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Di, 2016-05-03 10:00
Berlin (Oxfam)

Siemens und Voith tragen Mitschuld an Menschenrechtsverletzungen

Oxfam und GegenStrömung dokumentieren Beteiligung der Konzerne an hochumstrittenen Wasserkraftprojekten

Zwangsumsiedlungen, Gewalt und Morde: Siemens und Voith sind mitschuldig an Menschenrechtsverletzungen in Ländern wie Honduras, Brasilien, Kolumbien und China. Das Hintergrundpapier „Schmutzige Geschäfte mit Wasser“ von Oxfam und GegenStrömung dokumentiert die Rolle der beiden deutschen Konzerne im Zusammenhang mit mehreren umstrittenen Wasserkraftprojekten. Diese weisen, wie zuletzt beim Mord an der international bekannten Aktivistin Bertá Cáceres, jedwede Verantwortung von sich und verletzen damit ihre Sorgfaltspflichten aus den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Oxfam und GegenStrömung fordern Siemens und Voith auf, ihre Zuschauerrolle abzulegen und alles zu tun, um Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung zu verhindern.

Staudammprojekte stoßen häufig auf Widerstand, weil Menschenrechte verletzt, Menschen ermordet, Existenzgrundlagen durch Zwangsumsiedlungen zerstört oder wertvolle Ökosysteme überschwemmt werden. Ein wichtiger Akteur in diesem Geschäft ist Voith Hydro mit Firmensitz in Heidenheim, das zu den weltweit führenden Konzernen für die Lieferung von Staudamm-Turbinen gehört. An diesem Joint Venture hält Voith 65 Prozent und Siemens 35 Prozent. Auf Vorwürfe reagiert Voith regelmäßig mit dem Verweis auf seine Rolle als bloßer Zulieferer und auf die Vorteile für die Stromversorgung und den Klimaschutz. Siemens erklärt sich für nicht zuständig, weil sie nicht Teil des Konsortiums seien und nur eine Beteiligung von 35 Prozent an Voith Hydro hielten. „Das sind billige Ausflüchte. Siemens und Voith verhalten sich wie Pontius Pilatus, der seine Hände bekanntlich auch in Unschuld waschen wollte. Das ist fahrlässiges Risikomanagement in punkto Menschenrechte und hat leider Methode“, kritisiert Marita Wiggerthale, Oxfams Expertin für Landrechte.

Verletzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht

Die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte beschreiben, wie Unternehmen ihrer Verantwortung zur Achtung der Menschenrechte gerecht werden sollten. Sie gilt für die gesamte Geschäftstätigkeit. Die Argumente von Siemens und Voith halten einer Überprüfung hinsichtlich ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nicht stand. So führte Voith Hydro im Falle des Agua-Zarca-Staudammprojekts in Honduras keine menschenrechtliche Risikoanalyse durch und reagierte nicht einmal, als es Kenntnis von massiven Menschenrechtsverletzungen erhielt. Auch Siemens hätte reagieren müssen, als es von den Projekten und den Geschäftsbeziehungen seines Beteiligungsunternehmens erfuhr. Der Konzern übt seinem Geschäftsbericht zufolge einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftspolitik von Voith Hydro aus. Diesen Einfluss müsste das Unternehmen einer Klarstellung des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte zufolge geltend machen. „Auch wer wegsieht, macht sich schuldig. Mit ihrer Untätigkeit missachten Siemens und Voith weithin anerkannte internationale Standards zu Wirtschaft und Menschenrechten“, kritisiert Staudammexperte Christian Russau von GegenStrömung.

Hintergrund 
Aktuellstes Beispiel für die Missachtung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht durch Siemens und Voith sind Vorfälle im Zusammenhang mit dem Staudammprojekt Agua Zarca in Honduras. Gegen den Bau hatte sich jahrelang die indigene Menschenrechtsorganisation COPINH gewehrt, weil das Projekt den Zugang zum Fluss Gualcarque gefährdet. Im März wurde die mit dem renommierten Goldman-Umweltpreis ausgezeichnete Aktivistin Bertá Cáceres ermordet und ihr Mitstreiter Nelson García von Sicherheitskräften im Zusammenhang mit einem dortigen Landkonflikt erschossen.
Weitere Fälle sind der Hidrosogamoso-Staudamm in Kolumbien. Zwischen 2009 und 2014 wurden sechs Staudammgegner ermordet, weitere Menschen verschwanden spurlos. Beim Belo-Monte-Staudamm in Brasilien wurde der indigenen Bevölkerung das Recht auf freie, vorherige und informierte Zustimmung verweigert, mehr als 20.000 Menschen sollen zwangsumgesiedelt werden, beim Drei-Schluchten-Damm in China waren es sogar 1,3 Millionen Menschen.

Menschenrechtliche Verantwortung von Unternehmen gesetzlich regeln
Staudammprojekte sind nur ein Beispiel von vielen. Immer wieder zeigt sich, dass freiwillige Selbstverpflichtungen von Konzernen nicht ausreichen, um den internationalen Menschenrechtsschutz zu gewährleisten. Oxfam und GegenStrömung fordern deshalb eine gesetzlich verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für Unternehmen. Derzeit erarbeitet die Bundesregierung einen Nationalen Aktionsplan „Wirtschaft und Menschenrechte“, mit dem sie zeigen kann, wie ernst sie es mit dem Menschenrechtsschutz meint.

Protest in München und Interviewwünsche
Mehrfache Anfragen für ein persönliches Gespräch vor Ort blieben von Siemens unbeantwortet. Am Mittwoch, den 4.5.2016, findet zwischen 11 und 15 Uhr in München eine Protestaktion von Oxfam und zwei COPINH-Mitgliedern auf dem Karlsplatz sowie vor dem Firmensitz von Siemens statt. Francisco Javier Sánchez (Gemeinderatspräsident von Río Blanco, einer Gemeinde, die vom Agua Zarca Wasserkraftwerk bedroht ist) und José Asención Martínez (Mitglied der Generalkoordination von COPINH) stehen für Pressegespräche zur Verfügung.

Di, 2016-05-03 08:44
Athen (dpa)

Flüchtlingszustrom nach Griechenland im April deutlich gesunken

Athen (dpa) - Im April sind deutlich weniger Migranten aus der Türkei nach Griechenland angekommen als ein Jahr zuvor. Insgesamt kamen 3469 Menschen. Im April 2015 waren es 13 556 gewesen. Dies teilten das UN-Hilfswerk UNHCR und der griechische Stab für die Flüchtlingskrise mit.

Auch im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres sank die Zahl der Migranten im April deutlich. Im Januar waren 67 415, im Februar 57 066 und im März 26 971 Migranten und Flüchtlinge angekommen.

Auch in den ersten Maitagen bleibt die Zahl der Migranten niedrig, wie der griechische Krisenstab am Dienstag weiter mitteilte. Am Wochenende hätten nur 112 Menschen aus der Türkei zu den griechischen Inseln übergesetzt.

Der deutliche Rückgang wird auf den EU-Türkei-Flüchtlingspakt zurückgeführt. Seit seinem Inkrafttreten am 20. März können die illegalen Neuankömmlinge in die Türkei zurückgeschickt werden; zuvor aber dürfen sie einen Asylantrag stellen. Bislang sind knapp 400 Migranten in die Türkei zurückgeschickt worden. Nach Angaben der Internationalen Organisation für die Migration sind dieses Jahr im Mittelmeer 1343 Menschen ums Leben gekommen oder werden vermisst.

Di, 2016-05-03 08:41
Clearwater (dpa)

Hulk Hogan verklagt Online-Plattform «Gawker» erneut

Clearwater (dpa) - Der ehemalige Wrestler Hulk Hogan (62) hat die Internetplattform «Gawker» ein weiteres Mal verklagt. Nachdem Hogan bereits eine Millionen-Entschädigung wegen der Veröffentlichung eines wohl heimlich gedrehten Sexvideos zugesprochen bekommen hatte, wirft er dem Portal laut US-Medien nun vor, geheime Gerichtsdokumente weitergegeben zu haben. Dabei soll es sich um die Abschrift einer privaten Unterhaltung handeln, in der sich Hogan rassistisch geäußert haben soll, berichtete CNN am Montag (Ortszeit). Nach der Veröffentlichung dieser Unterhaltung im «National Enquirer» im Juli 2015 wurde der Sportler vom Wrestling-Verband WWF gefeuert.

