Aktuell

ratgeber / 03.Sep 2015

So retten wir die gute Milch

Für einen Liter Milch bezahlen Molkereien derzeit im Schnitt nur noch 26 Cent. Das treibt kleine Betriebe in den Ruin und führt dazu, dass die Kühe noch gnadenloser ausgepresst werden. Beim Einkauf können Sie gegensteuern – wir zeigen wie.

Nachrichten-
archiv

Nachrichten-
archiv

- 20 %

PRODUKT
der Woche

Postkarten-Set Zauber der Meere

8,00 €
6,40 €

Gebänderter Diademseeigel, Augenfleck-Seewalze oder Seestachelbeere – den wenigsten Menschen dürften die Namen dieser unter Wasser lebenden Wirbellosen etwas sagen. Die US-Fotografin Susan Middleton hat atemberaubende Porträts dieser erstaunlichen Tiere geschaffen.

Jetzt bestellen
Fr, 2015-09-04 06:30
Berlin (dpa) 

Kinderärzte mahnen: Flüchtlinge gezielter versorgen

Wie gut Flüchtlinge nach ihrer Ankunft medizinisch versorgt werden, schwankt von Ort zu Ort. Noch läuft bei Impfaktionen und beim Zugang zur Vorsorge nicht alles rund, beklagen Kinderärzte.

Berlin (dpa) - Zur besseren medizinischen Versorgung von Flüchtlingen fordert der Verband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) dringend ein bundesweit einheitliches Vorgehen. Impfaktionen, Krankenversicherungskarten und sogenannte Laufzettel, auf denen Untersuchungen dokumentiert werden, gebe es bislang nur punktuell, sagte Verbandspräsident Wolfram Hartmann der Deutschen Presse-Agentur. Er sieht deshalb «erhebliche Probleme» bei der Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge, von denen hierzulande im laufenden Jahr mindestens 800 000 erwartet werden.

Hartmann berichtete, nach der «Tortur» ihrer Flucht unter unhygienischen Bedingungen kämen viele Kinder mit Erkrankungen wie Durchfall an. Dahinter könne etwa die Ruhr stecken. Bedenklich sei zudem, dass vielen Ärzten das Wissen über Tropenkrankheiten fehle. Nicht fit sei man auch bei in Deutschland seit Jahrzehnten nicht mehr auftretenden Krankheiten wie Polio. «Wir müssten flächendeckend für Ärzte Fortbildungen haben, damit sie Gefahren erkennen können», sagte er.

Ehrenamtliche Helfer vor der Berliner Erstaufnahmestelle berichten zudem von Frauen mit Kindern im Alter weniger Tage: Sie seien bei und nach der Geburt nicht medizinisch betreut gewesen, sagte Hebamme Simone Logar. «Hinzu kommen Erkältete und chronisch Kranke wie Diabetiker, denen lange keine Medikamente zur Verfügung standen.»

Gerade unzureichend oder nicht geimpfte Kinder müssten sofort in Erstaufnahmeeinrichtungen geimpft werden, um der Verbreitung von Krankheiten wie Masern, Mumps oder Röteln vorzubeugen, fordert der Kinderärzte-Verband schon länger.

Impfaktionen in Flüchtlingsheimen gingen bislang meist auf das Engagement Einzelner zurück, sagte Hartmann. Oft fehle es aber an Spritzen und Desinfektionsmitteln. Auch an Aufklärungsmaterialien mangelt es, dabei müssen Eltern der Impfung ihrer Kinder zustimmen. Bei minderjährigen Flüchtlingen ist ein Amtsvormund gefragt. «Das ist alles extrem kompliziert und wir haben auch viel zu wenig Dolmetscher, die uns helfen könnten», sagte Hartmann. Dabei ließen sich manche Bedenken von Flüchtlingen - wie die Angst vor wiederwendeten Kanülen - an sich leicht ausräumen.

Fr, 2015-09-04 06:15
Frankfurt/Main (dpa) 

Autobauer und Silicon Valley im Wettlauf um das Auto der Zukunft Von Annika Graf und Andrej Sokolow, dpa

Die Autoindustrie fährt in eine neue Ära. Online-Dienste in den Fahrzeugen verändern das Geschäft. Das Auto der Zukunft könnte im Silicon Valley gestaltet werden. Den Autobauern droht ein Kontrollverlust, gegen den sie ankämpfen.

Frankfurt/Main (dpa) - Auf der IAA in Frankfurt zelebrieren die Autohersteller traditionell neue Modelle im Scheinwerfer-Licht, doch diesmal mischen sich größere Sorgen als sonst in die Stimmung vor der Show. Und es sind nicht nur die Turbulenzen im wichtigen Riesen-Markt China. In der Industrie bahnt sich ein Umbruch an, wie es ihn noch nie gab. Mit Online-Diensten rückt das Silicon Valley in die Autobranche ein - den Platzhirschen droht ein Kontrollverlust.

«Die Wertschöpfungskette war früher einfach: Es gab Hersteller, Zulieferer, Händler», sagt Branchenexperte Axel Schmidt von der Unternehmensberatung Accenture. «Jetzt entsteht ein Ökosystem, das kein Hersteller alleine beherrschen kann.»

Die Ambitionen der IT-Konzerne sind offensichtlich. Google arbeitet seit Jahren an Technik für selbstfahrende Fahrzeuge und testet einen Stadtwagen aus eigener Entwicklung. Der Fahrdienst-Vermittler Uber, eines der reichsten Startups, forscht an Roboter-Wagen. Apple entwirft angeblich ein Elektro-Auto. Auch beim japanischen Elektronikhersteller Sony gibt es Gedankenspiele über einen Einstieg. «Der Wettlauf um die Mobilität der Zukunft ist extrem hart, eine Erfolgsgarantie gibt es für niemanden», sagte Volkswagen-Chef Martin Winterkorn im Frühjahr.

