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Mi, 2016-05-25 08:00
Magdeburg (dpa)

Jubiläums-«Polizeiruf 110»: Brasch, der Neue und ein totes Pflegekind Von Sabrina Gorges, dpa

1971 flimmerte der erste «Polizeiruf 110» über die Bildschirme. Die Jubiläumsfolge «Endstation» kommt nach fast genau 45 Jahren aus Magdeburg. Matthias Matschke gibt als Hauptkommissar Dirk Köhler seinen Einstand - und einer räumt seinen Schreibtisch.

Magdeburg (dpa) - Ein Junge taumelt durch den trüben Morgen. Er blutet, kann sich kaum auf den Beinen halten. Vor dem Magdeburger Polizeipräsidium bricht der Zwölfjährige zusammen. Tot. Für Hauptkommissarin Doreen Brasch, gespielt von Claudia Michelsen (47), beginnt die Suche nach dem Täter. Die wortkarge, kantige Ermittlerin muss dabei nicht nur hinter die saubere Fassade einer Pflegefamilie blicken, sondern sich auch mit dem neuen Kollegen Dirk Köhler (Matthias Matschke, 47) arrangieren. Und dann kommt auch noch der verlorene Sohn mit Nazi-Vergangenheit aus dem Gefängnis. Schwere Zeiten für die pragmatische Einzelgängerin.  

«Endstation» heißt der neue «Polizeiruf 110» aus Magdeburg, der am 29. Mai (20.15 Uhr) in der ARD ausgestrahlt wird. Den Film bewirbt der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) als Jubiläumsfolge. Vor 45 Jahren, genau am 27. Juni 1971, wurde der erste «Polizeiruf 110» gezeigt. Damit ist die Krimireihe die älteste hinter dem «Tatort». Im sechsten Fall aus der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt führt Matthias Tiefenbacher Regie. Ein Mann, der sich mit spannenden Fernsehfilmen auskennt. Mehrere «Tatort»-Folgen und «Der Tel-Aviv-Krimi» hat er unter anderem realisiert. 

Nach dem Ausstieg von Sylvester Groth alias Jochen Drexler vor fast einem Jahr schlüpft der Krimi-erprobte Matthias Matschke erstmals in dessen Rolle. Er spielt Dirk Köhler, einen durchaus sympathischen Familienvater mit Zehntagebart, der sich zunächst mit den Launen seiner Kollegin herumschlagen muss. Das kommt nicht wirklich überraschend, Brasch hat einfach nicht das Zeug zum Kumpel. «Tach» ist das einzige Wort, das sie bei seiner Vorstellung im Präsidium für ihn übrig hat. «Können sie einfach die Klappe halten?» schiebt sie im Laufe der Ermittlungen als zweiten Satz hinterher. Kollegial geht anders. 

Und dabei muss das Duo in diesem verzwickten Fall viele Fäden zusammenspinnen. Der tote Marco ist eines von drei Pflegekindern der Familie Schilchow, die eine Wäscherei betreibt. Im Haushalt leben noch Marcos großer Bruder Sascha, die geistig zurückgebliebene Nadine und die leibliche Tochter Bella. Dass in der Familie etwas nicht stimmt, fällt Brasch und Köhler schnell auf. Bis sie sich allerdings auf gemeinsame Ermittlungsansätze einigen können, dauert es erst einmal. Aller Anfang ist schwer. 

Eine goldene Taschenuhr, die bei dem toten Kind gefunden wurde, ist ebenso eine heiße Spur, wie die merkliche Angespanntheit in der Familie. Was stimmt nicht? Wer verheimlicht was? Oder wie Köhler es formuliert: «Die verarschen uns doch.»

Über die Uhr und die leibliche Mutter der beiden Jungen wird dann auch noch eine Einbruchsserie in die Geschichte eingeflochten. Dabei wurde zuletzt eine 85-Jährige totgeprügelt. Ins Visier der Hauptkommissare rückt ein Freund der drogenabhängigen Mutter. Ein polizeibekannter Hehler, der offenbar einen engen Kontakt zu den Pflegekindern der Schilchows hatte. Waren sie seine Gehilfen? Wollte Marco aus Angst auspacken und musste deshalb sterben?

In «Endstation» werden viele Bühnen bespielt. Die familiäre, die kollegiale und die ganz private. Brasch hat nach dem Knast wieder ihren Sohn zu Hause auf der Couch sitzen. Dass der sich von seinen braunen Vergangenheit losgelöst hat, kann selbst Brasch nicht glauben. Entsprechend kühl ist der Umgang miteinander. Und trotzdem: Emotionen sind da. Sparsam und ganz gezielt hat sie Drehbuchautor Stefan Rogall eingebaut. Und das auf allen Ebenen. Selbst, als Kriminalobermeister Mautz (Steve Windolf, 34) seinen Dienst quittiert, wird es nicht herzzerreißend, aber mitfühlend. 

«Endstation» ist ein tiefgründiger Fernsehkrimi mit einem verstörenden, aber konsequenten Ende. Aus dem Ensemble sticht Jungschauspieler Nino Böhlau («Fack ju Göhte») heraus. Er spielt Sascha, und das so gut, dass man ihm jede Sekunde die ganze Zerrissenheit eines Teenagers in einer Pflegefamilie abnimmt. Zweifellos die tragische Figur dieses Fernsehkrimis.     

Mi, 2016-05-25 08:00
Ise-Shima (dpa)

Ein Gipfel, sieben Stimmen und Merkels Druck in Ise-Shima Von Kristina Dunz, dpa

Alle G7-Partner reisen mit eigenen Nöten und Zielen zum Gipfel nach Japan. Auch die Kanzlerin. Stand sie beim Treffen in Deutschland vor einem Jahr noch glänzend da, ist sie nun auf Solidarität angewiesen.

Berlin/Ise-Shima (dpa) - Ein bisschen Schmeichelei ist sicher dabei, wenn Shinzo Abe die Kanzlerin mit «Hochachtung» als «die stärkste Politikerin» mit «der größten Einflusskraft» beschreibt. Bei seinem Besuch in Deutschland vor drei Wochen vermeidet der japanische Ministerpräsident trotz gehöriger Differenzen jeden Misston. Dennoch wird Angela Merkel seinen dringenden Wunsch für den G7-Gipfel an diesem Donnerstag und Freitag im japanischen Ise-Shima kaum erfüllen. Sie hat auch ganz andere Sorgen als der rechtskonservative Premier.

Abe pocht darauf, dass die sieben Staats- und Regierungschefs großer Industrienationen zur Ankurbelung der Weltwirtschaft - und damit möglichst auch des schwächelnden japanischen Wirtschaftswachstums - «mit einer Stimme eine konkrete Botschaft aussenden». Er meint damit etwa eine expansive Fiskalpolitik, also schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme. Und das lehnt Merkel ab. Finanzminister Wolfgang Schäuble ließ beim Treffen mit seinen G7-Kollegen schon wissen: «Ich glaube, die deutsche Finanzpolitik ist ziemlich erfolgreich.»

