Aktuell

Einkaufen / 04.Sep 2015

App gegen das Wegwerfen

Eine App soll Verbraucher in Supermärkte lotsen, die Lebensmittel mit bald ablaufendem Mindesthaltbarkeitsdatum günstiger anbieten.

Nachrichten-
archiv

Nachrichten-
archiv

- 20 %

PRODUKT
der Woche

Postkarten-Set Zauber der Meere

8,00 €
6,40 €

Gebänderter Diademseeigel, Augenfleck-Seewalze oder Seestachelbeere – den wenigsten Menschen dürften die Namen dieser unter Wasser lebenden Wirbellosen etwas sagen. Die US-Fotografin Susan Middleton hat atemberaubende Porträts dieser erstaunlichen Tiere geschaffen.

Jetzt bestellen
Sa, 2015-09-05 16:27
Sanaa (dpa)

Auch zehn saudische Soldaten bei Explosion im Jemen getötet

Sanaa (dpa) - Bei einer Explosion in einem Waffenlager in der jemenitischen Provinz Mareb sind auch zehn saudische Soldaten ums Leben gekommen. Bei dem Zwischenfall habe es zudem Verletzte gegeben, sagte ein Sprecher der saudischen Armee am Samstag. Die emiratische Nachrichtenagentur WAM hatte bereits am Freitag berichtet, dass bei dem Zwischenfall 45 Soldaten der Vereinigten Arabischen Emirate ums Leben gekommen seien. Die Golfstaaten und ihre Verbündeten bombardieren seit März die schiitischen Huthi-Rebellen, die weite Teile des Jemens überrannt haben.

Sa, 2015-09-05 16:18
Berlin (dpa)

Ex-Obama-Berater soll SPD den Weg zum Wahlsieg weisen

Berlin (dpa) - Der Leiter der erfolgreichen Wiederwahl-Kampagne von US-Präsident Barack Obama 2012, Jim Messina, will die SPD groß rausbringen. Am Samstag war der von der Partei engagierte Berater bei einem «Campaign Camp» der Partei in Berlin dabei. Dort diskutierten gut 800 Besucher unter anderem Strategien für moderne Social-Media-Wahlkämpfe.

Messinas Botschaft an die Genossen: Bombardiert Freunde und Familie im Wahlkampf über Facebook, Twitter, Instagram & Co. mit Nachrichten und Bildern - und erzählt ihnen eine tolle SPD-Vision. Das sei 700 Mal effektiver als jede teure Werbeaktion. Von miesen 25-Prozent-Umfragen sollten sich die SPD-Anhänger nicht entmutigen lassen: «Ich hasse Umfragen. Die meisten sind falsch.» Auf die Rolle und das Image von Parteichef Sigmar Gabriel, der nicht anwesend war und als nächster SPD-Kanzlerkandidat gilt, ging Messina nicht ein.

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi betonte, Messina habe der Partei wertvolle technische und strategische Hinweise gegeben. Die SPD wolle mit starken Kampagnen im Netz und auf der Straße die politische Deutungshoheit übernehmen. Aber bleibt Messina bis zur Bundestagswahl überhaupt im SPD-Team? «Ich hoffe doch sehr, dass er uns noch eine Weile zur Verfügung stehen wird», meinte Fahimi. «Aber irgendwann müssen wir natürlich selbst die Ärmel hochkrempeln.»       

Sa, 2015-09-05 16:52
Stuttgart/Berlin (dpa)

Daimler und Porsche machen Druck auf Regierung wegen E-Autos

E-Autos sind noch immer Exoten auf deutschen Straßen. Dabei sollen es in fünf Jahren eine Million sein. Die Autobauer kassieren dieses Ziel nun ein.

Stuttgart/Berlin (dpa) - Daimler und Porsche machen die Bundesregierung für den schleppenden Verkauf von Elektro-Autos verantwortlich. Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche sagte der «Bild am Sonntag»: «Die Automobil-Industrie hat 29 verschiedene Elektrofahrzeuge im Angebot und damit ihren Beitrag geleistet.» Dennoch sei das Regierungsziel von einer Million E-Autos bis 2020 aus heutiger Sicht unerreichbar. «Wenn die Politik bis 2020 auf diese Zahl kommen möchte, müsste sie die Bedingungen ändern.»