Man könne sich eine Zukunft vorstellen, in der die Autoindustrie die Fahrzeuge baut - «aber das Gehirn kommt von einem Apple oder Google», betont Schmidt. Davor habe die Branche zu Recht Angst. «Und dieser Erkenntnisprozess ist inzwischen eingetreten.»

Während die Autobosse früher bei Fragen nach der Gefahr aus dem Silicon Valley eher abwinkten, streckte Daimler-Chef Dieter Zetsche jüngst den IT-Riesen die Hand aus. «Eine Option könnte sein, dass die Autos in einem Joint Venture entstehen und wir diese dann bauen», sagte er in einem Interview. «Aber ich spreche hier rein fiktiv», schränkte Zetsche im nächsten Atemzug ein.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen geht nicht davon aus, dass etwa Apple oder Google im großen Stil selbst in die Produktion einsteigen: Die Margen seien für die IT-Größen viel zu niedrig. Selbst Oberklasse-Hersteller wie Daimler müssen sich anstrengen, damit zehn Prozent vom Umsatz als Gewinn hängenbleiben. Möglich wäre das aber, sagt Dudenhöffer. «Autobauen ist deutlich einfacher, als die Autohersteller immer erzählen.» Der kalifornische Elektroauto-Hersteller Tesla ist ein Beispiel dafür, wie eine Marke neu entstehen kann. Das Geld dazu hätten die IT-Konzerne allemal.

«Google hat kein Interesse an Auto-Hardware. Google will ein Mobilitätssystem in großen Städten erschaffen», sagt Schmidt, der bei Accenture den Auto-Bereich in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Lateinamerika leitet. Immer mehr vor allem junge Menschen wollen ihr Geld für Mobilität statt für ein eigenes Auto ausgeben. Deshalb versuchen sich Daimler, BMW, Volkswagen und Opel am Carsharing und entwickeln Apps, die sich nicht nur an Autokäufer wenden. Zugleich kam eine Untersuchung des TÜV Rheinland und anderer im Januar zu dem Schluss, dass der Autobesitz in Deutschland weiter eine wichige Rolle spielen werde.

Im Auto werde es künftig um den Zugang zu den Insassen gehen, darum, welche Dienste von welchem Anbieter ins Fahrzeug kommen, ist Schmidt überzeugt. «Das Spiel wird sich in den nächsten drei bis fünf Jahren entscheiden.» Es ist ein Wettkampf der Plattformen, in dem Google und Apple Hunderte Millionen Smartphone-Kunden haben. «Wer die meisten Nutzer auf seiner Plattform hat, wird das System bestimmen, wird die Services bestimmen und letztlich auch die Preise und die Margen.»

Die Autohersteller denken nicht daran, kampflos aufzugeben. «Wir wollen keine Lieferanten werden, die keinen direkten Kundenkontakt mehr haben und Hardware an Dritte liefern», betont Zetsche. Auch deshalb kauften Daimler, Audi gemeinsam Nokias Kartendienst Here. Es geht um mehr als nur Karten für selbstfahrende Autos: Sie wollen die Kontrolle im Cockpit nicht abgeben. «Es ist eine Initiative, eine Hersteller-Plattform als Alternative zu Google, Apple und möglichen anderen Playern aufzubauen», sagt Accenture-Mann Schmidt.

Wie schnell Software die Hardware übertrumpfen kann, zeigte sich in den vergangenen zehn Jahren in der Handy-Branche, wo Betriebssystem und Apps zur Hauptsache wurden. Und dass der Kontakt zum Kunden das Tor zu weiteren Geschäften öffnet, belegt das Modell Facebook.

«Wir haben so gelernt, dass es in unserem Geschäft nicht mehr allein um PS und Drehmoment geht», sagte Volkswagen-Chef Martin Winterkorn im Frühjahr. «Es gibt eine neue Emotion rund ums Autofahren, die entsteht», sagt Dudenhöffer. «Wir wissen noch nicht genau, was es ist, aber es ist etwas anderes, als schnell um die Kurve zu kommen und die Reifen quietschen zu lassen.»

Fr, 2015-09-04 06:45
Frankfurt/Main (dpa)

Wissmann: Langfristig führt kein Weg an Elektroautos vorbei

Berlin/Frankfurt/Main (dpa) - Trotz des schleppenden Absatzes von Elektroautos führt an den Stromern aus Sicht des Branchenverbandes VDA langfristig kein Weg vorbei. «Natürlich wirkt der aktuell niedrige Spritpreis an der Zapfsäule nicht wie ein «Turbo» für Elektroautos», sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, der Deutschen Presse-Agentur. Auf lange Sicht aber gelte: «Wir müssen unabhängiger vom Öl werden, wir brauchen die alternativen Antriebe.»

Wenn die Leistungsfähigkeit der Batterien weiter steige, und damit die Reichweite von E-Autos, gebe es bei der Elektromobilität einen «echten Schub».

Um das Ziel von einer Million E-Fahrzeugen im Jahr 2020 noch zu erreichen, seien aber zusätzliche Impulse notwendig. Dazu zähle eine Sonderabschreibung für gewerblich genutzte Pkw. Wissmann sagte, er erwarte eine Entscheidung der Bundesregierung über eine weitergehende Förderung von E-Autos noch für dieses Jahr.

Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen sind immer noch eine Seltenheit: In den ersten acht Monaten 2015 wurden nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes 6 456 Elektro-Autos neu zugelassen. Das war zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 61,4 Prozent - der Anteil der E-Autos aber lag bei gerade einmal 0,4 Prozent.

