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Di, 2016-05-31 11:45
Berlin (WWF)

Energiewende beschleunigen statt ausbremsen

Anlässlich der heutigen Zusammenkunft von Bundesregierung und Ministerpräsidenten der Länder zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes warnt der WWF davor, das Tempo  der Energiewende zu drosseln. Neben der Umstellung des Fördersystems von festen Einspeisevergütungen auf Ausschreibungen ist eine deutliche Absenkung des Zubaus erneuerbarer Energien geplant.

Zwar sind der Ausbaukorridor und das Ziel eines 45 prozentigen  Anteils Erneuerbarer am Bruttostrom­verbrauch in 2025 weiterhin gesetzt. Heute liegt der Erneuerbaren- Anteil in Deutschland bereits bei 32,4 Prozent, die Ausbaugeschwindigkeit der letzten Jahre würde also deutlich reduziert. „Die UN-Klimakonferenz von Paris ist ein klarer Auftrag für eine Beschleunigung der Energiewende. Die Bundesregierung ist aufgefordert, den Ausbau der Erneuerbaren als tragende Säule der für den Klimaschutz zu stärken statt zu schwächen“, sagt Regine Günther, Generaldirektorin Politik und Klimaschutz beim WWF Deutschland.

Insbesondere die Windenergie an Land würde mit dem geplanten Mindestausbau von 2500 MW brutto beschnitten. „Ein Ausbremsen der Windenergie als kostengünstigste Technologie birgt enorme Unsicherheiten - für Planer, Investoren, die nachgelagerten industriellen Wertschöpfungsketten und nicht zuletzt für die Beschäftigten in den Erneuerbaren-Branchen,“ sagt Henrik Maatsch, Referent für Klima- und Energiepolitik beim WWF Deutschland. Auch die geplante Einmaldegression für bereits begonnene Windenergieprojekte kritisiert der WWF als Eingriff in den Bestands- und Investitionsschutz.

Die geplante Einführung einer Länderöffnungsklausel für Photovoltaikfreiflächenanlagen lehnt der WWF strikt ab. Denn diese drohe einen zusätzlichen Nutzungsdruck auf bereits gefährdete Grünlandflächen zu entfalten und riskiere den Verlust naturschutzwertigen Dauergrünlandes und Biodiversität.

Der Gesetzesentwurf sieht weiterhin vor, den Ausbau der Erneuerbaren vom Fortschritt beim Stromnetzausbau abhängig zu machen. Aus Sicht des WWF würde damit das Pferd von hinten aufgezäumt, denn die bisherigen Regelungen zum Ausbau der Erneuerbaren bildeten die Basis für eine verlässliche Planung des Stromnetzes der Zukunft. Es bestehe die Gefahr, dass ohne einen verbindlichen Ausbaupfad für Erneuerbare auch die gesetzliche Grundlage für den Stromnetzausbau entfalle.

Einen weiteren Schwachpunkt bilde das Thema Ausschreibungen und Akteursvielfalt. Bis 2012 wurden über 46 Prozent aller regenerativen Erzeugungsanlagen von Bürgerhand finanziert. Bürgerenergieprojekten drohten nun in den Ausschreibungen enorme Preis- und Zuschlagsrisiken und damit  das Nachsehen gegenüber kapitalstarken Energieversorgern. Dies ist laut WWF nicht zielführend, denn die Beteiligung der Bürger an regenerativen Energieprojekten sei eine Grundvoraussetzung für eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz von Klimaschutzzielen und einer erfolgreichen Umsetzung der Energiewende.

„Die Europäische Kommission hat umfangreiche  Ausnahmeregelungen für Bürgerenergieprojekte bestätigt. Das kann die Bundesrepublik nicht ignorieren. Erleichterte Zulassungsbedingungen für Bürgerenergieprojekte wahren lediglich den Schein und sind unzureichend“, kritisiert Henrik Maatsch.

Di, 2016-05-31 11:30
Hamburg (Greenpeace)

Greenpeace-Analyse: Starre Großkraftwerke kosten Hunderte Millionen Euro zusätzlich

Weil Atom- und Kohlekraftwerke ihre Leistung auch bei viel Wind- und Sonnenenergie nicht drosseln, verursachen sie Engpässe und hohe Kosten im Stromnetz. Allein in Schleswig-Holstein addierten sich die zusätzlichen Netzkosten im Jahr 2015 auf bis zu 160 Millionen Euro, so das Ergebnis einer Analyse des Beratungsinstituts Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace. Von den Netzbetreibern werden diese Kosten an die Stromkunden weitergereicht. „Die Energiekonzerne lassen ihre unflexiblen Großkraftwerke auch dann mit hoher Auslastung laufen, wenn genug Wind- und Sonnenstrom da sind. Das ist nicht nur schädlich fürs Klima, sondern auch teuer für die Stromkunden“, sagt Greenpeace-Energieexperte Tobias Austrup. „Statt Windräder muss die Bundesregierung für die Energiewende mehr konventionelle Kraftwerke vom Netz nehmen und Platz schaffen für die Erneuerbaren.“ Die Kurzstudie finden Sie unter https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/kurzanalyse_grosskraftwerke.pdf.

In der jetzt geplanten Novelle des Erneuerbare Energien-Gesetzes will die Bundesregierung den Zubau bei der Windenergie massiv bremsen. Ihr Argument: Der Netzausbau kann angeblich mit dem Wachstum der Erneuerbaren nicht mithalten. Die Greenpeace-Analyse belegt jedoch, dass die Probleme von starren Großkraftwerken verursacht werden, die die Netze verstopfen und teures Netzmanagement nötig machen. In Berlin treffen sich heute Abend die Regierungschefs der Länder, um ein zweites Mal mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die EEG-Reform zu diskutieren. Ein erstes Treffen blieb ohne Ergebnis. Besonders Energiewende-Gegner in der CDU fordern, den Ausbau der Erneuerbaren Energien massiv zu bremsen. „Die Union will vor allem die Windenergie zum Sündenbock für Netzengpässe machen. Das ist absurd. Auch die Energiewende-Gegner sollten endlich anerkennen, dass die unflexiblen Großkraftwerke Umweltprobleme verursachen und die eigentlichen Strompreistreiber sind“, so Austrup.