«Gawker» weist den Vorwurf zurück, das versiegelte Dokument an das US-Boulevardmagazin weitergeleitet zu haben. «Es wird lächerlich. Es ist Zeit für Hulk Hogan, die Verantwortung für seine eigenen Worte zu übernehmen», schrieb das Unternehmen in einem Statement, aus dem mehrere Medien zitierten.

Hogan hatte im März umgerechnet rund 125 Millionen Euro Entschädigung zugesprochen bekommen, weil «Gawker» ein Sexvideo von ihm gezeigt hatte. Die Online-Plattform hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Di, 2016-05-03 08:40
Berlin (dpa) 

Ehec: Wie die Politik reagierte

Berlin (dpa) - Die Ehec-Epidemie im Jahr 2011 war eine der größten Epidemien ihrer Art weltweit. Nur ein halbes Jahr nach einem Skandal um Dioxin in Futtermitteln zweifelten damals viele daran, dass das Essen auf dem Teller sicher ist - und dass die Behörden die Sache im Griff haben. Die Politik reagierte: Die Europäische Union (EU), die im Lebensmittelrecht oft die Richtung vorgibt, erließ Verordnungen. Deutschland verabschiedete Gesetze. Eine Auswahl wichtiger Neuerungen:

Rasche Meldung gefährlicher Lebensmittel:

Nach der Ehec-Epidemie wurde das Lebensmittelrecht mehrfach geändert. Seit 2013 müssen die Behörden der Lebensmittelüberwachung den Gesundheitsämtern umgehend melden, falls ein Lebensmittel im Verdacht steht, eine ansteckende Krankheit zu verursachen.

Schnellere Meldung von ansteckenden Krankheiten:

Das «Gesetz zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften» wurde im August 2011 auf den Weg gebracht. Es trat jedoch erst im Juni 2013 in Kraft. Gesundheitsämter müssen demnach den Ausbruch schwerer Infektionskrankheiten spätestens am folgenden Arbeitstag an das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin melden. Zuvor waren wöchentliche Meldungen vorgesehen.

Damit soll vor allem die Meldezeit bei ansteckenden Krankheiten verringert werden: Statt bisher bis zu 16 Tage sollen nun nur noch 3 bis 5 Tage vergehen, bis ein Fall beim RKI registriert ist. Innerhalb der nächsten Jahre wird zudem das elektronische Meldesystem DEMIS aufgebaut, das die Aufnahme und Speicherung der Daten am RKI erleichtert.

Einige Fachleute wünschen sich seit längerem, dass der Arzt am Computer den Fall eingibt und er sofort in die RKI-Datenbank einfließt. Nur wenn die Zahlen rasch eintreffen, kann das RKI früh Alarm schlagen. Durchschnittlich gerechnet registrieren die Ärzte nämlich aktuell ohnehin vier Menschen pro Tag mit Ehec-Durchfall. Und erst wenn sich die Fälle stärker häufen, wird eine Krise erkennbar.

Bessere Hygiene bei der Sprossen-Herstellung:

Bereits am 5. Juli 2011 verbot die EU die Einfuhr ägyptischer Samen und Bohnen. Alle Samen, die seit 2009 importiert wurden, mussten vernichtet werden. Das Einfuhrverbot galt bis ins Jahr 2012.

Darüber hinaus gelten seit dem 1. Juli 2013 verschärfte Hygieneregeln für Sprossen. Wer in der EU Sprossen herstellt, muss eine Zulassung als Lebensmittelunternehmer beantragen. Sie wird erst nach einer Prüfung der Produktionsbedingungen erteilt. Zudem ist der Hersteller verpflichtet, die Sprossen regelmäßig auf Ehec zu untersuchen.

Sprossen aus dem Ausland müssen nach europäischen Sicherheitskriterien produziert worden sein, andernfalls dürfen sie nicht in die EU eingeführt werden. Um krankmachende Sprossen im Notfall schneller zurückverfolgen zu können, müssen sie auf dem gesamten Weg vom Hersteller zum Verbraucher gekennzeichnet sein, etwa durch eine Nummer.

Di, 2016-05-03 08:35
Berlin (dpa)

Ehec und E. coli: Darmbewohner als Gefahrenquelle

Berlin (dpa) - Das Bakterium Escherichia coli (E. coli) kommt im Verdauungstrakt vieler Tiere vor. Es ist auch Bestandteil der natürlichen Darmflora des Menschen. Meist sind die Bakterien harmlos und keine Krankheitserreger. Sie helfen beim Verdauen. Dabei lassen sich die Darmbewohner in unterschiedliche Stämme einteilen, mit unterschiedlichen Eigenschaften - guten und schlechten.

Manche E.-coli-Stämme können beim Menschen Übelkeit, Durchfall und Fieber auslösen. Über den Kot von Wiederkäuern wie Rindern oder Schafen gelangen die Bakterien in Bäche oder Badeseen. Auch Lebensmittel, vor allem tierische, können mit den Erregern verunreinigt werden. Etwa wenn bei der Herstellung Fehler passieren, oder wenn nicht genau auf Sauberkeit geachtet wird. Im Jahr 2014 erkrankten in Deutschland 8415 Menschen an E.-coli-Durchfall, wie das Robert Koch-Institut (RKI) zählte.

Ehec, kurz für «enterohämorrhagische Escherichia coli», ist ein oft sehr ansteckender, aggressiver Erreger. Es handelt sich um eine Sonderform der Kolibakterien. Sie können besondere Giftstoffe produzieren und abgeben. Die Erkrankten haben oft starken Durchfall, 5 bis 20 Prozent von ihnen sogar blutigen. Bei einigen Kranken versagen die Nieren. Der schwere Verlauf endet in etwa zwei Prozent der Fälle tödlich. An der schweren Form - kurz HUS genannt - erkranken oft vor allem Kinder. Sie infizieren sich zum Beispiel beim direkten Kontakt mit Wiederkäuern. Auch bei Ehec-Erregern existieren unterschiedliche Stämme.

Ehec O104:H4 ist ein ungewöhnlicher Stamm. Vor 2011 war wenig über ihn bekannt. Beim großen Ausbruch vor fünf Jahren befiel er viele Erwachsene - und besonders häufig Frauen.

Di, 2016-05-03 08:38
Berlin (dpa)

Riecht nicht, schmeckt nicht: Krankheitserreger in Lebensmitteln

Berlin (dpa) - Mit Keimen verseuchtes Essen kann Krankheiten auslösen. Immer wieder infizieren sich Menschen beim Verzehr von tierischen Produkten. Die Erreger können aber auch auf andere Lebensmittel wie Salat übertragen werden. Tückisch dabei: Die Gefahr kann man oft weder riechen noch schmecken. Ein Überblick über häufige Erreger:

SALMONELLEN sind Bakterien, die unter anderem über kontaminiertes Fleisch, Wurstwaren oder rohe, unzureichend erhitzte Eier in die Nahrung kommen. Eine typische Infektion führt zu Übelkeit, Bauchschmerzen, Fieber, Durchfall und manchmal zu Erbrechen. In der Regel hören die Beschwerden nach wenigen Tagen auf. Bei Kleinkindern und älteren Menschen kann der Durchfall aber den Körper lebensgefährlich austrocknen.

CAMPYLOBACTER-BAKTERIEN treten besonders häufig bei Geflügel auf. Eine Infektion kann zu Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen führen. Kurze Zeit später folgen Erbrechen, teils blutiger Durchfall und heftige Bauchschmerzen. Bei Verdacht auf eine Campylobacter-Infektion sollte man unbedingt zum Arzt gehen. Die Krankheit war 2014 nach Noroviren - die hauptsächlich von Mensch zu Mensch übertragen werden - die am häufigsten gemeldete Durchfallerkrankung in Deutschland. Allerdings gab es auch schon Erdbeeren, die durch Noroviren verseucht waren.