Als Haupthindernisse für den Ausbau der Elektromobilität zählen neben dem vergleichsweise hohen Preis der Fahrzeuge auch die geringere Reichweite sowie die derzeit noch unzureichende Infrastruktur.

Alternative Antriebe gehören zu den Schwerpunkten der Automesse IAA in Frankfurt, die Mitte September in Frankfurt beginnt. Ein weiteres Topthema ist die Digitalisierung der Branche. «Das vernetzte und automatisierte Fahren ist der große Innovationstrend, der auch die kommenden Jahre bestimmen wird», sagte Wissmann. «Wer künftig einen Neuwagen kauft, will auf die digitale Welt nicht verzichten.»

Mit Blick auf eine mögliche Konkurrenz von IT-Konzernen als Autobauer sagte der VDA-Chef: «Die IT-Integration ins Auto erfolgt branchenübergreifend, die Automobilindustrie braucht hierzu auch Partner aus der digitalen Welt. Wohlgemerkt: Partner.» Google hat bereits ein selbstfahrendes Auto entwickelt, der iPhone-Hersteller Apple arbeitet Medienberichten zufolge an einem eigenen Elektroauto.

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

weiterlesen

Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

Außerdem Interessant

New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

weiterlesen

Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

weiterlesen

Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

1 2 3
Fr, 2015-09-04 06:15
München (dpa)

Technik-Innovationen nicht immer erst in der Oberklasse Von Roland Losch, dpa

Das vernetzte Auto macht das Fahren sicherer und angenehmer. Das zeigt sich an einer Welle von Innovationen, nicht nur in der teuren Oberklasse. Abgespeckt wird an anderer Stelle.

München (dpa) - Im James-Bond-Film «Der Morgen stirbt nie» kurvte ein BMW mit leerem Fahrersitz bereits Mitte der 90er durch ein Parkhaus - der Geheimagent lenkte das Auto per Handy vom Rücksitz aus. Jetzt stellen die Münchner auf der IAA den neuen 7er vor, der tatsächlich ferngesteuert einparken kann. Autofahrer können sich auf immer mehr hilfreiche Neuerungen freuen - nicht nur in der Oberklasse.

Kommen Erfindungen zuerst immer in der Oberklasse statt im Kleinwagen ins Auto?

Ob Klimaanlage, Airbag, ABS oder EPS - früher waren Innovationen tatsächlich zuerst in der S-Klasse oder den anderen Flaggschiffen zu sehen und erst einige Jahre später dann auch in den billigeren Modellen. Das hat sich geändert: Die technischen Innovationen kommen viel schneller, und manchmal werden sie zuerst in der Mittel- oder in der Kompaktklasse angeboten. Beispiel: Der Notbrems-Assistent von VW kam zuerst im Golf. Der neue 3er BMW hatte plötzlich ein moderneres Navi als der teurere 5er. «So etwas werden wir zunehmend sehen», sagt Christoph Stürmer, Autoexperte der Unternehmensberatung PwC.

Warum?

Jede brauchbare Neuerung hebt das Image einer Marke - und die Kunden sind ungeduldig. «Ein Hersteller kann es sich nicht mehr leisten, mit einer neuen Technik zu warten, bis die neue Oberklasse an der Reihe ist», sagt Auto-Professor Stefan Bratzel von der Fachhochschule für Wirtschaft in Bergisch-Gladbach. Sobald ein neuer Technik-Baustein fertig ist, wird er eingebaut.

Schwindet der Innovationsvorsprung der Oberklasse?

Für das automatisierte Fahren sind hochwertige Sensoren und Kameras notwendig, die zum Beispiel Verkehrszeichen erkennen. Vieles davon ist noch zu teuer für das Massensegment. Bei vielen Funktionen, die das Autofahren sicherer oder komfortabler machen, seien die Premiumhersteller weit vorn, sagt Stürmer. Und auch wenn zum Beispiel die Klimaanlage inzwischen Standard ist, bleibt Spielraum für feine Unterschiede, etwa durch individuelle Sitzklimatisierung und edle Auslassdüsen.

Gibt es unterschiedliche Strategien?

Die Volumenhersteller versuchen, sich mit neuen Produkt-Ideen von der Konkurrenz abzuheben, sagt Stürmer. Beispiele: Opels Kompaktvan Zafira oder die kleinen SUVs. Hier gehe es um Nutzwert, das Platzangebot oder die Fahrzeugsilhouette. Bei den Premium-Autos blieben die Fahrzeug-Konzepte eher gleich, aber unzählige Neuerungen machten sie für die Insassen sicherer und angenehmer.

Was sind die Treiber der Innovation?

Das vernetzte und effiziente Auto sind große Themen, sagt Bratzel. Kundenwünsche und gesetzliche Vorgaben machen Druck. So haben das Internet und die Erwartung der Kunden, ihr Smartphone auch im Auto nutzen zu können, völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Jetzt kommen neue Sicherheitssysteme wie Volvos Kreuzungs-Assistent oder der Fahrunfähigkeits-Assistent im VW Passat, größere Bildschirme im Audi oder die Gestensteuerung im 7er-BMW. Und mit den technischen Möglichkeiten werden auch die Vorgaben strenger. So kann ein Auto ohne Notbrems-Assistent beim EroNCAP-Crashtest ab nächstem Jahr keine fünf Sterne mehr bekommen. Die einzelnen Schritte sind klein, aber über ein paar Jahre betrachtet werde sich ein gewaltiger Fortschritt ergeben, sagt Bratzel. In Pilotprojekten fahren Autos heute schon allein über die Autobahn.