Für Merkel wiederum kommt es vor allem darauf an, dass die G7-Chefs (US-Präsident Barack Obama, Kanadas neuer Premierminister Justin Trudeau, Großbritanniens Premier David Cameron, Frankreichs Staatschef François Hollande und Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi) in der Flüchtlingskrise zusammenrücken. Und so hat jeder von ihnen eigene Nöte und Ziele. Die Gemengelage in Ise-Shima:

FLÜCHTLINGE/TERROR: Als Deutschland vor einem Jahr den G7-Gipfel ausrichtete, stand Merkel glänzend da. Beste Umfragewerte, hohe internationale Anerkennung. Inzwischen ist sie in der Wählergunst abgesackt und wegen der Flüchtlingskrise politisch schwer unter Druck. Nun gehört sie zu jenen, die Solidarität brauchen. Am besten ein Signal für gemeinsame Anstrengungen bei der Bekämpfung von Fluchtursachen und Hilfe für Flüchtlinge etwa internationale Entwicklungsbanken. Die Botschaft an die Bürger zuhause wäre: Deutschland steht mit dem Problem nicht alleine da. Ähnliches gilt für Italien. Frankreich wiederum, das 2015 zwei fürchterliche Terroranschläge erlebte, braucht entsprechende Solidaritätsbekundungen für den Anti-Terror-Kampf.

WIRTSCHAFT: Von Abes Wunsch nach einer starken konkreten Botschaft für die Wirtschaft wird vermutlich nicht viel mehr als ein Appell in der Abschlusserklärung übrig bleiben. Japanische Diplomaten rechnen mit einer Formulierung wie: Jede Regierung wird nach ihren Möglichkeiten das Wirtschaftswachstum fördern. Mit den USA liegt Japan in der Währungspolitik im Clinch. Tokio sieht in der Aufwertung des Yen ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Ein schwächerer Dollar wiederum stützt die Konjunktur in den USA. 

KRIEG UND FRIEDEN: Der Syrien-Krieg und der Russland-Ukraine-Konflikt sind Dauerthemen der G7. Japan erwartet mehr Solidarität bei den Territorialstreitigkeiten mit China um Inseln und Riffe im Ost- und Südchinesischen Meer - einer der gefährlichsten Krisenherde der Welt. Tokio habe sich klar gegen Moskau wegen der Annexion der Krim positioniert - nun müssten die G7-Partner erkennen, dass Japan ebenfalls von gewaltsamer Veränderung seines Territoriums durch China bedroht sei, heißt es von japanischer Seite. Das sei eine Herausforderung für das internationale Rechtssystem.

KLIMA: Eher selten schlagen Gipfel-Abschlussdokumente hohe Wellen. Oft sind die Formulierungen schwammig. Beim Gipfel 2016 in Bayern reichte allerdings die Bekräftigung der G7, das Zwei-Grad-Ziel zur Begrenzung der Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit auch wirklich anzustreben, für Jubel bei Klimaschützern. Denn das war eine Grundvoraussetzung für den Erfolg des UN-Klimagipfels in Paris Ende des Jahres, wo dann 195 Staaten das Zwei-Grad-Ziel akzeptierten. Nun will Merkel die dafür nötige Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien voranbringen. Erstmals ist in der Runde Kanadas smarter Premier Trudeau dabei. Im Kanzleramt gilt er als «Grüner», auf den Merkel in ihrem Bestreben nach weiterem international koordiniertem Vorgehen beim Klimaschutz setzen kann. Sie wird die Gelegenheit nutzen, mit dem 44-Jährigen allein zu sprechen.

BREXIT: Von Obama bis Merkel wird die G7-Runde den Briten die harten Konsequenzen in Finanz- und Wirtschaftsfragen vor Augen führen, sollte seine Bevölkerung bei dem Referendum am 23. Juni gegen einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union stimmen. Es werden aber auch Negativfolgen für die EU und die Weltwirtschaft befürchtet.

OBAMA: Es ist Obamas letzter G7-Gipfel. In diesem Jahr endet seine Amtszeit. Eines seiner Themen ist die Handelspolitik inklusive des höchstumstrittenen Freihandelsabkommens zwischen den USA und der EU. Sein Besuch in Japan könnte den ganzen Gipfel dominieren - allerdings weniger seine Teilnahme an dem Treffen in Ise-Shima, vielmehr sein anschließender Auftritt in Hiroshima - jener japanischen Stadt, die die US-Luftwaffe 1945 mit einer Atombombe zerstörte.

Mi, 2016-05-25 07:49
Singapur (dpa)

Ölpreise legen weiter zu

Singapur (dpa) - Die Ölpreise haben am Mittwoch weiter zugelegt und sind über die Marke von 49 Dollar gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli 49,17 US-Dollar. Das waren 56 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 62 Cent auf 49,24 Dollar.

Die Marke von 50 Dollar, die in diesem Jahr noch nicht überschritten wurde, rückt mit den neuerlichen Preisaufschlägen in Reichweite. Am Markt wurden die Zuwächse mit neuen Lagerdaten aus den USA begründet. Am Dienstagabend hatte das private American Petroleum Institut (API) einen kräftigen Vorratsabbau gemeldet. Am Mittwoch wird die US-Regierung ihre wöchentlichen Zahlen vorlegen. Analysten erwarten auch hier einen Rückgang.

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Mi, 2016-05-25 06:57
Kabul (dpa)

Religiöser Führer und Richter wird neuer Talibanchef

Kabul (dpa) - Vier Tage nach der Tötung des Talibanchefs Mullah Achtar Mansur durch US-Drohnen haben die radikalen Islamisten einen neuen Anführer gewählt. In einer am Mittwochmorgen von Sprecher Sabiullah Mudschahid versandten E-Mail heißt es, einer der beiden bisherigen Mansur-Stellvertreter, Mullah Haibatullah Achundsada, sei neuer Anführer der Bewegung.

Achundsada ist ein anerkannter religiöser Führer und hochrangiger Talibanrichter. Er hat bisher keine Rolle auf dem Schlachtfeld gespielt. Das ist ungewöhnlich für die Taliban.

Neuer erster Stellvertreter sei der Leiter der Militäroperationen, Siradschuddin Hakkani, der auch als Stellvertreter Mullah Mansurs fungiert hatte. Zweiter Stellvertreter wurde der Sohn des verstorbenen langjährigen Talibanchefs Mullah Omar, Jakub.

Mi, 2016-05-25 06:05
Ise-Shima (dpa)

G7-Staaten machen Front gegen Terroristen und Cyber-Attacken

Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen treffen sich die G7-Staaten im japanischen Ferienort Ise-Shima. Werden die Staats- und Regierungschefs nötige Antworten auf die Krisen der Welt finden?

Ise-Shima (dpa) - Die Gruppe sieben großer Industrienationen macht Front gegen Hacker und Terroristen. Auf ihrem Gipfel im japanischen Ise-Shima wollen die Staats- und Regierungschefs der G7 nicht nur einen Aktionsplan für den Kampf gegen Terrorismus, sondern auch resolute Schutzmaßnahmen gegen Angriffe über das Internet beschließen. Weitere Themen des zweitägigen Gipfels am Donnerstag und Freitag sind die Konflikte in Syrien und in der Ukraine, die Flüchtlingskrise in Europa, die schwache Weltkonjunktur, der freie Handel sowie der Klimaschutz.

Der Gipfel in der Ferienregion Ise-Shima 300 Kilometer südwestlich von Tokio, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnimmt, wird von 23 000 Polizisten geschützt. Der G7 gehören die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada an.

Mit ihrem Aktionsplan gegen Terror und extremistische Gewalt wollen die G7-Staaten den Terroristen die Geldströme kappen, ihre Bewegungsmöglichkeiten sowie den Zugang zu Waffen und Ausrüstung beschränken. Verschärft werden soll auch das Vorgehen gegen Angriffe über das Internet durch Länder, terroristische Gruppen oder individuelle Hacker, wie die japanische Zeitung «Yomiuri Shimbun» berichtete.