Porsche-Boss Matthias Müller stieß in das gleiche Horn. «Die Autoindustrie in Deutschland steckt etliche Milliarden in die Elektromobilität, und die Bundesregierung schaut dabei zu», sagte Müller der «Süddeutschen Zeitung» (Samstag). Andere Länder wie die Niederlande böten neben Kaufanreizen auch ein großes Netz an Schnellladestationen. Müller warf Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vor, sich nicht für das Thema zu interessieren.

Das Bundesverkehrsministerium verwies auf ein «umfangreiches Maßnahmenpaket zur Förderung der Elektromobilität». Dazu gehöre etwa die Befreiung der E-Fahrzeuge von der Kfz-Steuer und Privilegien auf Sonderfahrspuren sowie kostenfreie Parkplätze, teilte ein Ministeriumssprecher in Berlin mit. «Aktuell bauen wir ein flächendeckendes Netz an Schnellladesäulen an den Autobahnraststätten auf, das durchschnittlich alle 30 Kilometer verfügbar ist.»

Allerdings forderte auch Zetsche weitere Anreize wie etwa steuerliche Vorteile. Hintergrund sei, dass E-Fahrzeuge in der Herstellung immer noch deutlich teurer seien als Verbrennungsfahrzeuge. Damit verdiene bislang kein Autobauer Geld.

Deutschland ist in Sachen Elektromobilität weit vom selbst gesteckten Ziel von einer Million E-Autos bis 2020 entfernt. Zu Jahresbeginn 2015 waren nur knapp 19 000 reine Elektroautos zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahr war das aber immerhin ein Plus von 56 Prozent.

Der Porsche-Chef betonte, auch der Stuttgarter Sportwagenkonzern beschäftige sich mit einem E-Auto. «Aber glauben Sie mir, eine siebte Baureihe muss trotz allem ein sehr Porsche-typisches Fahrzeug sein.» Müller gab sich skeptisch, was die Entwicklung hin zu selbstfahrenden Autos angeht. «Dieser Digitalisierung und Automatisierung werden auch wir uns nicht völlig verschließen, aber ein 911er-Fahrer wird auch in Zukunft gerne selber fahren, Gas geben, bremsen, lenken und schalten.»

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

weiterlesen

Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

Außerdem Interessant

New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

weiterlesen

Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

weiterlesen

Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

1 2 3
Sa, 2015-09-05 15:46
Kaiserslautern/Berlin (dpa)

Lucke will Aufnahme von Flüchtlingen drastisch begrenzen

Auch nach der Trennung vom rechten Rand setzt die AfD-Abspaltung Alfa auf das Reizthema Migration. Parteigründer Lucke fordert «Schutzzonen» in den Herkunftsregionen von Flüchtlingen. Mit einem eigenen Asyl-Papier kommt die Alfa der AfD zugleich zuvor.

Kaiserslautern/Berlin (dpa) - Die von der AfD abgespaltene neue Partei Alfa tritt für eine drastische Begrenzung der Flüchtlingsaufnahme ein. Die Zahl der «zu uns Kommenden» müsse in Zukunft «auf etwa ein Drittel» reduziert werden, sagte Parteigründer Bernd Lucke am Samstag in Kaiserslautern bei der Gründung eines Landesverbandes Rheinland-Pfalz. Auch forderte er die Einrichtung von «Schutzzonen für Flüchtlinge» in deren Heimatregionen.

Luckes Stellvertreter in der Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa), Bernd Kölmel, veröffentlichte parallel dazu am Samstag ein Konzept für eine völlig neue Asylpolitik. Darin wird die Zurückweisung von Schleuserbooten durch Marineeinheiten gefordert. Nur so könnten weitere tragische Todesfälle auf dem Mittelmeer vermieden werden, heißt es im Papier des Europaabgeordneten.