Und was tut sich beim Antrieb?

Wegen der Klimaschutz-Vorgaben entwickeln die Hersteller Hybrid- und Elektroautos. Vor allem aber sinkt der Spritverbrauch der millionenfach verkauften Benzin- und Dieselfahrzeuge: Die Motoren werden immer sparsamer. Die Autos werden nicht mehr schwerer, sondern wieder leichter. Und sogar die Reifen laufen besser.

Ein Automodell wird alle sieben Jahre erneuert, galt bisher als Faustregel - wird das Tempo jetzt höher?

Das muss nicht sein. Um ein Auto stärker oder sparsamer zu machen, hätte ein Hersteller früher einen neuen Motor einbauen müssen. Heute genügt oft eine Verbesserung der elektronischen Steuerung. War ein Facelift nach drei Jahren oft nur kosmetischer Art, können jetzt jederzeit technische Nachbesserungen vorgenommen werden. Per Online-Update kann das Auto mit neuen Funktionen aufgerüstet werden - Tesla macht das vor.

Wie innovativ sind die deutschen Autobauer im Vergleich?

Sie sind über alle Technikfelder hinweg relativ weit vorne, sagt Bratzel. Beim Hybrid-Auto ist Toyota gut unterwegs. Mit Blick auf das vernetzte und autonom fahrende Auto erwartet er aber einen «Kampf der Welten zwischen den traditionellen Autoherstellern und der Big-Data-Welt der Apples, Googles und Alibabas». Bis 2025 werde die Entscheidung fallen.

Fr, 2015-09-04 06:50
Stuttgart (dpa) 

Bosch-Spartenchef: CO2-Ziele ohne Verbrennungsmotor nicht erreichbar

Stuttgart (dpa) - Die Autoindustrie wird nach Einschätzung von Bosch-Kfz-Spartenchef Rolf Bulander noch über Jahre hinaus auf den klassischen Verbrennungsmotor setzen müssen. «Nur mit verbesserten Diesel- und Benzinmotoren können wir die CO2-Ziele der EU erreichen», sagte der Chef des Kfz-Geschäfts beim IT-Konzern Bosch der Deutschen Presse-Agentur. Mit den noch kleinen Stückzahlen von Hybridmotoren, die klassischen Verbrenner und E-Antrieb vereinen, sei das von der EU für 2021 ausgegebene Ziel von 95 Gramm CO2 pro Kilometer für die Flotten der Hersteller nicht zu schaffen.

Bei den Verbrennermotoren gebe es noch entscheidende Fortschritte, so Bulander. Vor allem in der Subkompaktklasse und Kompaktklasse seien solche Maßnahmen notwendig, um CO2-Ziele zu erreichen. «Bei großen Fahrzeugen müssen diese Maßnahmen teilweise mit einer Elektrifizierung ergänzt werden, um die CO2-Ziele zu erreichen.»

«Ein optimierter Turbolader bringt beispielsweise zwei bis drei Prozent Einsparungen, der elektronische Horizont zehn Prozent und ein aktives Fahrpedal noch einmal ein paar Prozent», sagte Bulander. Mit Benzindirekteinspritzung sinke der Verbrauch 15 Prozent- und mit diesen Systemen seien in Europa 2016 erst bei 50 Prozent der Benziner ausgestattet. Oft sei es so, dass die Lösungen mit zunehmender Finesse anspruchsvoller und damit tendenziell teurer würden, räumt der Bosch-Spartenchef ein. «Mindestens die nächsten 10 bis 15 Jahre werden wir nicht Elektromotor «oder» Verbrennungsmotor sagen, sondern «und».»

Fr, 2015-09-04 06:45
Caracas (dpa)

Der Jamaika-Brief und die trübe Gegenwart Von Georg Ismar, dpa

Vor 200 Jahren wurde die Vertreibung der spanischen Kolonialmacht aus Südamerika eingeleitet. Der «Befreier» Simón Bolívar entwarf mit den Briten in der «Carta de Jamaica» einen Masterplan - doch der ging nicht ganz auf. Heute ist es schlecht um sein Erbe bestellt.

Caracas (dpa) - Er ist gerade einmal 32 Jahre alt. Aufgewühlt. Simón Bolívar sieht eine historische Chance, jetzt wo Europa durch Napoleon in Unordnung geraten ist. Weg mit den spanischen Kolonialherren, die seit Kolumbus über 300 Jahre die Völker Südamerikas unterjocht haben. Die Französische Revolution ist das Vorbild: In vielen Wappen der Länder Südamerikas findet sich heute die Jakobinermütze als Symbol des Freiheitskampfes.

Bolívar sucht Verbündete. Rastlos ist er in Jamaika angekommen, vor den Spaniern geflohen, die erste Unabhängigkeitsbestrebungen in Kolumbien noch einmal zurückschlagen konnten. Er wendet sich an den Briten Henry Cullen. Die «Carta de Jamaica», die in dieser Zeit entsteht und am 6. September 1815 vollendet wird, wird zu einer Art Manifest für die Vertreibung der Spanier - mit britischer Hilfe. Vor allem für die Zeit danach.

«Es ist eine grandiose Idee, aus der gesamten Neuen Welt eine einzige Nation bilden zu wollen», bringt Bolívar zu Papier. «Da sie einen Ursprung, eine Sprache, einheitliche Gebräuche und eine Religion hat, müsste sie auch nur eine einzige Regierung haben, die einen Bund mit verschiedenen zu bildenden Staaten schließt.»