Das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen sollen als maßgeblich auch für Internet-Attacken angesehen werden. Damit können sich Staaten auf das Recht zur Selbstverteidigung berufen und gewaltsam gegen Angreifer vorgehen. Auch der Weltsicherheitsrat kann notwendige Schritte beschließen.

Die G7-Staaten wollen sich laut Bericht in der Erklärung auch indirekt gegen die Internetsperren Chinas, Russlands oder anderer Länder wenden, indem sie sich für den freien Fluss von Informationen aussprechen und «Beschränkungen für den grenzüberschreitenden Datentransfer ablehnen». Über ihre «Große Firewall» genannten Internetblockaden sperrt zum Beispiel China den Google-Suchdienst, soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder die Videoplattform Youtube.

Russland wird zum dritten Mal in Folge nicht an dem jährlichen Gipfeltreffen teilnehmen. Die G7 hatte den russischen Präsidenten Wladimir Putin 2014 wegen der Annexion der Krim ausgeschlossen. Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hält das rückblickend für einen Fehler. «Die G7-Gruppe ist nicht im Stande, große internationale Krisen alleine zu lösen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Weder die Ukraine-Krise noch der Syrien-Konflikt sind ohne Russland zu lösen.»

Eine Rückkehr des russischen Präsidenten Wladimir Putin in den Kreis ist nach Auffassung Ischingers unter den gegenwärtigen Umständen nicht denkbar. Für die G7 wäre das ein «Eingeständnis einer schweren Niederlage» in der Ukraine-Krise, sagte er. «Andererseits sollte man niemals nie sagen. Die Tür für eine Rückkehr Russlands in den Kreis sollte langfristig offen bleiben.» Während des Gipfels in Japan sorgt Putin mit einem Besuch beim Nato- und EU-Mitglied Griechenland für Aufsehen.

Mi, 2016-05-25 06:00
Leipzig (dpa)

Unparteiischer Australier - Koala Oobi-Ooobi wird EM-Orakel Von Birgit Zimmermann, dpa

Tierische Orakel haben zu sportlichen Großereignisse schon Tradition. Zur Fußball-EM schickt der Zoo Leipzig einen unparteiischen Australier ins Rennen.

Leipzig (dpa) - Otter, Elch, Schabrackentapir - zu sportlichen Großereignissen schlägt die Stunde der tierischen Orakel. Zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich will der Zoo Leipzig im Vorhersage-Geschäft mitmischen. Koala Oobi-Ooobi soll die Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft tippen. «Als Australier hat er einen unparteiischen Blick auf das europäische Fußballgeschehen», sagte eine Zoo-Sprecherin.

Oobi-Ooobi tritt in große Fußstapfen. Unvergessen ist der Tintenfisch Paul aus Oberhausen, der 2010 den Ausgang aller Weltmeisterschafts-Spiele der deutschen Mannschaft richtig voraussagte. Paul, der inzwischen das Zeitliche gesegnet hat, musste sich dazu etwa zwischen Muschelfleisch aus einem von zwei Gläsern entscheiden.

Zur Fußball-WM 2014 orakelten dann Tiere auf ganz verschiedene Art: Elefantin Nelly in der Lüneburger Heide schoss zum Beispiel Fußbälle auf ein Tor, Schildkröte Momario aus Schleswig-Holstein entschied sich zwischen Grünzeug mit Länderfähnchen und das Gürteltier Taka aus dem Zoopark Erfurt wählte gekochte Hühnerhaut aus Länderspieltoren aus.

Wie der Koala in Leipzig seine Fußball-Expertise unter Beweis stellen soll, will der Zoo noch nicht verraten. Ihn mit Futter zu locken, könnte schwierig werden. Koalas fressen fast ausschließlich Eukalyptus. Immerhin sind sie dabei wählerisch - der Zoo lässt auf einer Plantage 23 verschiedene Arten anbauen. Das erste Spiel, das Oobi-Ooobi tippen soll, wird die Begegnung Deutschland-Ukraine am 12. Juni sein.

Der Zoo Leipzig hat schon Erfahrungen mit Tier-Orakeln gesammelt, wenn auch abseits von EM und WM. Schabrackentapir Baru sagte 2013 den Ausgang des Champions-League-Finals zwischen Bayern und Dortmund voraus. Sein Biss in einen schwarz-gelb beschrifteten Kohlrabi war allerdings nicht korrekt. Bekannt ist auch der Auftritt des schielenden Opossums Heidi als Orakel bei der Oscar-Verleihung. Die Beutelratte schaffte es damit 2011 ins amerikanische Fernsehen.

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Mi, 2016-05-25 06:00
Berlin (dpa) 

Die Kippe und der Krebs: Was Raucher wissen sollten Von Valentin Frimmer, dpa

Mittlerweile weiß es jedes Kind: Rauchen kann Krebs - und viele andere Krankheiten - verursachen. Doch warum eigentlich? Und wie hoch ist das Krebsrisiko für Raucher tatsächlich? Ein Überblick.

Berlin (dpa) - «Rauchen verursacht tödlichen Lungenkrebs.» Der Warnhinweis prangt groß auf vielen Zigarettenpackungen. Jeder vierte Deutsche raucht trotzdem. Doch wie hängen Krebs und der blaue Dunst genau zusammen? Einige Antworten:

Warum fördert Rauchen Krebs?

Tabakrauch besteht laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus knapp 5000 verschiedenen chemischen Substanzen. Etwa 90 Stoffe sind nachgewiesenermaßen krebserregend oder stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Sie werden sowohl über die Schleimhäute und die Lunge aufgenommen als auch geschluckt.

Wie verursachen diese Stoffe Krebs?

Ob sich menschliche Zellen vermehren oder nicht, obliegt einer strengen Kontrolle im Körper. Der Schlüssel dazu liegt im Erbgut. Krebserregende Substanzen im Tabakrauch können diese Kontrolle stören: Sie verändern die DNA und lassen dadurch die Zellteilung aus dem Ruder laufen. Es kann zu einer massiven Bildung von neuen Zellen kommen, Krebs entsteht. Der Organismus hat zwar Möglichkeiten, solche DNA-Schäden zu beheben, bei Rauchern sind diese Reparaturmechanismen durch die Belastung mit Giftstoffen aber eingeschränkt.

Welche Krebsarten begünstigt Rauchen besonders?

Zigarettenrauch schädigt die DNA dort, wo er direkt mit Gewebe in Kontakt tritt, also beispielsweise im Mund- und Lungenbereich. Krebserregende Stoffe können aber auch im Körper zirkulieren und anderswo zu Tumoren führen. Raucher haben ein besonders hohes Risiko, an Lungen-, Kehlkopf-, Speiseröhren- und Mundhöhlenkrebs zu erkranken. Ebenso gibt es einen Zusammenhang mit Leukämie sowie Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Harnblasen- und Gebärmutterhalskrebs.

Wie stark ist das Krebsrisiko bei Rauchern erhöht?

Insgesamt verursacht das Rauchen nach Angaben der BZgA 25 bis 30 Prozent aller Krebstodesfälle. Männliche Raucher haben beispielsweise ein 20- bis 30-mal so hohes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken wie Nichtraucher, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) schreibt. Bei rauchenden Frauen sei das Risiko 9-mal so hoch wie bei Nichtraucherinnen. Insgesamt erkrankt laut DKFZ rund jeder zehnte Raucher im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs. Dabei spielt es auch eine Rolle, wie stark ein Mensch raucht.

Wie viele Menschen sterben durch Tabakkonsum?