EHEC-BAKTERIEN (Enterohämorrhagische E. coli) führen meist zu unblutigem, wässrigem Durchfall. In 5 bis etwa 20 Prozent der Fälle kommt es zu einem schweren Krankheitsverlauf mit blutigem Durchfall und krampfartigen Bauchschmerzen - genannt HUS. Auch das Blut selbst kann angegriffen werden. Insbesondere bei Kindern können Ehec-Infektionen zu akutem Nierenversagen führen. Ehec wird durch die Aufnahme von Fäkalspuren, beispielsweise in kontaminierten Lebensmitteln oder in verseuchtem Wasser, übertragen. Oder durch winzige Kotspuren an Händen, Gegenständen oder im Fell von Tieren.

LISTERIEN machen Gesunden in der Regel keine Probleme. Bei Älteren und chronisch Kranken kann eine Infektion zu Blutvergiftungen und eitrigen Hirnhautentzündungen führen. Listerien können bei Schwangeren Früh- oder Totgeburten verursachen. Die Erreger findet man sowohl auf tierischen als auch auf pflanzlichen Lebensmitteln.

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Di, 2016-05-03 07:35
Singapur (dpa)

Ölpreise leicht gestiegen

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind am Dienstag nach kräftigen Verlusten vom Vortag wieder leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete am Morgen 46,22 US-Dollar. Das waren 39 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juni stieg um 30 Cent auf 45,08 US-Dollar.

Weder enttäuschende Stimmungsdaten zur chinesischen Industrie noch die Erwartung weiter steigender Rohöllagerbestände in den USA konnten am Dienstag die Preise weiter drücken. Insgesamt gehen viele Experten aber davon aus, dass der kräftige Preisanstieg seit Anfang April angesichts der momentanen Fundamentaldaten übertrieben sein könnte. Der schwache Dollar und Wachstumshoffnungen geben laut Heinrich Peters, Experte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), kurzfristig Rückwind. «Bäume wachsen aber nicht in den Himmel.»

Am Vortag hatten die Preise deutlich nachgegeben, nachdem bekanntgeworden war, dass die irakischen Rohölexporte im April auf einen Rekordwert gestiegen waren. Der Irak ist das zweitgrößte Förderland der Organisation erdölexportierender Länder (Opec).

Di, 2016-05-03 07:30
Indianapolis (dpa)

Ted Cruz betet für den Sieg - Republikaner-Rennen auf Zielgeraden

In Indiana zählt es für die US-Republikaner: Gewinnt Donald Trump den Staat im Mittleren Westen, ist seine Präsidentschaftskandidatur praktisch nicht mehr zu stoppen. Ted Cruz braucht jede Stimme.

Indianapolis (dpa) - Wenn Ted Cruz auf Wahlkampftour ist, dann ist die Bibel nicht weit. Gott, der Allmächtige, ist Stammgast in den Redemanuskripten des Texaners. Vor der vielleicht entscheidenden Vorwahl der US-Republikaner bei der Suche nach einem Präsidentschaftskandidaten in Indiana gingen die Anhänger des erzkonservativen Texaners noch einen Schritt weiter: Sie beteten auf offener Bühne für ihren Mann. Die Not muss groß sein. Die letzte Umfrage sah den Konkurrenten Donald Trump 15 Prozentpunkte in Front.

Tatsächlich steht die beispiellose Kandidatensuche der Republikaner an einem Scheidepunkt. Cruz muss die Wahl in Indiana gewinnen, will er noch eine echte Chance haben, Donald Trump auf seinem Marsch in Richtung Kandidatur aufzuhalten. Gewinnt Trump in Indiana klar, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit jene 1237 Delegierten hinter sich scharen, die auf dem Parteitag in Cleveland im Juli zu einer absoluten und damit unumkehrbaren Mehrheit führen. 

Beiden Lagern ist der Ernst der Lage klar. «Die Augen der Nation sind auf Indiana gerichtet», sagt Carly Fiorina, die Ted Cruz vor wenigen Tagen in einer Art Akt der Verzweiflung als seine Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin auserkoren hatte. «Wir brauchen jede einzelne Stimme», betont Cruz selbst. Und Donald Trump sagt es auf seine Art: «Wenn wir hier gewinnen, ist es vorbei - dann sind sie weg.»

6,4 Millionen Dollar haben Ted Cruz, seine Spendensammler und die Anti-Trump-Koalition gemeinsam allein in Fernsehwerbung in Indiana gepumpt. Auf den Lokalsendern vergeht kaum eine Viertelstunde, in der nicht der Senator aus dem Fernseher grüßt. Trump kam mit einer Million aus. Für die Menschen in Indiana ist das ungewohnt.

Bei früheren Wahlen war das Rennen längst gelaufen, als ihr Staat an der Reihe war. «Das ist aufregend und furchteinflößend zugleich», sagt Rob Butzun, ein Familienvater aus Indianapolis.

Die Menschen in Indiana sind genervt, weil viele Industrie-Arbeitsplätze zuletzt nach Mexiko abwanderten. Auch der Klimaanlagenbauer Carrier verlagert sein Werk mit 1500 Leuten nach Mexiko. Allein in den vergangenen drei Monaten gingen 5000 Jobs in der Produktion verloren. Das ist die Proteststimmung, in der Trumps Thesen fruchtbaren Boden finden.

Ted Cruz hatte sich zuletzt als Alternativkandidat gegen Trump positioniert und damit eine gewisse Unterstützung auch des Partei-Establishments erreicht. Mit minutiöser Kleinarbeit hat er seit Monaten die Delegiertenplätze in den Staaten möglichst mit seinen Leuten besetzt. Dies sollte eine Kampfabstimmung auf dem Parteitag in Cleveland vorbereiten - wenn die Delegierten im zweiten oder dritten Wahlgang nicht mehr an das Vorwahlergebnis ihres Staates gebunden sind, dann sollten sie für Cruz stimmen. 

Trump hatte das gewurmt; der politische Seiteneinsteiger ohne nennenswerte Hausmacht in der Partei ließ keine Gelegenheit aus, das Vorwahlsystem als manipulativ zu brandmarken - wenngleich er selbst der größte Profiteur ist.  

Die Wahlsystematik bescherte Trump Kantersiege - zunächst in New York, wo er mit 60 Prozent der Stimmen 90 Prozent der Delegierten holte. Dann in Pennsylvania und vier weiteren Staaten mit ähnlichen Relationen. Der Schluss der Vorwahlkalenders 2016 sieht weitere Trump-Hochburgen vor. In New Jersey oder West Virginia führt der 69-Jährige haushoch. In Kalifornien, dem größten Vorwahlstaat überhaupt, hat er seinen Vorsprung vor Cruz in den vergangenen vier Wochen auf mehr als 30 Prozentpunkte verdreifacht. 

Nicht nur, dass für Cruz nach Indiana kaum noch Reparaturchancen bleiben. Die Umfragewerte sind vernichtend für den Familienvater aus Texas. Seine Sympathiewerte sind deutlich hinter diejenigen von Trump gerutscht; die weitaus meisten Republikaner wollen, dass der Bewerber mit den meisten Stimmen auch Kandidat wird. Fast wehrlos erschien der 45-Jährige, als sein eigener Parteifreund John Boehner ihn vor Tagen schwer beleidigte und behauptete, Cruz habe den «Teufel im Leib». Vermutlich hilft tatsächlich nur noch beten.
 

Di, 2016-05-03 08:01
Indianapolis (dpa)

Fünf Gründe, warum die Vorwahl im US-Staat Indiana besonders wichtig ist

Indianapolis (dpa) - Die Vorwahlen zur Ermittlung der Präsidentschaftskandidaten in den USA sind zu einem ermüdenden Marathon geworden. In Indiana kommt jetzt wieder Spannung ins Rennen - zumindest bei den Republikanern. Wird Donald Trump für die Grand Old Party ins Präsidentschaftsrennen ziehen? Fünf Gründe, warum Indiana entscheidend sein kann: 

- Trump liegt nach 42 der 56 Vorwahlen mindestens 410 Delegierte vor seinem Widersacher Ted Cruz. Der kann ihn nicht mehr überholen, hofft aber auf einen Coup, falls auch Trump nicht die absolute Mehrheit einheimst. Wenn Trump schon vor dem Parteitag im Juli die magische Zahl von 1237 Delegierten schaffen will, braucht er jeden einzelnen Delegierten. 

