leben gekommen. Das berichtete die staatliche emiratische Nachrichtenagentur WAM am Freitag. Die Soldaten seien bei einem Raketenangriff auf ihren Stützpunkt im Osten des Jemens ums Leben gekommen. Der emiratische Vize-Außenminister Anwar Gargash erklärte über Twitter, eine Rakete und eine Explosion in einem Munitionslager hätten die «Märtyrer» getroffen.

Ein Huthi-Anführer sagte der Deutschen Presse-Agentur, Anhänger der Rebellen hätten eine Rakete auf einen Militärstützpunkt in der Stadt Safir östlich der Hauptstadt Sanaa abgeschossen. Dabei seien Dutzende Gegner getötet oder verletzt worden. Die von den Huthis kontrollierte Nachrichtenagentur Sana meldete, auch Hubschrauber und Panzer seien zerstört worden. Waffendepots gingen demnach in Flammen auf.

Die Emirate gehören zu einer Koalition, die seit März die schiitischen Rebellen und deren Verbündete regelmäßig aus der Luft angreifen. Das Bündnis unterstützt damit Jemens Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der nach Saudi-Arabien geflohen ist. Die ursprünglich aus dem Norden des Jemen stammenden Rebellen haben weite Teile des bittarmen Landes überrannt. Seit Monaten herrscht ein blutiger Bürgerkrieg.

Die Koalition und ihre jemenitischen Verbündeten haben in Safir in der Provinz Mareb nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Arabija Tausende Soldaten und Hunderte schwere Fahrzeuge zusammengezogen. Auch die Emirate haben Dutzende Soldaten in die Region entsandt.

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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