Vorrang der Erneuerbaren im Stromnetz wird unterlaufen

Am Beispiel des Stromnetzes in Schleswig-Holstein, wo deutschlandweit im Jahr 2015 besonders häufig Erneuerbare Energien abgeregelt wurden, untersucht die Kurzstudie das Einspeiseverhalten konventioneller Kraftwerke am Beispiel des Atomkraftwerks Brokdorf und des Steinkohlekraftwerks Moorburg. Fazit: Brokdorf und Moorburg drosselten ihre Produktion auch dann kaum, wenn viel Erneuerbare Energien-Strom verfügbar war. Insbesondere das Atomkraftwerk Brokdorf lief oft mit voller Leistung, obwohl eine Drosselung technisch möglich gewesen wäre. Die Analyse zeigt auch, dass Brokdorf und Moorburg jedoch dann weniger Strom produzierten, wenn der Strompreis an der Börse unter null lag. „Nur bei negativen Strompreisen drosseln die Großkraftwerke ihre Leistung, während sie bei Netzengpässen stur weiterlaufen. Das darf nicht durch eine Energiewende-Bremse belohnt werden“, fordert Austrup.

Di, 2016-05-31 11:30
Hamburg (.ausgestrahlt)

AKW Philippsburg: Wie viele Schrauben sind noch locker?

Umweltministerium genehmigt Wiederinbetriebnahme des Reaktors, obwohl die Ursache für viele Dutzend lockere und zum Teil sogar gebrochene Schrauben an mehreren Notstromaggregaten ungeklärt ist. Sind auch andere Bauteile betroffen?

Zur erteilten Wiederinbetriebnahmegenehmigung für das AKW Philippsburg-2 erklärt Armin Simon, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Wenn in einem Atomkraftwerk an mehreren Notstromaggregaten über viele Monate hinweg 50 für die Kühlung der Aggregate wichtige Schrauben nicht richtig angezogen sind und eine sogar schon gebrochen ist, dann liegt offensichtlich ein systematischer Fehler vor. Entweder hat der Hersteller der Aggregate geschlampt oder EnBW oder die Schrauben lockern sich während des Betriebs, ohne dass es jemandem auffällt. Möglicherweise ist auch altersbedingte Materialschwäche mit verantwortlich. In einem AKW ist dies in jedem Fall gefährlich. Dass Umweltminister Untersteller die Wiederinbetriebnahme des Reaktors genehmigt, bevor die Fehlerursache gefunden ist, zeugt nicht von hohem Sicherheitsbewusstsein. Die Frage drängt sich auf, ob möglicherweise auch andere Bauteile des Reaktors Mängel aufweisen, ohne dass EnBW dies bemerkt.
Einfach nur die zufällig gefundenen defekten Schrauben auszutauschen, wie in Philippsburg geschehen, ist grob fahrlässig. Die Atomaufsicht muss vielmehr klären, wie es dazu kommen konnte, dass der Reaktor monatelang lief, obwohl seine Notstromversorgung nicht in einem ordnungsgemäßen Zustand war. Bekanntlich reicht unter Umständen schon ein heftigeres Unwetter aus, einen Stromausfall im AKW („station blackout“) auszulösen – ohne funktionierende Notstromversorgung droht dann ein Super-GAU. EnBW hatte die gebrochene Schraube im April bemerkt, weil das Kühlsystem leckte. Erst daraufhin nahm der Betreiber die anderen Kühlflanschschrauben an dem Notstromaggregat unter die Lupe – und stellte fest, dass 33 von 60 zu locker saßen. Mehr noch: Der Fehler beschränkte sich nicht auf das eine Notstromaggregat. Auch bei einem zweiten waren 17 von 60 Schrauben nicht fest genug angezogen. Weder EnBW noch das Umweltministerium haben die Öffentlichkeit darüber bislang informiert – erst Nachfragen von .ausgestrahlt brachten das Ausmaß der Mängel ans Licht. Demnach war der erste der Notstromdiesel (der mit der gebrochenen Schraube) erst 2015 im Herstellerwerk komplett generalüberholt und im November 2015 wieder eingebaut worden. Der Verdacht liegt nahe, dass die Schrauben nicht mit dem vorgeschriebenen Werkzeug und/oder der nötigen Sachkunde montiert wurden und dass dies offenbar sechs Monate lang unbemerkt blieb. Für ein Sicherheitssystem eines Atomkraftwerks ist dies ein untragbarer Zustand.“

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Di, 2016-05-31 10:40
Hamburg (dpa)

1600 Gäste feiern 175. Geburtstag des Hamburger St. Pauli Theaters

Seit 175 Jahren sorgt das St. Pauli Theater für gute Unterhaltung auf dem Hamburger Kiez. Zum Jubiläum gratulieren zahlreiche Freunde - Udo Lindenberg sendet eine Video-Botschaft.

Hamburg (dpa) - Gratulation für eine Grande Dame: Freunde und Weggefährten haben am Montagabend den 175. Geburtstag des Hamburger St. Pauli Theaters gefeiert. Weil die traditionsreiche Bühne zur Zeit umfangreich saniert wird, fand die große Jubiläumsgala mit 1600 Gästen jedoch nicht auf der Reeperbahn, sondern in der Laeiszhalle statt. Anschließend ging die Party im St. Pauli Theater weiter, das am 5. September wieder eröffnet werden soll.

«Wie Sie sich sicher vorstellen können, ist unsere alte Lady auf dem Kiez schwer beleidigt, dass wir das Jubiläum außerhalb feiern. Aber das St. Pauli Theater ist mit seinen 175 Jahren genauso alt wie der Hamburger Tierschutzverein und nicht weniger bedürftig», begrüßte Theaterleiter Thomas Collien, der die Bühne seit 2003 zusammen mit Ulrich Waller leitet, die Gäste. Zuvor hatte er sich bei seinem Vater und seinem Großvater bedankt, von denen er das Haus übernommen hat.

«Hamburg lebt vom St. Pauli Theater und wir sind froh, dass das so lange so toll geklappt hat und hoffen, dass es noch sehr lange weiter geht», sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) in einer Videobotschaft. Glückwünsche per Video schickten auch Panikrocker Udo Lindenberg und Kabarettist Horst Schroth, der meinte: «Für mich seid ihr das wahre Herz von St. Pauli!»

Den musikalischen Glückwunschreigen eröffnete die israelische Sängerin Esther Ofarim, die seit vielen Jahren in Hamburg lebt. Anschließend rockten Bill Ramsey und Stefan Gwildis die Bühne und sangen im Duett «The Dock Of The Bay» von Otis Redding. Nach der Pause sorgte Gustav Peter Wöhler mit seiner Band für Stimmung, Kabarettist Mathias Richling gratulierte auch im Namen der Kanzlerin und Ulrich Tukur und seine Rhythmus Boys präsentierten unter anderem eine sentimentale Version von «La Paloma».