Zugleich muss er damals schon einräumen, dass eine «Gran Patria» - ein großes einiges Vaterland - kaum möglich sei. Unterschiedliche Lagen, gegensätzliche Interessen und unähnliche Charaktere würden Südamerika zu sehr teilen. Doch Bolívar hofft auf einen Staatenkongress: Eine Art Vorläufer der EU, der eine friedliche und eigenständige Entwicklung Südamerikas sichern soll.

Bolívar wird 1783 im heutigen Venezuela geboren. Er gehört zur wohlhabenden kreolischen Oberschicht der in Südamerika geborenen Nachfahren von Spaniern. Durch die französische Revolution und die folgenden Kriege wird Spanien so destabilisiert, dass auch die Kontrolle in Übersee verloren geht. «Die napoleonische Invasion in Spanien führte zu einer Verstärkung der amerikanischen Unabhängigkeitsbestrebungen», betont der Politologe Nikolaus Werz.

Doch warum ist die «Carta de Jamaica» - neben Einblicken in Bolívars Pläne und sein dem Liberalismus nahestehendes Gedankengut - als historische Quelle so wichtig? Sie zeige, welche politische Macht Bolívar in seinen Kampf gegen die spanischen Restaurationsversuche unterstützte, meint der an der Universität St. Augustine in Trinidad und Tobago lehrende österreichische Historiker Christian Cwik.

Nämlich: die Briten. Sie spielten laut Cwik ein doppeltes Spiel. Beim Wiener Kongress - der nach den napoleonischen Kriegen Europa neu ordnete - sei London im Gleichschritt mit den anderen europäischen Mächten gegen die revolutionären Bewegungen in den Kolonien aufgetreten. Doch in Südamerika unterstütze London Bolívar auf indirektem Wege: Die Logistik für Aufrüstung und Aufbau einer Befreiungsarmee Bolívars übernahmen Freimaurer - wodurch Großbritannien offiziell im Hintergrund bleiben konnte.

«Ziel war es, den Freihandel im befreiten Amerika durchzusetzen und die Rückkehr des spanischen Monopolhandels zu verhindern», sagt Cwik. Das sei aufgegangen.

Denn ab 1819 erringt der «Befreier» Amerikas signifikante Geländegewinne in seiner Heimat. Er gründet das unabhängige Groß-Kolumbien und wird 1821 auch der erste Präsident des Territoriums, welches das heutige Venezuela, Panama, Kolumbien und Ecuador umfasst - und seinen Visionen von Jamaika relativ nahe kommt. Und: Großbritannien wird erster Handelspartner Groß-Kolumbiens. Aus Sicht Cwiks schafften es die Briten, so dauerhaft den Einfluss in Amerika zu stärken.

Der Unabhängigkeitsdrang lässt Bolívar noch gen Süden in Richtung Peru vorstoßen. Mit Hilfe von General Antonio José de Sucre werden die Spanier endgültig geschlagen. Das 1825 unabhängig gewordene Bolivien benennt sich nach Bolívar - und die Hauptstadt nach Sucre.

Aber rasch kommt es überall zu Fragmentierung und Konflikten. Nach Bolívars frühem Tod 1830 zerbricht wenig später auch sein Groß-Kolumbien in mehrere Staaten. Fast überall reiht sich ein Putsch an den nächsten, statt einem Band der Einheit dominieren machtgierige «Caudillos» (Anführer). Seine Visionen bleiben Visionen.

Bis heute werden Bolívars Ideen verehrt. Doch die Realität sieht anders aus: Anno 2015 verheddern sich die Staaten des früheren Groß-Kolumbiens in Konflikten. Nachdem jüngst an der Grenze zu Kolumbien drei venezolanische Soldaten verletzt worden sind, gab Präsident Nicolás Maduro rechten kolumbianische Paramilitärs die Schuld. 1100 Kolumbianer wurden ausgewiesen, die Botschafter beider Staaten zurückgerufen. Und die Grenze zwischen Cúcuta und San Antonio de Táchira wurde geschlossen. Dabei trägt die Kolumbien und Venezuela verbindende Grenzbrücke einen besonderen Namen: «Simón Bolívar».

Fr, 2015-09-04 06:21
Berlin (dpa) 

Maaßen: Hetze gegen Flüchtlinge radikalisiert rechtsextreme Szene

Berlin (dpa) - Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen betrachtet die extreme Hetze rechter Parteien gegen Flüchtlinge mit großer Sorge. Er verwies im «Tagesspiegel» (Freitag) auf die massive «Anti-Asyl-Agitation» der rechtsextremistischen Parteien NPD, «Die Rechte», «Der Dritte Weg» und «Pro NRW». Es sei «bemerkenswert, dass sich die Internetseiten der Parteien nahezu vollständig auf dieses Thema fokussieren». Auch wenn sich die Parteien verbal von Gewaltexzessen distanzierten, trügen sie «eine Mitschuld daran, wenn einige Protestierer zur Gewalt gegen Asylbewerber schreiten».

«Die rechtsextremistische Szene schrumpft zwar insgesamt, aber der Anteil der gewaltorientierten Rechtsextremisten nimmt zu, zuletzt auf etwa 50 Prozent», warnte Maaßen. In einer derart aufgeheizten Stimmung sei nicht auszuschließen, «dass sich Gruppen bilden, die dazu bereit sind, rechtsterroristische Anschläge zu verüben».