Asylbewerber sollen ihre Anträge nur in deutschen Auslandsvertretungen oder Erstaufnahmezentren in Nordafrika stellen dürfen. Asylanträge in EU-Staaten sollten nur noch in klar definierten Ausnahmefällen möglich sein. Antragsteller ohne Papiere sollten grundsätzlich nicht anerkannt werden.

Die Lucke-Partei wehrt sich auch gegen den Begriff der «Willkommenskultur». Sie spricht sich stattdessen für eine «Hilfskultur» aus. «Angesichts der vielen Hilfsbedürftigen darf Deutschland nicht den Eindruck erwecken, als ob es auch alle diejenigen willkommen heißt, die aus ganz anderen Gründen als aus Not und Verfolgung nach Deutschland wollen», erklärte Kölmel. Wer in Deutschland nur auf einen Job und ein besseres Leben hoffe, dürfe nicht das Asylrecht missbrauchen.

Alfa sprach sich für die Wiedereinführung von Kontrollen an den Binnengrenzen des Schengen-Raums aus, «wenn dessen Außengrenzen nicht mehr zuverlässig gesichert und kontrolliert» werden könnten. Flüchtlinge, die Schlepper meldeten, sollten dafür eine Belohnung erhalten. Um Fluchtursachen zu bekämpfen, solle die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Patenschaften für einzelne Entwicklungsländer übernehmen, anstatt Hilfe nach dem Gießkannenprinzip zu leisten.

Mit ihrem Papier kommt die Alfa der AFD zuvor, die am Montag ihre Positionen in der Flüchtlingskrise vorstellen will. Der Alfa gehören vor allem frühere Mitglieder des liberal-konservativen Flügels der AfD an. Dieser auf dem Bundesparteitag im Juli eine Niederlage erlitten. Zur neuen AfD-Chefin wurde damals mit Hilfe des national-konservativen Flügels Frauke Petry gewählt. Lucke konstatierte daraufhin einen «Rechtsruck» und gründete zusammen mit einigen Mitstreitern die Partei Alfa.

In Rheinland-Pfalz gründete die Alfa am Samstag ihren zweiten Landesverband nach Baden-Württemberg. Auf dem Gründungsparteitag in Kaiserslautern wurde Uwe Zimmermann zum ersten Vorsitzenden gewählt. Lucke sagte, Alfa wolle sich von rechtsextremen Zungenschlägen fernhalten: «Die neue Partei wird dort anknüpfen, wo die alte AfD gestartet ist.» 

Sa, 2015-09-05 15:05
Kiew/Dnipropetrowsk (dpa)

Ukraine wählt - Oligarchen ringen um politische Macht Von Andreas Stein, dpa

Im Krisenland Ukraine hat der Wahlkampf für die Abstimmungen in den Kommunen begonnen. Der Urnengang im Oktober ist ein wichtiger Stimmungstest für die prowestliche Führung in Kiew. Vor allem die Oligarchen ringen um Einfluss. Wollen sie auch die Macht in Kiew?

Kiew/Dnipropetrowsk (dpa) - Noch sind zwar acht Wochen Zeit bis zu den Kommunalwahlen in der vom Krieg im Donbass und von wirtschaftlicher Not gebeutelten Ukraine. Doch der Kampf um Macht und Einfluss ist bereits voll entbrannt. Offiziell gab die zentrale Wahlkommission in Kiew am Samstag den Startschuss für das Rennen um die Sitze in den Parlamenten der Städte und Gemeinden. Doch in den meisten Regionen ist das Ringen um Wählerstimmen schon seit längerem im Gang - besonders in den bevölkerungsreichen Gebieten im Osten des Landes, wo Oligarchengruppen im großen Stil agieren.

In der Industrieregion Dnipropetrowsk streben der aus der Separatistenhochburg Donezk vertriebene reichste Ukrainer Rinat Achmetow und der entlassene Gouverneur des Gebietes, Igor Kolomoiski, nach Einfluss. Die beiden Milliardäre wollen jeweils ihre Kandidaten zum Bürgermeister machen.

Vor allem aber sehen sie die Abstimmung als Zwischenetappe für ihr eigentliches Ziel - die Macht in der Hauptstadt Kiew. Nach den jüngsten blutigen Protesten gegen eine Verfassungsreform - dabei starben drei Menschen - und dem Austritt der rechtspopulistischen Radikalen Partei aus der Regierungskoalition ist die Lage dort instabil.