- Cruz hat nicht mehr allzu viele Chancen, Trump die absolute Mehrheit streitig zu machen. Indiana ist neben Nebraska einer der wenigen Staaten, in denen das überhaupt noch gelingen kann. 

- Wenn Trump Indiana klar gewinnt und alle 57 Delegierten abräumt, ist er auch mathematisch kaum noch zu stoppen. Er hätte dann die 1000er Grenze gesprengt und fast doppelt so viele Delegierte wie Cruz. 

- In den wichtigeren der verbleibenden Staaten, wie New Jersey (51 Delegierte), West Virginia (34) und Kalifornien (172) liegt Trump klar vorn. Gewinnt er Indiana, gibt es kaum ein Argument gegen ihn. 

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Di, 2016-05-03 06:39
Caracas (dpa)

Rund 1,8 Millionen Unterschriften gegen Präsident Maduro überreicht

Caracas (dpa) - Venezuelas Opposition hat nach eigenen Angaben rund 2,5 Millionen Unterschriften gesammelt, um ein Referendum zur Absetzung von Präsident Nicolás Maduro auf den Weg zu bringen. Dem Nationalen Wahlrat (CNE) in der Hauptstadt Caracas seien zunächst 80 Kisten mit etwa 1,85 Millionen Unterschriften zur Prüfung übergeben worden, teilte der Chef des Oppositionsbündnisses MUD, Jesús Torrealba, am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter mit. Um Zwischenfälle mit gewaltbereiten Anhängern der Regierung zu vermeiden, seien die Kisten in der Nacht überreicht worden.

Zur Einleitung des Referendums sind in einem ersten Schritt rund 195 000 Unterschriften nötig - das entspricht einem Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung. Um das Referendum durchzusetzen, müssen in einem zweiten Schritt knapp vier Millionen Unterschriften gesammelt werden, was 20 Prozent der Wahlberechtigten gleichkommt. Das südamerikanische Land verfügt zwar über die größten Erdölreserven der Welt, steht nach 16 Jahren sozialistischer Regierung aber vor dem Ruin und wird von einer schwere Energie- und Versorgungskrise erschüttert. Im Dezember hatte die Opposition die Parlamentswahl gewonnen.

Di, 2016-05-03 05:15
Washington (dpa)

Klage wegen zuviel Eis im Eiskaffee - Starbucks: Kalter Kaffee 

Ein zu kurzes Sandwich, überraschend tödlicher Tabak, Amerikaner ziehen ja gerne vor Gericht. Nun: Wie viel Eis darf geeister Kaffee enthalten? Nicht zuviel! Sagt eine Frau aus Illinois. Und verklagt Starbucks.

Washington (dpa) - Viel zu wenig Kaffee, viel zu viel Eis: Dem Vorwurf dieses Missverhältnisses in ihrem geeisten Kaffee sieht sich die US-Kaffee-Kette Starbucks ausgesetzt. Stacy Pincus aus Illinois reichte Klage ein. Sie argumentiert, wer bei Starbucks kalte Getränke kaufe, bekomme viel weniger Getränk als angezeigt.

«Wir nehmen die Klage zur Kenntnis», teilte eine Starbucks-Sprecherin der dpa in einer Stellungnahme mit. Man sei allerdings überzeugt, dass sie keinerlei Erfolg haben werde.

«Unsere Kunden verstehen und erwarten, dass Eis ein essenzieller Bestandteil eines jeden geeisten Getränks ist. Wenn jemand mit der Zubereitung nicht zufrieden ist, sind wir glücklich, es neu zubereiten zu dürfen», erklärte Starbucks.

In der Klageschrift heißt es, Starbucks führe seine Kunden in die Irre. «Beispiel. Wenn eine Gallone Benzin drei Dollar kosten soll, und ein Kunde bezahlt drei Dollar und tankt, erwartet er eine Gallone Benzin. Nicht ungefähr eine halbe.» ABC berichtete, die Frau habe auf fünf Millionen US-Dollar geklagt.

Die Klage vor einem Bezirksgericht in Illinois macht beim geeisten Kaffee nicht halt. Sie erstreckt sich auch auf Eistee und andere gekühlte Getränke. Wenn es um die Größe der Getränke gehe, spreche Starbucks in Wirklichkeit von der Größe der Becher und nicht von der Menge des darin befindlichen Getränks.

Mit großem Ernst wird ausgeführt: «Die Menge der Flüssigkeit in einem Kaltgetränk ist ein Faktum, das ein verantwortlicher Konsument ernst zu nehmen weiß.» Hätte die Klägerin gewusst, wie viel weniger Kaffee der geeiste Kaffee tatsächlich enthalte, hätte sie weniger bezahlt. Oder gar nichts.

Fastfood-Ketten in den USA haben es nicht immer leicht. Subway musste sich gerichtlich des Vorwurfs erwehren, eines ihrer Sandwiches sei - anders als behauptet - gar nicht «einen Fuß» (etwas 30 Zentimeter) lang. Historisch auch die Klage einer Frau, die bei McDonalds heißen Kaffee bestellte, sich wegen eines (so der Vorwurf) losen Deckels verbrühte und klagte: Der heiße Kaffee, er sei zu heiß gewesen.
 

Di, 2016-05-03 05:45
Karlsruhe (dpa)

Wie viel Schutz muss sein? - Kleine Opposition gegen große Koalition

Grüne und Linke sehen sich im Bundestag einer Übermacht der großen Koalition aus Union und SPD gegenüber. Wie viel Schutz braucht eine Opposition, wenn sie klein ist? Das Bundesverfassungsgericht trifft eine Entscheidung, die weit über das Ende dieser Wahlperiode 2017 hinausreicht.

Karlsruhe (dpa) - Je mehr Abgeordnete im Bundestag die Regierung stützen, desto schwerer hat es die Opposition. Grüne und Linke fürchten in Zeiten der großen Koalition um ihre Rechte und wollen eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Bei der mündlichen Verhandlung im Januar ging es um Paragrafen, Abgeordnetenzahlen und die Grundsätze des Parlamentarismus. Der Senat deutete an, dass er Vorsicht bei dauerhaften Eingriffen für angebracht hält. (2 BvE 4/14)

Was ist das Grundproblem?

Seit der Bundestagswahl 2013 regieren Union und SPD in einer großen Koalition. Die Opposition besteht aus den Fraktionen von Linken und Grünen, die zusammen nur 127 der 630 Parlamentarier stellen. Das Problem: Das Grundgesetz verlangt für wichtige Minderheitenrechte, wie etwa das Einsetzen eines Untersuchungsausschusses, mindestens ein Viertel der Abgeordneten. So viel Gewicht bringt die Opposition aber nicht auf die Waage.

Worum dreht sich der Streit?

CDU, CSU und SPD versicherten im Koalitionsvertrag, die Minderheitenrechte im Bundestag zu schützen. Darauf wollten sich Grüne und Linke aber nicht verlassen. Sie forderten, ihre Rechte auf Gesetzesebene zu verankern. Union und SPD ließen sich aber nur auf eine Erweiterung der Geschäftsordnung für die aktuelle Wahlperiode ein. Demnach sind zum Beispiel für einen Untersuchungsausschuss die Stimmen von nur noch 120 Bundestagsabgeordneten nötig. Die Grünen akzeptierten das, die Linksfraktion zog vor das Verfassungsgericht nach Karlsruhe.

Welches Ziel verfolgt die Linksfraktion?

Eine Verankerung der Oppositionsrechte im Grundgesetz. Große Koalitionen könne es schließlich immer wieder geben, argumentierte der langjährige Linksfraktionschef Gregor Gysi. Ein wichtiger Punkt dabei ist die abstrakte Normenkontrolle. Dabei wird ein Gesetz in Karlsruhe auf seine Verfassungsmäßigkeit überprüft, wenn mindestens 25 Prozent der Abgeordneten das wollen. An dieser Stelle kann die Geschäftsordnung des Bundestages der kleinen Opposition nicht weiterhelfen.