Die 1841 eröffnete Bühne am Spielbudenplatz ist eines der ältesten Privattheater der Republik. In den 1970er Jahren trat dort Freddy Quinn als «Der Junge von St. Pauli» auf. In der Blütezeit als Boulevardtheater in den 1980er Jahren kamen Elke Sommer und Willy Millowitsch. Unter der Leitung von Thomas Collien und Ulrich Waller hat sich das Haus in den vergangenen Jahren als «modernes Volkstheater» etabliert.

Di, 2016-05-31 10:56
Gmünd (dpa)

Nach Verwüstungen im Süden wüten weitere Unwetter in Deutschland

Blockierte Straßen, zerstörte Häuser: In den Unwettergebieten von Baden-Württemberg beginnt das Aufräumen. In der Nacht gab es auch über Nordrhein-Westfalen schwere Gewitter. Die Gefahr in Deutschland ist noch nicht gebannt.

Schwäbisch Gmünd (dpa) - Gewitter mit Starkregen haben nach den verheerenden Unwettern in Süddeutschland nun auch Nordrhein-Westfalen getroffen. Die Feuerwehr im Kreis Euskirchen rückte in der Nacht zum Dienstag zu rund 150 Einsätzen aus. Auch in Stolberg bei Aachen standen die Notruftelefone nicht still. Laub und Schlamm verstopften Kanalrohre, das Wasser lief über die Straßen und flutete Keller. Verletzt wurde ersten Angaben zufolge niemand. Im Süden Deutschlands beginnt unterdessen das mühselige Aufräumen. Im Nordosten bestand dem Deutschen Wetterdienst zufolge am Dienstag weiter Unwettergefahr.

Besonders betroffen in Nordrhein-Westfalen war in der Nacht - wie schon am Freitag - die nördliche Eifel. 64 Liter Niederschlag pro Quadratmeter seien innerhalb von 24 Stunden an der Station Kall-Sistig gemessen worden, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Wassermassen rissen einen Flüssiggastank aus der Verankerung, der daraufhin auslief. Eine Produktionshalle stand unter Wasser. Das Deutsche Rote Kreuz versorgte Anwohner und rund 250 Helfer. In Stolberg bauten Einsatzkräfte mit Sandsäcken Deiche, um die Häuser zu schützen.

In Niedersachsen verlief das angekündigte Unwetter vergleichsweise glimpflich. In der Region Hannover liefen mehrere Keller voll, zwei Autos blieben in einer überfluteten Unterführung stecken. Die Feuerwehr rückte mehr als 100 Mal aus. Insgesamt sei das Bundesland aber von großen Schäden verschont geblieben, sagten Polizeisprecher.

Am Dienstag sollten sich nach einer Pause am Vormittag erneut teils kräftige Gewitter entwickeln, warnte der DWD. Schwerpunkt sei der Nordosten, also die Regionen um die Elbe herum sowie nordöstlich davon. Dabei seien Unwetter durch Starkregen und Hagel möglich.

Am Montag hatte Tief «Elvira» schwere Verwüstungen im Süden Deutschlands hinterlassen. Vier Menschen kamen ums Leben, Tausende Helfer waren nach der Gewitternacht im Einsatz. «Die Schäden sind nicht so schnell zu beseitigen. Das wird noch einige Zeit dauern», sagte ein Sprecher der Polizei in Heilbronn am frühen Dienstagmorgen.

In Schwäbisch Gmünd, wo zwei Menschen im Hochwasser ums Leben gekommen waren, wurden eine Anlaufstelle für freiwillige Helfer und ein Spendenkonto eingerichtet. In der Region waren Straßen blockiert und Brücken verstopft, teilte etwa die Straßenmeisterei für den Landkreis Schwäbisch Hall mit, zu dem auch der besonders stark betroffene Ort Braunsbach gehört.

Auch in Bayern und Rheinland-Pfalz hatte die Gewitterfront gewütet. Welchen Sachschaden die Unwetter hinterließen, war noch unklar. Bei der Sparkassenversicherung dürften Schäden im mindestens zweistelligen Millionen-Euro-Bereich anfallen, wie ein Sprecher in Stuttgart am Montag gesagt hatte.

Di, 2016-05-31 10:10
Wolfsburg (dpa)

Diesel-Skandal hinterlässt erneut tiefe Spuren in VW-Konzernbilanz

Die Abgas-Affäre belastet den VW-Konzern weiter. Auch im neuen Jahr drücken die Folgen der weltweiten Diesel-Manipulationen auf den Gewinn. Allein die Anwälte verschlingen hunderte Millionen Euro.

Wolfsburg (dpa) - Die Abgas-Affäre bremst den Volkswagen-Konzern auch zum Jahresstart aus. Die Wolfsburger meldeten am Dienstag für das erste Quartal einen weiteren herben Gewinneinbruch. Unterm Strich sackte das Ergebnis für die Aktionäre zwischen Januar und Ende März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Fünftel auf 2,3 Milliarden Euro ab.

VW versuchte mit hohen Rabatten, die Verkäufe trotz Diesel-Skandals stabil zu halten. Die Vertriebskosten stiegen zu Jahresbeginn aber bei weitem nicht mehr so stark wie direkt nach Bekanntwerden der Manipulationen. Ursprünglich hatte der Konzern sogar noch mit rund 100 Millionen Euro mehr Anreizen kalkuliert, er schöpfte diesen Puffer aber nicht komplett aus.

Auch die Währungskurse spielten Europas größtem Autobauer in die Karten: Die milliardenschweren Rückstellungen für die Folgen der Abgas-Krise gewannen bei der Währungsumrechnung an Wert, weswegen Volkswagen dieses Polster verkleinerte. Das brachte 500 Millionen Euro und sorgte dafür, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sogar leicht um 112 Millionen auf 3,4 Milliarden Euro kletterte.

Andererseits zeigt ein weiterer Posten, wie präsent die Abgas-Affäre in den Büchern bleibt: Für künftige Anwaltskosten legte Volkswagen im ersten Quartal 200 Millionen Euro mehr zurück.

VW-Konzernchef Matthias Müller zeigte sich vorsichtig zufrieden: «Es ist uns auch im ersten Quartal gelungen, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Dieselthematik in Grenzen zu halten und unter schwierigen Bedingungen respektable Ergebnisse zu erwirtschaften.»

Ein hartnäckiges Problem bleibt die Ertragsschwäche der Kernmarke mit dem VW-Logo: Auch zum Jahresstart warf das Sorgenkind mit Golf und Passat kaum Gewinn ab. Zwar arbeitete die Marke in den ersten drei Monaten mit 73 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) wieder profitabel. Doch im Vergleich zum Startquartal des Vorjahres (514 Mio Euro) brach das Ergebnis um 86 Prozent ein.