Immer wieder ist von einer möglichen vorgezogenen Parlamentswahl die Rede. Doch vorerst geht es nur um die kommunalen Volksvertretungen - auch in Kiew, wo Ex-Box-Profi Vitali Klitschko am 25. Oktober auf eine Wiederwahl als Bürgermeister hofft.

Besonders heftig ausgetragen wird der Wahlkampf bisher unter anderem in Dnipropetrowsk. Die Metropole mit fast einer Million Einwohner gilt als Schlüsselregion für die zumeist russischsprachigen Städte im Südosten des Landes. Aus der einst abgeschotteten sowjetischen Raketenbauerstadt kommen seit Jahren die wichtigsten Kader der ukrainischen Politik. Ex-Präsident Leonid Kutschma, Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko, Sicherheitsratschef Alexander Turtschinow, aber auch die Oligarchen Kolomoiski und Viktor Pintschuk begannen dort ihren Weg.

Die Stadt ist auch ein Bollwerk gegen die Ausbreitung der prorussischen Separatisten aus den nahen Konfliktgebieten Donezk und Luhansk, die gegen den Widerstand Kiews eigene Wahlen abhalten wollen.

Der Milliardär Kolomoiski will sich in seiner Heimatstadt nun die Macht über seinen Vertrauten Boris Filatow sichern. Doch der 43-jährige liegt in den meisten Umfragen abgeschlagen hinter dem Favoriten Alexander Wilkul vom Oppositionsblock, einem Sammelbecken für einstige Anhänger des 2014 aus dem Amt gejagten Präsidenten Viktor Janukowitsch.

Der Kandidat Filatow ärgerte sich erst dieser Tage öffentlich, dass die Fernsehsender der Oligarchen Achmetow und Pintschuk Stimmung gegen ihn machten. «Rund um die Uhr wird Dreck über mich ausgeschüttet», beklagte er sich bei Facebook. Besonders beliebt im Wahlkampf sind gegenseitige Vorwürfe, die Kandidaten hätten gute Kontakte zu Russland - dem «Aggressorstaat».

Der Sender der Kolomoiski-Gruppe 1+1 sagt dem Favoriten Wilkul vom Oppositionsblock zudem enge Kontakte zu den prorussischen Separatisten nach. Als Beweise für diese These sollen Fotos dienen - Wilkul mit dem verschrienen Chef der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, und Wilkul mit dem prominenten Moskauer Biker Alexander Saldostanow, einem Bekannten von Kremlchef Wladimir Putin. Kadyrow und Saldostanow unterstützen offen die Separatisten im Donbass.

Der 41-jährige Wilkul kontert gern und beschimpft seine Gegner als «Banditen». Kolomoiskis Konkurrent Achmetow dürfte durch eine Wahl Wilkuls vor allem seinen Einfluss in der Grenzregion zu Donezk und deren wichtigen Industrieanlagen ausweiten wollen. Doch selbst falls Wilkul gewinnen und Bürgermeister werden sollte - im Stadtrat könnte seinem Oppositionsblock die Mehrheit verwehrt bleiben. Kolomoiski hat gleich zwei neue Parteien ins Rennen um Mandate geschickt.

Die Oligarchen hoffen nach Meinung von Beobachtern nun vor allem darauf, dass ihnen die Abstimmungen in den Kommunen eine gute Ausgangsbasis für die im Frühling erhofften Parlamentsneuwahlen geben. Dann könnten sie ihre Leute aus den Regionen ins Rennen um die Sitze in der Obersten Rada schicken.

Sa, 2015-09-05 15:35
Rostock (dpa)

Kleingärtner erleben Run in den Städten - und sollen sich öffnen Von Joachim Mangler, dpa

Die Umweltministerin erinnert an das frühere Image der Kleingärtner: Die Hecken zu ordentlich, die Vorgaben zu strikt. Der Bundesverband der Kleingärtner kämpft gegen dieses Bild.