Wie lief die mündliche Verhandlung?

Der zweite Senat äußerte schon bei der Zulässigkeit der Klage Bedenken und diskutierte etliche kritische Punkte. Droht die Normenkontrolle zum politischen Kampfinstrument zu werden, wenn die Hürden gesenkt werden? Was passiert, wenn bei der nächsten Wahl die AfD den Sprung in den Bundestag schafft? Und falls man, wie von den Linken vorgeschlagen, die «Gesamtheit der Fraktionen, die nicht die Bundesregierung tragen», berechtigt - entmündigt das nicht den einzelnen Abgeordneten und stärkt die Fraktionsführungen?

Was ist mit Instrumenten der Opposition unabhängig von ihrer Größe?

Die Verfassungsrichter wiesen in der Verhandlung darauf hin, dass es auch Mittel und Wege für die Opposition gibt, die von der Zahl der Abgeordneten unabhängig sind. So kann jeder Bürger eine Verfassungsbeschwerde anstrengen, der sich in seinen Grundrechten verletzt sieht. Ein Normenkontrollverfahren kann auch von den Landesregierungen angestoßen werden. Der Prozessbevollmächtigte der Bundesregierung, Kyrill-Alexander Schwarz, verwies außerdem auf mehr als 1000 Kleine Anfragen der Linken allein in dieser Wahlperiode.
 

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-05-03 05:00
Berlin (dpa)

Polizeigewerkschaft für Kooperation von Polizei und Verfassungsschutz

Berlin (dpa) - Im Kampf gegen den Terrorismus sollten Polizei und Verfassungsschützer nach Ansicht der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) zusammenarbeiten dürfen. Die aus den Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus begründete Trennung zwischen Polizei und Nachrichtendiensten gehe mittlerweile an den Erfordernissen der Wirklichkeit vorbei, sagte der Vorsitzende der Organisation, Rainer Wendt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. «Wir leben seit vielen Jahrzehnten in einer stabilen Demokratie. Unser Rechtsstaat wird nicht durch Polizei und Verfassungsschutz bedroht, sondern durch zu allem entschlossene Terroristen.»

Deshalb müssten alle Hemmnisse beseitigt werden, die einem umfassenden Informationsaustausch und einer notwendigen Zusammenarbeit entgegenstehen. «Das Trennungsgebot hält den Staat künstlich dumm», sagte Wendt. «Wir brauchen statt des Trennungsgebotes in Wahrheit ein Zusammenarbeitsgebot.»

Di, 2016-05-03 04:30
Wolfsburg (dpa)

VW zieht im schleppenden Diesel-Rückruf den Golf vor

In den ersten vier Monaten sind bei VW gerade einmal einige tausend Diesel von der illegalen Betrugssoftware befreit worden. Daran ändert auch das Vorziehen von rund 15 000 Golf-Modellen erst einmal nichts.

Wolfsburg (dpa) - Der schleppende Diesel-Rückruf bei Volkswagen geht nur in ganz kleinen Schritten voran: Von diesem Dienstag an werden rund 15 000 Modelle des Golf TDI Blue Motion mit 2,0 Liter-Motor und Schaltgetriebe in den Vertragswerkstätten von der Betrugs-Software befreit. Per Post sollen die Besitzer zunächst von Europas größtem Autobauer darüber informiert werden. VW reagiert mit dem Vorziehen des Golfs auf massive Probleme bei der Passat-Umrüstung.

Denn der ursprünglich bereits für Ende Februar geplante Start der Werkstattbesuche für rund 160 000 Passat-Modelle konnte bislang nicht umgesetzt werden. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) verweigert VW die Freigabe. Offizielle Begründungen hierfür gibt es keine. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind unter anderem erhöhte Kraftstoff-Verbrauchswerte nach dem Update dafür verantwortlich.

Damit konnte VW bis Anfang Mai gerade einmal den vom Diesel-Skandal ebenfalls betroffenen Pickup Amarok in die Werkstätten rufen. Laut einem Sprecher der Konzerntochter VW-Nutzfahrzeuge konnten bislang knapp 6300 der 8500 Fahrzeuge erfolgreich umgerüstet werden. Anfang April erteilte das KBA zudem für rund 90 000 betroffene Fahrzeuge der VW-Töchter Audi und Seat die Genehmigung für den Rückruf.

Die große Masse der weltweit mehr als elf Millionen Diesel-Fahrzeuge, davon rund 2,5 Millionen in Deutschland, muss damit weiter auf eine Freigabe warten. In der vergangenen Woche hatte auch VW-Chef Matthias Müller erstmals offiziell Probleme beim Rückruf eingeräumt: «Wir sind damit noch nicht so weit, wie wir es gerne wären.» Zahlen nannte er keine, nach dpa-Informationen bezifferte VW intern den Verzug zwischenzeitlich bereits auf rund 250 000 Fahrzeuge. Müller schloss deshalb auch nicht aus, dass der Rückruf nicht wie angekündigt im laufenden Jahr abgeschlossen werden kann.

In Deutschland dauert die Software-Umrüstung laut VW rund 30 Minuten. Da bei den 1,6 Liter-Maschinen zudem ein neues Motorbauteil notwendig ist, soll die Umrüstung hier rund eine Stunde dauern. Für die Kunden ist der Werkstattbesuch kostenlos, anders als in den USA sollen sie aber keine Entschädigungen erhalten.

Viele VW-Werkstätten hatten sich eigens für die Rückrufe personell verstärkt. Infolge der fehlenden Freigaben fehlten in den vergangenen Wochen aber die Aufträge. Dies soll sich nun ändern. Zeitgleich zur Informationspost aus Wolfsburg soll den Werkstätten am Dienstag die notwendige Software zur Verfügung gestellt werden. «Grundsätzlich sind sie dann ab sofort in der Lage, die Aktion bei den Modellen durchzuführen», sagte ein VW-Sprecher.
 

Di, 2016-05-03 04:41
Washington/Berlin (dpa)

USA reagieren demonstrativ gelassen auf TTIP-Leak

Die Veröffentlichung bisher geheimer TTIP-Papiere sorgte für großes Aufsehen. Nun wird gefragt: Ist der Inhalt tatsächlich skandalös, oder gibt er nur einen Stand der Verhandlungen wieder?

Washington/Berlin (dpa) - Die USA reagieren demonstrativ gelassen auf die Veröffentlichung bisher geheimer Dokumente aus den Verhandlungen über das Handelsabkommen TTIP. Der Sprecher des Weißen Hauses sagte, man sei darüber «nicht beunruhigt». Ein «materieller Einfluss» auf das Abkommen sei nicht zu erwarten.

Greenpeace hatte bislang unter Verschluss gehaltene TTIP-Dokumente ins Internet gestellt. Sie werfen den USA vor, im Interesse amerikanischer Konzerne europäische Umwelt- und Verbraucherschutzstandards aushöhlen zu wollen.

Berlin und Brüssel wiesen die Vorwürfe zurück, die US-Regierung sprach von irreführenden Interpretationen. Die Bundesregierung wollte das umstrittene Handelsabkommen nicht infrage stellen. Deutschland und die USA wollen bis zum Jahresende zumindest TTIP-Eckpunkte festlegen, bevor Barack Obamas Amtszeit endet.

In Washington wurde darauf verwiesen, es handle sich lediglich um einen Verhandlungsstand und nicht um Ergebnisse. Auch liege es in der Natur von Verhandlungen, verschiedene Positionen zu haben und sich im Laufe der Zeit anzunähern.

Die EU und die USA verhandeln seit Mitte 2013 über eine «Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft» (TTIP). Ziel ist es, Zölle und andere Hürden für Investitionen abzubauen, damit der Handel zwischen den beiden Wirtschafts-Supermächten EU und USA mit 800 Millionen Verbrauchern stärker floriert. Europaweit gibt es Proteste gegen das Abkommen, vor allem in Deutschland.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer warnte vor einem Scheitern der Verhandlungen. «TTIP ist auf absehbare Zeit die wohl letzte große Chance, den Welthandel im transatlantischen Interesse mitzugestalten und demokratische Prinzipien für fairen und freien Handel zu verankern», sagte Kramer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). «Die TTIP-Gegner denken nicht nach vorn», kritisierte er.