Die großen Gewinnbringer bleiben die Luxusmarken Audi und Porsche. Auch die tschechische Tochter Skoda glänzte. Der Konzern-Umsatz sank um 3,4 Prozent auf knapp 51 Milliarden Euro. Wie schon bekannt schrumpften die Verkaufszahlen leicht um 1,2 Prozent auf knapp 2,6 Millionen Fahrzeuge.

Auch eine weitere Kennziffer zeigt neuerdings rückläufige Vorzeichen: Nach jahrelangen Zuwächsen sank die Mitarbeiterzahl im Inland seit dem Jahreswechsel um rund 800 Stellen auf 277 900. Dieser Rückgang binnen drei Monaten entspricht einem Minus von 0,3 Prozent. Im Ausland lief der Aufbau dagegen weiter: 1,1 Prozent Plus hoben die Mitarbeiterzahl außerhalb Deutschlands um fast 4000 Stellen auf 335 200 Jobs. In Summe steht damit ein leichtes Plus von 0,5 Prozent.

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Di, 2016-05-31 10:59
Wolfsburg (dpa)

China schwächelt als Gewinnbringer für VW-Konzern

Wolfsburg (dpa) - Der VW-Konzern muss auch in seinem wichtigsten Markt China massiv Federn lassen. Das anteilige operative Ergebnis aus dem Geschäft im Reich der Mitte sackte im ersten Quartal um ein Viertel im Jahresvergleich auf 1,2 Milliarden Euro ab, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Allerdings hatte dort der Automarkt vor einem Jahr auch noch mächtig gebrummt, bevor die Verkäufe im Sommer spürbar einknickten. Der Abgas-Skandal dürfte dagegen kaum Auswirkungen auf den Absatz des Konzerns in China haben, denn die Chinesen fahren nahezu ausschließlich Benziner. Volkswagen verkauft inzwischen weit mehr als jedes dritte Auto im Reich der Mitte.

Di, 2016-05-31 10:40
Istanbul (dpa)

Türkische Armee fliegt seit Tagen Luftschläge gegen PKK

Istanbul (dpa) - Die türkische Armee hat sechs Tage in Folge Luftschläge gegen die verbotenen kurdische Arbeiterpartei PKK geflogen. In der Nacht zum Dienstag seien Ziele in der südosttürkischen Provinz Hakkari beschossen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Militärquellen. An den Tagen zuvor beschoss die Armee nach eigenen Angaben sowohl PKK-Stellungen in Hakkari als auch im Nordirak.

Das Militär geht sei Monaten gegen die PKK im Südosten der Türkei vor, deren Kämpfer sich in Städten verschanzt haben. Die Behörden verhängen immer wieder wochenlange Ausgangssperren und es kommt zu heftigen Kämpfen.

Die türkischen Streitkräfte teilten mit, ein Soldat sei am Dienstag bei Gefechten im Bezirk Semdinli der Provinz Hakkari getötet, ein weiterer verletzt worden. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, am Vortag seien bei einem Anschlag in der Nachbarprovinz Sirnak vier Zivilisten getötet und 19 Menschen verletzt worden. Eine von der PKK verlegte Sprengfalle sei explodiert, als ein Polizeiauto vorbeifuhr. Durch die Detonation seien auch umliegende Häuser beschädigt worden. Die PKK bekannte sich zunächst nicht zu dem Anschlag.

Di, 2016-05-31 10:08
Bangkok (dpa)

Tiger aus umstrittenem Tempel in Thailand geholt

Bangkok (dpa) - Ein umstrittener Tiger-Tempel in Thailand verliert seine bei Touristen beliebten Tiere. Gegen den Widerstand der Tempelverwaltung haben Mitarbeiter der thailändischen Naturschutzbehörde zahlreiche Tiger abtransportiert. Im Laufe dieser Woche sollen alle 137 Tiger aus dem Luangta-Maha-Bua-Tempel abgeholt werden, wie die Zeitung «The Nation» am Dienstag berichtete.

Tempel-Mitarbeiter ließen zehn Tiger frei, um den Abtransport zu behindern. Die erste Gruppe von Tigern wurde am Montag betäubt und in Käfigen abtransportiert. Die Tiere sollen in staatliche Zuchtprogramme kommen.

Besucher der buddhistischen Einrichtung in Kanchanaburi, rund 120 Kilometer westlich von Bangkok, können sich mit den Tigern fotografieren lassen. Die Behörden warfen dem Tempel aber vor, keine Genehmigung für die Haltung der Tiere zu besitzen. Tierschützer beschuldigen die Mönche des Handels mit einer bedrohten Art. Die Naturschutzbehörde ging per Gerichtsbeschluss gegen die Mönche vor.

Dem Abtransport ging ein jahrelanger Streit voraus. Ende April hatte der Tempel eine Genehmigung für Zoobetrieb auf seinem Land erhalten. Ein Sprecher der Naturschutzbehörde sagte der Deutschen Presse-Agentur jedoch, dies habe keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt, die Tiger wegzubringen.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Di, 2016-05-31 10:31
Seoul/Peking (dpa)

Südkorea: Nordkorea misslingt offenbar Raketenstart

Nordkorea setzt trotz internationaler Sanktionen alles daran, Raketen für den Transport von Atomsprengköpfen zu entwickeln. Doch mit den jüngsten Tests scheint das Land wenig Erfolg zu haben.

Seoul/Peking (dpa) - Dem nach Atomwaffen strebenden Nordkorea ist nach Angaben Südkoreas innerhalb weniger Wochen offenbar erneut ein Raketentest misslungen. Nordkoreas Militär habe am Dienstag an der Ostküste nahe Wonsan versucht, eine zunächst nicht identifizierte Rakete zu starten, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit. Man gehe davon aus, dass der Test gescheitert sei. Es sei vermutlich erneut eine Musudan-Mittelstreckenrakete gewesen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärkreise. Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verbieten dem Land Tests ballistischer Raketentechnik.

Unterdessen schickte das kommunistische Regime in Pjöngjang einen seiner ranghöchsten Funktionäre überraschend nach China. Der stellvertretende Vorsitzende des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei und frühere Außenminister, Ri Su Yong, sei in Peking eingetroffen, berichteten Yonhap und die japanische Agentur Kyodo.