Fr, 2015-09-04 05:30
Berlin (dpa)

CDU-Politiker: 10 000 Mitarbeiter der Bundesagentur für Flüchtlinge

Berlin (dpa) - Der CDU-Arbeitsmarktpolitiker Kai Whittaker hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) aufgefordert, 10 000 Mitarbeiter zur Integration der Flüchtlinge in den Jobmarkt zur Verfügung zu stellen. Die BA habe wegen der niedrigen Arbeitslosigkeit eine Überkapazität an Personal, sagte Whittaker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Kräfte sollten jeweils zur Hälfte dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie den Jobcentern zur Verfügung gestellt werden. Zudem sprach er sich dafür aus, Asylbewerber in einer Ausbildung oder mit einem Arbeitsplatz aus dem Asylverfahren zu nehmen. «Eine ähnliche Praxis wird seit Jahren in Schweden erfolgreich umgesetzt.»

Fr, 2015-09-04 05:45
Paris (dpa)

Kontrolliert werden nur Geigenkästen - Mit dem Thalys nach Paris Von Christian Böhmer, dpa

Der Schock saß tief: Ein schwer bewaffneter Mann eröffnete in einem Thalys-Zug das Feuer. Seitdem wird über verstärkten Schutz für Bahnreisende debattiert. Die Realität ist ernüchternd.

Paris (dpa) - Auf dem Bahnsteig 5 des Brüsseler Süd-Bahnhofs herrscht Unruhe. Reisende schauen auf ihre Uhren oder zücken Mobiltelefone. Grund für die Nervosität ist eine 15-minütige Verspätung des morgendlichen Thalys-Zuges nach Paris. Drei Polizisten patrouillieren lässig in der Menschenmenge. Sie kontrollieren lediglich die Geigenkästen von zwei Musikern. Doch in den Instrumentenbehältern sind keine Kalaschnikow-Sturmgewehre verborgen.

Gerade zwei Wochen ist es her, als ein schwer bewaffneter Mann im Hochgeschwindigkeitszug von Amsterdam nach Paris das Feuer eröffnete und zwei Menschen schwer verletzte. Fahrgäste rangen den inzwischen 26 Jahre alten Angreifer nieder. Dem Marokkaner wird von der französischen Staatsanwaltschaft Terrorismus vorgeworfen.

Nach einer Lautsprecherdurchsage laufen die Brüsseler Thalys- Passagiere zum anderen Ende des Bahnsteigs. Acht Waggons des sehr langen Zuges fehlen. Die Nummerierung der Wagen stimmt nicht mehr mit den Angaben auf den Fahrscheinen überein. Im allgemeinen Durcheinander unterbleibt meist die übliche Kontrolle der Tickets vor Betreten des Zuges. Von stichprobenartigen Gepäckkontrollen - davon war nach dem vereitelten Anschlag die Rede gewesen - ist nichts zu sehen.

Im Zug wird es eng. In der Bordbar und in den schmalen Gängen sitzen die Menschen auf dem Boden. Manch einer von ihnen scheint in Gedanken doch bei der Terror-Attacke zu sein. «In dem Gedrängel kommt keiner mehr durch, egal, ob er etwas Gutes oder Schlechtes vorhat», meint ein belgischer Student. Andere Passagiere sind eher mit gegenwärtigen Problemen beschäftigt. In der Toilette ist der Wasserhahn versiegt. «Wo kann man sich die Hände waschen?», fragt einer.

Nach dem Angriff kündigten die Behörden Polizeipatrouillen mit Beamten aus Belgien und Frankreich an. Die gibt es zwar - aber nicht im jedem Zug, wie Vielfahrer berichten. «Wir müssten umfassende Kontrollen haben, auch für das Gepäck», meint einer der Zugbegleiter, räumt aber gleichzeitig ein, dass dies praktisch schwer zu machen sei.

Europäische Innenminister hatten bei ihrem Krisentreffen unmittelbar nach dem Attentatsversuch in Paris signalisiert, dass sie umfassende Sicherheitschecks in Zügen ablehnen. «Wir wollen keine vollständige, flächendeckende Personen- oder Gepäckkontrolle in den Zügen in Deutschland oder Europa», so das Credo des deutschen Ressortchefs Thomas de Maizière (CDU). Sein französischer Kollege Bernard Cazeneuve kündigte an, es solle Ausweiskontrollen oder Sichtung von Gepäck da geben, wo es notwendig sei.

Die Debatte um Zugsicherheit ist auch deshalb kompliziert, weil es bisher überhaupt keine gemeinsamen EU-Regeln dafür gibt. Ob die Gemeinschaft der 28 Staaten nun eine Wende einleitet und Gesetze auf den Weg bringt, wird sich bei einem Treffen der europäischen Verkehrsminister am 8. Oktober zeigen. Eisenbahngewerkschaften reichen die Ankündigungen des Pariser Ministertreffens nicht aus. Sie fordern unter anderem, bei Sicherheitsaufgaben nur Fachkräfte einzusetzen.

Auf dem Bahnsteig des Pariser Nordbahnhofs filzen einige Polizisten in Zivil ankommende Thalys-Fahrgäste. Das geht rasch und unaufgeregt über die Bühne. Diese Kontrollen sind an der Gare du Nord Routine - sie wurden aber lange vor dem Thalys-Angriff eingeführt.

Bei uns geht's um die Welt.
Kommen Sie doch mit!

6 Ausgaben
im Jahr für nur 33,50 Euro

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

weiterlesen

Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

weiterlesen

Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

weiterlesen

„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

1 2 3
Fr, 2015-09-04 05:40
Arnheim (dpa)

Affe bringt Drohne zum Absturz

Arnheim (dpa) - Ein Schimpanse hat eine Drohne in einem Zoo in den Niederlanden gezielt zum Absturz gebracht. Eine Filmcrew wollte mit dem kleinen Fluggerät Aufnahmen aus der Luft von einer Affengruppe im Royal Burgers' Zoo in Arnheim machen. Doch Weibchen Tushi brachte die Drohne kalkuliert zur Strecke: Sie kletterte auf ein Gerüst und attackierte mit einem fast zwei Meter langen Zweig das Flugobjekt.