Im Jahr 2013 starben nach Angaben im «Tabakatlas Deutschland 2015» hierzulande 121 000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Das sind 13,5 Prozent aller Todesfälle. Allein 58 758 Menschen starben den Zahlen zufolge an durch Rauchen verursachten Krebs.

Erhöht auch Passivrauchen das Krebsrisiko?

Ja. Auch wer nicht selbst an einer Zigarette zieht, atmet noch viele verschiedene Schadstoffe ein. Nach Schätzungen des DKFZ erkranken 280 Menschen pro Jahr durch Passivrauchen an Lungenkrebs, andere Quellen sprechen von mehr als 400 pro Jahr.

Was bringt ein Rauch-Stopp konkret mit Blick auf das Krebsrisiko?

Nach einigen Jahren Verzicht sinkt das Risiko für die meisten Krebsarten deutlich. Nach einer Dekade hat der Ex-Raucher laut DKFZ nur noch ein halb so hohes Risiko für Lungenkrebs, wie wenn er weitergeraucht hätte. Bis das Niveau eines Nichtrauchers erreicht ist, dauere es aber zwanzig bis dreißig Jahre.

Sind auch (Wasser-)Pfeifen- und Zigarrenraucher stark krebsgefährdet?

Ja. Dabei gibt es kleine Unterschiede: Zigarrenraucher erkranken besonders häufig an Krebs im Rachenraum, weil sie den Rauch länger im Mund halten. Pfeifenraucher bekommen etwas seltener Lungenkrebs als Zigarettenraucher. Über Wasserpfeifen können Konsumenten mehr Schadstoffe aufnehmen als über filterlose Zigaretten.

Verursachen auch E-Zigaretten Krebs?

Bei E-Zigaretten verbrennt kein Tabak, stattdessen wird eine Art nikotinhaltiger Dampf eingeatmet. Dennoch sehen Experten des DKFZ gesundheitliche Gefahren. Die Flüssigkeiten in den E-Zigaretten enthielten auch giftige Zusätze mit krebserzeugendem Potenzial. Unter bestimmten Voraussetzungen können zudem mehr krebserzeugende Aldehyde freigesetzt werden als bei Tabakzigaretten.

Mi, 2016-05-25 05:54
Seattle (dpa)

Trump holt sich im Bundesstaat Washington weitere Delegierte

Seattle (dpa) - Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat sich bei einer Vorwahl im US-Bundesstaat Washington weitere Delegierte für den Parteitag im Juli geholt. Trump gewann die Vorwahl nach Auszählung von 68 Prozent der Stimmen voraussichtlich mit 76 Prozent der Stimmen, berichtete der Fernsehsender CNN am Dienstag (Ortszeit) unter Berufung auf Hochrechnungen. Trump ist nach Vorwahlen in vielen Bundesstaaten in den vergangenen Monaten bei den Republikanern als einziger Kandidat noch im Rennen. Gekürt wird der endgültige Präsidentschaftskandidat bei einem Parteikonvent im Juli.

Unterdessen kam es in Albuquerque im Bundesstaat New Mexico am Dienstagabend (Ortszeit) bei Protesten gegen eine Trump-Veranstaltung zu Zwischenfällen. Einige Demonstranten hätten einige Feuer angezündet und Steine geworfen, berichtete CNN unter Berufung auf die Polizei.

Mi, 2016-05-25 05:30
Washington (dpa)

Sanders gibt nicht nach und lässt Wahl in Kentucky überprüfen

Washington (dpa) - Nach dem Wimpernschlag-Sieg von Hillary Clinton bei der Vorwahl der Demokraten im Bundesstaat Kentucky wird das Wahlergebnis überprüft. Clintons knapp unterlegener Gegenkandidat Bernie Sanders beantragte eine Prüfung der Briefwahlunterlagen sowie der Wahlautomaten. Das soll nun am Donnerstag geschehen. Sanders hatte bei der Abstimmung am 17. Mai nur mit weniger als einem halben Prozentpunkt und weniger als 2000 Stimmen Rückstand auf Clinton verloren.

Schmutziger Wahlkampf

Washington (dpa) - Donald Trump bewirft seine Kontrahentin Hillary Clinton mit dem Schmutz aus alten Zeiten. In Wahlkampfspots rührt er tatsächliche und angebliche sexuelle Fehltritte ihres Ehemannes und Ex-Präsidenten Bill wieder auf. Auch den Selbstmord eines Clinton-Beraters aus den 1990ern stellt er so in den Raum, dass Clinton in ein schlechtes Licht gerät. Clinton hält sich mit Gegenschlägen noch zurück.

Trump hält die Hand auf

Washington (dpa) - Monatelang zog Donald Trump durch die Lande und wiederholte mantraartig seine finanzielle Unabhängigkeit. Als mehrfacher Milliardär sei er nicht auf Spenden angewiesen, diese würden nur Einflussnahme bedeuten. Am Dienstag hielt er seine erste Spendenveranstaltung ab. Zuvor hatte er Medienberichten zufolge bereits Zuwendungen einflussreicher Magnaten akzeptiert. Irritationen gab es auch um eine Benefiz-Veranstaltung für US-Veteranen. Trump hatte erklärt, sechs Millionen Dollar seien zusammengekommen. Eine Recherche der «Washington Post» ergab, dass Geld fehlte - unter anderem die eine Million Dollar, die Trump aus eigener Tasche beisteuern wollte.

Schriftsteller gegen Trump

Washington (dpa) - Mit einem offenen Brief protestieren mehrere hundert Autoren gegen Donald Trump. «Der Aufstieg eines politischen Kandidaten, der bewusst die niederträchtigsten und gewalttätigsten Elemente einer Gesellschaft anspricht, der seine Unterstützer zu Gewalt animiert, der seine Gegner niedermacht, Andersdenkende einschüchtert und Frauen und Minderheiten herabwürdigt, erfordert von und allen eine sofortige und energische Reaktion», heißt es darin. Zu den Unterzeichnern gehören Stephen King, David Eggers («The Circle») und der Pulitzerpreisträger Junot Díaz. Die Online-Petition wurde innerhalb weniger Stunden von etlichen weiteren Menschen unterzeichnet.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Mi, 2016-05-25 06:00
Washington (dpa)

Der Schlamm fliegt schon vor der Schlacht - US-Wahlkampf ganz unten Von Michael Donhauser, dpa

Donald Trump ist noch nicht einmal richtig Kandidat, doch die Angriffe auf seine mutmaßliche Kontrahentin Hillary Clinton gehen schon jetzt unter die Gürtellinie. Der US-Wahlkampf 2016 verspricht zwei Dinge: Minimalen Inhalt, maximalen Boulevardeffekt.

Washington (dpa) - Ungefähr zwei Monate dauert es noch, bevor Hillary Clinton und Donald Trump offizielle Kandidaten ihrer Parteien für den US-Präsidentschaftswahlkampf sein können. Doch der Wahlkampf ist schon längst nicht nur in vollem Gang - er hat auch bereits kaum für mögliche gehaltene Tiefen erreicht. Trump, der Populist, kramt in der Vergangenheit der Clintons, natürlich geht es um Sex und Gewalt, er deutet sogar Verbrechen und Verschwörungstheorien an.

Wenn es ernst wird, ist Trumps Taktik die seit Monaten bewährte: Zurückrudern. «Ich bringe das Thema nicht auf, ich sage nur, es gibt Leute, die bringen es auf», sagt Trump. Er verschweigt, dass diese «Leute« die Redaktion des Revolverblattes «National Enquirer» ist, deren Geschichten praktisch nie stimmen. Die Wirkungstreffer in seiner Wählerzielgruppe sind dann längst gesetzt.