Rostock (dpa) - Penibel und engstirnig zu sein - dieser Ruf haftet Kleingärtnern oft an. Die Hecken akkurat geschnitten, die Gemüsebeete unkrautfrei, der Rasen exakt drei Zentimeter hoch. Der für die Imagepflege der rund 950 000 deutschen Kleingärtner zuständige Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde, Stefan Grundei, kennt das: «Wir gelten oft als Ansammlung von Spießern, die nichts Besseres zu tun haben als den Nachbarn zu schikanieren.»

Im Bemühen um ein besseres Image haben die Gärtner nach Überzeugung von Verbandschef Peter Paschke aber viele gute Argumente. Früher lag der Schwerpunkt auf der Produktion von Lebensmitteln für den Eigenbedarf. «Heute sind wir Vorreiter der Nachhaltigkeit», sagt Paschke am Samstag beim Verbandstag in Rostock. Die Menschen wollten wissen, woher die Lebensmittel kämen. Und Eltern ihren Kindern zeigen, dass die Kartoffel nicht im Regal wächst.

So liegt der Anteil junger Familien bei Neuverpachtungen den Angaben zufolge bei 40 Prozent. Der Run auf Kleingärten in den Städten ist Paschke zufolge riesig. Anders als auf dem flachen Land gebe es kaum Leerstand. So umfasse die Warteliste auf einen der 70 000 Berliner Gärten 12 000 Namen. Bei jährlich 3000 Pächterwechseln ist klar, dass hier eine jahrelange Wartezeit ansteht.

Die Kleingärtner sehen sich als großer Umweltverband. «Wir setzen auf naturnahes Gärtnern, wir sind Vorreiter der Bio- und Ökobewegung», erklärt Paschke. Die Gärten seien die grünen Lungen der Städte.

Doch es gibt Konflikte mit den Städten: Der Renaissance der Gärten steht das stete Wachstum der Metropolen gegenüber. Es kommt zu erbitterten Auseinandersetzungen, wenn Gärten Wohnbauten weichen sollen. Grundei will solche Streitpunkte entschärfen: «Wir müssen der Gesellschaft etwas zurückgeben, weil wir unter sehr privilegierten Umständen Flächen zur Verfügung gestellt bekommen.»

Grundei sieht die Möglichkeit zum Kompromiss mit den meist finanziell gebeutelten Großstädten in Kleingartenparks statt halbverwilderten kommunalen Grünanlagen. «Die sind städtebaulich so organisiert, dass sie von der Bevölkerung als Durchgang etwa beim Einkauf oder nur zum Spaziergang genutzt werden können.» Zum einen seien solche Gärten abwechslungsreich und ein schöner Blickfang. Zum anderen hätten die Kommunen keinen teuren Pflegeaufwand mehr.

Solche Parks seien die Umkehrung von geschlossenen Kleingartenanlagen: «Wir propagieren als Bundesverband: Die Gärten müssen öffentlich zugänglich sein. Hohe Zäune, verschlossene Tore - das soll es nicht mehr geben», sagt Grundei. Oft gebe es die Befürchtung, dass Gemüse und Obst in solchen offenen Anlagen vor Dieben nicht sicher seien. «Es ist auch nicht schlimmer als bei Anlagen, die einen Zaun haben.» Der Status der Gemeinnützigkeit bedeute auch, dass man für die Gemeinschaft da sei, betont Verbandschef Paschke. «Da kann man sich nicht einigeln.»

Genau hier hakt Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ein - und bringt die Gärtner mit den Tausenden Flüchtlingen in Verbindung, die nach Deutschland kommen oder schon da sind. Sie bräuchten Brücken in die Gesellschaft. «Wer könnte diese Brücken besser schlagen als die ehrenamtlichen Vereine - vom Sport bis zu den Kleingartenvereinen.»

Sa, 2015-09-05 14:42
Berlin (dpa)

«Spiegel»: Erster Lebensmittelproduzent weist Zutatenherkunft aus

Berlin (dpa) - Der Tiefkühlkosthersteller Frosta weist einem Bericht des «Spiegel» (Samstag) zufolge als erster deutscher Lebensmittelproduzent die Herkunft seiner Zutaten aus. Ab sofort soll nach und nach auf jeder Verpackung detailliert aufgelistet werden, aus welchen Ländern die Rohstoffe für das entsprechende Gericht bezogen hat. Diese Informationen sind auch auf der Internet-Seite des Bremerhavener Unternehmens zugänglich.