In der Spitze der EU-Kommission gibt es nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstag) Zweifel, ob das TTIP-Abkommen überhaupt noch geschlossen werden kann. Die US-Regierung bewege sich bisher zu wenig, damit dieses Jahr ein Abschluss gelingen könne, sagte ein hochrangiger Vertreter dem Blatt. Nach der Pause, die durch die Wahlen in den USA, Frankreich und Deutschland bis Ende 2017 entstehe, werde eine Wiederbelebung der Verhandlungen schwierig.

«Süddeutsche Zeitung», WDR und NDR erhielten die Papiere von Greenpeace vor anderen Medien und werteten sie mit Greenpeace aus. Aus den Papieren gehe hervor, dass die USA Exporterleichterungen für die europäische Autoindustrie blockiere. Im Gegenzug solle die EU mehr US-Agrarprodukte abnehmen. Außerdem verweigere sich Washington Europas Wunsch, umstrittene private Schiedsgerichte für Konzernklagen durch öffentliche Gerichte zu ersetzen.

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström erklärte, das Schutzniveau für Verbraucher, Lebensmittel oder die Umwelt in Europa werde nicht sinken. Ihre rechte Hand, TTIP-Unterhändler Ignacio Garcia Bercero, fürchtet negative Folgen der Veröffentlichung für die Verhandlungen. Obamas Handelsbeauftragter Michael Froman mahnte zur Sachlichkeit.

Di, 2016-05-03 02:57
York (dpa) 

Blanchett zur Botschafterin des UN-Flüchtlingswerks ernannt

New York (dpa) - Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett ist zur neuen Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR ernannt worden. In einer Mitteilung der Vereinten Nationen vom Montag zeigte sich Blanchett sehr stolz, diese Rolle zu übernehmen. Blanchett ist gerade erst aus Jordanien zurückgekehrt, wo sie sich über humanitäre Hilfsmaßnahmen für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge informiert hatte.

Blanchett betonte: «Es hat nie eine entscheidendere Zeit geben, um an der Seite von Flüchtlingen zu stehen und Solidarität zu zeigen. Wir durchleben eine nie da gewesene Krise und die Verantwortung muss weltweit geteilt werden.»

Die Australierin hatte bereits vor ihrer Ernennung zur Sonderbotschafterin für das UN-Flüchtlingswerk gearbeitet. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, erklärte, er sei «sehr erfreut», dass Blanchett die neue Rolle übernommen habe.

Di, 2016-05-03 02:30
Calgary (dpa)

Brüllen, Fluchen und die innere Mitte: Wut-Yoga

Plätschernde Brunnen, sanftes Glockenspiel und die Welt des Zen sind nicht jedermanns Sache. Mit einem radikalen Gegenentwurf zu eher stillen, meditativen Yoga-Kursen stößt eine Kanadierin in Calgary auf Gleichgesinnte. Teil der Übung: der kontrollierte Wutausbruch.

Calgary (dpa) - Es ist abends gegen 18 Uhr, als sich rund 20 Menschen im kanadischen Calgary in einem dunklen Raum zusammenfinden und ihre Yoga-Matten ausbreiten. Sie kommen von der Arbeit oder von Hochschulkursen, wollen ihrem Körper und Geist etwas Gutes tun. Nach ein paar Atemübungen und einem «Moment der Stille», wie Kursleiterin Lindsay Istace den Auftakt nennt, geht es los: Die Teilnehmer fangen an zu brüllen, zu schreien, zu fluchen. Dazu läuft Metal oder harter Rock. Herzlich willkommen zum «Rage Yoga» - Yoga mit gewollten Wutausbrüchen, alles im Hinterzimmer einer Kneipe in Calgary.

«Für viele Menschen kann die Atmosphäre eines traditionellen Yoga-Studios manchmal sehr einschüchternd sein», sagt die 24-jährige Istace der Deutschen-Presse Agentur. Sie denke dabei manchmal an eine Bücherei voller Kunstturner - perfekte Posen und eine einschüchternde Stille. «Der zentrierte, gelassene, friedliche Ansatz funktioniert für viele Menschen, aber er funktioniert nicht für jeden.» Denn manchmal muss man einfach schreien, um inneren Frieden zu finden.

So war es auch, nachdem Istaces Beziehung am Ende war. Frustriert und verletzt sei sie gewesen, habe häufiger geflucht als sonst - auch bei ihren Yoga-Übungen zu Hause. «Erst scheint es ein bisschen verrückt», sagt die Verrenkungskünstlerin, die auch Messer schlucken, Feuer speien und jonglieren kann. Doch laute Kraftausdrücke und Geschrei seien eine Art Reinigung von innen gewesen. Als sie ihren Freunden davon berichtete, kam die Idee: Wut-Yoga! Und im Hinterraum des Dickens Pub, das zum Bier auch Burger, Pizza und Chicken Wings serviert, werde sicher niemand an typische Yoga-Studios erinnert.

So verquer der Mix manchem Yogi erscheinen mag: In Calgary ist die Sache ein Erfolg. Seit der Premiere im Januar gibt Istace drei Kurse pro Woche, im Schnitt kommen 15 bis 20 Teilnehmer. Von Menschen, die mit 18 Jahren gerade alt genug sind, um in Kanada eine Kneipe zu betreten, bis zu Mittfünfzigern. «Einige sind noch nie bei einem Yoga-Kurs gewesen», sagt Istace - aber auch Yoga-Lehrer seien dabei.

«Zen, fließendes Wasser - der ganze Mist zieht bei mir nicht wirklich», sagt die Schmuckdesignerin Erin Crossman (35), die seit Januar mit dabei ist. Über die Jahre habe sie verschiedene Yoga-Kurse ausprobiert, aber das lockere Umfeld sei ihr einfach lieber. Und auch die Musik - Metal von System of a Down, Industrial Rock von Nine Inch Nail oder auch mal japanischer Power-Metal - sei mehr ihre Wellenlänge. «Celine Dion hören wird bei mir nicht wirken.» Auch «The Final Countdown» von Europe und «Eye of the Tiger» von Survivor waren schon im musikalischen Programm.

Um das Brüllen und Fluchen allein gehe es nicht, versichert Minaz Bhanji. Die gelegentlichen Kraftausdrücke und Schreie seien eher die Entsprechung der indischen Grußgeste Namaste beim normalen Yoga. Atem- und Körperübungen gebe es bei Istace natürlich. Nur: «Ich werde nicht beurteilt, dass ich albern aussehe, dass ich eine Pose nicht halten kann, wie gut meine Linien aussehen.» Wie bei Istace war es bei dem 47-jährigen Atemtherapeuten das Ende einer Beziehung, das ihn zum Wut-Yoga brachte. Wenigstens, sagt Bhanji, habe er nicht mehr den ganzen Tag zu Hause gesessen und Trübsal geblasen.

«Kameradschaft und Lachen» sei Kern des Kurses, sagt Istace. Die meisten vermuteten hinter dem Namen «ein paar halb besoffene, fluchende Mistkerle». Doch die Teilnehmer lachten viel - das bestätigt Bhanji - und blieben anschließend gern mal für ein Bier. Gegen betrunkene Yoga-Schüler habe Istace nichts, der Kneipentresen liegt immerhin nur ein paar Schritte entfernt. Auf ihrer Website zeigt sich Istace in Yoga-Pose - mit einer Flasche Bier in der Hand.
 

Di, 2016-05-03 01:30
Wellington (dpa)

Kampf um letzte Rastplätze für Marathonflieger unter den Zugvögeln

Pfuhlschnepfen sind die Distanz-Weltmeister unter den Zugvögeln: Sie fliegen 30 000 Kilometer im Jahr. Aber sie sind bedroht, die Zahlen sinken, weil ihre benötigten Rastplätze in China in Gefahr sind.