«Sollte irgendjemand Zweifel daran haben, wie schmutzig der Wahlkampf in den nächsten Wochen werden wird - Donald Trump hat sie zerstreut», schreibt das Fachmagazin «Politico». «Very fishy», «ziemlich schlüpfrig» nennt der Immobilienmogul aus New York etwa den Selbstmord von Vince Foster, einen ehemaligen Berater von Präsident Bill Clinton im Weißen Haus. Der Jugendfreund Clintons hatte sich 1993 mit einer Pistole in den Mund geschossen, fünf unterschiedliche Untersuchungen bestätigten die Suizid-Annahme. Verschwörungstheorien hielten sich, vor allem gespeist durch das konservative «Arkansas Projekt». In dem südlichen Bundesstaat war Clinton einst Gouverneur.

Trump veröffentlichte einen Werbespot in dem die Stimmen zweier Frauen zu hören sind - beide behaupten, von Bill Clinton sexuell belästigt worden zu sein. Beide Fälle liegen Jahrzehnte zurück, zumindest in einem Fall gab es kein juristisches Vorgehen gegen Clinton. Paula Jones, Monica Lewinsky - da war doch was. Trump verstieg sich sogar zu der These, Hillary Clinton habe die Seitensprünge ihres Mannes erst ermöglicht - also eine Mittäterin. «Widerlich», nennt Trump das und gibt sich kaum Mühe, seine Scheinheiligkeit zu verbergen, wenn er sich auf die Seite der Frauen - immerhin 53 Prozent der Wählerschaft, wenn es am 8. November an die Urnen geht.

Clinton weiß, dass die Affären ihres Mannes in den 1990er Jahren wohl eher nicht die Chancen ihrer Kandidatur schmälern. Aber Trump zerrt sie mit diesem Mittel in eine Schmutzkampagne. Und die frühere Außenministerin zeigt, dass sie zurückschlagen kann. Prompt veröffentlichte sie ein Video, das die Folgen der Finanzkrise zeigt: Arbeitslosigkeit, Armut, Hoffnungslosigkeit. Das Ganze ist unterlegt mit einem Tonbandmitschnitt Donald Trumps. Der sagt, dass Leute wie er von der Finanzkrise profitierten, weil sie billig investieren könnten. «Gewinnt Donald Trump, verlierst Du!», endet der Werbespot.

Die Griffe unter die Gürtellinie sind offenbar erst der Anfang in einem Wahljahr 2016, das den US-Bürgern ohnehin schon Kopfzerbrechen bereitet. «Das Amerikanische Volk will einen Fighter», sagte Trumps Wahlkampfmanager Corey Lewandowski dem Sender CBS. Trump werde «härter zur Sache gehen, als sie es gewohnt waren», sagte er mit Blick auf die Clintons.

Trump wäre nicht Trump, hätte er Clinton nicht längst das Wort im Munde umgedreht. Er sei halt ein Geschäftsmann und habe in schrumpfenden Märkten eine Menge Geld verdient. Amerika gehe es schlecht, weil Politiker genau dies nicht draufhätten. «Sie haben einfach keine Ahnung!», wetterte der bald 70 Jahre alte Immobilienmogul.

Mi, 2016-05-25 04:30
Tokio/Wolfsburg (dpa)

Toyota mit Uber, VW mit Gett: Autobauer investieren in Fahrdienste

Deal-Fieber in der Autobranche: Die Hersteller jagen Online-Firmen hinterher. Sie hoffen, mit neuen Fahrdiensten den Weg in die Zukunft zu finden. Dabei geht es auch um Roboter-Taxis als Vision.

Tokio/Wolfsburg (dpa) - Autobauer suchen im digitalen Wandel ihres Geschäfts weltweit die Nähe zu Online-Fahrdiensten. Der japanische Branchenriese Toyota steigt beim führenden Fahrdienst-Vermittler Uber ein. Volkswagen gab nur wenige Stunden zuvor die massive Investition von 300 Millionen Dollar (267 Mio Euro) in den Uber-Rivalen Gett bekannt.

Toyota will im Rahmen des Deals unter anderem Uber-Fahrern seine Fahrzeuge per Leasing anbieten oder verkaufen. Außerdem soll die gemeinsame Entwicklung von Apps für Fahrer ausgelotet werden.

Die Höhe der Toyota-Beteiligung an Uber wurde nicht genannt. Der Finanzdienst Bloomberg berichtete, die Investition sei niedrig und Toyota habe keine Absicht, einen großen Anteil zu kaufen oder die Kontrolle zu übernehmen. Der Autokonzern wolle mehr darüber erfahren, wie Verbraucher Fahrdienste nutzen, und könne leicht wieder aussteigen, wenn die Partner getrennte Wege gehen wollten, hieß es unter Berufung auf eine informierte Person.

Uber ist die Nummer eins unter den Fahrdienst-Vermittlern. Das Unternehmen aus San Francisco besorgte sich mehr als fünf Milliarden Dollar bei Investoren und soll in Finanzierungsrunden zuletzt mit über 60 Milliarden Dollar bewertet worden seien. Zugleich legte sich Uber bei der weltweiten Expansion mit Behörden und der Taxi-Branche an.

Gett ist den Angaben zufolge in mehr als 60 Städten weltweit aktiv, darunter zum Beispiel auch New York und London. Im Großteil von Manhattan bietet die Firma Fahrten zu einem Flatrate-Tarif von zehn Dollar an und sorgte damit für Aufsehen. Volkswagen macht keinen Hehl daraus, dass es dabei auch um eine Zukunft mit Roboter-Taxis geht: Die Vermittlungs-Plattform von Gett könne «auch als Grundlage dienen, um tragfähige Modelle für den On-Demand-Betrieb selbstfahrender Autos zu entwickeln», erklärte der Konzern am späten Dienstag.

VW hatte auch im Gefolge des Abgas-Skandals angekündigt, sich zu einem «Mobilitätsdienstleister» zu wandeln. Dies ist Teil einer neuen Strategie, die VW-Chef Matthias Müller noch im Sommer vorstellen will und zu denen auch mehr Elektromobilität gehört. Müller bezeichnete die Beteiligung an Gett als «Meilenstein».

Die Autokonzerne sind auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen, denn vor allem die jüngeren Generationen wollen Autos zunehmend nur nutzen, statt besitzen. Außerdem dürften mit der künftigen Ausbreitung selbstfahrender Autos insgesamt weniger Wagen benötigt werden.

Deswegen gehen die Autohersteller verstärkt ins Geschäft der Fahrdienste rein. So kaufte Daimler die App MyTaxi und die Opel-Mutter General Motors investierte 500 Millionen Dollar in den Uber-Konkurrenten Lyft ein und will laut Medienberichten Roboter-Taxis testen. Dabei treten die Fahrdienste auch als Abnehmer von Wagen der Autobauer auf, Lyft zum Beispiel will den neuen Elektrischen Chevrolet Bolt von GM nutzen. Daimler verwendet seine Autos im hauseigenen Carsharing-Dienst Car2Go und BMW seine Modelle beim Konkurrenten DriveNow.

Dabei verschmelzen die klassische Autoindustrie und die Online-Branche an immer mehr Stellen und es entstehen ungewöhnliche Partnerschaften. Der iPhone-Konzern Apple, der laut Medienberichten auch an einem eigenen Auto arbeiten soll, investierte jüngst eine Milliarde Dollar in den chinesischen Uber-Konkurrenten Didi.