Vor einigen Jahren war eine Initiative des EU-Parlaments zu mehr Transparenz bei Lebensmitteln am Druck der Lebensmittellobby mit Verweis auf zu hohe Kosten gescheitert. Frosta-Chef Felix Ahlers sagte indes dem «Spiegel»: «Der Aufwand ist überschaubar. Wir drucken die Zutatenliste jetzt einfach direkt auf die schon vorhandene Verpackung, das kostet pro Verpackung nur wenige Cent.»

Sa, 2015-09-05 14:42
Salzburg/München (dpa)

Odyssee aus dem Elend - Sonderzug bringt Migranten nach München Von Paul Winterer und Ulrich Kaufmann, dpa

Sonderzug zum Ziel: Nach einer Irrfahrt zu See und zu Land treffen Flüchtlinge in großer Zahl in Bayern ein. Zur Versorgung der Syrer, Pakistaner und Afghanen stehen viele Helfer bereit.

Salzburg/München (dpa) - Kenner rühmen die Landschaft am Rand der Alpen, das Flair der österreichischen Stadt Salzburg an der Grenze zu Deutschland und deren kulturelles Angebot. Doch daran verschwenden die Menschen, die am Samstag um 10.45 Uhr per Sonderzug in Salzburg eintreffen verständlicherweise keinen Gedanken. Es sind Flüchtlinge, die Tod und Verfolgung in ihrer Heimat entronnen sind. Als der Railjet mit etwa 250 Personen im Bahnhof einfährt, will niemand in Salzburg aussteigen. Alle haben nur ein Ziel: «München», sagt ein junger Syrer, und alle anderen Flüchtlinge am Bahnsteig nicken zustimmend.

Die Männer, Frauen und Kinder, hauptsächlich aus Syrien, Pakistan und Afghanistan waren tagelang in Budapest festgesessen und durften in der Nacht zum Samstag nach Österreich weiterreisen. Wie schon Tage zuvor in München, stehen auch in Salzburg dutzende Helfer bereit, den Flüchtlingen beizustehen. In Einkaufswagen und Kisten haben sie Getränke und Essenspakete zum Bahnsteig gebracht, die sie den Flüchtlingen in die Abteile reichen.

Etliche Asylbewerber sind kurz ausgestiegen, um sich die Füße zu vertreten. Auch Machmud Tutaew von der muslimischen Jugend Österreich ist in seinem weißen T-Shirt mit der Aufschrift «Fasten-Teilen-Helfen» zum Bahnhof geeilt, als er von der Ankunft des Zuges erfuhr. «Wir Muslime haben uns zusammengeschlossen, um Lebensmittel und Kleidung an unsere Landsleute zu verteilen», sagt er.

«Die freiwillige Hilfe funktioniert wirklich sehr gut», sagt Astrid von Aufschnaiter, die in der Schwesterntracht des Malteser-Hilfsdienstes Essenspakete und Windeln für die Babys verteilt. «Wir sind für die Versorgung der durchreisenden Flüchtlinge zuständig», erläutert Gerlinde Hörl von der Salzburger Caritas. Das Rote Kreuz schließlich sei für die medizinische Nothilfe bestens gerüstet. Die wird zumindest am Samstagvormittag nicht gebraucht. Nach einer halben Stunde Aufenthalt in Salzburg rollt der Zug weiter Richtung München. Die rund 100 vorsorglich im Tiefgeschoss aufgestellten Feldbetten werden nicht benötigt.

Gut zwei Stunden später in Bayerns Landeshauptstadt. Der Sonderzug erreicht um 13.20 Uhr den Münchner Hauptbahnhof. Müde, die meisten aber vor Glück strahlend, betreten die Flüchtlinge deutschen Boden. Sie haben es geschafft. Auf dem Vorplatz des Bahnhofs werden sie in Zelten zunächst medizinisch versorgt, anschließend mit Sonder-S-Bahnen und Bussen weitertransportiert und auf Aufnahmeeinrichtungen verteilt. Erneut sind etliche freiwillige und ehrenamtliche Helfer da, um die erschöpften Menschen zu empfangen.