Wellington (dpa) - Pfuhlschnepfen sind wahre Meisterflieger. Wenn die Zugvögel von Alaska zum Überwintern nach Neuseeland starten, fliegen sie 11 500 Kilometer nonstop, acht Tage und acht Nächte durch. Rund 90 000 kommen jeden September meist ziemlich fertig an den Küsten an, sagt Keith Woodley. Er leitet das Pukorokoro Miranda Shorebird Centre bei Miranda auf der Nordinsel. Jedes Jahr seien es weniger, sagt er kurz vor dem Welttag der Zugvögel am 10. Mai. Er kämpft um die Flugweltmeister, von denen einige auch im mitteleuropäischen Wattenmeer überwintern.

Die bis zu 40 Zentimeter großen Vögel mit dem langen Schnabel haben für Neuseeländer eine besondere Bedeutung: Nach Überlieferung der Maori-Ureinwohner kamen ihre Vorfahren von anderen pazifischen Inseln nur nach Neuseeland, weil sie dem Flug der Pfuhlschnepfen (Limosa lapponica) folgten.

Woodley beobachtet die leuchtend rostroten Männchen und die etwas blasseren Weibchen, wenn sie in Miranda ein beispielloses Fress- und Fitnessprogramm absolvieren. Ein Weibchen verdoppelt ihr Gewicht auf 660 Gramm, sagt er. «Dann müssen sie ihre Beinmuskulatur trainieren, um nicht umzufallen, und ihre Flugmuskulatur, um mit diesem Gewicht überhaupt abheben zu können. Beim Menschen entspräche das einer Fressorgie bis zur Fettleibigkeit und einen anschließenden doppelten Marathon - uns würde das umbringen», sagt Woodley.

Um gut genährt wieder im teils noch winterlichen Alaska zur Brutsaison anzukommen, fliegen die Tiere Woodley zufolge auf dem Rückweg ein bisschen auf Sparflamme: mit Rast im Watt an der chinesischen Küste, um aufzutanken. Anders als Seevögel können sie auf Wasser nicht landen, sie brauchen das Watt. Und das schwindet, wie Woodley bei zahlreichen Reisen mit Schrecken festgestellt hat. An der Küste werden Wattstreifen trocken gelegt, die Behörden wollen Land gewinnen, um die Industrialisierung voranzutreiben. Dort sei ein Drittel der Rastplätze für die Pfuhlschnepfen seit den 80er Jahren verschwunden, berichtet das neuseeländische Umweltministerium.

Für die Pfuhlschnepfen sei das fatal. «Wir gehen davon aus, dass der Verlust dieser Rastplätze der Hauptgrund dafür ist, dass die Population schrumpft.» 2015 setzte die Weltnaturschutzunion (IUCN) die Vögel auf die Liste der bedrohten Tiere, wie auch den kleineren Knuttstrandläufer (Calidris canutus), auch aus der Familie der Schnepfenvögel, der im Winter aus Sibirien nach Neuseeland kommt.

Woodley hat im März endlich einen entscheidenden Durchbruch geschafft: nach jahrelangem Einsatz unterzeichnete das neuseeländische Umweltschutzministerium mit der chinesischen Forstbehörde ein Abkommen über den Schutz von zumindest zwei Rastplätzen: das Yalu Jiang-Naturreservat in Liaoning im Nordosten Chinas, und das Watt von Bohai Bay bei Luannan in der Provinz Hebei. In dem Reservat pausieren rund 70 Prozent der Pfuhlschnepfen aus Neuseeland, in Hebei machen 60 Prozent der Knuttstrandläufer Rast.

«Problem ist, dass zum einen jedes Land nur auf sein eigenes Territorium schaut, und das zum anderen die Stationen eines solchen Flugkorridors ja nicht das ganze Jahr genutzt werden», sagt Bruce McKinlay vom Umweltschutzministerium. «Die Pfuhlschnepfen können aber nur überleben, wenn alle drei Lebensräume in Alaska, China und Neuseeland intakt sind», sagt Woodley.

An der Intelligenz der Vögel dürfte es nicht scheitern: In der Fachzeitschrift «Scientific Reports» schrieben Wissenschaftler gerade, dass Zugvögel mit längeren Reiserouten womöglich cleverer seien als andere. Sie hatten bei Zugvögeln in Afrika in den Gehirnregionen, die Navigation und räumliche Orientierung steuern, mehr neue Neuronen nachgewiesen als bei Vögeln mit kürzeren Flugrouten

Nach Angaben von McKinlay gibt es inzwischen weltweit neun länderübergreifende Partnerschaften, um Informationen auszutauschen und die Routen von Zugvögeln gemeinschaftlich zu schützen. Pukorokoro Miranda gehört zur Ostasien-Australasien-Zugweg-Partnerschaft.

Ornithologen warten mit Spannung auf das Projekt Icarus, um die Bewegung von Zugvögeln und anderen Kleintieren künftig per Satellit verfolgen zu können. Es soll 2017 an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) startklar sein. Das Max-Planck-Institut für Ornithologie organisiert dafür die Entwicklung eines federleichten Funkchips.

Woodley will die Pfuhlschnepfen und Knuttstrandläufer auf den chinesischen Rastplätzen weiter beobachten und zählen. Und er hofft für einen Einsatz in Nordkorea auf Unterstützung der Hanns-Seidel-Stiftung. Die eigentlich auf politische Bildung spezialisierte CSU-nahe Stiftung fördert durch ihr Büro in Südkorea auch den grenzüberschreitenden Naturschutz.
 

Di, 2016-05-03 01:29
Bützow (dpa)

Ein Jahr nach dem Tornado von Bützow Von Hannes Stepputat, dpa

In wenigen Minuten richtet vor einem Jahr ein Tornado in Mecklenburg-Vorpommern Schäden in Millionenhöhe an. Noch immer gibt es viel zu tun.

Bützow (dpa) - Ein Jahr nach dem Tornado vom 5. Mai 2015 mit Millionenschäden sind in Bützow in Mecklenburg-Vorpommern die meisten Gebäude wieder hergerichtet. Auffallend viele Dachziegel glänzen neu. Wo noch Baugerüste stehen, werden hauptsächlich Fassadenarbeiten erledigt, sagt Bützows Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos).

Auf etwa 40 Millionen Euro schätzt er die Gebäudeschäden, die der Wirbelsturm innerhalb weniger Minuten anrichtete. Das meiste sei von Versicherungen abgedeckt worden, sagt er: «Im Großen und Ganzen hat das gut funktioniert. Die waren meist kulant.»

Ist in Bützow also wieder alles wie vor dem Tornado? Nicht ganz. Während die Schäden an den meisten Häusern zügig repariert werden konnten, ist der vernichtete Baumbestand kaum zu ersetzen.

Insbesondere der Rosengarten sei schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, erklärt Grüschow. Die Sanierungsarbeiten sollen spätestens 2017 beginnen. Dazu startete die Stadt einen Ideenwettbewerb, der im vergangenen Monat abgeschlossen worden sei, erzählt er.

Geplant sei der Wettbewerb ohnehin gewesen, doch nach dem Sturm habe man das Planungsgebiet ausgeweitet. Der Bürgermeister schätzt, dass der Tornado Hunderte Bäume entwurzelte oder umknickte.

Gemeindewehrführer Holger Gadinger meint gar: «Tausende Bäume sind kaputt.» Dies sei gar nicht wieder gut zu machen: «Wie lange wächst so ein Baum? 150, 200 Jahre?»

Ein Ladeninhaber aus der Bützower Altstadt berichtet: «Windanfällig sind wir geworden. Wenn es jetzt ein wenig stürmischer ist, haben wir hier in der Stadt ganz andere Windstärken.» Der Schutz der Bäume fehle. Seine Kosten seien alle von der Versicherung reguliert worden. Andere hätten aber nicht so viel Glück gehabt, erzählt er. Sie würden sich heute noch mit Versicherungen streiten.

Geholfen haben den Bützowern aber nicht nur Versicherungen, sondern auch viele Einzelpersonen, Vereine und Firmen, erzählt Bürgermeister Grüschow. 400 000 Euro hätten sie gespendet. Hinzu kommen 210 000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, um etwa die Stiftskirche wieder herzurichten.

Im Rahmen eines Soforthilfeprogramms stellte die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern direkt nach dem Sturm eine Million Euro zur Verfügung. Etwas über die Hälfte sei für Verdienstausfälle der ehrenamtlichen Helfer ausgegeben worden, sagt Christian Grüschow.