Ford experimentiert mit einer eigenen Mitfahr-App und Fiat Chrysler sucht sich Hilfe bei der Entwicklung selbstfahrender Autos bei Google. Zugleich entwickeln Uber, aber auch der chinesische Internet-Konzern Baidu eigene Technik für Roboter-Wagen. Die Vision ist, dass selbstfahrende Taxis, die per App bestellt werden, den Verkehr in den Städten drastisch entlasten und sicherer machen können.

Mi, 2016-05-25 05:00
Berlin (dpa)

Merkels Sherpa oder Gipfelkunst namens Röller Von Kristina Dunz, dpa

Ohne ihre Sherpas können Regierungschefs keine internationalen Gipfel bestreiten. Die Experten handeln die Details vorher aus. Oft kommt es dann aber noch anders. Ein Job mit viel Adrenalin.

Berlin (dpa) - Lars-Hendrik Röller hat auch diesmal wieder mühevoll verhandelt. Kurz vor dem G7-Gipfel an diesem Donnerstag und Freitag im japanischen Ise-Shima hat er sich abermals mit seinen Sherpa- Kollegen getroffen. Die Anzahl der Stunden, die er dann in drei Tagen und Nächten schläft, liegt vor solch großen Gipfeln gewöhnlich im einstelligen Bereich. Der Top-Ökonom ist Angela Merkels Wirtschaftsgehirn für die Gipfel. Ohne ihn läuft da wenig.

Monatelang hat der 57-Jährige das Treffen der sieben großen Industriestaaten USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Italien, Frankreich und Deutschland vorbereitet, sich mit den anderen Sherpas getroffen, Papiere zur Weltwirtschaftslage, Handelspolitik, zu Energiefragen und Klimazielen geschrieben und die Abschlusserklärung bereits weitgehend ausgehandelt. Die Staats- und Regierungschefs ändern und ergänzen dann, aber die wesentliche Arbeit ist getan.

Davon bekommt die Öffentlichkeit oft wenig mit. Denn häufig werden Gipfel von aktuellen Konflikten überschattet. Vor einem Jahr im bayerischen Elmau war es die Ukraine-Russland-Krise. Jetzt reisen die Kanzlerin und ihre Gipfel-Kollegen unter der Last des Krieges in Syrien, des internationalen Terrors und der Flüchtlingskrise an.

Nach den Gepflogenheiten im Kanzleramt äußern sich Merkels Berater nicht öffentlich. Und Röller versucht Abstand zu halten von dem großen und hektischen Politik- und Medienbetrieb. Er schweigt meistens - das aber freundlich. Dabei könnte er Geschichten erzählen. So nah an Merkels Politik wie Röller, der außenpolitische Berater Christoph Heusgen und Regierungssprecher Steffen Seibert sind wenige.

Röller studierte Informatik in den USA und lehrte als Wirtschaftsprofessor in Frankreich. Später wurde er Chef-Ökonom der Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission. Bevor er vor fünf Jahren ins Kanzleramt kam, war er Präsident der privaten Elite-Wirtschaftshochschule ESMT in Berlin.

Dass Politiker in die Wirtschaft wechseln, ist keine Überraschung. Oftmals bekommen sie sehr viel mehr Geld für durchaus weniger Arbeit. Umgekehrt ist es eher selten: Wirtschaftsgrößen stellen sich in den Dienst der Politik, ihre Einkünfte sinken deutlich und sie sind mitunter rund um die Uhr im Einsatz. Warum macht man das? Beobachtet man Röllers Arbeit, geht es ihm um die Möglichkeit, die Welt ein Stückchen zu verändern. In seinem Sinne zu verbessern.

Bei Gipfeln muss er dafür sehr dicke Bretter bohren. Nie stimmen alle zu. «Deshalb ist jeder Satz ein Kompromiss», sagte Röller einmal und umschreibt damit höflich, dass sich in den Abschlusserklärungen oft Banalitäten - und dann noch schwer verständlich - wiederfinden. Aber es bewegt sich trotzdem etwas. Sonst würde Röller es nicht machen.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mi, 2016-05-25 03:26
Kopenhagen (dpa)

EU-Bericht zu Badegewässern: Wo lässt es sich unbeschwert baden?

Ab ins kühle Nasse: Im warmen Mai hat es viele Europäer schon an Strände und Badeseen gezogen. Aber können sie dort unbesorgt baden? Der Bericht der EU zu Badegewässern gibt am Mittwoch Aufschluss.

Kopenhagen (dpa) - Im Badegewässer-Bericht der Europäischen Union erfahren Schwimmbegeisterte am Mittwoch (12.00 Uhr), wo sie in diesem Sommer unbekümmert baden können. Für den Report haben Experten die Wasserqualität an mehr als 21 000 Badestellen in den EU-Staaten sowie in der Schweiz und Albanien unter die Lupe genommen. Die gesammelten Daten, die die Europäische Umweltagentur am Mittag in Kopenhagen veröffentlichen will, stammen allerdings aus der vergangenen Badesaison - also von 2015.

Im vergangenen Bericht waren die meisten der rund 2290 aufgelisteten Badeplätze in Deutschland als gut bis ausgezeichnet eingestuft worden. Mehr als 97 Prozent der Badestellen an deutschen Flüssen, Seen und Küstenstränden erfüllten die EU-Mindeststandards. Vorsichtig sein sollte man laut der Zahlen von 2014 an 14 Stellen.

Den EU-Berichten zufolge hat sich die Wasserqualität in Europa in den letzten Jahren insgesamt verbessert. Urlauber waren zuletzt besonders an den Stränden der Mittelmeerinsel Zypern gut aufgehoben.

Die Behörden in den EU-Ländern müssen die Badegewässer laut Gesetz mindestens auf zwei Bakteriensorten prüfen: Darm-Enterokokken und Escherichia coli. In vielen Fällen geht die Verunreinigung auf schwere Regenfälle und überfließende Kanalisation zurück.

Mi, 2016-05-25 03:10
Berlin (dpa)

Gesundheitsminister hält sich aus Glyphosat-Debatte raus

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will sich nicht in den Streit um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat und seine Zulassung in der EU einschalten. «Im letzten Sommer gab es eine gemeinsame Risikobewertung der zuständigen Geschäftsbereiche des Landwirtschafts- und des Umweltministeriums, die einem Einsatz nicht entgegensteht», teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage in Berlin mit. «Da sich an den Fakten seitdem nichts geändert hat, sehen wir keine neue Sachlage, die dieser Bewertung entgegenstehen sollte.»

Die EU-Zulassung für Glyphosat läuft Ende Juni aus. Die SPD-Minister, darunter Umweltministerin Barbara Hendricks, wollen sie weder verlängern noch erneuern. Die weit verbreitete Chemikalie steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Deutschen Experten zufolge besteht bei sachgerechter Anwendung aber keine Gefahr. Agrarminister Christian Schmidt (CSU) verweist wie das Gesundheitsministerium auf diese Risikobewertung.

Die SPD begründet ihr Nein mit dem Vorsorgeprinzip: Solange der Verdacht im Raum stehe, dass Glyphosat gesundheitsschädlich sei, dürfe es nicht zum Einsatz kommen.

Mi, 2016-05-25 02:27
Aviv (dpa)

Transsexualität, Transgender, Transvestiten

Tel Aviv (dpa) - Transsexualität bezeichnet das Gefühl, mit dem «falschen» Geschlecht auf die Welt gekommen zu sein. Den Betreffenden ist es oft ein starkes Bedürfnis, ihren Körper mit Hormonen oder mit Operationen dem bevorzugten Geschlecht anzugleichen. Über den Anteil transsexueller Menschen in Deutschland gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Die Schätzungen gehen weit auseinander und reichen von 1 zu 500 bis 1 zu 70 000.