Sa, 2015-09-05 14:14
Fukushima (dpa)

Bewohner einer Stadt nahe der Atomruine Fukushima dürfen zurück

Fukushima (dpa) - Viereinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima hat die japanische Regierung am Samstag die Evakuierung einer Stadt innerhalb einer 20 Kilometer großen Bannmeile aufgehoben. Damit könnten rund 7400 Menschen, die nach dem Gau am 11. März 2011 fliehen mussten, in die Stadt Naraha nahe der Atomruine zurückkehren. Allerdings wollten zurzeit nur wenige heimkehren, wie japanische Medien berichteten.

Zuvor hatte die Regierung bereits ein Ende der Evakuierung für zwei kleinere Gebiete in der Provinz Fukushima aufgehoben. Allerdings ist Naraha die erste Stadt, aus der alle Einwohner geflohen waren.

Bürgermeister Yukiei Matsumoto sprach am Samstag von einem Neubeginn für seine Stadt. Er wolle sich weiter für den Wiederaufbau einsetzen. So soll im Oktober eine Klinik wiedereröffnet werden. Im Februar kommenden Jahres soll zudem eine weitere neue Klinik gebaut werden.

Die Regierung hat in den vergangenen Jahren in einer beispiellosen Säuberungsaktion versucht, die Region um Fukushima zu dekontaminieren. Dieser Versuch sei jedoch «gescheitert», so die Umweltschutzorganisation Greenpeace. So sei der 30 Kilometer von Fukushima entfernte Bezirk Iitate noch immer stark radioaktiv verstrahlt, erklärte Greenpeace kürzlich auf Basis eigener Messungen. Eine Rückkehr der Bewohner sei «nicht zu verantworten».

Die Evakuierungsverfügung für sieben weitere Ortschaften, aus denen ebenfalls alle Bürger vor der Strahlung fliehen mussten, bleibt vorerst bestehen.  

Bei uns geht's um die Welt.
Kommen Sie doch mit!

6 Ausgaben
im Jahr für nur 33,50 Euro

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

weiterlesen

Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

weiterlesen

Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

weiterlesen

„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

1 2 3
Sa, 2015-09-05 14:14
Salzburg/München (dpa)

Odyssee aus dem Elend - Sonderzug bringt Migranten nach München Von Paul Winterer und Ulrich Kaufmann, dpa

Sonderzug zum Ziel: Nach einer Irrfahrt zu See und zu Land treffen Flüchtlinge in großer Zahl in Bayern ein. Zur Versorgung der Syrer, Pakistaner und Afghanen stehen viele Helfer bereit.

Salzburg/München (dpa) - Kenner rühmen die Landschaft am Rand der Alpen, das Flair der österreichischen Stadt Salzburg an der Grenze zu Deutschland und deren kulturelles Angebot. Doch daran verschwenden die Menschen, die am Samstag um 10.45 Uhr per Sonderzug in Salzburg eintreffen verständlicherweise keinen Gedanken. Es sind Flüchtlinge, die Tod und Verfolgung in ihrer Heimat entronnen sind. Als der Railjet mit etwa 250 Personen im Bahnhof einfährt, will niemand in Salzburg aussteigen. Alle haben nur ein Ziel: «München», sagt ein junger Syrer, und alle anderen Flüchtlinge am Bahnsteig nicken zustimmend.

Die Männer, Frauen und Kinder, hauptsächlich aus Syrien, Pakistan und Afghanistan waren tagelang in Budapest festgesessen und durften in der Nacht zum Samstag nach Österreich weiterreisen. Wie schon Tage zuvor in München, stehen auch in Salzburg dutzende Helfer bereit, den Flüchtlingen beizustehen. In Einkaufswagen und Kisten haben sie Getränke und Essenspakete zum Bahnsteig gebracht, die sie den Flüchtlingen in die Abteile reichen.