Ein Bericht dazu ist jetzt in der Fachzeitschrift «Primates» erschienen, wie der Wissenschaftsverlag Springer mitteilte. Der Vorfall ereignete sich bereits im April. Die Wissenschaftler Jan van Hooff und Bas Lukkenaar sehen diesen Vorfall demnach als weiteren Beweis dafür, dass Schimpansen nicht lange fackeln und als Werkzeug benutzen, was immer ihnen zwischen die Finger kommt.

Fr, 2015-09-04 06:00
Mainz/Leipzig (dpa)

Von Aleppo in die Zwerchallee - wie Kommunen Flüchtlinge aufnehmen Von Peter Zschunke und Fredrik von Erichsen , dpa

Die steigende Zahl von Flüchtlingen stellt Städte und Gemeinden bundesweit vor Probleme. Eine dezentrale Unterbringung in Wohnungen ist für viele Kommunen nicht mehr machbar. Der Städtetag und Pro Asyl fordern mehr Geld für den sozialen Wohnungsbau.

Mainz/Leipzig (dpa) - Die Flucht aus Syrien und die Erstaufnahme liegen hinter Adnan und Daim. Jetzt sind die Brüder zusammen mit ihrer Mutter in Mainz angekommen, in einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Zwerchallee. Die Kommunen haben die Hauptaufgabe bei der Unterbringung der geflüchteten Menschen zu bewältigen. In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt werden es dieses Jahr etwa 2000 sein. «Wenn es so weitergeht mit den Prognosen, weiß ich beim besten Willen nicht mehr wohin mit ihnen», sagt der Mainzer Sozialdezernent Kurt Merkator (SPD). Unbedingt vermeiden will er die Unterbringung in Zelten oder Turnhallen.

Die Möglichkeiten für reguläre Unterkünfte seien «fast überall ausgeschöpft», sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Stephan Articus. Die Städte müssten immer mehr auf Notquartiere und Provisorien ausweichen, die keine dauerhafte Lösung sein könnten. «Bund und Länder sollten ihre Mittel für die soziale Wohnraumförderung deutlich aufstocken, damit genügend bezahlbare Wohnungen für alle Gruppen mit niedrigen Einkommen entstehen.»

Noch ist Platz in den vierstöckigen Häusern an der Zwerchallee in Mainz. Sozialpädagogin Annika Oppermann kümmert sich dort für die Stiftung Juvente Mainz um Neuankömmlinge. Die Gemeinschaftsunterkunft wird ausgebaut, bald sollen dort am Rande eines Industriegebiets 400 Menschen wohnen. Sind da Konflikte nicht vorprogrammiert?

Streit sei normal, antwortet die Flüchtlingsbetreuerin - «wie in jedem anderen großen Mehrfamilienhaus auch». Bei der Zuteilung der Wohnungen achtet sie darauf, dass die Menschen zueinander passen. Wie Igbal und Roya. Die beiden zwölfjährigen Mädchen aus Mazedonien und Afghanistan sind gute Freundinnen, sie spielen Fußball und gehen zusammen zur Schule, in die 5. Klasse. Igbals Vater aber sorgt sich, dass er mit seinen vier Kindern nicht in Deutschland bleiben darf: «Wir haben Angst vor der Abschiebung.»

Städte und Gemeinden sind erfinderisch bei der Aufnahme von so vielen Menschen in Not, es gibt unterschiedliche Konzepte. In vielen Großstädten kommen sie zunächst in eine Gemeinschaftsunterkunft. Dort könne eine bessere Betreuung gewährleistet werden, erklärt Merkator. Binnen eines Jahres sollen die neuen Mainzer in Wohnungen vermittelt werden. Doch der Wohnraum wird immer knapper.

Auch Leipzig vertritt das Konzept, den Flüchtlingen zunächst in einer Gemeinschaftsunterkunft einen geschützten Raum zu bieten. Danach sollen sie so bald wie möglich in eine eigene Wohnung ziehen. Mit der jetzt auf 5400 Asylbewerber in diesem Jahr gestiegenen Prognose werde von allem mehr benötigt - Gemeinschaftsunterkünfte ebenso wie Wohnungen, sagt die Leiterin des Sozialamts, Martina Kador-Probst. Neun Unterkünfte sollen noch in diesem Jahr eingerichtet werden. Weitere elf sollen 2016 folgen. «Wir halten an dem Konzept fest», sagt Kador-Probst. Hilfreich sei dabei, dass es in Leipzig nach wie vor einen beträchtlichen Wohnungsleerstand gebe.

In vielen Städten in Süd- oder Westdeutschland aber herrscht Wohnungsmangel. Selbst Städte wie Germersheim am Rhein, die bisher aus Überzeugung auf Gemeinschaftsunterkünfte verzichtet haben, errichten jetzt ein «Heim». So werden die Unterkünfte von den Flüchtlingen genannt - es sei das erste deutsche Wort, das sie gelernt habe, sagt eine Frau aus Gambia in einer kommunalen Containersiedlung in Rheinstetten bei Karlsruhe.

«Die Kommunen können das nicht alleine schaffen», erklärt Tobias Klaus von der Hilfsorganisation Pro Asyl. «Neben all den kurzfristigen Notfallmaßnahmen brauchen wir eine mittel- und langfristige Unterbringungspolitik, die dafür sorgt, dass die Menschen möglichst zügig aus Gemeinschaftsunterkünften in Privatwohnungen umziehen können.» Dazu müsse auch ein groß angelegtes Wohnungsbauprogramm mit Mitteln des Bundes gehören.