Es ist der erste Besuch eines wichtigen Vertreters aus Pjöngjang, seit Nordkorea im Januar seinen vierten Atomtest durchgeführt hatte und auch Peking damit verärgerte. Die Reise wird daher in Südkorea als Versuch Pjöngjangs gewertet, sein abgekühlte Verhältnis zu Peking zu verbessern. 

Nordkorea arbeitet an der Entwicklung von Mittelstrecken- und Langstreckenraketen, die einen atomaren Sprengkopf tragen können. Im April waren dem Land nach Angaben des südkoreanischen Militärs drei Tests von Musudan-Raketen mit einer geschätzten Reichweite von 3000 bis 4000 Kilometern missglückt. Bei dem Versuch am Dienstag war die Rakete vermutlich schon beim Start auf einer mobilen Abschussrampe explodiert, berichtete Yonhap. 

Südkoreas Außenministerium verurteilte den versuchten Start. Nordkorea scheine die «Warnungen der internationalen Gemeinschaft zu ignorieren, neue Provokationen zu unternehmen», sagte ein Sprecher vor Journalisten. 

In Südkorea wird auch seit längerem über die Möglichkeit eines neuen Atomversuchs durch Nordkorea spekuliert. Die Situation in der Region ist seit dem nordkoreanischen Atomtest im Januar und dem umstrittenen Start einer Weltraumrakete sehr gespannt. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Pjöngjang Anfang März verschärft.

Di, 2016-05-31 10:41
Berlin (dpa)

Grosse-Brömer fordert CSU zu Ende des Dauerstreits auf

Berlin (dpa) - Unions-Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer hat die CSU aufgefordert, den Dauerstreit mit der CDU einzustellen. «Ich bin der festen Überzeugung, dass diese fast wöchentliche Kritik aus München der Union insgesamt schadet», sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin. Es wäre schön, wenn die CSU auf Gemeinsamkeiten verweise, die in Fülle vorhanden seien. Schwächere Umfragewerte seien auch auf mangelnde Geschlossenheit der Union zurückzuführen. Die CSU attackiert die CDU und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) seit Monaten etwa in der Flüchtlingspolitik.

Grosse-Brömer verwies darauf, dass CDU und CSU in der gemeinsamen Bundestagsfraktion exzellent und in fast allen Fällen einstimmig zusammenarbeiteten, darunter auch in der Asylpolitik. Mit Blick auf den Streit um den Tagungsort einer Klausur der Unionsspitzen Ende Juni sagte er, in organisatorischen Fragen müsse zwischen den Generalsekretären ein Weg gefunden werden. Er sei zuversichtlich.

Am frühen Dienstagabend wollen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Horst Seehofer zu einem Krisengespräch treffen. Beide kämen vor der Runde der Ministerpräsidenten zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Berlin zusammen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur.

Di, 2016-05-31 11:00
Luxemburg (dpa)

Inflation im Euroraum wieder negativ

Luxemburg (dpa) - Die Inflation im Euroraum bleibt im negativen Bereich. Die Verbraucherpreise fielen im Mai im Jahresvergleich um 0,1 Prozent, berichtete das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag in einer ersten Schätzung in Luxemburg. Im April hatte die Inflationsrate minus 0,2 Prozent, im Monat zuvor 0,0 Prozent betragen.

Vor allem der deutliche Ölpreisrückgang sorgt für fallende Preise. Inflationstreibend wirken hingegen Dienstleistungen (plus 1 Prozent) sowie Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak (plus 0,8 Prozent).

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Inflation von knapp zwei Prozent an. Negative Teuerungsraten nähren die Sorge vor einer sogenannten Deflation, das ist eine verhängnisvolle Spirale aus dauerhaft verfallenden Preisen und schrumpfender Wirtschaft.

Zu Details einzelner Länder der Eurozone wird Eurostat Mitte Juni berichten.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-05-31 10:08
Kabul (dpa)

Taliban töten 13 Reisende und nehmen Geiseln in Kundus

Kabul (dpa) - Die radikalislamischen Taliban haben in der umkämpften afghanischen Nordprovinz Kundus 13 Reisende getötet und mehr als 180 als Geiseln genommen. Das sagte der Sprecher des Gouverneurspalastes, Hamdullah Danisch, am Dienstag. Rund 150 Geiseln seien aber schon wieder freigelassen worden. 35 seien noch in Händen der Islamisten. Polizeisprecher Hidschratullah Akbari sprach von 20 Menschen, die noch im von Taliban regierten Bezirk Tschardara festgehalten würden.

Die Taliban hätten die Fahrzeuge am frühen Morgen gegen 3.30 Uhr (Ortszeit) auf der Autobahn zwischen Kundus und Kabul gestoppt. Sie seien auf dem Weg in die Provinzen Kundus, Tachar und Badachschan gewesen. Es seien nur Zivilisten an Bord gewesen.

Die Aufständischen stoppen seit Monaten regelmäßig Fahrzeuge in vielen Provinzen des Landes. Sie versuchen, Mitglieder der Regierung oder der Sicherheitskräfte sowie Mitarbeiter internationaler Organisationen zu identifizieren. Die werden dann bedroht, entführt, oder getötet. Die Razzien gelten als Maßnahme zur Einschüchterung und Demotivierung der Regierung und von Menschen, die für die «internationalen Eindringlinge» oder «Besatzer» arbeiten.

Busfahrer bitten Passagiere vor der Reise mittlerweile regelmäßig, ihre Taschen auf Dinge zu überprüfen, die ihnen bei Taliban-Razzien zum Verhängnis werden könnten. Dazu zählen Uniformteile, Arbeitsausweise oder Geräte mit «unislamischer» Musik.

Di, 2016-05-31 10:32
Berlin (dpa) 

Jedes siebte Kind von Hartz IV abhängig - Anteil leicht gestiegen

Es sind schlechte Nachrichten zum Kindertag: Hunderttausende Kinder sind von Hartz IV abhängig - in Bremen und Berlin sogar fast jedes dritte. Und: Die Zahlen steigen.

Berlin (dpa) - Rund jedes siebte Kind in Deutschland ist abhängig von Hartz IV. Das geht aus Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegen. Im vergangenen Jahr waren im Schnitt 1,54 Millionen unter 15-Jährige betroffen. Das waren gut 30 000 mehr als im Vorjahr. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann hatte die Statistik anlässlich des internationalen Kindertages am 1. Juni erfragt.

In einzelnen Regionen ist die Lage besonders schwierig: So ist in den Stadtstaaten Bremen und Berlin mit 31,5 Prozent fast jedes dritte Kind unter 15 Jahren auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen (Ende 2015). In Sachsen-Anhalt sind es 21,8 Prozent, in Hamburg 20,4 Prozent. Prozentual am wenigsten Betroffene gibt es in Bayern mit 6,5 Prozent.