Etliche Asylbewerber sind kurz ausgestiegen, um sich die Füße zu vertreten. Auch Machmud Tutaew von der muslimischen Jugend Österreich ist in seinem weißen T-Shirt mit der Aufschrift «Fasten-Teilen-Helfen» zum Bahnhof geeilt, als er von der Ankunft des Zuges erfuhr. «Wir Muslime haben uns zusammengeschlossen, um Lebensmittel und Kleidung an unsere Landsleute zu verteilen», sagt er.

«Die freiwillige Hilfe funktioniert wirklich sehr gut», sagt Astrid von Aufschnaiter, die in der Schwesterntracht des Malteser-Hilfsdienstes Essenspakete und Windeln für die Babys verteilt. «Wir sind für die Versorgung der durchreisenden Flüchtlinge zuständig», erläutert Gerlinde Hörl von der Salzburger Caritas. Das Rote Kreuz schließlich sei für die medizinische Nothilfe bestens gerüstet. Die wird zumindest am Samstagvormittag nicht gebraucht. Nach einer halben Stunde Aufenthalt in Salzburg rollt der Zug weiter Richtung München. Die rund 100 vorsorglich im Tiefgeschoss aufgestellten Feldbetten werden nicht benötigt.

Gut zwei Stunden später in Bayerns Landeshauptstadt. Der Sonderzug erreicht um 13.20 Uhr den Münchner Hauptbahnhof. Müde, die meisten aber vor Glück strahlend, betreten die Flüchtlinge deutschen Boden. Sie haben es geschafft. Auf dem Vorplatz des Bahnhofs werden sie in Zelten zunächst medizinisch versorgt, anschließend mit Sonder-S-Bahnen und Bussen weitertransportiert und auf Aufnahmeeinrichtungen verteilt. Erneut sind etliche freiwillige und ehrenamtliche Helfer da, um die erschöpften Menschen zu empfangen.

Sa, 2015-09-05 14:27
York (dpa)

McCartney, Bon Jovi und Fergie singen für das Klima

New York (dpa) - Die Vereinten Nationen bekommen in ihrer Klimapolitik prominente Unterstützung. Paul McCartney, Jon Bon Jovi, und Sheryl Crow wollen mit einem Lied den Umweltschutz von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon unterstützen. Mit dabei beim «Love Song to the Earth» sind auch Fergie, Colbie Caillat, Natasha Bedingfield und andere Musiker.

Der Titel wurde am Freitag zuerst auf einem einzelnen Musikdienst veröffentlicht, vom 11. September an wird er auch breit angeboten. Mit dem Song soll auch auf die UN-Klimakonferenz eingestimmt werden, die im Dezember in Paris stattfindet.

Schon vorher werden auch Beyonce, Coldplay, Ed Sheeran, Pearl Jam und andere für UN-Ziele werben. Die Künstler wollen am Samstag, dem 26. September, ein großes Konzert im Central Park geben. Das ist mitten im UN-Gipfel für die sogenannten Nachhaltigkeitsziele. Die kurz SDG genannten Vorhaben sollen für die nächsten 15 Jahre weltweit eine klimaschonende Entwicklungspolitik propagieren, bei der unter anderem der Hunger von der Erde beseitigt werden soll.

Sa, 2015-09-05 14:40
Saalfeld/Erfurt (dpa)

Sonderzug mit Flüchtlingen gegen 20.30 Uhr in Saalfeld erwartet

Saalfeld/Erfurt (dpa) - Der Sonderzug nach Thüringen mit etwa 500 Flüchtlingen wird gegen 20.30 Uhr in Saalfeld erwartet. Dort sollen die Menschen zunächst von DRK-Helfern und der Bundespolizei betreut werden, sagte Regierungssprecher Alexander Fischer am Samstag.

Saalfeld sei die Endstation des Zuges. Anschließend werden die Menschen per Bus zu Unterkünften in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt gebracht. «Humanitäre Hilfe ist selbstverständlich und gute Versorgung wird sichergestellt», versicherte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) via Twitter.

Keine Anzeige

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

Seiten