Der junge Syrer Adnan Kharrat ist froh, in Mainz zu sein. «So viele Bomben sind auf die Universität von Aleppo abgeworfen worden», sagt der 21-jährige, der dort studiert hat. «Ich hatte Angst, getötet zu werden. Dann kam die Einberufung zur Regierungsarmee, in zwei Wochen sollte ich mich dafür melden.» Da entschied sich die kleine Familie zur Flucht. Jetzt lernt Adnan jeden Tag Deutsch, er will sein Ingenieursstudium fortsetzen. Der kleine Daim will Fußball spielen. Auf dem staubigen Platz an der Zwerchallee schlägt sich der Achtjährige das Knie blutig, hält ein Papiertaschentuch auf die Wunde. Aber er weint nicht.

Fr, 2015-09-04 05:30
Mainz (dpa)

Opfer-Telefon steht kaum still: Ehrenamtler helfen nach Straftaten Von Silke Jungbluth-Sepp, dpa

Fast unablässig klingelt das Opfer-Telefon des Vereins Weißer Ring, bei dem Betroffene nach Straftaten Rat und Hilfe bekommen. Seit jetzt fünf Jahren gibt es die Hotline mit der Nummer 116006.

Mainz (dpa) - Sie sind vergewaltigt oder ausgeraubt worden, Einbrecher haben ihre Wohnungen ausgeräumt, oder sie wurden von Gewalttätern verletzt. Die Geschichten, die hilfesuchende Anrufer am Opfer-Telefon des Weißen Rings erzählen, gehen unter die Haut. Seit fünf Jahren können sich bundesweit Anrufer unter der kostenlosen Rufnummer 116006 an die Organisation mit Sitz in Mainz wenden.

Michael Tosch ist einer der 91 ehrenamtlichen Hotline-Mitarbeiter, die oft die ersten Ansprechpartner für Opfer von Straftaten sind. Mindestens achtmal pro Drei-Stunden-Schicht klingelt Toschs Telefon, an manchen Tagen auch bis zu 20 Mal, erzählt der 71-Jährige, der hauptberuflich als Managementtrainer arbeitet. «Ich versuche, die Kriminalitätsopfer aufzufangen und erste Hilfestellung zu geben.» Viele Anrufer seien erleichtert, mit ihm über ihre schlimmen Erlebnisse reden zu können - manchmal auch erst Jahre nach der Tat, etwa bei sexuellem Missbrauch.

«Oft können oder wollen Opfer nicht mit vertrauten Personen über begangenes Unrecht reden», weiß auch Bianca Biwer, die Bundesgeschäftsführerin der Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer. Oder sie schämen sich, wie jüngst ein Anrufer bei Tosch. «Er erzählte, dass seine Frau ihn schlägt und er mit niemandem darüber sprechen kann.»

Im Gespräch helfen Tosch und seine Mitstreiter mit gutem Rat, informieren über helfende Institutionen wie Trauma-Ambulanzen oder Frauenhäuser oder bitten die Anrufer zur weiteren Betreuung in die bundesweit 420 Außenstellen des Weißen Rings. «Sehr viele benötigen therapeutische Unterstützung», sagt er.

Ist das Verbrechen gerade erst geschehen, vermittelt der Weiße Ring solche Opfer an Trauma-Ambulanzen, die sich auf Soforthilfe spezialisiert haben. «Wir können meist direkt einen Termin anbieten», sagt Psychotherapeutin Regine Lilje von der Trauma-Ambulanz für Opfer von Gewalttaten an der Mainzer Universitätsmedizin. Denn die Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen müsse rasch beginnen. Das Opfer-Telefon spiele dabei als erste Anlaufstelle für Betroffene eine wichtige Rolle.

Diese Einschätzung teilt auch Anke Kompa-Lang - sie ist in Rheinland-Pfalz die Landesvorsitzende des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Kompa-Lang kritisiert jedoch, dass ein Teil der Gewaltopfer zu lange auf einen Therapieplatz warten müsse.

Knapp 18 000 Gespräche mit Opfern haben Tosch und seine Kollegen im vergangenen Jahr geführt, im Schnitt melden sich pro Woche 350 Hilfesuchende. Die Hotline ist täglich von 7.00 bis 22.00 Uhr erreichbar. Wegen der großen Zahl der Anrufer hat der Verein die Zahl der Telefonberater zuletzt um ein Drittel aufgestockt. Alle arbeiten von daheim aus, in Stoßzeiten sind zwei oder drei gleichzeitig im Dienst.

Die meisten Helfer kommen aus dem Rhein-Main-Gebiet und dem Ruhrgebiet, einige sind Senioren, andere Jura- oder Psychologiestudenten. Bei monatlichen Treffen in Mainz und Essen können sie sich über besonders bedrückende Erfahrungen untereinander und mit einem Psychologen austauschen. Vor dem ersten Telefonat haben sie eine intensive Ausbildung durchlaufen. Nicht jeder Bewerber ist der psychisch schwierigen Aufgabe gewachsen. «Zwei Drittel der Kandidaten scheiden im Auswahlverfahren aus», sagt Tosch, der mit zum Auswahlteam gehört.

Der Ehrenamtler ist froh, dass er menschlichen Beistand leisten kann, auch wenn es in der Regel bei nur einem Telefongespräch bleibt. «Leider erfahren wir selten, wie es für die Opfer weitergegangen ist.» In deren Lage kann er sich seit kurzem noch besser hineinversetzen: Einbrecher durchkämmten in Spanien das Hotelzimmer von Tosch und seiner Partnerin - während beide schlafend im Bett lagen. «Meine Lebensgefährtin war danach fix und fertig.»

Keine Anzeige

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

Seiten