Insgesamt sind in Ostdeutschland 20,3 Prozent der unter 15-Jährigen Hartz-IV-abhängig, in Westdeutschland 13,0 Prozent. Den stärksten Anstieg gegenüber dem Vorjahr gab es mit 2,1 Prozentpunkten in Bremen, den deutlichsten Rückgang mit minus 0,7 Prozentpunkten in Brandenburg und Sachsen.

Die Statistik der BA führt die «nicht erwerbsfähigen Leistungsberechtigten» unter 15 Jahren auf. Ihr Anteil an den Kindern bis 14 Jahren in Deutschland insgesamt lag 2015 bei 14,4 und im Jahr zuvor bei 14,1 Prozent.

Genau betrachtet gehe es beim Thema Kinderarmut nicht unmittelbar um die Armut der Kinder, sondern um die Armut ihrer Eltern und deren Auswirkung auf die Kinder, sagte Zimmermann. «In der enormen Anzahl der Hartz-IV-Beziehenden mit Kindern spiegeln sich die in vielen Regionen immer noch angespannte Arbeitsmarktlage mit viel zu wenigen Arbeitsplätzen und Niedriglöhne wider.» Der Koalition warf die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion vor, zu wenig gegen das seit Jahren bekannte Problem zu tun. So müssten die Regelsätze für Kinder erhöht werden.

Ein Zusammenschluss von rund 30 Sozialverbänden und Gewerkschaften rund um die Diakonie forderten von der Politik Konzepte gegen Kinderarmut. «Das derzeitige System der kinder- und familienbezogenen Leistungen konnte nicht verhindern, dass die Kinderarmut in den letzten Jahren noch gewachsen ist», stellten sie fest. «Im Gegenteil: Kinder aus gut verdienenden Familien werden in Deutschland immer noch stärker gefördert als Kinder aus Hartz IV-Haushalten.»

Di, 2016-05-31 09:30
Bielefeld (dpa)

Regeln, Kosten, Eselsbrücken: Flüchtlinge und der Führerschein Von Lena Klimkeit und Carsten Linnhoff, dpa

Um zum Sprachkurs, zur Behörde oder zum Arzt zu kommen, müssen Flüchtlinge mobil sein. Auf dem Arbeitsmarkt geht es meist nicht ohne Führerschein. Den zu bekommen, ist aber gar nicht so einfach - nicht nur wegen der abknickenden Vorfahrtsstraße.

Bielefeld (dpa) - Die Regeln für eine abknickende Vorfahrtsstraße sind selbst für einen deutschen Fahrschüler eine Herausforderung. Der Syrer Fares Khalaf aber sieht das ganz pragmatisch. «Wenn man Deutsch gelernt hat, kann man alles andere auch lernen», sagt der 23-jährige anerkannte Flüchtlinge.

Mit «alles andere» meint er die Regeln der deutschen Straßenverkehrsordnung. Die sind nur schwer zu begreifen, besonders wenn auffallend viele Verkehrsteilnehmer sie nicht einhalten. «Warum soll ich hinter einem Bus warten, wenn links an mir die anderen Autos vorbeiziehen?», fragt sein Kumpel Mahmood Shaker. Fahrlehrer Dirk Konert ermahnt den Iraker: Er soll sich nicht alle Verkehrsteilnehmer zum Vorbild zu nehmen.

Um zum Sprachkurs, zur Behörde oder zum Arzt zu kommen, müssen Flüchtlinge mobil sein. Und für einige Jobs ist ein Führerschein unabdingbar. Doch der kostet: Fahrschüler zahlen der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände zufolge durchschnittlich 1900 Euro - plus minus 400 Euro.

Und auch die Umschreibung eines ausländischen Führerscheins kann teuer werden. Unter bestimmten Voraussetzungen können anerkannte Flüchtlinge eine Förderung von den Agenturen für Arbeit oder Jobcentern für ihren Führerschein bekommen. Das ist etwa der Fall, wenn sie ihn zwingend für einen Job brauchen. 

Dafür muss allerdings der künftige Arbeitgeber bescheinigen, dass er den Flüchtling mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt, wie Jürgen Wursthorn von der BA erklärt. «Letztlich jedoch ist es immer eine Einzelfallentscheidung, ob und in welchem Umfang gefördert werden kann.»

Wer einen Führerschein in Deutschland machen will, muss seinen Wohnsitz hierzulande haben - sprich: 185 Tage im Jahr in Deutschland wohnen - und mindestens 18 Jahre alt sein. Die Führerscheinprüfung kann in elf Fremdsprachen abgelegt werden: neben Englisch und Französisch unter anderem auch auf Türkisch, Polnisch oder Rumänisch. Um den Flüchtlingen die Integration und die Suche nach einem Arbeitsplatz zu erleichtern, sollen Fahrschüler die Theorie-Prüfung bald auch auf Arabisch ablegen können.

Der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, Gerhard von Bressensdorf, beobachtet eine erste Nachfrage von Flüchtlingen nach dem Führerschein. «Die hält sich, ist aber noch relativ schwach», sagt er.

In der Fahrschule starten Flüchtlinge mit höchst unterschiedlicher Grundlage, wie von Bressensdorf berichtet. Verkehrssysteme seien schließlich historisch ganz verschieden gewachsen, und es gebe nicht nur zwischen den einzelnen Ländern, sondern auch zwischen Land und Stadt enorme Unterschiede. 

Nicht nur der Führerschein, auch die Fahrlehrer sind Integrationshelfer. Viele Fahrschulen stellen ihre Räume für Sprachkurse zur Verfügung. Und sie haben Erfahrung im Umgang mit Migranten: «Wir haben die Gastarbeiterwelle in den 60er Jahren mitbekommen», sagt von Bressensdorf. Die meisten Fahrlehrer stellten sich auf ihre Schüler ein und eigneten sich die wichtigsten Begriffe in deren Muttersprache an.

Das Rote Kreuz bietet in Bielefeld bundesweit eine der ersten gemeinnützigen Fahrschulen an. Neben Flüchtlingen legen hier besonders viele Senioren noch ein paar Fahrstunden ab. Hier kostet der Schein auch, das Angebot ist aber nicht gewinnorientiert. «Wir liefern das Umfeld mit, wie zum Beispiel einen Dolmetscher», sagt DRK-Chef Michael Beimdieck.