Der Begriff Transgender umfasst meist all jene, deren soziales Geschlecht nicht mit dem biologischen identisch ist. Nicht jeder von ihnen möchte jedoch seinen Körper verändern. Der Gebrauch der Begriffe ist nicht immer einheitlich. Um die verschiedenen Bezeichnungen zusammenzufassen, wird manchmal der Oberbegriff «Trans*» verwendet. Auch der Ausdruck «Transidentität» wird häufiger benutzt.

Als Travestiekünstler oder Dragqueen bezeichnet man Männer, die zum Spaß oder zur Unterhaltung Frauenklamotten tragen und dies besonders exaltiert tun. Viele Dragqueens wollen so für mehr Offenheit und Toleranz werben. Eine prominente Dragqueen in Deutschland ist Olivia Jones.

Das wissenschaftlichere Wort Transvestit bezeichnet Menschen, die das Bedürfnis haben, immer mal wieder für längere oder kürzere Zeit in die Kleidung des anderen Geschlechts zu schlüpfen und auch Haare, Accessoires und Bewegungsstil anzupassen - und zwar im vollen Bewusstsein, diesem Geschlecht nicht anzugehören.

Mi, 2016-05-25 01:30
Janeiro (dpa)

Das Kicker-Kraftwerk: Ein Fußballplatz, der Strom erzeugt Von Georg Ismar, dpa

Rio ist gerade nicht bekannt für gute Nachrichten: Fast pleite, der Küsten-Radweg eingestürzt, wenig Vorfreude auf Olympia. Aber in einer Favela funktioniert seit einiger Zeit eine innovative Lösung, um auch abends Fußball zu spielen.

Rio de Janeiro (dpa) - In der Favela Morro da Mineira sind auffallend viele Häuser türkisfarben angestrichen. Von weitem kleben dutzende Gebäude wie übereinandergestapelte Schachteln am Berg. Alle türkis.

Der Legende nach versteckte sich hier, in der Armensiedlung nahe des Sambódromos im Zentrum von Rio de Janeiro, ein bekannter Drogenboss. Die Polizei bekam einen Tipp, er sei in einem türkisfarbenen Haus zu finden. Die Bewohner bekamen Wind von der nahenden Polizeioperation und in Windeseile wurden zig Häuser in der «Tarnfarbe» angemalt.

Aber heute macht Morro da Mineiro mit einer anderen Sache in der Olympiastadt von sich reden. Es geht verwinkelte Straßen hoch, Müll liegt herum, streunende Hunde. Der Tag neigt sich dem Ende zu. Wie ein Ufo, das vom Himmel gefallen ist, liegt umgeben von übereinander gebauten Häuschen ein grell beleuchteter grüner Kunstrasenplatz. Es gibt eine Steintribüne und sechs Flutlichtmasten. So weit, so normal.

Doch unter dem Grün sind 200 Kinetik-Platten verbaut worden, die sieben Watt Strom erzeugen können, wenn die Spieler darüber laufen. In der Stadt, wo im August die Olympischen Spiele eröffnet werden und wo für viel Geld neue Stadien gebaut worden sind, ist das eine simple Lösung eines Energieproblems, wie es gerade in den Armenvierteln verbreitet ist. Jeder Schritt wird automatisch in elektrische Energie umgewandelt, Strom produziert und in einem Speicher am Rande des Fußballplatzes gespeichert. «Wenn wir nicht spielen, geht das Licht irgendwann aus», sagt Jackson Peçanha, der hier der Platzwart ist.

Die gespeicherte Energie reiche meist für zwei Stunden. So kann hier jeden Abend gespielt werden, die fehlende Energie oder Stromausfälle, die das zuvor unterbanden, gehören der Vergangenheit an. Die Kinder machen Purzelbäume, selbst das erzeugt Energie. Immer abends - von 20 Uhr an - wird der Platz bevölkert und die Fußballer vergessen irgendwann, dass sie hier ein laufendes Kraftwerk sind. Als Backup sind noch Solarpanels auf dem Tribünendach. Immer sonntags gibt es ein Turnier.

Nenel Silva (38) ist Präsident der Mannschaft «Tirol». Woher der Name - kennt er die Region in Österreich? «Nein, noch nie von gehört. Wir waren auf der Suche nach einem Namen und es gibt hier in der Nähe ein Viertel, das so heißt.» Er koordiniert den Spielbetrieb, vor allem die Turniere. Abends zum spontanen Kicken trommelt er seine Leute per WhatsApp zusammen. «Wir waren die ersten, jetzt gibt es so einen Platz auch in Nigeria», sagt Silva. «Das ist revolutionär. Unser Platz ist nun sehr bekannt, alle wollen hier spielen.»

Zur Eröffnung 2014 kam sogar Brasiliens Fußballlegende Pelé - seither funktioniert die Technik nach Angaben der Kicker ohne Probleme. Ein Öl-Multi finanzierte die Energie-von-Morgen-Idee. Über die Kosten schweigt man sich aus - massenkompatibel scheint die Lauf-Energie bisher noch nicht zu sein - sonst gäbe es mehr dieser Projekte.

Nachfrage beim britischen Unternehmen Pavegen, dessen Gründer Laurence Kemball-Cook mit der Platten-Idee die Energieversorgung revolutionieren will. «Sobald die Technologie einem Preis von Standardplatten entspricht, können wir einen wesentlichen Beitrag zur Energieerzeugung liefern», sagt Sprecherin Sanaa Siddiqui in London. «Das Potenzial für die kinetische Energie im städtischen Umfeld, wo es jede Woche Millionen von Schritten gibt, ist riesig.»

Rund 100 Projekte hat man realisiert, neben dem weiteren Fußballplatz in Lagos auch am Flughafen London Heathrow, wo das Licht in einem Terminalteil durch Schritte der Passagiere erzeugt wird. Wenn die Technologie sich durchsetzt, würde sie auch enorme Datenmengen liefern können; wo sich wann wie viele Menschen bewegen. Die Verbindung von Sport und Stromerzeugung im Boden wie in Rio könnte eine Zukunftsoption sein: In den Niederlanden gibt es auf einem Radweg in Krommenie einen 70 Meter langen Abschnitt mit Solarzellen unter Glasplatten. In einem Jahr wurde immerhin so viel Solarenergie produziert, um drei Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.

Mi, 2016-05-25 00:27
Louis/Leverkusen (dpa)

Monsanto lehnt Übernahmeofferte ab - Bayer will weiter verhandeln

Bayer wird wohl eine Schippe drauflegen müssen, um Monsanto von seinem Übernahmeplan zu überzeugen. Doch die Leverkusener bekräftigen ihre Absichten. Bei 55 Milliarden Euro liegt das Übernahmeangebot bisher. Zu wenig, sagen die Amerikaner - aber die Tür bleibt offen.

St. Louis/Leverkusen (dpa) - Bayer lässt sich von einer ersten Abfuhr beim Buhlen um den US-Rivalen Monsanto nicht entmutigen und bekräftigt seine Übernahmeabsichten. Man stehe zu seinem Angebot und sehe «konstruktiven» Gesprächen entgegen, teilten die Leverkusener am Dienstagabend mit. Zuvor hatte der umworbene US-Agrarchemiekonzern Monsanto die bisherige Kaufofferte von Bayer in Höhe von 55 Milliarden Euro als deutlich zu niedrig abgelehnt. Der Verwaltungsrat zeigte sich aber offen für weitere Verhandlungen.