Die restliche Summe dürfe nun mit Zustimmung der Landesregierung für die Sanierung städtischer Gebäude genutzt werden. Bei diesen laufe noch die Schadensermittlung, er schätzt die Summe auf etwa 3,5 Millionen Euro. Die Grundschule, das Rathaus - alles hat bei dem Unwetter etwas abbekommen.

Den viel gelobten Zusammenhalt der Bützower nach dem Sturm sieht Grüschow heute nicht mehr so stark. Kurz nach dem Tornado sei der Zusammenhalt «stark spürbar» gewesen. Mit der Zeit aber habe sich der Effekt leider abgeschwächt.

Di, 2016-05-03 01:30
Coburg (dpa)

Christbaum für die Queen - wie die weihnachtliche Werbemaschine läuft

Queen Elizabeth II. ist recht eng verwandt mit einer Familie in Franken. Viel wissen wollte sie bisher nicht davon. Das soll nun ein Christbaum ändern - ein Symbol, das sich schon öfter als gutes Werbemittel erwiesen hat.

Coburg (dpa) - Ein Tannenbaum für die Queen, und zwar aus Deutschland: vom Herzoglichen Haus Sachsen-Coburg und Gotha. Die britischen Royals wollten von dort lange nicht so viel hören, obwohl die Häuser eng verwandt sind. Jetzt aber scheint der Stadt Coburg ein Werbecoup gelungen zu sein: Die Queen lässt zaghafte - und öffentlichkeitswirksame - Bande zu, zumindest zum Fest der Familie. Eine Weihnachtsgeschichte - im Frühling.

«Sehr aufregend» findet der Buckingham Palace das Angebot der Stadt Coburg: einen Christbaum aus dem Bestand von Hubertus Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha geschenkt zu bekommen. Die Queen, so schreibt ihr «Master of the Household», Tony Johnstone-Burt, im April, freut sich - und will den Baum vor dem Palast in London aufstellen. Coburg rührt nun heftig die Werbetrommel für den Coup. Christbäume - vor allem in Verbindung mit Royals, dem Papst oder der Kanzlerin - funktionieren wunderbar als Werbeträger.

Wie die Bäume von Thomas Emslander, Chef der Bayerischen Christbaumanbauer, der schon zweimal das Kanzleramt bestückte. «Und jedes Mal war das eine Mediensache», sagt er, der die Bäume spendete. «Da braucht man kein Geld dafür bekommen. Der Werbeeffekt ist groß genug.»

Ein Baum steht für Nachhaltigkeit, ein Weihnachtsbaum für Zusammenhalt. «Ein Christbaum ist etwas völlig Harmloses», sagt PR-Expertin Gisela Goblirsch. Zugleich aber ist er ein Symbol «für den Export unserer Kultur woanders hin».

Eine so positive Antwort aus London habe man jedenfalls nicht erwartet, sagt Coburgs Sprecher Michael Selzer. Erhofft aber natürlich schon. «Klar, das hat mit Stadtmarketing zu tun», sagt er. «Wir wollten wieder mal die Verbundenheit dokumentieren.» Bisher hatte Coburg damit wenig Erfolg.

Der Ur-Ur-Großvater von Queen Elizabeth II. war Prinz Albert, Ehemann von Queen Victoria - und aus dem kleinen fränkischen Herzogshaus Sachsen-Coburg und Gotha. Bis 1917 trug das britische Königshaus diesen deutschen Namen, dann wurde es im Ersten Weltkrieg unter König Georg V. in Windsor umbenannt. Elizabeth wurde neun Jahre später geboren - zeigte aber wenig Interesse an ihren deutschen Wurzeln.

Denn manche ihrer Vorfahren hatten zu der Verwandtschaft in Deutschland durchaus enge Bande unterhalten. Zumindest ihre beiden Onkel Edward VIII. und der Herzog von Kent hatten nachweislich mit Gesandten der Nationalsozialisten getuschelt. Experten fanden heraus, dass zwischen London und Berlin über deutsche Verwandtschaft der Royals dubiose Kontakte liefen.

Coburg erregte immer wieder mit einer etwas holprigen Aufarbeitung des Nationalsozialismus Aufsehen. Es war die erste deutsche Stadt gewesen, in der die NSDAP eine absolute Stadtratsmehrheit erlangte und die Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde verlieh. Als die Kommune jüngst dem Unternehmer Max Brose (1884-1968) eine Straße widmete, fachte das eine alte Debatte um die braune Vergangenheit neu an - die Rolle Broses in der NS-Zeit ist umstritten.

Gerade diese Stadt also konnte bisher kaum zehren von der prominenten Verwandtschaft in Großbritannien. Bis zum vergangenen Weihnachten. Da sah die Stadt ihre Chance gekommen. «Dass ein Baum zu Weihnachten so beliebt ist, das liegt auch an meinen Ur-Ur-Großeltern, Königin Victoria und Prinz Albert», hatte Elizabeth in ihrer Weihnachtsansprache im Dezember gesagt. Der Deutsche hatte diesen Brauch im Insel-Königreich bekannt gemacht.

Das kommt auch in der Marketingabteilung der Stadt Coburg an: übersetzt von einer Sprachschule, handgeschrieben auf Büttenpapier geht ein Brief an die Queen. Ein bis zu 13 Meter hoher Baum soll es sein, aus «demselben Wald, in dem Prinz Albert jenen ersten Baum fand». Jener Baum, drum herum die Königliche Familie, zu sehen auf einer Zeichnung aus dem Stadtarchiv. Sie lag dem Brief bei.

Nun scheint sich der Buckingham Palace - wenn auch etwas vage - auf das Gemeinsame einzulassen. «Die Geschichte, über die Ihre Stadt mit unserer Königlichen Familie verbunden ist, inspiriert», schreibt Johnstone-Burt in seiner Antwort vom 14. April an die Stadt Coburg.

Ein Zeichen dafür, dass die Queen der langen - nun ja - Zurückhaltung gegenüber dem Coburger Herzogshaus ein Ende setzt? Diese Nachfrage kommentiert der Buckingham-Palast nicht. Man habe dem Schreiben nichts hinzuzufügen. Auch Hubertus Erbprinz von Coburg, der den Baum spendet, möchte lieber nicht zu viel hineinlesen in die Reaktion der Queen. «Es ist ein Unterschied, ob sie auf ein Angebot der Stadt Coburg reagiert oder auf ein privates Geschenk», sagt er. Und die Aktion sei nun einmal von der Stadt ausgegangen. Trotzdem, Hubertus Coburg freut sich: «über den Fokus, der jetzt auf Christbäume aus dem Forst Callenberg gelegt wird». Er verkauft die Bäume nämlich auch.

Ob sich die Royals über die Werbung freuen? «Das kann auch nach hinten losgehen», meint die Medienwissenschaftlerin Ulrike Posch. Sollte sich die Königsfamilie unter Druck gesetzt fühlen durch die Werbestrategie, könnte sie sich erst recht zurückhalten. «Die Royals werden das nicht unbedingt mit sich machen lassen.»
 

Mo, 2016-05-02 21:24
York (dpa)

Ban drängt USA und Russland zu Zusammenarbeit bei Syrien-Gesprächen

New York (dpa) - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die USA und Russland zu einer verstärkten Zusammenarbeit beim Ringen um ein Ende der Kämpfe in Syrien gedrängt. Beide Staaten müssten ihre Bemühungen verdoppeln, um die Einhaltung der Waffenruhe durchzusetzen, sagte Ban am Montag in New York. Er sei «zutiefst besorgt» über die erneut eskalierenden Kämpfe in dem Bürgerkriegsland. «Der Kollaps der Waffenruhe wird nur noch mehr Gewalt, Tod und Zerstörung mit sich bringen und die Bemühungen um eine ausgehandelte Lösung für diesen brutalen Krieg weiter abschwächen.»

US-Außenminister John Kerry hatte vor einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow gefordert, Moskau solle Druck auf die syrische Regierung ausüben, damit sie alle Luftangriffe auf die Rebellengebiete in der Großstadt Aleppo einstellt.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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