Für das Problem bei der abknickenden Vorfahrt kennt Fahrlehrer Konert einen Trick. Eine Übersetzung gibt es nicht, dafür aber eine Eselsbrücke: Konert nennt Straßen positiv und negativ. Das lässt sich leicht in andere Sprache übersetzen. Wer auf positiven Straßen fährt, hat Vorfahrt. Das ist auch für Mahmood Shaker logisch. Der 29-jährige Fahrschüler ist aus dem Irak geflüchtet. Dort ist er bereits zehn Jahre lang Auto gefahren - ohne Führerschein.

Di, 2016-05-31 09:19
Wolfsburg (dpa)

VW-Konzerngewinn bricht in Dieselkrise erneut deutlich ein

Wolfsburg (dpa) - Der VW-Konzern muss zum Jahresbeginn einen weiteren herben Gewinneinbruch hinnehmen. Unterm Strich sackte das Ergebnis für die Aktionäre im ersten Quartal um rund ein Fünftel auf 2,3 Milliarden Euro ab, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. VW hatte mit hohen Rabatten versucht, die Verkäufe auch im Abgas-Skandal stabil zu halten. Die Vertriebskosten stiegen zu Jahresbeginn aber bei weitem nicht mehr so stark wie direkt nach Bekanntwerden der Manipulationen.

Ein Problem bleibt aber die Ertragsschwäche der Kernmarke mit dem VW-Logo. Auch zum Jahresstart hat das Sorgenkind mit Golf und Passat kaum Gewinn abgeworfen. Zwar kehrte die Marke in den ersten drei Monaten mit 73 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) in die schwarzen Zahlen zurück. Doch im Vergleich zum Startquartal des Vorjahres (514 Mio Euro) brach der Gewinn um 86 Prozent ein, wie die Wolfsburger am Dienstag mitteilten.

Nachdem Rückstellungen für die Folgen der Dieselkrise dem VW-Konzern im vergangenen Jahr einen Rekordverlust eingebrockt hatten, arbeitet auch der Konzern vorerst wieder profitabel. Das operative Ergebnis stieg aufgrund von Sondereffekten bei der Währungsumrechnung sogar um 3,4 Prozent auf 3,44 Milliarden Euro. Die großen Gewinnbringer bleiben die Luxusmarken Audi und Porsche. Der Umsatz sank dagegen um 3,4 Prozent auf knapp 51 Milliarden Euro.

Analysten hatten etwas mehr erwartet. Zu Handelsbeginn rutschte die Aktie mit einem Minus von 2,1 Prozent ans Dax-Ende. 

Di, 2016-05-31 09:09
Wolfsburg (dpa)

VW-Konzerngewinn bricht in Dieselkrise erneut deutlich ein

Wolfsburg (dpa) - Der VW-Konzern muss zum Jahresbeginn einen weiteren herben Gewinneinbruch hinnehmen. Unterm Strich sackte das Ergebnis für die Aktionäre im ersten Quartal um rund ein Fünftel auf 2,3 Milliarden Euro ab, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. VW hatte mit hohen Rabatten versucht, die Verkäufe auch im Abgas-Skandal stabil zu halten. Die Vertriebskosten stiegen zu Jahresbeginn aber bei weitem nicht mehr so stark wie direkt nach Bekanntwerden der Manipulationen.

Nachdem Rückstellungen für die Folgen der Dieselkrise VW im vergangenen Jahr einen Rekordverlust eingebrockt hatten, ist der Konzern nun vorerst wieder in den schwarzen Zahlen. Der Umsatz sank um 3,4 Prozent auf knapp 51 Milliarden Euro.

Di, 2016-05-31 09:04
Wolfsburg (dpa)

VW-Pkw auch zu Jahresstart unter Druck - kaum Gewinn

Wolfsburg (dpa) - Die VW-Kernmarke hat auch zum Jahresstart kaum Gewinn abgeworfen. Zwar kehrte das Sorgenkind um Golf und Passat in den ersten drei Monaten mit 73 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) in die schwarzen Zahlen zurück. Doch im Vergleich zum Startquartal des Vorjahres (514 Millionen Euro) brach das Ergebnis um 86 Prozent ein. Das teilten die Wolfsburger am Dienstag mit.

Der Umsatz von VW-Pkw sank von 26,3 Milliarden Euro auf 25,1 Milliarden Euro, der Absatz fiel von knapp 1,12 Millionen auf 1,07 Millionen Fahrzeuge. Als eine Erklärung für die Schwächen nennt der VW-Konzern gestiegene Vertriebskosten «im Wesentlichen aufgrund höherer Vermarktungskosten infolge der Abgasthematik».

Di, 2016-05-31 09:17
Wolfsburg (dpa)

Belegschaft im VW-Konzern sinkt im Inland - im Ausland weiter Aufbau

Wolfsburg (dpa) - Nach Jahren des stetigen Belegschafts-Aufbaus ist der Jobmotor beim VW-Konzern hierzulande in den Rückwärtsgang gewechselt. Im Vergleich mit dem Jahreswechsel Ende 2015 sank die Zahl der Mitarbeiter zum Stichtag 31. März um rund 800 Stellen auf 277 900. Dieser Rückgang binnen drei Monaten entspreche einem Minus von 0,3 Prozent, teilte Volkswagen am Dienstag in Wolfsburg mit.

Im Ausland lief der Aufbau dagegen weiter: 1,1 Prozent Plus hoben die Mitarbeiterzahl außerhalb Deutschlands um fast 4000 Stellen auf 335 200 Jobs. In Summe steht damit ein leichtes Plus von 0,5 Prozent.

Di, 2016-05-31 09:32
Frankfurt/Main (dpa)

IG Metall will auch die nächste industrielle Revolution gestalten Von Christian Ebner, dpa

Die IG Metall ist die mächtigste Gewerkschaft in Deutschland. Das war keineswegs immer so, wie die Rückschau auf 125 Jahre Geschichte zeigt. Die Anliegen sind aber im Kern gleich geblieben.

Frankfurt/Main (dpa) - «Samstags gehört Vati mir!» Der populäre Gewerkschaftsslogan aus den 1950er Jahren belegt, dass sich in der deutschen Arbeitswelt seitdem einiges verändert hat. Die Sechs-Tage-Woche mit 55 Arbeitsstunden ist ebenso Vergangenheit wie der Norm-Urlaub von 15 Tagen im Jahr. Als treibende Kraft hinter vielen Veränderungen feiert die IG Metall an diesem Samstag (4. Juni) ihr 125-jähriges Bestehen. Und immer noch stehen neben der betrieblichen Mitbestimmung die Verhandlungen mit den Arbeitgebern über Arbeitszeit und weitere Arbeitsbedingungen ganz oben auf der Agenda der größten und wohl mächtigsten Einzelgewerkschaft der Welt.