Monsanto-Chef Hugh Grant verkündete, eine «integrierte Strategie» könne erhebliche Vorteile haben. Damit signalisiert das umstrittene US-Unternehmen grundsätzliches Interesse an Fusionsgesprächen. Allerdings sei das derzeitige Angebot finanziell unzureichend. Der Verwaltungsrat habe keinen Zeitplan für weitere Gespräche mit Bayer vorgegeben. «Es ist weiterhin unser Ziel, diese für beide Seiten überzeugende Transaktion gemeinsam zum Abschluss zu bringen», bekräftigte der Leverkusener Dax-Konzern.

Am Montag war bekanntgeworden, dass der deutsche Pharma- und Pflanzenschutzriese umgerechnet mehr als 55 Milliarden Euro für Monsanto bietet. Es wäre eine der teuersten Übernahmen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Konzern bietet je Monsanto-Aktie 122 US-Dollar in bar - insgesamt 62 Milliarden Dollar. Händler und Analysten waren von der Höhe des Gebots überrascht. Die Ratingagenturen Moody's und Fitch drohten Bayer wegen der Fusionspläne mit deutlichen Bonitätssenkungen.

Doch nicht nur wegen des hohen Preises, auch wegen des schlechten Rufs von Monsanto vor allem in Europa gilt das Vorhaben als riskant. Der US-Konzern steht seit Jahren wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Zudem wird seit langem über mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen des Wirkstoffs Glyphosat diskutiert, den Monsanto in seinem weltweit verbreiteten Unkrautvernichter «Roundup» benutzt. Bayer lässt sich von den Image-Problemen indes nicht abschrecken.

Die Leverkusener wollen mit der Übernahme zum weltgrößten Agrarchemie-Hersteller aufsteigen. Vorstandschef Werner Baumann verteidigt den Plan gegen Vorbehalte, nachdem die Aktionäre skeptisch auf die Verkündung der Übernahmeabsichten reagierten. Die Agrarindustrie stehe angesichts der schnell wachsenden Weltbevölkerung und der globalen Erwärmung vor gigantischen Herausforderungen. Durch einen Zusammenschluss könnten Bayer und Monsanto hier wegweisende Antworten geben, so Baumann. Davon würden die Landwirtschaft, aber auch die eigenen Aktionäre profitieren.

Als wolle er seine Entschlossenheit untermauern, deckte sich der Bayer-Chef im Zuge der Milliarden-Offerte selbst in großem Stil mit Aktien seines Unternehmens ein. Allein seit Montag hat der erst seit gut drei Wochen amtierende Chef des Dax-Konzerns Aktien für fast eine Million Euro erworben, wie aus Stimmrechtsmitteilungen hervorgeht. Insgesamt kaufte Baumann 11 000 Bayer-Anteilsscheine. Dabei spielte ihm eine deutliche Vergünstigung der Papiere in die Karten - denn der Kurs ist seit den aufkommenden Spekulationen über eine Übernahme von Monsanto kräftig gesunken.

Mi, 2016-05-25 00:35
Moskau (dpa) 

Russland: In zwei syrischen Orten dreitägige Waffenruhe in Kraft

Moskau (dpa) - In zwei Orten der syrischen Provinz Damaskus ist nach russischen Angaben eine dreitägige Waffenruhe in Kraft getreten. In Ost-Ghuta und in Daraja gelte seit dem 24. Mai 2016, ab 00:01 Uhr, eine 72 Stunden lange Feuerpause, teilte das russische Verteidigungsministerium am späten Dienstagabend mit.

Der russische Generalleutnant Sergej Kuralenko hatte den Schritt mit den Worten begründet, dies sei zur weiteren Stabilisierung der Lage in dem Bürgerkriegsland notwendig. Russland ist enger Partner des Regimes in Syrien und fliegt seit September Angriffe. Der Westen wirft Moskau vor, dabei auch Zivilisten und gemäßigte Gruppen zu treffen.

Di, 2016-05-24 23:24
Leverkusen (dpa) 

Bayer will trotz Monsanto-Nein weiter reden

Leverkusen (dpa) - Der deutsche Chemieriese Bayer sieht trotz einer negativen Antwort seines US-Konkurrenten konstruktiven Gesprächen mit Monsanto zur geplanten Transaktion entgegen. Bayer bekräftigte am Dienstagabend in einer Mitteilung, dass sein Angebot über 122 USD je Aktie in bar einen «attraktiven und sicheren Wert» für die Aktionäre von Monsanto darstellt.

Monsanto lehnt das bisherige Angebot von Bayer in Höhe von 55 Milliarden Euro als finanziell unzureichend ab. Der Verwaltungsrat habe sich einstimmig gegen die Offerte entschieden, sei aber offen für konstruktive Gespräche, teilte der Konzern mit.

«Wir freuen uns, dass der Verwaltungsrat von Monsanto unsere Überzeugung von den erheblichen Vorteilen einer integrierten Strategie für Landwirte und die Gesellschaft insgesamt teilt», sagte Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG. «Wir sind zuversichtlich, dass wir alle Fragen zur Finanzierung und zu regulatorischen Aspekten im Zusammenhang mit der Transaktion klären können. Es ist weiterhin unser Ziel, diese für beide Seiten überzeugende Transaktion gemeinsam zum Abschluss zu bringen.»

Bayer sehe zum jetzigen Zeitpunkt von weiteren Stellungnahmen ab, hieß es weiter.

Di, 2016-05-24 23:21
Leverkusen (dpa) 

Bayer will trotz Monsanto-Nein weiter reden

Leverkusen (dpa) - Der deutsche Chemieriese Bayer sieht trotz einer negativen Antwort seines US-Konkurrenten konstruktiven Gesprächen mit Monsanto zur geplanten Transaktion entgegen. Bayer bekräftigte am Dienstagabend in einer Mitteilung, dass sein Angebot über 122 USD je Aktie in bar «einen attraktiven und sicheren Wert» für die Aktionäre von Monsanto darstellt.

Monsanto lehnt das bisherige Angebot von Bayer in Höhe von 55 Milliarden Euro als finanziell unzureichend ab. Der Verwaltungsrat habe sich einstimmig gegen die Offerte entschieden, sei aber offen für konstruktive Gespräche, teilte der Konzern mit.

Di, 2016-05-24 23:37
Leverkusen (dpa) 

Bayer will trotz Monsanto-Nein weiter reden

Leverkusen (dpa) - Der deutsche Chemieriese Bayer sieht trotz einer negativen Antwort seines US-Konkurrenten konstruktiven Gesprächen mit Monsanto zur geplanten Transaktion entgegen. Bayer bekräftigte am Dienstagabend in einer Mitteilung, dass sein Angebot über 122 USD je Aktie in bar einen «attraktiven und sicheren Wert» für die Aktionäre von Monsanto darstellt.

Monsanto lehnt das bisherige Angebot von Bayer in Höhe von 55 Milliarden Euro als finanziell unzureichend ab. Der Verwaltungsrat habe sich einstimmig gegen die Offerte entschieden, sei aber offen für konstruktive Gespräche, teilte der Konzern mit.

«Wir freuen uns, dass der Verwaltungsrat von Monsanto unsere Überzeugung von den erheblichen Vorteilen einer integrierten Strategie für Landwirte und die Gesellschaft insgesamt teilt», sagte Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG. «Wir sind zuversichtlich, dass wir alle Fragen zur Finanzierung und zu regulatorischen Aspekten im Zusammenhang mit der Transaktion klären können. Es ist weiterhin unser Ziel, diese für beide Seiten überzeugende Transaktion gemeinsam zum Abschluss zu bringen.»

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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