An ihrer Spitze steht seit Oktober 2015 der Diplom-Ökonom Jörg Hofmann, der offensiv den Anspruch stellt, auch die nächste, nunmehr digitale Revolution des industriellen Produktionsprozesses zu gestalten. «Unsere Verantwortung ist, die Arbeitswelt sicher, gerecht und selbstbestimmt fortzuentwickeln», sagt Hofmann. «Deshalb reicht unser Anspruch über die Gestaltung von Industrie 4.0 hinaus. Es geht uns auch um Arbeit 4.0 und den Sozialstaat 4.0!»

Als historischen Bezugspunkt für ihr Jubiläum hat sich die Gewerkschaft den Gründungskongress des Deutschen Metallarbeiter-Verbands (DMV) vom 1. bis zum 6. Juni 1891 in Frankfurt ausgesucht. Im Kaiserreich hatte es schon zuvor Arbeitervereine gegeben, doch erst nach Aufhebung der Bismarck'schen Anti-Sozialistengesetze konnten sich die verschiedenen Berufsgruppen wie Klempner, Schlosser, Maschinenbauer oder Feilenhauer zu einer Metall-Industriegewerkschaft zusammenschließen.

Einige Berufsgruppen wie die Former und Schmiede blieben zunächst noch selbstständig, dennoch wuchs die neuartige Organisation schnell, gab eigene Zeitungen heraus und kümmerte sich um die politische Bildung ihrer Mitglieder. Unmittelbar vor Beginn des Ersten Weltkriegs stellte der DMV sämtliche Streiks ein und unterstützte damit wie die SPD die Kriegsziele des Reiches.

Widerstand gegen diese Linie kam von Berliner Arbeitern, die wilde Streiks organisierten und ein Netzwerk «revolutionärer Obleute» gründeten - Ausgangpunkt für die radikalen Arbeiter- und Soldatenräte, die in der Novemberrevolution 1918 alle Macht für sich beanspruchten. Die DMV-Mehrheit agierte hingegen reformorientiert und erhielt im Gegenzug die betriebliche Mitbestimmung, den Achtstunden-Tag und das Recht, allgemeinverbindliche Tarifverträge abzuschließen - bis heute neben der Verankerung in den Belegschaften die eigentliche Machtgrundlage der IG Metall.

Dem Regime der Nationalsozialisten hatten die organisierten Metaller 1933 aber wenig entgegenzusetzen, auch wenn viele Gewerkschafter in den Widerstand gingen. Noch am neu geschaffenen «Tag der nationalen Arbeit» am 1. Mai 1933 marschierten sie mit, um bereits am folgenden Tag den organisierten Nazi-Sturm auf die Gewerkschaftshäuser und dann die Gleichschaltung der einstmals freien Gewerkschaften mitzuerleben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die IG Metall als Einheitsgewerkschaft - also ohne parteipolitische oder konfessionelle Bindung - neu gegründet. Montan-Mitbestimmung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle, mehr Urlaub, mehr Geld und immer wieder der Kampf um kürzere Arbeitszeiten - teilweise begleitet von harten Arbeitskämpfen - waren die bestimmenden Themen in der Bundesrepublik. Ihre stärksten Truppen haben die Metaller in der Autoindustrie und reden besonders bei Volkswagen auch betrieblich ein gewichtiges Wort mit. Seit 2011 hat die größte deutsche Einzelgewerkschaft zudem den Mitgliederschwund gestoppt und wächst seitdem wieder leicht auf zuletzt 2,27 Millionen Mitglieder.

Erkennbarer Schwerpunkt der Ära Hofmann soll die Arbeitszeitpolitik werden, zu der die IG Metall im kommenden Jahr einen großen Kongress veranstaltet und daran anschließend zum Jahresbeginn 2018 eine harte Tarifrunde führen will. «Wir wollen Lösungen finden für sichere Arbeitszeit, die für jeden planbar ist, aber auch für gerechte Arbeitszeit, bei der geleistete Arbeitszeit vergütet wird. Und darüber hinaus brauchen wir selbstbestimmte Arbeitszeit, die Platz gibt für individuelle Anforderungen wie Kindererziehung, Pflege oder für berufliche Weiterbildung», steckt der Gewerkschaftschef zum Jubeltag den Rahmen ab.

All das lässt harte Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall erwarten, dessen Chef Rainer Dulger sich für den gewerkschaftlichen Festakt in der Frankfurter Paulskirche angesagt hat. Hofmann empfängt seinen Verhandlungspartner in einem Interview mit dem «Tagesspiegel» mit leichtem Spott: «Gesamtmetall ist ja ein Jahr älter als wir und seit seiner Gründung eine Abwehrorganisation gegen Gewerkschaften. Ohne uns gäbe es sie nicht.»

Di, 2016-05-31 09:26
Gaza (dpa)

Hamas richtet drei verurteilte Mörder im Gazastreifen hin

Gaza (dpa) - Die radikalislamische Hamas hat drei verurteilte Mörder im Gazastreifen hingerichtet. Die Exekutionen hätten nicht öffentlich am frühen Dienstagmorgen stattgefunden, teilte das Innenministerium der Hamas mit. Vergangene Woche hatte Hamas-Staatsanwalt Ismail Dschaber gesagt, 13 verurteilte Männer sollten öffentlich exekutiert werden. Die Vereinten Nationen und die Europäische Union hatten diese Pläne verurteilt. Kurz darauf sprach Dschaber nur noch davon, dass die Hinrichtungen vor Medienvertretern stattfinden könnten.

Mit den drei Hinrichtungen hat die Hamas erstmals seit der Machtübernahme 2007 Menschen für Mord exekutiert. Bisher wurden nur Palästinenser hingerichtet, die der Zusammenarbeit mit Israel beschuldigt worden waren.

Nach Angaben der Hamas hatten die drei Männer unabhängig voneinander drei Menschen getötet und ihre Taten gestanden. Die Männer seien in der Stadt Chan Junis im südlichen Gazastreifen erschossen worden. Familienmitglieder der Opfer seien bei den Exekutionen dabeigewesen.

Vergangene Woche hatten Hamas-Abgeordnete eine neue Verordnung zur Todesstrafe im Gazastreifen gebilligt. Dschaber teilte am Donnerstag mit, dass diese Woche fünf verurteilte Mörder hingerichtet werden sollten. Acht weitere sollten nach dem Fastenmonat Ramadan im Juli exekutiert werden.

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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